Oral zerfallende Dosierungsformen enthaltend geschmacksmaskierte Wirkstoffe
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft oral zerfallende pharmazeutische Dosierungsformen, die zwecks Geschmacksmaskierung mit einem kationischen Polymer überzogene Wirkstoffe enthalten. Die geschmacksmaskierenden Überzüge werden mittels einer wässrigen Polymerdispersion, welche durch radikalische Emulsionspolymerisation eines Monomergemischs, das N,N-Diethylaminoethylmethacrylat enthält, aufgebracht.
Im Mund schnell zerfallende und/oder sich schnell auflösende Tabletten gewinnen für die orale Applikation von Arzneistoffen immer größere Bedeutung. Solche Tabletten müssen innerhalb kurzer Zeit, am besten innerhalb von 30 Sekunden in der Mundhöhle zerfallen, angenehm schmecken und dürfen kein sandiges Gefühl hinterlassen. Ferner sollen sie einfach herstellbar sein, wobei die Direkttablettierung erhebliche Vorteile gegenüber der Feuchtgranulation bietet, und eine hohe mechanische Festigkeit besitzen, damit sie Verpackungsprozeduren, Transporte und auch das Herausdrücken aus Verpackungen unbeschadet überstehen. Aber auch Kau- und Lutschtabletten, die sich ebenfalls im Mund auflösen, gewinnen zunehmend an Bedeutung
Die DE-AS 1090381 beschreibt ein Verfahren zum Überziehen von Arzneiformen mit im Magen löslichen Dragiermassen. Diese enthalten ein Copolymer aus 20 bis 80 % wenigstens eines Aminoesters der (Meth)acrylsäure und 80 bis 20 % eines Monomers, das als Homopolymer ein wasserunlösliches Polymerisat bildet. Als konkrete Beispiele für geeignete polymerisierbare Aminoester werden die Ester der Acrylsäure und (Meth)acrylsäure mit N,N-Dimethylaminoethanol, N,N-Diethylaminoethanol, N,N-Dimethylaminopropanol und N-(Hydroxyethyl)morpholin genannt. Als geeignete Comonomere werden niedere Ester der Acrylsäure und vorzugsweise der (Meth)acrylsäure, wie Acrylsäureethylester, (Meth)acrylsäuremethyl-, -butyl- und -hexylester genannt. Die Herstellung erfolgt durch Lösungspolymerisation in einem organischen Lösungsmittel; ein Ausführungsbeispiel ist nicht angegeben.
Die DE-AS 1219175 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von veterinärmedizinischen Wirkstoffzubereitungen, die gegen die Einwirkung von Pansensäften von Wie- derkäuern geschützt sind. Dazu werden diese Zubereitungen mit Copolymeren überzogen, die N,N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylamide und ein Comonomer einpolymeri- siert enthalten, das ausgewählt ist unter (Meth)acrylaten, Acrylnitril und Vinylaromaten. Copolymere auf Basis von N,N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylaten werden nach der Lehre dieses Dokuments als nachteilig angesehen, da die Estergruppe im Vergleich zur Amidgruppe im basischen Milieu eher verseift.
Die DE-OS 2135073 beschreibt Überzugsmittel für Arzneiformen, die eine wässrige Polymerdispersion enthalten, wobei das Polymer zu 10 bis 55 Gew.-% aus Monomeren
mit einer Carboxylgruppe und/oder einer Monoalkyl- oder Dialkylaminoalkylestergruppe aufgebaut ist. Als geeignetes Monomer wird neben einer Vielzahl weiterer auch Di- ethylaminoethylmethacrylat (DEAEMA) genannt. Als geeignete Comonomere werden die niederen Ester der (Meth)acrylsäure, vorzugsweise Methylmethacrylat, (Meth)acrylnitril, Vinylaromaten, Vinylchlorid und Vinylacetat genannt. Die Herstellung erfolgt durch wässrige Emulsionspolymerisation, vorzugsweise nach dem Emulsionszulaufverfahren. Konkrete Emulsionspolymerisate auf Basis von DEAEMA sind nicht offenbart.
Die DE-AS 2512238 lehrt zur Bereitstellung von Bindemitteln für Arzneimittelüberzüge mit geringem Restmonomerengehalt die Verwendung eines durch Sprühtrocknen einer Polymerdispersion erhaltenen Pulvers zur Herstellung von Überzugslösungen für diese Arzneiformen. Bezüglich der zur Sprühtrocknung eingesetzten Dispersionen wird auf die DE 1090381 , DE 1219175 und DE 2135073 Bezug genommen.
Die DE-OS 2838278 beschreibt Beschichtungen für orale Darreichungsformen für Wiederkäuer aus
a) mindestens einem filmbildenden Polymer mit mindestens einer basischen Ami- nogruppe und mit einem Stickstoffgehalt von 3 bis 14 %, das in wässrigem Pansenmedium bei einem pH-Wert von über 5,5 innerhalb von 24 Stunden löslich ist, und
b) mindestens einer hydrophoben, in dem Polymer dispergierten Substanz, die aus- gewählt ist unter Ci2-C32-Fettsäuren, AI-Salzen dieser Fettsäuren und/oder PoIy- carbonsäuren.
Zur Herstellung der Beschichtung wird eine Lösung in einem organischen Lösungsmittel eingesetzt. Als geeignete Polymere wird eine Vielzahl stickstoffhaltiger Homo- und Copolymere aufgeführt, ohne auf geeignete Verfahren zu deren Herstellung einzugehen. Als Ausführungsbeispiel 29 wird dabei ein Copolymer aus 40 % N,N-Diethylaminoethylmethacrylat aufgeführt, ohne jedoch ein Verfahren zu seiner Herstellung anzugeben.
Die GB 1324087 beschreibt Überzugspolymere für orale Darreichungsformen für Wiederkäuer, die
a) wenigstens ein N,N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylat und
b) wenigstens eine ethylenisch ungesättigte Verbindung, die ausgewählt ist unter Vinylaromaten und deren Derivaten, Vinylestern, Estern der (Meth)acrylsäure und Acrylnitril einpolymerisiert enthalten.
Als geeignete Monomere a) werden N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat (DMAEMA) und tert.-Butylaminoethylmethacrylat (TBAEMA) offenbart. Als Comonomer b) wird insbesondere Methylmethacrylat als ungeeignet angesehen, da es zur Bildung von zu brüchigen Überzügen neigt. Als geeignete Polymerisationsverfahren werden Substanz-, Suspensions-, Lösungs- und Emulsionspolymerisation angegeben. Die Copo- lymere der Ausführungsbeispiele wurden durch Lösungspolymerisation hergestellt.
Die DE 3426587 A1 beschreibt ein Verfahren zum Überziehen von Arzneiformen durch Aufbringen eines Films aus einem flüssigen, filmbildenden Überzugsmittel, welches ein gelöstes Polymerisat mit seitenständigen tertiären Ammoniumsalzgruppen enthält. Zur Herstellung dieser Polymerlösungen können unter anderem Copolymere auf Basis von N,N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylaten mit wässrigen anorganischen oder organischen Säuren in wässrige Ammoniumsalzlösungen überführt werden.
Die DE 3049179 A1 ist eine Zusatzanmeldung zur DE 2512238 und betrifft die Verwendung eines durch Sprühtrocknen nach der Lehre des letztgenannten Dokuments gewonnenen Pulvers in Form einer wässrigen Suspension, die zusätzlich ein Weich- machungsmittel enthält, zur Herstellung von Überzügen durch Thermogelierung.
Die EP 0058765 A2 beschreibt in Magensaft lösliche oder quellbare Überzugsmassen für Arzneiformen, die als Bindemittel ein Emulsionspolymerisat auf Basis von N,N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylaten enthalten, wobei zwischen der Aminogruppe und der (Meth)acrylatgruppe sich eine verzweigte Alkylen- oder Aralkylengruppe mit we- nigstens drei in gerader Kette angeordneten Kohlenstoffatomen befindet.
Die WO 2005/055986 und WO 2005/056619 beschreiben Polymere mit vom pH-Wert abhängigem Quell-/Lösungsverhalten und deren Einsatz in Arzneiformen.
Die WO 00/05307 beschäftigt sich mit der Bereitstellung von Überzugs- und Bindemitteln für Arzneiformen, die (Meth)acrylat-Copolymere enthalten, die Monomerreste mit tertiären Aminogruppen aufweisen, wobei eine einfache trockene oder wässrige Weiterverarbeitung möglich sein soll. Dazu lehrt dieses Dokument ein Verfahren, bei dem man (a) ein Copolymer aus Ci-C4-Estern der (Meth)acrylsäure und (Meth)acrylat- Monomeren, die tertiäre Ammoniumgruppen aufweisen, (b) einen Weichmacher und (c) einen Emulgator mit einem HLB-Wert von mindestens 14 miteinander vermengt und daraus das Überzugs- oder Bindemittel durch Schmelzen, Gießen, Ausstreichen oder Aufsprühen herstellt, wobei das Copolymer (a) in Pulverform mit einer mittleren Teilchengröße von 1 bis 40 μm eingebracht wird. Die dabei erzielte Verarbeitbarkeit wird der Bereitstellung des Copolymeren (a) in Pulverform mit extrem geringer Korngröße zugeschrieben.
Die WO 02/067906 betrifft Überzugs- und Bindemittel mit verbesserter Wasserdampfdurchlässigkeit gegenüber den in der WO 00/05307 beschriebenen. Dabei erfolgt die Herstellung der Überzugs- und Bindemittel mit einer Mischung, die (a) ein Copolymer aus Ci-C4-Estern der (Meth)acrylsäure und weitere (Meth)acrylat-Monomere mit funkti- onellen tertiären Ammoniumgruppen in Pulverform mit einer mittleren Teilchengröße von 1 bis 40 μm, (b) einen Emulgator mit einem HLB-Wert von mindestens 14 und (c) eine Ci2-Ci8-Monocarbonsäure oder eine Ci2-Ci8-Hydroxylverbindung enthält.
Die WO 2004/019918 beschreibt Überzugs- und Bindemittel, die bezüglich ihrer Zu- sammensetzung den in der WO 00/05307 und WO 02/067906 beschriebenen entsprechen.
Schnell zerfallende Tabletten bestehen häufig aus Zucker und Zuckeralkoholen, Brausesystemen, mikrokristalliner Cellulose und anderen nicht wasserlöslichen Füllstoffen wie Calciumhydrogenphosphat, Cellulose-Derivaten, Maisstärke, oder Polypeptiden. Weiterhin kommen wasserlösliche Polymere, übliche Sprengmittel (quervernetztes PVP, Natrium- und Calcium-Salze der quervernetzten Carboxymethylcellulose, Natrium-Salz der Carboxymethylstärke, niedrigsubstituierte Hydroxypropylcellulose (L-HPC) und im wesentlichen anorganische wasserunlösliche Bestandteile (Kieselsäuren, SiIi- kate, anorganische Pigmente) zum Einsatz. Weiterhin können die Tabletten auch Ten- side enthalten.
In der WO 2003/051338 ist eine direkttablettierbare und gut verpressbare Hilfsstofffor- mulierung, welche Mannit und Sorbit enthält, beschrieben. Zunächst wird durch Lösen von Mannit und Sorbit in Wasser und anschließender Sprühtrocknung (gewöhnliche Sprühtrocknung und SBD-Verfahren) eine Hilfsstoffvormischung hergestellt. Dieser coprozessierten Mischung kann zusätzlich Mannit zugesetzt werden. Tabletten, welche zusätzlich Sprengmittel, Trennmittel, Pigment und einen Wirkstoff enthalten, sollen innerhalb von 60 Sekunden in der Mundhöhle zerfallen.
In der US 2002/0071864 A1 wird eine Tablette beschrieben, welche innerhalb von 60 Sekunden in der Mundhöhle zerfällt, und hauptsächlich aus einer physikalischen Mischung von sprühgetrocknetem Mannit und einem grobkörnigen quervernetztem Polyvinylpyrrolidon sowie einer begrenzten Auswahl an Wirkstoffen formuliert ist. Die- se Tabletten besitzen eine Bruchfestigkeit von ca. 4ON und erzeugen ein unangenehmes, sandiges Mundgefühl.
Gemäß der US 6,696,085 B2 soll ein Methacrylsäure-Copolymer Typ C als Zerfallsmittel eingesetzt werden. Das Methacrylsäure-Copolymer Typ C ist ein magensaft- resistentes Polymer, welches im sauren pH-Bereich nicht löslich ist, im pH-Bereich von 7, wie er in der Mundhöhle vorliegt, aber wasserlöslich ist. Die Tabletten weisen neben einer niedrigen Bruchfestigkeit (<20N) eine hohe Friabilität (>7%) auf und beinhalten
einen hohen Anteil im Bereich von 15Gew.-% eines grobkörnigen Sprengmittels. Sie besitzen folglich eine niedrige mechanische Festigkeit und erzeugen aufgrund des hohen Anteils an grobkörnigem Sprengmittel ein unangenehmes, sandiges Mundgefühl.
EP 0839526 A2 beschreibt eine pharmazeutische Darreichungsform bestehend aus einem Wirkstoff, Erythrit, kristalliner Cellulose und einem Sprengmittel. Weiterhin wird Mannit eingearbeitet und als Sprengmittel quervernetztes Polyvinylpyrrolidon verwendet, sodass eine physikalische Mischung entsteht. Die Tabletten sollen innerhalb von 60 Sekunden in der Mundhöhle zerfallen.
In der Anmeldung JP 2004-265216 wird eine im Mund innerhalb von 60 Sekunden zerfallende Tablette, bestehend aus einem Wirkstoff, einem wasserlöslichen Polyvinyl- alkohol-Polyethylenglykol-Copolymer, Zucker/Zuckeralkohol (Mannit) und Sprengmittel, beschrieben.
Die Matrixkomponenten auf Basis von Zuckeralkoholen, Sprengmitteln und unlöslichen Polymeren sind allgemein für pharmazeutische Anwendungen aus der WO 2007/071581 bekannt.
Aus der WO 2009/016258 ist die Herstellung von wässrigen Polymerdispersionen kationischer Polymere auf Basis von N,N-Diethylaminoethylmethacrylat und deren Verwendung zum Überziehen von Arzneistoffen bekannt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, verbesserte pharmazeutische Darreichungsformen, die sich zur Anwendung als oral zerfallende Dosierungsformen von unangenehm schmeckenden Wirkstoffen eignen, bereitzustellen.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass sich für solche oral zerfallenden Dosierungsformen geschmacksmaskierte Wirkstoffe, die zur Geschmacksmaskierung mit Polymerdispersionen, die N,N-Diethylaminoethylmethacrylat (DEAEMA) einpolymeri- siert enthalten, besonders eignen.
Die für die Geschmacksmaskierung verwendeten Überzugsmittel basieren auf wässrigen Polymerdispersionen, welche durch radikalische Emulsionspolymerisation eines Monomergemischs M), enthaltend
a) N,N-Diethylaminoethylmethacrylat, und
b) wenigstens eine radikalisch polymerisierbare Verbindung, ausgewählt unter Estern α,ß-ethylenisch ungesättigter Mono- und Dicarbonsäuren mit Ci-Cs- Alkanolen,
in einem wässrigen Medium bei einem pH-Wert von wenigstens 7, vorzugsweise wenigstens 8, , erhalten werden.
Monomer a)
Als Monomer a) wird erfindungsgemäß N,N-Diethylaminoethylmethacrylat eingesetzt.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen wässrigen Polymerdispersionen Pd) wird die Komponente a) vorzugsweise in einer Menge von 25 bis 65 Gew.-%, besonders bevor- zugt 30 bis 60 Gew.-%, insbesondere 38 bis 48 Gew.-%, speziell 43 bis 47 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, eingesetzt.
Monomer b)
Die Komponente b) ist ausgewählt unter Estern α,ß-ethylenisch ungesättigter Mono- und Dicarbonsäuren mit Ci-Cs-Alkanolen.
Geeignete Verbindungen b) sind Methyl(meth)acrylat, Methylethacrylat, Ethyl(meth)acrylat, Ethylethacrylat, n-Propyl(meth)acrylat, lsopropyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat, sec.-Butyl(meth)acrylat, tert.-Butyl(meth)acrylat, tert.-Butylethacrylat, n-Hexyl(meth)acrylat, n-Heptyl(meth)acrylat, n-Octyl(meth)acrylat, 1 ,1 ,3,3-Tetramethylbutyl(meth)acrylat und Ethylhexyl(meth)acrylat.
Besonders bevorzugt wird als Komponente b) Methylmethacrylat oder ein Methyl- methacrylat enthaltendes Monomergemisch eingesetzt.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen wässrigen Polymerdispersionen wird die Komponente b) vorzugsweise in einer Menge von 35 bis 75 Gew.- %, besonders be- vorzugt 40 bis 70 Gew.-%, insbesondere 52 bis 62 Gew.-%, speziell 53 bis 57 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, eingesetzt.
Die zur Herstellung der Polymerdispersionen eingesetzten Monomergemische M) können zusätzlich wenigstens ein weiteres Monomer c) enthalten. Die zusätzlichen Monomere c) sind vorzugsweise ausgewählt unter Estern α,ß-ethylenisch ungesättigter
Mono- und Dicarbonsäuren mit Cg-Cso-Alkanolen und C2-C3o-Alkandiolen, Amiden α,ß-ethylenisch ungesättigter Mono- und Dicarbonsäuren mit C2-C3o-Aminoalkoholen, die eine primäre oder sekundäre Aminogruppe aufweisen, primären Amiden α,ß-ethylenisch ungesättigter Monocarbonsäuren und deren N-Alkyl- und N,N-Dialkylderivaten, N-Vinyllactamen, offenkettigen N-Vinylamidverbindungen, Estern von Vinylalkohol und Allylalkohol mit Ci-Cso-Monocarbonsäuren, Vinylethern, Vinyl- aromaten, Vinylhalogeniden, Vinylidenhalogeniden, C2-C8-Monoolefinen, ungesättigte Nitrile, nicht aromatischen Kohlenwasserstoffen mit mindestens zwei konjugierten Doppelbindungen und Mischungen davon.
Geeignete zusätzliche Monomere c) sind Ester α,ß-ethylenisch ungesättigter Mono- und Dicarbonsäuren mit Cg-Cso-Alkanolen, wie n-Nonyl(meth)acrylat, n-Decyl(meth)acrylat, n-Undecyl(meth)acrylat, Tridecyl(meth)acrylat, Myristyl(meth)acrylat, Pentadecyl(meth)acrylat, Palmityl(meth)acrylat, Heptadecyl(meth)acrylat, Nonadecyl(meth)acrylat, Arachinyl(meth)acrylat, Behenyl(meth)acrylat, Lignoceryl(meth)acrylat, Cerotinyl(meth)acrylat, Melissinyl(meth)acrylat, Palmitoleinyl(meth)acrylat, Oleyl(meth)acrylat, Linolyl(meth)acrylat, Linolenyl(meth)acrylat, Stearyl(meth)acrylat, Lauryl(meth)acrylat und Mischungen davon.
Geeignete zusätzliche Monomere c) sind weiterhin Ester α,ß-ethylenisch ungesättigter Mono- und Dicarbonsäuren mit C2-C3o-Alkandiolen, wie 2-Hydroxyethylacrylat, 2-Hydroxyethylmethacrylat, 2-Hydroxyethylethacrylat, 2-Hydroxypropylacrylat, 2-Hydroxypropylmethacrylat, 3-Hydroxypropylacrylat, 3-Hydroxypropylmethacrylat, 3-Hydroxybutylacrylat, 3-Hydroxybutylmethacrylat, 4-Hydroxybutylacrylat,
4-Hydroxybutylmethacrylat, 6-Hydroxyhexylacrylat, 6-Hydroxyhexylmethacrylat, 3-Hydroxy-2-ethylhexylacrylat, 3-Hydroxy-2-ethylhexylmethacrylat etc.
Geeignete zusätzliche Monomere c) sind weiterhin primäre Amide α,ß-ethylenisch un- gesättigter Monocarbonsäuren und deren N-Alkyl- und N,N-Dialkylderivate, wie
Acrylsäureamid, Methacrylsäureamid, N-Methyl(meth)acrylamid,
N-Ethyl(meth)acrylamid, N-Propyl(meth)acrylamid, N-(n-Butyl)(meth)acrylamid,
N-(tert.-Butyl)(meth)acrylamid, N-(n-Octyl)(meth)acrylamid,
N-(1 ,1 ,3,3-Tetramethylbutyl)(meth)acrylamid, N-Ethylhexyl(meth)acrylamid, N-(n-Nonyl)(meth)acrylamid, N-(n-Decyl)(meth)acrylamid,
N-(n-Undecyl)(meth)acrylamid, N-Tridecyl(meth)acrylamid, N-Myristyl(meth)acrylamid,
N-Pentadecyl(meth)acrylamid, N-Palmityl(meth)acrylamid,
N-Heptadecyl(meth)acrylamid, N-Nonadecyl(meth)acrylamid,
N-Arachinyl(meth)acrylamid, N-Behenyl(meth)acrylamid, N-Lignoceryl(meth)acrylamid, N-Cerotinyl(meth)acrylamid, N-Melissinyl(meth)acrylamid,
N-Palmitoleinyl(meth)acrylamid, N-Oleyl(meth)acrylamid, N-Linolyl(meth)acrylamid,
N-Linolenyl(meth)acrylamid, N-Stearyl(meth)acrylamid, N-Lauryl(meth)acrylamid,
N,N-Dimethyl(meth)acrylamid, N,N-Diethyl(meth)acrylamid, Morpholinyl(meth)acrylamid.
Als zusätzliche Monomere c) eignen sich weiterhin N-Vinyllactame und deren Derivate, die z. B. einen oder mehrere d-Cβ-Alkylsubstituenten, wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl etc., aufweisen können. Dazu zählen z. B. N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyl-5-methyl-2-pyrrolidon, N-Vinyl-5-ethyl-2-pyrrolidon, N-Vinyl-6-methyl-2-piperidon, N-Vinyl-6-ethyl-2-piperidon, N-Vinyl-7-methyl-2-caprolactam, N-Vinyl-7-ethyl-2-caprolactam etc. Bevorzugt werden N-Vinylpyrrolidon und N-Vinylcaprolactam eingesetzt.
Als Monomere c) geeignete offenkettige N-Vinylamidverbindungen sind beispielsweise N-Vinylformamid, N-Vinyl-N-methylformamid, N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methylacetamid, N-Vinyl-N-ethylacetamid, N-Vinylpropionamid, N-Vinyl-N-methylpropionamid und N-Vinylbutyramid.
Geeignete zusätzliche Monomere c) sind weiterhin Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbu- tyrat und Mischungen davon.
Geeignete zusätzliche Monomere c) sind weiterhin Ethylen, Propylen, Isobutylen, Butadien, Styrol, α-Methylstyrol, Acrylnitril, Methacrylnitril, Vinylchlorid, Vinylidenchlorid, Vinylfluorid, Vinylidenfluorid und Mischungen davon.
Die zuvor genannten zusätzlichen Monomere c) können einzeln oder in Form von be- liebigen Mischungen eingesetzt werden.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen wässrigen Polymerdispersionen) wird die Komponente c) vorzugsweise in einer Menge von 0 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, eingesetzt. Eine spe- zielle Ausführungsform betrifft Polymerdispersionen Pd), die kein zusätzliches Monomer c) einpolymerisiert enthalten. Soweit vorhanden, wird die Komponente c) vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt 1 bis 60 Gew.-%, insbesondere 5 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, eingesetzt.
Vorzugsweise wird kein Monomer c) verwendet.
Monomer d)
Die zur Herstellung der Polymerdispersionen eingesetzten Monomergemische M) können zusätzlich zur Verbindung a) wenigstens eine weitere, davon verschiedene Verbindung d) mit einer radikalisch polymerisierbaren α,ß-ethylenisch ungesättigten Dop-
pelbindung und mindestens einer kationogenen und/oder kationischen Gruppe pro Molekül einpolymerisiert enthalten.
Bevorzugt handelt es sich bei den kationogenen bzw. kationischen Gruppen der Kom- ponente d) um stickstoffhaltige Gruppen, wie primäre, sekundäre und tertiäre Ami- nogruppen sowie quaternäre Ammoniumgruppen. Vorzugsweise handelt es sich bei den stickstoffhaltigen Gruppen um tertiäre Aminogruppen oder quaternäre Ammoniumgruppen. Geladene kationische Gruppen lassen sich aus den Aminstickstoffen entweder durch Protonierung, z. B. mit einwertigen oder mehrwertigen Carbonsäuren, wie Milchsäure oder Weinsäure, oder Mineralsäuren, wie Phosphorsäure, Schwefelsäure und Salzsäure, oder durch Quaternisierung, z. B. mit Alkylierungsmitteln, wie C1-C4- Alkylhalogeniden oder -sulfaten, erzeugen. Beispiele solcher Alkylierungsmittel sind Ethylchlorid, Ethylbromid, Methylchlorid, Methylbromid, Dimethylsulfat und Diethylsul- fat.
Geeignete Verbindungen d) sind z. B. die von DEAEMA verschiedene Ester von α,ß-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren mit Aminoalkoholen. Bevorzugte Aminoalkohole sind C2-Ci2-Aminoalkohole, welche am Aminstickstoff Ci-Cs- mono- oder dialkyliert sind. Als Säurekomponente dieser Ester eignen sich z. B. Acryl- säure, Methacrylsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Itaconsäure, Crotonsäure, Maleinsäureanhydrid, Monobutylmaleat und Gemische davon. Bevorzugt werden als Säurekomponente dieser Ester Acrylsäure, Methacrylsäure und deren Gemische eingesetzt.
Geeignete zusätzliche Verbindungen d) sind N,N-Dimethylaminomethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Diethylaminoethylacrylat,
N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylat, N,N-Diethylaminopropyl(meth)acrylat und N,N-Dimethylaminocyclohexyl(meth)acrylat.
Geeignete Monomere d) sind weiterhin die Amide der zuvor genannten α,ß-ethylenisch ungesättigten Mono- und Dicarbonsäuren mit Diaminen, welche mindestens eine primäre oder sekundäre Aminogruppe aufweisen. Bevorzugt sind Diamine, die eine tertiäre und eine primäre oder sekundäre Aminogruppe aufweisen.
Dazu zählen N-[2-(Dimethylamino)ethyl]acrylamid, N-[2-(Dimethylamino)ethyl]methacrylamid, N-[3-(Dimethylamino)propyl]acrylamid,
N-[3-(Dimethylamino)propyl]methacrylamid, N-[4-(Dimethylamino)butyl]acrylamid,
N-[4-(Dimethylamino)-butyl]methacrylamid, N-[2-(Diethylamino)ethyl]acrylamid,
N-[4-(Dimethylamino)cyclohexyl]acrylamid,
N-[4-(Dimethylamino)cyclohexyl]methacrylamid etc.
Geeignete Monomere d) sind weiterhin N,N-Diallylamine und N,N-Diallyl-N-alkylamine und deren Säureadditionssalze und Quaternisierungsprodukte. Alkyl steht dabei vor-
zugsweise für Ci-C24-Alkyl. Bevorzugt sind N,N-Diallyl-N-methylamin und N,N-Diallyl- N,N-dimethylammonium-Verbindungen, wie z. B. die Chloride und Bromide.
Geeignete Monomere d) sind weiterhin vinyl- und allylsubstituierte Stickstoffhetero- cyclen, wie N-Vinylimidazol, N-Vinyl-2-methylimidazol, vinyl- und allylsubstituierte heteroaromatische Verbindungen, wie 2- und 4-Vinylpyridin, 2- und 4-Allylpyridin, und die Salze davon.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen wässrigen Polymerdispersionen Pd) wird die Komponente d), soweit vorhanden, vorzugsweise in einer Menge eingesetzt, dass die Summe der Mengen der Komponente a) und der Komponente d) in einem Bereich von 25 bis 65 Gew.- %, besonders bevorzugt 30 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, liegt.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen wässrigen Polymerdispersionen Pd) wird die Komponente d) vorzugsweise in einer Menge von 0 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, eingesetzt.
Wie bereits ausgeführt, wurde überraschenderweise gefunden, dass die erfindungs- gemäßen und erfindungsgemäß eingesetzten Polymerdispersionen Pd) auf Basis von DEAEMA (Komponente a)) über ein besonders gutes Eigenschaftsprofil verfügen. Dieses Eigenschaftsprofil kann in der Regel ohne den Einsatz weiterer Monomere mit ka- tionogenen/kationischen Gruppen erzielt werden. Eine spezielle Ausführungsform betrifft daher Polymerdispersionen Pd), die kein zusätzliches Monomer d) einpolymerisiert enthalten.
Soweit vorhanden, wird die Komponente d) vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis 40 Gew.-%, besonders bevorzugt 1 bis 30 Gew.-%, insbesondere 2 bis 25 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, ein- gesetzt.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Monomergemisch M) eingesetzt wird, das aus
- 43 bis 47 Gew.- %, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, N,N-Diethylaminoethylmethacrylat a), und
53 bis 57 Gew.- %, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, wenigstens einer Verbindung b), insbesondere Methyl- methacrylat,
besteht.
Zur Herstellung der Polymerisate durch radikalische Emuslionspolymerisation wird hiermit ausdrücklich auf die Offenbarung der WO 2009/016258 Bezug genommen, in der die Herstellung und bevorzugte Ausführungsformen ausführlich beschrieben sind.
Die in den erfindungsgemäßen Dispersionen enthaltenen Polymere weisen vorzugsweise ein mittels Gelpermeationschromatographie bestimmtes mittleres Molekulargewicht Mw im Bereich von 30000 bis 500000, besonders bevorzugt 60000 bis 140000, insbesondere 80000 bis 120000 g/mol, auf.
Die in den erfindungsgemäßen Dispersionen Pd) enthaltenen Polymere weisen vorzugsweise einen K-Wert (bestimmt nach Fikentscher an einer 1 %igen Lösung in N-Methylpyrrolidon (NMP)) im Bereich von 40 bis 60 auf.
Die Glasübergangstemperatur TG (bestimmt mittels DSC) liegt vorzugsweise in einem Bereich von 40 bis 70 0C, besonders bevorzugt 52 bis 62 0C.
Bei den in den erfindungsgemäßen Dispersionen enthaltenen Polymeren handelt es sich im Wesentlichen um statistische Copolymere.
Der mittlere Teilchendurchmesser der in der Polymerdispersion enthaltenen Polymerteilchen (bestimmt mittels analytischer Ultrazentrifuge) liegt vorzugsweise in einem Bereich von 70 bis 200 nm, besonders bevorzugt von 80 bis 150 nm, insbesondere von 90 bis 120 nm Die Teilchengrößenverteilung ist vorzugsweise im Wesentlichen unimodal.
Der LD-Wert der erfindungsgemäßen Dispersionen, bestimmt an einer 0,01 %igen Dis- persion in Wasser (2,5 cm Küvette, weißes Licht) beträgt vorzugsweise wenigstens 70 %, besonders bevorzugt wenigstens 80 %. Die Bestimmung der Lichtdurchlässigkeit wird z. B. in Dieter Distler, Wässrige Polymerdispersionen, Wiley-VCH (1999), S. 40, beschrieben.
Der Feststoffgehalt der erfindungsgemäßen Dispersionen beträgt vorzugsweise 10 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 20 bis 40 Gew.-%. Im Falle einer Reinigung der Dispersion mittels Ultrafiltration weisen die erfindungsgemäßen Dispersionen vorzugsweise vor und nach der Ultrafiltration Feststoffgehalte auf, die in diesen Bereichen liegen. Selbstverständlich ist es ebenfalls möglich, eine verdünnte Polymerdispersion einer Aufkonzentrierung durch Ultrafiltration zu unterziehen.
Die erfindungsgemäß zur Geschmacksmaskierung verwendeten Dispersionen weisen z. B. auch bei einem Feststoffgehalt von 30 Gew.-% extrem niedrige Viskositäten von vorzugsweise kleiner 50 mPas, besonders bevorzugt kleiner 25 mPas und insbesondere kleiner 10 mPas auf (Werte bestimmt mittels Brookfield-Viskosimeter bei 20 0C und 100 S"1). Solche niedrigen Viskositäten sind für viele Anwendungen von besonderer Bedeutung.
Die Ladung der in den erfindungsgemäßen Dispersionen enthaltenen Polymere ist abhängig vom pH-Wert der Dispersion. Der isoelektrische Punkt liegt vorzugsweise in einem pH-Bereich von etwa 7,5 bis 8,5. Die fertige Dispersion weist vorzugsweise einen pH-Wert im Bereich von 8 bis 10, besonders bevorzugt von 8,5 bis 9,5 (bei einem Feststoffgehalt von 30 Gew.-%), auf. Es ist vorteilhaft, dass der pH-Wert der fertigen Dispersion höher (stärker alkalisch) gewählt wird als ihr isoelektrischer Punkt, solange eine Auflösung oder Quellung der in der Dispersion enthaltenen Polymer- teilchen nicht gewünscht ist. Bei den erfindungsgemäßen Dispersionen handelt es sich deshalb vorzugsweise um basische Dispersionen.
Die erfindungsgemäßen Polymerdispersionen zeichnen sich durch ihre pH-abhängige Löslichkeit aus. Eine Einstellung des pH-Bereichs, in dem sich die Dispersion beim Ansäuern auflöst gelingt z. B. durch die einpolymerisierte Menge an
N,N-Diethylaminoethylmethacrylat (Monomer a) sowie gegebenenfalls den Einsatz weiterer Monomere mit kationogener/kationischer Gruppen (Monomer d). Vorzugsweise lösen sich die in den erfindungsgemäßen Polymerdispersionen Pd) enthaltenen Polymere bei einem pH von höchstens 6,8, besonders bevorzugt bei einem pH von höchstens 5,5.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden Polymerdispersionen verwendet, die ein Polymer enthalten, das
- 43 bis 47 Gew.- %, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, N,N-Diethylaminoethylmethacrylat a), und
53 bis 57 Gew.- %, bezogen auf das Gesamtgewicht der zur Polymerisation eingesetzten Monomere, wenigstens einer Verbindung b)
als einzige Monomere einpolymerisiert enthält.
Die erfindungsgemäß verwendeten Überzugsmittel für pharmazeutische Darreichungs- formen können wenigstens einen weiteren pharmazeutisch akzeptablen Hilfsstoff enthalten. Pharmazeutisch akzeptabel sind die im Bereich der Pharmazie, der Lebensmitteltechnologie und angrenzenden Gebieten bekanntermaßen verwendbaren Hilfsstoffe,
insbesondere die in einschlägigen Arzneibüchern (z. B. Ph. Eur., USP, JP) gelisteten sowie andere Hilfsstoffe, deren Eigenschaften einer physiologischen Anwendung nicht entgegenstehen.
Geeignete Hilfsstoffe können sein: Aromastoffe, geschmacksverbessernde Stoffe, Su- ßungsmittel (Zucker, Zuckeralkohole, Süßstoffe wie z. B. Aspartame, Saccharin-Na, Natriumcyclamat), Gleitmittel, Netzmittel, Trennmittel, Weichmacher, Antiklebemittel, Stabilisatoren, Porenbildner, Neutralisierungsmittel, Glanzmittel, Farbstoffe, Pigmente, Desinfektions- oder Konservierungsmittel, Verdickungsmittel, etc. Solche Stoffe sind z. B. in Fiedler, H. P. Lexikon der Hilfsstoffe für Pharmazie, Kosmetik und angrenzende Gebiete, 4. Aufl., Aulendorf: ECV-Editio-Cantor-Verlag, 1996, beschrieben.
Übliche Mengen der Hilfsstoffe liegen in einem Bereich von jeweils 0 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 20 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Ge- samtgewicht des Überzugsmittels.
Die Herstellung der Überzugsmittel kann z. B. durch inniges Vermischen einer erfindungsgemäßen Polymerdispersion oder eines daraus durch ein Trocknungsverfahren erhältlichen Polymers mit wenigstens einem Hilfsstoff erfolgen.
Das erfindungsgemäße Überzugsmittel kann z. B. in Pulverform, als Schmelze oder in wässriger Emulsion durch Granulieren, Gießen, Ausstreichen oder mittels Sprühauftrag angewendet werden. Bevorzugt ist die Anwendung als Polymerdispersion, speziell als Primärdispersion. Die erfindungsgemäßen Überzugsmittel können zusätzlich wenigs- tens eine weitere Polymerkomponente enthalten. Dabei können Mischungen aus Wenigstens zwei Dispersionen, wenigstens einer Dispersion und wenigstens einer Lösung, wenigstens einer Dispersion und wenigstens einem Pulver, wenigstens zwei Pulvern, etc. zum Einsatz kommen.
Die erfindungsgemäße Formulierung eignet sich zur Verabreichung grundsätzlich beliebiger pharmazeutischer Wirkstoffe, die vorzugsweise in isolierter oder geschützter Form verabreicht werden können, wie Antidepressiva, Betarezeptorenblocker, Antidiabetika, Analgetika, Antiphlogistika, Antirheumatika, Antihypotonika, Antihypertonika, Psychopharmaka, Tranquilizer, Antiemetika, Muskelrelaxantien, Glucocorticoide, Mittel zur Behandlung von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Antiallergika, Antibiotika, Antiepileptika, Antikoagulantia, Antimykotika, Antitussiva, Arteriosklerosemittel, Diuretika, Enzyme, Enzyminhibitoren, Gichtmittel, Hormone und deren Hemmstoffe, Herzglykosi- de, Immuntherapeutika und Zytokine, Laxantien, Lipidsenker, Magen- Darmtherapeuti- ka, Migränemittel, Mineralstoffpräparate, Otologika, Parkinsonmittel, Schilddrüsenthe- rapeutika, Spasmolytika, Thrombozytenaggregationshemmer, Vitamine, Zytostatika und Metastasenhemmer, Phytopharmaka, Chemotherapeutika, Nutraceuticals, Vitamine, Carotinoide und Aminosäuren.
Beispiele geeigneter Wirkstoffe sind: Acarbose, Nichtsteroidale Antirheumatika, Herzglykoside, Acetylsalicylsäure, Virustatika, Aclarubicin, Aciclovir, Cisplatin, Actino- mycin, α-und ß-Sympatomimetika, Allopurinol, Alosetron, Alprostadil, Prostaglandine, Amantadin, Ambroxol, Amlodipin, Methotrexat, 5-Aminosalicylsäure, Amitriptylin, Amlodipin, Amoxicillin, Anastrozol, Atenolol, Atorvastatin, Azathioprin, Balsalazid, Beclomethason, Betahistin, Bezafibrat, Bicalutamid, Diazepam und Diazepamderivate, Budesonid, Bufexamac, Buprenorphin, Methadon, Calciumsalze, Kaliumsalze, Magnesiumsalze, Candesartan, Carbamazepin, Captopril, Cefalosporine, Celetoxib, Cetirizin, Chenodeoxycholsäure, Ursodeoxycholsäure, Theophyllin und Theophyllinderivate, Trypsine, Cimetidin, Clarithromycin, Clavulansäure, Clindamycin, Clobutinol, Clonidin, Cotrimoxazol, Codein, Coffein, Vitamin D und. Derivate von Vitamin D, Colestyramin, Cromoglicinsäure, Cumarin und Cumarinderivate, Cystein, Cytarabin, Cyclophospha- mid, Ciclosporin, Cyproteron, Cytarabin, Dapiprazol, Desogestrel, Desonid, Dihydrala- zin, Diltiazem, Mutterkornalkaloide, Dimenhydrinat, Dimethylsulfoxid, Dimeticon, Dipy- ridamol, Domperidon und Domperidonderivate, Donepzil, Dopamin, Doxazosin, Doxo- rubicin, Doxylamin, Dapiprazol, Benzodiazepine, Diclofenac, Glykosidantibiotika, De- sipramin, Econazol, ACE-Hemmer, Enalapril, Ephedrin, Epinephrin, Epoetin und Epoe- tinderivate, Morphinane, Calciumantagonisten, Irinotecan, Modafinil, Orlistat, Peptidan- tibiotika, Phenytoin, Riluzole, Risedronat, Sildenafil, Topiramat, Makrolidantibiotika, Esomeprazol, Estrogen und Estrogenderivate, Gestagen und Gestagenderivate, Testosteron und Testosteronderivate, Androgen und Androgenderivate, Ethenzamid, Etofenamat, Etofibrat, Fenofibrat, Etofyllin, Etoposid, Famciclovir, Famotidin, Felodipin, Fenofibrat, Fentanyl, Fenticonazol, Gyrasehemmer, Fluconazol, Fludarabin, Flunarizin, Fluorouracil, Fluoxetin, Flurbiprofen, Ibuprofen, Flutamid, Fluvastatin, Follitropin, For- moterol, Fosfomicin, Furosemid, Fusidinsäure, Galantamin, Gallopamil, Ganciclovir, Gemfibrozil, Gentamicin, Ginkgo, Johanniskraut, Glibenclamid, Harnstoffderivate als orale Antidiabetika, Glucagon, Glucosamin und Glucosaminderivate, Glutathion, Glyce- rol und Glycerofderivate, Hypothalamushormone, Goserelin, Guanethidin, Halofantrin, Haloperidol, Heparin und Heparinderivate, Hyaluronsäure, Hydralazin, Hydrochlorothi- azid und Hydrochlorothiazidderivate, Salicylate, Hydroxyzin, Idarubicin, Ifosfamid, I- mipramin, Indometacin, Indoramin, Insulin, Interferone, Jod und Jodderivate, Isocona- zol, Isoprenalin, Glucitol und Glucitolclerivate, Itraconazol, Ketoconazol, Ketoprofen, Ketotifen, Lacidipin, Lansoprazol, Levodopa, Levomethadon, Schilddrüsenhormone, Liponsäure und Liponsäurederivate, Lisinopril, Lisurid, Lofepramin, Lomustin, Loperamid, Loratadin, Maprotilin, Mebendazol, Mebeverin, Meclozin, Mefenaminsäure, Meflo- quin, Meloxicam, Mepindolol, Meprobamat, Meropenem, Mesalazin, Mesuximid, Metamizol, Metformin, Methotrexat, Methylphenidat, Methylprednisolon, Metixen, Metoclopramid, Metoprolol, Metronidazol, Mianserin, Miconazol, Minocyclin, Minoxidil, Mi- soprostol, Mitomycin, Mizolastin, Moexipril, Morphin und Morphinderivate ; Nachtkerze, Nalbuphin, Naloxon, Tilidin, Naproxen, Narcotin, Natamycin, Neostigmin, Nicergolin, Nicethamid, Nifedipin, Nifluminsäure, Nimodipin, Nimorazol, Nimustin, Nisoldipin, Ad-
renalin und Adrenalinderivate, Norfloxacin, Novaminsulfon, Noscapin, Nystatin, Ofloxacin, Olanzapin, Olsalazin, Omeprazol, Omoconazol, Ondansetron, Orlistat, Oseltamivir, Oxaceprol, Oxacillin, Oxiconazol, Oxymetazolin, Pantoprazol, Paracetamol, Paroxetin, Penciclovir, orale Penicilline, Pentazocin, Pentifyllin, Pentoxifyllin, Perphenazin, Pethi- din, Pflanzenextrakte, Phenazon, Pheniramin, Barbitursäurederivate, Phenylbutazon, Phenytoin, Pimozid, Pindolol, Piperazin, Piracetam, Pirenzepin, Piribedil, Piroxicam, Pramipexol, Pravastatin, Prazosin, Procain, Promazin, Propiverin, Propranolol, Propyphenazon, Prostaglandine, Protionamid, Proxyphyllin, Quetiapin, Quinapril, Quinapri- lat, Ramipril, Ranitidin, Reproterol, Reserpin, Ribavirin, Rifampicin, Risperidon, Ritona- vir, Ropinirol, Rosiglitazon, Roxatidin, Roxithromycin, Ruscogenin, Rutosid und Ruto- sidderivate, Sabadilla, Salbutamol, Salmeterol, Scopolamin, Selegilin, Sertaconazol, Sertindol, Sertralin, Silikate, Simvastatin, Sitosterin, Sotalol, Spagluminsäure, Sparfloxacin, Spectinomycin, Spiramycin, Spirapril, Spironolacton, Stavudin, Streptomycin, Sucralfat, Sufentanil, Sulbactam, Sulfonamide, Sulfasalazin, Sulpirid, Sultamicillin, SuI- tiam, Sumatriptan, Suxamethoniumchlorid, Tacrin, Tacrolimus, TaMoIoI, Tamoxifen, Taurolidin, Tazaroten, Tegaserod, Temazepam, Teniposid, Tenoxicam, Terazosin, Terbinafin, Terbutalin, Terfenadin, Terlipressin, Tertatolol, Tetracycline, Tetryzolin, Theobromin, Theophyllin, Butizin, Thiamazol, Phenothiazine, Thiotepa, Tiagabin, Ti- aprid, Propionsaurederivate, Ticlopidin, Timolol, Tinidazol, Tioconazol, Tioguanin, Tio- xolon, Tiropramid, Tizanidin, Tolazolin, Tolbutamid, Tolcapon, Tolnaftat, Tolperison, Topotecan, Torasemid, Antiöströgene, Tramadol, Tramazolin, Trandolapril, Tranyl- cypromin, Trapidil, Trazodon, Triamcinolon und Triamcinolonderivate, Triamteren, Trifluperidol, Trifluridin, Trimethoprim, Trimipramin, Tripelennamin, Triprolidin, Trifos- famid, Tromantadin, Trometamol, Tropalpin, Troxerutin, Tulobuterol, Tyramin, Tyrothri- ein, Urapidil, Ursodeoxycholsäure, Chenodeoxycholsäure, Valaciclovir, Valdecoxib, Valproinsäure, Vancomycin, Vecuroniumchlorid, Venlafaxin, Verapamil, Vidarabin, Vi- gabatrin, Viloxazin, Vinblastin, Vincamin, Vincristin, Vindesin, Vinorelbin, Vinpocetin, Viquidil, Warfarin, Xantinolnicotinat, Xipamid, Zafirlukast, Zalcitabin, Zanamivir, Zido- vudin, Zolmitriptan, Zolpidem, Zopiclon, Zotepin und dergleichen.
Die Wirkstoffe können gewünschtenfalls auch in Form ihrer pharmazeutisch akzeptablen Salze oder Derivate verwendet werden, und im Falle chiraler Wirkstoffe können sowohl optisch aktive Isomere als auch Racemate oder Diastereoisomerengemische eingesetzt werden. Gewünschtenfalls können die erfindungsgemäßen Zusammenset- zungen auch zwei oder mehrere pharmazeutische Wirkstoffe enthalten.
Erfindungsgemäß können die zur Geschmacksmaskierung überzogenen Wirkstoffe in Form von Extrudaten, Minitabletten, Kapseln, Weichkapseln, Granulaten, Pellets, Mikropellets, Mikrokapseln oder Kristallen eingesetzt werden. Die Teilchengröße der überzogenen Wirkstoff-Formen liegt bei <1000 μm, bevorzugt
<500 μm, besonders bevorzugt bei 25 bis 250 μm, insbesondere bei 50 bis 150 μm.
Zur Herstellung der oral zerfallenden Dosierungsformen können die überzogenen Granulate, Pellets, Mikropellets, Mikrokapseln, Kristalle mit geeigneten Hilfsstoffen abgemischt und zu Tabletten verpresst werden, die im wässrigen Milieu der Mundhöhle zer- fallen und die gecoateten feinen Formlinge wieder freigeben. Besondere Bedeutung haben hierbei so genannte oral dispersibles, d. h. Tabletten, die im Mund innerhalb von kurzer Zeit zerfallen und die geschmacksmaskierte kleinen Formlinge freisetzen.
Wirkstoffklassen und Substanzen, die oftmals einen unangenehmen bitteren Ge- schmack hervorrufen können und sich vorteilhaft erfindungsgemäß formulieren lassen, sind z. B.:
Analgetika und Antirheumatika, wie Paracetamol, Diclofenac, Aceclofenac, Ibuprofen,
Ketoprofen, Flubiprofen, Acetylsalicylsäure, Levacetylmethadol und Oxycodon; Psychopharmaka, wie Promethazine, Donepezil, Modafinil, Nefazodon, Reboxetin,
Sertindol und Sertralin;
Antibiotika, wie Erythromycin, Roxithromycin, Clarithromycin, Grepafloxacin, Ciprofloxacin, Levofloxacin, Sparfloxacin, Trovafloxacin und Nevirapin;
Betablocker, wie Propranolol, Metoprolol, Bisoprolol und Nebivolol; Antidiabetika, wie Metformin, Miglitol und Repaglinid;
Hi-Antihistaminika, wie Diphenhydramin, Fexofenadin und Mizolastin;
H2 Antihistaminika, wie Cimetidin, Famotidin, Roxatidin, Nizatidin, Ticlopidin, Cetirizin und Ranitidin;
Vitamine wie Thiaminnitrat sowie Chinidin-Sulfat, Amyloprilose-HCI, Pseudoephedrin- HCl, Sildenafil, Topiramat, Granisetron, Rebamipide, Chinin- HCl, etc.
Die hervorragende Geschmacksmaskierung resultiert aus der Unlöslichkeit der erfindungsgemäßen Polymeren bei pH-Werten größer 6 und der schnellen Löslichkeit bei pH-Werten unter 6. Das heißt im Speichel (pH-Wert: 7,2) sind entsprechend überzoge- ne Formen sehr lange stabil und es erfolgt kein Kontakt des bitteren Arzneistoffs mit der Mundschleimhaut, aber im Magen bei pH-Werten von 1 bis 5 erfolgt eine sehr schnelle Freisetzung des Wirkstoffs. Die Auflösung ist dabei so schnell, dass nahezu kein Unterschied im Wirkungseintritt vorhanden ist, verglichen mit einer nicht gecoateten Form. In der Regel lösen sich Filmüberzüge eines erfindungsgemäßen Polymers innerhalb von 5 min in Magensaft auf, wohingegen sie in Phosphatpuffer pH 7,2 über 2 Stunden stabil sind. Überraschenderweise lösen sich die Filmüberzüge auch in Medien mit pH-Werten von 4,5 relativ schnell, so dass die daraus hergestellten Darreichungsformen auch bei anaciden Patienten bzw. Patienten, die mit Antacida behandelt werden, eine schnelle Wirkung entfalten.
Die erfindungsgemäßen Überzugsmittel weisen eine niedrige Wasserdampf- und Sauerstoffpermeabilität auf und ermöglichen dadurch die Formulierung und Stabilisierung
besonders wasserdampfempfindlicher oder sauerstoffempfindlicher Arzneistoffe wie z. B. Acetylsalicylsäure, Enalapril, Cortisonacetat, Omeprazol, Carotinoide. Hierbei hat der Überzug protektiven Charakter.
Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Überzugsmittel zur Trennung inkompatibler Wirk- oder Hilfsstoffe in Darreichungsformen herangezogen werden, indem ein oder mehrere Bestandteile umhüllt werden und so der gegenseitige Kontakt vermieden wird.
Die unerwartet sehr guten anwendungstechnischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Filmüberzüge werden ermöglicht durch eine ausgezeichnete homogene Verfilmung der Polymerdispersion, eine geringe Klebrigkeit der Filme und die gute Flexibilität bzw. Dehnbarkeit der Überzüge, so dass auch bei Quellung des Tabletten- oder Pelletkerns der Filmüberzug nicht reißt. Hierbei überrascht insbesondere die Kombina- tion hohe Flexibilität mit extrem niedriger Klebrigkeit, da normalerweise Polymere entweder hart, d. h. wenig flexibel und nicht klebrig oder weich, d. h. flexibel aber klebrig sind.
Als Matrix für die oral zerfallenden Dosierungsformen eignen sich grundsätzlich alle für diesen Zweck bekannten Hilfsstoffe oder Hilfsstoffmischungen.
Geeignete Hilfsstoffe oder Hilfsstoffmischungen für die Matrix sind insbesondere solche, die auf Zuckern oder Zuckeralkoholen basieren. Als Zucker oder Zuckeralkohole eignen sich Mannose, Trehalose, Mannit, Erythrit, Isomalt, Maltit, Lactit, XyNt, Sorbit.
Dabei eignen sich auch Mischungen aus Gelatine und Zuckeralkoholen als Grundlagen für eine Matrix. Die wässrigen Mischungen können mit den geschmacksmaskierten Wirkstoffformlingen vermischt, in Formen eingebracht und zu Dosierungsformen verfestigt werden. Die Verfestigung kann bevorzugt durch Lyophilisation erfolgen.
Für die Matrix können auch coprozessierte Zucker(alkohole) eingesetzt werden. Die Coprozessierung kann durch Versprühen oder Verspinnen einer Lösung der Komponenten erfolgen.
Es können auch Brausetabletten hergestellt werden. Dabei wird ein matrixmaterial verwendet, das neben den Zucker(alkohol)komponenten Brausemischungen enthält. Geeignete Brausemischungen bestehen z.B. aus Zitronensäure und Natriumbicarbonat.
Bevorzugt wird als Matrixkomponente eine coprozessierte Mischung aus a) 60 - 98 Gew.-% mindestens eines Zuckers oder Zuckeralkohols oder
Mischungen davon, b) 1 - 25 Gew.-% eines Sprengmittels,
c) 1 - 15 Gew.-% von wasserunlöslichen Polymeren, d) 0 - 15 Gew.-% wasserlöslichen Polymeren, und e) 0 - 15 Gew.-% weiterer Hilfsstoffe, wobei die Summe der Komponenten a) bis e) 100 Gew.-% beträgt, enthalten.
Die Zubereitungen enthalten als Komponente a) 60 bis 98 Gew.-%, bevorzugt 70 bis 95 Gew.-%, besonders bevorzugt 75 bis 93 Gew.-% eines Zuckers, Zuckeralkohols oder Mischungen davon. Als Zucker oder Zuckeralkohole eignen sich Trehalose, Man- nit, Erythrit, Isomalt, Maltit, Lactit, XyNt, Sorbit. Die Zucker- oder Zuckeralkoholkompo- nenten sind bevorzugt feinteilig, mit mittleren Teilchengrößen von 5 bis 100 μm. Ge- wünschtenfalls können die Teilchengrößen durch Mahlen eingestellt werden. Bevorzugt werden Mannit, Erythrit oder Mischungen davon eingesetzt.
Als Komponente b) werden Sprengmittel in Mengen von 1 bis 25 Gew.-%, bevorzugt, 2 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 3 bis 10 Gew.-%, eingesetzt. Solche Sprengmittel sind wasserunlöslich, aber nicht filmbildend. Als Sprengmittel eignet sich quervernetz- tes Polyvinylpyrrolidon (Crospovidon), Croscarmellose, eine quervernetzte Carboxy- methylcellulose, wobei als Croscarmellose erfindungsgemäß auch deren Natrium- und Calciumsalze gemeint sind. Weiterhin eignet sich Natriumcarboxymethylstärke. Ebenso eignet sich L-Hydroxypropylcellulose, bevorzugt mit 5 bis 16 % Hydroxypropoxy- gruppen, wie in USP/NF 2005 beschrieben. Bevorzugt wird Crospovidon verwendet.
Als Komponente c) werden wasserunlösliche Polymere eingesetzt in Mengen von 1 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%, eingesetzt. Bevorzugt sind Polymere, die im pH-Bereich von 1 bis 14 unlöslich sind, also eine bei jedem pH-Wert pH-unabhängige Wasserunlöslichkeit aufweisen. Weiterhin eignen sich aber auch Polymere, die bei jedem pH-Wert im pH-Bereich von 6 bis 14 wasserunlöslich sind.
Die Polymere sollen filmbildende Polymere sein. Filmbildend bedeutet in diesem Zu- sammenhang, dass die Polymere in wässriger Dispersion eine Mindestfilmbildetempe- ratur von -20 bis +150 0C, bevorzugt 0 bis 100 0C aufweisen.
Geeignete Polymere sind Polyvinylacetat, Ethylcellulose, Methylmethacrylat- Ethylacrylat-Copolymere, Ethylacrylat-Methylmethacrylat- Trimethylammoniumethylmethacrylat-Terpolymere. Butylmethacrylat- Methylmethacrylat-Dimethylaminoethylmethacrylat-Terpolymere Die Acrylat-Methacrylat-Copolymere sind näher beschrieben in der Europäischen Pharmacopoeia als Polyacrylate Dispersion 30%, in der USP als Ammonio Methacryla- te Copolymer und in JPE als Aminoalkyl-Methacrylate Copolymer E. Als bevorzugte Komponente c) kommt Polyvinylacetat zum Einsatz. Dieses kann als wässrige Dispersion mit Feststoffgehalten von 10 bis 45 Gew.-% eingesetzt werden.
Bevorzugt ist zudem Polyvinylacetat mit einem Molekulargewicht zwischen 100.000 und 1.000.000 Dalton besonders bevorzugt zwischen 200.000 und 800.000 Dalton.
Weiterhin können die Formulierungen als Komponenten d) wasserlösliche Polymere in Mengen von 0 bis 15 Gew.-% enthalten. Geeignete wasserlösliche Polymere sind beispielsweise Polyvinylpyrrolidone, Vinylpyrrolidon-Vinylacetat-Copolymere, Polyvinylal- kohole, Polyvinylalkohol-Polyethylenglykol-Pfropfcopolymere, Polyethylenglykole, Ethy- lenglykol-Propylenglykol-Blockcopolymere, Hydroxypropylmethylcellulose, Hydro- xypropylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Carragenane, Pektine, Xanthane, Alginate.
Gewünschtenfalls können durch Zusatz von pharmazeutisch üblichen Hilfsstoffen (Komponenten e)) in Mengen von 0 bis 15 Gew.-%, beispielsweise wie Säuerungsmitteln, Puffersubstanzen, Süßstoffen, Aromen, Geschmacksverstärkern und Farbstoffen Geschmack und Aussehen der aus den Formulierungen erhaltenen Tabletten weiter verbessert werden.
Folgende Stoffe sind hierbei besonders geeignet:
Als Säuerungsmitttel eignen sich beispielsweise Citronensäure, Weinsäure, Ascorbin- säure und Natriumdihydrogenphosphat .
Als Süßstoffe eignen sich beispielsweise Cyclamat, Saccharin-Na, Aspartam und Neo- hesperidin.
Als Aromen eignen sich beispielsweise Fruchtaromen, Vanillearoma, Kakaoaroma, Glutamat.
Als Farbstoffe eignen sich: Riboflavin, Curcumin, Betacarotin, wasserlösliche Farbstoffe wie sie zur Färbung von Lebensmitteln Verwendung finden, sowie feinteilige Farblacke.
Durch Zusatz von Verdickungsmitteln wie hochmolekularen Polysacchariden kann das Mundgefühl durch Erhöhung der Weichheit und des Volumengefühls zusätzlich verbessert werden.
Weiterhin können als Komponenten e) auch Tenside zugegeben werden. Als Tenside eignen sich beispielsweise Natriumlaurylsulfat, Dioctylsulfosuccinat, alkoxilierte Sorbi- tanester wie Polysorbat 80, polyalkoxilierte Derivate von Rizinusöl oder hydriertem Rizinusöl, beispielsweise Cremophor® RH 40, alkoxilierte Fettsäuren, alkoxilierte Hydro-
xyfettsäuren, alkoxilierte Fettalkohole, Alkalisalze von Fettsäuren und Lecithine. Weiterhin eignet sich Natriumstearylfumarat.
Weiterhin können zur weiteren Verbesserung des Zerfalls auch feinteilige Pigmente zugegeben werden, weil sie die inneren Grenzflächen erhöhen und somit Wasser schneller in die Tablette eindringen kann. Diese Pigmente wie Eisenoxide, Titandioxid, kolloidale oder gefällte Kieselsäure, Calciumcarbonate, Calciumphosphate müssen natürlich sehr feinteilig sein, ansonsten entsteht wiederum ein körniger Geschmack.
Die Mischung wird coprozessiert, beispielsweise durch Co-Versprühung, Granulation oder Agglomeration.
Die Mischung aus den Komponenten a) bis e) kommt vorzugsweise in Form von Ag- glomeraten zur Anwendung.
Die Formulierungsgrundlage erfindungsgemäßer pharmazeutischer Mittel enthält bevorzugt pharmazeutisch akzeptable Hilfsstoffe. Pharmazeutisch akzeptabel sind die im Bereich der Pharmazie, der Lebensmitteltechnologie und angrenzenden Gebieten be- kanntermaßen verwendbaren Hilfsstoffe, insbesondere die in einschlägigen Arzneibüchern (z. B. DAB, Ph. Eur., BP, USP, JP) gelisteten sowie andere Hilfsstoffe, deren Eigenschaften einer physiologischen Anwendung nicht entgegenstehen.
Die Matrixformulierungen können weitere geeignete Hilfsstoffe enthalten.
Geeignete Hilfsstoffe können sein: Gleitmittel, Netzmittel, emulgierende und suspendierende Mittel, konservierende Mittel, Antioxidantien, Antireizstoffe, Chelatbildner, Emulsionsstabilisatoren, Filmbildner, Gelbildner, Geruchsmaskierungsmittel, Harze, Hydrokolloide, Lösemittel, Lösungsvermittler, Neutralisierungsmittel, Permeations- beschleuniger, Pigmente, Farbstoffe, Stabilisatoren, Sprengmittel, Trocknungsmittel, Trübungsmittel, Verdickungsmittel, Wachse, Weichmacher, Aromen, Süßstoffe, Hilfsstoffe zur Permeationserniedrigung etc. Eine diesbezügliche Ausgestaltung beruht auf fachmännischem Wissen, wie sie beispielsweise in Fiedler, H. P. Lexikon der Hilfsstoffe für Pharmazie, Kosmetik und angrenzende Gebiete, 4. Aufl., Aulendorf: ECV-Editio- Cantor-Verlag, 1996, dargestellt sind.
Besonders geeignete Weichmacher sind z. B.: Triethylcitrat, Tributylcitrat, Triacetin, Acetyltriethylcitrat, Labrasol, Glycofurol, Polypropylenglykol 400.
Die Permeabilität der Filmüberzüge kann durch Einarbeitung von anorganischen Feststoffen (Pigmenten wie z. B. Talkum, Kaolin, Titandioxid) oder lipophilen organischen
Feststoffen wie Fetten Wachsen, Glyceride, Fettsäuren wie z. B. Stearinsäure, Fettalkohole wie z. B. Stearylalkohol weiter herabgesetzt werden.
Die Schichtdicken der geschmacksmaskierenden Überzüge liegen zwischen 1 μm und 100μm, bevorzugt zwischen 2 und 60μm und besonders bevorzugt zwischen 5 und 40μm.
Im Falle von Unverträglichkeiten zwischen Wirkstoff und Überzug, kann ein sogenanntes Subcoating zwischen Kern und geschmacksmaskierendem Überzug aufgebracht werden. Dieses verhindert den direkten Kontakt des Wirkstoffes mit dem ge- schmacksmaskierenden Überzug. Solche Unverträglichkeiten können z. B. von sauren Wirkstoffen ausgehen, die mit dem basischen Polymer im Überzug eine Salzbildung eingehen oder von Wirkstoffen, die in das Coating permeieren und als Weichmacher wirken. Geeignete Polymere für ein Subcoating sind wasserlösliche Polymere wie z.B.: Polyvinylalkohol, Polyvinylalkohol-Polyethylenglykol-Pfropfcopolymere (Kollicoat IR), Polyethylenglykole, Polyvinylpyrrolidone, Vinylpyrrolidon-Vinylacetat-Copolymere, Gelatine, Maltodextrine, Poloxamere, Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellu- lose, Methylcellulose. Auch dieses Subcoating kann die üblichen Hilfsstoffe für Filmüberzüge wie Weichmacher, Pigmente, Stabilisatoren, Tenside sowie in geringer Menge auch wasserunlösliche Polymere enthalten. Die Schichtdicken der Subcoatings liegen zwischen 0,5μm und 50μm, bevorzugt zwischen 1 und 30μm und besonders bevorzugt zwischen 2 und 20μm.
Die Erfindung wird anhand der folgenden, nicht einschränkenden Beispiele näher er- läutert
Beispiel 1 : Herstellung einer Polymerdispersion
Vorlage: 481 ,75 kg vollentsalztes Wasser
5,59 kg Ci6-/Ci8-Alkyl-Polyglykolether mit ca. 20 Ethylenoxideinheiten, Pharma
Grade, 10%ige wässrige Lösung, 4,58 kg Natriumlaurylsulfat GMP, 15%ige wässrige Lösung
Zugabe 1 :
14,60 kg vollentsalztes Wasser 0,38 kg Natriumpersulfat
Zulauf 1 : 248,52 kg vollentsalztes Wasser
86,43 kg Ci6-/Ci8-Alkyl-Polyglykolether mit ca. 20 Ethylenoxideinheiten, Pharma Grade, 10%ige wässrige Lösung
71 ,38 kg Natriumlaurylsulfat GMP, 15%ige wässrige Lösung
Zulauf 2:
172,00 kg Diethylaminoethylmethacrylat 258,00 kg Methylmethacrylat
Zulauf 3:
153,09 kg vollentsalztes Wasser
3,92 kg Natriumpersulfat
Durch geeignete technische Maßnahmen (Spülen mit Aceton und/oder Trockenblasen) wird sichergestellt, dass der Zulaufkessel (Zulauf 2) weitgehend wasserfrei ist. Die Zugabe 1 und der Zulauf 3 werden unmittelbar, d. h. 1 Stunde vor Beginn der Polymerisation, frisch angesetzt (Auflösen von festem Natriumpersulfat in vollentsalztem Wasser). Der dynamische Mischer (Megatron MT 3-61 , Kinematica AG) wird vor Versuchsbeginn mit Wasser befüllt.
Der Polymerisationsreaktor (Kesselvolumen ca. 2050 I) und alle mit der Polymerdispersion in Kontakt kommenden Leitungen werden vor Versuchsbeginn mit einer 3%igen wässrigen Lösung Natronlauge gespült. Anschließend wird der Polymerisationsreaktor mit der Vorlage gefüllt. Die Vorlage wird vor Beginn der Reaktion evakuiert, einmal mit 5 bar Stickstoff begast, erneut evakuiert und mit Stickstoff auf Normaldruck gebracht. Anschließend wird die Vorlage unter Rühren auf 75 0C Reaktionstemperatur aufgeheizt. Bei Erreichen einer Innentemperatur von 70 0C wird die Zugabe 1 innerhalb von zwei Minuten zugegeben.
Zuläufe 1 und 2 werden dem Reaktor über den dynamischen Mischer (Drehzahleinstellung 5000 U/min) zudosiert, Zulauf 3 wird dem Reaktor über einen statischen Mischer zudosiert, der sich in der Leitungsstrecke zwischen dynamischem Mischer und PoIy- merisationsreaktor befindet.
Zulauf 1 wird unmittelbar vor den Zuläufen 2 und 3 gestartet. Die Zugabe von Zulauf 1 erfolgt im Verlauf von 1 ,75 Stunden, von Zulauf 2 innerhalb von 1 ,50 Stunden, von Zulauf 3 innerhalb von 3,75 Stunden.
Nach Beendigung von Zulauf 3 lässt man noch 2 Stunden unter Rühren bei 75 0C nachpolymerisieren. Anschließend wird der Reaktionsansatz auf Raumtemperatur gekühlt und Feststoffgehalt sowie pH-Wert bestimmt. Der pH-Wert während der Polymerisation (genauer: während der Zugabe der Monomeren) war bei Beispiel 1 und den folgenden Beispielen 2 bis 6 immer höher als 8,0. Die K-Werte wurden bei allen Beispielen 1 %ig in NMP bestimmt.
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 32,7 pH-Wert 9,0
Die Dispersion wird dann ultrafiltriert und die folgenden Kenngrößen bestimmt:
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30,5
Viskosität (mPas) 6 pH-Wert 9,2
LD-Wert (%) 86
K-Wert 50
Mittlere Teilchengröße (nm) 100
(bestimmt mittels AUZ)
Methanol (ppm) 20
Methacrylsäure (ppm) 60
N,N-Diethylethanolamin (ppm) 280
Laqerstabilität (18 Monate) exzellent, kein Bodensatz
AUZ = Analytische Ultrazentrifuge
Beispiel 2
Man verfährt wie in Beispiel 1 , aber setzt im Zulauf 3 nur 2,2 kg Natriumpersulfat ein, sowie im Zulauf 2 zusätzlich 0,4 kg Ethylhexylthioglykolat.
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 31 ,9 pH-Wert 9,1
Die Dispersion wird dann ultrafiltriert und die folgenden Kenngrößen bestimmt:
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30 Viskosität (mPas) 6 pH-Wert 9,2 LD-Wert (%) 87 K-Wert 52
Mittlere Teilchengroße (nm) 105
(bestimmt mittels AUZ)
Methanol (ppm) 18
Methacrylsäure (ppm) 48
N,N-Diethylethanolamin (ppm) 240
Lagerstabilität (nach 18 Monaten) exzellent, minimaler Boden satz
Beispiel 3
Man verfährt wie in Beispiel 1 , aber setzt im Zulauf 2 193,5 kg Diethylaminoethyl- methacrylat und 236,5 kg Methylmethacrylat ein.
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30,3 pH-Wert 9,0
Die Dispersion wird dann ultrafiltriert und die folgenden Kenngrößen bestimmt:
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30
Viskosität (mPas) 5 pH-Wert 9,2
LD-Wert (%) 89
K-Wert 50
Mittlere Teilchengröße (nm) 110
(bestimmt mittels AUZ) Methanol (ppm) 22
Methacrylsäure (ppm) 65
N,N-Diethylethanolamin (ppm) 210
Lagerstabilität (nach 18 Monaten) exzellent, minimaler Bodensatz
Beispiel 4
Vorlage:
378,24 kg vollentsalztes Wasser 5,59 kg Ci6-/Ci8-Alkyl-Polyglykolether mit ca. 20 Ethylenoxideinheiten, Pharma
Grade, 10%ige wässrige Lösung, 4,58 kg Natriumlaurylsulfat GMP, 15%ige wässrige Lösung
Zugabe 1 :
14,60 kg vollentsalztes Wasser
0,38 kg Natriumpersulfat
Zulauf 1 :
352,03 kg vollentsalztes Wasser
86,43 kg Ci6-/Ci8-Alkyl-Polyglykolether mit ca. 20 Ethylenoxideinheiten, Pharma
Grade, 10%ige wässrige Lösung 71 ,38 kg Natriumlaurylsulfat GMP, 15%ige wässrige Lösung
Zulauf 2:
172,00 kg Diethylaminoethylmethacrylat 258,00 kg Methylmethacrylat
Zulauf 3:
153,09 kg vollentsalztes Wasser
3,92 kg Natriumpersulfat
Der Polymerisationsreaktor (Kesselvolumen ca. 2050 I) und alle mit der Polymerdispersion in Kontakt kommenden Leitungen werden vor Versuchsbeginn mit einer 3%igen wässrigen Lösung Natronlauge gespült. Anschließend wird der Polymerisationsreaktor mit der Vorlage gefüllt.
Die Vorlage wird vor Beginn der Reaktion evakuiert, einmal mit 5 bar Stickstoff begast, erneut evakuiert und mit Stickstoff auf Normaldruck gebracht. Anschließend wird die Vorlage unter Rühren auf 75 0C Reaktionstemperatur aufgeheizt. Bei Erreichen einer Innentemperatur von 70 0C wird die Zugabe 1 innerhalb von zwei Minuten zugegeben.
Zuläufe 1 und 2 werden dem Reaktor über den dynamischen Mischer (Drehzahleinstellung 5000 U/min) zudosiert, Zulauf 3 wird dem Reaktor über einen statischen Mischer zudosiert, der sich in der Leitungsstrecke zwischen dynamischem Mischer und Polymerisationsreaktor befindet.
Zulauf 1 wird unmittelbar vor den Zuläufen 2 und 3 gestartet. Die Zugabe von Zulauf 1 erfolgt im Verlauf von 1 ,75 Stunden, von Zulauf 2 innerhalb von 1 ,50 Stunden, von Zulauf 3 innerhalb von 3,75 Stunden.
Nach Beendigung von Zulauf 3 lässt man noch 2 Stunden unter Rühren bei 75 0C nachpolymerisieren. Anschließend wird der Reaktionsansatz auf Raumtemperatur gekühlt und Feststoffgehalt sowie pH-Wert bestimmt.
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 31 ,7 pH-Wert 9,0
Die Dispersion wird dann ultrafiltriert und die folgenden Kenngrößen bestimmt:
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30
Viskosität (mPas) 6 pH-Wert 9,2
LD-Wert (%) 85
K-Wert 50,5
Mittlere Teilchengröße (nm) 105
(bestimmt mittels AUZ)
Methanol (ppm) 20
Methacrylsäure (ppm) 40
N,N-Diethylethanolamin (ppm) 210
Laqerstabilität (18 Monate) exzellent, kein Bodensatz
Beispiel 5
Man verfährt wie in Beispiel 4, aber setzt in der Zugabe 1 und im Zulauf 3 anstelle Natriumpersulfat Kaliumpersulfat ein.
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30,8 pH-Wert 9,1
Die Dispersion wird dann ultrafiltriert und die folgenden Kenngrößen bestimmt:
Kenngroßen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30
Viskosität (mPas) 6 pH-Wert 9,2
LD-Wert (%) 89 K-Wert 51
Mittlere Teilchengröße (nm) 110
(bestimmt mittels AUZ)
Methanol (ppm) 15
Methacrylsäure (ppm) 55
N,N-Diethylethanolamin (ppm) 190
Lagerstabilität (nach 18 Monaten) exzellent, minimaler Boden satz
Beispiel 6
Man verfährt wie in Beispiel 4, aber setzt in der Zugabe 1 und im Zulauf 3 anstelle Natriumpersulfat Ammoniumpersulfat ein und stellt den pH-Wert jeweils mit wässriger NaOH auf pH 9 ein.
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30,7 pH-Wert 8,9
Die Dispersion wird dann ultrafiltriert und die folgenden Kenngrößen bestimmt:
Kenngrößen der Dispersion Einheit Messwert oder Beurteilung
Feststoffgehalt (Gew.-%) 30
Viskosität (mPas) 7 pH-Wert 9,1
LD-Wert (%) 85
K-Wert 51
Mittlere Teilchengröße (nm) 115
(bestimmt mittels AUZ)
Methanol (ppm) 25
Methacrylsäure (ppm) 50
N,N-Diethylethanolamin (ppm) 210
Lagerstabilität (nach 18 Monaten) exzellent, minimaler Bodensatz
In einer Variante der zuvor angegebenen Beispiele lassen sich selbstverständlich auch Dispersionen mit einem von 30 Gew.-% verschiedenen Feststoffgehalt herstellen. Hierzu kann beispielweise vollentsalztes Wasser
a) zu der Vorlage und/oder b) zum Zulauf 1 und/oder c) zum Zulauf 3
hinzugefügt (mit dem Ziel eines geringeren Feststoffgehalts) oder entfernt werden (mit dem Ziel eines höheren Feststoffgehalts).
In einer anderen Ausführungsform kann beispielweise Wasser aus der Vorlage in den Zulauf 1 und/oder den Zulauf 3 gegeben werden, wobei sich dann der Feststoffgehalt nicht ändert. Die Umverteilung kann aber auch in der Weise erfolgen, dass das aus der Vorlage und/oder dem Zulauf 1 und/oder dem Zulauf 3 entnommene Wasser ganz oder teilweise in einen neuen Zulauf ("Zulauf 4") gegeben wird, wobei der Zulauf 4 dann parallel zur Polymerisation, zeitverschoben zur Polymerisation oder nach der Polymeri- sation kontinuierlich oder auf einmal zugegeben werden kann. Dies kann beispielweise zur Anpassung der Rezeptur an die vorhandenen Kesselgrößen dienen, z. B. eine Überfüllung bzw. eine Nachbefüllung des Zulaufs 1 zu vermeiden.
Selbstverständlich kann es von Vorteil sein, die in den Beispielen offenbarte Emulga- torverteilung auf die Vorlage und den Zulauf 1 dahingehend zu variieren, dass anionischer und/oder nichtionischer Emulgator von der Vorlage in den Zulauf 1 (oder umgekehrt) gegeben wird. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass anionischer und/oder nichtionischer Emulgator aus der Vorlage und/oder Zulauf 1 in einen zusätzlichen Zulauf 4 (vgl. oben) gegeben werden. Bei all diesen Maßnahmen bleibt die Gesamtmen- ge an Emulgator vorzugsweise konstant.
Selbstverständlich kann es auch von Vorteil sein, wenn der Zuläufe 1 und/oder der Zulauf 2 und/oder der Zulauf 3 nicht mit einer konstanten Rate zudosiert werden, sondern mit nicht konstanter Rate zugefahren werden. Beispielsweise kann der Initiatorzu- lauf während der Polymerisationsphase (d. h. während der Zugabe von Zulauf 2) mit einer höheren Rate dosiert werden als nach Beendigung des Zulaufs 2.
Coating von Darreichungsformen
Beispiel 7 gecoatete Ibuprofen-Minipellets
Zusammensetzung der Pellets
Pelletgröße 100 - 300μm
Subcoating:
Als Subcoating wurde eine wässrige Zubereitung von 5 Gew.- % Kollicoat® IR (Polyvi- nylalkohol-Polyethylenglykol-Pfropfcopolymer, PVAI/PEG 75/25, mittl. Molgewicht 45.000) und 5 Gew.-5 % Talkum unter den Sprühbedingungen des nachstehend genannten geschmacksmaskierenden Coatings auf die Ibuprofen-Minipellets aufgebracht. Die Auftragsmenge betrug 4 Gew.- % bezogen auf die Menge eingesetzter Pellets.
Zusammensetzung der Sprührezeptur
Der Weichmacher Triacetin wurde zu der Polymerdispersion gegeben und rühren ge- lassen. Talkum wurde in Wasser angeschlemmt und mittels eines High-Shear-Mixers homogenisiert. Anschließend wurden beide Zubereitungen gemischt.
Coatingparameter
Gecoatet wurde in einem Wirbelschichtgranulator "Glatt GPCG 3.1" der Fa. Glatt.
Tablettierung zu Tabletten
Alle Inhaltsstoffe wurden in einem Mischer 10 min gemischt und auf einer Rundläuferpresse zu Tabletten verpresst.
Format: 1 1 mm biplan
*) Agglomerate aus 90 Gew.-% D-Mannitol, 5 Gew.-% Kollicoat® SR30 D (Polyvinyl- acetat/Polyvinylpyyrolidon/Natriumlaurylsulfat 90/10/0.1 ), 5 Gew.-% Crospovidon Die Teilchengröße der Agglomerate liegt bei 150 bis 200 μm.
Tabletten- bzw. Pelleteigenschaften:
Bruchfestigkeit: 48N
Freisetzung, Pellets, Paddle, 50 UPM, 37
0C, 1000 ml, Einwaage 244 mg
Tabletten: Paddle, 50 UPM, 37
0C, 1000 ml
Zerfall Tablette:
Zerfalltester Erweka l yp Z l /4 , 3/ 0C
Acetatpuffer pH 4,5 Phosphatpuffer pH 6 ,8
21 s 24s
Beispiel 8 gecoatete Coffein-Pellets
Zusammensetzung der Pellets
Herstellung durch Extrusion, Pelletgröße 200 - 500 μm
Zusammensetzung der Sprührezeptur
Der Weichmacher Acetyltriethylcitrat wurde direkt zu der kationischen Polymerdisper- sion zugegeben und rühren gelassen. Talkum und Eisenoxid gelb wurden in Wasser angeschlemmt und mittels eines Ultraturrax homogenisiert. Anschließend wurden beide Phasen gemischt indem die Pigmentsuspension zu der Polymerdispersion gegeben wurde.
Coatingparameter:
Gecoatet wurde in einem Wirbelschichtgranulator "Glatt GPCG 3.1 " der Fa. Glatt.
Folgende Bedingungen wurden eingestellt bzw. ergaben sich aus den Einstellungen:
Tablettierung zu Tabletten
Alle Inhaltsstoffe wurden in einem Mischer 10 min gemischt und auf einer Rundläuferpresse zu Tabletten verpresst.
Format: 10 mm biplan
Tabletten- bzw. Pelleteigenschaften:
Bruchfestigkeit Tabletten: 45N
Freisetzung, Pellets, Paddle, 50 UPM, 37
0C, 1000 ml, Einwaage 115 mg
Tabletten:
Paddle, 50 UPM, 37
0C, 1000 ml
Zerfall Tablette:
Zerfalltester Erweka Typ ZT 74, 37
0C
Beispiel 9: gecoatete Chininsulfat-Minipellets
Zusammensetzung der Pellets
Pelletgröße 75 - 200 μm
Zusammensetzung der Sprührezeptur
Der Weichmacher Triacetin wurde direkt zu der Polymerdispersion zugegeben und rühren gelassen. Talkum und Indigotinlack wurden in Wasser angeschlemmt und mittels eines Ultraturrax homogenisiert. Anschließend wurden beide Zubereitungen ge- mischt, indem die Pigmentsuspension zu der Polymerdispersion gegeben wurde.
Coatingparameter:
Gecoatet wurde in einem Wirbelschichtgranulator "Glatt GPCG 3.1 " der Fa. Glatt.
Folgende Bedingungen wurden eingestellt bzw. ergaben sich aus den Einstellungen:
Tablettierung zu Tabletten
Alle Inhaltsstoffe wurden in einem Mischer 10 min gemischt und auf einer Rundläuferpresse zu Tabletten verpresst.
Format: 10 mm biplan
Tabletten- bzw. Pelleteigenschaften:
Bruchfestigkeit Tabletten: 43N
Freisetzung, Pellets, Paddle, 50 UPM, 37
0C, 1000 ml, Einwaage 120 mg
Tabletten:
Paddle, 50 UPM, 37
0C, 1000 ml
Zerfall Tablette:
Zerfalltester Erweka Typ ZT 74, 37
0C
Vergleichsbeispiele
Analog Beispiel 9 wurden die Chininsulfat-Minipellets wurden mit der gleichen Auftragsmenge folgender Produkte gecoatet: Opadry® TM Eudragit® EPO Eudragit® RL 30 D Ethylcellulose
Die gecoateten Pellets wurden ebenfalls zu Tabletten verpresst und analysiert, wobei zusätzlich ein Geschmackstest der Tabletten durchgeführt wurde. Zur Bestimmung des Geschmackes wurden die Pellets bzw. die Tablette 5 min im Mund mit der Zunge leicht bewegt.
Ergebnis:
Es zeigte sich, dass bei den Produkten Opadry TM, Eudragit EPO, Eudragit RL 30 D und Ethylcellulose vor allem in Tablettenform ein bitterer Geschmack auftrat. Dieser im
Vergleich zu den Pellets verstärkte bittere Geschmack ist auf die Instabilität des Coa- tings während der Tablettierung zurückzuführen.
Bei der erfindungsgemäßen Polymerdispersion war hingegen kein bitterer Geschmack festzustellen.