Beschreibung
Fahrzeugluftreifen
Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen - insbesondere für Nutzfahrzeuge - mit einer Karkasse, mit einem radial außerhalb der Karkasse aufgebauten Gürtel und mit einem radial außerhalb des Gürtels auf dem Gürtel aufgebauten profilierten Laufstreifen, wobei der Gürtel aus wenigstens drei von radial innen nach radial außen auf einander liegend angeordneten Gürtellagen ausgebildet ist, wobei die radial innere und die radial äußere Gürtellage Arbeitslagen mit in Gummi eingebetteten parallelen Festigkeitsträgern aus Stahl sind, wobei die Festigkeitsträger der radial inneren Arbeitslage in ihrer Ausrichtung einen Winkel α zur Umfangsrichtung U mit 10°<a<45°und die Festigkeitsträger der radial äußeren Arbeitslage einen Winkel γ zur Umfangsrichtung U mit 10°<Y<45°einschließen, wobei in Umfangsrichtung U des Fahrzeugreifens gesehen die Festigkeitsträger der einen Arbeitslage eine entgegengesetzte axiale Neigungsrichtung zu den Festigkeitsträgern der anderen Arbeitslage aufweisen, und wobei die zwischen diesen beiden Arbeitslagen angeordnete Gürtellage eine als Nullgradlage ausgebildete Gürtellage mit in Gummi eingebetteten parallelen Festigkeitsträgern ist, die in ihrer Ausrichtung einen Winkel ß mit 0°<ß<5° zur Umfangsrichtung U einschließen.
Herkömmliche Nutzfahrzeugluftreifen weisen üblicherweise einen Vierlagengürtel mit sogenannter Dreieckskonfiguration auf, bei der zwei Arbeitslagen in radialer Richtung aufeinander angeordnet sind, deren Stahlkorde jeweils einen Winkel von ca. 15° bis 30° zur Umfangsrichtung aufweisen, wobei die Stahlkorde der einen Arbeitslage und die der zweiten Arbeitslage in unterschiedlicher axialer Richtung A geneigt sind. Die Arbeitslagen bilden hierdurch einen Kreuzverband. Unterhalb der Arbeitslagen befindet sich bei derartigen Gürteln üblicherweise eine als Sperrlage ausgebildete Gürtellage, deren
Stahlkorde einen Winkel von 45° bis 60° zur Umfangsrichtung aufweisen, wodurch die
Korde der Arbeitslagen und der Sperrlage einen Dreiecksverband bilden. Zusätzlich ist oberhalb der beiden Arbeitslagen üblicherweise eine die vierte Gürtellage bildende zusätzliche Schutzlage ausgebildet, deren Stahlkorde ebenfalls einen Winkel von ca. 15° bis 30° zur Umfangsrichtung des Fahrzeugreifens aufweisen. Derartige Gürtel weisen eine beschränkte Umfangssteifigkeit auf. Die hierdurch ermöglichte Beweglichkeit der
Gürtelränder kann sich negativ auf die Haltbarkeit des Reifens auswirken. Der Gürtel kann darüber hinaus im Betrieb radialen Expansionen unterliegen. Dieses Wachstum kann zu überhöhtem ungleichmäßigem Abrieb des Reifens führen. Es ist auch bekannt, Nutzfahrzeugluftreifen mit einer Vierlagenanordnung auszubilden mit einer radial inneren Sperrlage mit Stahlkorden, die einen Winkel von ca. 45° bis 65° zur Umfangsrichtung einschließen, mit über der Sperrlage ausgebildeten zwei Arbeitslagen, die in herkömmlicher Weise einen Kreuzverband ihrer Stahlkorde bilden mit einer Ausrichtung der Stahlkorde von jeweils ca. 15° bis 30°, und mit einer radial außerhalb der beiden Arbeits lagen auf die äußere Arbeitslage ausgebildeten vierten Gürtellage, die als sogenannte 0°-Lage ausgebildet ist, wobei deren Festigkeitsträger aus Stahlkorden im Wesentlichen in Umfangsrichtung ausgerichtet sind mit einem Winkel von 0° bis 2,5° zur Umfangsrichtung. Bei derartigen Ausbildungen wird die Umfangssteifigkeit des Gürtels erhöht, was sich positiv auf die Haltbarkeit des Gürtels auswirkt. Der Einfluss der 0°-Lage beschränkt sich jedoch im Wesentlichen auf die radial äußere Arbeitslage. Die innere Arbeitslage ist jedoch mit einer verbleibenden Beweglichkeit ausgebildet, mit weiterhin negativen Einflüssen auf Haltbarkeit und Abrieb.
Darüber hinaus ist gelegentlich eine Ausbildung eines Nutzfahrzeugluftreifens mit einer Gürtelanordnung vorgeschlagen worden, bei der eine 0°-Lage radial zwischen den beiden Arbeitslagen ausgebildet ist. Die beiden Arbeitslagen sind bei diesen vorgeschlagenen Ausbildungen weiterhin im Kreuzverband ausgebildet und ihre Stahlkorde sind mit Winkeln von jeweils ca. 18° zur Umfangsrichtung ausgerichtet. Diese Ausbildung ermöglicht zwar eine hohe Umfangssteifigkeit und gegenüber einem herkömmlichen Nutzfahrzeugluftreifen eine verbesserte Haltbarkeit und ein verbessertes Abriebsbild. Die Stahlkorde dieser bekannten Arbeitslagen sind üblicherweise Stahlkorde des Typs
3x0,20+6x0, 35NT. Damit diese Stahlkorde, welche eine Bruchkraft F von 1700N und eine Dehnung bei 10% der Bruchkraft von kleiner als 0,15% aufweisen, eine ausreichende Durchstoßfestigkeit der erhalten, sind eine Vielzahl von im Querschnitt relativ dünnen Stahlkorden in hoher Anordnungsdichte in den Arbeitslagen ausgebildet. Stahlkorde großer Querschnittsdicke, die die Gürtelhaltbarkeit begünstigen würden, sind hierdurch nur begrenzt einsetzbar. Selbst wenn Sie eingesetzt würden, bewirken die zur Begrenzung der Durchstoßgefahr erforderliche hohe Anordnungsdichte hohes Gürtellagengewicht, große Materialmengen und negativen Einfluss auf den Abrieb. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen derartigen Fahrzeugluftreifen - insbesondere für Nutzfahrzeuge - mit wenigstens drei Gürtellagen zu schaffen, bei dem in einfacher Weise verbesserte Durchstoßfestigkei, bei gutem Abriebsverhalten und hoher Haltbarkeit ermöglicht wird. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens - insbesondere für Nutzfahrzeuge - mit einer Karkasse, mit einem radial außerhalb der Karkasse aufgebauten Gürtel und mit einem radial außerhalb des Gürtels auf dem Gürtel aufgebauten profilierten Laufstreifen, wobei der Gürtel aus wenigstens drei von radial innen nach radial außen auf einander liegend angeordneten Gürtellagen ausgebildet ist, wobei die radial innere und die radial äußere Gürtellage Arbeitslagen mit in Gummi eingebetteten parallelen Festigkeitsträgern aus Stahl sind, wobei die Festigkeitsträger der radial inneren Arbeitslage in ihrer Ausrichtung einen Winkel α zur Umfangsrichtung U mit 10°<a<45°und die Festigkeitsträger der radial äußeren Arbeitslage einen Winkel γ zur Umfangsrichtung U mit 10°<Y<45°einschließen, wobei in Umfangsrichtung U des
Fahrzeugreifens gesehen die Festigkeitsträger der einen Arbeitslage eine entgegengesetzte axiale Neigungsrichtung zu den Festigkeitsträgern der anderen Arbeitslage aufweisen, und wobei die zwischen diesen beiden Arbeitslagen angeordnete Gürtellage eine als
Nullgradlage ausgebildete Gürtellage mit in Gummi eingebetteten parallelen
Festigkeitsträgern ist, die in ihrer Ausrichtung einen Winkel ß mit 0°<ß<5° zur
Umfangsrichtung U einschließen, gemäß den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst, bei dem
die Festigkeitsträger der beiden Arbeitslagen jeweils eine Bruchkraft F mit F>1800N und bei 10% der Bruchkraft eine Dehnung D von 0,22% < D < 0,4% aufweisen.
Durch diese Ausbildung wird die Nutzung des Vorteil einer hohe Umfangssteifigkeit des Gürtels über die 0°-Lage in ihrer die beiden Arbeitslagen entkoppelnden Position zwischen den beiden Arbeitslagen ermöglicht, die unmittelbar beide Arbeitslagen beeinflusst, wodurch die Gürtellagenränder jeweils in ihrer Beweglichkeit behindert werden und auch dem Gürtelwachstum im hierfür kritischen Bereich zwischen Gürtelmitte und den
Gürtelrändern entgegengewirkt wird. Die Festigkeitsträger der Arbeitslagen ermöglichen durch ihre hohe Bruchkraft und Dehnung eine erhöhte Durchschlagsfestigkeit der
Arbeitslagen und hohe Haltbarkeit bei gutem Abrieb. Die Festigkeitsträger ermöglichen auch bei relativ dicken Querschnitten geringer Anordnungsdichte der Festigkeitsträger eine hohe Durchschlagsfestigkeit, wodurch bei relativ geringem Gürtellagengewicht und Materialaufwand hohe Durchschlagsfestigkeit und Haltbarkeit bei weiter begünstigtem Abriebsverhalten umgesetzt werden kann.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 2, wobei die Festigkeitsträger der beiden Arbeits lagen jeweils eine
Bruchkraft F mit F> 2500N. Hierdurch wird eine optimale Durchstoßfestigkeit gegen Kordbrüche ermöglicht.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 3, wobei die Festigkeitsträger der beiden Arbeitslagen jeweils bei 10%> der Bruchkraft eine Dehnung D von 0,28% < D < 0,32% aufweisen. Die Dehnung ermöglicht noch die Bewegung kleinerer Steinchen bei ausreichend hoher Schersteifigkeit für ein optimiertes Abriebverhalten.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 4, wobei radial außerhalb der radial äußeren Arbeitslage auf der äußeren Arbeitslage eine weitere Gürtellage mit parallelen in Gummi eingebetteten
Festigkeitsträgern ausgebildet ist, da durch die zusätzliche äußere Gürtellage der Schutz gegen Durchstoßen weiter erhöht werden kann.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 5, wobei die weitere Gürtellage als Nullgradlage ausgebildet ist, deren Festigkeitsträger in ihrer Ausrichtung einen Winkel δ zur Umfangsrichtung U des
Fahrzeugluftreifens mit 0°< δ <5°einschließen, da hierdurch die Umfangskräfte maßgeblich auf zwei Gürtellagen verteilt werden. Hierdurch kann auch bei eventuell im Einsatz des Reifens auftretenden zu hohen Belastungen Kordbrüchen zusätzlich entgegengewirkt werden.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 6, wobei die Festigkeitsträger der zusätzlichen Gürtellage in ihrer
Ausrichtung einen Winkel δ zur Umfangsrichtung U des Fahrzeugluftreifens mit
10°<δ<90° - insbesondere mit 15°<δ<45°- einschließen. Die hierdurch erzielte
Schersteifigkeit wirkt sich positiv auf die Erzielung eines gleichmäßigen Abriebsbildes aus bei zusätzlichem Schutz gegen das Eindringen von Steinen.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 7, wobei radial innerhalb der radial inneren Arbeitslage zwischen der Karkasse und der radial inneren Arbeitslage eine weitere Gürtellage mit parallelen in Gummi eingebetteten Festigkeitsträgern ausgebildet ist, deren Festigkeitsträger in ihrer Ausrichtung einen Winkel ε zur Umfangsrichtung U des Fahrzeugluftreifens - insbesondere mit 45°<ε<90° - einschließen, weil die zusätzliche gebildete Sperrlage einen optimalen Kraftfluss von der Karkasse in den aus den Gürtellagen gebildeten Gürtel bietet und außerdem die Bewegung der Arbeitslagen reduziert und daher die Haltbarkeit weiter verbessert.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 8, wobei die radial zwischen den beiden Arbeitslagen angeordnete
Nullgradlage in ihrer axialen Erstreckung im Fahrzeugluftreifen - insbesondere mindestens
10 mm - kleiner ausgebildet ist als jede der beiden Arbeitslagen, da hierdurch eine erhöhte Haltbarkeit der Nullgradlage ermöglicht wird.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 9, wobei die Nullgradlage zu beiden axialen Seiten hin innerhalb des axialen Erstreckungsbereiches einer jeden der beiden Arbeitslagen endet, wodurch die
Beweglichkeit der Kanten der Nullgradlage weiter eingeschränkt und die Haltbarkeit des Gürtels weiter verbessert werden kann. Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 10, wobei die radial äußere der beiden Arbeitslagen in ihrer axialen
Erstreckung im Fahrzeugluftreifen kleiner ausgebildet ist als die radial innere der beiden Arbeitslagen, wobei insbesondere die radial äußere der beiden Arbeitslagen zu beiden axialen Seiten hin innerhalb des axialen Erstreckungsbereiches der radial inneren der beiden Arbeits lagen endet. Hierdurch kann vermieden werden, dass die äußere Arbeits läge im Bereich der Schultern einer hohen Bewegung ausgesetzt wird. Die Haltbarkeit kann somit weiter verbessert werden.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 11 , wobei die Festigkeitsträger der Nullgradlage(n) Festigkeitsträger aus Stahl sind. Hierdurch wird eine hohe Umfangssteifigkeit und eine gute Haltbarkeit und gleichmäßiger Abrieb weiter begünstigt.
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 12, wobei die Festigkeitsträger wenigstens der zwischen den Arbeitslagen angeordneten Nullgradlage High-Elongation- Korde sind. Hierdurch kann in einfacher Weise die Erhebung des Gürtels im Aufbauprozess ermöglicht werden
Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung eines Fahrzeugluftreifens gemäß den Merkmalen von Anspruch 13, wobei die Festigkeitsträger der zusätzlichen Gürtellage Festigkeitsträger
aus Stahl sind, da hierdurch in einfacher Weise guter Schutz gegen Durchstoßen begünstigt wird.
Die Erfindung wird im Folgenden an Hand der in den Fig.1 bis Fig.6 dargestellten
Ausführungsbeispiele eines Nutzfahrzeugluftreifens radialer Bauart erläutert. Darin zeigen
Fig.1 die Querschnittsdarstellung eines Fahrzeugluftreifens für Nutzfahrzeuge radialer Bauart,
Fig.2 eine Draufsicht auf den Gürtel von Fig.l gemäß Schnitt II - II von Fig.l, bei der zur Vereinfachung alle anderen Bauteile des Reifens nicht dargestellt sind,
Fig.3 eine ausschnittsweise Querschnittsdarstellung eines Fahrzeugluftreifens analog zur Darstellung von Fig.1 mit alternativer Gürtelausbildung,
Fig.4 Draufsicht auf den Gürtel von Fig.3 gemäß Schnitt IV - IV von Fig.3, bei der zur
Vereinfachung alle anderen Bauteile des Reifens nicht dargestellt sind,
Fig.5 eine ausschnittsweise Querschnittsdarstellung eines Fahrzeugluftreifens analog zur Darstellung von Fig.1 mit weiterer alternativer Ausbildung des Gürtels, Fig.6 Draufsicht auf den Gürtel von Fig.5 gemäß Schnitt VI - VI von Fig.5, bei der zur
Vereinfachung alle anderen Bauteile des Reifens nicht dargestellt sind.
Fig.1 und Fig.2 zeigen einen Nutzfahrzeugluftreifen radialer Bauart mit zwei in radialer Richtung R des Fahrzeugreifens erstreckten Seitenwänden 2 und einem axial dazwischen ausgebildeten Kronenbereich 3. Die Seitenwände sind an ihrem in radialer Richtung nach innen weisenden Erstreckungsende jeweils mit einem Wulstbereich 1 ausgebildet in dem ein in Umfangsrichtung U zugfester über den Umfang des Reifens in Umfangsrichtung erstreckter Wulstkern 4 bekannter Art ausgebildet ist. Die Wulstkerne 4 sind in bekannter Weise aus in Umfangsrichtung U des Fahrzeugluftreifens erstrecktem in Gummi eingebettetem Draht gewickelt ausgebildet. Auf den Wulstkernen 4 ist in herkömmlicher Weise ein im Querschnitt dreiecksförmiger Apex (Kernreiter) 6 aus hartem
Gummimaterial ausgebildet. Der Fahrzeugluftreifen ist mit einer Karkasse 5 ausgebildet, welche sich ausgehend vom im linken Wulstbereich 1 des Fahrzeugluftreifens
ausgebildeten Wulstkern 4 in radialer Richtung R des Fahrzeugluftreifens nach außen
durch die linke Seitenwand 2 hindurch bis zum Kronenbereich 3 und im Kronenbereich 3 in axialer Richtung A des Fahrzeugluftreifens bis zur rechten Seitenwand 2 und in der rechten Seitenwand 2 des Fahrzeugluftreifens nach radial innen bis zum im Wulstbereich 1 der rechten Seitenwand 2 ausgebildeten Wulstkern 4 erstreckt. Die Karkasse ist in beiden Wulstbereichen 1 jeweils entlang der axialen Innenseite des Wulstkernes 4 bis zur radialen Innenseite des jeweiligen Wulstkernes 4, dann in Verlängerung in axialer Richtung entlang des radialen Innenseite des Wulstkernes 4 bis zur axialen Außenseite des Wulstkernes 4 und dann in Verlängerung auf der axialen Außenseite des Wulstkernes 4 als Umschlagsteil 7 nach radial außen erstreckt ausgebildet. Die Karkasse 5 erstreckt sich mit ihrem
Umschlagsteil 7 entlang der axialen Außenseite des Apex 6 und endet auf der axialen
Außenseite des Apex 7. Die Karkasse ist in bekannter nicht näher dargestellter Weise aus einer in Umfangsrichtung U über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens erstreckten Karkassenlage mit in Gummi eingebetteten parallelen Korden - beispielsweise Stahlkorden - , welche sich im Bereich der Seitenwände 2 im Wesentlichen in radialer Richtung R und im Kronenbereich im Wesentlichen in axialer Richtung A erstrecken, ausgebildet. Vom linken Wulstbereich 1 bis zum rechten Wulstbereich 1 erstreckt sich auf der zur Reifeninnenseite hinweisenden Seite der Karkasse 5 eine Innenschicht 12 aus bekanntem besonders luftundurchlässigem Gummimaterial. Im Wulstbereich 1 ist jeweils ein zusätzlicher Wulstverstärkerstreifen 8, welcher sich über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens erstreckt, auf der vom Wulstkern 4 wegweisenden Seite der Karkasse 5 ausgebildet. Der Wulstverstärkerstreifen 8 ist beispielsweise ein aus parallelen
Festigkeitsträgern textiler oder metallischer Bauart in Gummi eingebetteter
Materialstreifen. Im Bereich der Reifenkrone 3 ist in radialer Richtung R des Fahrzeugluftreifens außerhalb der Karkasse 5 auf der Karkasse 5 ein über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens in Umfangsrichtung U und in axialer Richtung A von der linken Reifenschulter bis zu der rechten Reifenschulter erstreckter Gürtel 9 ausgebildet, welcher aus drei in radialer Richtung R übereinander und aufeinanderliegend angeordneten Gürtellagen 13, 14 und 15 ausgebildet ist. Radial außerhalb des Gürtels 9 ist auf dem Gürtel 9 ein über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens in Umfangsrichtung U erstreckter und in axialer Richtung
A von der linken Reifenschulter bis zur rechten Reifenschulter erstreckter profilierter Laufstreifen 10 bekannter Art ausgebildet, welche den Gürtel 9 vollständig bedeckt. Im Bereich der Reifenseitenwände 2 ist auf der axial vom Reifen weg weisenden Seite der Karkasse 5 in bekannter Weise ein Seitenwandgummistreifen 11 ausgebildet, welcher sich in radialer Richtung R vom Wulstbereich 1 bis zum profilierten Laufstreifen 10 im
Kronenbereich 3 erstreckt.
Die radial innere Gürtellage 13 und die radial äußere Gürtellage 15 sind als Arbeitslagen des Reifens ausgebildet und erstrecken sich jeweils in Umfangsrichtung U über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens und in axialer Richtung A von linker
Reifenschulter bis zur rechten Reifenschulter. Die Arbeitslage 13 ist aus einer Lage von in Gummi eingebetteten fadenförmigen parallelen Festigkeitsträgern 23 ausgebildet, welche sich über die gesamte in axialer Richtung A gemessene Breite a der Gürtellage 13 im Wesentlichen geradlinig erstrecken und einen Neigungswinkels α zur Umfangsrichtung U einschließen mit 10° < α < 45°. Die Arbeitslage 15 ist aus einer Lage von in Gummi eingebetteten fadenförmigen parallelen Festigkeitsträgern 25 ausgebildet, welche sich über die gesamte axiale Breite c der Gürtellage 15 im Wesentlichen geradlinig erstrecken und einen Neigungswinkel γ zur Umfangsrichtung U einschließen mit 10°<γ<45°. Die
Neigungsrichtung der Festigkeitsträger 25 der Arbeitslagen 15 längs der Umfangsrichtung U gesehen ist in entgegengesetzter axialer Richtung A zur Neigungsrichtung der
Festigkeitsträger 23 der Arbeitslage 13 ausgebildet. Die zwischen den beiden Arbeitslagen 15 und 13 ausgebildete dritte Gürtellage 14 erstreckt sich in Umfangsrichtung U über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens und in axialer Richtung von linker
Reifenschulter zur rechten Reifenschulter und ist als 0°-Lage ausgebildet. Hierzu ist die Gürtellage 14 aus parallelen fadenförmigen in Gummi eingebetteten Festigkeitsträgern ausgebildet, die sich geradlinig über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens unter Einschluss eines Winkels ß mit 0° < ß < 5° zur Umfangsrichtung U erstrecken und somit im Wesentlichen in Umfangsrichtung U des Fahrzeugluftreifens ausgerichtet sind. Alle drei Gürtellagen 13, 14 und 15 erstrecken sich zu beiden axialen Seiten jeweils bis in eine Position in der jeweiligen Reifenschulter, die axial außerhalb der Bodenaufstands fläche - dargestellt durch die axiale Breite Ta der Bodenaufstands fläche, liegt. Die Gürtellage 14
ist über ihre gesamte axiale Erstreckung in direktem Berührkontakt sowohl zu der unter ihr angeordneten Arbeitslage 13 als auch zu der über ihr angeordneten Arbeitslage 15.
Die 0°-Lage 14 erstreckt sich in axialer Richtung A über eine axiale Breite b, die untere Arbeitslage 13 erstreckt sich in axialer Richtung A über eine axiale Breite a und die obere Arbeitslage 15 erstreckt sich in axialer Richtung A über eine axiale Breite c im Reifen mit a > c > b. Dabei erstreckt sich zu beiden axialen Seiten der 0°-Lage 14 die innere
Arbeits läge 13 um eine axiale Erstreckungslänge e über die axiale Position des jeweiligen Gürtelrandes der 0°-Lage 14 hinaus. Ebenso erstreckt sich die äußere Arbeitslage 15 in beide axiale Richtungen jeweils um eine axiale Erstreckungslänge d über die axiale
Position des jeweiligen Gürtelrandes der 0°-Lage 14 hinaus. Für die Erstreckungslängen e und d dieses Überhangs gilt e > d. Das Maß d ist dabei mit d > 10 mm ausgebildet. Das Maß e ist im Ausführungsbeispiel mit e < 60 mm ausgebildet. Auch im Bereich des Überhangs berühren sich die beiden Arbeitslagen 13 und 15 nicht.
Die Festigkeitsträger 23 und 25 der beiden Arbeitslagen 13 und 15 sind Stahlkorde bekannter Art, die bei Belastung auf Zug eine Bruchkraft F von F>2500N und bei 10% der Bruchkraft eine Dehnung D von 0,28% < D < 0,32% aufweisen. Derartige Stahlkorde sind beispielsweise Stahlkorde des Typs 3+8xO,35HT mit einer Bruchkraft F=3000N und mit einer Dehnung D von D=3,0%> bei 10%> der Bruchkraft. Die Werte sind mit der BISFA E6 Standard-Testmethode für Stahlkorde ermittelt.
Die Festigkeitsträger 24 sind in einer Ausführung Stahlkorde bekannter Art. In einer anderen Ausführung sind die Festigkeitsträger 24 Stahlkorde, die in bekannter Weise als High-Elongation-Kord (HE-Kord) ausgebildet sind. Derartige hochdehnbare High-
Elongation- Korde weisen einen E -Modul bei einer Dehnung zwischen 0%> und 2 % auf, der geringer ist als ihr E-Modul bei einer Dehnung mit mehr als 2 %.
In einem Ausführungsbeispiel ist ß = 1°, α = 20°, γ = 20°, d = 11 mm und e = 15 mm gewählt.
In einer nicht dargestellten alternativen Ausführung der oben genannten Ausführungen ist jeweils der Neigungswinkel α der Festigkeitsträger 23 der inneren Arbeitslage 13 größer ausgebildet als der Neigungswinkel γ der Festigkeitsträger 25 der äußeren Arbeitslage 15. In einer nicht dargestellten alternativen Ausführung der oben genannten Ausführungen ist jeweils der Neigungswinkel α der Festigkeitsträger 23 der inneren Arbeitslage 13 kleiner ausgebildet als der Neigungswinkel γ der Festigkeitsträger 25 der äußeren Arbeitslage 15.
Fig.3 und Fig.4 zeigen eine weitere alternative Ausführung, bei der der Gürtel 9 zusätzlich zu den in den Fig.l und Fig.2 dargestellten Gürtellagen 13, 14 und 15 auf der radialen
Außenseite der äußeren Arbeitslage 15 mit einer zusätzlichen Gürtellage 16 ausgebildet ist, welche sich in Umfangsrichtung U über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens und in axialer Richtung A des Fahrzeugluftreifens von linker Reifenschulter bis zur rechten Reifenschulter erstreckt. Die Gürtellage 16 ist aus einer Lage von in Gummi eingebetteten fadenförmigen parallelen Festigkeitsträgern 26 ausgebildet, welche sich über die gesamte axiale Breite f der Gürtellage 16 im Wesentlichen geradlinig erstrecken und einen
Neigungswinkel δ zur Umfangsrichtung U einschließen mit 15°<δ<45°. Die Gürtellage 16 erstreckt sich über ihre gesamte axiale Erstreckung in unmittelbarem Berührkontakt zur Arbeitslage 15 und endet in axialer Richtung A an ihren beiden Gürtellagenrändern jeweils in einer axialen Position zwischen dem nächstliegenden Gürtellagenrand der 0°-Lage 14 und dem nächstliegenden Gürtellagenrand der radial äußeren Arbeitslage 15 im axialen Abstand g vom Gürtellagenrand der 0°-Lage 14 mit g < d. Die Breite f ist das Maß der axialen Erstreckung der zusätzliche Gürtellage 16 mit b < f < c < a. Die Festigkeitsträger 26 der Gürtellage 16 sind in einem Ausführungsbeispiel mit gleicher Neigungsrichtung ausgebildet wie die Festigkeitsträger 25 der Arbeitslage 15.
Die Festigkeitsträger 26 sind Stahlkorde bekannter Art. In einer anderen nicht dargestellten Ausführung ist die zusätzliche Gürtellage 16 als 0°- Lage ausgebildet und der Neigungswinkel δ ihrer über den gesamten Umfang des
Fahrzeugluftreifens erstreckten Festigkeitsträger 26 mit 0° < δ < 5°. Bei Ausbildung der zusätzlichen Arbeitslage 16 als 0°-Lage sind die Festigkeitsträger 26 in einer Ausführung Stahlkorde bekannter Art. In einer anderen Ausführung sind die Festigkeitsträger 26 der als 0°-Lage ausgebildeten Arbeitslage 16 Stahlkorde, die in bekannter Weise als High- Elongation-Kord (HE-Kord) ausgebildet sind. Derartige hochdehnbare High-Elongation- Korde weisen einen E -Modul bei einer Dehnung zwischen 0% und 2 % auf, der geringer ist als ihr E-Modul bei einer Dehnung mit mehr als 2 %.
Fig.5 und Fig.6 zeigen ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel, bei dem anders als in bei den in Fig.1 und Fig.2 dargestellten und erläuterten Ausführungsbeispielen der Gürtel 9 zusätzlich mit einer in radialer Position zwischen radial innere Arbeitslage 13 und
Karkasse 5 angeordneten Gürtellage 17 ausgebildet ist, welche sich in Umfangsrichtung U über den gesamten Umfang des Fahrzeugluftreifens und in axialer Richtung A des Fahrzeugluftreifens von linker Reifenschulter bis zur rechten Reifenschulter erstreckt. Die Gürtellage 17 ist aus einer Lage von in Gummi eingebetteten fadenförmigen parallelen Festigkeitsträgern 27 ausgebildet, welche sich über die gesamte axiale Breite h der Gürtellage 17 im Wesentlichen geradlinig erstrecken und einen Neigungswinkel ε zur Umfangsrichtung U einschließen mit 45° < 90°, beispielsweise mit ε = 50°. Die Gürtellage 17 erstreckt sich über ihre gesamte axiale Erstreckung in unmittelbarem
Berührkontakt zur Arbeitslage 13 und endet in axialer Richtung A an ihren beiden
Gürtellagenrändern jeweils in einer axialen Position zwischen dem nächstliegenden Gürtellagenrand der 0°-Lage 14 und dem nächstliegenden Gürtellagenrand der radial äußeren Arbeitslage 15 im axialen Abstand k vom Gürtellagenrand der 0°-Lage 14 mit k < d < e. Die Breite h ist das Maß der axialen Erstreckung der zusätzliche Gürtellage 17 mit b < h < c < a.
Die Festigkeitsträger 27 der Gürtellage 17 sind in einem Ausführungsbeispiel mit gleicher Neigungsrichtung ausgebildet wie die Festigkeitsträger 23 der radial inneren Arbeitslage 13.
Die Festigkeitsträger 27 sind Stahlkorde bekannter Art.
In weiteren alternativen, nicht dargestellten Ausführungen ist bei den im Zusammenhang mit den Fig.3 und Fig.4 dargestellten Ausführungen mit zusätzlicher Gürtellage 16 auch die im Zusammenhang mit den Fig.5 und Fig.6 dargestellte zusätzliche innere Gürtellage 17 ausgebildet. In diesem Fall ist der Gürtel 9 aus einer 5 -Lagenanordnung mit den von radial innen nach radial außen übereinander angeordneten Gürtellagen 17, 13, 14, 15 und 16 ausgebildet.
Bezugszeichenliste
(Teil der Beschreibung)
1 Wulstbereich
2 Seitenwand
3 Kronenbereich
4 Wulstkern
5 Karkasse
6 Apex (Kernreiter)
7 Karkassenumschlag
8 Wulstverstärkungsstreifen
9 Gürtel
10 Profilierter Laufstreifen
1 1 Seitenwandgummistreifen
12 Innenschicht
13 Gürtellage (Arbeitslage)
14 Gürtellage (Nullgradlage)
15 Gürtellage (Arbeitslage)
16 Gürtellage
17 Gürtellage
23 Festigkeitsträger
24 Festigkeitsträger
25 Festigkeitsträger
26 Festigkeitsträger
27 Festigkeitsträger