Beschreibung
Metall-Luft-Zelle mit hoher Kapazität
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Metall-Luft-Knopfzelle, insbesondere eine Zink-Luft-Knopfzelle.
Metall-Luft-Zellen umfassen als elektrochemische Aktivkomponenten in der Regel stets eine metallbasierte Anode und eine Luft-Kathode, die durch einen ionenleitfähigen Elektrolyten voneinander getrennt sind. Bei der Entladung wird an der Luft-Kathode Sauerstoff unter Elektronenaufnahme reduziert. Es entstehen Hydroxidionen, die über den Elektrolyten zur Anode wandern können. Dort wird ein Metall unter Elektronenabgabe oxidiert. Die entstehenden Metallionen reagieren mit den Hydroxidionen ab.
Es sind sowohl primäre als auch sekundäre Metall-Luft-Zellen entwickelt worden. Eine sekundäre Metall-Luft-Zelle wird wieder aufgeladen, indem zwischen Anode und Kathode eine Spannung angelegt und die beschriebene elektrochemische Reaktion umgekehrt wird. Dabei wird Sauerstoff freigesetzt.
Das bekannteste Beispiel einer Metall-Luft-Zelle ist die Zink-Luft-Zelle. Diese findet in Knopfzellenform insbesondere als Batterie für Hörgeräte Verwendung.
Bei Knopfzellen handelt es sich bekanntlich um Zellen mit einem Verhältnis von Höhe zu Durchmesser < 1 . Sie weisen in der Regel ein flüssigkeitsdicht verschlossenes Gehäuse aus einem napfförmigen Zellenbecher, einem napfförmigen Zellendeckel und einer Dichtung auf. Zellenbecher und Zellendeckel weisen üblicherweise jeweils einen Boden, einen umlaufenden Mantel, einen den Boden und den Mantel verbindenden Übergangsbereich und eine endständige Schnittkante auf.
Der Boden des Zellenbechers und der Boden des Zellendeckels sind bevorzugt jeweils eben und vorzugsweise kreisförmig, gegebenenfalls auch oval, ausgebildet. Der Mantel des Zellenbechers und der Mantel des Zellendeckels lassen sich bevorzugt als ringförmige Segmente eines Hohlzylinders mit kreisförmigem oder ovalem Querschnitt beschreiben. In der Regel sind die Mäntel von Zellenbecher und Zellendeckel orthogonal zu den dazugehörigen Böden ausgerichtet.
Die erwähnten Übergangsbereiche von Zellenbecher und Zellendeckel umfassen bevorzugt die Teile von Zellenbecher und Zellendeckel, die außerhalb der Ebene des jeweiligen Bodens liegen, aber noch nicht Teil des dazugehörigen Mantels sind. Die Übergangsbereiche können abgerundet ausgebildet sein, beispielsweise schulterförmig, oder auch die Form einer scharfen Kante haben.
Zellenbecher und Zellendeckel sind bevorzugt aus metallischen Materialien wie vernickeltem Stahl oder Blech gefertigt. Weiterhin geeignet sind insbesondere auch Trimetalle, beispielsweise mit der Abfolge Nickel, Stahl und Kupfer (von außen nach innen).
Bei der Montage eines Knopfzellengehäuses wird der Zellendeckel mit der Schnittkante voraus in den Zellenbecher eingeschoben. Räumlich und elektrisch sind die beiden Teile im resultierenden Gehäuse durch die erwähnte Dichtung voneinander getrennt, die somit nicht nur dichtende Funktionen wahrnimmt sondern auch isolierende. Weiterhin sind im resultierenden Gehäuse die Böden von Zellenbecher und Zellendeckel parallel zueinander angeordnet. Der Abstand der Böden definiert die Höhe der Knopfzelle, die Verbindungsgerade durch die Mittelpunkte der Böden die Bezugsachse (axiale Richtung) entlang der bei der Montage der Knopfzelle das Einschieben des Zellendeckels in den Zellenbecher erfolgt.
Der Zellenbecher und der Zellendeckel können beispielsweise aus vernickeltem Tiefziehblech als Stanzziehteile hergestellt werden. Gewöhn-
lieh ist der Zellenbecher positiv gepolt und der Zellendeckel negativ. Der flüssigkeitsdichte Verschluss solcher Zellen erfolgt häufig durch Umbör- deln des Randes des Zellenbechers.
Metall-Luft-Zellen weisen eine relativ hohe Energiedichte auf, weil der Bedarf an Sauerstoff an der Kathode durch Luftsauerstoff aus der Umgebung gedeckt werden kann. Entsprechend sind aber gezielte Maßnahmen erforderlich, um der Kathode beim Entladevorgang Sauerstoff aus der Umgebungsluft zuzuführen. Und beim Ladevorgang muss umgekehrt an der Luft-Kathode entstehender Sauerstoff abgeführt werden. Zu diesem Zweck werden die Gehäuse von Metall-Luft-Zellen gezielt mit Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen versehen. In der Regel geschieht dies, indem Löcher in die Gehäuse gestanzt werden. Innerhalb der Gehäuse erfolgt die Feinverteilung des eintretenden Luftsauerstoffs üblicherweise über geeignete Membranen oder Filter. So wird das Gehäuse von Zink- Luft-Knopfzellen in aller Regel unter Verwendung eines Zellenbechers gefertigt, in dessen Boden Lufteintrittslöcher gestanzt sind.
Zur Fertigung von Zink-Luft-Knopfzellen wird in einen solchen Zellenbecher ein Filterpapier (oder eine sonstige geeignete mikroporöse Schicht) eingelegt, das den Boden des Bechers und die darin eingestanzten Lufteintrittslöcher abdeckt. Das Filterpapier dient als Mittel zur Feinverteilung von über die Lufteintrittslöcher eintretendem Luftsauerstoff innerhalb der Zelle.
Aus der US-4,118,544 ist eine Knopfzelle mit einem solchen Mittel zur Luftverteilung bekannt. Bei der in dieser Druckschrift beschriebenen Knopfzelle wird der Eintritt von Luft in die Zelle über eine mikroporöse Schicht oder aber durch die Größe der Lufteintrittslöcher reguliert. Die Größe der Poren der mikroporösen Schicht bzw. der Lufteintrittslöcher beschränkt die elektrische Leistung der Zelle. Kurzzeitig sollen die Zelle allerdings auch stärkere Ströme abgegeben können. Dies ist möglich, da in der Zelle - funktionell analog zu dem erwähnten Filterpapier - eine
Schicht zur Luftverteilung (air diffusion layer) vorgesehen ist, in der eine gewisse Menge Sauerstoff gespeichert ist.
Auf dem Filterpapier wird anschließend die Luft-Kathode abgelegt, an dem die Reduktion von Luftsauerstoff erfolgen kann. Diese wird wiederum mit einem flächigen Separator abgedeckt, der in der Zelle die Grenzschicht zwischen Anoden- und Kathodenraum bildet. Kombiniert wird ein solches vormontiertes Becherteil in der Regel mit einem napfförmigen Zellenbecher, der mit Zinkpulver oder einem geeigneten anderen reduzierbaren Metall als Anodenmaterial sowie mit Elektrolyt befüllt ist und auf dessen Außenseite eine ringförmige Kunststoffdichtung aufgezogen ist. Dieser wird in den Zellenbecher eingeschoben, so dass die Kunststoffdichtung zwischen den beiden Gehäuseteilen zum Liegen kommt. Durch Umbördeln des endständigen Randes des Zellenbechers über den eingeschobenen Zellendeckel wird die Zelle flüssigkeitsdicht verschlossen.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine Metall-Luft- Knopfzelle mit vereinfachtem Aufbau und verbesserter Kapazität bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Knopfzelle mit den Merkmalen des Anspruchs 1 . Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Knopfzelle sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 6 angegeben. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird hiermit durch Bezugnahme zum Inhalt dieser Beschreibung gemacht.
Bei einer erfindungsgemäßen Metall-Luft-Knopfzelle handelt es sich insbesondere um eine Zink-Luft-Knopfzelle, also um eine Knopfzelle, bei der die Anode metallisches Zink enthält oder aus metallischem Zink besteht. An Stelle von Zink kann als elektrochemisches Aktivmaterial z.B. auch Aluminium oder Magnesium zum Einsatz kommen. Die erfindungsgemäße Metall-Luft-Knopfzelle kann sowohl eine primäre als auch eine sekundäre (wiederaufladbare) Metall-Luft-Knopfzelle sein.
Das Gehäuse der erfindungsgemäßen Metall-Luft-Knopfzelle unterscheidet sich grundsätzlich nicht von dem klassischer Knopfzellen, es umfasst die eingangs beschriebenen Komponenten, also einen Zellenbecher, einen Zellendeckel und eine Dichtung. Auf die entsprechenden Ausführungen zu diesen Teilen wird hiermit Bezug genommen.
Weiterhin weist das Gehäuse der erfindungsgemäßen Knopfzelle wie die Gehäuse aus dem Stand der Technik bekannter Knopfzellen Eintrittsöffnungen in Form von Löchern auf, über die Luftsauerstoff in das Gehäuse eintreten kann. Bei diesen Eintrittsöffnungen handelt es sich bevorzugt um Rundlöcher.
Eines der zentralen Merkmale der vorliegenden Erfindung ist, dass zumindest ein Teil der Eintrittsöffnungen bzw. der Löcher im Gehäuse einer erfindungsgemäßen Knopfzelle eine Öffnungsfläche < 0,025 mm2, bevorzugt < 0,01 mm2, aufweist. Besonders bevorzugt liegt die Öffnungsfläche dieser Eintrittsöffnungen in einem Bereich zwischen 0,00000000785 mm2 und 0,00785 mm2, insbesondere zwischen 0,0000196 mm2 und 0,00709 mm2.
Die Gehäuse von klassischen Metall-Luft-Knopfzellen weisen üblicherweise deutlich größere Eintrittsöffnungen auf. So sind Löcher mit Durchmessern von 0,4 mm (entspricht bei im Wesentlichen kreisrunden Löchern einer Fläche von ca. 0,125 mm2) und mehr als Eintrittsöffnungen keine Seltenheit. Diese Löcher wurden bei erfindungsgemäßen Knopfzellen zumindest teilweise durch erheblich kleinere Eintrittsöffnungen ersetzt, was große Vorteile mit sich bringt. Es wurde nämlich gefunden, dass solch kleine Löcher gleichzeitig die Funktion eines Mittels zur Feinverteilung von über die Eintrittslöcher eintretendem Luftsauerstoff übernehmen können. Das beschriebene Einlegen eines Filterpapiers oder eines funktionell gleichwertigen mikroporösen Materials kann bei der Fertigung von erfindungsgemäßen Metall-Luft-Knopfzel-
len entsprechend entfallen, was den Fertigungsprozess deutlich vereinfacht.
Die in der eingangs erwähnten US-4, 118,544 beschriebenen Zink-Luft- Zellen weisen ebenfalls sehr kleine Lufteintrittsöffnungen auf. Nicht erkannt wurde von den Erfindern der in der US-4, 1 18,544 beschriebenen Zellen allerdings, dass durch das Einbringen besonders kleiner Löcher ins Gehäuse ein Verzicht auf die eingangs erwähnte Schicht zur Luftverteilung (air diffusion layer) ermöglicht wird. Durch den Wegfall dieser Schicht steht mehr Innenvolumen für Aktivmaterial zur Verfügung. Die erfindungsgemäße Knopfzelle zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass zwischen den Eintrittsöffnungen im Gehäuse und der Luft-Kathode kein separates, z.B. einem Filterpapier funktional entsprechendes Mittel zur Luftverteilung angeordnet ist. Die Zellen gemäß der vorliegenden Erfindung weisen daher in der Regel eine sehr viel höhere Kapazität als vergleichbare klassische Knopfzellen auf.
Die Gesamtzahl der Eintrittsöffnungen liegt bei einer erfindungsgemäßen Zelle bevorzugt zwischen 1 und 128, bevorzugt zwischen 2 und 48, besonders bevorzugt zwischen 4 und 36, insbesondere zwischen 8 und 32.
Die erfindungsgemäße Knopfzelle weist bevorzugt ausschließlich Eintrittsöffnungen auf, die eine Öffnungsfläche mit den genannten Maßen < 0,025 mm2 aufweisen. Es sind allerdings auch Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Zelle denkbar, die zusätzlich zu den Eintrittsöffnungen mit der Öffnungsfläche < 0,025 mm2 noch eine oder mehrere größere Eintrittsöffnungen mit Öffnungsflächen > 0,025 mm2 aufweisen.
Bevorzugt sind die Eintrittsöffnungen in den Boden des Zellenbechers einer erfindungsgemäßen Knopfzelle eingebracht. Eine in den Zellenbecher eingelegte Luft-Kathode kann direkt von eintretendem Luft- sauerstoff angeströmt werden. Bevorzugt weist die erfindungsgemäße Knopfzelle eine Luftkathode in Form einer flachen Schicht auf, die den
Boden des Zellenbechers, insbesondere die darin eingebrachten Eintrittsöffnungen, derart abdeckt, dass durch die Eintrittsöffnungen eintretender Luftsauerstoff nicht an der Luftkathode vorbei ins Gehäuse eindringen kann.
Die Luftkathode kann vom Boden des Zellenbechers durch einen Abstandshalter, beispielsweise ein flaches Netz oder Gitter, getrennt sein, bevorzugt liegt sie aber direkt und unmittelbar auf diesem auf.
Besonders bevorzugt kommen in erfindungsgemäßen Metall-Luft- Knopfzellen als Luftkathoden kunststoffgebundene Gasdiffusionselektroden in Form von flachen Schichten zum Einsatz. Solche Gasdiffusionselektroden sind beispielsweise in der DE 37 22 019 A1 beschrieben. In solchen Elektroden bildet ein Kunststoffbinder (meist Polytetrafluor- ethylen, kurz PTFE) eine poröse Matrix aus, in die Partikel aus einem elektrokatalytisch aktiven Material (z.B. aus einem Edelmetall wie Platin oder Palladium oder aus einem Manganoxid) eingelagert sind. Diese müssen die erwähnte Umsetzung von Luftsauerstoff katalysieren können. Die Herstellung solcher Elektroden erfolgt in aller Regel, indem eine Trockenmischung aus dem Binder und dem Katalysator zu einer Folie ausgewalzt wird. Diese kann wiederum in ein Metallnetz, zum Beispiel aus Silber, Nickel oder versilbertem Nickel, eingewalzt werden. Das Metallnetz bildet eine Ableiterstruktur innerhalb der Elektrode und dient als Stromableiter. Alternativ oder zusätzlich kann ein Metallnetz oder Metallgitter auf dem Boden des Zellenbechers einer erfindungsgemäßen Knopfzelle abgelegt werden, bevor die schichtförmige Luftkathode in den Zellenbecher eingelegt wird. Es kann dann als Stromableiter und/oder als der erwähnte Abstandshalter dienen.
Besonders bevorzugt sind die Eintrittsöffnungen im Wesentlichen gleichmäßig über den Boden des Zellenbechers verteilt. Unter einer gleichmäßigen Verteilung soll insbesondere verstanden werden, dass, wenn man den Boden durch eine Gerade in zwei gleich große Bereiche
aufteilt, jeder dieser Bereiche eine ähnliche, vorzugsweise die gleiche Anzahl von Eintrittsöffnungen aufweist. Die Anordnung der Eintrittsöffnungen ist dabei grundsätzlich beliebig variierbar. Sie können beispielsweise in Form von konzentrischen Kreisen oder rasterartig angeordnet sein.
Das Gehäuse einer erfindungsgemäßen Knopfzelle, insbesondere einer erfindungsgemäßen Zink-Luft-Knopfzelle, weist in der Regel eine Dicke zwischen 0,08 mm und 0,15 mm auf. Dies gilt insbesondere für den Bereich, der von den Eintrittsöffnungen durchbrochen ist, also insbesondere den Boden des erwähnten Zellenbechers.
Wie oben erwähnt, handelt es sich bei den Eintrittsöffnungen bevorzugt um Rundlöcher. Diese müssen allerdings nicht unbedingt einen konstanten Lochdurchmesser aufweisen. In besonders bevorzugten Ausführungsformen sind die Löcher, ausgehend von der Gehäuseaußenseite, zur Gehäuseinnenseite hin konisch aufgeweitet. Der Lochdurchmesser steigt also von außen nach innen an.
An dieser Stellen noch einige Worte zum Begriff„Öffnungsfläche": Wenn der Querschnitt der Löcher bzw. der Eintrittsöffnungen in Längsrichtung (also von der Gehäuseaußenseite zur Gehäuseinnenseite oder umgekehrt) variiert, so entspricht im Sinne der vorliegenden Anmeldung die Öffnungsfläche dem kleinsten bestimmbaren Querschnitt in Längsrichtung. Ansonsten entspricht die Öffnungsfläche der (konstanten) Querschnittsfläche der Löcher bzw. der Eintrittsöffnungen.
Der kleinste bestimmbare Durchmesser der Löcher bzw. der Eintrittsöffnungen, insbesondere der als Rundlöcher ausgebildeten Eintrittsöffnungen, überschreitet bevorzugt nicht den Grenzwert von 0, 15 mm, liegt besonders bevorzugt unter 0,1 mm. Besonders bevorzugt liegt der kleinste bestimmbare Durchmesser der Eintrittsöffnungen in einem Bereich zwischen 0,0001 mm und 0, 1 mm, insbesondere zwischen 0,005 mm und 0,095 mm.
Zur Fertigung einer Metall-Luft-Knopfzelle gemäß der vorliegenden Erfindung werden elektrochemische Aktivkomponenten, also beispielsweise die erwähnte Zinkanode und die ebenfalls bereits erwähnte Luft- Kathode, in ein Gehäuse eingeschlossen, das sich dadurch auszeichnet, dass es die beschriebenen, insbesondere als Rundlöcher ausgebildeten Eintrittsöffnungen für Luftsauerstoff mit der Öffnungsfläche < 0,025 mm2, bevorzugt < 0,01 mm2, aufweist.
So kann z.B. zur Fertigung einer erfindungsgemäßen Zink-Luft-Knopfzelle ein napfförmiger Zellenbecher mit als Rundlöcher ausgebildeten Eintrittsöffnungen im Bodenbereich, die einen Durchmesser zwischen 10 μιτι und 100 pm aufweisen, bereitgestellt werden. Das Einlegen eines Filterpapiers als Luftsauerstoff-Verteiler kann, wie erwähnt, entfallen. Stattdessen wird der Innenboden des Zellenbechers bevorzugt unmittelbar mit einer flachen Luftkathodenschicht abgedeckt, an der die Reduktion von über die Eintrittsöffnungen herangeführtem Luftsauerstoff erfolgen kann. Ansonsten kann verfahren werden wie aus dem Stand der Technik bekannt.
Die Eintrittsöffnungen für Luftsauerstoff mit einer Öffnungsfläche < 0,025 mm2 werden besonders bevorzugt mittels eines Lasers in das Gehäuse geschmolzen. Bei den Eintrittsöffnungen des Gehäuses einer erfindungsgemäßen Zelle handelt es sich also bevorzugt um in das Gehäuse eingeschmolzene Rundlöcher und nicht um gestanzte Löcher. Sie weisen entsprechend auch nicht zwingend eine kreisrunde Form auf. Die oben erwähnte Konusform kann dabei erhalten werden, indem die Öffnungen von der Seite aus in das Gehäuse eingebracht werden, die in der fertigen Zelle die Innenseite des Gehäuses bildet.
Geeignete Laser sind beispielsweise kommerziell erhältliche Faserlaser, also Festkörperlaser, bei denen der dotierte Kern einer Glasfaser das aktive Medium bildet. Die Betriebsparameter des Laser müssen möglichst exakt an die Dicke des Gehäuses angepasst werden, in das die
Eintrittsöffnungen eingebracht werden sollen. Die Leistung lässt sich beispielsweise durch Variation der Pulsfrequenz des Lasers modulieren.
Die genannten und weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich insbesondere auch aus der nun folgenden Beschreibung der Zeichnungen in Verbindung mit den Unteransprüchen. Dabei können die einzelnen Merkmale der Erfindung für sich allein oder in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die beschriebenen Ausführungsformen dienen lediglich zur Erläuterung und zum besseren Verständnis der Erfindung und sind in keiner Weise einschränkend zu verstehen.
Figurenbeschreibung
Fig. 1 zeigt schematisch den Querschnitt einer erfindungsgemäßen Metall-Luft-Knopfzelle 100. Dargestellt sind der napfförmige Zellenbecher 101 , der darin eingeschobene, ebenfalls napfförmige Zellendeckel 102, und die dazwischen angeordnete Kunststoffdichtung 103, aus denen das Gehäuse der erfindungsgemäßen Zelle gebildet ist. Die Dichtung 103 trennt den Zellenbecher 101 und den Zellendeckel 102 räumlich und elektrisch voneinander. Das Gehäuse weist eine zylindrische Form auf. Stirnseitig wird das Gehäuse durch die Böden des Zellenbechers 101 und des Zellendeckels 102 begrenzt, mantelseitig durch den umlaufenden Mantel des Zellenbechers 101.
Die Luft-Kathode 104 ist in der Zelle 100 als dünne Schicht enthalten, die den Boden des Zellenbechers 101 vollständig abdeckt. Die Kathodenschicht liegt dabei direkt und unmittelbar auf dem Innenboden des Zellenbechers 101 auf. Sie umfasst eine poröse Matrix aus einem Kunststoff, in dem ein Katalysator dispergiert ist. Ein Metallnetz 108 bildet innerhalb der Matrix eine Ableiterstruktur. Oberhalb der Kathodenschicht 104 ist der flächige Separator 105 abgebildet. Dieser trennt die Luft-Kathode 104 vom Anodenraum 106 der Zelle 100. In diesen ist als Aktivmaterial ein Metallpulver, insbesondere Zink, eingebracht.
In den Boden des Zellenbechers 101 sind mittels eines Lasers die Eintrittsöffnungen 107a-d eingeschmolzen. Die beiden außenliegenden Eintrittsöffnungen weisen dabei größere Durchmesser auf als die beiden zentral angeordneten. Eine der Eintrittsöffnungen ist vergrößert dargestellt (nicht maßstabsgetreu). Zu erkennen ist, dass die Eintrittsöffnung zur Gehäuseinnenseite hin von außen kommend konisch aufgeweitet ist. Die Eintrittsöffnung weist also keinen konstanten Durchmesser auf. Der Durchmesser der konisch ausgebildeten Eintrittsöffnung beträgt an der Außenseite ca. 15 μηι (dA>, an der Innenseite dagegen ca. 60 μιη (di). Das Gehäuse des dargestellten Zellenbechers weist im Bodenbereich eine Dicke von ca. 130 μιη auf. Davon ausgehend, dass die Eintrittsöffnung an der Außenseite (wo der Querschnitt am kleinsten ist) einen kreisrunden Querschnitt aufweist, lässt sich die Öffnungsfläche der Eintrittsöffnung berechnen, sie beträgt ca. 0,0001767 mm2.
In Fig. 2 ist eine Draufsicht auf den Boden der in Fig. 1 im Querschnitt dargestellten Zelle 100 abgebildet. Bei dem Boden handelt es sich um eine der zwei Stirnseiten der Zelle 100, die zweite wird vom Boden des in den Zellenbecher 101 eingeschobenen Zellendeckels 102 gebildet. Der Schnitt der in Fig. 1 dargestellten Zelle 100 erfolgte entlang der Linie Z-Z'. Zu erkennen sind insgesamt 20 Eintrittsöffnungen für Luftsauerstoff, darunter die in der geschnittenen Darstellung in Fig. 1 abgebildeten Eintrittsöffnungen 107a-d. Die 20 Eintrittsöffnungen sind in Form von zwei konzentrisch angeordneten Kreisen gleichmäßig über den Zellenboden verteilt. Dabei weisen die Eintrittsöffnungen des inneren Kreises geringere Öffnungsflächen und Durchmesser auf als die Eintrittsöffnungen des äußeren Kreises.