Verfahren und Vorrichtung zum thermischen Spritzen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum thermischen Spritzen, insbesondere zum Lichtbogenspritzen mit Zusatzwerkstoff, wie es beispielsweise das Drahtlichtbogenspritzen ist, nach dem Oberbegriff des ersten und achten Patentanspruchs, wobei ein Zusatzwerkstoff, meist zwei elektrisch leitende Drähte, durch einen Lichtbogen aufgeschmolzen und mittels eines Druckgases (auch als Zerstäubergas bezeichnet) mit hohen Geschwindigkeiten im Bereich 1 Mach und größer auf eine vorbereitete Oberfläche gespritzt werden.
Dazu wird ein Brenner mit einer entsprechenden Düse mit einer vorzugsweise zentrischen Strömungsöffnung für das Druckgas verwendet. Die Drähte werden durch stromführende Hülsen mit unterschiedlicher Polung zugeführt, wobei dafür eine Drahtvorschubeinrichtung Verwendung findet.
Beispielsweise beim Drahtlichtbogenspritzen wird ein Kurzlichtbogen erzeugt, der infolge seiner hohen Temperatur (größer 5000K) den drahtformigen Spritzzusatzwerkstoff partiell aufschmilzt. Eine oder mehrere Zerstäubergasdüsen (führen das Zerstäubergas gerichtet zu der aufgeschmolzenen Materialphase. Infolge des dynamischen Drucks der
Zerstäubergasströmung wird die Materialphase zerstäubt und durch Impulsübertragung der Gasphase im resultierenden Freistrahl beschleunigt. Bei herkömmlichen Verfahren (Stand der Technik) wird die Zerstäubergasmenge kontinuierlich gefördert. Dies führt zu massiven Rezirkulationsgebieten hinter dem drahtformigen Spritzzusatzwerkstoff, mit der Folge, dass aufgeschmolzenes Spritzgut im Bereich der Drahtenden auf den
wirbeiförmigen Trajektorien verweilt. In dieser Zeit wird der Werkstoff infolge des
Luftsauerstoffs der Umgebungs- bzw. Druckluft oxidiert. Durch das kontinuierliche
Abschmelzen des Drahtes vergrößert sich die rezirkulierende Menge der
schmelzflüssigen Phase, mit dem Resultat einer inhomogen Zerstäubung kritisch angewachsenen Schmelztropfen. Der sich um die Drahtenden ausbreitende Freistrahl baut eine so genannte "Karmansche Wirbelstraße" auf. Diese hat zur Folge, dass der partikelbeladene Freistrahl extrem aufweitet (divergiert). Durch die hohe Divergenz gelangt ein Teil der Partikelphase in langsame Außenbereiche der Zerstäubergasströmung und steht somit einer materialeffizienten Beschichtung (vor allem bei kleinen Bauteilen) entgegen.
Aus der Druckschrift EP 0 879 645 A2 ist zwar eine Lösung bekannt, durch welche die Standzeit der Vorrichtung verlängert werden soll. Dafür wird in die den Draht umgebende stromführende Hülse seitlich ein sogenanntes Spülgas eingebracht, welches die auf der
Oberfläche des Drahtes befindlichen lockeren Verunreinigungen in der Gegenrichtung der Vorschubrichtung des Drahtes entfernt. Vorzugsweise wird dazu ein Teil des Spülgases des Zerstäubergasstromes abgezweigt. Dies beseitigt jedoch nicht die vorgenannten Nachteile des sich unerwünscht absetzenden aufgeschmolzenen Materials auf Bereichen der Düse oder des Drahtes.
Mit einem in der Druckschrift DE 433 46 10 A1 beschriebenen Verfahren zum
thermischen Spritzen sollen relativ raue Verschleißschichten erzeugt werden, indem die auf die Oberfläche auftreffenden Partikel größer als 0,2 mm sind und durch die Wirkung der Schwerkraft auf die Oberfläche gelangen. Dabei ist es möglich, die Partikel durch
Impulse, insbesondere durch Druckgasimpulse, aus dem geschmolzenen Zusatzwerkstoff auszulösen. Die durch das Druckgas erzeugten Geschwindigkeiten sind somit nur sehr gering. Dieses Verfahren ist für die Erzeugung dünner gleichmäßiger und fest haftender Schichten nicht geeignet. Weiterhin wird durch diese Lösung nicht das Absetzen aufgeschmolzener Partikel auf der Düse oder am Draht verhindert. Systembedingt ist es mit diesem Verfahren nur möglich, mit einem nach unten weisenden Brenner zu arbeiten, wodurch in andere Raumrichtungen keine Beschichtungen möglich sind.
Ein Verfahren zum Betrieb eines Plasmaspritzbrenners ist aus der Druckschrift CH 578 622 bekannt. Dabei weist das Arbeitsgas vor seinem Eintritt in die Düse einen Druck von größer / gleich 7 Atmosphären und der Brennstrom des Bogens einen Wert von größer /gleich 1000 Amper auf. Der Gasstrom des Arbeitsgases und der Brennstrom werden synchron gepulst, wobei der Gasfluss durch die Düse und der Brennstrom zwischen den Impulsen auf werte nahezu oder gleich Null gebracht werden. Der Plasmaspritzbrenner weist eine stiftförmige Kathode auf. An diese schließt sich in Arbeitsrichtung eine anodisch geschaltete Laval-Düse an, die sich in Arbeitsrichtung erweitert. Durch eine Gleichspannung wird ein Lichtbogen zwischen Anode und Kathode erzeugt und dass durch den Plasmabrenner strömende Arbeitsgas, welches teilchenförmiges Spritzgut enthält, wird durch den Lichtbogen geleitet und hierbei ionisiert und erzeugt oberhalb des Düseneintritts und somit innerhalb des Plasmaspritzbrenners einen Plasmastrahl, der durch die Düse strömt und aus dieser mit einer Geschwindigkeit von einigen 1000 m/s austritt, auf das zu beschichtende Substrat prallt und dieses mit den aufgeschmolzenen Teilchen beschichtet. Zum Pulsen des Gasflusses wird die Kathode über Nocken axial auf und ab bewegt, so dass der Düseneinlauf pulsförmig geöffnet und geschlossen wird. Dabei kann der Düseneinlauf der anodisch geschalteten Düse nicht vollständig
geschlossen werden, da dies zu einem Kurzschluss führen würde. Es ist somit immer eine Strömung des Arbeitsgases vorhanden.
Diese Lösung soll zur Erzeugung festhaftender Schichten verwendet werden, wobei davon ausgegangen wird, dass in Plasmastrahlen Geschwindigkeiten von einigen 1000 m/s (Unterschallströmung des Plasmas) erzeugt werden können, wenn große Werte des Bogenbrennstroms und hohe Gasdrücke vorgesehen werden. Da dies zu einer sehr hohen thermischen Belastung der Düse führt, wird bei diesem Stand der Technik eine gepulste Arbeitsweise vorgeschlagen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum thermischen
Hochgeschwindigkeits-Spritzen mit Zusatzwerkstoff zu entwickeln, die ein unerwünschtes Absetzen des Aufgeschmolzenen Materials an der Düse oder am Zusatzmaterial vermeidet und bei hohen Partikelgeschwindigkeiten eine Schicht hoher Qualität bei einem homogenen Schichtaufbau gewährleistet.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des ersten und achten Patentanspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Bei dem Verfahren zum thermischen Hochgeschwindigkeits-Spritzen, insbesondere zum Lichtbogenspritzen mit Zusatzwerkstoff, der durch einen mittels Elektroden erzeugten Lichtbogen aufgeschmolzen wird, strömt ein Druckgases mit hoher Geschwindigkeit durch eine Düse aus und spritzt das aufgeschmolzene Material des Zusatzwerkstoffes auf eine meist vorbereitete Oberfläche, wobei das Druckgas erfindungsgemäß mit einer modulierten/ pulsierenden Gasströmung hoher Geschwindigkeit erzeugt und dadurch die Ausbildung eines quasistationären Wirbelfeldes des aufgeschmolzenen Materials im Bereich der Enden des Zusatzwerkstoffes eingeschränkt oder verhindert wird.
Durch die Reduzierung oder Vermeidung des sich aufbauenden Wirbelgebietes aufgeschmolzener Partikel des Zusatzwerkstoffes, welches insbesondere im Bereich hinter den Enden des Zusatzwerkstoffes (in Strömungsrichtung gesehen) hervorgerufen wird, kann ein Absetzen bzw. Verweilen von Partikeln/Tropfen des aufgeschmolzenen Materials auf dem Brenner bzw. Bauteilen des Brenners der Düse und/oder am
Zusatzwerkstoff vermieden werden bzw. werden daran abgesetzte Partikel/Tropfen gelöst. Dadurch wird ein unerwünschtes Absetzen von Partikeln/Tropfen des
aufgeschmolzenen Zusatzwerkstoffes an dem Brenner / der Düse und/oder am
Zusatzwerkstuff selbst vermieden, wodurch ein gleichmäßigeres Auftragen des
Zusatzwerkstoffes auf dem Grundwerkstoff gegeben ist.
Bevorzugt wird eine modulierte/pulsierende Gasströmung bei einer zeitlichen
Veränderung des Gasvolumenstroms des Druckgases unter Verwendung einer
Zerstäubergasdüse erzeugt.
Die unter hohem Druck stehende Gasströmung expandiert dabei bevorzugt in der Düse auf Geschwindigkeiten größer Mach 1. Diese hohen Geschwindigkeiten des
Zerstäubergases gewährleisten eine Bescheunigung der aufgeschmolzenen
Materialphase und deren Haftung auf dem Grundwerkstoff.
Vorteilhafter Weise erfolgt die Modulation der Gasströmung des Druckgases in
Abhängigkeit vom Regelverhalten der Strom-Spannungsquelle. Es ist jedoch auch möglich die Frequenz/Modulation des Druckgases unabhängig von der Frequenz der Strom-Spannungsquelle zu steuern bzw. zu regeln.
Die gepulste Gasströmung, welche zur Vermeidung des Rezirkulierens des
Zerstäubergases hinter den Drahtenden und hinter dem Lichtbogen und/oder zur verzögerungsfreien Ablösung der aufgeschmolzenen Tropfen bzw. Partikel des
Zusatzwerkstoffen führt, wird dabei bevorzugt in Abhängigkeit von den elektrischen Parametern (Strom, Spannung bzw. Strom-Spannungs-Kennlinie) der Strom- Spannungsquelle und /oder in Abhängigkeit von den strömungsmechanischen
Bedingungen an die jeweilige Beschichtungsaufgabe angepasst und kann durch wenige Versuche ermittelt werden.
Die Veränderung der Frequenz des Pulses der Gasströmung des Zerstäubergases erfolgt bevorzugt mit einer Frequenz ab 20 Hz, wobei es auch möglich ist, die Frequenz bzw. die Pulsdauer der Gasströmung während des Beschichtungsvorganges bedarfsweise zu verändern.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Einrichtung zur Erzeugung eines
Druckgases auf, welches mit hoher Geschwindigkeit durch eine Düse ausströmt und das aufgeschmolze Material des Zusatzwerkstoffes auf eine Oberfläche spritzt, wobei erfindungsgemäß Mittel vorgesehen sind, durch welche eine modulierte/pulsierende Gasströmung hoher Geschwindigkeit des Druckgases erzeugbar ist, durch welche die Ausbildung eines quasistationären Wirbelfeldes des hinter dem Spritz-Zusatzwerkstoff
und hinter dem Kurzlichtbogen verhindert oder zumindest eingeschränkt. Dadurch wird das Rezirkulieren der Partikelphase bzw. des aufgeschmolzenen Materials auf den Trajektorien (Bewegungsbahnen) dieser Wirbelgebiete minimiert bzw. ausgelöscht, was zu einer kürzeren Verweilzeit und einer schlagartigen Zerstäubung der Materialphase am Düsenaustritt führt. An der Düse und/oder an den Enden des Zusatzwerkstoffs wird dadurch ein schnelles Ablösen von Partikeln/Tropfen gewährleistet.
Meist (z.B. beim thermischen Spritzen) ist der Zusatzwerkstoff in Form von zwei elektrisch leitenden Drähten ausgebildet, deren Enden im Bereich des Ausgangs der Düse bzw. zwischen dem Düsenaustritt und der zu beschichtenden Oberfläche angeordnet sind, wobei im Bereich der Enden des Zusatzwerkstoffes, durch die in der Vorrichtung angeordneten Mittel eine modulierte/pulsierende der Gasströmung des Druckgases bei einer zeitlichen Veränderung des ZerstäubergasVolumenstroms, die Einschränkung oder Verhinderung des quasistationären Wirbelfeldes erfolgt.
Die Mittel können beispielsweise in Form von die Gasströmung des Druckgases verändernden Ventilen oder in Form von mechanischen Elementen ausgebildet sein und entsprechend der geforderten Pulse die Gasströmung unterbrechen bzw. stark verringern und wieder Freigeben.
Die mechanischen Elemente werden bevorzugt in einer zur Düse führenden Druckleitung für das Druckgas angeordnet und können beispielsweise in Form einer im Winkel zur Druckleitung durch diese führende drehbare Welle ausgebildet sein, die im Bereich der Druckleitung eine oder mehrere Querbohrungen aufweist und durch Rotation den Durchfluss des Druckgases sperrt oder stark verringert oder freigibt.
Durch diese Mittel ist insbesondere eine modulierte/pulsierende Gasströmung in der erforderlichen Frequenz bei einer zeitlichen Veränderung des Zerstäubergasvolumenstroms erzeugbar.
Die Mittel sind insbesondere in Form von Ventilen ausgebildet, welche die Gasströmung verändern, dies können beispielsweise Hochleistungsventile sein, die eine schnelle Schaltfrequenz gewährleisten. Um ein Expandieren /Beschleunigen des Gasstroms zu gewährleisten, ist die Düse in der Art einer Zerstäubergasdüse, insbesondere einer Laval - Düse ausgebildet, die sich in
Strömungsrichtung des Gases zuerst verjüngt und anschließend wieder erweitert, wodurch der Gasstrom zuerst gebremst wird und anschließend expandiert, wodurch dessen Geschwindigkeit wieder zunimmt.
Dabei ist der Zusatzwerkstoff in Bezug auf die Längsachse der Düse in einem flachen Anstellwinkel geneigt, der maximal 90° bis 0°, vorzugsweise ca. 25°±5° beträgt, wobei sich dessen Enden im Bereich des Düsenaustritts bzw. zwischen dem Düsenaustritt und der zu beschichtenden Oberfläche befinden.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung der Erfindung besteht darin, dass die Drahtvorschub- einrichtung, mit welcher der Zusatzwerkstoff nachgeführt wird, nicht wie bisher üblich ein kontinuierliches Nachführen des Drahtes realisiert, sondern den Drahtvorschub diskontinuierlich, bzw. schrittweise regelt, derart, dass das Nachführen des Drahtes insbesondere in Abhängigkeit/Korrelation mit den Impulsen der pulsierenden
Gasströmung des Druckgases erfolgt.
Der gedankliche Ansatz der Erfindung beruht auf einer gezielten, dem Prozess angepassten "modulierten" Gasströmung hoher Geschwindigkeit (bzw. einer zeitlichen Veränderung des Zerstäubergasvolumenstroms) zur Verhinderung des Absetzens bzw. Verweilen der Schmelzphase/der Partikeltröpfchen hinter den Drahtenden und hinter dem Lichtbogen (bevorzugt außerhalb der Düse).
Diese "Pulsung" wird bevorzugt durch Hochleistungsmagnetventile realisiert, die ihr Regelsignal in Abhängigkeit vom Zeitintervall des Ab- bzw. Aufschmelzens einer entsprechenden Materialfraktion des drahtformigen Spritzzusatzwerkstoffes beziehen. Die unter hohem Druck stehende Gasströmung wird durch geeignete Zerstäubergasdüsen (Laval ähnlich) gerichtet auf Geschwindigkeiten größer Mach 1 expandiert. Das
Impulsartige Auftreffen der Gasphase führt zu einer feinen und homogenen Zerstäubung der Materialphasen. Das sich aufbauende quasistationäre Wirbelfeld (hinter den
Drahtenden) wird infolge des gepulsten Gasstroms stark reduziert und bewirkt eine Minimierung der Strahldivergenz. Die Rezirkulationsgebiete im Bereich der Drahtenden werden ebenfalls stark verkleinert, so dass der Schmelzfilm bzw. Tropfen nicht oder nur teilweise in diesen Wirbelgebieten rezirkulieren und oxidieren. Das Regelsignal der Magnetventile wird zur besseren Prozesssteuerung mit dem Regelkreis der Strom- Spannungsquelle synchronisiert.
Die Zerstäubergasdüsen werden für diesen Prozess massestromspezifisch ausgelegt.
Erreichbare Ergebnisse sind unter anderen:
1. homogen zerstäubte Materialphase (homogener Schichtaufbau),
2. verringerte Oxidation des Spritzzusatzwerkstoffes,
3. Schichten hoher Güte,
4. Partikelgeschwindigkeiten größer 300 m/s,
5. Materialeffiziente Beschichtung (Erhöhung des Auftragwirkungsgrades). Um die Qualität lichtbogengespritzter Beschichtungen zu verbessern, ist eine
konsequente Anpassung der Prozessführung unter strömungsdynamisch optimierten Bedingungen zwingend erforderlich. Es ist davon auszugehen, dass bereits geringfügige Veränderungen an marktgängiger Brennertechnik ausreichen, um deutliche
Verbesserungen zu erzielen. Da der Bereich des Hochgeschwindigkeitsspritzens mit Lichtbogensystemen bisher nur ungenügend erschlossen wurde, soll durch die gezielte Auslegung der zur Erzeugung überschallschneller Gasströmungen notwendigen
Expansionsdüsen der partikelbeladene Freistrahl so beeinflusst werden, dass sich höhere Partikelgeschwindigkeiten und geringere Spritzstrahldivergenzen einstellen. Grundlage für die Erfindung ist die Ausnutzung einer gepulsten Hochgeschwindigkeitsgasströmung des Zerstäubergases.
Die durch Ventile gepulste Gasströmung wird in Abhängigkeit von den elektrischen Parametern (Strom, Spannung - einschließlich deren Frequenzen - und Strom- Spannungs-Kennlinie) und in Abhängigkeit von den strömungsmechanischen
Bedingungen, die zur Tropfenablösung führen, an die jeweilige Beschichtungsaufgabe angepasst.
Durch den Einsatz einer gepulsten Zerstäubergasströmung wird eine homogenere und feinere Partikelphase erwartet. Die Ausprägung starker Turbulenzballen im Bereich der Drahtspitzen, welche für die massive Aufweitung des partikelbeladenen Freistrahls verantwortlich sind, soll reduziert werden. Im Zusammenhang einer gezielt expandierenden (vorgespannten) Gasströmung werden Partikelgeschwindigkeiten von über 300 m/s erreicht.
Es kommen als Druckgas homogen strömende, zum Teil expandierende, heiße bzw. kalte, vorgespannte Prozessgase (verschiedener Art - bspw. Brenn-, Inertgase,
Verbrennungsprodukte usw.) zur Anwendung.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen: Figur 1 die Prinzipdarstellung einer erfindungsgemäßen Einrichtung mit einem
Hochleistungsventil zum Pulsen des Druckgases,
Figur 2 eine Prinzipdarstellung einer Variante zum mechanischen Pulsen des
Druckgases. In Figur l eine Einrichtung zur Beschichtung der Oberfläche 1 a eines Grundwerkstoffs 1 dargestellt, wodurch mittels Drahtlichtbogenspritzen eine Spritzschicht 2 erzeugt wurde.
Dazu wird ein Zusatzwerkstoff 3, hier zwei Drähte, in Kontaktrohren 4 geführt. Beide Kontaktrohre 4 sind an eine Spannungsquelle 5 angeschlossen, so dass diese unterschiedlich gepolt sind. Der Zusatzwerkstoff 3 ist durch jeweils eine
Drahtvorschubeinrichtung 6 nachführbar. Die Enden des Zusatzwerkstoffes 3 liegen zwischen dem nicht bezeichneten Austritt der Düse 7 und der Oberfläche 1 a des Grundwerkstoffs 1. Dessen Schmelzen erfolgt über die Spannungsquelle 5, durch deren Anlegen zwischen den aufeinander zuweisenden Enden des Zusatzwerkstoffes 3 ein Lichtbogen gebildet wird, wodurch die Enden des Zusatzwerkstoffes 3 aufschmelzen., Durch die zentrisch zwischen den Kontaktrohren 5 angeordnete Düse 7, die eine Längsachse A aufweist, strömt ein Druckgas 8 (dargestellt durch einen Pfeil, auch als Zerstäubergas bezeichnet) gepulst und mit hoher Geschwindigkeit in Richtung zum Grundwerkstoff 1 , wodurch das aufgeschmolzene Material des Zusatzwerkstoffes 3 auf die Oberfläche 1 a spritzt und die Spritzschicht 2 erzeugt. Dabei bildet sich ein Nebel 3a aus dem abgeschmolzenen Zusatzwerkstoff aus, wobei die Gefahr besteht, dass sich daraus ein quasistationäres Wirbelfelde, d.h. massive Rezirkulationsgebiete hinter dem drahtförmigen Spritzzusatzwerkstoff des aufgeschmolzenen Materials vor der Düse im Bereich der Enden des Zusatzwerkstoffes bildet, was dazu führen kann, dass
aufgeschmolzenes Spritzgut im Bereich der Drahtenden auf den wirbeiförmigen
Trajektorien verweilt und in dieser Zeit infolge des Luftsauerstoffs der Umgebungs- bzw. Druckluft oxidiert.
Dies wird erfindungsgemäß eingeschränkt oder verhindert dadurch, dass die Tropfen des Plasmanebels durch das gepulste Druckgas sich nicht an der Düse 7 bzw. den
Kontaktrohren 4 oder dem Zusatzwerkstoff 3 absetzen können. Sollten sich
Schmelztropfen dennoch absetzen, so werden diese durch den pulsierenden Gasstrom
wieder gelöst und in Richtung zur Oberfläche 1 a des Grundwerkstoffs transportiert. Durch den gepulsten Gaststrom des Druckgases verringert sich somit die rezirkulierende Menge der schmelzflüssigen Phase oder es wird die Rezirkulation ganz verhindert somit eine materialeffiziente Beschichtung gewährleistet.
Durch die Spannungsquelle 5 wird bevorzugt ein Wechselstrom oder ein gepulster Gleichstrom erzeugt, wobei das Druckgas 8 durch eine entsprechende Einrichtung 9, die ein nicht bezeichnetes Hochleistungsventil aufweist, insbesondere in Abhängigkeit der Frequenz der Spannungsquelle (insbesondere synchron dazu) gepulst wird. Alternativ ist es auch möglich, die Frequenz, mit welcher das Druckgas gepulst wird, unabhängig von der Frequenz der Spannungsquelle einzustellen.
Wird durch die Spannungsquelle Gleichstrom zur Verfügung gestellt, pulsiert lediglich das Druckgas.
Die erforderliche Frequenz des Pulsierens des Druckgases, die für das Verhindern des Absetzens von Tropfen an der Anlage oder deren Entfernen erforderlich ist, kann durch wenige Versuche ermittelt werden und ist vorzugsweise >20 Hz.
Die Geschwindigkeit des Gasstroms des Druckgases liegt nach der Düse bei Machzahlen größer 1 . Der Drahtanstellwinkel α des Zusatzwerkstoffes 3 ist sehr flach und liegt bevorzugt im Bereich von ca. 10° bezogen auf die Längsachse A der Düse 7.
Der Durchströmquerschnitt der Düse 7 verringert sich in Strömungsrichtung in der Art eines Diffusors und erweitert sich dann wieder in der Art eines Konfusors, wodurch das Druckgas 8 beschleunigt wird. Dessen Geschwindigkeit beträgt nach der Düse Mach 1 und mehr, wodurch eine hervorragende Homogenität der Spritzschicht 2 und eine gute Haftung auf dem Grundwerkstoff 1 gewährleistet wird.
Eine Prinzipdarstellung einer Variante zum mechanischen Pulsen des Druckgases ist in Figur 2 dargestellt. Die Mittel zur Erzeugung der pulsierenden Gasströmung sind dabei in die Druckleitung 10 für das Druckgas integriert und können die Gasströmung
unterbrechen und freigeben. Dazu führt die Druckleitung 10 durch ein Gehäuse 1 1 in dem im Winkel von 90° und somit quer zur Druckleitung 10 eine diese unterbrechende und dazu durch diese führende drehbare Welle 12 angeordnet ist. Die drehbare Welle 12 weist im Bereich der Druckleitung 10 eine Querbohrung 13 in Form einer
Durchgangsbohrung auf. Durch Drehen der Welle 12 strömt das Druckgas durch die
Querbohrung 13 in Pfeilrichtung zur hier nicht dargestellten Düse, wenn die Querbohrung
13 sich in einer Position befindet in welcher deren beide Öffnungen 13.1 , 13.2 eine Verbindung mit der Druckleitung 10 aufweisen. Dreht die Welle 12 weiter, so wird die Durchgangsbohrung 13 so verdreht, dass die Druckleitung 10 unterbrochen ist. Die Welle 12 ist über Lager 14 im Gehäuse 1 1 drehbar gelagert.
Durch Rotation der Welle 12 wird der Durchfluss des Druckgases abwechselnd gesperrt oder freigegeben und dadurch die pulsierende Gasströmung erzeugt. Die Frequenz, mit welcher die Gasströmung pulsiert kann dabei auf einfache Art und Weise durch die Drehzahl der Welle bestimmt werden, die von einem hier nicht dargestellten Motor angetrieben wird.
Gemäß einer nicht dargestellten Variante können auch mehrere Durchgangsbohrungen durch die Welle führen.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird insgesamt eine einfache und praktikable Möglichkeit zur Reduzierung oder Vermeidung des sich aufbauenden Wirbelgebietes aufgeschmolzener Partikel des Zusatzwerkstoffes geschaffen und dadurch ein unerwünschtes Absetzen bzw. Verweilen von Partikeln/Tropfen des aufgeschmolzenen Zusatzwerkstoffes an dem Brenner / der Düse und/oder am Zusatzwerkstoff selbst vermieden. Dadurch kann ein qualitativ hochwertiges Beschichtungsergebnis realisiert werden.
Bezuqszeichenliste
Grundwerkstoffs
a Oberfläche
Spritzschicht
Zusatzwerkstoff
a Nebel
Kontaktrohre
Spannungsquelle
Drahtvorschubeinrichtung
Düse
Druckgas
Hochleistungsventil
0 Druckleitung
1 Gehäuse
2 Welle
3 Querbohrung
3.1 , 13.2 Öffnungen
4 Lager
Drahtanstellwinkel
Längsachse