Fußbodenpaneel mit bedruckter Korkschicht
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Fußbodenpaneels mit einer Trägerplatte, einer Korkschicht, einer Grundierung und einer Dekorschicht. Ferner betrifft die Erfindung ein auf diese Weise hergestelltes Fußbodenpaneel.
Aus der Praxis sind Korkfußböden, die eine Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff aufweisen, bekannt. Die Trägerplatten sind mit bekannten Verriegelungssystemen versehen, wodurch eine leimfreie Verbindung gleichartiger Fußbodenpaneele zu einem schwimmenden Fußbodenbelag möglich ist.
Korkfußböden haben die Eigenschaft, sich wegen der geringen Wärmeleitfähigkeit und der hohen Elastizität des Korks behaglich, insbesondere warm und weich, anzufühlen.
Andererseits finden viele potentielle Kunden die
Korkoberfläche unansehnlich. Daher wird die Korkschicht teilweise mit einer Grundierung versehen und diese mit einer Dekorschicht bedruckt, so dass die positiven Eigenschaften des Korks mit einem optisch bevorzugten Design, etwa in Form einer Holzoberfläche, kombiniert werden können.
Es hat sich jedoch in der Praxis gezeigt, dass die
Dekorschicht entsprechend bedruckter Korkfußböden häufig keine zufriedenstellende Qualität aufweist. So treten immer wieder punktuell Mängel in der Dekorschicht auf. An diesen mängelbehafteten Stellen ist das Dekor unterbrochen oder weist nicht das gewünschte Aussehen auf.
Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem besteht daher darin, ein Verfahren zur Herstellung eines Fußbodenpaneels der eingangs genannten und zuvor näher beschriebenen Art sowie ein entsprechend hergestelltes
Fußbodenpaneel anzugeben, die qualitativ verbesserte
Dekorschichten ermöglichen.
Das zuvor genannte technische Problem ist bei einem Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst,
bei dem die Korkschicht auf die Trägerplatte aufgebracht wird,
bei dem zur Bildung der Grundierung ein fluides Lacksystem mit einem Anteil von flüchtigen Komponenten von maximal 10 Vol.-% auf die Korkschicht aufgebracht wird und
bei dem die Dekorschicht auf die Grundierung aufgedruckt wird .
Ferner wird das zuvor genannte technische Problem bei einem Fußbodenpaneel gemäß Anspruch 15 dadurch gelöst, dass es nach dem zuvor beschriebenen Verfahren hergestellt worden ist.
Dabei wird unter einem Lacksystem das Material bzw. die Materialmischung verstanden, wie sie auf die Korkschicht aufgebracht wird. Beim Trocknen oder Aushärten des
Lacksystems entweichen etwaig vorhandene, flüchtige
Komponenten. Die zurückbleibende Grundierung wird dann als Lack oder Lackschicht bezeichnet. Zudem wird davon
ausgegangen, dass die Grundierung zur Einsparung von weiteren Arbeitsschritten und zusätzlichem Material direkt auf die Korkschicht aufgebracht wird. Es ist jedoch denkbar, dass zwischen der Grundierung und der Korkschicht noch wenigstens
eine weitere Schicht vorgesehen wird. Ebenso ist es denkbar, dass zwischen der Korkschicht und der Trägerplatte noch eine weitere Schicht vorgesehen ist. Diese kann eine
Klebstoffschicht zum Aufkleben der Korkschicht und/oder eine andere Schicht sein.
Die Erfindung hat erkannt, dass Mängel der Dekorqualität vorwiegend dort entstehen, wo in der Korkoberfläche
sogenannte Fehlstellen auftreten. An diesen Fehlstellen fehlen aufgrund vorhergehender Verarbeitungsschritte kleine Korkpartikel in der Oberfläche. Daher weist die
Korkoberfläche an den Fehlstellen Vertiefungen auf.
Konventionelle Lacksysteme für die Bildung von Grundierungen auf Korkoberflächen von Fußbodenpaneelen füllen diese
Vertiefungen in der Korkoberfläche aus und bilden einen gleichmäßigen Oberflächenfilm.
Beim anschließenden Härten des Lacks, z.B. Trocknen des Lacksystems, entweichen die darin enthaltenen flüchtigen Komponenten. Dadurch verringert sich die Schichtdicke entsprechend. Im Bereich von Vertiefungen, wo das Lacksystem eine entsprechend höhere Schichtdicke aufweist, verringert sich die Schichtdicke beim Trocknen absolut gesehen stärker als in Bereichen ohne Fehlstellen. Daher bleiben nach dem Trocknen des Lacksystems in der Oberfläche der so
entstehenden Grundierung Dellen zurück, und zwar in den Bereichen der Vertiefungen bzw. Fehlstellen in der
Korkoberfläche. Diese Dellen können verhältnismäßig tief sein, da konventionelle Lacksysteme einen im Wesentlichen flüchtigen Lösemittelanteil in der Größenordnung von
40 Vol.-% bis 65 Vol.-% aufweisen.
Es wurde weiter festgestellt, dass oberhalb der Dellen oftmals keine oder nur eine unzureichende Dekorschicht auf die Grundierung aufgedruckt wird. Das Aufdrucken des Dekors erfolgt mittels einer Druckeinrichtung, welche über die
Oberfläche geführt wird und in Form eines Druckzylinders ausgebildet sein kann. Im Bereich der Dellen kann die
Druckeinrichtung den Kontakt mit der Grundierung verlieren, so dass dort keine oder nur eine unzureichende Dekorschicht aufgebracht wird. Dies hat nicht nur optische Nachteile, sondern vertieft die Dellen noch, wodurch das Aufbringen weiterer Oberflächenschichten weiter beeinträchtigt wird.
Des Weiteren hat sich gezeigt, dass die beim Aufbringen der Grundierung auftretenden Dellen auch durch ein nachträgliches Schleifen der Grundierung, die teilweise auch als
Schleifgrund, Haftgrund oder Primerschicht bezeichnet wird, nicht oder nur unzureichend entfernt werden können. Durch das typischerweise zum Glätten der Grundierung durchgeführte Schleifen wird nicht genügend Material abgetragen, um eine Grundierung ohne Dellen in der Oberfläche zu erhalten.
Auch ein längeres Schleifen mit mehr Materialabtrag ist als solches nur bedingt geeignet, um eine dellenfreie Oberfläche der Grundierung zu erzeugen. Da die mittlere Schichtdicke der Grundierung sehr dünn ist, ist auch der tolerierbare
Materialabtrag beim Schleifen begrenzt.
Im Ergebnis hat die Erfindung zu der überraschenden
Erkenntnis geführt, dass das Auftreten von Dellen in der Dekorschicht durch die Verwendung von sogenannten High-Solid Lacksystemen zur Bildung der Grundierung vermieden oder wenigstens deutlich verringert werden kann. High-Solid
Lacksysteme im Sinne der Erfindung weisen einen Anteil an flüchtigen Komponenten, insbesondere Lösemittelanteil, von maximal 10 Vol.-% auf. Dementsprechend zeichnen sich die High-Solid Lacke vorzugsweise durch eine maximale
Volumenabnahme von 10 Vol "o aus»
Dadurch wird ganz grundsätzlich erreicht, dass die relative Abnahme der Schichtdicke beim Aushärten und/oder Trocknen des Lacksystems verhältnismäßig gering ist, weshalb auch der absolute Unterschied in der Abnahme der Schichtdicke zwischen Bereich mit Vertiefungen in der Korkschicht und Bereichen ohne solche Vertiefungen während des Aushärtens und/oder Trocknens sehr gering ausfällt. Die in der Grundierung zurückbleibenden Dellen weisen daher, wenn überhaupt, nur eine sehr geringe Tiefe auf, die das Aufbringen weiterer Schichten auf die Grundierung nicht beeinträchtigt.
Nach dem klassischen Verständnis können Lösemittelanteile des Lacksystems als nicht verdunsteter Rest oder als beim
Ausreagieren des Lacksystems in der Grundierung chemisch eingebunden im Lack verbleiben, selbst wenn das Lösemittel an sich flüchtig ist. Mit anderen Worten kann es sich bei den flüchtigen Komponenten des Lacksystems um dessen
Lösemittelanteil handeln. Erforderlich ist dies jedoch nicht, da das Lösemittel noch weitere nicht flüchtige Komponenten aufweisen kann oder beim Aushärten des Lacksystems nicht ausgetrieben wird. Unter den flüchtigen Komponenten werden also diejenigen Komponenten verstanden, die beim Trocknen bzw. Aushärten des Lacksystems aus diesem ausgetrieben werden. Des Weiteren werden aufgrund der bevorzugten
Prozessbedingungen bei der Herstellung von Fußbodenpaneelen unter flüchtigen Komponenten vorzugsweise solche verstanden,
die bei Standardbedingungen (1 atm; 25°C), insbesondere aber bei 1 atm und 40°C bis 50°C, verdunsten.
Das Ausreagieren von Lösemittelkomponenten etwa durch
Vernetzen kann wie das Entweichen flüchtiger
Lösemittelkomponenten zu einer Volumenabnahme des Lacksystems beitragen. Je größer die Volumenabnahme durch das
Ausreagieren bzw. die Vernetzung von Lösemittelkomponenten eines Lacksystems ausfällt, desto geringer sollte in der Regel der Anteil flüchtiger Komponenten im Lacksystem sein, damit die Volumenabnahme insgesamt einen hinsichtlich der Dellenbildung kritischen Wert nicht übersteigt.
Das Lacksystem kommt bedarfsweise auch völlig ohne eine flüchtige Komponente aus, solange es sich bei dem Lacksystem dennoch um ein fluides Lacksystem handelt. Unter einem fluiden Lacksystem wird ganz allgemein ein fließfähiges Lacksystem verstanden. Die Viskosität des Lacksystems ist mithin groß genug, um dem Lacksystem einen fluiden,
jedenfalls pastösen, Charakter zu verleihen. Durch ein solches, fluides Lacksystem wird erreicht, dass das
Lacksystem in die Vertiefungen der Korkoberfläche eindringen kann, um die Vertiefungen entsprechend aufzufüllen.
Pulverlacksysteme, die ausschließlich aus Feststoffen bestehen, sind nicht als fluide Lacksysteme anzusehen.
Pulverlacksysteme sind auch nicht geeignet, die Vertiefungen in der Korkschicht aufzufüllen und mithin eine ebene, dellenfreie Oberfläche der Grundierung sicherzustellen. Ein fluides Lacksystem in Sinne der Erfindung weist also
letztlich wenigstens eine flüssige Komponente auf. Bei dieser flüssigen Komponente handelt es sich vorzugsweise um eine
Lösemittelkomponente. Sie kann beispielsweise chemisch reagieren oder beim Härten ausgetrieben werden.
Bei einer ersten bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird zur Bildung der Grundierung ein Lacksystem mit einem Anteil flüchtiger Komponenten von maximal 5 Vol.-%
aufgebracht. Dadurch wird die Neigung zur Bildung von Dellen in der Oberfläche der Grundierung weiter verringert.
Gleichzeitig kann aber noch eine in vielen Fällen ausreichend gleichmäßige Lackschicht aufgetragen werden. Weiter bevorzugt ist es in diesem Zusammenhang, wenn das Lacksystem einen Anteil flüchtiger Komponenten von maximal 3 Vol.-% aufweist. Bei geeigneter Verfahrensführung kann so einerseits ein gleichmäßiger Lackauftrag erreicht und andererseits das Entstehen von Dellen mehr oder weniger vollständig verhindert werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Lacksystem zur Bildung der Grundierung einen Anteil flüchtiger Komponenten von maximal 10 Gew.-%, vorzugsweise maximal 5 Gew.-%, insbesondere maximal 3 Gew.-%, aufweisen. Dies gilt
beispielsweise dann, wenn aufgrund höherer Dichteunterschiede der Komponenten des Lacksystems neben dem Volumen des Anteils flüchtiger Komponenten auch dessen Gewichtsanteil
entsprechend eingestellt sein sollte, um einen gleichmäßigen Auftrag des Lacksystems sicherzustellen.
Zur Bildung der Grundierung kann aufgrund des geringen
Anteils flüchtiger Komponenten ein strahlenhärtendes
Lacksystem verwendet werden. Bei diesen Lacksystemen vernetzt beim Aushärten unter Einwirkung von Strahlung wenigstens eine Lösemittelkomponente mit einer anderen Komponente des
Lacksystems. Diese Lösemittelkomponente muss also nicht oder in deutlich geringerem Maße durch Trocknen ausgetrieben
werden. Diese Lacksysteme können aufgrund eines höheren
Anteils flüssiger Komponenten, eine hinreichend niedrige Viskosität für das gleichmäßige Aufbringen des Lacksystems bereitstellen. Dabei bietet sich aufgrund der vereinfachten Handhabung und Verfahrensführung die Verwendung eines UV- härtenden Lacksystems an. Das Aushärten des Lacksystems erfolgt dabei bevorzugt direkt nach dem Aufbringen des
Lacksystems, da nachträglich aufgebrachte Schichten das Eindringen der Strahlung in das Lacksystem zu dessen
gleichmäßiger Härtung beeinträchtigen kann.
Unabhängig von der Härtung des Lacksystems kann zur Bildung der Grundierung bevorzugt ein Acrylharz-Lacksystem verwendet werden. Entsprechende Lacksysteme lassen sich gut verarbeiten und bilden eine Grundierung mit bevorzugten physikalischen Eigenschaften. Dies gilt insbesondere dann, wenn das
Lacksystem wenigsten ein Polyacrylat und/oder wenigstens ein Polymethacrylat aufweist. Damit das Trocknen und/oder das Aushärten des Lacksystems zur Bildung der Grundierung beschleunigt werden können, kann die Korkschicht vor dem Aufbringen des Lacksystems auf eine
Temperatur zwischen 40 °C und 60 °C erwärmt werden.
Grundsätzlich sind dabei höhere Temperaturen bevorzugt, allerdings kann eine zu hohe Temperatur Korkzellen in der Korkschicht zum Expandieren bringen, was wegen der Bildung weiterer Unebenheiten zu vermeiden ist. Daher hat es sich als besonders zweckmäßig erwiesen, die Korkschicht auf etwa 50°C zu erwärmen.
Das Lacksystem zur Bildung der Grundierung wird vorzugsweise mit einer Walzenauftragsmaschine auf die Korkschicht
aufgebracht. Diese weist bevorzugt eine Auftragswalze auf, die eine bestimmte Menge des Lacksystems auf die Korkschicht aufträgt. Die Auftragswalze dreht sich dabei in
Transportrichtung des noch unfertigen Fußbodenpaneels. Die Auftragswalze kann mit einer Dosierwalze zusammenwirken und einen Spalt bilden, über dem das Lacksystem ansteht und entsprechend des Walzenspalts von der Auftragswalze
mitgenommen wird. In Transportrichtung nach der Auftragswalze kann eine entgegen der Transportrichtung drehende Glättwalze vorgesehen sein, die mit der Korkschicht einen definierten Spalt bildet, der die Schichtdicke des Lacksystems festlegt. Die Glättwalze kann verchromt sein oder eine äußere Schicht aus Hartmetall oder Keramik aufweisen, damit sich eine möglichst ebene Oberfläche des Lacksystemfilms ausbilden kann. Durch die Drehrichtung der Glättwalze und/oder das
Aufbringen des Lacksystems über die Auftragswalze wird das Lacksystem gleichmäßig in die Vertiefungen in der
Korkoberfläche hineingebracht. Der Auftrag des Lacksystems kann auch auf eine andere Art erfolgen. Es sollte jedoch ein in einer Breite einstellbarer Spalt vorgesehen sein, um eine Grundierung mit definierter und gleichmäßiger Schichtdicke erzeugen zu können.
Der Transport des noch unfertigen Fußbodenpaneels durch die Walzenauftragsmaschine kann durch wenigstens ein Förderband bewerkstelligt werden, wobei unterhalb der Auftragswalze und/oder der Glättwalze eine Gegendruckwalze vorgesehen sein kann, die mit der anderen Walze einen Walzenspalt definierter Breite bildet. Die wenigstens eine Gegendruckwalze kann gummiert und/oder angetrieben sein. Bedarfsweise stellt die wenigstens eine Gegendruckwalze auch die Antriebswalze für das Förderband dar.
Um die Grundierung nach dem Aufbringen auf die Korkschicht zu glätten und/oder die Haftung einer weiteren Schicht auf der Grundierung zu verbessern, kann die Grundierung nach dem Aufbringen geschliffen werden. Bedarfsweise kann dies auch in mehreren Schritten mit unterschiedlichen Körnungen geschehen.
Das Aufbringen eines Dekors kann dadurch vereinfacht werden, dass auf die Grundierung zunächst eine Grundfarbe aufgetragen wird. Die Grundfarbe wird vorzugsweise mittels einer
geeigneten Auftragswalze auf die Grundierung aufgewalzt. Es kann dabei auch für den Auftrag der Grundfarbe, eine
Druckeinrichtung verwendet werden, wobei die Grundfarbe jedoch anders als beim Drucken einer Dekorschicht,
vollflächig anstatt in Form eines Musters aufgetragen wird. Durch den Auftrag der Grundfarbe wird das Dekor nicht durch die Farbe der Grundierung beeinträchtigt. Die Grundfarbe kann auch einer Grundfarbe des Dekors entsprechen und so einen Teil des später sichtbaren Dekors bilden. Die Schicht der Grundfarbe kann also als eine Teilschicht der Dekorschicht angesehen werden. Es kann aber auch ein Lacksystem zur
Bildung der Grundierung verwendet werden, welches
entsprechende Farbpigmente aufweist, so dass die Grundierung bereits die gewünschte Grundfarbe aufweist. Die Grundfarbe wird vorzugsweise mittels einer Walze, insbesondere mittels eines Druckwerks, aufgetragen.
Auf die Grundfarbe oder alternativ auf die Grundierung wird eine Dekorschicht aufgedruckt, was bevorzugt mittels
Druckwalzen erfolgt. Dabei bietet sich insbesondere das
Tiefdruckverfahren an. Um ein möglichst ansprechendes Dekor zu erzielen, wird vorzugsweise ein Mehrfarben-Druckwerk zum
Auftragen der Dekorschicht in mehreren Arbeitsgängen
verwendet. In jedem Arbeitsgang wird eine andere Farbe des Dekors aufgebracht. Das Dekor könnte aber auch auf andere Weise, wie etwa dem Digitaldruck, aufgebracht werden.
Damit die Dekorschicht zum Schutz gegen Abrieb dauerhaft mit einer Versiegelung versehen werden kann, bietet es sich an, einen Haftvermittler auf die Dekorschicht aufzutragen. Die Versiegelungsschicht kann aber grundsätzlich auch ohne
Haftvermittler auf die Dekorschicht aufgetragen werden, etwa um eine Materialeinsparung zu erzielen. Je nach der
gewünschten Versiegelung der Dekorschicht und der späteren Beanspruchung des Fußbodenpaneels kann die Versiegelung mehrschichtig ausgebildet sein und in mehreren Arbeitsgängen aufgebracht werden.
Als Korkschicht kann eine solche mit einer Dichte von
wenigstens 550 kg/m3 verwendet werden. Dabei führt eine höhere Verdichtung des Korks zu weniger und/oder weniger ausgeprägten oberflächlichen Vertiefungen in der Korkschicht (Fehlstellen). Weiter bevorzugt kann es daher sein, wenn die Dichte der Korkschicht wenigstens 650 kg/m3 beträgt. Mit dem Anstieg der Dichte kann aber auch die Elastizität der
Korkschicht beeinträchtigt werden, was bei der Wahl des Korkmaterials zu berücksichtigen ist.
Alternativ oder zusätzlich können Vertiefungen in der
Korkschicht durch die Schichtdicke selbst begrenzt werden. Es kann dazu etwa eine Korkschicht mit einer Schichtdicke von weniger als 2 mm verwendet werden. Wenn dies die Elastizität oder die Isolierungswirkung des Korks beeinträchtigt, kann
die Korkschicht auch ein Dicke von weniger als 1,5 mm
auf eisen .
Um Spannungen im Fußbodenpaneel auszugleichen, empfiehlt es sich, eine sogenannte Gegenzugschicht auf der Rückseite der Trägerplatte vorzusehen. Bevorzugt wird diese ebenfalls aus einer Korkschicht gebildet. Ein besonders guter
Spannungsausgleich wird dabei erhalten, wenn die
Korkschichten zu beiden Seiten der Trägerplatte aus dem gleichen Material bestehen und/oder die gleiche Schichtstärke aufweisen. Bedarfsweise kann eine Gegenzugschicht in Form einer Korkschicht vorgesehen sein, die der mit der
Grundierung zu versehenden Korkschicht gleicht. Es können jedoch auch eine andere Korkschicht oder ein anderes Material als Gegenzugschicht verwendet werden, wenn dadurch
beispielsweise Materialkosten eingespart werden.
Das eingangs genannte technische Problem wird zudem durch ein Fußbodenpaneel mit einer Trägerplatte, einer Korkschicht, einer Grundierung und einer Dekorschicht gelöst, das nach einem der Ansprüche 1 bis 14 hergestellt worden ist.
Des Weiteren kann die Trägerplatte an den umlaufenden
Schmalseiten mit an sich bekannten Verriegelungssystemen versehen sein. Jeweils gegenüberliegende Schmalseiten weisen dabei bevorzugt miteinander korrespondierende
Verriegelungssysteme auf, um jeweils gleichartige
Fußbodenpaneele zu einem Fußbodenbelag zusammensetzen und verriegeln zu können.
Vorzugsweise ist die Trägerplatte aus Holz oder einem
Holzwerkstoff gebildet. Entsprechende Trägerplatten sind
kostengünstig herzustellen und weisen günstige mechanische Eigenschaften auf. Außerdem können entsprechende
Trägerplatten leicht recycelt werden. Zur Anbringung von Verriegelungssystemen zur leimfreien Verbindung der Paneele an den Schmalseiten bietet sich die Verwendung einer
mitteldichten Faserplatte (MDF) oder einer hochdichten
Faserplatte (HDF) an. Kostengünstigere Fußbodenpaneele können mit als Spanplatten ausgebildeten Trägerplatten gefertigt werden. Grundsätzlich kommen aber auch Trägerplatten in Form von Oriented-Stand-Boards-Platten (OSB) und, insbesondere wegen ihrer Resistenz gegenüber Feuchtigkeit, als PC-Platte (Wood-Plastic-Compound) oder Kompaktlaminat ausgebildete Trägerplatten in Frage.
Gute Kompromisse zwischen der mechanischen Festigkeit und der Dicke der Fußbodenpaneele ergeben sich für Trägerplatten mit einer Dicke zwischen 2 mm und 8 mm. Als besonders zweckmäßig haben sich in diesem Zusammenhang Trägerplatten mit einer Dicke zwischen 3,5 mm und 6 mm herausgestellt.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich
Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen
Fußbodenpaneels in schematischer Darstellung,
Fig . 2 den Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Fließbilddarstellung und
Fig . 3 eine bei dem Verfahren gemäß Fig. 2 verwendete
Walzenauftragsmaschine .
In Fig. 1 ist ein Fußbodenpaneel 1 in einem vertikalen
Schnitt dargestellt, wobei die Darstellung insoweit
schematisch ist, als dass an den Schmalseiten auf die
Darstellung von Verriegelungselementen zum Verriegeln des Fußbodenpaneels mit gleichartigen Fußbodenpaneelen zu einem Fußbodenbelag verzichtet worden ist. Darüber hinaus sind die einzelnen Schichten des Fußbodenpaneels nicht maßstäblich wiedergegeben. Vielmehr sind insbesondere die oberen
Schichten der besserer Erkennbarkeit halber vergrößert dargestellt. Nicht dargestellt ist zudem, dass das
Fußbodenpaneel eine rechteckige Form aufweist.
Das Fußbodenpaneel 1 weist eine Trägerplatte 2 in Form einer hochdichten Faserplatte (HDF) auf, auf der eine Korkschicht 3 mittels eines Reaktionsklebers aufgeklebt ist. Auf der
Unterseite der Trägerplatte 2 ist ebenfalls mittels eines Reaktionsklebers eine weitere Korkschicht 4 aufgeklebt, die als sogenannte Gegenzugschicht für das Fußbodenpaneel 1 fungiert. Die Korkschichten 3,4 weisen eine Dichte zwischen
550 kg/m3 bis 600 kg/m3 auf. Die Dicke der oberen Korkschicht 3 beträgt zwischen 1 mm und 2 mm. Die Korkschicht 4 der
Gegenzugschicht ist dagegen etwa 1 mm dick. Die Stärke der zwischen den Korkschichten 3,4 angeordneten Trägerplatte 2 beträgt etwa 3,5 mm bis 4,5 mm.
Auf der Oberseite der oberen Korkschicht 3 ist eine
Grundierung 5 aufgebracht, welche Vertiefungen in der
Korkoberfläche ausfüllt und selbst eine glatte und ebene Oberfläche zum Bedrucken mit einer Dekorschicht 6 bildet. Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Fußbodenpaneel ist auf der Grundierung 5 eine Farbschicht 6 in Form einer auf
das Dekor abgestimmten Grundfarbe aufgetragen, die eine untere Teilschicht der Dekorschicht 6 bildet. Die Grundfarbe ist vollflächig ohne Farbschattierungen vorgesehen. Die farbliche Abstimmung von Grundfarbe und Dekor ist derart, dass die Grundfarbe einen Farbton des Dekors bildet und somit selbst Bestandteil des sichtbaren Dekors wird.
Auf der Grundfarbschicht werden nacheinander verschiedene Muster in unterschiedlichen Farben aufgedruckt. Die Schichten bilden dann gemeinsam die Dekorschicht 6. Die jeweiligen
Muster werden im Tiefdruckverfahren mittels entsprechender Druckwalzen aufgebracht. Das Dekor ist bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Fußbodenpaneel 1 einer
Holzoberfläche nachempfunden. Das Dekor könnte aber auch anderen Oberflächen nachempfunden oder als Fantasiedekor ausgebildet sein.
Auf der Dekorschicht 6 ist eine Haftvermittlerschicht 7 vorgesehen, auf der die darauf angeordnete
Versiegelungsschicht 8 gut haftet, welche das Dekor vor
Abrieb schützen soll. Die Versiegelungsschicht 8 ist beim dargestellten Fußbodenpaneel 1 in mehreren Teilschichten aufgebracht, von denen wenigstens eine Teilschicht
abriebfeste Partikel, wie beispielsweise Korundpartikeln, aufweist.
Ferner weist die Versiegelungsschicht 8 eine Strukturierung 9 auf, die der Oberfläche des Fußbodenpaneels 1 eine
dreidimensionale Erscheinung verleiht. Die Strukturierung 9 kann beispielsweise durch eine Prägung (mechanische Pore) , durch variable Benetzung (chemische Pore) oder einen
Druckvorgang (Druck- oder Lackpore) erreicht werden.
In Fig. 2 sind die wesentlichen Verfahrensschritte bei der Herstellung des in Fig. 1 dargestellten Fußbodenpaneels 1 schematisch wiedergegeben. Zunächst werden Trägerplatten bereitgestellt, aus denen später mehrere Fußbodenpaneele herausgearbeitet werden. Die Trägerplatten werden
anschließend von beiden Seiten mittels eines Reaktionsklebers in einer Doppelbandpresse mit Korkschichten kaschiert 10. Danach wird auf die obere Korkschicht ein Lacksystem zur Bildung einer Grundierung aufgetragen 11. Das verwendete Lacksystem weist einen Anteil flüchtiger Komponenten von weniger als 3 Vol.-% auf. Bedarfsweise wird vor dem
Aufbringen des Lacksystems der Schichtverbund aus
Trägerplatte und Korkschichten oberflächlich oder insgesamt auf eine Temperatur von ungefähr 50°C erwärmt. Durch das Anheben der Temperatur lässt sich die Zeit zum Härten des Lacksystems verkürzen. Um flüchtige Komponenten des
Lacksystems auszutreiben, wird das Lacksystem in einem
Trocknungskanal getrocknet. Vorzugsweise parallel dazu wird das Lacksystem einer UV-Strahlung ausgesetzt, um
Photoinitiatoren anzuregen und eine chemische Aushärtung (Vernetzung) des Lacksystems zu bewirken. Da die Grundierung noch mit UV-Strahlen absorbierenden Farbschichten bedruckt wird, wird die Grundierung bereits in diesem
Verfahrensstadium vollständig ausgehärtet.
Die Korkschicht auf der späteren Unterseite der Trägerplatte dient als sogenannte Gegenzugschicht . Diese wird nicht bedruckt und braucht daher auch nicht grundiert zu werden.
Die ausgehärtete Grundierung wird in einem nachfolgenden Schritt 12 geschliffen, um die Oberfläche weiter zu glätten und die Haftung weiterer Schichten auf der Grundierung zu verbessern. Beim dargestellten und insoweit bevorzugten
Verfahren wird die Grundierung mittels einer
Breitbandschleifmaschine zweistufig mit Körnungen von 320 und anschließend von 400 geschliffen.
Auf die derart vorbereitete Oberfläche der Grundierung wird eine Dekorschicht aufgebracht 13. Dabei wird zunächst eine wasserbasierte Grundfarbe aufgetragen. Die Menge an
Grundfarbe beträgt bei dem beschriebenen Verfahren etwa
60 g/m2 (nass), wobei der Festkörperanteil der Grundfarbe etwa 50 bis 65 Gew.-% beträgt. Der Farbton ist an den Farbton des Dekors angepasst. Die Grundfarbe kann bedarfsweise in mehreren Schritten nass in nass oder mit Zwischentrocknung aufgetragen werden. Der Auftrag der Grundfarbe erfolgt mit einer Auftragswalze, auf welche die Grundfarbe mit einer definierten Schichtdicke aufgebracht wird. Die Auftragswalze überträgt die Grundfarbe dann auf die unter der Auftragswalze entlang geführte, auf der Korkschicht aufgebrachte
Grundierung. Die definierte Schichtdicke kann mittels einer Dosierwalze eingestellt werden, welche mit der Auftragswalze einen Spalt vorgegebener Breite ausbildet, wobei oberhalb des Spalts und zwischen den Walzen Grundfarbe in ausreichender Menge bereitgehalten wird.
Zwischen dem Auftragen der Grundfarbe und den weiteren
Dekorschichten wird die Grundfarbe in einem Trockenkanal mittels Warmluft getrocknet. Anschließend werden verschiedene Dekorelemente in verschiedenen Farbtönungen nacheinander im an sich bekannten Tiefdruckverfahren aufgedruckt. Alternativ
oder zusätzlich können auch digitale Drucktechniken zum
Aufdrucken des Dekors verwendet werden. Die einzelnen
Dekorteilschichten werden einzeln oder nach dem Auftrag gemeinsam zum Zwecke der Aushärtung mittels Warmluft
getrocknet.
In einem nächsten Schritt wird ein Haftvermittler auf die Dekorschicht aufgetragen und mittels UV-Strahler getrocknet. Der Haftvermittler sorgt für eine dauerhafte Haftung einer noch aufzubringenden Versiegelungsschicht trotz der
Elastizität der Korkschicht.
Die Versiegelungsschicht wird vorzugsweise in mehreren
Schritten aufgebracht 14. Beim vorliegend beschriebenen
Verfahren weist jede Teilschicht Hartpartikel einer
unterschiedlichen Partikelgröße auf. Die Partikelgröße nimmt zur Oberseite hin ab. In unteren Schichten betragen die
Partikelgrößen beispielsweise 60 bis 200 μηα, während die oberflächennahen Partikel eine Größe von beispielsweise 5 bis 20 μπι aufweisen. Es erfolgt jeweils eine Zwischenhärtung, wodurch die einzelnen Schichten der Versiegelungsschicht zunächst aber nur leicht verfestigt werden, was auch als Angelieren bezeichnet wird. Beim beschriebenen Verfahren wird aus optischen Gründen noch eine weitere Lackschicht aus einem transparenten Lacksystem aufgetragen. Der Auftrag erfolgt jedoch nicht vollflächig, so dass eine Strukturierung 15 der Oberfläche erhalten wird. Diese Strukturierung wird optisch durch Glanzgradunterschiede zwischen der oberflächlichen Lackschicht und der
Versiegelungsschicht verstärkt. Man spricht in diesem
Zusammenhang auch von einer Lackpore. Abschließend werden
die oberflächliche Lackschicht und die Versiegelungsschicht gemeinsam mittels UV-Strahlen ausgehärtet.
Danach erfolgt ein Zuschneiden 16, bei dem aus den wie beschrieben bearbeiteten, großen Verbundplatten einzelne
Fußbodenpaneele herausgearbeitet werden. Diese werden dann an ihren Schmalseiten durch Fräsen 17 mit Verriegelungsprofilen versehen . Wie dies in der Fig. 3 dargestellt ist, wird das Lacksystem 20 mit einer Walzenauftragsmaschine 21 auf die Korkschicht aufgebracht. Die Trägerplatten 22 mit den beiden
Korkschichten werden von einem Förderbandsystem 23 in
Transportrichtung TR durch die Walzenauftragsmaschine 21 hindurch transportiert. Das Lacksystem 20 wird oberhalb eines Spalts zwischen einer Auftragswalze 24 und einer Dosierwalze 25 aufgegeben. Von dort wird je nach Walzenspalt zwischen Auftragswalze 24 und Dosierwalze 25 eine entsprechende Menge des Lacksystems 20 von der Auftragswalze 24 abtransportiert und anschließend auf die Korkschicht übertragen. Die
Drehrichtung der Dosierwalze 25 kann gegenläufig zum oder gleichsinnig mit der Auftragswalze sein. In letzterem Fall wird eine Rakel benötigt, um zu verhindern, dass auf der Dosierwalze 25 das Lacksystem 20 im Kreis gefahren wird.
Unterhalb der Auftragswalze 24 ist eine gummierte
Gegendruckwalze 26 vorgesehen, über welche der Walzenspalt und damit der Abstand zwischen Auftragswalze 24 und
Korkschicht eingestellt werden kann. In Transportrichtung TR schließt sich ein weiteres Walzenpaar an, von dem die untere Walze wiederum eine Gegendruckwalze 27 zur Einstellung des Walzenspalts und damit des Abstands der oberen Glättwalze 28
von der zugehörigen Korkschicht darstellt. Die Glättwalze 28 ist verchromt und äußerst eben und glatt. Ferner wird die Glättwalze 28 entgegen der Transportrichtung TR gedreht, so dass die Glättwalze 28 einen Teil des aufgebrachten
Lacksystems 20 in Form einer Wulst zurückhält. Überschüssige Anteile des Lacksystems 20 werden dabei von der Glättwalze 28 an die Auftragswalze 24 und/oder direkt von dieser wieder in den Zwischenraum zwischen der Dosierwalze 25 und der
Auftragswalze 24 zurückgeführt. Die Glättwalze 28 füllt damit zuverlässig die Vertiefungen in der Korkoberfläche mit dem Lacksystem 20 aus und lässt den Film des Lacksystems 20 mit einer exakt vorgegebenen Filmdicke durch.