VERFAHREN ZUM GESCHLOSSENZELLIGEN BLÄHEN VON MINERALISCHEM
MATERIAL
GEBIET DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung eines geblähten Granulats aus sandkornförmigem, mineralischem Material mit einem Treibmittel, beispielsweise aus Perlit- oder Obsidiansand; wobei das Material in einen senkrecht stehenden Ofen von oben, bevorzugt über eine
Schurre, aufgegeben wird; das Material in einem Ofenschacht des Ofens entlang einer Fallstrecke durch mehrere, vertikal voneinander getrennt angeordnete Heizzonen fällt, wobei jede Heizzone mit zumindest einem unabhängig steuerbaren
Heizelement beheizt werden kann; das Material dabei auf eine kritische Temperatur erhitzt wird, bei welcher die Oberflächen der Sandkörner plastisch werden und die Sandkörner aufgrund des Treibmittels gebläht werden; und das geblähte Material am unteren Ende des Ofens ausgetragen wird.
Außerdem bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine
Vorrichtung zur Herstellung eines geblähten Granulats, umfassend einen senkrecht stehenden Ofen samt Ofenschacht mit einer Aufgabeöffnung am oberen Ende des Ofenschachts zur
Aufgabe eines sandkornförmigen Materials und einer
Austrageöffnung am unteren Ende des Ofenschachts sowie einer zwischen Aufgabe- und Austrageöffnung im Ofenschacht
befindlichen Fallstrecke, welche durch mehrere, vertikal voneinander getrennt angeordnete Heizzonen führt, wobei die Heizzonen jeweils zumindest ein voneinander unabhängig
steuerbares Heizelement aufweisen, um das Material auf eine kritische Temperatur zu erhitzen, sowie umfassend mehrere Temperatursensoren zur direkten oder indirekten Messung der Materialtemperatur und/oder Mittel zur Bestimmung der Leistung der Heizelemente der Heizzonen.
STAND DER TECHNIK
Leichtstoffe sind in der Bauindustrie gefragte
Ausgangsmaterialien für diverse Anwendungen wie der
Fertigputzeindustrie oder in der Isoliertechnik. Die
Leichtstoffe unterteilen sich prinzipiell in erdölbasierte Materialien und mineralische Stoffe. Erdölbasierte Materialien weisen zwar den Nachteil der Brennbarkeit auf, doch sind deren Herstellungsprozesse gut erforscht, was eine günstige
Produktion ermöglicht. Paradebeispiel für einen erdölbasierten Isolierstoff, der in der Bauindustrie bevorzugt für die
Wärmedämmung eingesetzt wird, ist Polystyrol. Aufgrund des günstigen Preises wird der gravierende Nachteil der leichten Entflammbarkeit in Kauf genommen, teils mit katastrophalen Folgen, wenn es zu Bränden kommt.
Dem gegenüber sind Isolierstoffe aus mineralischen Stoffen, bei denen es sich hauptsächlich um (kristall ) wasserhaltige Gesteine (z.B. vulkanische Gesteine Perlit, Obsidian u.ä.) in Granulatform handelt, nicht entflammbar. Allerdings sind die Herstellungsprozesse noch nicht so gut erforscht wie jene erdölbasierter Isolierstoffe. Hinsichtlich der erzielbaren Qualitäten und der möglichen Herstellungskosten scheinen die Herstellungsprozesse von mineralischen Isolierstoffen jedoch noch eine Menge Entwicklungspotential zu haben. Aus dem Stand der Technik sind seit langem Perlitöfen bekannt, in welchen heiße Verbrennungsluft von unten nach oben durch ein vertikal angeordnetes Rohr geblasen wird. Der zu blähende
(Perlit- ) Sand wird dabei über eine Schurre von oben, d.h.
jedenfalls in einem Bereich des Ofens, der über dem unteren Ende des Ofens angeordnet ist, nach unten aufgegeben. Der Sand erhitzt dabei im heißen Abgas im Gegenstrom bis auf eine kritische Temperatur, bei welcher der Sand plastisch wird und das im Sand gebundene Wasser verdampft. Mit dem
Verdampfungsvorgang einhergehend ist die Aufblähung des Sands um das bis zu 20-fache seines ursprünglichen Volumens.
Durch den Blähvorgang werden die einzelnen Sandkörner
aufgerissen, sodass ein offenporiges, sehr leichtes, aber auch stark hygroskopisches Granulat entsteht. Dieses Granulat wird mit dem Abgasstrom nach oben ausgetragen und in einem Filter abgeschieden. Das Granulat findet hauptsächlich in der
Isoliertechnik zur thermischen Isolation von Tanks für
Flüssiggas (LNG) Verwendung, aber auch als Zusatz für
Fertigputze zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit sowie als Isolierschüttung zum Aufbau von Fußböden in Wohnhäusern.
Großer Nachteil des so geblähten Perlits ist seine
Offenporigkeit , welche stark hygroskopische Eigenschaften sowie eine beschränkte Formstabilität bedingt. Um der
Hygroskopie zu begegnen, ist eine nachgeschaltete
Imprägnierung mit Silikon aus dem Stand der Technik bekannt, doch bedeutet dies einen teuren, zusätzlichen
Verfahrensschritt verbunden mit dem Nachteil der Brennbarkeit von Silikon ab ca. 200° C.
Bisherige Versuche, geschlossenzellige geblähte Perlite herzustellen, müssen als unbefriedigend spezifiziert werden. Einerseits sind die genauen Ursachen der geschlossenzelligen Blähung nicht erforscht, andererseits fehlt bislang die
Möglichkeit, den Prozess der geschlossenzelligen Blähung zu kontrollieren und gezielt zu beeinflussen. Letzteres bedeutet auch, dass die genaue Oberflächenstruktur der geblähten Körner beim Herstellungsprozess nicht bewusst eingestellt werden
kann. Dies vereitelt beispielsweise das Einstellen der
Rauigkeit, welche wiederum für die Verarbeitung mit anderen Stoffen eine wichtige Rolle spielt.
Außerdem hat es sich gezeigt, dass im Falle von einem zu hohen Wassergehalt das bereits geblähte Korn zerreißt, bevor dessen Oberfläche durch den Abkühlvorgang beim Blähen wieder erstarrt ist. Im Hinblick hierauf ist es aus dem Stand der Technik bekannt, dass der Wassergehalt, d.h. der Anteil des im
Material gebundenen Wassers, durch eine thermische
Konditionierung des Rohsands auf den für das Blähen optimalen Wert reduziert werden kann.
Eine erneute Erwärmung des Sandkorns nach dem eigentlichen Blähvorgang kann eine Fortsetzung der Blähung bewirken, jedoch besteht hierbei die Gefahr, dass das bereits geblähte Korn zerreißt oder nach dem erneuten Blähvorgang sehr geringe
Festigkeitswerte aufweist.
In der Patentliteratur werden lediglich einzelne Aspekte von Blähverfahren bzw. der dafür verwendeten Vorrichtungen
behandelt - der zugrundeliegende Mechanismus bzw. die
kontrollierte Verhinderung der Offenporigkeit des geblähten
Granulats werden jedoch nicht berührt. So zeigt die EP 0225074 Bl ein Verfahren zur Wärmebehandlung blähbaren Materials, bestehend aus zwei Heizstufen mit Vorheizung und Heizung und anschließendem aktiven Abkühlen durch Blasen von Kühlmittel auf das aufgeblähte Material. Die AT 504051 Bl schlägt eine zusätzliche Siebung zwischen den beiden Heizstufen vor. Die WO 2009/009817 AI zeigt einen Schachtofen, in welchem die Blähung stattfindet. Dabei wird das zu blähende Material von oben in den Ofen aufgegeben und am unteren Ende des Schachtofens ausgetragen, weshalb die WO 2009/009817 AI als nächstkommender Stand der Technik angesehen wird.
AUFGABE DER ERFINDUNG
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren für das Blähen sandförmiger , mineralischer Materialien mit einem Treibmittel zur Verfügung zu stellen, bei dem eine geschlossene Oberfläche des geblähten Granulats kontrollierbar eingestellt werden kann, sodass das geblähte Granulat keine bzw. kaum Hygroskopie aufweist. Außerdem soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Oberflächenstruktur des geblähten
Granulats und damit dessen Rauigkeit gezielt zu beeinflussen. Aufgabe ist auch, eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verfügung zu stellen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Grundlage der Erfindung ist die in einer Vielzahl an Versuchen gewonnene Erkenntnis, dass der eigentliche Blähvorgang, dessen Basis die Erweichung des Sandkorns in Verbindung mit
Wasserdampfbildung oder eines anderen Treibmittels ist, ein isenthalper Prozess ist. D.h. beim eigentlichen Blähvorgang mit der Vergrößerung des Sandkornvolumens bleibt die Enthalpie konstant, wobei grundsätzlich jedes Sandkorn ein
thermodynamisches System darstellt, in der Praxis aber
natürlich viele Sandkörner zusammengefasst ein System bilden.
Der isenthalpe Blähprozess ist mit einer abrupten Reduktion bzw. Verringerung der Materialtemperatur verbunden, welche auch als Temperatursturz bezeichnet werden kann und das Korn wieder härter macht sowie den Blähvorgang einfriert.
Beispielsweise kann der isenthalpe Blähprozess mit einem
Temperatursturz von über 100° C verbunden sein. D.h. die
Materialtemperatur nimmt beim Blähvorgang signifikant ab, und die Plastizität verringert sich.
Dieses Wissen gestattet es nun, den Blähvorgang - praktisch unabhängig vom verwendeten Ausgangsmaterial - zu detektieren. D.h. es kann bestimmt werden, wann bzw. an welcher Stelle im Ofen die Blähung stattfindet. Dies wiederum gestattet es, ein Aufreißen des eben geblähten Korns erfolgreich zu verhindern, indem gezielt die Wärmezufuhr nach dem Blähprozess deutlich reduziert bzw. gänzlich unterbunden wird. D.h. der
Temperatursturz stellt die erste Verringerung der
Materialtemperatur dar, die an zwei aufeinander folgenden Positionen entlang des Weges des Materials durch den Ofen detektiert wird.
Die Detektion des Temperatursturzes erfolgt dabei entweder über eine direkte Temperaturmessung des Sands im Ofen oder indirekt, z.B. über den Umweg einer
Kühlwassertemperaturmessung in einem nachgeschalteten Prozess oder über die Bestimmung einer Wärmeflussänderung.
Der Blähvorgang selbst findet in einem schachtförmigen, senkrecht stehenden Ofen statt, in welchen das
Ausgangsmaterial von oben mittels einer Schurre aufgegeben wird. Das Innere des Ofens, der Ofenschacht bildet eine
Fallstrecke für das Material, wobei entlang der Fallstrecke mehrere Heizzonen vertikal voneinander getrennt angeordnet sind, die Heizelemente aufweisen, welche unabhängig
voneinander gesteuert und geregelt werden können. Hierdurch wird das Material auf eine kritische Temperatur erhitzt, bei der die Oberfläche der Sandkörner plastisch wird. Aufgrund des im Material gebundenen Wassers bildet sich Wasserdampf, dessen Druck das Sandkorn nun isenthalp aufbläht. Die damit
einhergehende Abkühlung des Sandkorns wird detektiert.
Selbstverständlich gilt dies auch, wenn statt Wasser ein anderes Treibmittel im Material vorhanden ist. Die Position des Blähvorgangs im Ofenschacht wird im Allgemeinen nicht für alle Sandkörner dieselbe sein, da die Sandkörner praktisch nie exakt gleich groß und schwer sind. Entsprechend wird der
Blähvorgang in einem Bereich der Fallstrecke stattfinden.
Dieser Bereich liegt zwischen jenen zwei Punkten, zwischen denen die erste Verringerung der Materialtemperatur
festgestellt wird. Ab jener Position bzw. ab jenem Bereich, an welcher bzw. in welchem ein Temperatursturz festgestellt wird, wird die
Temperatur des Materials nicht wieder erhöht, sondern entlang der verbleibenden Fallstrecke gezielt reduziert. Letzteres geschieht, indem die Leistung der Heizelemente in den
Heizzonen entlang der verbleibenden Fallstrecke als Funktion der verbleibenden Fallstrecke runter geregelt wird. Hierbei kann es sich um eine Stufenfunktion, die z.B. durch null
Leistung der Heizelemente in den Heizzonen entlang der
verbleibenden Fallstrecke realisiert werden kann, oder um eine Abnahme der Heizleistung in mehreren Schritten handeln. Die Austragung des Materials erfolgt über eine wassergekühlte Schurre, wobei die Wasserkühlung zur weiteren Kühlung des Materials beiträgt, wodurch dessen plastische Verformbarkeit weiter reduziert wird. Daher ist es bei einem Verfahren zur Herstellung eines
geblähten Granulats aus sandkornförmigem, mineralischem
Material mit einem Treibmittel, beispielsweise aus Perlit- oder Obsidiansand; wobei das Material in einen senkrecht stehenden Ofen von oben, bevorzugt über eine Schurre,
aufgegeben wird; das Material in einem Ofenschacht des Ofens entlang einer Fallstrecke durch mehrere, vertikal voneinander getrennt angeordnete Heizzonen fällt, wobei jede Heizzone mit zumindest einem unabhängig steuerbaren Heizelement beheizt werden kann; das Material dabei auf eine kritische Temperatur erhitzt wird, bei welcher die Oberflächen der Sandkörner plastisch werden und die Sandkörner aufgrund des Treibmittels gebläht werden; und das geblähte Material am unteren Ende des Ofens ausgetragen wird, vorgesehen, dass bei Detektion einer ersten Verringerung der Temperatur des Materials zwischen zwei
aufeinander folgenden Positionen entlang der Fallstrecke die Heizelemente entlang der verbleibenden Fallstrecke in
Abhängigkeit von der kritischen Temperatur geregelt werden.
Die beste Qualität der geblähten Körner hinsichtlich ihrer mechanischen Eigenschaften bzw. Festigkeit und gänzlich fehlender bzw. geringst möglicher Hygroskopie geht einher mit einer entsprechend festen und nicht aufgerissenen Oberfläche der geblähten Körner. Diese lässt sich in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens realisieren, indem die Heizelemente entlang der verbleibenden Fallstrecke so geregelt werden, dass sich die Materialtemperatur entlang der verbleibenden Fallstrecke nicht auf oder über die
kritische Temperatur erhöht, wodurch ein neuerliches Blähen unterbunden wird. Da die zu blähenden Sandkörner in der Praxis nicht alle identische Größe bzw. Masse aufweisen, erreichen in der Praxis nicht alle Sandkörner gleichzeitig die kritische Temperatur. Entsprechend findet der Blähprozess nicht an einem Punkt, sondern in einem Bereich des Ofenschachts statt. Nach jenem Bereich, in dem ein hinreichend großer Anteil an Sandkörnern gebläht wird, sodass ein Temperatursturz detektiert wird, wird die Leistung der Heizelemente entsprechend der oben genannten bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens herunter geregelt, sodass ein neuerliches Blähen verhindert wird. In diesem Bereich werden jedoch nicht alle
Sandkörner gebläht, da Sandkörner ab einer gewissen Größe bzw. Masse am Ende des Bereichs die kritische Temperatur noch nicht erreicht haben. In der oben angeführten bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens können diese Sandkörner aufgrund der beschriebenen Regelung der
Heizelemente aber auch nach dem Bereich nicht gebläht werden und werden daher ungebläht aus dem Ofenschacht bzw. Ofen ausgetragen. D.h. das aus dem Ofen ausgetragene Material enthält in diesem Fall einen gewissen Anteil an ungeblähten
Sandkörnern. Ökonomisch kann es sinnvoll sein, diesen Anteil an ungeblähten Sandkörnern zu minimieren bzw. den Anteil an geblähten Sandkörnern zu maximieren und dafür eine
Verschlechterung der Materialeigenschaften, insbesondere eine höhere Hygroskopie und geringere Festigkeit, in Kauf zu nehmen. In diesem Fall kann der Anteil an geblähten
Sandkörnern gesteigert werden, indem das Material nach der Detektion des Temperatursturzes, entlang der verbleibenden Fallstrecke gezielt wieder bzw. weiter erhitzt wird,
insbesondere auf bzw. über die für den Blähvorgang notwendige kritische Temperatur. Entlang der verbleibenden Fallstrecke können daher auch die schwereren bzw. größeren Sandkörner die kritische Temperatur erreichen und blähen, sodass der
Gesamtanteil an geblähten Sandkörnern zunimmt. Daher ist es bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass die Heizelemente entlang der verbleibenden Fallstrecke so geregelt werden, dass sich die Materialtemperatur entlang der verbleibenden
Fallstrecke auf oder über die kritische Temperatur erhöht. Für die bereits geblähten Körner bedeutet die erneute Zunahme der Temperatur entlang der verbleibenden Fallstrecke eine
Verschlechterung der Materialqualität, da es zu einem
neuerlichen Blähen kommen kann, bei dem die Festigkeit abnimmt oder bei dem die Oberfläche der bereits geblähten Sandkörner aufreißen kann. Letzteres wirkt sich insbesondere negativ hinsichtlich der damit einhergehenden Hygroskopie aus.
Bezüglich des verwendeten Materials können nicht nur
mineralische Sande verwendet werden, in denen Wasser als
Treibmittel gebunden ist, wie beispielsweise Perlit- oder Obsidiansand . Ebenso kann es sich um mineralischen Staub handeln, der mit wasserhaltigem mineralischem Bindemittel gemischt ist, wobei in diesem Fall das wasserhaltige
mineralische Bindemittel als Treibmittel wirkt. Der
Blähvorgang kann in diesem Fall folgendermaßen vor sich gehen:
Der mineralische Staub, der aus relativ kleinen Sandkörnern von beispielsweise 20 pm Durchmesser besteht, bildet mit dem Bindemittel größere Körner von beispielsweise 500 pm. Bei einer kritischen Temperatur werden die Oberflächen der
Sandkörner des mineralischen Staubs plastisch und bilden geschlossene Oberflächen der größeren Körner bzw. verschmelzen zu solchen. Da die geschlossene Oberfläche eines einzelnen größeren Korns in der Regel insgesamt kleiner ist als die Summe aller Oberflächen der einzelnen Sandkörner des
mineralischen Staubs, welche an der Bildung dieses größeren
Korns beteiligt sind, wird auf diese Weise Oberflächenenergie gewonnen bzw. nimmt das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ab .
In diesem Moment liegen also größere Körner mit jeweils einer geschlossenen Oberfläche vor, wobei die Körner eine Matrix aus mineralischem Sandstaub sowie wasserhaltiges mineralisches Bindemittel aufweisen. Da die Oberflächen dieser größeren Körner nach wie vor plastisch sind, kann in der Folge der sich ausbildende Wasserdampf die größeren Körner blähen. D.h. das wasserhaltige mineralische Bindemittel wird als Treibmittel verwendet .
Alternativ kann auch mineralischer Staub mit einem Treibmittel gemischt werden, wobei das Treibmittel mit mineralischem
Bindemittel, welches vorzugsweise Wasser enthält, vermengt ist. Als Treibmittel kann beispielsweise CaC03 Verwendung finden. Der Blähvorgang kann in diesem Fall analog zum oben geschilderten vor sich gehen: Der mineralische Staub, welcher eine relativ kleine Sandkorngröße (beispielsweise 20 pm
Durchmesser) aufweist, bildet mit dem Treibmittel und dem mineralischen Bindemittel größere Körner (beispielsweise 500 pm Durchmesser) . Bei Erreichen einer kritischen Temperatur werden die Oberflächen der Sandkörner des mineralischen Staubs plastisch und bilden eine geschlossene Oberfläche der größeren Körner bzw. verschmelzen zu einer solchen. Die geschlossenen
Oberflächen der größeren Körner sind nach wie vor plastisch und können nun vom Treibmittel gebläht werden. Falls das mineralische Bindemittel wasserhaltig ist, kann dieses als zusätzliches Treibmittel fungieren. Daher ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass es sich bei dem mineralischem Material mit Treibmittel um mineralisches Material handelt, in dem Wasser gebunden ist und als Treibmittel wirkt, oder um mineralischen Staub gemischt mit wasserhaltigem mineralischen Bindemittel, welches als Treibmittel wirkt, oder um mineralischen Staub gemischt mit einem Treibmittel, welches mit mineralischem Bindemittel vermengt ist, wobei das mineralische Bindemittel vorzugsweise Wasser beinhaltet und als zusätzliches
Treibmittel wirkt. Um das dargestellte Verfahren durchführen zu können, ist neben einem Schachtofen mit mehreren Heizzonen mit regelbaren
Heizelementen vor allem eine intelligente Regel- und
Steuereinheit notwendig. Diese wertet beispielsweise Daten von Temperatursensoren aus, um den Temperatursturz des Materials und die entsprechende Position bzw. den Bereich im Ofenschacht festzustellen bzw. zu detektieren. Basierend auf dieser
Detektion regelt die Regel- und Steuereinheit die Heizelemente der Heizzonen, insbesondere entlang der verbleibenden
Fallstrecke. Es versteht sich jedoch, dass auch die
Heizelemente der Heizzonen entlang der Fallstrecke vor der Blähposition bzw. dem Blähbereich geregelt und somit
unterschiedlichste Temperaturprofile bis zur Blähung
eingestellt werden können. Daher zeichnet sich eine
erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines geblähten Granulats, umfassend einen senkrecht stehenden Ofen samt
Ofenschacht mit einer Aufgabeöffnung am oberen Ende des
Ofenschachts zur Aufgabe eines sandkornförmigen Materials und einer Austrageöffnung am unteren Ende des Ofenschachts sowie einer zwischen Aufgabe- und Austrageöffnung im Ofenschacht
befindlichen Fallstrecke, welche durch mehrere, vertikal voneinander getrennt angeordnete Heizzonen führt, wobei die Heizzonen jeweils zumindest ein voneinander unabhängig
steuerbares Heizelement aufweisen, um das Material auf eine kritische Temperatur zu erhitzen, sowie umfassend mehrere Temperatursensoren zur direkten oder indirekten Messung der Materialtemperatur und/oder Mittel zur Bestimmung der Leistung der Heizelemente der Heizzonen, dadurch aus, dass eine Regel- und Steuereinheit vorgesehen ist, die mit den
Temperatursensoren und/oder den Mitteln zur Bestimmung der Leistung der Heizelemente der Heizzonen und mit den
Heizelementen der Heizzonen verbunden ist, um eine erste
Verringerung der Temperatur des Materials, bevorzugt von mindestens 100° C, zwischen zwei aufeinander folgenden
Positionen entlang der Fallstrecke zu detektieren, und dass die Heizelemente durch die Regel- und Steuereinheit in
Abhängigkeit von der kritischen Temperatur regelbar sind, insbesondere um eine Zunahme der Materialtemperatur entlang der verbleibenden Fallstrecke auf oder über die kritische Temperatur zu verhindern oder gezielt zu ermöglichen. Bei den Mitteln zur Bestimmung der Leistung bzw. der Leistungsaufnahme der Heizelemente kann es sich beispielsweise im Falle von elektrischen Heizelementen um Strom-/Spannungs- bzw.
Leistungsmessgeräte handeln. Durch die Detektion des Temperatursturzes kann der für das
Blähen aufgewendete Energieeintrag gezielt minimiert werden. Ebenso kann die Produktqualität eines geschlossenzelligen, festen Granulats annähernd unabhängig vom Ausgangsmaterial gewährleistet werden. Gegenüber dem Stand der Technik können auch kleine und kleinste Sandkornfraktionen geschlossenzellig gebläht werden. Da feine, geblähte Granulate höhere
Festigkeitswerte aufweisen als vergleichsweise große
Granulate, lassen sich so interessante neue Leichtstoffe für die weiterverarbeitende Industrie realisieren.
Zur Detektion des Temperatursturzes kann an mehreren Stellen entlang der Fallstrecke die Temperatur des Materials gemessen werden. Die Temperaturmessung kann direkt oder indirekt erfolgen. Eine direkte Messung wäre durch Temperatursensoren, die im Ofeninneren angeordnet sind gegeben. Dabei können die Temperatursensoren mit dem Material in Berührung kommen oder auch nicht. In letzterem Fall wird lediglich die Temperatur in den Heizzonen bestimmt. Wichtig ist, dass die
Temperatursensoren an vertikal zueinander beabstandeten
Positionen über die Fallstrecke verteilt angeordnet sind, um eine Eingrenzung des örtlichen Auftretens des
Temperatursturzes zu ermöglichen. Entsprechend ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgesehen, dass die Temperatur des Materials im Ofenschacht an mehreren vertikal voneinander beabstandeten
Positionen direkt oder indirekt gemessen wird, um eine erste Verringerung der Temperatur des Materials, bevorzugt von mindestens 100° C, zwischen zwei aufeinander folgenden
Positionen entlang der Fallstrecke zu detektieren. Vor allem in diesem Fall, ist es für die Bestimmung der
Position bzw. des örtlichen Bereiches des Temperatursturzes entlang der Fallstrecke von Vorteil, wenn in jeder Heizzone zumindest ein Temperatursensor angeordnet ist, der die dort vorherrschende Temperatur misst. Entsprechend ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass in jeder Heizzone zumindest ein
Temperatursensor angeordnet ist. Dies impliziert natürlich, dass Temperatursensoren, die vertikal zueinander beabstandet sind, vorgesehen sind. Im Falle einer direkten
Temperaturmessung können die Temperatursensoren im Ofenschacht bzw. entlang der Fallstrecke angeordnet sein und sogar mit dem Material in Berührung kommen.
Die Detektion des Temperatursturzes kann ebenso über die
Bestimmung der Wärmeflussänderung von einer Heizzone zur
anderen erfolgen. Hierbei ist der Wärmefluss von den Heizelementen zum Material gemeint. Dieser hängt von der
Temperaturdifferenz zwischen den Heizelementen und dem
Material ab. Während des Aufheizens des Materials verringert sich die Temperaturdifferenz zwischen Heizelementen und
Material sukzessive. Entsprechend verringert sich der
Wärmefluss, d.h. die festgestellte Änderung des Wärmeflusses von einer Heizzone zur nächsten ist zunächst eine Abnahme. Unmittelbar nach dem Blähvorgang und dem damit einhergehenden Temperatursturz ist die Temperaturdifferenz zwischen Material und Heizelementen deutlich größer als unmittelbar vor dem Blähvorgang. Entsprechend nimmt auch der Wärmefluss zu, d.h. die festgestellte Änderung des Wärmeflusses von einer Heizzone zur nächsten ist nun eine Zunahme. Diese detektierte Zunahme des Wärmeflusses eignet sich daher, um den Temperatursturz und dessen Bereich im Ofenschacht festzustellen. Entsprechend ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass die Änderung des Wärmeflusses von den Heizelementen zum Material bestimmt wird, wobei die
Änderung zwischen einer Heizzone und einer nächsten,
vorzugsweise der darauf folgenden Heizzone bestimmt wird, und die Detektion der ersten Verringerung der Temperatur des Materials zwischen zwei aufeinander folgenden Positionen entlang der Fallstrecke durch Detektieren einer
Wärmeflusszunahme von einer Heizzone zur nächsten,
vorzugsweise zur darauf folgenden Heizzone erfolgt. Konkret erfolgt die Bestimmung der Wärmeflussänderung bzw. die
Detektion der Wärmeflusszunahme über die Messung der von den Heizelementen aufgenommenen Leistung bei einer vorgegebenen zu erreichenden Solltemperatur. Nach dem Temperatursturz ist die Differenz zwischen Solltemperatur und Materialtemperatur größer als unmittelbar vor dem Blähvorgang, weshalb die
Heizelemente in der Heizzone, in der der Temperatursturz erfolgt und/oder die auf den Bereich des Temperatursturzes folgt, im Vergleich zu den Heizelementen der vorhergehenden
Heizzone mehr Leistung aufnehmen. Diese Leistungszunahme entspricht der Zunahme des Wärmeflusses.
Auf die beschriebene Weise kann ein geschlossenzelliges
Granulat erzeugt werden, das keinerlei bzw. kaum Hygroskopie aufweist und nicht brennbar ist. Die Granulatkörner können mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur hergestellt werden.
Dabei kann die konkrete Oberflächenstruktur der Granulatkörner zwischen einer einfachen Kugelform und einer Form von mehreren miteinander verbundenen Entitäten, ähnlich zu mehreren
miteinander verbundenen Seifenblasen bzw. mitunter an eine Brombeere erinnernd, eingestellt werden.
Die Oberflächenstruktur, die unmittelbare Auswirkung auf die Rauigkeit des Granulats und damit auf dessen Verarbeitbarkeit mit anderen Materialien hat, lässt sich u.a. durch die
thermische Behandlung nach dem Blähvorgang beeinflussen.
Hierzu wird die Heizleistung der Heizelemente in den Heizzonen in der nach dem Blähvorgang verbleibenden Fallstrecke
sukzessive verringert oder schlagartig komplett auf Null gesetzt. Dadurch wird den geblähten Körnern, die noch eine gewisse Plastizität aufweisen, mehr oder weniger Gelegenheit gegeben, sich im Ofenschacht miteinander zu verbinden.
Versuche mit Perlit haben für den Fall einer sofortigen
Unterbindung jeglicher weiterer Wärmezufuhr eine bevorzugte Oberflächenstruktur bestehend aus 5 bis 7 miteinander
verbundenen Entitäten ergeben. Daher ist es bei einer
bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens
vorgesehen, dass die Leistung der Heizelemente entlang der gesamten verbleibenden Fallstrecke auf Null gesetzt wird.
Aufgrund der hohen Prozesstemperatur sind im Ofenschacht, der wie ein Kamin wirkt, Auftriebskräfte vorhanden, die sich besonders auf kleinere Sandkornpartikel auswirken.
Entsprechend bewirken die Auftriebskräfte bei kleineren und damit leichteren Sandkornpartikel eine längere Verweilzeit im
Ofenschacht als bei größeren und schwereren Sandkörnern. Dies bedeutet, dass die kleineren, leichteren Sandkörner im
Ofenschacht überhitzen können, was beispielsweise die
mechanischen Eigenschaften dieser geblähten Sandkörner
verschlechtert. Um das längere Verweilen von kleineren, leichteren Sandkörnern gegenüber größeren, schwereren
Sandkörnern im Ofenschacht zu verhindern, wird der Ofenschacht mit leichtem Unterdruck betrieben. Dies bewirkt, dass mit dem Material von oben nach unten Prozessluft durch den Ofenschacht gesaugt wird und die Verweilzeit von großen, schweren und kleinen, leichten Sandkörnern angeglichen wird. Daher ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass das Material zusammen mit einer ersten Prozessluft durch den Ofenschacht, vorzugsweise durch Beaufschlagung des Ofenschachts mit Unterdruck, gesaugt wird.
Die durch den Ofenschacht von oben nach unten strömende erste Prozessluft erfährt dabei eine Erwärmung. Dies führt zu einer Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit im Ofenschacht, wodurch die Verweilzeit aller Sandpartikel im Ofenschacht verkürzt wird. Dies ist nicht erwünscht. Um die Zunahme der
Strömungsgeschwindigkeit der ersten Prozessluft zu
kompensieren, ist der Ofenschacht nach unten hin weiter ausgeführt als oben. Solcherart kann die
Strömungsgeschwindigkeit im Ofenschacht annähernd konstant gehalten werden. Daher ist es bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass die erste Prozessluft mit im Wesentlichen konstanter Geschwindigkeit durch den Ofenschacht strömt.
Entsprechend ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass der Querschnitt des Ofenschachts normal zur Fallstrecke von der Aufgabe- zur Austrageöffnung zunimmt. Die Zunahme der Weite des
Ofenschachts kann stufenweise oder kontinuierlich erfolgen. Für letzteren Fall bietet sich aufgrund der relativ einfachen
Herstellung eines solchen Ofenschachts insbesondere eine konische Ausführung an. Daher ist es bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass der Querschnitt des Ofenschachts parallel zur Fallstrecke eine konische Form aufweist.
In Verbindung mit der Beaufschlagung des Ofenschachts mit Unterdruck kann somit eine im Wesentlichen konstante
Geschwindigkeit der durch den Ofenschacht strömenden ersten Prozessluft gewährleistet werden. Daher ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass Mittel zur Erzeugung eines Unterdrucks im Ofenschacht entlang der Fallstrecke in einer Fallrichtung, die parallel zur Fallstrecke ist und von der Aufgabe- zur
Austrageöffnung weist, vorgesehen sind, um eine erste
Prozessluft mit im Wesentlichen konstanter Geschwindigkeit durch den Ofenschacht zu saugen. Ein solches Mittel wäre z.B. eine entsprechend dimensionierte Vakuumpumpe. Diese kann gleichzeitig für den Betrieb einer Flugstromförderung zum Abtransport des geblähten Granulats nach dessen Austragung aus dem Ofen benutzt werden. Die Erzeugung des Unterdrucks in Fallrichtung bedeutet, dass der Unterdruck in Fallrichtung zunimmt .
Die Geschwindigkeit, mit der die Sandkörner durch den
Ofenschacht fallen, nimmt zunächst gemäß dem Fallgesetz zu. Wegen der geringen Größe der ungeblähten Sandkörner und deren relativ hoher Dichte spielt die Abbremsung aufgrund des
Luftwiderstands nur eine untergeordnete Rolle. Daher erreichen die ungeblähten Sandkörner nicht nur eine Geschwindigkeit, die größer ist als die Strömungsgeschwindigkeit der ersten
Prozessluft, sondern werden gemäß dem Fallgesetz weiter beschleunigt. Durch die Blähung nimmt das Volumen der
Sandkörner schlagartig zu, und es verringert sich ihre Dichte. Der Luftwiderstand nimmt daher ebenfalls schlagartig zu und die geblähten Sandkörner werden von der ersten Prozessluft
stark abgebremst. Hierauf fallen die Sandkörner mit einer im Wesentlichen konstanten Geschwindigkeit durch den Ofenschacht, deren Konstanz durch die Konstanz der Strömungsgeschwindigkeit der ersten Prozessluft bestimmt ist. Der Absolutwert dieser Fallgeschwindigkeit hängt vom Durchmesser bzw. Volumen und der Dichte der geblähten Sandkörner ab und wird im Allgemeinen größer sein als die Strömungsgeschwindigkeit der ersten
Prozessluft. D.h. die Fallgeschwindigkeit der geblähten Körner ergibt sich durch das Wechselspiel zwischen Fallgesetz und dem Widerstand der mit im Wesentlichen konstanter Geschwindigkeit durch den Ofenschacht strömenden ersten Prozessluft, wobei der Luftwiderstand die dominierende Rolle innehat. Daher ist es bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass das geblähte Material mit im Wesentlichen konstanter Geschwindigkeit fällt, wobei die Fallgeschwindigkeit der geblähten Sandkörner von deren Durchmesser abhängt. Entsprechend stellt sich in
Abhängigkeit des Durchmessers (und der Dichte) der Sandkörner eine maximale Verweilzeit der Sandkörner im Ofenschacht ein, die nicht überschritten wird.
Zur Vermeidung von wesentlichen Emissionen erfolgt die
Wärmezufuhr im Ofenschacht durch Wärmestrahlung. Gemäß dem Stand der Technik werden bei der Heizung mittels
Wärmestrahlung als Schachtmaterial hitzebeständige Stähle verwendet, die jedoch hohe Wärmespeichermassen darstellen. Entsprechend ziehen solche Ausführungen lange An- und
Abfahrzeiten der Anlage nach sich. Um dies zu vermeiden, ist der Ofenschacht aus hitzebeständigem Gewebe oder hoch
hitzebeständigem Glas ausgeführt bzw. mit einem solchen ausgekleidet. Entsprechend ist es bei einer bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass der Ofenschacht eine innere Oberfläche aufweist, welche mit hitzebeständigem Gewebe oder Glassegmenten ausgekleidet ist .
Vom radialen Zentrum des Ofenschachts mit Blickrichtung nach außen gesehen sind hinter der Auskleidung der inneren
Oberfläche des Ofenschachts die Heizelemente angeordnet und hinter den Heizelementen eine Wärmeisolierung. Unabhängig von den oben beschriebenen Maßnahmen zur
Vergleichmäßigung der Strömungsgeschwindigkeit der ersten Prozessluft und damit letztlich der Verweildauer des Materials im Ofenschacht, ist es grundsätzlich natürlich so, dass kleine, leichte Sandpartikel schneller die Blähtemperatur erreichen als große, schwere. Vor allem für diese kleineren
Sandpartikel besteht daher die Gefahr einer Überhitzung. Kommt es nun zu einer Kollision mit dem Ofenschacht, führt dies zum Anbacken an selbigem. Um solchen Kollisionen und potentiellem Anbacken entgegen zu wirken, ist das hitzebeständige Gewebe luftdurchlässig ausgeführt, sodass aus dem Raum zwischen
Wärmeisolierung und Ofenschacht, in dem auch die Heizelemente installiert sind, eine zweite Prozessluft in den Ofenschacht, in Richtung des radialen Zentrums des Ofenschachts eingeblasen werden kann. Die Luftmenge wird dabei durch ein entsprechendes Drosselorgan, vorzugsweise ein regelbares Ventil, eingestellt. Bei der Ausführung des Ofenschachts mit hitzebeständigem Glas wird ein ähnlicher Effekt durch die Unterteilung des Glases in Segmente erreicht, wobei sich zwischen Glassegmenten ein Spalt befinden kann, aus welchem die zweite Prozessluft vom oben genannten Zwischenraum in den Ofenschacht eingeblasen werden kann. Daher ist es bei einer besonders bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass eine mittels mindestens eines Drosselorgans regulierte Menge an zweiter Prozessluft von einer inneren Oberfläche des Ofenschachts in Richtung zum radialen Zentrum des Ofenschachts geblasen wird, um ein Anbacken des Materials an der inneren Oberfläche des Ofenschachts zu verhindern.
Ebenso ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass das
hitzebeständige Gewebe luftdurchlässig ist und durch das luftdurchlässige, hitzebeständige Gewebe eine zweite
Prozessluft in Richtung zum radialen Zentrum des Ofenschachts einblasbar ist. Entsprechend ist es bei einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass zwischen Glassegmenten Spalte angeordnet sind und durch die Spalte eine zweite Prozessluft in Richtung zum radialen Zentrum des Ofenschachts einblasbar ist, um ein Anbacken des Materials an der inneren Oberfläche des Ofenschachts zu verhindern. Weiters ist bei einer besonders bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mindestens ein Drosselorgan vorgesehen, womit die Menge an einzublasender zweiter Prozessluft einstellbar ist. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Drosselorgan um ein regelbares Ventil. Wie bereits erwähnt, ist die Einstellung eines passenden
Anteils an gebundenem Wasser oder einem anderen Treibmittel notwendig, um einerseits ein Blähen zu garantieren und
andererseits ein Zerreißen der Körner beim Blähen
auszuschließen. Im Labor kann der Feuchtegehalt des Rohsands und dessen Gewichtsabnahme beim Trocknen zunächst eruiert werden. Dies dient als Vorgabe für die Rohsandkonditionierung während des Produktionsprozesses. D.h. aufgrund der
Laborversuche weiß man, wie lange man den Rohsand bei welcher Temperatur vor der Einbringung in den Ofenschacht trocknen muss, um den gewünschten Wassergehalt einzustellen. Dieses Vortrocknen bzw. thermische Vorkonditioniern erfolgt
üblicherweise in einem Rohrofen, kann aber auch in einem
Fließbettofen durchgeführt werden. Daher sieht eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass das Material vor Eintritt in den Ofenschacht, vorzugsweise in einem Fließbettofen, thermisch
vorkonditioniert wird. Es versteht sich, dass dieses
thermische Vorkonditionieren bei einer Temperatur geschieht,
die deutlich unter der kritischen Temperatur im Ofenschacht liegt .
Die thermische Nachbehandlung setzt voraus, dass im
Wesentlichen alle Sandkörner bereits im geblähten Zustand vorliegen. Hierfür muss sichergestellt werden, dass das Blähen des Materials in einem möglichst definierten bzw. engen vertikalen Raumbereich des Ofenschachts stattfindet. Dafür wiederum müssen die Sandkörner möglichst gleich groß sein, sodass alle im Wesentlichen zur selben Zeit, nach demselben Energieeintrag plastisch werden und blähen. Daher sieht eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass das Material vor Eintritt in den Ofenschacht gesiebt wird, um eine möglichst homogene Größenverteilung der
Sandkörner im Ofenschacht sicherzustellen. Wie bereits oben erwähnt, hat die thermische Behandlung des Materials nach dem Blähvorgang Auswirkungen auf die
Oberflächenbeschaffenheit, insbesondere auf die Rauigkeit des geblähten Granulats. Entsprechend der weiteren Verwendung des Granulats - z.B. bei der Verarbeitung zu Platten - ist es wichtig, die Oberfläche des geblähten Materials rau zu
gestalten. Auf diese Weise können die einzelnen Granulatkörner mit Hilfe eines geeigneten Bindemittels, wie z.B. Wasserglas, miteinander verklebt werden, um so beispielsweise formstabile Platten mit geforderten Festigkeitswerten herstellen zu können. Solche Platten eignen sich u.a. für den
Innentrockenausbau von Wohnräumen mit hohen wärmedämmenden Eigenschaften, wodurch z.B. eine Energieeinsparung bei der Verwendung von Klimaanlagen im Sommerbetrieb erzielt wird.
Die Verwendung von Wasserglas als Bindemittel ermöglicht es auch, eine Schicht des erfindungsgemäß hergestellten Granulats auf konventionelle Polystyrolplatten aufzubringen, die der Brandhemmung dient. Es versteht sich, dass solche
brandhemmenden Schichten bzw. Brandschutzschichten auch auf
einer Vielzahl von anderen Teilen, wie z.B. Stahlträgern, aufgebracht werden können.
Die Oberfläche des geblähten Materials lässt sich durch ein Verfestigen bzw. Glasieren der geblähten Körner in einem kalten Luftstrom beeinflussen. Zu diesem Zweck wird direkt nach dem Blähschacht dem vorhandenen Gemisch aus Prozessluft und geblähtem Material Kühlluft derart beigemengt, dass eine Abkühlung auf unter 100° C, vorzugsweise auf unter 80° C erfolgt. Daher ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen, dass beim
Austragen des Materials aus dem Ofen bzw. Ofenschacht Kühlluft beigemengt wird, um das Material auf unter 100° C,
vorzugsweise auf unter 80° C abzukühlen. Entsprechend ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass im Bereich des unteren Endes des Ofens bzw. Ofenschachts Mittel zur Beimengung von Kühlluft beim Austragen des Materials aus dem Ofen bzw. Ofenschacht vorgesehen sind. Bei diesen Mitteln handelt es sich
vorzugsweise um eine Ausströmöffnung für die Kühlluft, die unmittelbar beim unteren Ende des Ofenschachts angeordnet ist, sowie um ein Kühlluftventil, welches insbesondere regelbar ausgeführt ist.
Optional bzw. zusätzlich kann zur Austragung des Materials eine wassergekühlte Schurre verwendet werden, wobei die
Wasserkühlung zur weiteren Kühlung des Materials beiträgt, wodurch dessen plastische Verformbarkeit weiter reduziert wird. Entsprechend ist es bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass eine, vorzugsweise wassergekühlte Schurre vorgesehen ist, um das Material aus dem Ofen bzw. Ofenschacht auszutragen.
Das so abgekühlte Granulat wird in einem weiteren Schritt mit Hilfe einer pneumatischen Flugstromförderung transportiert und weiter abgekühlt, womit Oberflächenbeschaffenheit bzw.
Festigkeit des Granulats ebenfalls beeinflusst wird. Daher sieht eine weitere bevorzugte Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass das Material nach dem Austragen mittels einer pneumatischen Flugstromförderung in einen Bevorratungsbehälter befördert wird, wobei hierbei ein kühles Fluid, bevorzugt kühle Luft, zum Einsatz kommt, wodurch das Material weiter abgekühlt wird und im Bevorratungsbehälter vorzugsweise Raumtemperatur aufweist. Letzteres gestattet ein problemloses Hantieren, z.B. Absacken, des erzeugten
Granulats. Analog ist es bei einer besonders bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass eine pneumatische Flugstromförderung zur Beförderung des aus dem Ofen bzw. Ofenschacht ausgetragenen Materials in einen Bevorratungsbehälter vorgesehen ist.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Zeichnungen sind beispielhaft und sollen den Erfindungsgedanken zwar darlegen, ihn aber keinesfalls einengen oder gar abschließend wiedergeben.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Schnittansicht eines Schachtofens zum Blähen von Perlitsand gemäß dem Stand der Technik
Fig. 2 eine schematische Schnittansicht eines weiteren aus dem Stand der Technik bekannten Schachtofens zum
Blähen von Partikeln
Fig. 3 eine schematische Schnittansicht eines
erfindungsgemäßen Schachtofens zum erfindungsgemäßen geschlossenzelligen Blähen, wobei das sich im Ofen befindende Material ebenfalls schematisch skizziert ist
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines
geschlossenzelligen, geblähten Granulats mit kugelförmiger Oberflächenstruktur in Aufsicht
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines
geschlossenzelligen, geblähten Granulats mit rauer Oberflächenstruktur in Aufsicht
Fig. 6 ein Gesamtfließschema eines erfindungsgemäßen
Verfahrens
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Fig. 1 zeigt eine schematische Schnittansicht eines aus dem Stand der Technik bekannten Ofens 2 zum Aufschäumen bzw.
Blähen von Perlitsand 1. Der Ofen 2 besteht im Wesentlichen aus einem senkrecht stehenden Ofenschacht 3, in welchen von unten Heißgas 33 eingeblasen wird. Perlitsand 1 wird von oben, in der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform von ca. einem Drittel der Gesamthöhe des Ofenschachts 3, eingebracht.
Aufgrund des Heißgases 33 werden die Sandkörner 15 (in Fig. 1 nicht eingezeichnet) des Perlitsands 1 gebläht, wodurch sich deren Dichte verringert. Dies wiederum bewirkt, dass die geblähten Sandkörner 15 im Ofenschacht 3 aufsteigen. Am oberen Ende des Ofenschachts 3 entweicht das heiße Abgas 34 mit dem expandierten Granulat. Über einen Filter (nicht dargestellt) kann das geblähte Granulat abgeschieden werden. Nachteilig an diesem Verfahren ist, dass die Sandkörner 15 beim Blähvorgang üblicherweise aufreißen und daher höchst hygroskop sind.
Fig. 2 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Ofens 2, wie er aus der WO 2009/009817 AI bekannt ist. Auch dieser Ofen 2 weist einen senkrecht stehenden Ofenschacht 3 auf. In diesem Fall wird der Perlitsand 1 von oben durch den Ofenschacht 3 fallen gelassen, d.h. der Perlitsand 1 fällt entlang einer
Fallstrecke 4, die durch den Ofenschacht 3 verläuft. Entlang der Fallstrecke 4 sind Heizelemente 6 angeordnet, die dem Perlitsand 1 Wärme zuführen, sodass es zu einer Blähung kommt. Nach außen ist der Ofen 2 bzw. sind die Heizelemente 6 mittels einer Wärmeisolierung 25 isoliert.
Das geblähte Granulat tritt am unteren Ende des Ofens 2 aus dem Ofenschacht 3 aus und fällt in eine Flugstromförderung 17. Hierbei wird das geblähte Granulat in einem im Wesentlichen horizontal ausgerichteten Rohr mittels einer starken Strömung kühler Luft 18, 35 abtransportiert. Zwar können mit dem in der Fig. 2 gezeigten Ofen unter gewissen Umständen
geschlossenzellig geblähte Granulate erzeugt werden, aus der WO 2009/009817 AI gehen jedoch keine Details über den
Blähvorgang hervor. Fig. 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Ofen 2, der sich für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
geschlossenzelligen Blähung eines sandkornförmigen,
mineralischen Materials, in dem Wasser oder ein anderes
Treibmittel gebunden ist, eignet. Der Ofen 2 weist einen senkrecht verlaufenden Ofenschacht 3 auf, an dessen oberem Ende 26 eine Aufgabeöffnung 19 für das zu blähende Material, wie z.B. Perlitsand 1, angeordnet ist.
Dabei kann der Perlitsand 1 vor Zuführung zum Ofen 2
hinsichtlich des Anteils an gebundenem Wasser bzw. Treibmittel vorkonditioniert werden, beispielsweise in einem Fließbettofen 38 (vgl. Fig. 6) . Die Aufgabe des Perlitsands 1 in den Ofen 2 bzw. Ofenschacht 3 kann über eine (nicht dargestellte) Schurre erfolgen bzw. kann die Aufgabe des Perlitsands 1 über ein Ventil 37 geregelt werden. Der Perlitsand 1 fällt von der Aufgabeöffnung 19 entlang einer Fallstrecke 4 in einer Fallrichtung 23 senkrecht durch den Ofenschacht 3 zu einer Austrageöffnung 20 am unteren Ende 27 des Ofens 2 bzw. Ofenschachts 3.
Die Weite des Ofenschachts 3, d.h. der Querschnitt des Ofenschachts 3 normal auf die Fallrichtung 23, nimmt von der Aufgabeöffnung 19 zur Austrageöffnung 20 hin zu. Im gezeigten Ausführungsbeispiel erfolgt diese Aufweitung kontinuierlich, sodass der Querschnitt des Ofenschachts 3 parallel zur
Fallrichtung 23 eine konische Form aufweist. Dabei kann der Querschnitt des Ofenschachts 3 normal auf die Fallrichtung 23 eine rechteckige bzw. quadratische Form oder runde bzw.
kreisförmige Form aufweisen. Der Ofen 2 ist in Fallrichtung 23 in Heizzonen 5 (in Fig. 3 durch die strichlierten Linien angedeutet) mit jeweils
mindestens einem Heizelement 6 unterteilt, um den durch den Ofenschacht 3 fallenden Perlitsand 1 aufzuheizen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Heizelemente 6 symmetrisch bezüglich einer Ebene angeordnet, die durch das radiale
Zentrum 14 des Ofenschachts 3 verläuft. Bei den Heizelementen 6 kann es sich sowohl um elektrische Heizelemente 6 als auch um gasbetriebene Heizelemente 6 handeln. Entscheidend ist, dass die Heizelemente 6 zur Abgabe von Wärmestrahlung
ausgelegt sind. D.h. die Übertragung von Wärme auf den
Perlitsand 1 erfolgt in erster Linie mittels Wärmestrahlung und nicht etwa durch Konvektion.
In Richtung des radialen Zentrums 14 des Ofens 2 gesehen ist nach den Heizelemente 6 hitzebeständiges Gewebe 24 angeordnet. Der Ofenschacht 3 weist daher eine innere Oberfläche 13 auf, die mit hitzebeständigem Gewebe 24 ausgekleidet ist, bzw.
bildet das hitzebeständige Gewebe 24 die innere Oberfläche 13 des Ofenschachts 3. Das hitzebeständige Gewebe 24 hat
gegenüber hitzebeständigen Stählen, die gemäß dem Stand der Technik üblicherweise verwendet werden, den Vorteil geringerer Wärmespeichermassen bzw. -kapazitäten, sodass rasche An- und Abfahrzeiten des Ofens 2 realisiert werden können.
Das hitzebeständige Gewebe 24 ist außerdem für Luft durchlässig. Daher kann eine zweite Prozessluft 11 durch das Gewebe 24 hindurch in Richtung radiales Zentrum des
Ofenschachts 3 eingeblasen werden, um einem Anbacken von erhitzten Sandkörnern 15 an der inneren Oberfläche 13 des
Ofenschachts 3 entgegen zu wirken. Die zweite Prozessluft 11 wird dabei in dem zwischen Ofenschacht 3 bzw. dessen innerer Oberfläche 13 und einer äußeren Wärmeisolierung 25 des Ofens 2 befindlichen Zwischenraum, in dem auch die Heizelemente 6 angeordnet sind, geleitet. Die Menge an zweiter Prozessluft 11 wird über ein Ventil 12, welches vorzugsweise regelbar ist, kontrolliert .
Im Gewebe 24 sind außerdem Temperatursensoren 21 angeordnet. Die Temperatursensoren 21 sind dabei an vertikal voneinander beabstandeten Positionen 9 angeordnet, sodass in jeder
Heizzone 5 zumindest ein Temperatursensor 21 liegt. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel wird also die Temperatur des Perlitsands 1 über die in der Heizzone 5 vorherrschende
Temperatur ermittelt. Heizelemente 6 und Temperatursensoren 21 sind mit einer
Regel- und Steuereinheit 40 (vgl. Fig. 6) verbunden, die die Position bzw. den Bereich 22 im Ofenschacht 3, an welcher bzw. in welchem die Blähung der Sandkörner 15 stattfindet, aufgrund der Temperaturdaten bestimmt. An dieser Position bzw. in diesem Bereich 22 tritt nämlich eine deutliche Verminderung der Temperatur, ein Temperatursturz von beispielsweise über 100° C des geblähten Perlitsands 1 auf. Dieser Temperatursturz ist Folge eines isenthalpen Blähvorgangs des Perlitsands 1, wobei der Blähvorgang zustande kommt durch ein Weichwerden der Oberfläche 7 der Sandkörner 15 gefolgt von einem
Ausdehnungsvorgang aufgrund des sich in den Sandkörnern 15 bildenden Wasserdampfs bzw. Wasserdampfdrucks. Z.B. hat der Perlitsand 1 unmittelbar vor seiner Blähung ca. 780° C und unmittelbar nach dem isenthalpen Blähvorgang nur noch ca. 590°
C, d.h. ein Temperatursturz von 190° C tritt in diesem Beispiel auf. Die Regel- und Steuereinheit regelt die
Heizelemente 6, die in Fallrichtung 23 gesehen nach der
Position bzw. dem Bereich 22 des Temperatorsturzes liegen, so, dass keine weitere bzw. nochmalige Erhöhung der Temperatur des (geblähten) Perlitsands 1 mehr erfolgt. Im einfachsten Fall wird die Leistung dieser Heizelemente 6 auf Null gesetzt.
Die thermische Behandlung der Sandkörner 15 nach dem
Blähprozess hat Einfluss auf deren Oberflächenstruktur.
Einerseits soll die Oberfläche im Sinne einer guten Festigkeit durch Abkühlung glasiert werden. Andererseits können
unterschiedliche Rauigkeiten des geblähten Granulats erzielt werden, indem mehrere kleinere Sandkörner sich zu einem größeren verbinden. Fig. 4 zeigt den Fall, wo das
ausgetragene, geblähte Material im Wesentlichen aus einzelnen Sandkörnern 15 mit einer kugelförmigen Oberfläche 7 besteht. Dem gegenüber zeigt Fig. 5 geblähtes Granulat mit größeren Sandkörnern 15, die eine raue Oberfläche 7 aufweisen.
Um den geblähten Perlitsand 1 rasch abkühlen zu können, wird beim Austragen aus dem Ofen 2 Kühlluft 16 eingeblasen, vgl. Fig. 3. Hierfür ist im Bereich der Austrageöffnung 20 eine Ausströmöffnung 29 für die Kühlluft 16 vorgesehen. Über ein, vorzugsweise regelbares Ventil 28 kann die Menge an Kühlluft 16 reguliert werden. Die Kühlluft bewirkt ein Abkühlen des geblähten Perlitsands 1 auf unter 100° C, vorzugsweise unter 80° C.
In Fallrichtung 23 gesehen nach der Austrageöffnung 20, unmittelbar an die Ausströmöffnung 29 für die Kühlluft 16 anschließend ist eine Schurre 8 angeordnet. Diese wird mit Kühlwasser 30 gekühlt, dessen Menge über ein, vorzugsweise regelbares Ventil 31 kontrolliert wird. Hierdurch wird der geblähte Perlitsand 1 weiter gekühlt.
Über die Schurre 8 gelangt der geblähte Perlitsand 1 schließlich in eine Flugstromförderung 17, mit welcher der Perlitsand 1 in einen Bevorratungsbehälter 39 (vgl. Fig. 6) befördert wird. Die Flugstromförderung 17 arbeitet mit kühler Luft 18, deren Menge mittels eines, vorzugsweise regelbaren Ventils 32 kontrolliert wird. Dabei wird die kühle Luft 18 bzw. die kühle Luft mit expandiertem Perlitsand 35 z.B. von einer Vakuumpumpe 36 angesaugt.
Die sich in der Flugstromförderung 17 rasch bewegende kühle Luft 18 bzw. kühle Luft mit expandiertem Perlitsand 35 erzeugt gegenüber dem Ofenschacht 3 einen Unterdruck. Dieser
Unterdruck bewirkt, dass der Perlitsand 1 gemeinsam mit
Prozessluft 10 von der Aufgabeöffnung 19 durch den Ofenschacht 3 gesaugt wird. Dies wiederum führt dazu, dass sich die geblähten Sandkörner 15 des Perlitsands 1 gemeinsam mit der ersten Prozessluft 10 mit einer möglichst konstanten und vorzugsweise derselben Geschwindigkeit durch den Ofenschacht 3 bewegen .
Darüber hinaus kann die Definition der Position bzw. des
Bereichs 22 weiter verbessert werden, indem durch Siebung
(nicht dargestellt) der Sandkörner 15 vor Eintritt in den Ofen 2 eine möglichst einheitliche Größe (und damit Masse) der Sandkörner 15 sichergestellt wird, sodass alle Sandkörner 15 möglichst nach derselben Dauer der thermischen Behandlung im Ofenschacht 3 blähen.
Fig. 6 zeigt ein Gesamtfließschema eines erfindungsgemäßen Verfahrens, in welchem ein erfindungsgemäßer Ofen 2 für das Blähen verwendet wird. Dabei wird der Perlitsand 1 zunächst von einer Materialaufgäbe in ein grobes Sieb 43 geführt, welches viel zu große Körner, die beispielsweise einen
größeren Durchmesser als 30 mm aufweisen, aussiebt. Diese viel zu großen Sandkörner 15 werden einem Backenbrecher 46
zugeführt, wonach die vom Backenbrecher 46 zerkleinerten
Sandkörner 15 wieder in das grobe Sieb 43 gelangen.
Hat der Perlitsand 1 das grobe Sieb 43 passiert, gelangt er in eine Stabmühle, die einen einheitlich kleinen Durchmesser der Sandkörner 15 des Perlitsands 1 erzeugen soll, z.B. einen Durchmesser von 0,5 mm. Dieser kleine Durchmesser wird über ein im Anschluss an die Stabmühle 45 befindliches feines Sieb
44 kontrolliert. Zu große Körner werden wieder der Stabmühle
45 zugeführt. Vom feinen Sieb 44 gelangt der Perlitsand 1 in einen Silo 47. Eine Füllstandregelung 48 überwacht den Füllstand in diesem Silo 47 und veranlasst bei zu geringem Füllstand Zufuhr von weiterem Perlitsand 1 zur Materialaufgäbe . Über ein Ventil 37 wird der Perlitsand 1 vom Silo 47 einem Fließbettofen 38 zugeführt. Im Fließbettofen 38 erfolgt eine thermische
Vorkonditionierung des Perlitsands 1, um den Wassergehalt bzw. den Gehalt an gebundenem Treibmittel einzustellen.
Die Heizung im Fließbettofen 38 erfolgt beispielsweise mittels Erdgas 53, welches in einem Brenner 51 gemeinsam mit
Verbrennungsluft 54 verbrannt wird. Die Verbrennungsluft 54 wird dem Brenner beispielsweise über eine Vakuumpumpe 36 zugeführt. Die Menge an dem Brenner 51 zugeführtem Erdgas 53 wird über ein Ventil 42 kontrolliert, welches von einer
Temperaturregelung 56, die die Temperatur des Brenners 51 regelt, angesteuert wird.
Die Abluft 55 aus dem Fließbettofen 38 wird über einen Zyklon 50 abgeführt, wobei die Abluft in weiterer Folge wieder dem Brenner 51, beispielsweise über eine weitere Vakuumpumpe 36, zugeführt werden oder durch ein Ventil 57 entweichen kann. Das Ventil 57 wird dabei von einer Druckregelung 49 angesteuert, welche den Druck im Fließbettofen 38 regelt. Vom Fließbettofen 38 gelangt der Perlitsand 1 in einen weiteren Silo 47, von wo er über ein Ventil 37 dem Ofen 2 zugeführt werden kann.
In Fig. 6 ist noch ein weiterer Ofen 2 gezeigt, der ebenfalls mit Perlitsand 1 beschickt wird. Hierbei handelt es sich um Perlitsand 1 der aus der Abluft 55 im Zyklon 50 abgeschieden und in einen weiteren Silo 47 gefördert wurde. Im in Fig. 6 gezeigten Ausführungsbeispiel wird jeder Ofen 2 elektrisch beheizt, wobei die Heizelemente 6 (vgl. Fig. 3) mittels einer elektrischen Energieversorgungen 52 mit Energie versorgt werden. Die Energieversorgung 52 ist mit der Regel- und Steuereinheit 40 verbunden. Auf diese Weise kann die
Leistung der Heizelemente 6 nicht nur geregelt werden, sondern über die Bestimmung der Leistungsaufnahme von
aufeinanderfolgenden Heizelementen 6 kann die Position bzw. der Bereich 22 des Temperatursturzes (vgl. Fig. 3) bestimmt werden . Der geblähte Perlitsand 1 wird nach der Austragung aus dem
Ofen 2 über eine Flugstromförderung 17, die mit kühler Luft 18 arbeitet, welche wiederum von einer Vakuumpumpe 36 angesaugt wird, in einen Bevorratungsbehälter 39 befördert. Vom
Bevorratungsbehälter 39 kann Abluft 55 mittels einer weiteren Vakuumpumpe 36 abgeführt werden.
Der Bevorratungsbehälters 39 ist im gezeigten
Ausführungsbeispiel über einer Absackvorrichtung 41
angeordnet, mittels derer der geblähte Perlitsand in Säcke, beispielsweise in sogenannte Big Bags oder andere,
vorzugsweise flexible Schüttgutbehälter, abgesackt bzw.
abgepackt werden kann.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Perlitsand
2 Ofen
3 Ofenschacht
4 Fallstrecke
5 Heizzone
6 Heizelement
7 Oberfläche eines Sandkorns
8 Schurre
9 Position für Temperaturmessung
10 Erste Prozessluft
11 Zweite Prozessluft
12 Ventil für zweite Prozessluft
13 innere Oberfläche des Ofenschachts 14 radiales Zentrum des Ofenschachts
15 Sandkorn
16 Kühlluft
17 Flugstromförderung
18 Kühle Luft für Flugstromförderung 19 Aufgabeöffnung
20 Austrageöffnung
21 Temperatursensor
22 Position bzw. Bereich des Temperatursturzes
23 Fallrichtung
24 Hitzebeständiges Gewebe
25 Wärmeisolierung
26 Oberes Ende des Ofens bzw. Ofenschachts
27 Unteres Ende des Ofens bzw. Ofenschachts
28 Ventil für die Kühlluft
29 Ausströmöffnung für die Kühlluft
30 Kühlwasser
31 Ventil für Kühlwasser
32 Ventil für kühle Luft der Flugstromförderung
33 Heißgas
34 Heißes Abgas mit expandiertem Perlitsand
35 Kühle Luft mit geblähtem Perlitsand
36 Vakuumpumpe
37 Ventil für Perlitsand
38 Fließbettofen
39 Bevorratungsbehälter
40 Regel- und Steuereinheit
41 Absackstation
42 Ventil für Erdgas
43 Grobes Sieb
Feines Sieb
Stabmühle
Backenbrecher
Silo
Füllstandregelung
Druckregelung
Zyklon
Brenner
Elektrische Energieversorgung Erdgas
Verbrennungsluft
Abluft
Temperaturregelung
Ventil für Abluft