Kombinierter Betriebs- und Feststellbremszylinder mit zusammen mit dem Feststellbremskolben verriegelbarer Membrane
Beschreibung
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem kombinierten Betriebs- und Feststellbremszylinder einer druckmittelbetätigten Fahrzeugbremsanlage, beinhaltend eine in einem Betriebsbremszylinder angeordnete und mit Druckmittel beaufschlagbare oder vom Druckmittel entlastbare Betriebsbremskammer, welche von wenigstens einer Membrane begrenzt ist, die gegen die Wirkung einer Rückstellfeder über eine Druckstange einen Bremsmechanismus einer Bremse betätigt, sowie einen Feststellbremszylinder mit wenigstens einer druckmittel- beaufschlagbaren oder druckmittelentlastbaren Steuerkammer, um einen mittels einer Verriegelungseinrichtung verriegelbaren Feststellbremskolben in Bremszuspannrichtung bzw. Bremslöserichtung zu steuern, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 .
Eine gattungsgemäßer kombinierter Betriebsbrems- und Feststellbremszylinder ist beispielsweise aus der DE 60 2004 002 543 T2 bekannt. Dort wird eine Betriebsbremskammer des Betriebsbremszylinders von einer von einem Betriebs- bremsbetätigungsorgan betätigen Ventileinrichtung mit Betriebsbremsdruck versorgt. Die Betriebsbremskammer wirkt auf eine Baugruppe aus Membrane, Rückstellfeder und Druckstange auf einen Bremsmechanismus.
Weiterhin wird ein Luftzylinder, welcher den Feststellbremszylinder bildet, mit einem pneumatischen Steuerdruck versorgt, welcher abhängig von der Betätigung eines Feststellbremsbetätigungsorgans von einem Vorratsbehälter für die Feststellbremse abgeleitet ist. Der Feststellbremszylinder kann über eine Verriegelungseinrichtung in Feststellbremsstellung verriegelt werden.
Bei dem gattungsgemäßen kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinder des Stands der Technik muss bei einer Betriebsbremsung zunächst das Lüftspiel überwunden werden. Unter dem Lüftspiel wird dabei der Zustellweg der Bremsbeläge zu dem Reibungspartner wie eine Bremsscheibe verstanden, welcher von den Bremsbelägen ausgehend von der Bremslösestellung bis zu einer Stellung zurückzulegen ist, in welcher die Bremsbeläge an die Bremsscheibe herangefahren sind, aber noch keine Reibungs- bzw. Bremskräfte erzeugt werden.
Dabei wird in die Betriebsbremskammer ein relativ geringer Bremsdruck eingesteuert, um das relativ große Lüftspiel zu überwinden. Dabei bewegt sich die Membrane zusammen mit der Druckstange um das Lüftspiel in Bremszuspann- richtung unter Vergrößerung der Betriebsbremskammer. Zu Beginn des Aufbaus der Bremskraft nach überwundenem Lüftspiel ist daher die mit Bremsdruck zu beaufschlagende Betriebsbremskammer relativ groß, so dass das zum Aufbau der Bremskraft notwendige und in die Betriebsbremskammer einzusteuernde Luftvolumen ebenfalls relativ groß ist. Dies bedingt einen hohen Luftverbrauch.
Der vorliegenden Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, einen kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinder der eingangs erwähnten Art derart weiter zu entwickeln, dass er im Betrieb einen geringeren Druckluftverbrauch aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
Offenbarung der Erfindung
Die Erfindung sieht vor, dass die Betriebsbremskammer zwischen der einen Membrane und einer weiteren Membrane gebildet wird, welche mit dem Feststellbremskolben verbunden und zusammen mit diesem in Bremszuspann- und Bremslöserichtung der Bremse bewegbar ist, wobei bei einer Betriebsbremsanforderung
a) die wenigstens eine Steuerkammer des Feststellbremskolbens mit einem
Druck druckmittelbeaufschlagt wird, der ausreichend ist, den Feststellbremskolben zusammen mit den Membranen in eine Lüftspielüberwin- dungsstellung zu betätigen, in welcher gerade das Lüftspiel der Bremse überwunden wird, und dann
b) der Feststellbremskolben mittels der Verriegelungseinrichtung in der Lüft- spielüberwindungsstellung verriegelt wird, und dann
c) die Betriebsbremskammer mit einem Druck beaufschlagt wird, um die eine Membrane relativ zu der zusammen mit dem Feststellbremskolben verriegelten weiteren Membrane in Bremszuspannrichtung zu betätigen und dadurch die Betriebsbremskraft zu erzeugen.
Diese weitere Membrane bildet dann eine verschiebbare Begrenzung der Betriebsbremskammer, welche zur Überwindung des Lüftspiels in eine das Volumen der Betriebsbremskammer verkleinernde Richtung verschoben wird. Diese weitere Membrane wird zusammen mit dem Feststellbremskolben in der Lüft- spielüberwindungsstellung von der Verriegelungseinrichtung arretiert. Somit ist das Volumen der Betriebsbremskammer zu Beginn der Einsteuerung des die Bremskräfte erzeugenden Bremsdrucks vorteilhaft klein, so dass der Druckmittelverbrauch des erfindungsgemäßen kombinierten Betriebs- und Feststellbremszylinder gering ist.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Verriegelungseinrichtung auch zum Verriegeln des Feststellbremskolbens in der Feststellbremsstellung herangezogen werden kann, wie aus den nachfolgenden Ausführungen hervorgeht.
Aufgrund dieser Multifunktionalität kann der erfindungsgemäße Betriebs- und Feststellbremszylinder sehr kompakt bauen bei geringem Gewicht. Nicht zuletzt wird mit der weiteren Membrane ein bekanntes Serienbauteil verwendet, so dass die Kosten für den erfindungsgemäßen Betriebs- und Feststellbremszylinder niedrig ausfallen.
Die Erfindung ist für jegliche druckmittelgesteuerte kombinierte Betriebs- und Feststellbremszylinder anwendbar, insbesondere für pneumatisch oder hydraulisch gesteuerte.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der in den unabhängigen Ansprüchen angegebenen Erfindung möglich.
Besonders bevorzugt wird bei einer Feststellbremsanforderung die Steuerkammer des Feststellbremskolbens mit einem Druck druckmittelbeaufschlagt wird, welcher den Feststellbremskolben zusammen mit der weiteren Membrane und der einen Membrane in eine Feststellbremsstellung betätigt, in welcher eine vorgegebene Feststellbremskraft erzeugt wird, und der Feststellbremskolben mittels der Verriegelungseinrichtung in der Feststellbremsstellung verriegelt. Dabei steht die Steuerkammer des Feststellbremskolbens mit einem Druckanschluss in Verbindung.
Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Verriegelungseinrichtung von dem in eine Steuerkammer der Verriegelungseinrichtung eingesteuerten Druck druckmittelsteuerbar ist, wobei die Steuerkammer der Verriegelungseinrichtung mit einem weiteren Druckanschluss in Verbindung steht, mit welchem auch die Betriebsbremskammer verbunden ist. Somit wird die Verriegelungseinrichtung auch von dem Betriebsbremsdruck gesteuert, welcher auch zur Erzeugung der Bremskräfte in die Betriebsbremskammer eingesteuert wird.
Besonders bevorzugt ist der eine Druckanschluss über ein Rückschlagventil mit dem weiteren Druckanschluss verbunden, wobei das Rückschlagventil eine Strömung von dem einen Druckanschluss zu dem weiteren Druckanschluss erlaubt, aber eine Strömung von dem weiteren Druckanschluss zu dem einen Druckanschluss unterbindet.
Besonders bevorzugt weist die Verriegelungseinrichtung wenigstens ein durch den in der Steuerkannnner des Feststellbremszylinders anstehenden Druck steuerbares Betätigungselement auf, welches einerseits wenigstens ein durch Federmittel außer Eingriff mit einem zylinderfesten Bauteil vorgespanntes und am Feststellbremskolben geführtes Verriegelungselement in Eingriff mit dem zylinderfesten Bauteil und andererseits den Feststellbremskolben in Zuspannrichtung betätigt. Mit anderen Worten hat dieses durch den Betriebsbremsdruck in der Steuerkammer des Feststellbremszylinders betätigte Betätigungselement eine vorteilhafte Doppelfunktion, indem es einerseits den Feststellbremskolben in Zuspannstellung bringt bzw. hält und andererseits auch die Verriegelungseinrichtung betätigt.
Gemäß einer besonders bevorzugten Realisierung dieser Doppelfunktion betätigt das Betätigungselement das Verriegelungselement und den Feststellbremskolben mittels einer Keilübersetzung, wobei eine axiale Betätigung des Betätigungselements infolge einer Betriebsbremsdruckeinsteuerung in die Steuerkammer des Feststellbremszylinders den Feststellbremskolben axial in Zuspannrichtung und das Verriegelungselements radial in Eingriff mit einem zylinderfesten Bauteil drängt.
Das zylinderfeste Bauteil wird beispielsweise durch eine im Feststellbremszylinder angeordnete Hohlstange gebildet, an deren radial äußerer Umfangsflä- che eine Eingriffsfläche für das wenigstens eine Verriegelungselement ausgebildet ist.
Gemäß einer Weiterbildung sind mehrere die Hohlstange kreisringartig umschließende und gegeneinander federbelastete Verriegelungselemente derart vorgesehen, dass die Verriegelungselemente nach radial außen, in eine von der Eingriffsfläche entfernte Lage gedrängt sind.
Die Keilübersetzung kann einen ersten keilförmigen Querschnitt mit dem wenigstens einen Verriegelungselement aufweisen, welcher gegenüber einem weiteren keilförmigen Querschnitt der Keilübersetzung derart federbelastet ist,
dass der eine keilförmige Querschnitt von dem weiteren keilförmigen Querschnitt Axialrichtung gesehen weg gedrängt ist.
Bevorzugt ist das Betätigungselement als ein in Axialrichtung auf den einen keilförmigen Querschnitt Druck ausübender Ring ausgebildet.
Der Feststellbremskolben ist beispielsweise gegen den in der Steuerkammer des Feststellbremszylinders herrschenden Druck in Bremslöserichtung federbelastet und als ein am radial äußeren Umfang der Hohlstange axial geführter Hohlkolben ausgebildet, mit einem offenen Ende, an welchem die Keilübersetzung sowie das Betätigungselement aufgenommen sind sowie mit einem als Boden ausgebildeten anderen Ende, und dass in der Wandung des Feststellbremskolbens wenigstens ein Verbindungskanal ausgebildet ist, um in Brems- zuspannstellung das Innere des Feststellbremskolbens mit der Betriebsbremskammer zu verbinden.
Die Steuerkammer kann dann als Ringkammer zwischen dem Betätigungselement und einem Ende des Feststellbremszylinders ausgebildet sein.
Das wenigstens eine Verriegelungselement und das zylinderfeste Bauteil sind bevorzugt derart ausgebildet sind, dass ein Formschluss zwischen dem Verriegelungselement und dem zylinderfesten Bauteil durch eine Bewegung des Feststellbremskolbens in Bremslöserichtung herstellbar und durch eine Bewegung des Feststellbremskolbens in Bremszuspannrichtung lösbar ist.
Der Formschluss wird dann durch die im Feststellbremsfall wirkenden Bremskräfte verstärkt. Zum Lösen der formschlüssigen Verbindung muss daher zunächst der Feststellbremskolben in Bremszuspannrichtung durch Anlegen des Betriebsbremsdrucks belastet werden. Dies ist ohne weiteres möglich, als die zum Feststellbremsen benötigte Feststellbremskraft nur ca. 30% der maximalen Betriebsbremskraft beträgt und der Feststellbremskolben bzw. der von ihm belastete Betriebsbremskolben ausgehend vom Feststellbremszustand noch weiter in Bremszuspannrichtung belastet werden kann.
Erfindungsgemäß beinhaltet daher eine druckmittelbetätigte Bremsanlage eines Fahrzeugs wenigstens einen vorangehend beschriebenen kombinierten Betriebs- und Feststellbremszylinder.
Ein Verfahren zum Betreiben des kombinierter Betriebs- und Feststellbremszylinder beinhaltet dann folgende Schritte:
Zum Betriebsbremsen wird der eine Druckanschluss mit einem Druck p1 beaufschlagt, welcher mit der Steuerkammer des Feststellbremskolbens in Verbindung steht. Der Druck p1 ist dabei gerade so groß, dass der Feststellbremskolben zusammen mit der weiteren Membrane in Zuspannrichtung bis zur Lüftspielüberwindungsstellung betätigt wird.
Sodann wird der Feststellbremskolben zusammen mit der weiteren Membrane in der Lüftspielüberwindungsstellung arretiert, indem in den weiteren Druckanschluss ein gegenüber dem Druck p1 größerer Druck p2 eingesteuert wird, welcher auf das Betätigungselement der Verriegelungseinrichtung und damit auf die Keilübersetzung wirkt. Weiterhin wird der Druck p1 an dem einen Druckanschluss und damit in der Steuerkammer des Feststellbremskolbens etwas gesenkt, damit sich der Feststellbremskolben etwas in Bremslöserichtung bewegen kann, wodurch die Verriegelungseinrichtung den Feststellbremskolben in der Lüftspielüberwindungsstellung verriegelt.
Im Einzelnen drängt unter dem Einfluss des Drucks p2 das Betätigungselement über die Keilübersetzung das wenigstens eine Verriegelungselement in Eingriff mit der zylinderfesten Eingriffsfläche, jedoch ist dessen Federvorspannung noch zu groß, um einen Eingriff zuzulassen. Erst wenn der Druck p1 etwas gesenkt worden ist, sinkt der Druck am Feststellbremskolben, so dass sich dieser ein kleines Stück weit in Bremslöserichtung bewegen kann, wodurch der Eingriff zwischen dem Verriegelungselement und der Eingriffsfläche stattfindet. Der Druck p1 auf den Feststellbremskolben wird dann aufrecht erhalten.
Die Einsteuerung des Drucks p2 an dem weiteren Druckanschluss bewirkt einen Druckanstieg in der Betriebsbremskammer, so dass die eine Membrane
mit der Druckstange in Bremszuspannrichtung gedrängt wird, um die Bremskraft zu erzeugen. Der Unterschied zwischen einer Teilbremsung, d.h. einer Bremsung mit gegenüber einer maximalen Bremskraft reduzierten Bremskraft und einer Vollbremsung mit der maximalen Bremskraft liegt dann in der Höhe des Drucks p2.
Zum Lösen der Betriebsbremse wird der Druck p2 auf den Wert des Drucks p1 reduziert, aber der Druck p1 gegenüber dem Ausgangswert kurzzeitig erhöht. Die Reduzierung des Drucks p2 bewirkt, dass die eine Membrane zusammen mit der Druckstange bedingt durch die Federkräfte der Rückstellfeder in Löserichtung bewegt wird. Die Erhöhung des Drucks p1 , welcher auf den Feder- speicherbremskolben in Bremszuspannrichtung wirkt, resultiert in einer kleinen Bewegung des Federspeicherbremskolbens in Bremszuspannrichtung, so dass sich der Formschluss zwischen dem wenigstens einen Verriegelungselement und dem zylinderfesten Bauteil lösen kann, wodurch die Verriegelungseinrichtung entriegelt wird.
Sodann wird auch der Druck p1 reduziert, wodurch die Federkräfte der Rückstellfeder den Feststellbremszylinder in die Bremslösestellung als Ausgangsstellung bringen.
Die Drücke p1 und p2 werden bevorzugt von einem Bremsbetätigungsorgan, beispielsweise von einem Betriebsbremsventil in getrennten Druckkreisen erzeugt.
Zum Feststellbremsen wird der Druck p1 in den einen Druckanschluss eingesteuert, wodurch sich der Feststellbremskolben in Bremszuspannrichtung bewegt und dadurch Druck auf die weitere Membrane sowie diese kontaktierende eine Membrane und damit auf die Druckstange ausübt bis eine vorgegebene Feststellbremskraft erreicht ist. Um den Feststellbremskolben in der Feststellbremsstellung zu arretieren wird ein gegenüber dem Druck p1 größerer Druck in den weiteren Druckanschluss eingesteuert, welcher auf das Betätigungselement der Verriegelungseinrichtung wirkt. Wie oben bereits beschrieben, muss
zum Zustandekommen der Verriegelung sich der Feststellbremskolben etwas in Bremslöserichtung bewegen. Dazu wird der Druck p1 etwas gesenkt. Damit ist der Feststellbremskolben in der Feststellbremsstellung verriegelt und sowohl der Druckanschluss als auch der weitere Druckanschluss wird druckentlastet, da für has Halten des verriegelten Feststellbremskolbens kein Druck p1 oder p2 notwendig ist. In der Feststellbremsstellung ist das Volumen der Betriebsbremskammer daher minimal. Mithin kontaktiert die eine Membrane die weitere Membrane wegen der über die Druckstange übertragenen Feststellbremskräfte.
Zum Lösen der Feststellbremse wird in den einen Druckanschluss ein Druck p1 eingesteuert. Die dadurch bedingte Belastung des Feststellbremskolbens in Bremszuspannrichtung bewirkt, dass sich die Verriegelungseinrichtung entriegelt und sich der federbelastete Feststellbremskolben in Bremslösestellung bewegen kann.
Genaueres geht aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen hervor.
Zeichnung
Nachstehend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig .1 eine Querschnittsdarstellung eines kombinierten Betriebsbrems- und
Feststellbremszylinders gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in einer Ausgangsstellung;
Fig.2 eine vergrößerte Querschnittsdarstellung einer Verriegelungseinrichtung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 ;
eine vergrößerte Vorderansicht der Verriegelungseinrichtung von Fig.2; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim Einleiten einer Betriebsbremsung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim Arretieren des Feststellbremskolbens in einer Lüftspielüberwindungsstellung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig.1 bei einer Teilbremsung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 bei einer Vollbremsung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim Lösen der Betriebsbremsung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim Einleiten einer Feststellbremsung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim weiteren Einleiten der Feststellbremsung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim Arretieren des Feststellbremskolbens in der Feststellbremsstellung; eine Querschnittsdarstellung des kombinierten Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders von Fig .1 beim Lösen der Feststellbremsung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
In Fig .1 ist ein kombinierter pneumatischer Betriebsbrems- und Feststellbremszylinder 1 einer pneumatischen oder elektro-pneumatischen Bremsanlage eines Fahrzeugs dargestellt. Der kombinierte Betriebsbrems- und Feststellbremszylinder 1 besteht aus einem Betriebsbremszylinder 2 und aus einem mit diesem baulich und funktionell verbundenen Feststellbremszylinder 4.
Eine Betriebsbremskammer 6 des Betriebsbremszylinders 2 ist über einen Druckluftkanal 26 mit einem Druckanschluss 8 verbunden, über welchen zum Betätigen des Betriebsbremszylinders 2 Druckluft eingelassen und abgelassen wird. Dieser Druckanschluss 8 ist über eine Druckleitung 9 bevorzugt mit einem hier aus Maßstabsgründen nicht gezeigten Bremsbetätigungsorgan, beispielsweise mit einem Ventileinrichtung mit Einlassventil und Auslassventil verbunden, welche durch den Fahrer betätigt wird und abhängig von seiner Betätigung einen Druck p2 in die Betriebsbremskammer 6 einsteuert.
Die Druckluft bzw. der Druck p2 wirkt auf eine in den Betriebsbremszylinder 2 eingesetzte Membrane 10 ein, an deren entgegen gesetzter Seite ein Druckstück in Form eines steifen Membrantellers 12 vorgesehen ist. Genauer trennt die Membrane 10 die mit Druckmittel be- und entlastbare Betriebsbremskammer 6 des Betriebsbremszylinders 2 von einer eine am Membranteller 12 abgestützte Rückstellfeder 14 aufnehmende Federkammer 16. Der Membranteller 12 ist mit einer Druckstange 18 verbunden, die mit einem hier nicht gezeigten Bremsbetätigungsmechanismus außerhalb des kombinierten Betriebsbremsund Feststellbremszylinders 1 zusammenwirkt. Hierbei kann es sich beispielsweise um Betätigungselemente einer Scheibenbremse eines Kraftfahrzeugs handeln.
Der Betriebsbremszylinder 2 ist ein aktiver Bremszylinder, d.h. dass die Betriebsbremse durch Belüften der Betriebsbremskammer 6 zugespannt und durch Entlüften gelöst wird. Die sich einerseits am Membranteller 12 und andererseits am Boden des Betriebsbremszylinders 2 abstützende Rückstellfeder
14 sorgt dafür, dass die Druckstange 18 bei entlüfteter Betriebsbremskammer 6 in die Bremslösestellung zurückgeholt wird.
Ein radial äußerer Befestigungsrand 20 der Membrane 10 weist einen keilförmigen, sich nach radial innen hin verjüngenden Querschnitt auf. Dieser radial äußere Befestigungsrand 20 der Membrane 10 mit dem keilförmigen, sich nach radial innen verjüngenden Querschnitt ist in eine komplementär geformte Aufnahme mit keilförmigem, sich nach radial außen erweiternden Querschnitt im Bereich einer Trennebene zwischen dem Betriebsbremszylinder 2 und dem Feststellbremszylinder 4 geklemmt.
Die Betriebsbremskammer wird zwischen der in Fig .1 linken Membrane 10 und einer weiteren, in Fig .1 rechten Membrane 22 gebildet, welche ebenfalls mit einem sich nach radial innen hin verjüngenden Befestigungsrand 20 in eine komplementär geformte Aufnahme mit keilförmigem, sich nach radial außen erweiternden Querschnitt im Bereich der Trennebene zwischen dem Betriebsbremszylinder 2 und dem Feststellbremszylinder 4 geklemmt ist. Die beiden Membranen 10, 22 sind im druckentlasteten Zustand der Betriebsbremskammer 6 parallel zueinander und senkrecht zu einer Mittelachse des kombinierten pneumatischen Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders l angeordnet und elastisch ausgebildet. Insbesondere können sie in Richtung der Mittelachse des kombinierten pneumatischen Betriebsbrems- und Feststellbremszylinders 1 in Bremszuspann- bzw. Bremslöserichtung bewegt werden.
Die Membrane 22 ist auf ihrer von der Betriebsbremskammer 6 weg weisenden Seite mit einem Teller 24 eines Feststellbremskolbens 30 des Feststellbremszylinders 4 fest verbunden. Bevorzugt mündet der den Druckanschluss 8 mit der Betriebsbremskammer 6 verbindende Druckluftkanal 26 zwischen die Befestigungsränder 20 der Membrane 10, 22, welche dann eine Zu- und Abströmöffnung für die Betriebsbremskammer 6 zwischen sich ausbilden.
In dem Feststellbremszylinder 4 ist der Feststellbremskolben 30 axial geführt, welcher an seinem zur Membrane 22 weisenden Ende 32 den Teller 24 trägt,
an welchem die Membrane 22 befestigt ist. Mithin ist der Teller 24 mit dem Ende 32 fest verbunden. Der Feststellbremskolben 30 ist bevorzugt becherförmig ausgebildet, wobei das eine Ende 32 einen den Innenraum 34 des Feststellbremskolbens 30 verschließenden Boden 36 aufweist, während das andere Ende 38 des Feststellbremskolbens 30 offen ist, damit eine an dem vom Betriebsbremszylinder 2 weg weisenden Ende des Feststellbremszylinders 4 und in einer zentralen Öffnung des Feststellbremszylinders 4 gehaltene Hohlstange 42 in den Feststellbremszylinder 4 hineinragen kann.
Zwischen dem zum Betriebsbremszylinder 2 weisenden Ende des Feststellbremszylinders 4 und dem Teller 24 ist eine über einen Druckanschluss 46 und einen Druckluftkanal 40 be- und entlüftbare Steuerkammer 49 ausgebildet.
Zwischen dem anderen offenen Ende 38 des Feststellbremskolbens 30 und der Hohlstange 42 ist eine Steuerkammer 48 einer Verriegelungseinrichtung 50 als Ringkammer ausgebildet, in welcher ein Betätigungselement 44 aufgenommen ist. Das Betätigungselement 44 betätigt die mechanische Verriegelungseinrichtung 50 zur Verriegelung des Feststellbremskolbens 30. Bei Belüftung der Steuerkammer 48 wird der Feststellbremskolben 30 außerdem in Bremszu- spannrichtung gespannt.
Der Feststellbremskolben 30 ist gegen den in den Steuerkammern 48, 49 herrschenden Druck beispielsweise durch eine hier nicht gezeigte Hutfeder in Bremslöserichtung federbelastet. In der Wandung des Feststellbremskolbens 30 sind im Bereich seines Bodens 36 mehrere beispielsweise radiale Verbindungskanäle 54 ausgebildet, um den Innenraum 34 des Feststellbremskolbens 30 mit der Steuerkammer 49 zu verbinden. Da der Boden 36 des Feststellbremskolbens 30 ebenfalls eine Wirkfläche für den Druck im Innenraum 34 darstellt, bildet dieser Innenraum 34 des Feststellbremskolbens 30 einen Teil der Steuerkammer 49 aus.
Besonders bevorzugt ist der Druckanschluss 46 über ein Rückschlagventil 52 mit dem Druckanschluss 8 verbunden, wobei das Rückschlagventil 52 eine
Strömung von dem Druckanschluss 46 zu dem Druckanschluss 8 erlaubt, aber eine Strömung von dem Druckanschluss 8 zu dem einen Druckanschluss 46 unterbindet. In den Druckanschluss 46 wird ein Druck p1 eingesteuert, welcher von einem in Bezug zum Druck p2 getrennten Druckkreis der Ventileinrichtung erzeugt wird, d.h. für jeden Druckkreis ist bevorzugt ein eigenes Einlassventil und Auslassventil vorgesehen. Die in die Druckanschlüsse 8, 46 eingesteuerten Drücke p1 und p2 werden daher bevorzugt in getrennten Druckkreisen der Ventileinrichtung erzeugt und jeweils in einer separaten Druckleitung 9, 56 geführt.
Wie bereits oben beschrieben, weist die Verriegelungseinrichtung 50 ein durch den in der Steuerkammer 48 anstehenden Druck steuerbares Betätigungselement 44 auf, welches mehrere durch Federmittel 64, 66 außer Eingriff mit einer radial äußeren Umfangsfläche 68 der Hohlstange 42 vorgespannte und am Feststellbremskolben 30 geführte Verriegelungselemente 70 in Eingriff mit der radial äußeren Umfangsfläche 68 der Hohlstange 42 betätigt. An der radial äußeren Umfangsfläche 68 der Hohlstange 42 ist eine Eingriffsfläche 72 für die Verriegelungselemente 70 ausgebildet. Andererseits betätigt Betätigungselement 44 den Feststellbremskolben 30 in Bremszuspannrichtung. Hierzu betätigt das Betätigungselement 44 die Verriegelungselemente 70 und den Feststellbremskolben 30 mittels einer Keilübersetzung 74, welche am besten anhand von Fig.2 und Fig.3 zu sehen ist.
Die Keilübersetzung 74 weist keilförmige Querschnitte 76 auf, an deren radial innerer Umfangsfläche die Verriegelungselemente 70 ausgebildet sind, wobei die keilförmigen Querschnitte 76 sich über den Umfang erstreckende Kreisbogenabschnitte bilden, welche die Hohlstange 42 kreisringartig umschließen und gegeneinander durch Federelemente 66 in Umfangsrichtung auf Umfangsab- stand zueinander und insbesondere auf radialen Abstand zur Eingriffsfläche 72 an der radial äußeren Umfangsfläche 68 der Hohlstange 42 belastet sind.
Weiterhin sind die keilförmigen Querschnitte 76 gegenüber einem weiteren keilförmigen Querschnitt 78 der Keilübersetzung 74 durch weitere Federelemente 64 derart federbelastet, dass die einen keilförmigen Querschnitte 76 von dem weiteren keilförmigen Querschnitt 78 in Axialrichtung gesehen auf Abstand belastet sind. Der weitere keilförmige Querschnitt 78 wird bevorzugt durch eine umlaufende Keilfläche in einer radial inneren Ausnehmung 80 am Ende 38 des Feststellbremskolbens 30 gebildet, in welcher auch die einen keilförmigen Querschnitte 76 und das Betätigungselement aufgenommen sind. Bevorzugt ist das Betätigungselement 44 als ein in Axialrichtung auf die einen keilförmigen Querschnitte 76 Druck ausübender Ring ausgebildet. Somit können sich das Betätigungselement 44 sowie die einen keilförmigen Querschnitte 76 in der Ausnehmung 80 axial bewegen bzw. sind dort axial geführt.
Wie anhand von Fig.2 leicht vorstellbar ist, wird bei einer axialen Betätigung des Betätigungselements 44 infolge einer Druckeinsteuerung in die Steuerkammer 48 der Verriegelungseinrichtung 50 der Feststellbremskolben 30 axial in Bremszuspannrichtung und die einen keilförmigen Querschnitte 76 zusammen mit den Verriegelungselementen 70 radial in Eingriff mit der Eingriffsfläche 72 der Hohlstange 42 gedrängt.
Die Verriegelungselemente 70 sind beispielsweise klauenartig ausgebildet, zum formschlüssigen Eingriff in an der Eingriffsfläche 72 ausgebildete komplementäre Klauen, wobei die Klauen derart schräg ausrichtet sind, dass der Formschluss in Bremszuspannrichtung des Feststellbremskolbens gelöst und in Bremslöserichtung des Feststellbremskolbens hergestellt bzw. durch die im Feststellbremsfall wirkenden Bremskräfte verstärkt wird.
Generell steht ein Druck, welcher in der Steuerkammer 49 des Feststellbremskolbens 30 ansteht über die Verbindungskanäle 54 auch im Innenraum 34 des Feststellbremszylinders 30 an und wirkt auf dessen Boden 36 als zusätzliche Kraft in Bremszuspannrichtung.
Für den Fall, dass die Druckmittelversorgung ausfällt bzw. gestört ist, ist zum Notlösen der zugespannten Feststellbremse eine integrierte Notlöseeinrichtung 82 vorgesehen (siehe Fig.12), mit einer gegenüber einem Innengewinde der Hohlstange 42 verschraubbaren Notlösespindel 84. Die Notlösespindel 84 ist gegen den Boden 36 des Feststellbremskolbens 30 verschraubbar ist, um diesen ein Stück weit in Bremszuspannrichtung zu bewegen, damit die Verriegelungseinrichtung 50 manuell entriegelt werden kann. Die Notlösespindel 84 weist an ihrem vom Boden 36 des Feststellbremskolbens 30 weg weisenden Ende eine Ansatzfläche 86 für ein manuell bedienbares Werkzeug auf, mit welchem dann die Notlösespindel 84 verdreht und damit gegenüber der Hohlstange 42 verschraubt werden kann.
Vor diesem Hintergrund ist die Funktionsweise des kombinierten Betriebs- und Feststellbremszylinders 1 dann wie folgt:
Ausgehend von dem in Fig .1 gezeigten Ausgangszustand, in welchem die beiden Druckanschlüsse druckentlastet sind, soll eine Betriebsbremsung durchgeführt werden.
Zum Betriebsbremsen wird die Ventileinrichtung beispielsweise über ein Fußpedal in Bremszuspannstellung betätigt, um über die Leitung 56 des einen Druckkreises (Leitung 56) zunächst den Druckanschluss 46 und dann über das sich öffnende Rückschlagventil 52 auch den Druckanschluss 8 mit einem Druck p1 zu beaufschlagen. Diese Situation ist in Fig.4 gezeigt. Die Leitung 9 des anderen Druckkreises bleibt indes druckentlastet.
Die Druckbeaufschlagung der beiden Druckanschlüsse 8, 46 mit dem Druck p1 bewirkt, dass dieser Druck p1 über den Druckluftkanal 40 in die Steuerkammer 49 wie auch in den Innenraum 34 gesteuert wird und dadurch der Feststellbremskolben 30 in Bremszuspannrichtung, d.h. in Fig.4 nach links betätigt wird. Weiterhin steht der Druck p1 über den Druckluftkanal 26 auch in der Betriebsbremskammer 6 an. Er ist aber nicht groß genug, um die Membrane 10 von der Membrane 22 abzuheben bzw. um das Volumen der Betriebsbremskammer 6
zu vergrößern. Der Druck p1 ist relativ gering z.B. 50 mbar und dient lediglich zur Überwindung des Lüftspiels. Der Druck p1 ist daher gerade so groß, dass der Feststellbremskolben 30 zusammen mit den Membranen 22, 10 und der Druckstange 18 in Zuspannrichtung bis in eine Stellung betätigt werden kann, in welcher gerade das Lüftspiel überwunden ist (Lüftspielüberwindungsstel- lung).
Sodann wird der Feststellbremskolben 30 zusammen mit der Membrane 22 in der Lüftspielüberwindungsstellung arretiert, indem in den Druckanschluss 8 ein gegenüber dem Druck p1 wesentlich größerer Druck p2 in die Leitung 9 des anderen Druckkreises eingesteuert wird, welcher dann über den Druckluftkanal 26 auch in der Steuerkammer 48 und damit auf das Betätigungselement 44 der Verriegelungseinrichtung 50 wirkt. Das Betätigungselement 44 wirkt auf die Keilübersetzung 74 (Fig.5).
Schließlich wird der Druck p1 an dem Druckanschluss 46 und damit in der Steuerkammer 49 und im Innenraum 34 des Feststellbremskolbens 30 etwas gesenkt, damit sich der Feststellbremskolben 30 ein Stück weit in Bremslöserichtung bewegen kann, was in Fig.6 durch den Pfeil angedeutet ist, wodurch die Verriegelungselemente 70 in die Eingriffsfläche 72 eingreifen können (Fig.2) und die Verriegelungseinrichtung 50 den Feststellbremskolben 30 in der Lüftspielüberwindungsstellung verriegelt.
Im Einzelnen drängt unter dem Einfluss des in der Steuerkammer 48 anstehenden Drucks p2 das Betätigungselement 44 über die Keilübersetzung 74 die Verriegelungselemente 70 in Eingriff mit der zylinderfesten Eingriffsfläche 72, jedoch ist deren Federvorspannung noch zu groß, um einen Eingriff zuzulassen. Erst wenn der Druck p1 etwas gesenkt worden ist, sinkt der Druck am Feststellbremskolben 30, so dass sich dieser ein kleines Stück weit in Bremslöserichtung bewegen kann, wodurch der Eingriff zwischen den Verriegelungselementen 70 und der Eingriffsfläche 72 stattfinden kann. Der Druck p1 auf den Feststellbremskolben 30 wird dann aufrecht erhalten.
Die Einsteuerung des Drucks p2 an dem Druckanschluss 8 bewirkt weiterhin einen Druckanstieg in der Betriebsbremskammer 6, so dass die Membrane 10 mit der Druckstange 18 in Bremszuspannrichtung gedrängt wird, um über den Bremsmechanismus Bremskräfte zu erzeugen. Der Unterschied zwischen einer in Fig.6 gezeigten Teilbremsung, d.h. einer Bremsung mit gegenüber einer maximalen Bremskraft reduzierten Bremskraft und einer in Fig.7 gezeigten Vollbremsung mit der maximalen Bremskraft liegt dann in der Höhe des Drucks p2 bzw. in der Dauer seiner Einsteuerung.
Zum Lösen der Betriebsbremse wird der Druck p2 auf den ursprünglichen Wert des Drucks p1 reduziert, aber der Druck p1 kurzzeitig erhöht. Die Reduzierung des Drucks p2 bewirkt, dass die Membrane 10 zusammen mit der Druckstange 18 bedingt durch die Federkräfte der Rückstellfeder 14 in Bremslöserichtung bewegt wird. Die Erhöhung des Drucks p1 resultiert in einer kleinen Bewegung des Federspeicherbremskolbens 30 in Bremszuspannrichtung, wie durch den Pfeil in Fig.8 angedeutet ist, so dass sich der Formschluss zwischen den Verriegelungselementen 70 und der Eingriffsfläche 72 lösen kann, wodurch die Verriegelungseinrichtung 50 entriegelt wird. Sodann wird auch der Druck p1 reduziert, wodurch die Federkräfte der Rückstellfeder 14 den Feststellbremszylinder 30 in die Bremslösestellung als Ausgangsstellung wie in Fig .1 gezeigt bringen können.
Zum Feststellbremsen wird ausgehend von der Ausgangsstellung von Fig.1 der Druck p1 in den Druckanschluss 46 und über das Rückschlagventil 52 auch in den Druckanschluss 8 eingesteuert, wodurch der Druck p1 in der Steuerkammer 49 bzw. Im Innenraum 34 ansteht und sich dadurch der Feststellbremskolben 30 in Bremszuspannrichtung bewegt, um Druck auf die sich dann kontaktierenden Membranen 10, 22 und damit auf die Druckstange 18 auszuüben bis eine vorgegebene Feststellbremskraft erreicht ist. Diese Situation zeigen Fig.9 und Fig.10, wobei in Fig.10 der Druckaufbau in der Steuerkammer 49 fortgeschrittener und die gewünschte Feststellbremskraft erreicht ist.
Um den Feststellbremskolben 30 in der Feststellbremsstellung von Fig.10 zu arretieren wird ein gegenüber dem Druck p1 größerer Druck p2 in den Druck- anschluss 8 eingesteuert, welcher dann in der Steuerkammer 48 auf das Betätigungselement 44 der Verriegelungseinrichtung 50 wirkt. Wie oben bereits beschrieben, muss sich zum Zustandekommen der Verriegelung der Feststellbremskolben 30 etwas in Bremslöserichtung bewegen, wie in Fig.1 1 durch den Pfeil angedeutet ist. Dazu wird der nach wie vor in der Steuerkammer 49 anstehende Druck p1 etwas gesenkt. Damit ist der Feststellbremskolben 30 in der Feststellbremsstellung verriegelt, wie Fig.1 1 zeigt.
Danach werden die Druckanschlüsse 8, 46 druckentlastet, da für das Halten des verriegelten Feststellbremskolbens 30 kein Druck p1 oder p2 notwendig ist. In der Feststellbremsstellung ist das Volumen der Betriebsbremskammer 6 daher minimal. Mithin kontaktiert die Membrane 10 die Membrane 22 wegen der über die Druckstange 18 übertragenen Feststellbremskräfte. Die drucklose und verriegelte Festbremsstellung ist in Fig.12 gezeigt.
Zum Lösen der Feststellbremse wird in den Druckanschluss 46 der Druck p1 eingesteuert. Die dadurch bedingte Belastung des Feststellbremskolbens 30 in Bremszuspannrichtung bewirkt, dass sich die Verriegelungseinrichtung 50 entriegelt und sich der federbelastete Feststellbremskolben 30 in Bremslösestellung bewegen kann.
Zum Notlösen der zugespannten Feststellbremse, wenn z.B. keine Druckluft zur Verfügung steht, wird die Notlösespindel 84 mit Hilfe eines an der Ansatzfläche 86 angesetzten Werkzeugs gegen den Boden 36 des Feststellbremskolbens 30 verschraubt, um diesen ein Stück weit in Bremszuspannrichtung zu bewegen, damit die Verriegelungseinrichtung 50 entriegelt werden kann. Nach Entriegelung der Verriegelungseinrichtung 50 wird dann der Feststellbremskolben 30 durch die Belastung der Hutfeder in Bremslösestellung bzw. in die Ausgangslage von Fig .1 bewegt. Die Belastung der Verriegelungselemente 70
durch die Federn 64, 66 sorgt dabei dafür, dass diese in entriegelter Position gehalten werden.
Bezuqszeichenliste
kombinierter Betriebs- und Feststellbremszylinder
Betriebsbremszylinder
Feststellbremszylinder
Betriebsbremskammer
Druckanschluss
Druckleitung
Membrane
Membranteller
Rückstellfeder
Federkammer
Druckstange
Befestigungsrand
Membrane
Teller
Druckluftkanal
Feststellbremskolben
Ende
Innenraum
Boden
Ende
Druckluftkanal
Hohlstange
Betätigungselement
Druckanschluss
Steuerkammer
Steuerkammer
Verriegelungseinrichtung
Rückschlagventil
Verbindungskanäle
Druckleitung
Federn
Federn
Umfangsfläche
Verriegelungselemente
Eingriffsfläche
Keilübersetzung keilförmiger Querschnitt keilförmiger Querschnitt
Ausnehmung
Notlöseeinrichtung
Notlösespindel
Ansatzfläche