Bauplatte Beschreibung :
Die Erfindung betrifft eine wenigstens einen, beidseitig auf den Flachseiten mit einer Kaschierung versehenen Wabenkern aufweisende Bauplatte.
Derartige Bauplatten sind in vielfältigen Ausführungsformen bekannt und bewährt . Zumeist sind auf einen Kern aus einem Schaumkunststoff, regelmäßig ein Extrudat, unterschiedliche Beschichtungen, je nach Verwendungszweck beispielsweise aus einem Glasgewebe, Zement, Papier, Kunststofffolie oder dergleichen aufgebracht .
Neben den begrenzten Abmessungen derartiger Bauplatten ist deren Recycling aufgrund der unterschiedlichsten Materialien problematisch und ist das Gewicht, je nach Kaschierung, durchaus einen Handwerker belastend. Insbesondere kann es durch das hohe Eigengewicht zu Deformationen der Bauplatte kommen, die eine Verarbeitung erschweren. Vor diesem technischen Hintergrund macht die Erfindung es sich zur Aufgabe, eine Bauplatte insbesondere für Feucht- und Nassräume zur Verfügung zu stellen, die eine hohe
Druckfestigkeit bei geringem Gewicht aufweist und die eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten prinzipiell erlaubt. Durch diese Bauplatte soll darüber hinaus eine ebene
Unterlage für beispielsweise aufgeklebte Fliesen
gewährleistet werden.
Gelöst wird diese technische Problematik bei einer wenigstens einen, beidseitig auf den Flachseiten mit einer Kaschierung versehenen Wabenkern aufweisende Bauplatte gemäß des
Anspruchs 1 durch die Maßnahmen, dass der Wabenkern aus einem
Bestätigungskopiel
Thermoplast besteht und dass die Bauplatte durch gegenläufige Spannungen der Kaschierungen selbst spannungsfrei ist .
Thermoplaste bieten gegenüber herkömmlichen
Schaumkunststoffen eine Vielzahl von Vorteilen,
beispielsweise hinsichtlich einer formgebenden, spanenden Bearbeitung. Darüber hinaus sind sie über weite
Temperaturbereiche formstabil, wobei dennoch durch die
Wabenstruktur das Gewicht des Kerns gering gehalten werden kann.
Dies insbesondere dann, wenn der Wabenkern durch eine
verformte Folie und/oder durch untereinander verbundene
Röhrchen ausgebildet wird.
Es kann dann vorzugsweise das Gewicht des Wabenkerns zwischen 60 kg/m3 und 120 kg/m3 eingestellt werden und sind damit in weiten Bereichen die Eigenschaften des Wabenkerns
beeinflussbar.
Solches kann bspw. auch durch die Maßnahme erfolgen, dass Waben verfüllt sind. So kann in weiten Bereichen auch die Funktionalität der Bauplatte nach der Erfindung variiert werden. Insbesondere ist an ein Verfüllen mit einem
mineralischen Schaum oder Granulat gedacht, vorzugsweise einem wärmedämmenden Glasschaum bzw. Glasschum-Granulat .
Alternativ können feuerhemmende oder feuerlöschende
Pulververfüllungen der Waben den Brandschutz durch die erfindungsgemäße Bauplatte erhöhen. Neben vielen weiteren
Füllungen und daraus resultierenden Funktionalitäten sollen feuchtigkeitsregulierende und geruchsbindende Materialien als Pulver- oder Granulatfüllung noch erwähnt werden. Derartige Wabenkerne können mit einer Materialstärke zwischen 3 mm und 30 mm vergleichsweise einfach und damit
kostengünstig hergestellt werden. Größere Materialstärken
können durch mehrere Lagen materialschwächerer Wabenkerne erreicht werden.
In konstruktiver Ausgestaltung der Bauplatte nach der
Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens eine Flachseite eine Kaschierung aus einem äußeren Vlies und einer darunter liegenden Folie aufweist.
Vliese eignen sich als Haftgrund für Kleber oder Mörtel für beispielsweise einen aufzubringenden Fliesenbelag. Es sollte dann das Vlies aus einem Material bestehen, das beständig gegen alkalische Kleber bzw. Mörtel sowie gegen Tenside in Reinigungsmitteln ist . Hierfür eignen sich bestens
Polypropylenvliesstoffe .
Die Folie bestimmt weitgehend die physikalischen
Eigenschaften der Bauplatte nach der Erfindung hinsichtlich des Diffundierens von Wasserdampf und des Strömens von
Innenraumluft . Wird eine Metallfolie verwendet,
beispielsweise aus einem Aluminium, ist die Bauplatte
dampfsperrend. Insbesondere ist jedoch an die Verwendung einer Polypropylenfolie gedacht, die sowohl dampfoffen ausgeführt werden kann, beispielsweise mit Kreide gefüllt und anschließend gereckt und/oder gestreckt, oder in anderen Konfigurationen dampfbremsend oder auch dampfsperrend.
Alternativ kann anstelle einer Folie auch an eine Deckschicht aus einem Duroplast gedacht sein, durch die es gleichsam zu einem Verhauten des Wabenkerns kommt. Auch eine solche
Bauplatte stellt sich anschließend als dampfsperrend und windsperrend dar .
Optional kann vorgesehen sein, dass zwischen dem Wabenkern der Kaschierung eine Zwischenlage wie ein weiteres Vlies, ein Gewirke oder ein Gestrick angeordnet ist. Dies kann für die Stabilität der Bauplatte von Vorteil sein. Zweckmäßigerweise wird hier wieder eine Zwischenlage aus einem Polypropylen
vorgesehen, um die Bauplatte sortenrein aus Polypropylen zu erstellen, was ein Recycling erheblich vereinfacht.
Alternativ sind für diese Lage jedoch auch andere Materialien geeignet, insbesondere Kunststoffe, aber auch organische oder mineralische Fasern wie Carbon, Papier oder Glas, da diese Zwischenlage nicht mit alkalischen Medien oder Tensiden in Kontakt kommen kann. Das geringe Gewicht der Bauplatte nach der Erfindung, je nach Ausführungsform als Trägerplatte für Fliesenbeläge in
Feucht- und Nassräumen, als Ausbauplatte für derartige Räume oder auch als Ausbauplatte für Innenräume mit integrierter Dampfbremse und Windsperre, darüber hinaus bei einer
Versiegelung der Schnittkanten als Wärme- und/oder
Schalldämmung geeignet, erlaubt Abmessungen von mehr als 60 cm x 200 cm, insbesondere gegenüber herkömmlichen Platten einer Breite von 60 cm ein Standardmaß der Breite von 1,20 m und Längen von mehr als 6 m.
Der Aufbau der Bauplatte nach der Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert deren einzige Figur 1 schematisch und nicht maßstabsgerecht einen Schnitt durch eine Bauplatte nach der Erfindung wiedergibt .
Die in der Figur 1 wiedergegebene Bauplatte 1 ist dem Grunde nach zu einer Mittelebene 2 symmetrisch aufgebaut. Wenigstens ein innerer Wabenkern 3 ist mit einer zweilagigen Kaschierung 4 versehen. Optional kann zwischen der Kaschierung 4 und dem Kern 3 noch ein weiteres Vlies, Gewebe oder Gestrick als Zwischenlage 5 vorgesehen sein.
Der Wabenkern 3 besteht vorzugsweise aus einer verformten, gefalteten PP-Folie oder aus PP-Röhrchen eines Gewichts von 60 kg/m3 bis 120 kg/m3. Von einer typischen Materialstärke von 3 mm bis 30 mm ausgehend können durch mehrere Lagen derartiger Wabenkerne 3 auch Bauplatten vergleichsweise großer Materialstärke erstellt werden.
Je nach Verwendungszweck können die Waben noch verfüllt werden, insbesondere mit den Verwendungszweck erfüllenden Schäumen, Pulvern oder Granulaten.
Gegebenenfalls mit dem Wabenkern 3 verklebt besteht die
Kaschierung 4 außenliegend aus einem Vlies 6 mit einer darunterliegenden Folie 7. Das Vlies 6 wird bei einer
Verwendung als Trägerplatte für Fliesen ein Polypropylenvlies sein, da dieses Material beständig gegenüber alkalischen
Klebstoffen oder Mörtel ist und darüber hinaus auch gegenüber Tensiden in Reinigungsmitteln.
Die Folie 7 bestimmt weitgehend die Funktionalität der
Bauplatte 1. Durch eine Metallfolie, beispielsweise aus einem Aluminium, wird die Bauplatte 1 dampfsperrend und
windsperrend ausgebildet . Eine dampfbremsende oder
dampfoffene Ausbildung ist gleichfalls möglich, wenn geeignet ausgebildete PP-Folien Verwendung finden.
Bei einer alternativen Ausbildung der Kaschierung 4 ist unter dem Vlies 6 anstelle der Folie ein Auftrag eines Duroplastes vorgesehen, womit die Bauplatte 1 gleichfalls wieder eine Dampfbremse und eine Windsperre ausbildet.
Optional kann zwischen der Kaschierung 4 und dem Wabenkern 3 noch eine Zwischenlage 5 wie ein Vlies, ein Gewirke oder ein Gestrick angeordnet sein. Da diese Zwischenlage 5 in der Regel mit alkalischen Materialien bzw. Tensiden eines
Reinigungsmittels kaum in Berührung kommt, können neben
Kunststoffen wie vorzugsweise Polypropylen auch organische und/oder mineralische Fasern als Zwischenlage 5 Verwendung finden. Bauplatten 1 nach der Erfindung können Abmessungen von vorzugsweise 1,20 m in der Breite bis über 6 m in der Länge aufweisen. Sind die Bauplatten insbesondere vollständig aus
Polypropylen gefertigt, ist darüber hinaus ein sortenreines Recycling möglich.
Grundsätzlich ist der Aufbau zu der Mittelebene 2
symmetrisch, von außen nach innen Vlies, Folie oder Duroplast und optional Zwischenlage, wobei Funktionalität und
Materialien beidseits der Mittelebene 2 jedoch
unterschiedlich gewählt sein können.