ISOLATIONSWIDERSTANDSMESSUNG FÜR WECHSELRICHTER
TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Messung des Isolationswiderstands für einen Wechselrichter mit den Merkmalen des Oberbegriffs des unabhängigen Patentanspruchs 1 sowie auf einen Wechselrichter mit mindestens einer zwei aktive Schaltelemente aufweisenden Halbbrücke und mit einer Vorrichtung zum Messen eines Isolationswiderstands nach dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 8.
Der Wechselrichter kann insbesondere ein PV-Wechselrichter sein, d. h. elektrische Energie von einem Photovoltaikgenerator in ein Wechselstromnetz einspeisen.
Der Wechselrichter kann einen ausgangsseitigen Transformator aufweisen. Es kann sich aber insbesondere auch um einen transformatorlosen Wechselrichter handeln.
Der gemessene Isolationswiderstand schließt zwar denjenigen des Wechselrichters selbst ein, insbesondere handelt es sich aber um den Isolationswiderstand einer an den Wechselrichter eingangsseitig angeschlossenen Stromquelle, d. h. beispielsweise eines PV-Generators.
Im Betrieb des Wechselrichters kann die Stromquelle einen Erdbezug aufweisen. So kann beispielsweise einer ihrer Pole im Betrieb des Wechselrichters geerdet sein. Auch im Betrieb eines transformatorlosen Wechselrichters an einem geerdeten Netz wird über die an den Ausgängen des Wechselrichters anliegende Netzspannung ein Erdbezug einer ansonsten ungeerdeten Stromquelle hergestellt. Für die Messung des Isolationswiderstands sind derartige Erdverbindungen jedoch aufzuheben, da der Isolationswiderstand gegen Erde gemessen wird.
STAND DER TECHNIK
Aus der EP 1 857 825 A1 und der dazu parallelen US 7,576,547 B2 ist eine Messanordnung mit einem Erdungspunkt zur Ermittlung des Isolationswiderstands einer unter Spannung stehenden elektrischen Vorrichtung oder einer Anlage mit einer Versorgungsspannung mit einem Pluspol und einem Minuspol bekannt. Dabei sind zwei Schalter oder ein entsprechender Umschalter vorgesehen , die jeweils einen Strompfad zwischen einem der beiden Pole und einem Erdungspunkt herstellen, um bei Auftreten einer oder mehrerer Isolationsfehler mit beliebigem Potentialbezug den sich insgesamt ergebenden Isolationswiderstand zu ermitteln . Zur Ermittlung des Isolationswiderstands werden zwei aufeinanderfolgende Messungen durchgeführt, wobei bei der ersten dieser Messungen der erste Schalter geschlossen ist, während der zweite Schalter geöffnet ist, und wobei bei der zweiten dieser Messungen der erste Schalter geöffnet ist, während der zweite Schalter geschlossen ist. Bei den Messungen wird der über die jeweils hergestellte Verbindung zu dem Erdungspunkt fließende Strom gemessen. Aus den beiden gemessenen Strömen wird der Isolationswiderstand berechnet, wozu die genannten Druckschriften eine detaillierte Anleitung geben.
Die bekannte Messanordnung kann konkret dazu vorgesehen sein, eine Photovoltaikanlage auf einen Isolationsfehler zu überwachen, die elektrische Energie von einem Photovoltaikgenerator in ein Wechselstromnetz einspeist. Die zur Ausbildung der bekannten Messanordnung an einem Wechselrichter vorzusehenden Bauteile sind zahlreich und erhöhen die Gesamtkosten des Wechselrichters erheblich.
Aus der DE 10 2006 031 663 B3 ist ein Verfahren zur Messung des Isolationswiderstands in einem IT-Netz bekannt. Dieses IT-Netz weist einen Gleichspannungszwischenkreis und einen selbstgeführten Stromrichter mit einem ersten und einem zweiten Leistungsschalter auf. Weiterhin ist eine Messanordnung zur Messung der Zwischenkreisspannung gegen Erde bestehend aus einem Spannungsteiler und zwei zugeordneten Potentialmesseinrichtungen Teil des IT-Netzes. Das Verfahren umfasst eine Offline-Messung beispielsweise zu Betriebsbeginn, bei der alle ersten oder alle zweiten Leistungsschalter des Stromrichters geschlossen sind. In diesem Schaltzustand werden d ie beiden Potentiale d es Zwischen kreises sowie d ie Zwischenkreisspannung gemessen und daraus der Isolationswiderstand bestimmt.
Aus der DE 10 2010 054 413 A1 ist ein Verfahren zum Lokalisieren eines Isolationsfehlers in einem System bekannt, das einen DC-Abschnitt mit einer High Side und einer Low Side und
einen AC-Abschnitt einschließlich eines Wechselrichters mit einer Reihenschaltung aus zwei Leistungsschaltern, die zwischen die High Side und die Low Side geschaltet sind, aufweist. Der DC-Abschnitt wird mit einer Gleichspannung einer Gleichspannungsquelle versorgt. Es erfolgen ein Durchschalten des unmittelbar an der High Side anliegenden Leistungsschalters, ein Durchschalten des unmittelbar an der Low Side anliegenden Leistungsschalters, ein Messen jeweils einer High Side-Isolationsspannung zwischen der High Side und einer Masse sowie einer Low Side-Isolationsspannung zwischen der Low Side und der Masse in jedem der beiden Durchschaltzustände und schließlich auf Basis der Messergebnisse ein Ermitteln, ob ein Isolationsfehler in dem DC- oder AC-Abschnitt vorliegt.
Aus der erst nach dem Prioritätstag der vorliegenden Anmeldung veröffentlichten DE 10 201 1 007 222 A1 geht eine Wechselrichterschaltung hervor, bei der zur Isolationsüberwachung ein Spannungsteilerverhältnis eines zur Isolationsüberwachung verwendeten Spannungsteilers mittels AC-Spannungsmesswiderständen des Wechselrichters verändert wird, indem diese mittels IGBTs einer Brückenschaltung mit Zwischenkreispotentialen gekoppelt werden. Im normalen Betrieb des Wechselrichters stellt die a n d e n AC-Spannungsmesswiderständen anstehende Spannung den momentanen Wert der Ausgangsspannung dar und wird zu deren Regelung verwendet. Die Isolationsüberwachung erfolgt durch Spannungsmessung einer Ist- Spannung in Form einer Potentialdifferenz zwischen einem Zwischenkreispotential und Erde. Die Ist-Spannung wird mit einer von der Schaltstellung der IGBTs abhängigen, vorgegebenen Soll-Spannung verglichen. Ein Isolationsfehler wird angezeigt, wenn eine Differenz zwischen der Ist- und der Soll-Spannung ein vorgegebenes Maß überschreitet.
AUFGABE DER ERFINDUNG
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Messung eines Isolationswiderstands für einen Wechselrichter und einen Wechselrichter mit einer Vorrichtung zum Messen eines Isolationswiderstands bereitzustellen, die eine aktive Messung des Isolationswiderstands anwenden, ohne dass hierfür hohe Kosten anfallen.
LÖSUNG
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe der Erfindung durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 und einen Wechselrichter mit den Merkmalen des unab-
hängigen Patentanspruchs 8 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 7 beschrieben. Die abhängigen Patentansprüche 9 bis 18 betreffen bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Wechselrichters.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Bei einer erfindungsgemäßen Umsetzung des Prinzips der aktiven Messung des Isolationswiderstands für einen Wechselrichter wird ein zwischen den beiden aktiven Schaltelementen einer Halbbrücke des Wechselrichters liegender Mittelpunkt durch Schließen eines Erdschalters mit einem Erdungspunkt verbunden. Der mit dem Erdungspunkt verbundene Mittelpunkt wird dann mittels der Schaltelemente der Halbbrücke, die im normalen Betrieb des Wechselrichters zum Treiben eines Ausgangsstroms verwendet werden , nacheinander mit den beiden ungeerdeten Polen einer an der Halbbrücke anliegenden Zwischenkreisspannung des Wechselrichters verbunden. Der über die derart mit dem Erdungspunkt hergestellte Verbindung fließende Strom wird gemessen. Die Auswertung der Messwerte erfolgt dann in grundsätzlich bekannter Weise.
Wenn keine eingangsseitigen DC/DC-Steller verwendet werden , ist die Zwischenkreisspannung, die an der Halbbrücke des Wechselrichters anliegt und deren Pole wechselweise mit dem Erdungspunkt verbunden werden, gleich einer Eingangsspannung des Wechselrichters, die von der angeschlossenen Stromquelle bereitgestellt wird.
Wenn bei der Definition der vorliegenden Erfindung auf einen zu dem Erdungspunkt fließenden Strom verwiesen wird, so wird damit nicht auf eine bestimmte Stromflussrichtung Bezug genommen. Die Stromflussrichtung hängt vielmehr von der Polarität der Spannung gegenüber Erde ab, die diesen Strom treibt. Da die beiden Pole der Zwischen kreisspann ung des Wechselrichters normalerweise unterschiedliche Polaritäten gegenüber Erde aufweisen, ändert sich die Stromflussrichtung zumindest dann, wenn der Mittelpunkt der Halbbrücke zunächst länger mit dem einen und dann länger mit dem anderen Pol der Zwischenkreisspannung verbunden wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren macht für die Herstellung der Verbindung der beiden ungeerdeten Pole der Zwischenkreisspannung des Wechselrichters mit dem Erdungspunkt von
den aktiven Schaltelementen einer Halbbrücke des Wechselrichters Gebrauch. Das heißt, als Schalter zum Zuschalten der beiden Pole der Zwischenkreisspannung werden in dem Wechselrichter sowieso vorhandene und mit entsprechenden Span nungen belastbare Schaltelemente verwendet. Allein hierdurch können die Kosten der Messung des Isolationswiderstands an einem Wechselrichter gegenüber einer aus der EP 1 857 825 A1 und der parallelen US 7,576,547 B2 bekannten separaten Messanordnung deutlich reduziert werden. Die für das Messen des Isolationswiderstands herzustellende Verbindung zwischen dem Mittelpunkt der Halbbrücke und dem Erdungspunkt erfordert demgegenüber keinen stärker belastbaren Schalter, insbesondere wenn in dieser Verbindung ein höherohmiger Schutzwiderstand vorgesehen wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Messung des Isolationswiderstands werden nicht nur die Schaltelemente der Halbbrücke des Wechselrichters in einer im Vergleich mit dem normalen Betrieb des Wechselrichters beim Einspeisen in ein angeschlossenes Wechselstromnetz ungewöhnlichen Weise angesteuert, sondern der Wechselrichter ist zum Zeitpunkt der Messung noch nicht mit dem Wechselstromnetz verbunden, oder er wird für die Messung des Isolationswiderstands wieder von dem in seinem normalen Betrieb angeschlossenen Wechselstromnetz getrennt.
Der über d ie Verbindung zu dem Erdungspunkt fließende Strom wird bevorzugt als Spannungsabfall über einem Messwiderstand gemessen, der zwischen den Mittelpunkt der Halbbrücke und den Erdungspunkt geschaltet ist. Dies schließt ein, dass die Verbindung beider Pole der Zwischenkreisspannung mit dem Erdungspunkt über denselben Messwiderstand führt und dass entsprechend auch nur eine Messeinrichtung benötigt wird.
Bei dieser Messeinrichtung kann es sich um eine solche Messeinrichtung des Wechselrichters handeln, die im normalen Betrieb des Wechselrichters einen Spannungsabfall über einem gegen über dem Messwiderstand zwischen dem Mittelpun kt der Halbbrücke u nd dem Erdungspunkt niederohmigeren Messwiderstand misst, um einen Strom von der Halbbrücke in das angeschlossene Wechselstrom netz zu messen . Das heißt, auch in Bezug auf d ie Messeinrichtung für den zu dem Erdungspunkt fließenden Strom kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren auf in dem Wechselrichter sowieso vorhandene Einrichtungen zurückgegriffen werden, was die Zusatzkosten für die Implementierung des erfindungsgemäßen Messverfahrens weiter reduziert.
Konkret können die Schaltelemente bei dem erfindungsgemäßen Messverfahren nacheinander und jeweils nur einmal während der Messung geschlossen werden, um nacheinander zwei Gleichströme von den beiden Polen der Zwischenkreisspannung über die Verbindung zu dem Erdungspunkt fließen zu lassen. Dies entspricht einer Umsetzung des aus der EP 1 857 825 A1 und der US 7,576,547 B2 bekannten Messprinzips. Diese Umsetzung setzt jedoch voraus, dass die Schaltelemente der Halbbrücke für eine erheblich, d. h. um ein Vielfaches längere Zeit geschlossen werden können, als dies im normalen Wechselrichterbetrieb erforderlich ist. Auch wenn die dabei auftretenden Belastungen der Schaltelemente, insbesondere wenn in der Verbindung mit dem Erdungspunkt ein Schutzwiderstand angeordnet wird, nur gering sind, kann ein anhaltendes Schließen trotzdem unmöglich sein, weil zum Beispiel die Treiber der Schaltelemente mithilfe einer Bootstrap-Schaltung mit Spannung versorgt werden.
Auch in diesem Fall ist jedoch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens anwendbar, bei der d ie Scha ltelemente a ngesteuert werden, um einen periodischen Wechselstrom über die Verbindung durch eine Netzdrossel des Wechselrichters zu dem Erdungspunkt fließen zu lassen oder um mindestens eine treibende Spannung für den Strom zu dem Erdungspunkt an dem Mittelpunkt der Halbbrücke einzustellen, die zwischen den Spannungen der beiden Pole der Zwischenkreisspannung gegenüber Erde liegt. Das heißt, die Schaltelemente können beispielsweise nach dem Prinzip einer Pulsweitenmodulation so angesteuert werden, dass über ein Filter aus Netzdrossel und evtl. weiteren Elementen wie Filterkondensator und Schutzwiderstand ein Wechselstrom in den Erdungspunkt getrieben wird. Dieser Wechselstrom kann nicht nur sinusförmig, sondern beispielsweise auch rechteckförmig sein und weist, damit er eine sinnvolle Messung des Isolationswiderstands auch bei größeren Ableitkapazitäten einer an den Wechselrichter angeschlossenen Stromquelle erlaubt, eine sehr niedrige Frequenz auf. Konkret kann die Periodendauer des zum Messen des Isolationswiderstands geformten Wechselstroms um mindestens einen Faktor 2, vorzugsweise um mindestens einen Faktor 5, noch mehr bevorzugt um mindestens einen Faktor 10, noch mehr bevorzugt um mindestens einen Faktor 50 und am meisten bevorzugt um mindestens einen Faktor 100 längere Periodendauer aufweisen als ein im Normalbetrieb des Wechselrichters durch die Netzdrossel ausgegebener Wechselstrom. Anders gesagt kann die Periodendauer des Wechselstroms zur Messung des Isolationswiderstands durchaus ein oder mehrere und sogar einige zehn Sekunden betragen. Die ideale Periodenlänge für eine ausreichend exakte Messung des Isolationswiderstands hängt dabei von der Zeitkonstante aus den vorhandenen Ableitkapazitäten und dem Isolationswiderstand selbst ab, wobei letzterer beispielsweise bei
einem an den Wechselrichter angeschlossenen Photovoltaikgenerator durch klimatische Bedingungen stark variieren kann. Aus dem niederfrequenten Wechselstrom lässt sich der gesuchte Isolationswiderstand berechnen, wenn zugleich die ihn treibende Wechselspannung erfasst wird. Dies kann mit einer Messeinrichtung geschehen, die die Wechselspannung misst, wenn sie zum Beispiel über einem Filterkondensator abfällt.
Wenn die den Strom zum Erdungspunkt treibende Spannung relativ zu einem der Pole der Zwischenkreisspannung erfasst wird oder sie wegen einer definierten Ansteueru ng der Schaltelemente der Halbbrücke als bekannt unterstellt werden kann, kann zur Messung des über die Verbindung zu dem Erdungspunkt fließenden Stroms auch eine Spannung gemessen werden, die zwischen einem Punkt, welcher zwischen dem schon erwähnten Schutzwiderstand fü r d en E rdsch a lter u n d d em E rd u n gs pu n kt l iegt, u n d dem einen der Pole der Zwischenkreisspannung abfällt. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich bei der treibenden Spannung um eine Wechselspannung oder eine zumindest vorübergehend konstante Spannung, wie beispielsweise eine zwischen den Spannungen der beiden Pole der Zwischenkreisspannung gegenüber Erde liegende Spannung handelt. Aufgrund der Maschenregel ist die Summe der Spannung zwischen diesem Punkt und dem einen der Pole der Zwischenkreisspannung einerseits und der treibenden Spannung relativ zu diesem einen der Pole andererseits gleich der über dem Schutzwiderstand abfallenden Spannung. Aus der über dem Schutzwiderstand abfallenden Spannung lässt sich der zu dem Erdungspunkt fließende Strom berechnen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Spannungen, die zum Erfassen der zu dem Erdungspunkt fließenden Strömen erfasst werden, aber auch d irekt, d . h . ohne explizite Umrechnung in Stromstärken, als Maß für die Ströme zur Berechnung des interessierenden Isolationswiderstands verwendet werden.
Wenn der Punkt, an dem die Spannung gegenüber dem einen der Pole der Zwischenkreisspannung gemessen wird, um den über die Verbindung zu dem Erdungspunkt fließenden Strom zu messen, zwischen dem Schutzwiderstand und dem Erdschalter liegt, kann die Spannungsmessung an diesem Punkt auch im normalen Betrieb des Wechselrichters, d. h. bei geöffnetem Erdschalter, durchgeführt und verwendet werden, um zum Beispiel die Spannung am Ausgang des Filters zu erfassen.
Wenn in dieser Beschreibung von einem Wechselstrom zu dem Erdungspunkt und einer ihn treibenden Wechselspannung die Rede ist, so bedeutet dies nicht, dass der zu dem
Erdungspunkt fließende Strom seine Stromflussrichtung und die ihn treibende Spannung gegenüber Erde entsprechend ihre Polarität ändern muss. Die Ansteuerung der Schaltelemente der Halbbrücke kann zum Beispiel auch so erfolgen, dass der Momentanwert der treibenden Wechselspannung um weniger als die Hälfte der Zwischenkreisspannung variiert und die Wechselspannung einen Gleichspannungsoffset in Richtung eines Pols der Zwischenkreisspannung aufweist, so dass der von ihr getriebene Strom eine feste Stromflussrichtung aufweist.
Zum wech selweisen Verbi n den der beid en Pole d er Zwischen kreisspa n n u ng des Wechselrichters mit einem Erdungspunkt weist die zur Messung eines Isolationswiderstands vorgesehene Vorrichtung eines erfindungsgemäßen Wechselrichters keine zusätzlichen Schalter auf, sondern macht hierzu von den Schaltelementen einer Halbbrücke des Wechselrichters Gebrauch. Zusätzlich zur eigentlichen Wechselrichterschaltung des Wechselrichters weist die Vorrichtung jedoch einen Erdschalter auf, um den Mittelpunkt der Halbbrücke mit dem Erdungspunkt zu verbinden. Dieser Schalter ist zwischen dem Mittelpunkt der Halbbrücke und dem Erdungspunkt mit einem Messwiderstand in Reihe geschaltet, u m den nach Erde fließenden Strom zu messen. Dieser Messwiderstand ist typischerweise mit einem zusätzlichen Schutzwiderstand in Reihe geschaltet, der den zu dem Erdungspunkt fließenden Strom begrenzt. Der Messwiderstand kann alternativ auch selbst als Schutzwiderstand ausgelegt sein. Zu r Tren n u ng d es M ittelpunkts der Halbbrücke von einem ausgangsseitig an den Wechselrichter angeschlossenen Wechselstromnetz greift die Vorrichtung auf einen Netzschalter, ein Netzrelais oder -schütz des Wechselrichters zurück.
Die über dem Messwiderstand abfallende Spannung und damit der hindurchfließende Strom wird von der Vorrichtung zur Messung des Isolationswiderstands vorzugsweise mit einer Messeinrichtung gemessen, die im normalen Betrieb des Wechselrichters einen Spannungsabfall über einem niederohmigeren Messwiderstand misst, um einen von der Halbbrücke in das angeschlossene Wechselstromnetz getriebenen Strom zu m esse n . Da be i ka n n e i n e Verzweigung an oder nach dem Mittelpunkt der Halbbrücke vorgesehen sein, die einerseits zu dem Messwiderstand für die Messung des Isolationswiderstands und andererseits zu dem niederohmigeren Messwiderstand und darüber hinaus zur Netzdrossel und letztlich zum Netzschalter bzw. -relais oder -schütz führt. Eine Messeinrichtung, die an die der Verzweigung abgekehrten Ansch lüsse der beiden Messwiderstände angeschlossen ist, misst zwar grundsätzlich die Summe der über beiden Messwiderständen abfallende Spannung. Bei der
Messung des Isolationswiderstands fällt aber keine Spannung an dem niederohmigeren Messwiderstand ab, da der Netzschalter geöffnet ist, während im normalen Betrieb des Wech sel richters kei ne S pan n u ng ü ber d em Messwid ersta n d fü r d ie Messu n g d es Isolationswiderstands abfällt, da dann der Erdschalter der Vorrichtung zur Messung des Isolationswiderstands geöffnet ist. So misst die derart angeschlossene Messeinrichtung immer nur den jeweils interessierenden Spannungsabfall.
Alternativ kann die Vorrichtung zur Messung des Isolationswiderstands einen Wechselschalter aufweisen, der den Strom von dem Mittelpunkt der Halbbrücke wahlweise durch den Messwiderstand für die Messung des Isolationswiderstands oder den niederohmigeren Messwiderstand führt, wobei die Messeinrichtung an eine Verzweigung zu den Messwiderständen u nd an den d ieser abgekehrten Anschluss des Wechselschalters angeschlossen ist. Auf welcher Seite der Widerstände der Wechselschalter und auf welcher Seite d ie feste Verzweigung zu den Messwiderständen vorgesehen ist, ist dabei unerheblich. Die Messeinrichtung erfasst in jedem Fall den Spannungsabfal l ü ber dem jeweils mit dem Wechselschalter angewählten Messwiderstand.
Beide voranstehend beschriebenen Anschlussmöglichkeiten der Messeinrichtung sind sowohl dann anwendbar, wenn die Vorrichtung die Schaltelemente nacheinander schließt, um nacheinander zwei Gleichströme über die Verbindung zu dem Erdungspunkt fließen zu lassen, als auch dann, wenn die Vorrichtung die Schaltelemente ansteuert, um einen Wechselstrom über die Verbindung durch eine Netzdrossel des Wechselrichters zu dem Erdungspunkt fließen zu l a s se n oder auch um andere zwischen den Spannungen der Pole der Zwischenkreisspannung gegenüber Erde liegende treibende Spannungen für den Strom zum Erdungspunkt an dem Mittelpunkt der Halbbrücke einzustellen. Es versteht sich , dass im zweiten und letzteren Fall die Verzweigung zu dem Erdungspunkt der ersten Anschlussvariante der Messeinrichtung erst nach der Netzdrossel vorzusehen ist. In diesem letzteren Fall ist es zudem bevorzugt, wenn dem Messwiderstand für die Messung des Isolationswiderstands ein Filterkondensator parallel geschaltet ist, der einen von den hochfrequent angesteuerten Schaltelementen der Halbbrücke hervorgerufenen Schaltrippel gegenüber dem eigentlich interessierenden niederfrequenten Wechselstrom nach Erde herausfiltert. Zum Messen der treibenden Wechselspannung des Wechselstroms kann die Vorrichtung zur Messung des Isolationswiderstands eine zusätzliche Messeinrichtung aufweisen , die die über einem Filterkondensator abfallende Wechselspannung misst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibung genannten Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer Merkmale sind lediglich beispielhaft und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden müssen. Ohne dass hierdurch der Gegenstand der beigefügten Patentansprüche verändert wird, gilt hinsichtlich des Offenbarungsgehalts der ursprünglichen Anmeldungsunterlagen und des Patents Folgendes: weitere Merkmale sind den Zeichnungen - insbesondere der relativen Anordnung mehrerer Bauteile zueinander sowie deren Wirkverbindung - zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfal ls abweichend von den gewäh lten Rückbezieh u ngen der Patentansprüche möglich und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen dargestellt sind oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können in den Patentansprüchen aufgeführte Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung entfallen.
Die in den Patentansprüchen und der Beschreibung genannten Merkmale sind bezüglich ihrer Anzahl so zu verstehen, dass genau diese Anzahl oder eine größere Anzahl als die genannte Anzahl vorhanden ist, ohne dass es einer expliziten Verwendung des Adverbs "mindestens" bedarf. Wenn also beispielsweise von einem Element die Rede ist, ist dies so zu verstehen, dass genau ein Element, zwei Elemente oder mehr Elemente vorhanden sind. Wenn hingegen nur die genaue Anzahl eines Merkmals angegeben werden soll, findet das Adjektiv "genau" vor dem jeweiligen Merkmal Verwendung. Diese Merkmale können durch andere Merkmale ergänzt werden oder die einzigen Merkmale sein, aus denen das jeweilige Erzeugnis besteht.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
I m Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele weiter erläutert und beschrieben.
Fig. 1 illustriert eine erste Ausführungsform von relevanten Details eines erfindungsgemäßen Wechselrichters mit einer Vorrichtung zur Messung eines Isolationswiderstands.
Fig. 2 illustriert die wesentlichen Bestandteile einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wechselrichters mit einer Vorrichtung zur Messung eines
Isolationswiderstands.
Fig. 3 illustriert die wesentlichen Bestandteile einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wechselrichters mit einer Vorrichtung zur Messung eines Isolationswiderstands; und
Fig. 4 illustriert die wesentlichen Bestandteile einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wechselrichters mit einer Vorrichtung zur Messung eines
Isolationswiderstands.
FIGURENBESCHREIBUNG
In Fig. 1 ist ein Wechselrichter 1 in Form seiner hier wesentlichen Teile dargestellt, zu denen eine Halbbrücke 2 mit Schaltelementen 3 und 4 auf beiden Seiten eines Mittelpunkts 5, ein Gleichspannungszwischenkreis 6 mit einem Zwischenkreiskondensator 7, ein Messwiderstand 8 mit einer zugeordneten Messeinrichtung 9 für die darüber abfallende Spannung, eine Netzdrossel 10 und ein Netzschalter 1 1 zählen. Der Gleichspannungszwischenkreis 6 ist hier beispielhaft direkt an eine Stromquelle 16 angeschlossen, möglich wäre auch ein Anschluss der Stromquelle 1 6 an den Zwischenkreis 6 über einen nicht galvanisch trennenden DC/DC- Wandler wie z.B. einen Hochsetzsteller. Neben dem Strompfad von dem Mittelpunkt 5, der durch den Messwiderstand 8 und durch die Netzdrossel 10 zu dem Netzschalter 1 1 führt, über den der Wechselrichter an ein Wechselstromnetz angeschlossen werden kann, um in dieses Wechselstromnetz einzuspeisen, zweigt von dem Mittelpunkt 5 ein weiterer Strompfad ab. Dieser Strompfad führt durch einen im Vergleich zu dem Messwiderstand 8 höherohmigeren Messwiderstand 1 2 , ei nen Sch utzwiderstand 1 3 u nd einen Erdschalter 1 4 zu dem Erdungspunkt 15. Der Messwiderstand 12 ist mit dem Messwiderstand 8 zwischen den Anschlüssen der Messeinrichtung 9 in Reihe geschaltet. Sowohl Netz- als auch Erdschalter können als Relais bzw. Schütz ausgeführt sein, um sie automatisiert betätigen zu können.
Wenn bei geöffnetem Netzschalter 1 1 der Erdschalter 14 geschlossen wird, ist der Mittelpunkt 5 über die Widerstände 12 und 1 3 mit dem Erdungspunkt 15 verbunden. Dann kann durch Schließen des Schaltelements 3 der positive Pol 20 einer Zwischenkreisspannung des
Gleichspannungszwischenkreises 6 mit dem Mittelpunkt 5 und damit mit dem Erdungspunkt 15 verbunden werden, um einen in der Folge zu dem Erdungspunkt 15 fließenden Strom mit der Messeinrichtung 9 zu messen. Dabei misst die Messeinrichtung 9 ausschließlich eine über den Messwiderstand 12 abfallende Spannung als Maß für den interessierenden Strom, weil aufgrund des geöffneten Netzschalters 1 1 durch den Messwiderstand 8 kein Strom fließt und somit über dem Messwiderstand 8 keine Spannung abfällt.
Wenn der Strom zu dem Erdungspunkt 15 gemessen ist, kann das Schaltelement 3 wieder geöffnet und anschließend das Schaltelement 4 geschlossen werden, um einen vom negativen Pol 21 der Zwischenkreisspannung des Gleichspannungszwischenkreises 7 zu dem Erdungspunkt 15 fließenden Strom in gleicher Weise zu messen. Aus den Messwerten der beiden Ströme zu dem Erdungspunkt 15 ist in bekannter Weise der Isolationswiderstand der gezeigten Anordnung bestimmbar. Hierfür werden gegenüber dem Grundaufbau des Wechselrichters 1 nur der Messwiderstand 12, der Schutzwiderstand 13 und der Erdschalter 14 als zusätzliche Bauteile benötigt. Der gemessene Isolationswiderstand wird insbesondere von Isolationswiderständen im Bereich einer an den Gleichspannungszwischenkreis 6 angeschlossenen Stromquelle 16, hier eines Photovoltaikgenerators, bestimmt, umfasst aber auch den eigenen Isolationswiderstand des Wechselrichters 1.
Der in Fig. 2 anhand seiner für die Erfindung wesentlichen Bestandteile dargestellte Wechselrichter 1 weist einen zusätzlichen Wechselschalter 22 auf, der den Strom zu der Netzdrossel 10 entweder durch den niederohmigeren Messwiderstand 8 oder durch den höherohmigeren Messwiderstand 12 führt. Dabei zweigt der Strompfad durch den Schutzwiderstand 13 und den Erdschalter 14 zu dem Erdungspunkt 15 erst hinter der Netzdrossel 10 von dem Strompfad durch den Netzschalter 1 1 i n d as h i er wieder nicht dargestellte Stromnetz, in das der Wechselrichter 1 einspeist, ab. Bei dieser Topologie des Wechselrichters 1 können die Schaltelemente 3 und 4 so angesteuert werden, dass sie an einem Filterausgang 25 eines die Netzdrossel 10 und einen Filterkondensator 19 umfassenden Filters 28 einen sehr niederfrequenten Wechselspannungsanteil stellen, durch den wiederum ein sehr niederfrequenter Strom in den Erdungspunkt 15 getrieben wird. Es versteht sich, dass dabei der Netzschalter 1 1 geöffnet und der Erdschalter 14 geschlossen ist. Weiterhin ist ein Filterkondensator 17 dem Messwiderstand 12 parallel geschaltet, um den hochfrequenten Anteil des Stroms durch die Drossel 10 wegzufiltern.
Die treibende Spannung dieses Wechselstroms wird durch eine zusätzliche Messeinrichtung 18 über dem Filterkondensator 19 gemessen. Aus dem Verhältnis des Wechselstroms und seiner treibenden Wechselspannung ist der Isolationswiderstand des Wechselrichters 1 bestimmbar. Dazu müssen sowohl von der Spannung an dem Filterkondensator 19 als auch von dem Strom durch den Messwiderstand 12 nur die niederfrequenten Wechselanteile UAc und c ausgewertet werden. Der Isolationswiderstand Riso ergibt sich dann gemäß Riso = UAC IAC -RI3, wobei R-I3 der Wert des Schutzwiderstands 13 ist. Der Filterkondensator 19 hat dabei keine Bedeutung für die Messung von UAc, nimmt aber sinnvoller Weise den hochfrequenten Rippeistrom der Netzdrossel 10 a uf. Di eser entspricht d em Rippel im normalen Einspeisebetrieb des Wechselrichters 1 und ist damit um ein Vielfaches größer als der Messstrom. Würde der Filterkondensator 19 weggelassen, könnte sich der Strom in der Netzdrossel 10 nur minimal ändern, und der Schutzwiderstand 13 würde der vollen hochfrequenten Wechselspannung an dem Mittelpunkt 5 ausgesetzt, so dass seine Belastung sehr hoch wäre. Da der Filterkondensator 19 in einem Netzfilter eines Wechselrichters 1 aber ohnehin vorhanden ist, kann er die hier nötige Filterfunktion übernehmen. Die Bestimmung des Isolationswiderstands aus dem Verhältn is des Wechselstroms u nd sei ner trei benden Wechselspannung setzt nicht voraus, dass die Schaltelemente 3 und 4 dauerhaft geschlossen werden können. Für diese Bestimmung ist auch der Wechselschalter 22 nicht zwingend erforderlich. Vielmehr könnten die Strompfade zu dem Netzschalter 1 1 und dem Erdschalter 14 erst nach der Netzdrossel 1 0 zu den Messwiderständen 8 und 12 verzweigen, wobei der Filterkondensator 17 auch dann dem Messwiderstand 12 parallel geschaltet sein könnte, obwohl in diesem Fall bereits der Filterkondensator 19 filtern würde. Häufig werden jedoch die Netzdrossel 10 und der Filterkondensator 19 direkt mit einander verbunden sein, insbesondere wenn sie als Filtereinheit miteinander und evtl. mit weiteren Bauelementen vergossen sind, so dass eine Anordnung gemäß den Zeichnungen erzwungen wird. Der übliche Ort des Messwiderstands 8 für den von der Halbbrücke 2 getriebenen Strom in einem Wechselrichter 1 liegt daher zwischen dem Mittelpunkt 5 und der Netzdrossel 10.
Auf das Funktionsprinzip der Messeinrichtungen 9 und 1 8 kommt es für die vorliegende Erfindung nicht entscheidend an. Es kann jedoch vorteilhaft sein, als Messeinrichtungen 9 und 18 Delta-Sigma-Wandler einzusetzen, bei denen es sich um Analog/Digital-Wandler mit sehr hoher Auflösung handelt.
Bei der anhand von Fig. 2 erläuterten Ausführungsform der Erfindung kann auch auf den Schutzwiderstand 13 verzichtet werden, weil allein durch das Ansteuern der Schaltelemente 3 und 4 zum Erzeugen des Wechselstroms zu dem Erdungspunkt 15 die Amplitude des Stroms begrenzt werden kann.
In der Darstellung von wesentlichen Teilen des Wechselrichters 1 gemäß Fig. 3 ist der Netzschalter 1 1 nicht dargestellt, obwohl er tatsächlich vorhanden ist. Tatsächlich bei dieser Ausführungsform des Wechselrichters 1 nicht vorhanden ist ein Messwiderstand 8 für den von dem Mittelpunkt 5 der Halbbrücke 2 bei geschlossenem Erdschalter 14 und angesteuerten Schaltelementen 3 und 4 zu dem Erdungspunkt 15 fließenden Strom. Stattdessen wird hier mit einer Messeinrichtung 23 eine Spannung zwischen einem Punkt 24 auf der Verbindung zwisch en d e m M itte l pu n kt 5 u n d d em E rd u n g s pu n kt 1 5 u n d ei n e m d e r P ol e d er Zwischenkreisspannung, hier dem negativen Pol, gemessen. Dabei liegt der Punkt 24 zwischen dem Schutzwiderstand 13 und dem Erdungspunkt 15, hier genauer zwischen dem Schutzwiderstand 13 und dem Erdschalter 14, welcher hier zwischen dem Schutzwiderstand 13 und dem Erdungspunkt 15 angeordnet ist. Wenn die Spannung zwischen dem Mittelpunkt 5 und demselben Pol der Zwischenkreisspannung, mit dem die Messeinrichtung 23 verbunden ist, bekannt ist, d. h. die treibende Spannung des über die Verbindung zu dem Erdungspunkt 15 fließenden Stroms gegenüber d iesem Pol der Zwischenkreisspannung, kann nach der Maschenregel der Spannungsabfall über dem Schutzwiderstand 13 bestimmt werden und hieraus der Strom, der durch den Schutzwiderstand 13 zu dem Erdungspunkt 15 fließt, berechnet werden. Ein zusätzlicher Messwiderstand 8 wird hierbei nicht benötigt.
Bei dem Wechselrichter 1 gemäß Fig. 3 kann ebenso wie bei dem Wechselrichter 1 gemäß Fig. 2 nicht nur eine einen Wechselstrom über die Verbindung zu dem Erdungspunkt 1 5 treibende Wechselspannung an dem Filterausgang 25 gestellt werden, die den gesamten Bereich der Zwischenkreisspannung überspannt, d. h. deren negatives Maximum der Spannung des negativen Pols der Zwischenkreisspannung gegenüber Erde und deren positives Maximum der Spannung des positiven Pols der Zwischenkreisspannung gegenüber Erde entspricht. Vielmehr können innerhalb dieser Grenzen auch andere treibende Spannungen gegenüber Erde an dem Filterausgang 25 gestellt werden, und zwar sowohl Wechselspannungen als auch Gleichspannungen, d. h. Spannungen, die über längere Zeiträume konstant gehalten werden. Beides ist durch Takten der Schaltelemente 3 und 4, beispielsweise nach den Grundsätzen der Pulsweitenmodulation, möglich, wobei sich durch unterschiedliche Pulsweiten unterschiedliche
Spannungen zwischen den Spannungen der beiden Pole der Zwischenkreisspannu ng gegenüber Erde an dem Filterausgang 25 einstellen. Auf d i ese Wei se eingestellte Wechselspannungen an dem Filterausgang 25 können auch solche sein, die ihre Polarität gegenüber Erde nicht ändern, so dass auch der über die Verbindung zu dem Erdungspunkt 15 fließende Strom seine Stromflussrichtung nicht ändert.
Bei offenem Erdschalter 14 kann die Messeinrichtung 23 zur Messung der Spannung am Ausgang des Wechselrichters 1 hinter einem Netzfilter des Wechselrichters 1 , bestehend aus der Netzdrossel 10 und dem Filterkondensator 19, verwendet werden.
Im linken Teil von Fig. 3 sind die der eigentlichen Schaltung des Wechselrichters 1 zugehörigen Bauteile von einer gepunkteten Linie 26 umschlossen. Darin ist auch der Filterkondensator 19 angeordnet. Ob der Filterkondensator 19 tatsächlich vorhanden und wie dargestellt kontaktiert ist, hängt jedoch von der Topologie des jeweiligen Wechselrichters 1 ab.
Fig. 4 zeigt in einer Fig. 3 entsprechenden Darstellung noch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wechselrichters. Diese weist folgende Unterschiede gegenüber der Ausführungsform gemäß Fig. 3 auf: Der Erdschalter 14 ist zwischen der Netzdrossel 10 und dem Schutzwiderstand 13 angeordnet, und zwar genauer zwischen einem je nach vorliegender Wechselrichtertopologie im Bereich des Wechsel richters 1 mit dem negativen Pol der Zwischenkreisspannung verbundenen Filterkondensator 19, wobei dessen optionale Verbindung durch eine gestrichelte Linie angedeutet ist, und einem zusätzlichen Filterkondensator 27, der an den Filterausgang 25 angeschlossen ist. Bei geöffnetem Erdschalter 14 ist dieser zusätzliche Filterkondensator 27 von dem Wechselrichter getrennt und beeinflusst dessen Verhalten nicht. Bei geschlossenem Erdschalter eliminiert der Filterkondensator 27 im Sinne einer Glättungskapazität höherfrequente Schwankungen der treibenden Spannung an dem Mittelpunkt 5, die mit der Schaltfrequenz der Schaltelemente 3 auftreten. Das Filter 28, an dessen Filterausgang 25 die den Strom zu dem Erdungspunkt treibende Spannung anliegt, schließt hier daher auch den Filterkondensator 27 ein. Aufgrund des Filterkondensators 27 können die außerhalb der punktierten Linie 26, d. h. außerhalb der eigentlichen Wechselrichtertopologie, angeordneten Bauteile unabhängig von der tatsächlichen Topologie des Wechselrichters 1 ausgebildet werden. Allerdings kann die hier hinter dem Erdschalter 14 liegende Messeinrichtung 23 nur bei geschlossenem Erdschalter 23 und damit nicht zur Messung der Spannung am Ausgang der Brücke des Wechselrichters 1 verwendet werden.
Einen darüber hinausgehenden funktionellen Unterschied zwischen den Ausführungsformen des Wechselrichters 1 gibt es zwischen den Fig. 3 und 4 nicht.
BEZUGSZEICHENLISTE
Wechselrichter
Halbbrücke
Schaltelement
Schaltelement
Mittelpunkt
Gleichspannungszwischenkreis
Zwischenkreiskondensator
Messwiderstand
Messeinrichtung
Netzdrossel
Netzschalter
Messwiderstand
Schutzwiderstand
Erdschalter
Erdungspunkt
Stromquelle
Filterkondensator
zusätzliche Messeinrichtung
Filterkondensator
Pol
Pol
Wechselschalter
Messeinrichtung
Punkt
Filterausgang
Linie
Filterkondensator
Filter