Beschreibung
Verfahren zum Laden und Entladen eines Wärmespeichers und Anlage zur Speicherung und Abgabe von thermischer Energie, ge- eignet für dieses Verfahren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Laden und Entladen eines Wärmespeichers, bei dem folgende Schritte bevorzugt wechselseitig durchlaufen werden. Während eines Ladezyklus wird der Wärmespeicher durch ein Arbeitsfluid aufgewärmt, wobei vor dem Durchlaufen des Wärmespeichers durch eine als Arbeitsmaschine geschaltete erste thermische Fluidenergie- Maschine eine Druckerhöhung im Arbeitsfluid erzeugt wird und nach dem Durchlaufen des Wärmespeichers das Arbeitsfluid ent- spannt wird. Während eines Entladezyklus wird der Wärmespeicher durch dasselbe oder ein anderes Arbeitsfluid abgekühlt, wobei vor dem Durchlaufen des Wärmespeichers eine Druckerhöhung im Arbeitsfluid erzeugt wird und nach dem Durchlaufen des Wärmespeichers das Arbeitsfluid über eine als Kraftma- schine geschaltete zweite thermische Fluidenergie-Maschine oder die als Kraftmaschine geschaltete erste thermische
Fluidenergie-Maschine entspannt wird.
Außerdem betrifft die Erfindung eine Anlage zur Speicherung und Abgabe von thermischer Energie mit einem Wärmespeicher, wobei der Wärmespeicher die gespeicherte Wärme von einem Ladekreislauf für ein Arbeitsfluid aufnehmen und an einen
Entladekreislauf für ein anderes oder dasselbe Arbeitsfluid abgeben kann. In dem Ladekreislauf sind folgende Einheiten in der angegebenen Reihenfolge durch Leitungen miteinander verbunden: Eine als Arbeitsmaschine geschaltete erste thermische Fluidenergie-Maschine, der Wärmespeicher, eine Einrichtung zur Entspannung des Arbeitsfluides , insbesondere eine dritte Fluidenergiemaschine , und ein erster Wärmetauscher, insbeson- dere ein Kältespeicher. In dem Entladekreislauf sind folgende Einheiten in der angegebenen Reihenfolge durch Leitungen miteinander verbunden: Der Wärmespeicher, eine als Kraftmaschine geschaltete zweite thermische Fluidenergie-Maschine oder die
als Kraftmaschine geschaltete erste Fluidenergie-Maschine, der erste Wärmetauscher oder ein zweiter Wärmetauscher und eine Pumpe. Das eingangs angegebene Verfahren bzw. die zur Durchführung des Verfahrens geeignete Anlage können beispielsweise verwendet werden, um Überkapazitäten aus dem elektrischen Netz mittels des Ladezyklus in thermische Energie zu wandeln und im Wärmespeicher abzuspeichern. Im Bedarfsfall wird dieser Pro- zess umgekehrt, so dass der Wärmespeicher in einem
Entladezyklus entladen wird und mittels der thermischen Energie Strom gewonnen und in das Netz eingespeist werden kann.
Die Begriffe Kraftmaschine und Arbeitsmaschine werden im Rah- men dieser Anmeldung so verwendet, dass eine Arbeitsmaschine mechanische Arbeit aufnimmt, um ihren Zweck zu erfüllen. Eine thermische Fluidenergie-Maschine, die als Arbeitsmaschine verwendet wird, wird somit als Verdichter oder als Kompressor betrieben. Demgegenüber verrichtet eine Kraftmaschine Arbeit, wobei eine thermische Fluidenergie-Maschine zur Verrichtung der Arbeit die im Arbeitsgas zur Verfügung stehende thermische Energie umwandelt. In diesem Fall wird die thermische Fluidenergie-Maschine also als Motor betrieben. Der Begriff „thermische Fluidenergie-Maschine" bildet einen Oberbegriff für Maschinen, die einem Arbeitsfluid thermische Energie entziehen oder diesem thermische Energie zuführen können. Unter thermischer Energie ist sowohl Wärmeenergie als auch Kälteenergie zu verstehen. Thermische Fluidenergie- Maschinen (im Folgenden auch kürzer als Fluidernergie-
Maschinen bezeichnet) können beispielsweise als Kolbenmaschinen ausgeführt sein. Bevorzugt können auch hydrodynamische thermische Fluidenergie-Maschinen verwendet werden, deren Laufräder einen kontinuierlichen Fluss des Arbeitsgases er- lauben. Vorzugsweise kommen axial wirkende Turbinen bzw. Verdichter zum Einsatz .
Das eingangs angegebene Prinzip ist beispielsweise gemäß der WO 2009/044139 A2 beschrieben. Hier kommen Kolbenmaschinen zum Einsatz, um das oben beschriebene Verfahren durchzuführen. Gemäß der US 5,436,508 ist es überdies bekannt, dass mittels der eingangs angegebenen Anlagen zur Speicherung thermischer Energie auch Überkapazitäten bei der Nutzung von Windenergie zur Herstellung elektrischen Stroms zwischengespeichert werden können, um diese im Bedarfsfall wieder abzurufen .
Die Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zum Laden und Entladen eines Wärmespeichers bzw. eine Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens anzugeben, mit dem bzw. mit der eine Speicherung und Rückgewinnung von Energie mit vergleichsweise ho- hem Wirkungsgrad erfolgen kann und dabei ein vergleichsweise geringer Aufwand an Komponenten entsteht.
Diese Aufgabe wird mit dem eingangs angegebenen Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Entladezyklus als Rankine-Prozess ausgestaltet sind, bei dem folgende Schritte durchlaufen werden. Das Arbeitsfluid wird zunächst durch ein im Wärmespeicher verlaufendes erstes Leistungssystem geleitet, wo es Wärme aufnimmt. Danach wird das Arbeitsfluid über einen Hochdruckteil der zweiten thermischen Fluidenergiema- schine (vorzugsweise eine Hochdruckturbine) entspannt. Danach wird das Arbeitsfluid durch ein im Wärmespeicher verlaufendes zweites Leitungssystem geleitet und nimmt erneut Wärme auf. Vorzugsweise erfolgt eine Zwischenüberhitzung . Zuletzt wird das Arbeitsfluid über einen Niederdruckteil der zweiten ther- mischen Fluidenergiemaschine (vorzugsweise eine Niederdruckturbine) entspannt. Im Sinne der Erfindung besteht die Fluidenergiemaschine also aus einem Hochdruckteil und einem Niederdruckteil. Beide Teile zusammen sind als Fluidenergiemaschine aufzufassen.
Die Verwendung des Rankine-Prozesses zum Entladen des Wärmespeichers hat den Vorteil, dass dieser mit einem vergleichsweise hohen Wirkungsgrad betrieben werden kann. Insbesondere
durch eine zweistufige Entladung des Wärmespeichers, wie erfindungsgemäß vorgeschlagen, kann die Wärmeausbeute des Wärmespeichers vorteilhaft gesteigert werden, weil dieser sich durch die Entladung über das zweite Leitungssystem auf ein geringeres Temperaturniveau bringen lässt, bevor dieser wieder aufgeladen werden muss. Für den Fall, dass beispielsweise bei der Verwendung des Verfahrens zusammen mit einem Windkraftwerk oder einer anderen regenerativen Energiequelle zur Erzeugung von Elektrizität für längere Zeit keine Windenergie zur Verfügung steht, kann mit der in dem Wärmespeicher gespeicherten Wärme vorteilhaft der resultierende Stromausfall längere Zeit überbrückt werden. Die zweite thermische Fluid- energiemaschine liefert dabei die Energie, um beispielsweise einen Generator zur Erzeugung von elektrischer Energie anzu- treiben.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Ladezyklus durch einen Wärmepumpen- Prozess realisiert ist. Ein solcher Prozess hat ebenfalls den großen Vorteil, dass er mit einem Wirkungsgrad von über 100 % den Gesamtwirkungsgrad des Verfahrens, der sich sowohl aus dem Lade- als auch aus dem Entladezyklus zusammensetzt, verbessert. Dies liegt daran, dass der Wärmepumpen-Prozess beim Laden des Wärmespeichers auch der Umgebung Wärme entzieht, die beim Entladen zur Verfügung steht.
Vorteilhaft ist es, wenn im Ladezyklus Stickstoff oder getrocknete Luft zum Einsatz kommt. Die Luft muss getrocknet werden, weil in der Luft enthaltenes Wasser ansonsten im Wär- mepumpen-Prozess nach Abkühlung der Luft kondensieren oder sogar gefrieren würde und die zur Verwendung kommende Wärmepumpe beschädigen könnte. Vorteilhaft ist es auch, wenn der Entladezyklus mit Wasserdampf betrieben wird. Bei Stickstoff, Luft und Wasserdampf handelt es sich um Arbeitsfluide, welche beim Entweichen in die Umwelt völlig neutral sind und somit keine Umweltschäden bewirken. Daher kann eine Anlage mit diesen Arbeitsfluiden ohne Umweltrisiken betrieben werden. Dies
wirkt sich auch auf ihre Wirtschaftlichkeit aus, da keine erhöhten Sicherheitsstandards berücksichtigt werden müssen.
Weiterhin wird die oben genannte Aufgabe auch durch die ein- gangs angegebene Anlage dadurch gelöst, dass die zweite thermische Fluidenergiemaschine einen Hochdruckteil und einen Niederdruckteil aufweist und in dem Wärmespeicher zwei fluidisch voneinander unabhängige Leitungssysteme, nämlich ein erstes Leitungssystem und ein zweites Leitungssystem vor- gesehen sind, wobei diese Einheiten in der angegebenen Reihenfolge durch Leitungen miteinander verbunden sind, und zwar das erste Leitungssystem, dann der Hochdruckteil, dann das zweite Leitungssystem und dann der Niederdruckteil. Mit dieser Anordnung kann das oben genannte Verfahren durchgeführt werden, da eine solche Verschaltung der Einheiten hierzu die Voraussetzung schafft. Damit werden auch die oben erläuterten Vorteile beim Betrieb der Anlage erreicht und werden an dieser Stelle nicht noch einmal näher erläutert. Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das erste Leitungssystem in einem ersten Teilspeicher und das zweite Leitungssystem in einem baulich vom ersten getrennten zweiten Teilspeicher untergebracht ist. Eine bauliche Trennung der beiden Teilspeicher bewirkt, dass diese unabhängig voneinander sind. Zum einen besteht eine zumindest weitgehende thermische Unabhängigkeit, da ein Wärmeübergang bei baulich getrennten Teilspeichern zwischen diesen nicht möglich ist. Außerdem können baulich getrennte Teilspeicher auch einfach durch zwei unterschiedliche Leitungssysteme versorgt werden, da diese jeweils unabhängige Anschlüsse für das Leitungssystem aufweisen können. Zuletzt ist es möglich, die Teilspeicher modular aufzubauen und auf diese Weise einen Baukasten anzubieten, der eine vergleichsweise einfache Anpassung an unterschiedliche erforderlichen Wärmekapazitäten der zum Einsatz kommenden Teilspeicher ermöglicht.
Eine besondere Ausgestaltung der Anlage mit baulich getrennten Teilspeichern wird erhalten, wenn der erste Teilspeicher
und der zweite Teilspeicher parallel im Ladekreislauf angeordnet sind. Dies bedeutet, dass sowohl der erste Teilspeicher wie auch der zweite Teilspeicher mit dem Arbeitsfluid gleicher Temperatur beaufschlagt werden und somit auch in beiden Teilspeichern dasselbe Temperaturniveau eingestellt wird. Alternativ ist es auch möglich, dass der zweite Teilspeicher, der die Wärme für den Niederdruckteil der zweiten thermischen Fluidenergiemaschine mit Wärme versorgt, auf ein geringeres Temperaturniveau gebracht wird. Dies ist der Fall, wenn der erste Teilspeicher im Ladekreislauf vor dem zweiten Teilspeicher angeordnet ist, diese also in Reihe geschaltet sind .
Die Parallelschaltung der Teilspeicher hat den Vorteil, dass das in den Teilspeichern vorhandene Material hinsichtlich seiner Wärmekapazität optimal genutzt wird. Außerdem ist es bei der Parallelschaltung der Teilspeicher besonders einfach möglich, diese derart auszulegen, dass beide Teilspeicher bei einem Entladezyklus gleichzeitig vollständig entladen sind und bei einem Ladezyklus gleichzeitig vollständig geladen sind. Sollte es jedoch nicht zu einer vollständigen Ladung oder Entladung kommen, was beispielsweise bei der Verwendung der Anlage an einer Windkraftanlage windabhängig häufig passieren wird, lässt sich der Prozess beliebig oft umkehren, ohne dass das Ladungsverhältnis der beiden Teilspeicher hierdurch gestört wird.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung ist es möglich, dass das erste Leitungssystem und das zweite Leitungssystem in dem Wärmespeicher verlaufen, der als Baueinheit ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass der Wärmespeicher sowohl für die Speisung des ersten Leitungssystems als auch für die Speisung des zweiten Leitungssystems nur einen Wärmevorrat zur Verfügung stellt, d. h. baulich eine Einheit darstellt. Die Leitungs- Systeme müssen in diesem Fall unabhängig voneinander in diesem Wärmespeicher verlaufen (beispielsweise parallel verlaufen) . Dies hat den Vorteil, dass bei dem Bau des Wärmespeichers Baumaterial eingespart werden kann. Als Baueinheit kann
der Wärmespeicher vorteilhaft auch kompakter ausgeführt werden, d. h. er hat auch weniger Grenzflächen, über die Wärme in die Umgebung verloren gehen kann. Bildet der Wärmespeicher eine Baueinheit, so ist es vorteilhaft, wenn das erste Leitungssystem in einem ersten Teilbereich und das zweite Leitungssystem in einem räumlich vom ersten getrennten zweiten Teilbereich untergebracht ist. Mit einer räumlichen Trennung im Sinne der Erfindung ist eine möglichst weitgehende thermische Trennung gemeint. Eine thermische Trennung in einem als Baueinheit ausgebildeten Wärmespeicher liegt vor, wenn die Wärmeeinflusszonen im Bereich der beiden Leitungssysteme möglichst weitgehend voneinander unabhängig sind. Dies bedeutet, dass beispielsweise das erste Leitungssystem im vorderen Teil des Wärmespeichers und das zweite Leitungssystem im hinteren Teil des Wärmespeichers liegen kann, wobei somit der Wärmespeicher räumlich zwei Teilbereiche aufweist, die sich von den oben bereits erwähnten Teilspeichern lediglich dadurch unterscheiden, dass diese baulich nicht voneinander getrennt sind, sondern an einer Grenzfläche aneinander stoßen. Die Anschlüsse für den Ladekreislauf können bei dieser Bauform dann auch so am Wärmespeicher angebracht werden, dass der erste Teilbereich und der zweite Teilbereich parallel im Ladekreislauf angeordnet sind. Die damit verbundenen Vorteile sind oben bereits erläutert worden.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zweite Leitungssystem in einem Teilbereich des Wärmespeichers gemeinsam mit dem ersten Leitungssystem untergebracht ist. Dies bedeutet, dass in diesem Bereich das zweite Leitungssystem und das erste Leitungssystem in der gleichen Wärmeeinflusszone des Wärmespeichers verlaufen. Dies hat den Vorteil, dass der Wärmespeicher zumindest in dem Teilbe- reich, in dem die Leitungssysteme gemeinsam untergebracht sind, auf ein Temperaturniveau abgekühlt werden kann, welches zur Versorgung des Niederdruckteils der Turbine noch ausreicht. Dieses Temperaturniveau liegt niedriger, so dass ein
größerer Teil der in dem Wärmespeicher gespeicherten Wärme zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Auf diese Weise wird es möglich, den Wärmespeicher länger zur Gewinnung von Energie zu nutzen. Dies ist insbesondere bei der Verwendung der Anlage bei regenerativen Energien von Vorteil, da Perioden, in denen die regenerativen Energien (beispielsweise Windenergie) nicht verfügbar ist, überbrückt werden kann. Hierbei kann im Notfall auch hingenommen werden, dass die Anlage ab dem Zeitpunkt, in dem der Hochdruckteil der zweiten thermischen Fluidenergiemaschine nicht mehr arbeitet, mit einem schlechteren Wirkungsgrad läuft. Dies ist im Vergleich dazu, dass es zu Energie-Engpässen kommen kann, in einem solchen Fall hinnehmbar. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das zweite Leitungssystem in mehreren Teilbereichen des Wärmespeichers gemeinsam mit dem ersten Leitungssystem untergebracht ist, wobei das zweite Leitungssystem in jedem dieser zweiten Teilbereiche über eine Bypassleitung kurzgeschlossen werden kann. Auf diese Weise ist es vorteilhaft möglich, in jedem dieser Teilbereiche das Wärmeniveau des Wärmespeichers auf das für den Betrieb des Niederdruckteils der Fluidenergiemaschine erforderliche Niveau zu bringen. Decken im günstigsten Fall die Teilbereiche den gesamten Wärmespeicher ab, kann damit der gesamte Wärme- Speicher auf das geringere Temperaturniveau entladen werden. Um jedoch am Anfang des Entladezyklusses , d. h. wenn der Wärmespeicher noch vollständig aufgeladen ist, ein Betrieb mit hohem Wirkungsgrad zu gewährleisten, wird in diesem Stadium nur das zweite Leitungssystem in einem Teilbereich ange- schlössen und die anderen Teilbereiche über die
Bypassleitungen überbrückt, damit in den anderen Teilbereichen das hohe Energieniveau zur Entladung zwecks Antriebs des Hochdruckteils möglichst lange zur Verfügung steht. Hierdurch kann der hohe angestrebte Wirkungsgrad der Anlage möglichst lange erreicht werden.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Verhältnis der Wärmekapazitäten des ersten Teilbereichs zu dem zweiten oder zu
den zweiten Teilbereichen oder des ersten Teilspeichers zum zweiten Teilspeicher an den durch den Entladeprozess bedingten Wärmebedarf angepasst ist, derart, dass beide Teilbereiche oder Teilspeicher in der gleichen Zeitspanne entladen werden. Diese Auslegung der Teilspeicher oder der Teilbereiche ist Voraussetzung dafür, dass die Teilbereiche oder Teilspeicher immer zum selben Zeitpunkt entladen sind oder aufgeladen sind. Wie bereits erwähnt, kann dieser Prozess auch umgekehrt werden, wenn die Anlage beispielsweise bei einem Windkraftwerk zum Einsatz kommt. Die Anlage ist vorteilhaft dann in möglichst vielen Betriebszuständen mit dem maximal möglichen Wirkungsgrad betreibbar.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben. Gleiche oder sich entsprechende Zeichnungselemente sind in den einzelnen Figuren jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen und werden nur insoweit mehrfach erläutert wie sich Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren ergeben. Es zeigen:
Figur 1 ein Schaltbild eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Anlage mit Zustandsgrößen der Arbeitsfluide gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Figur 2 schematisch einen Entladeprozess als Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einer Zwischenüberhitzung im T-S-Diagramm (d. h. Temperatur T in Abhängigkeit von der Enthalpie) und die
Figuren 3 bis 6 verschiedene Ausführungsbeispiele für einen Wärmespeicher, wie er in einer Anlage gemäß Figur 1 zum Einsatz kommen kann.
In Figur 1 ist die erfindungsgemäße Anlage mit einem Wärmespeicher 11 und einem Kältespeicher 12 dargestellt. In der Anlage ist ein Ladekreislauf 13 und ein Entladekreislauf 14
realisiert, wobei diese Kreisläufe an nicht näher dargestellte Leitungssysteme im Wärmespeicher 11 und Kältespeicher 12 angeschlossen sind und daher ein Laden und Entladen von Wärme bzw. Kälte in die Speicher ermöglichen. Außerdem gibt es ei- nen Wärmetauscherkreislauf 15.
Zunächst wird der Ladezyklus für den Wärmespeicher 11 und den Kältespeicher 12 beschrieben. Das Laden des Wärmespeichers 11 bedeutet eine Aufwärmung desselben, das Laden des Kältespei - chers 12 bedeutet eine Abkühlung desselben. Als Referenz bezüglich der Erwärmung und der Abkühlung ist die Umgebungstemperatur zu verstehen. Während des Ladezyklus produziert eine Windkraftanlage 16 Überkapazitäten, mit denen ein elektrischer Motor M angetrieben werden kann. Der Motor M verfügt über eine Antriebswelle 17, mit der eine erste Fluidenergie- maschine 18 und eine dritte Fluidenergiemaschine 19 angetrieben wird. Bei der ersten Fluidenergiemaschine handelt es sich um eine hydrodynamische Pumpe und bei der dritten Fluidenergiemaschine um eine hydrodynamische Turbine. Die erste Fluid- energiemaschine 18 verdichtet das Arbeitsmedium und leitet dieses durch den Wärmespeicher 11. Dieser besteht aus einem ersten Teilspeicher 20 und einem zweiten Teilspeicher 21, die in dem Ladekreislauf 13 in Serie geschaltet sind. In dem Wärmespeicher 11 gibt das Arbeitsmedium die Wärme ab, die durch die Verdichtung entstanden ist.
Anschließend wird das Arbeitsmedium über die dritte Fluidenergiemaschine 19 entspannt, wobei es sich stark abkühlt. Diese Kälte kann während der Durchleitung durch den Kälte- Speicher 12 an diesen abgegeben werden. Dabei erwärmt sich das Arbeitsmedium, indem es Wärme aus der Umgebung aufnimmt. Anschließend kann dieses durch die erste Fluidenergiemaschine 18 wieder verdichtet werden. Im Falle eines Strombedarfs soll über ein Generator G Strom erzeugt werden. Zum Antrieb des Generators G wird der
Entladekreislauf 14 in Gang gesetzt. Das Arbeitsfluid besteht aus Wasser, welches über eine Speisepumpe 22 verdichtet wird.
Anschließend wird es durch den ersten Teilbereich 20 des Wärmespeichers 11 geleitet und nimmt dessen Wärmeenergie auf. Der entstandene Wasserdampf wird über einen Hochdruckteil HP einer zweiten Fluidenergiemaschine 23 entspannt und anschlie- ßend in den zweiten Teilspeicher 21 geleitet, wo der Wasserdampf wieder Wärme aufnimmt. Dieser reicht aus, um den Niederdruckteil LP der zweiten Fluidenergiemaschine 23 anzutreiben. Die zweite Fluidenergiemaschine wiederum treibt den bereits erwähnten Generator G an.
Nach Entspannung des Arbeitsfluides im Niederdruckteil LP der zweiten Fluidenergiemaschine wird das Arbeitsfluid über einen zweiten Wärmetauscher 24 (Kondensator) abgekühlt. Anschließend schließt sich der Entladekreislauf, indem das verflüs- sigte Arbeitsfluid der Speisepumpe 22 wieder zugeführt wird.
In Figur 1 ist dargestellt, dass der zweite Wärmetauscher über den Wärmetauscherkreislauf 15 mit dem Kältespeicher 12 verbunden ist. Ein Verdichter 25 wird mittels eines Motors M2 angetrieben und hält den Kreislauf in Gang. Im Kältespeicher 12 wird das Arbeitsfluid im Wärmetauscherkreislauf 15 abgekühlt und nimmt daher die Wärme aus dem zweiten Wärmetauscher 24 auf, die das Arbeitsfluid in dem Entladekreislauf 14 zur Verfügung stellt.
Alternativ zu der dargestellten Kühlungsmöglichkeit über einen Wärmetauscherkreislauf 15 sind auch alternative Ausführungsformen denkbar. Beispielsweise kann der Wärmetauscher 24 mit der Umgebung wechselwirken (beispielsweise mit Flusswas- ser) . In diesem Fall kann die Kälteenergie aus dem Kältespeicher 12 anderweitig genutzt werden, z. B. für Klimaanlagen. Es ist auch denkbar, dass das Arbeitsfluid direkt durch den Kältespeicher 12 geleitet wird. Dieser fungiert dann als Wärmetauscher, so dass das Arbeitsfluid die Wärme direkt an den Kältespeicher abgeben kann.
Die Zustände des Arbeitsfluides sind im Ladekreislauf 13 und Entladekreislauf 14 jeweils in Kreisen dargestellt, wobei
diese Kreise bestimmte Stellen des Ladekreislaufs 13 bzw. Entladekreislaufs 14 bezeichnen. Links oben ist jeweils der herrschende Druck im Arbeitsfluid in bar angegeben. Oben rechts ist die in Enthalpie in KJ/kg angegeben. Unten links ist der Massenfluss in kg/s angegeben und unten rechts die Temperatur in °C. Eine Ausnahme bilden die Kreise im
Entladekreislauf 14 jeweils vor dem zweiten Wärmetauscher 24 und nach der Speisepumpe 22. Hier ist der Dampfgehalt des Arbeitsmediums angegeben, der vor der Abkühlung im Wärmetau- scher noch 94% beträgt und anschließend im zweiten Wärmetauscher kondensiert (dieser wird auch als Kondensator bezeichnet) . Daher ist der Dampfgehalt vor der Speisepumpe gleich 0. Der Dampfgehalt wird mit x angegeben. Figur 2 stellt den an sich bekannten Rankine-Prozess im T-S- Diagramm dar. Die Bezugszeichen 1 bis 8 verweisen dabei auf charakteristische Punkte des Rankine-Prozesses und werden in den Figuren 3 bis 5 an den entsprechenden Stellen des Leitungssystems verwendet, wo die besagten Zustände herrschen. Von 8 nach 1 erfolgt die Verdichtung durch die Speisepumpe
22. Von 1 nach 4 durchläuft das Arbeitsfluid den ersten Teilspeicher 20, wobei der Wasserdampf ein erstes Mal überhitzt wird. Nach Durchlaufen des Hochdruckteils HP wird der Punkt 5 erreicht, wobei das Durchlaufen des zweiten Teilspeichers 21 zu einer nochmaligen Überhitzung 6 des Arbeitsfluides kommt. Dieses wird im Niederdruckteil LP entspannt, womit der Punkt 7 erreicht wird. Durch Abgabe von Wärme an den zweiten Wärmetauscher 24 erreicht das Arbeitsfluid wieder Punkt 8. In Figur 3 ist der Wärmespeicher 11 als bauliche Einheit hergestellt. Ein Leitungssystem 26 des Ladekreislaufes ist als durchgehende Linie angedeutet. Die Strömungsrichtung ist durch einen Pfeil angedeutet. Der Wärmespeicher besitzt beispielsweise Sand 27 als Speichermedium. Außerdem verläuft in dem Wärmespeicher 11 ein erstes Leitungssystem 28 und ein zweites Leitungssystem 29. Auch hier ist die Durchflussrichtung, die entgegen der Durchflussrichtung des Leitungssystems 26 liegt, durch einen Pfeil dargestellt.
Gemäß Figur 3 wird deutlich, dass das erste Leitungssystem in einem ersten Teilbereich 30 des Wärmespeichers 11 verläuft. Dieses Leitungssystem speist den Hochdruckteil HP der zweiten Fluidenergiemaschine . Anschließend wird das Arbeitsfluid in das zweite Leitungssystem 29 eingespeist, das in einem zweiten Teilbereich 31 des Wärmespeichers 11 liegt. Die Teilbereiche 30 und 31 grenzen an einer Grenzfläche 32 aneinander, so dass nur in diesem Bereich ein Wärmeaustausch zwischen dem ersten Teilbereich und dem zweiten Teilbereich erfolgen kann. Hierdurch entstehen im Bereich des ersten Leitungssystems 28 eine erste Wärmeeinflusszone 33 und im zweiten Teilbereich 31 eine zweite Wärmeeinflusszone 34, die allerdings durch die Grenzfläche 32 voneinander getrennt sind, wobei nur über die Grenzfläche ein gewisser Wärmeaustausch zwischen den Wärmeeinflusszonen stattfinden kann. Die Grenzfläche ist strichpunktiert angedeutet, während die Wärmeeinflusszonen gestrichelt angedeutet sind. Der Wärmespeicher 11 gemäß Figur 4 ist ähnlich aufgebaut wie derjenige gemäß Figur 3. Allerdings ist anstelle zweier Teilbereiche 30, 31 gemäß Figur 3 vorgesehen, dass der Wärmespeicher 11 aus dem ersten Teilspeicher 20 und dem zweiten Teilspeicher 21 besteht. Dies bewirkt, dass es keine Grenzfläche 32, wie in Figur 3 gezeigt, zwischen den beiden Teilspeichern gibt, sondern dass diese baulich voneinander getrennt sind. Damit sind auch die Wärmeeinflusszonen 33, 34 völlig voneinander thermisch entkoppelt. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass die Teilspeicher 20, 21 in dem Ladekreislauf pa- rallel geschaltet sind. Daher bestehen in diesem Fall auch für das Laden ein erstes Leitungssystem 35 und ein zweites Leitungssystem 36 in dem ersten Teilspeicher 35 und zweiten Teilspeicher 36. Diese können damit gleichzeitig beim Laden auf dasselbe Temperaturniveau gebracht werden.
In Figur 5 ist wieder ein Wärmespeicher 11 dargestellt, der eine bauliche Einheit ergibt. Hier ist im ersten Teilbereich 30 nur das erste Leitungssystem 28 vorhanden ( selbstverständ-
lieh neben dem Leitungssystem 26 für das Laden) . Im zweiten Teilbereich 31 des Wärmespeichers 11 verläuft zusätzlich zum ersten Leitungssystem 28 auch das zweite Leitungssystem 29, wodurch beide Leitungssysteme sich ein und dieselbe Wärmeein- flusszone 36 teilen.
Die Ausführungsform gemäß Figur 5 kann gemäß Figur 6 weitergebildet werden. Der Wärmetauscher 11 gemäß Figur 6 weist einen ersten Teilbereich 30, einen zweiten Teilbereich 31 und einen dritten Teilbereich 37 auf. Das erste Leitungssystem durchläuft den Wärmespeicher 11 durch alle drei Teilbereiche hindurch. Das zweite Leitungssystem durchläuft mit einem ersten Leitungsabschnitt 38 den Teilbereich 30, mit einem zweiten Leitungsabschnitt 39 den Teilbereich 31 und mit einem dritten Leitungsabschnitt 40 den dritten Teilbereich 37. Diese Leitungsabschnitte sind derart miteinander verschaltet, dass es für jeden Leitungsabschnitt Bypassleitungen 41 gibt, so dass über Ventile 42 die Leitungsabschnitte jeweils durchflössen oder umgangen werden können. So kann durch ab- schnittsweises Schalten der Leitungsabschnitte der Wärmespeicher individuell in jedem der Teilbereiche 30, 31, 37 auf das Temperaturniveau gebracht werden, welches zur Überhitzung des Arbeitsmediums vor dem Niederdruckteil LP der zweiten thermischen Fluidenergiemaschine notwendig ist.