Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals eines Wert- oder Sicherheitsprodukts sowie Verfahren zum Herstellen eines derartigen Produkts
Beschreibung:
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals nes Wert- oder Sicherheitsprodukts sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Wert- oder Sicherheitsprodukts. Wert- oder Sicherheitsprodukte, beispielsweise Sicherheitsdokumente und Sicherheitselemente, werden in vielfältiger Weise verwendet, um die Identität von Personen und Sachen verifizieren oder einen Finanztransfer sichern zu können. Hierzu weisen diese Produkte Sicherheitsmerkmale auf, die deren Echtheit und/oder die Identität der Person oder der Sache garantieren. Wertprodukte, wie Banknoten, Aktien und dergleichen, weisen ebenfalls Sicherheitsmerkmale auf, um ihre Echtheit überprüfen zu können. Um die Identität einer Person oder Sache, der das Produkt zugeordnet ist, verifizieren zu können, müssen die Sicherheitsmerkmale das Produkt individualisieren, beispielsweise personalisieren, d.h. das Sicherheitsmerkmal weist individualisierende Merkmale auf, die die jeweilige Person oder Sache und damit die Zugehörigkeit des Produkts zu der Person oder der Sache anzeigen.
Personaldokumente (ID-Dokumente), d.h. Dokumente, die einer Person zugeordnet sind, weisen im Allgemeinen ein Gesichtsbild der Person sowie Personendaten in Klarschrift oder in kodierter Form auf. Um eine Identifizierung der Person so sicher wie möglich zu gestalten, ist es vorteilhaft, beispielsweise das Gesichtsbild in Form einer photographischen Nachbildung auf dem Dokument (mehr)farbig wiederzugeben. Wichtig für die Authentizität dieser Personalisie- rungsinformation ist es, dass sie nicht verfälscht oder gefälscht werden kann. Für die Herstellung eines ID-Dokuments ist es daher von Vorteil, wenn die Personendaten einschließlich des Gesichtsbildes nicht an der Oberfläche des Dokuments sondern in dessen Innerem gebildet sind, da es für die Fälschung oder Verfälschung in diesem Falle erforderlich wäre, die Perso- nendaten freizulegen.
Beispielsweise ist aus DE 29 07 004 C2 eine Ausweiskarte bekannt, die aus zwei Deckfolien, von denen wenigstens eine transparent ist, und einem Karteninlett aus einem lichtundurchlässigen Material, insbesondere Papier, besteht. Das Karteninlett ist mit Informationen versehen, die
durch die transparente Deckfolie hindurch visuell erkennbar sind. Diese Informationen sind mittels eines Laserstrahls auf das Inlett aufgebracht. Die Informationen sind Personalisierungsda- ten in Form alphanumerischer Daten und/oder ein in Rastertechnik wiedergebendes Lichtbild. Durch die Laserstrahlung werden lokale Verbrennungen auf dem Karteninlett erzeugt, die sicht- bar sind.
Allerdings können mit diesem Verfahren keine farbigen Wiedergaben erzeugt werden. Zur Lösung dieses Problems ist in DE 10 2010 062 046 A1 ein Wert- und/oder Sicherheitsdokument angegeben, dass ein in einer oder mehreren ersten Ebenen angeordnetes und aus ersten Musterelementen gebildetes erstes Muster und ein in einer oder mehreren Ebenen und aus zweiten Musterelementen gebildetes und zu den ersten Musterelementen des ersten Musters passergenau angeordnetes zweites Muster umfasst. Die zweiten Musterelemente befinden sich von einer der Außenseiten gesehen vor den ersten Musterelementen. Die ersten Musterelemente sind transparent und/oder transluzent ausgebildet und können farbig sein. Das erste Muster kann in Form eines regelmäßigen Rasters aus Musterelementen in Primärfarben gebildet sein. Die zweiten Musterelemente sind mittels Lasereinwirkung gebildet. Hierzu können die Dokumentenlagen in den gewünschten Bereichen mehr oder minder stark geschwärzt sein, sodass sich eine Grau- oder Schwarztönung des Materials ergibt. Alternativ können in dem Dokumentenkörper auch Ausgangsstoffe enthalten sein, die unter Einwirkung von geeigneten Reaktionsbedingungen zu einer Synthesereaktion veranlasst werden, sodass farbige Muster erzeugt werden.
Ferner ist in DE 10 2008 012 424 A1 ein Verfahren zum Herstellen eines
Polymerschichtverbundes aus mehreren Substratschichten angegeben, in dem mindestens eine erste individualisierende Information drucktechnisch gespeichert ist. Das Verfahren umfasst die Schritte: Bereitstellen von mehreren Polymerschichten als die Substratschichten, Drucken der ersten individualisierenden Informationen auf mindestens eine Substratschicht, Zusammentragen der Substratschichten zu einem Substratschichtenstapel und Laminieren der Substratschichten zu dem Polymerschichtverbund. Die erste individualisierende Information wird in mindestens zwei Druckauszüge zerlegt, die jeweils eine Teilinformation dieser Information umfassen. Die mindestens zwei Druckauszüge werden auf mindestens zwei unterschiedliche Substratschichtoberflächen abgestimmt gedruckt, sodass die gedruckten Druckauszüge in dem Polymerschichtverbund passergenau übereinander liegen und gemeinsam die Information wiedergeben. Die mit den Druckauszügen bedruckten Oberflächen sind innenliegend. Die
Polymerschichten können zumindest teilweise aus Polycarbonat bestehen. Die Druckauszüge werden beispielsweise mit einem Tintenstrahldruckverfahren, beispielsweise mittels eines Transferdruckverfahrens, mit einer fachüblichen Tinte erzeugt, die als Bindemittel ein
Polycarbonat-Derivat enthält.
Des Weiteren ist die Verwendung von optisch variablen Pigmenten beim Thermodrucken aus DE 602 01 439 T1 bekannt, um wertvolle oder wichtige Dokumente schwerer kopierbar oder nachahmbar zu machen und eine Authentifizierung echter Dokumente zu ermöglichen. Hierzu wird ein Wärmeübertragungsmedium in Form eines Substrats bereitgestellt, das an mindestens einem Teil einer Oberfläche eine Beschichtung aus einer thermisch übertragbaren Tinte trägt, welche ein Bindemittel und eine Vielzahl diskreter Partikel aus dem optisch variablen Pigment im Bindemittel dispergiert umfasst. Die Tinte kann unter Verwendung einer herkömmlichen Apparatur für thermisches Transferdrucken verdruckt werden. Die bekannten Verfahren zum Herstellen eines Wert- oder Sicherheitsdokuments haben jedoch den Nachteil, dass sie relativ aufwändig und kostspielig sind. Ferner bieten einige der mit den genannten Verfahren hergestellten Dokumente nicht die notwendige Sicherheit gegen Fälschung und Verfälschung. Von daher liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu finden, das einfach und kostengünstig ist und mit dem fälschungs- und verfälschungssichere Wert- oder Sicherheitsdokumente hergestellt werden können. Es wird daher gefordert, dass das Wert- oder Sicherheitsdokument hinsichtlich seiner Qualität vergleichbar mit der von mit herkömmlichen Verfahren hergestellten Dokumenten und hinsichtlich der Herstellkosten sehr günstig ist.
Die vorstehend angegebenen Aufgaben werden mit den Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals eines Wert- oder Sicherheitsprodukts sowie mit dem Verfahren zum Herstellen eines Wert- oder Sicherheitsprodukts gemäß der vorliegenden Erfindung gelöst. Das Sicherheitsmerkmal kann ein Bestandteil eines Wert- oder Sicherheitsprodukts, nämlich eines Wert- oder Sicherheitsdokuments oder eines Sicherheitselements, sein, d.h. eines Elements, das beispielsweise mit einem gegen Nachahmung, Fälschung oder Verfälschung zu schützenden Gegenstand verbunden wird, beispielsweise als Bestandteil eines Aufklebers, Etiketts oder dergleichen.
Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff ,Sicherheits- oder Wertprodukt' genannt wird, ist darunter beispielsweise ein Reisepass, Personalausweis, Führerschein oder ein anderes ID-Dokument (insbesondere ID-Karte) oder ein Zugangskontrollausweis, ein Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Visum, Scheck, Zahlungsmittel, ins- besondere eine Banknote, eine Scheck-, Bank-, Kredit- oder Barzahlungskarte, Kundenkarte, Gesundheitskarte, Chipkarte, ein Firmenausweis, Berechtigungsnachweis, Mitgliedsausweis, Geschenk- oder Einkaufsgutschein, Frachtbrief oder ein sonstiger Berechtigungsnachweis, Steuerzeichen, Postwertzeichen, Ticket, (Spiel-)Jeton, Haftetikett (beispielsweise zur Produktsicherung) zu verstehen. Das Dokument kann beispielsweise eine Smartcard sein. Es kann im ID 1 -, ID 2-, ID 3-Format gemäß ISO 7810 oder in irgendeinem anderen Format vorliegen, beispielsweise in Heftform, wie bei einem passähnlichen Gegenstand. Ein Sicherheits- oder Wertprodukt ist im Allgemeinen ein Laminat aus mehreren Lagen, die passergenau unter Wärmeeinwirkung und unter erhöhtem Druck flächig miteinander verbunden worden sind. Die Produkte sollen den normierten Anforderungen genügen, beispielsweise ISO 10373, ISO/IEC 7810, ISO 14443. Die Produktlagen bestehen beispielsweise aus einem Trägermaterial, das sich für eine Lamination eignet.
Soweit in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen der Begriff ,Polycarbonat' (PC) verwendet wird, ist darunter ein Kondensationsprodukt von Phosgen oder einem anderen Kohlensäure- Derivat mit einem bifunktionellen Reagenz, das mindestens zwei Hydroxylgruppen für die Kondensationsreaktion enthält (Diol), zu verstehen. Vorzugsweise ist das Diol ausgewählt aus einer Gruppe, umfassend Bis-(hydroxyphenyl)-methan-Derivate, insbesondere Bisphenol A. Anstelle von Bisphenol A können auch andere bifunktionelle Reagenzien mit mindestens zwei Hydroxy- gruppen eingesetzt werden, beispielsweise geminal disubstituierte Bis-(hydroxyphenyl)-cyclo- alkane. Diese Stoffe sind beispielsweise in DE 10 2007 059 747 A1 als Bindemittel für Inkjet- Druckfarben beschrieben. Dieses Dokument wird daher vollumfänglich in den Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung aufgenommen.
Soweit in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen der Begriff ,Polyethylenterephthalat' ver- wendet wird, ist darunter ein Kondensationsprodukt von Terephthalsäure oder von deren Derivaten mit einem bifunktionellen Reagenz, das mindestens zwei Hydroxylgruppen für die Kondensationsreaktion enthält (Diol), beispielsweise mit Ethylenglykol, zu verstehen.
Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff ,Sicherheitsmerkmal' genannt wird, ist darunter gemäß der vorliegenden Erfindung der auf einen Betrachter wirkende optische Eindruck zu verstehen, der durch ein Muster erzeugt wird. Das Sicherheitsmerkmal kann als Bestandteil eines Wert- oder Sicherheitsdokuments oder ei- nes separaten Produkts (eines Sicherheitselements) hergestellt werden. Letzteres kann beispielsweise auf das Dokument aufgeklebt werden. Das Sicherheitsmerkmal wird im Allgemeinen nur einen Teil der Fläche des Dokuments einnehmen. Unter einem Sicherheitsmerkmal sind gemäß der vorliegenden Erfindung unter anderem bevorzugt auch das Gesichtsbild des Inhabers des Dokuments und andere individualisierende, insbesondere personalisierende, Kennzeichnungen zu verstehen.
Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff , Muster' genannt wird, ist darunter eine irgendwie gestaltete Verteilung von mindestens einem einen optischen Eindruck für das menschliche Auge vermittelnden Element, vorzugsweise in zweidimensionaler Anordnung auf einer oder mehreren Oberflächen, zu verstehen, das/die eine in sich geschlossene Darstellung ergibt/ergeben, beispielsweise ein Bild, Bildelement, Zeichen, insbesondere ein alphanumerisches Zeichen, ein Symbol, Wappen, eine Linie, Formel oder dergleichen. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist als Muster auch eine in nur einer Farbe, einschließlich schwarz, weiß und/oder grau, erscheinende nicht strukturierte Fläche oder eine mehrere Farben aufweisende Fläche zu verstehen, die beispielsweise durch ihre Farbe eine Information enthalten und von daher eine Kennzeichnung bilden kann. Die den optischen Eindruck vermittelnden Elemente sind durch zueinander kontrastierende Flächenbereiche wahrnehmbar, wobei der Kontrast durch unterschiedliche Farbtönungen, Helligkeiten oder unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheiten (Glanz, Rauheit oder dergleichen) erzeugt wird.
Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff , Musterelement' genannt wird, ist darunter ein Bestandteil eines Musters zu verstehen (Pixel), wobei die Musterelemente voneinander getrennt sein oder übergangslos ineinander übergehen können. Ein Musterelement dient als kleinstes Strukturelement zur Bildung des Musters, wobei alle Musterelemente das Muster bilden. Das ein Musterelement bildende Material kann entweder transparent, transluzent oder opak sein. Ferner kann es eine bestimmte Helligkeit (Absorption, Remission) haben, d.h. es kann beispielsweise eine Schwärzung, Grautönung oder Weißtönung aufweisen, und/oder es kann eine (spektrale) Färbung und in dieser wiederum eine bestimmte Helligkeit aufweisen. Die Musterelemente können eine kreisförmige (punktförmige),
rechteckige, quadratische, sechseckige oder noch andere Form und eine Größe / einen Durchmesser von beispielsweise 1 bis 150 μηι aufweisen. Musterelemente können die kleinsten Elemente einer wahrnehmbaren Darstellung sein, denen in einem mehrfarbigen Farbraum (beispielsweise im subtraktiven CMYK- Farbraum, additiven RGB-Farbraum) jeweils einer der Farbwerte oder Farbtöne zugeordnet werden kann.
Soweit in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen die Begriffe , Raster' und .gerastert' verwendet werden, so ist darunter eine Zerlegung eines Bildes in einzelne Musterelemente zu verstehen, die typischerweise regelmäßig, beispielsweise in Zeilen oder auch in einer anderen re- gelmäßigen Anordnung, oder unregelmäßig angeordnet sind. Die Musterelemente können beispielsweise in einer Wabenanordnung oder in einer Zeilenanordnung mit zueinander versetzt oder nicht zueinander versetzten Musterelementen angeordnet sein.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die angegebene Aufgabe in einer ersten Verfahrensvariante durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines
Sicherheitsmerkmals eines Wert- oder Sicherheitsprodukts gelöst. Das Sicherheitsmerkmal ist durch mindestens ein Muster gebildet. Zur Herstellung des Sicherheitsmerkmals umfasst die erste Verfahrensvariante die folgenden Verfahrensschritte, vorzugsweise in der angegebenen Reihenfolge, wobei gegebenenfalls weitere Verfahrensschritte zwischen einzelnen der folgen- den Verfahrensschritte vorgenommen werden können:
Zunächst wird ein mit einem Farbmittel versehener Zwischenträger bereitgestellt. Der mit dem Farbmittel versehene Zwischenträger kann hergestellt werden, indem das Farbmittel mindestens einmalig beispielsweise gerastert auf den Zwischenträger aufgebracht wird. Das Farbmittel enthält Partikel, die jeweils mindestens einen Farbstoff und/oder mindestens ein Pigment enthalten, sowie ein Bindemittel aus einem Polymer, vorzugsweise aus einem PC enthaltenden Polymer.
Dann wird jeweils zumindest ein Teil des gegebenenfalls gerasterten Farbmittels von dem Zwischenträger auf eine Oberfläche einer Polymerlage übertragen, wobei auf der Oberfläche der jeweiligen Polymerlage eine Farbmittelschicht gebildet wird. Dabei können beispielsweise gegebenenfalls in einem Raster angeordnete Musterelemente auf der jeweiligen Polymerlage gebildet werden. Sofern nur ein Teil des Farbmittels auf die Oberfläche der Polymerlage übertragen wird, geschieht dies vorzugsweise durch Farbspaltung. Beispielsweise können alle oder auch nur ein Teil
der auf dem Zwischenträger gebildeten Strukturen auf die Polymerlage übertragen werden. Die Polymerlage ist aus jeweils mindestens einem Material hergestellt, das ausgewählt ist aus einer Gruppe, umfassend PC und PET. Dies schließt nicht aus, dass die Polymerlage zusätzlich weitere Stoffe, wie Füllstoffe, beispielsweise Pig- mente und Farbstoffe, und/oder andere Additive, Verstärkungsmaterialien, wie Glasfasermatten, und dergleichen enthält,
(c) Anschließend wird Energie zumindest in einen Teil der Farbmittelschicht, beispielsweise in einige der Musterelemente, lokal eingebracht, um den mindestens einen Farbstoff und/oder das mindestens eine Pigment aus den Partikeln freizusetzen, sodass das Muster auf der jeweiligen Polymerlage gebildet wird.
Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die angegebene Aufgabe gemäß der ersten Verfahrensvariante auch durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Wert- oder Sicherheitsprodukts gelöst, das ein Muster aufweist. Das Verfahren um- fasst die folgenden Verfahrensschritte, vorzugsweise in der angegebenen Reihenfolge, wobei gegebenenfalls weitere Verfahrensschritte zwischen einzelnen der folgenden Verfahrensschritte vorgenommen werden können:
(a) Zunächst wird ein mit einem Farbmittel versehener Zwischenträger bereitgestellt.
Der mit dem Farbmittel versehene Zwischenträger kann hergestellt werden, indem das Farbmittel mindestens einmalig gegebenenfalls gerastert auf den Zwischenträger aufgebracht wird. Das Farbmittel enthält Partikel, die jeweils mindestens einen Farbstoff und/oder mindestens ein Pigment enthalten, sowie ein Bindemittel aus einem Polymer, vorzugsweise aus einem PC enthaltenden Polymer.
(b) Dann wird jeweils zumindest ein Teil des vorzugsweise gerasterten Farbmittels von dem Zwischenträger auf die Oberfläche der Polymerlage übertragen, wobei auf der Oberfläche der jeweiligen Polymerlage die Farbmittelschicht gebildet wird. Dabei können beispielsweise gegebenenfalls in einem Raster angeordnete Musterelemente auf der jeweiligen Polymerlage gebildet werden. Hinsichtlich der Teilübertragung des Farbmittels gilt dasselbe wie zum Herstellverfahren für das Sicherheitsmerkmal in dieser Verfahrensvariante. Die Polymerlage ist aus jeweils mindestens einem Material hergestellt, das ausgewählt ist aus einer Gruppe, umfassend PC und PET. (c) Danach werden die mindestens eine mit der Farbmittelschicht versehene
Polymerlage sowie weitere Polymerlagen zu einem Stapel zusammengetragen.
Danach werden alle Polymerlagen zu einem Laminat verbunden.
Anschließend wird Energie zumindest in einen Teil der Farbmittelschicht lokal ein gebracht, um den mindestens einen Farbstoff und/oder das mindestens eine Pigment aus den Partikeln freizusetzen, sodass das Muster auf der jeweiligen Polymerlage gebildet wird.
Gemäß einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die oben angegebene Aufgabe in einer zweiten Verfahrensvariante durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Sicherheitsmerkmals eines Wert- oder Sicherheitsprodukts gelöst, wobei das Sicherheitsmerk- mal durch mindestens ein Muster gebildet ist. Die zweite Verfahrensvariante umfasst die folgenden Verfahrensschritte, vorzugsweise in der angegebenen Reihenfolge, wobei gegebenenfalls weitere Verfahrensschritte zwischen einzelnen der folgenden Verfahrensschritte vorgenommen werden können: (a) Zunächst wird ein mit einem Farbmittel versehener Zwischenträger bereitgestellt.
Der mit dem Farbmittel versehene Zwischenträger kann hergestellt werden, indem das Farbmittel mindestens einmalig gegebenenfalls gerastert auf den Zwischenträger aufgebracht wird. Das Farbmittel enthält mindestens einen Farbstoff und/oder mindestens ein Pigment sowie ein Bindemittel aus einem Polymer.
(b) Dann wird jeweils zumindest ein Teil des gegebenenfalls gerasterten Farbmittels von dem Zwischenträger auf die Oberfläche der Polymerlage übertragen, wobei auf der Oberfläche der jeweiligen Polymerlage die Farbmittelschicht gebildet wird. Dabei können beispielsweise in einem Raster angeordnete Musterelemente auf der jeweiligen Polymerlage gebildet werden. Hinsichtlich der Teilübertragung des Farbmittels gilt dasselbe wie zum Herstellverfahren für das Sicherheitsmerkmal gemäß der ersten Verfahrensvariante. Die Polymerlage ist aus jeweils mindestens einem Material hergestellt, das ausgewählt ist aus einer Gruppe, umfassend PC und PET. Hinsichtlich der Bestandteile der Polymerlage gilt dasselbe wie zum Herstellverfahren für das Sicherheitsmerkmal gemäß der ersten Verfahrensvariante.
(c) Anschließend werden mindestens eine jeweils mit der Farbmittelschicht versehene
Polymerlage sowie mindestens eine Abdecklage zu einem Stapel zusammengetragen, sodass die Abdecklage die Farbmittelschicht gegenüber einem Betrachter verbirgt.
(d) Danach werden die mindestens eine Polymerlage und die mindestens eine Abdecklage zu einem Laminat verbunden.
(e) Anschließend wird lokal Energie in das Laminat eingebracht, sodass zumindest ein Teil der Farbmittelschicht von dem Betrachter wahrnehmbar wird. Hierzu wird die Energie auf die Orte im Laminat gelenkt, an denen sich die zu aktivierende Farbmittelschicht befindet. Dadurch wird die Farbmittelschicht unter der Abdecklage teilweise sichtbar.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird in der zweiten Verfahrensvariante auch ein Verfahren zum Herstellen eines Wert- oder Sicherheitsprodukts bereitgestellt, das ein Muster aufweist. Das Verfahren umfasst die vorstehenden Verfahrensschritte.
Durch Einbringung von Energie zumindest in einen Teil der Farbmittelschicht entsteht ein visuell wahrnehmbarer Kontrast zwischen ersten Stellen des Wert- oder Sicherheitsproduktes, in die Energie eingebracht wird, und zweiten Stellen, in die keine Energie eingebracht wird. Hierzu zeigen die nicht mit Energie beaufschlagten Stellen des Wert- oder Sicherheitsprodukts kein optisch wahrnehmbares Merkmal. Alternativ kann das Sicherheitsmerkmal vor der Energieeinbringung auch eine gleichmäßige, flächige optisch erkennbare Färbung aufweisen, was durch gleichmäßige flächige Beaufschlagung der mindestens einen Materiallage beispielsweise mit Farbstoff, Tinte oder Pigment enthaltenden Partikeln erreichbar ist. Durch eine lokale Energieeinbringung verändert sich dann auch der optische Eindruck lokal, sodass das Muster erfindungsgemäß wahrnehmbar wird. Dadurch kann aufgrund des Kontrastes ein beliebiges Muster, einschließlich Zeichen, Bilder, Logos, Codes und andere Kennzeichnungen, erzeugt werden. Dieser Kontrast kann darin bestehen, dass zunächst kein Farbeindruck besteht und durch die Energieeinbringung lokal Farbe exponiert wird oder dass ein Kontrast zwischen einer ersten Farbe an nicht behandelten Stellen und einer zweiten Farbe an behandelten Stellen entsteht. Beispielsweise sind in Partikeln enthaltene Tinten oder Pigmente zunächst nicht oder nur schwach wahrnehmbar. Durch die Energieeinbringung werden beispielsweise in den Partikeln enthaltene Farbstoffe und/oder Pigmente freigesetzt, beispielsweise durch Schmelzen. Diese Freisetzung kann mit dem menschlichen Auge wahrgenommen werden. Alternativ kann die Energieeinbringung in die Partikel auch auf andere Weise zu einem optisch wahrnehmbaren Kontrast führen, beispielsweise durch Störung vorhandener Interferenzen erzeugender Spiegelebenen in den Partikeln.
Mit den zwei Varianten der erfindungsgemäßen Verfahren wird zum einen ein sehr hoher Sicherheitsstandard geschaffen, da Materialien verwendet werden, die chemisch/stofflich miteinander kompatibel sind (Farbmittel und Polymerlage), sodass eine Fälschung oder Verfälschung erschwert wird. Denn dadurch bleibt der Zusammenhalt aneinander anliegender Polymerlagen auch in dem Bereich bestehen, in dem mit dem Farbmittel das Muster gebildet wird, da die Kompatibilität eine sehr hohe Haftfestigkeit aneinander anliegender Oberflächen garantiert. Diese Kompatibilität wird dadurch erreicht, dass sowohl das Bindemittel des Farbmittels, das zur Bildung der Musterelemente eingesetzt wird, als auch die Polymerlagen, auf denen die Musterelemente aufgebracht sind, aus miteinander kompatiblen Materialien hergestellt sind, sodass sie miteinander eine starke Wechselwirkung ausbilden. Hierzu weisen diese Materialien eine gleiche oder ähnliche chemische Beschaffenheit auf. Gemäß der vorliegenden Erfindung besteht das Bindemittel vorzugsweise aus einem Polymer oder enthält dieses und bestehen die Polymerlagen aus PC und/oder PET oder enthalten diese(s). Im Falle von jeweils für das Bindemittel und die Polymerlagen verwendetem PC ergibt sich die Kompatibilität aus der großen chemischen Ähnlichkeit der verwendeten Stoffe. Für PET ist eine Materialpaarung mit einem Farbmittel mit einem beispielsweise PET enthaltenden Bindemittel bevorzugt. Vorteilhafter Weise wird PC eingesetzt, das mit aromatischen Diolen, besonders bevorzugt Diolen aus einer Gruppe, umfassend Bis-(hydroxyphenyl)-methan-Derivate und geminal disubstituierte Bis- (hydroxyphenyl)-cycloalkane, gebildet ist, wobei diese bevorzugte Auswahl sowohl für das Ma- terial der Polymerlagen als auch für das Bindemittel zur Herstellung der Farbmittelschichten gilt.
Ein weiterer Vorteil des Herstellverfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung besteht in dessen hoher Kosteneffizienz, da die Farbmittelschicht zunächst auf einem Zwischenträger bereitgestellt und dann von diesem auf die Polymerlage übertragen wird. Derartige Verfahren sind typi- scherweise als (Direkt-)Transferdruckverfahren, Sublimationsdruckverfahren, Diffusions-
Transferverfahren, Re-Transferverfahren bekannt. Daher ist das erfindungsgemäße Verfahren auch für die Herstellung einer großen Anzahl von Sicherheitsmerkmalen geeignet (Massentauglichkeit). Da ferner in der ersten Verfahrensvariante Partikel mit einem Farbstoff und/oder Pigment und in der zweiten Verfahrensvariante mindestens eine Abdecklage, die die innenliegende Farbmittelschicht abdeckt, verwendet werden, sodass das durch die Farbmittelschicht gebildete Muster ohne weitere Behandlung von einem Betrachter nicht (oder zumindest kaum) wahrnehmbar ist, kann das Muster auch nachträglich in dem Dokument innenliegend erzeugt werden, indem
Energie zumindest in einen Teil der Farbmittelschicht lokal eingebracht wird. In der ersten Verfahrensvariante dient diese lokale Energieeinspeisung dazu, die Partikel zu zerstören, um den darin enthaltenen Farbstoff und/oder das darin enthaltene Pigment freizusetzen, sodass die Farbmittelschicht an den behandelten Stellen sichtbar oder in einen von dem bisherigen ver- schiedenen Farbzustand überführt wird. Im ersteren Falle sind die Partikel mit bloßem Auge nicht sichtbar, sodass auch die Farbmittelschicht mit bloßem Auge nicht sichtbar ist. Im letzteren Falle kann die Farbmittelschicht beispielsweise weiß sein und bei der Zerstörung die Farbe des Farbstoffes und/oder Pigments annehmen. In der zweiten Verfahrensvariante dient die Energieeinspeisung dazu, die Abdecklage oberhalb der Farbmittelschicht lokal zu zerstören, sodass ein darunter befindlicher Bereich der Farbmittelschicht von außen erkennbar wird. Beispielsweise kann die Abdecklage mit diesem Bereich der Farbmittelschicht verschmelzen, sodass die Farbe nach außen dringt und damit eine lokale Färbung entsprechend dem Ort und der Farbe des betreffenden Bereiches der Farbmittelschicht hervorruft. Dadurch dass die Farbmittelschicht im Dokument innenliegend angeordnet ist, ist das damit gebildete Sicherheits- merkmal besonders sicher gegenüber einer Fälschung oder Verfälschung. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Verfahrensvariante dringt der Farbstoff oder das Pigment des Farbmittels in das Material der angrenzenden Polymerlagen ein und entfaltet dadurch einen intensiven Farbeindruck. In der ersten Verfahrensvariante werden zur Bildung der Farbmittelschicht Farbpartikel verwendet, die Farbstoffe, Tinte oder Pigmente enthalten. Beispielsweise können die Farbpartikel in Form von Kern/Hülle-Farbpartikeln gebildet sein. Zur Freisetzung der Farbstoffe, Tinten oder Pigmente können die Farbpartikel auf eine beliebige Art und Weise beschädigt oder zerstört werden. Beispielsweise können die Farbpartikel mit thermischer Energie beaufschlagt werden, sodass die Farbpartikel schmelzen oder zumindest deren Hülle schmilzt. Alternativ oder zusätzlich können die Farbpartikel auch platzen. Ferner kann die Hülle der Farbpartikel auch selektiv entfernt werden (Entpeilen, Enthüllen), beispielsweise durch thermisches Entfernen der Hülle oder durch chemisches An- oder Auflösen der Hülle. In einem ersten Ausführungsbeispiel enthalten platzende Farbpartikel beispielsweise einen flüssigen Farbstoff oder eine (flüssige) Tinte in deren Innenraum (Kern). In einem zweiten Ausführungsbeispiel kann der Kern durch ein (festes) Pigment oder einen festen Farbstoff gebildet sein. In diesem Falle können Farbpartikel einschließlich des Pigments oder Farbstoffes des Kerns durch die Einwirkung der Energie geschmolzen werden. Zusammen mit dem Kern kann zusätzlich auch die Hülle geschmolzen werden, oder nur der Kern schmilzt. In einem dritten Ausführungsbeispiel wird ausschließlich die
Hülle von Kern/Hülle-Farbpartikeln geschädigt oder zerstört, ohne dass der Kern gestört wird. Die Hülle kann auf thermischem oder chemischem Wege geschädigt oder zerstört werden. Eine thermische Einwirkung auf die Farbpartikel findet vorzugsweise direkt durch unmittelbare Einwirkung von Energie auf die Farbpartikel statt. Eine chemische Einwirkung auf die Farbpartikel kann durch Freisetzen eines chemischen Stoffes, vorzugsweise eines chemischen Lösemittels, ausgelöst werden. Dieser chemische Stoff kann dann die Hülle beschädigen oder zerstören. Der chemische Stoff kann in anderen (benachbarten) Teilchen enthalten sein, beispielsweise Kapseln, die ein Lösemittel für die Hülle der Farbpartikel enthalten und die die eingestrahlte Energie absorbieren. Demnach können die Farbpartikel durch einen Kern und eine den Kern umgebende Hülle gebildet sein. Ferner ist es auch möglich, dass die Farbpartikel durch poröse Teilchen gebildet sind, beispielsweise Zeolith-Teilchen, die entweder von einer Hülle umgeben sind oder die von keiner Hülle umgeben sind. Das Farbmittel kann in diesem Falle in den Poren der porösen Farbpartikel in festem Zustand enthalten sein, und für dessen Freisetzung verflüssigt werden. Falls die porösen Farbpartikel von einer Hülle umgeben sind, wird diese für die Freisetzung entfernt.
Zur Herstellung von Kern/Hülle-Teilchen wird der zu verkapselnde Farbstoff oder die Tinte tröpfchenförmig beispielsweise in einer Flüssigkeit, in der er/sie unlöslich ist, dispergiert, sodass sich kleinste Tröpfchen bilden, oder es werden feste Partikel in einer Flüssigkeit dispergiert, sodass sich eine Suspension bildet. Zum Beispiel wird Pigment als Granulat vorgelegt und mit einem Hüllmaterial überzogen, beispielsweise mit Ti02 oder mit Metall, beispielsweise AI, oder mit einem Polymer. Zur Herstellung der Farbpartikel kann flüssiger Farbstoff oder eine Tinte beispielsweise in einer Flüssigkeit suspendiert werden, in der er/sie unlöslich ist, sodass sich kleinste Tröpfchen bilden. Diese Tröpfchen bzw. Feststoff-Partikel können beispielsweise mit- tels geeigneter Netzmittel oder Emulgatoren stabilisiert werden. Ein Verfahren zur Herstellung von mit einer Hülle überzogenen Partikeln zur Verkapselung beispielsweise von Farben ist in EP 0 505 648 A1 angegeben, dessen Offenbarungsgehalt vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung aufgenommen wird. Danach wird ein hydrophobes Material mit einem Harz ummantelt, indem zunächst eine organische Phase, die durch eine Mischung eines oder mehrerer hy- drophober Flüssigkeiten und/oder von hydrophoben Feststoffen mit einem sich selbst dispergie- renden Harz gebildet ist, bereitgestellt wird und indem dieser Mischung dann eine wässrige Phase zugegeben wird, sodass das Harz darin eine Dispersion mit Teilchengrößen von bis zu 0,1 μηι bildet und die hydrophobe Flüssigkeit und/oder den hydrophoben Feststoff ummantelt. Falls ein Feststoff ummantelt werden soll, wird dieser zunächst in die gewünschte Teilchengrö-
ße überführt, beispielsweise durch Vermählen. In einem Beispiel wird ein fester Farbstoff (Cyaninblau) mit einem Harz (Polyurethanharz mit terminalen Isocyanatgruppen) in einer hydrophoben Flüssigkeit (Methylethylketon) dispergiert. Eine wässrige Lösung eines Amins wird dann mit dieser Dispersion vermischt und erhitzt. Durch Entfernen der hydrophoben Flüssigkeit entsteht eine wässrige Dispersion von ummantelten Farbpartikeln. Ein Verfahren zur Verkapse- lung mit Ti02 ist in der Dissertation von Holger Strohm aus Würzburg,„Flüssigphasenabschei- dung von Titandioxid auf Polymerlatex-Templaten", Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 2005 beschrieben. Der Offenbarungsgehalt dieser Druckschrift wird hiermit vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung aufgenommen. Nach dieser Druckschrift werden Latex- partikel zunächst mit Polyelektrolyten funktionalisiert. Anschließend werden darauf Ti02-Partikel abgeschieden, indem die Latexpartikel mit einer Lösung von (NH4)2[TiF6] und H3B03/HCI in Kontakt gebracht werden. Zur Erzeugung von rein anorganischen Hohlkugeln werden die Latexpartikel anschließend entfernt, entweder durch Kalzinierung der Ti02-Schichten an Luftatmosphäre oder auf chemischem Wege durch Auflösen des Templatkerns mit Toluol. Auf diese Weise werden sogenannte Nano-Container erzeugt, die für etliche Anwendungen bereits beschrieben sind, beispielsweise für Transporter medizinischer Wirkstoffe, für Selbstheilungsprozesse von Werkstoffen und dergleichen. Ferner werden Herstellmethoden auch von Skirtach et al.,„Laser-Induced Release of Encapsulated Materials Inside Living Cells", Angew. Chem. Int. Ed., 2006, 45, 4612-4617 und Angelatos et al.,„Light-Ftesponsive Polyelectrolyte/Gold Nano- particle Microcapsules", J. Phys. Chem. B, 2005, 109, 3071 -3076 angegeben. Von daher werden auch diese Dokumente vollumfänglich in den Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung aufgenommen.
Alternativ können auch poröse Partikel mit einem flüssigen Farbstoff oder mit einer Tinte bela- den (getränkt) werden, indem der flüssige Farbstoff oder die Tinte oder ein geschmolzenes
Farbmittel in die Poren dieser Partikel aufgenommen wird. Oder poröse oder nicht poröse Partikel können mit dem flüssigen Farbstoff oder der Tinte oder geschmolzenen Farbmittel beschichtet werden. Die Partikel werden dann mit der Hülle umhüllt. Als pörose Partikel kommen anorganische Materialien wie beispielsweise Zeolithe oder organische Materialien, wie beispielsweise Mikroschäume auf Polyurethanbasis, oder poröse Nano- partikel oder anorganische Mikro-Container in Frage. Ferner sind auch poröse Materialien durch Spray-Pyrolyse herstellbar. Hierzu wird auf M. Hampden-Smith, T. Kodas, S. Haubrich, M. Oljaca, R. Einhorn, D. Williams,„Novel Particulate Production Processes to Create Unique Se-
curity Materials", in: Proc. SPIE 6075, Optical Security and Counterfeit Deterrence Techniques VI, 60750K (February 09, 2006); doi:10.1 1 17/12.641883 verwiesen. Daher wird der Offenbarungsgehalt dieser Veröffentlichung vollumfänglich, jedenfalls bezüglich der dort beschriebenen Herstellmethode, in die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
Weitere Herstellverfahren für Kern/Hülle-Teilchen (u.a. Hohlglas-Partikel) sind in D.G. Shchukin, H. Möhwald,„Self-Repairing Coatings Containing Active Nanoreservoirs", in: www.small- journal.com (small), 2007, 3, Nr. 6, 926-943, Wiley-VCH Verlag, Weinheim angegeben. Daher wird der Offenbarungsgehalt dieser Veröffentlichung vollumfänglich, jedenfalls bezüglich der dort beschriebenen Herstellmethoden, in die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
Anstelle von Kern/Hülle-Partikeln können die Farbpartikel auch durch OVI-Pigmente gebildet sein (OVI: optically variable ink), bei denen das optisch wahrnehmbare Merkmal durch die darin enthaltenen Interferenzschichten hervorgerufen wird. Diese Partikel sind meist durch Glimmer- plättchen, die mit Metalloxid dünn überzogen sind, gebildet.
In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist die Farbmittelschicht in Form von Musterelementen gebildet. Die Musterelemente können vorteilhafter Weise in einem Raster angeordnet sein, sodass die Musterelemente beispielsweise mit einem Laser- strahl gezielt angesprochen werden können.
Die Farbpartikel haben vorzugsweise eine Größe im Mikrometerbereich oder Sub- Mikrometerbereich, d.h. im Falle eines im Wesentlichen kugel- oder kubus- oder quaderförmigen Partikels liegt dessen Durchmesser bzw. Hauptdiagonale im Nanometer- oder Mikrometer- bereich, vorzugsweise im Bereich von 0,05 bis 500 μηι, weiter bevorzugt von 0,1 bis 100 μηι und am meisten bevorzugt von 0,5 bis 50 μηι. Die Farbpartikel können allerdings auch Plättchen- oder Nadelform haben. Auch in diesem Falle liegt deren Dicke bzw. Nadeldurchmesser im Mikrometerbereich, vorzugsweise im Bereich von 0,05 bis 500 μηι, weiter bevorzugt von 0,1 bis 100 μηι und am meisten bevorzugt von 0,5 bis 50 μηι. Die Größendimension in Längser- Streckung, d.h. parallel zur Plättchenebene oder Nadellänge, beträgt vorzugsweise 0,5 μηι bis 500 μηι, vorzugsweise 1 bis 100 μηι und ganz besonders bevorzugt 5 bis 50 μηι.
In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung sind die gegebenenfalls Farbmittel enthaltenden Partikel in einer Farbe oder einer Tinte enthalten, d.h. die Farbe
oder Tinte ist geeignet, in einem Druckverfahren verdruckt oder in einem anderen Verfahren auf den Zwischenträger und von dort auf die Polymerlage übertragen zu werden. Für den Druck auf die PC- und/oder PET-Lagen sind grundsätzlich alle fachüblichen Farben oder Tinten einsetzbar, sofern sie mit PC bzw. PET chemisch kompatibel sind und eine Affinität bzw. Adhäsion zu diesen Polymeren aufweisen. Dies gelingt beispielsweise mit einem Bindemittel auf PC-Basis für PC-Polymerlagen. Dazu zählen beispielsweise Lösungsmittelbasierte Farben oder Tinten, die sowohl über Verdunstung des Lösungsmittels trocknen, als auch solche Systeme, bei denen das Lösungsmittel chemisch reagiert, etwa durch Vernetzung, Crosslinking, Polymerisation etc. Bevorzugt ist eine Zubereitung, enthaltend: A) 0,1 bis 30 Gew.-% eines Bindemittels mit einem PC-Derivat , B) 30 bis 99,9 Gew.-% eines vorzugsweise organischen Lösungsmittels oder Lö- sungsmittelgemischs, C) 0 bis 10 Gew.-%, bezogen auf Trockenmasse, mindestens eines Farbstoffes und/oder mindestens eines Pigments, D) 0 bis 10 Gew.-% eines funktionalen Materials oder einer Mischung funktionaler Materialien, E) 0 bis 30 Gew.-% Additive und/oder Hilfs- Stoffe, oder einer Mischung solcher Stoffe, wobei die Summe der Komponenten A) bis E) stets 100 Gew.-% ergibt, und deren Verwendung als Drucktinte oder Druckfarbe. Die PC-Derivate sind hochkompatibel mit PC- Werkstoffen, insbesondere mit PC auf Basis Bisphenol A. Zudem ist das eingesetzte PC-Derivat hochtemperaturstabil und zeigt keinerlei Verfärbungen bei laminationstypischen Temperaturen bis zu 200°C und mehr. Im Einzelnen kann das PC-Derivat funktionelle Carbonat-Struktureinheiten der nachfolgend angegebenen Formel (I) enthalten:
(I)
worin R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, bevorzugt Chlor oder Brom, CrC8-Alkyl, C5-C6-Cycloalkyl, C6-C10-Aryl, bevorzugt Phenyl, und C7-C12-Aralkyl, bevorzugt Phenyl-CrC4-Alkyl, insbesondere Benzyl, sind; m eine ganze Zahl von 4 bis 7, bevorzugt 4 oder 5 ist; R3 und R4 für jedes X individuell wählbar, unabhängig voneinander Wasserstoff oder C C6-Alkyl ist; X Kohlenstoff und n eine ganze Zahl größer 20 bedeuten, mit der Maßgabe, dass
an mindestens einem Atom X, R3 und R4 gleichzeitig Alkyl bedeuten. Bevorzugt ist es, wenn an 1 bis 2 Atomen X, insbesondere nur an einem Atom X, R3 und R4 gleichzeitig Alkyl sind. R3 und R4 können insbesondere Methyl sein. Die X-Atome in α-Stellung zu dem Diphenyl-substituierten C-Atom (C1 ) können nicht dialkylsubstituiert sein. Die X-Atome in ß-Stellung zu C1 können mit Alkyl disubstituiert sein. Bevorzugt ist m = 4 oder 5. Das PC-Derivat kann beispielsweise auf Basis von Monomeren, wie 4,4'-(3,3,5-Trimethylcyclohexan-1 ,1 -diyl)diphenol, 4,4'-(3,3- Dimethylcyclohexan-1 ,1 -diyl)diphenol, oder 4,4'-(2,4,4-Trimethylcyclopentan-1 ,1 -diyl)diphenol, gebildet sein. Ein solches PC-Derivat kann beispielsweise gemäß DE-A 38 32 396 aus
Diphenolen der Formel (Ia) hergestellt werden, deren Offenbarungsgehalt hiermit vollumfäng- lieh in den Offenbarungsgehalt dieser Anmeldung aufgenommen wird. Es können sowohl ein Diphenol der Formel (Ia) unter Bildung von Homopolycarbonat als auch mehrere Diphenole der Formel (Ia) unter Bildung von Copolycarbonat verwendet werden (Bedeutung von Resten, Gruppen und Parametern, wie in Formel I).
(Ia)
Außerdem können die Diphenole der Formel (Ia) auch im Gemisch mit anderen Diphenolen, beispielsweise mit denen der Formel (Ib): HO - Z - OH (Ib), zur Herstellung von hochmolekularen, thermoplastischen, aromatischen PC-Derivaten verwendet werden. Geeignete andere Diphenole der Formel (Ib) sind solche, in denen Z ein aromatischer Rest mit 6 bis 30 C-Atomen ist, der einen oder mehrere aromatische Kerne enthalten kann, substituiert sein kann und aliphatische Reste oder andere cycloaliphatische Reste als die der Formel (Ia) oder Heteroatome als Brückenglieder enthalten kann. Beispiele der Diphenole der Formel (Ib) sind Hydrochinon, Resorcin, Dihydroxydiphenyle, Bi-(hydroxyphenyl)-alkane, Bis-(hydroxyphe- nyl)-cycloalkane, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfide, Bis-(hydroxyphenyl)-ether, Bis-(hydroxyphenyl)- ketone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfone, Bis-(hydroxyphenyl)-sulfoxide, a,a'-Bis-(hydroxyphenyl)- diisopropylbenzole sowie deren kernalkylierte und kernhalogenierte Verbindungen. Diese und
weitere geeignete Diphenole sind beispielsweise in US-A 3,028,365, US-A 2,999,835, US-A 3,148,172, US-A 3,275,601 , US-A 2,991 ,273, US-A 3,271 ,367, US-A 3,062,781 , US-A
2,970,131 , US-A 2,999,846, DE-A 1 570 703, DE-A 2 063 050, DE-A 2 063 052, DE-A 2 21 1 956, FR-A 1 561 518 und in H. Schnell in: Chemistry and Physics of Polycarbonates,
Interscience Publishers, New York 1964, beschrieben, deren Offenbarungsgehalt hiermit vollumfänglich in den Offenbarungsgehalt dieser Anmeldung aufgenommen werden. Bevorzugte andere Diphenole sind beispielsweise: 4,4'-Dihydroxydiphenyl, 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)- propan, 2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan, 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan, α,α- Bis-(4-hydroxyphenyl)-p-diisopropylbenzol, 2,2-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis- (3-chlor-4-hydroxyphenyl)-propan, Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan, 2,2-Bis-(3,5- dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-sulfon, 2,4-Bis-(3,5- dimethyl-4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan, 1 ,1 -Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-cyclohexan, a,a-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-p-diisopropylbenzol, 2,2-Bis-(3,5-dichlor-4-hydroxyphe- nyl)-propan und 2,2-Bis-(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)-propan. Besonders bevorzugte
Diphenole der Formel (Ib) sind beispielsweise 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(3,5- dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(3,5-dichlor-4-hydroxyphenyl)-propan, 2,2-Bis-(3,5- dibrom-4-hydroxyphenyl)-propan und 1 ,1 -Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan. Insbesondere ist 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan bevorzugt. Die anderen Diphenole können sowohl einzeln als auch im Gemisch eingesetzt werden. Das molare Verhältnis von Diphenolen der Formel (Ia) zu den gegebenenfalls mit zu verwendenden anderen Diphenolen der Formel (Ib), soll zwischen 100 Mol-% (Ia) zu 0 Mol-% (Ib) und 2 Mol-% (Ia) zu 98 Mol-% (Ib), vorzugsweise zwischen 100 Mol-% (Ia) zu 0 Mol-% (Ib) und 10 Mol-% (Ia) zu 90 Mol-% (Ib) und insbesondere zwischen 100 Mol-% (Ia) zu 0 Mol-% (Ib) und 30 Mol-% (Ia) zu 70 Mol-% (Ib) liegen. Die hochmolekularen PC-Derivate aus den Diphenolen der Formel (Ia), gegebenenfalls in Kombination mit anderen Diphenolen, können nach den bekannten PC-Herstellungsverfahren hergestellt werden. Dabei können die verschiedenen Diphenole sowohl statistisch als auch blockweise miteinander verknüpft sein. Die eingesetzten PC-Derivate können in an sich bekannter Weise verzweigt sein. Wenn die Verzweigung gewünscht wird, kann diese in bekannter Weise durch Einkondensieren geringer Mengen, vorzugsweise von Mengen von 0,05 bis 2,0 Mol-% (bezogen auf eingesetzte Diphenole), an drei- oder mehr als dreifunktionellen Verbindungen, insbesondere solchen mit drei oder mehr als drei phenolischen Hydroxylgruppen, erreicht werden. Einige Verzweiger mit drei oder mehr als drei phenolischen Hydroxylgruppen sind Phloroglucin, 4,6-Dimethyl-2,4,6-tri- (4-hydroxyphenyl)-hepten-2, 4,6-Dimethyl-2,4,6-tri-(4-hydroxyphenyl)-heptan, 1 ,3,5-Tri-(4- hydroxyphenyl)-benzol, 1 ,1 ,1 -Tri-(4-hydroxyphenyl)-ethan, Tri-(4-hydroxyphenyl)-phenylmethan,
2,2-Bis-[4,4-bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexyl]-propan, 2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl-isopropyl)- phenol, 2,6-Bis-(2-hydroxy-5-methyl-benzyl)-4-methylphenol, 2-(4-Hydroxyphenyl)-2-(2,4- dihydroxyphenyl)-propan, Hexa-[4-(4-hydroxyphenyl-isopropyl)-phenyl]- orthoterephthalsäureester, Tetra-(4-hydroxyphenyl)-methan, Tetra-[4-(4-hydroxyphenyl-isopro- pyl)phenoxy]-methan und 1 ,4-Bis-[4',4"-dihydroxytriphenyl)-methyl]-benzol. Einige der sonstigen dreifunktionellen Verbindungen sind 2,4-Dihydroxybenzoesäure, Trimesinsäure, Cyanurchlorid und 3,3-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-2-oxo-2,3-dihydroindol. Als Kettenabbrecher zur an sich bekannten Regelung des Molekulargewichts der PC-Derivate dienen monofunktionelle Verbindungen in üblichen Konzentrationen. Geeignete Verbindungen sind z.B. Phenol, tert- Butylphenole oder andere Alkyl-substituierte Phenole. Zur Regelung des Molekulargewichts sind insbesondere kleine Mengen Phenole der Formel (Ic) geeignet:

(Ic)
worin R einen verzweigten C8- und/oder C9-Alkylrest darstellt. Bevorzugt ist im Alkylrest R der Anteil an CH3-Protonen zwischen 47 und 89 % und der Anteil der CH- und CH2-Protonen zwi- sehen 53 und 1 1 %; ebenfalls bevorzugt ist R in o- und/oder p-Stellung zur OH-Gruppe, und besonders bevorzugt die obere Grenze des ortho-Anteils 20 %. Die Kettenabbrecher werden im allgemeinen in Mengen von 0,5 bis 10, bevorzugt 1 ,5 bis 8 Mol-%, bezogen auf eingesetzte Diphenole, eingesetzt. Die PC-Derivate können vorzugsweise nach dem Phasengrenzflächenverhalten (vgl. H. Schnell in: Chemistry and Physics of Polycarbonates, Polymer Reviews, Vol. IX, Seite 33ff., Interscience Publ. 1964) in an sich bekannter Weise hergestellt werden. Hierbei werden die Diphenole der Formel (Ia) in wässrig alkalischer Phase gelöst. Zur Herstellung von Copolycarbonaten mit anderen Diphenolen werden Gemische von Diphenolen der Formel (Ia) und den anderen Diphenolen, beispielsweise denen der Formel (Ib), eingesetzt. Zur Regulierung des Molekulargewichts können Kettenabbrecher z.B. der Formel (Ic) zugegeben werden. Dann wird in Gegenwart einer inerten, vorzugsweise PC lösenden, organischen Phase mit Phosgen nach der Methode der Phasengrenzflächenkondensation umgesetzt. Die Reaktionstemperatur liegt im Bereich von 0°C bis 40°C. Die gegebenenfalls mit verwendeten Verzweiger (bevorzugt 0,05 bis 2,0 Mol-%) können entweder mit den Diphenolen in der wässrig alkalischen Phase vorgelegt werden oder in dem organischen Lösungsmittel gelöst vor Phosgenierung zu- gegeben werden. Neben den Diphenolen der Formel (Ia) und gegebenenfalls anderen
Diphenolen (Ib) können auch deren Mono- und/oder Bis-chlorkohlensäureester mit verwendet
werden, wobei diese in organischen Lösungsmitteln gelöst zugegeben werden. Die Menge an Kettenabbrechern sowie an Verzweigern richtet sich dann nach der molaren Menge von Diphenolat-Resten entsprechend Formel (Ia) und gegebenenfalls Formel (Ib); bei Mitverwendung von Chlorkohlensäureestern kann die Phosgenmenge in bekannter Weise entsprechend reduziert werden. Geeignete organische Lösungsmittel für die Kettenabbrecher sowie gegebenenfalls für die Verzweiger und die Chlorkohlensäureester sind beispielsweise Methylenchlorid, Chlorbenzol sowie insbesondere Mischungen aus Methylenchlorid und Chlorbenzol. Gegebenenfalls können die verwendeten Kettenabbrecher und Verzweiger im gleichen Solvens gelöst werden. Als organische Phase für die Phasengrenzflächenpolykondensation dienen beispiels- weise Methylenchlorid, Chlorbenzol sowie Mischungen aus Methylenchlorid und Chlorbenzol. Als wässrige alkalische Phase dient beispielsweise NaOH-Lösung. Die Herstellung der PC- Derivate nach dem Phasengrenzflächenverfahren kann in üblicher weise durch Katalysatoren, wie tertiäre Amine, insbesondere tertiäre aliphatische Amine, wie Tributylamin oder
Triethylamin, katalysiert werden; die Katalysatoren können in Mengen von 0,05 bis 10 Mol-%, bezogen auf Mole an eingesetzten Diphenolen, eingesetzt werden. Die Katalysatoren können vor Beginn der Phosgenierung oder während oder auch nach der Phosgenierung zugesetzt werden. Die PC-Derivate können nach dem bekannten Verfahren in homogener Phase, dem sogenannten "Pyridinverfahren" sowie nach dem bekannten Schmelz-Umesterungsverfahren unter Verwendung von beispielsweise Diphenylcarbonat anstelle von Phosgen hergestellt wer- den. Die PC-Derivate können linear oder verzweigt sein, sie sind Homopolycarbonate oder
Copolycarbonate auf Basis der Diphenole der Formel (Ia). Durch die beliebige Komposition mit anderen Diphenolen, insbesondere mit denen der Formel (Ib) lassen sich die PC-Eigenschaften in günstiger Weise variieren. In solchen Copolycarbonaten sind die Diphenole der Formel (Ia) in Mengen von 100 Mol-% bis 2 Mol-%, vorzugsweise in Mengen von 100 Mol-% bis 10 Mol-% und insbesondere in Mengen von 100 Mol-% bis 30 Mol-%, bezogen auf die Gesamtmenge von 100 Mol-% an Diphenoleinheiten, in PC-Derivaten enthalten. Das PC-Derivat kann ein
Copolymer sein, enthaltend, insbesondere hieraus bestehend, Monomereinheiten M1 auf Basis der Formel (Ib), vorzugsweise Bisphenol A, sowie Monomereinheiten M2 auf Basis des geminal disubstituierten Dihydroxydiphenylcycloalkans, vorzugsweise des 4,4'-(3,3,5- Trimethylcyclohexan-1 ,1 -diyl)diphenols, wobei das Molverhältnis M2/M1 vorzugsweise größer als 0,3, insbesondere größer als 0,4, beispielsweise größer als 0,5 ist. Bevorzugt ist es, wenn das PC-Derivat ein mittleres Molekulargewicht (Gewichtsmittel) von mindestens 10.000, vorzugsweise von 20.000 bis 300.000, aufweist.
Die Komponente B kann grundsätzlich im Wesentlichen organisch oder wässrig sein. Im Wesentlichen wässrig bedeutet dabei, dass bis zu 20 Gew.-% der Komponente B) organische Lösungsmittel sein können. Im Wesentlichen organisch bedeutet, dass bis zu 5 Gew.-% Wasser in der Komponente B) vorliegen können. Vorzugsweise enthält die Komponente B einen bzw. be- steht aus einem flüssigen aliphatischen, cycloaliphatischen und/oder aromatischen Kohlenwasserstoff, einem flüssigen organischen Ester und/oder einer Mischung solcher Substanzen. Die eingesetzten organischen Lösungsmittel sind vorzugsweise halogenfreie organische Lösungsmittel. In Frage kommen insbesondere aliphatische, cycloaliphatische, aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Mesitylen, 1 ,2,4-Trimethylbenzol, Cumol und Solvent Naptha, Toluol, Xylol; (or- ganische) Ester, wie Methylacetat, Ethylacetat, Butylacetat, Methoxypropylacetat, Ethyl-3-eth- oxypropionat. Bevorzugt sind Mesitylen, 1 ,2,4-Trimethylbenzol, Cumol und Solvent Naptha, Toluol, Xylol, Essigsäuremethylester, Essigsäureethylester, Methoxypropylacetat. Ethyl-3-ethoxy- propionat. Ganz besonders bevorzugt sind Mesitylen (1 ,3,5-Trimethylbenzol), 1 ,2,4-Trimethylbenzol, Cumol (2-Phenylpropan), Solvent Naptha und Ethyl-3-ethoxypropionat. Ein geeignetes Lösungsmittelgemisch umfasst beispielsweise L1 ) 0 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 5
Gew.-%, insbesondere 2 bis 3 Gew.-%, Mesitylen, L2) 10 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 25 bis 50 Gew.-%, insbesondere 30 bis 40 Gew.-%, 1 -Methoxy-2-propanolacetat, L3) 0 bis 20
Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-%, insbesondere 7 bis 15 Gew.-%, 1 ,2,4-Trimethylbenzol, L4) 10 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 25 bis 50 Gew.-%, insbesondere 30 bis 40 Gew.-%, Ethyl- 3-ethoxypropionat, L5) 0 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 2 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 0,5 Gew.-%, Cumol, und L6) 0 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 40 Gew.-%, insbesondere 15 bis 25 Gew.-%, Solvent Naphtha, wobei die Summe der Komponenten L1 bis L6 stets 100 Gew.-% ergibt. Als Komponente C werden in der ersten Verfahrensvariante in oder auf Partikeln enthaltene Farbstoffe und/oder Pigmente, insbesondere in Kern/Hülle-Teilchen enthaltene Farbstoffe und/oder Pigmente, und in der zweiten Verfahrensvariante die freien Farbstoffe und/oder Pigmente (nicht in Partikeln enthalten) verwendet. In beiden Varianten kommen grundsätzlich jeder beliebige Farbstoff oder jedes beliebige Pigment in Frage. Unter Farbstoffen und Pigmenten werden alle farbgebenden Stoffe bezeichnet (einen Überblick über Farbstoffe gibt Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Electronic Release 2007, Wiley Verlag, Kapitel„Dyes, General Survey"; einen Überblick über organische wie anorganische Pigmente gibt Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Electronic Release 2007, Wiley Verlag, Kapitel„Pigments, Organic" bzw. "Pigments, Inorganic"). Farbstoffe sollten in den Lösungsmitteln der Komponente
B löslich bzw. (stabil) dispergierbar oder suspendierbar sein. Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn das Farbmittel bei Temperaturen von 160°C und mehr für einen Zeitraum von mehr als 5 min stabil, insbesondere farbstabil ist. Es ist auch möglich, dass das Farbmittel einer vorgegebenen und reproduzierbaren Farbveränderung unter den Verarbeitungsbedingungen unterwor- fen ist und entsprechend ausgewählt wird. Pigmente müssen neben der Temperaturstabilität, Lichtbeständigkeit und Klimabeständigkeit insbesondere in feinster Partikelgrößenverteilung vorliegen. Für einen Tintenstrahldruck bedeutet dies in der Praxis, dass die Teilchengröße nicht über 1 ,0 μηι hinausgehen sollte, da sonst Verstopfungen im Druckkopf die Folge sind. In der Regel haben sich nanoskalige Festkörperpigmente und gelöste Farbstoffe bewährt. Die Farb- Stoffe und Pigmente können kationisch, anionisch oder auch neutral sein. Lediglich als Beispiele für im Tintenstrahldruck verwendbare Farbstoffe und Pigmente seien genannt: Brillantschwarz C.l. Nr. 28440, Chromogenschwarz C.l. Nr. 14645, Direkttiefschwarz E C.l. Nr. 30235, Echtschwarzsalz B C.l. Nr. 37245, Echtschwarzsalz K C.l. Nr. 37190, Sudanschwarz HB C.l. 26150, Naphtolschwarz C.l. Nr. 20470, Bayscript® Schwarz flüssig, C.l. Basic Black 1 1 , C.l. Basic Blue 154, Cartasol® Türkis K-ZL flüssig, Cartasol® Türkis K-RL flüssig (C.l. Basic Blue 140), Cartasol Blau K5R flüssig. Geeignet sind des Weiteren z.B. die im Handel erhältlichen Farbstoffe Hostafine® Schwarz TS flüssig (vertrieben von Clariant GmbH Deutschland), Bayscript® Schwarz flüssig (C.l.-Gemisch, vertrieben von Bayer AG Deutschland), Cartasol® Schwarz MG flüssig (C.l. Basic Black 1 1 , Zeichen der Clariant GmbH Deutschland),
Flexonylschwarz® PR 100 (E C.l. Nr. 30235, vertrieben von Hoechst AG), Rhodamin B,
Cartasol® Orange K3 GL, Cartasol® Gelb K4 GL, Cartasol® K GL, oder Cartasol® Rot K-3B. Des Weiteren können als lösliche Farbstoffe Anthrachinon-, Azo-, Chinophthalon-, Cumarin-, Methin-, Perinon-, und/oder Pyrazolfarbstoffe, z.B. unter dem Namen Macrolex® erhältlich, Verwendung finden. Weitere geeignete Farbstoffe und Pigmente sind u.a. in der Literaturstelle Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Electronic Release 2007, Wiley Verlag, Kapitel "Colorants Used in Ink Jet Inks" beschrieben. Gut lösliche Farbstoffe führen zu einer optimalen Integration in die Matrix bzw. das Bindemittel der Druckschicht. Die Farbstoffe und Pigmente können entweder direkt zugesetzt werden oder als Paste, einem Gemisch aus Farbstoff und Pigment zusammen mit einem weiteren Bindemittel. Dieses zusätzliche Bindemittel sollte che- misch kompatibel mit den weiteren Komponenten der Zubereitung sein. Sofern eine solche Paste als Komponente B eingesetzt wird, bezieht sich dessen Mengenangabe auf den Farbstoff oder das Pigment ohne die sonstigen Komponenten der Paste. Diese sonstigen Komponenten der Paste sind dann unter die Komponente E zu subsumieren. Bei Verwendung von so genann-
ten Buntpigmenten in den Skalenfarben Cyan-Magenta-Yellow und bevorzugt auch (Ruß)- Schwarz sind Volltonfarbabbildungen möglich.
Für das Einbringen der Farbstoffe und/oder Pigmente in die Partikel zur Anwendung in der ers- ten Verfahrensvariante werden diese beispielsweise mit Titandioxid zusammen in einem geeigneten Mittel dispergiert, sodass sich die Farbstoffe und/oder Pigmente an die Titandioxid- Teilchen an- und einlagern und mit diesen Mikropartikel bilden. Alternativ können die Farbstoffe und/oder Pigmente auch zusammen mit Lipiden in einem geeigneten flüssigen Medium dispergiert werden, sodass die Lipide Mizellen bilden, in die die Farbstoffe und/oder Pigmente einge- lagert sind. Verfahren zur Herstellung der Farbpartikel sind oben angegeben.
Die Komponente D umfasst Substanzen, die unter Einsatz von technischen Hilfsmitteln unmittelbar durch das menschliche Auge oder durch Verwendung von geeigneten Detektoren ersichtlich sind. Hier sind die dem Fachmann einschlägig bekannten Materialien (vgl. auch van Re- nesse in: Optica! document security, 3rd Ed., Artech House, 2005) gemeint, die zur Absicherung von Wert und Sicherheitsdokumenten eingesetzt werden. Dazu zählen Lumineszenzstoffe (Farbstoffe oder Pigmente, organisch oder anorganisch) wie z.B. Photoluminophore, Elektrolu- minophore, Antistokes Luminophore, Fluorophore aber auch magnetisierbare, photoakustisch adressierbare oder piezoelektrische Materialien sowie Metallpartikel, magnetische Partikel, thermochrome Partikel, elektrochrome Partikel sowie weitere Substanzen. Des Weiteren können Raman-aktive oder Raman-verstärkende Materialien eingesetzt werden, ebenso wie so genannte Barcode-Materialien. Auch hier gelten als bevorzugte Kriterien entweder die Löslichkeit in der Komponente B oder bei pigmentierten Systemen Teilchengrößen < 1 μηι sowie eine Temperaturstabilität für Temperaturen > 160°C und ferner Lichtbeständigkeit und Klimabestän- digkeit im Sinne der Ausführungen zur Komponente C. Funktionale Materialien können direkt zugegeben werden oder über eine Paste, d.h. einem Gemisch mit einem weiteren Bindemittel, welches dann einen Bestandteil der Komponente E bildet, oder dem eingesetzten Bindemittel der Komponente A. Die Komponente E umfasst bei Tinten für einen Tintenstrahldruck üblicherweise eingerichtete Stoffe wie Antischaummittel, Stellmittel, Netzmittel, Tenside, Fließmittel, Trockner, Katalysatoren, (Licht-)Stabilisatoren, Konservierungsmittel, Biozide, Tenside, organische Polymere zur Viskositätseinstellung, Puffersysteme, etc. Als Stellmittel kommen fachübliche Stellsalze in Frage. Ein Beispiel hierfür ist Natriumlactat. Als Biozide kommen alle handelsüblichen Konservie-
rungsmittel, welche für Tinten verwendet werden, in Frage. Beispiele hierfür sind Proxel®GXL und Parmetol® A26. Als Tenside kommen alle handelsüblichen Tenside, welche für Tinten verwendet werden, in Frage. Bevorzugt sind amphotere oder nichtionische Tenside. Selbstverständlich ist aber auch der Einsatz spezieller anionischer oder kationischer Tenside, welche die Eigenschaften des Farbstoffs oder Pigments nicht verändern, möglich. Beispiele für geeignete Tenside sind Betaine, ethoxylierte Diole usw. Beispiele sind die Produktreihen Surfynol® und Tergitol®. Die Menge an Tensiden wird insbesondere bei Anwendung für den Tintenstrahldruck beispielsweise mit der Maßgabe gewählt, dass die Oberflächenspannung der Tinte im Bereich von 10 bis 60 mN/m, vorzugsweise 20 bis 45 mN/m, gemessen bei 25°C, liegt. Es kann ein Puf- fersystem eingerichtet sein, welches den pH-Wert im Bereich von 2,5 bis 8,5, insbesondere im Bereich von 5 bis 8, stabilisiert. Geeignete Puffersysteme sind Lithiumacetat, Boratpuffer, Tri- ethanolamin oder Essigsäure/Natriumacetat. Ein Puffersystem wird insbesondere im Falle einer im Wesentlichen wässrigen Komponente B in Frage kommen. Zur Einstellung der Viskosität der Tinte können (ggf. wasserlösliche) Polymere vorgesehen sein. Hier kommen alle für übliche Tintenformulierungen geeigneten Polymere in Frage. Beispiele sind wasserlösliche Stärke, insbesondere mit einem mittleren Molekulargewicht von 3.000 bis 7.000, Polyvinylpyrrolidon, insbesondere mit einem mittleren Molekulargewicht von 25.000 bis 250.000, Polyvinylalkohol, insbesondere mit einem mittleren Molekulargewicht von 10.000 bis 20.000, Xanthan-Gummi, Carb- oxy-Methylcellulose, Ethylenoxid/Propylenoxid-Blockcopolymer, insbesondere mit einem mittle- ren Molekulargewicht von 1 .000 bis 8.000. Ein Beispiel für das letztgenannte Blockcopolymer ist die Produktreihe Pluronic®. Der Anteil an Biozid, bezogen auf die Gesamtmenge an Tinte, kann im Bereich von 0 bis 0,5 Gew-%, vorzugsweise 0,1 bis 0,3 Gew.-%, liegen. Der Anteil an Ten- sid, bezogen auf die Gesamtmenge an Tinte, kann im Bereich von 0 bis 0,2 Gew.-% liegen. Der Anteil an Stellmitteln kann, bezogen auf die Gesamtmenge an Tinte, 0 bis 1 Gew.-%, vorzugs- weise 0,1 bis 0,5 Gew.-%, betragen. Zu den Hilfsmitteln werden auch sonstige Komponenten gezählt, wie beispielsweise Essigsäure, Ameisensäure oder n-Methylpyrolidon oder sonstige Polymere aus der eingesetzten Farbstofflösung oder -Paste. Bezüglich Substanzen, welche als Komponente E geeignet sind, wird ergänzend beispielsweise auf Ullmann's Encyclopedia of Chemical Industry, Electronic Release 2007, Wiley Verlag, Kapitel„Paints and Coatings", Sek- tion„Paint Additives", verwiesen.
Zum Aufbringen des Farbmittels, gegebenenfalls gerastert auf den Zwischenträger, wird vorzugsweise ein wärmebeständiges Trägermaterial des Zwischenträgers in Folienform eingesetzt, beispielsweise aus Polyethylenterephthalat, Polyamid oder Polyimid, bevorzugt aus
Polyethylenterephthalat. Der Träger kann zusätzlich eine Trennschicht an der Seite des Trägers aufweisen, auf der das Farbmittel temporär aufgebracht wird, beispielsweise eine Schicht aus vernetztem Acrylpolymer. Ferner kann der Träger auf der entgegengesetzten Seite mit einer Schutzschicht, beispielsweise aus Silikon, ausgebildet sein, um ein Anhaften von Heiz- und Druckelementen zu verhindern. Das Trägermaterial kann in Form eines Bandes, insbesondere eines umlaufenden Bandes ausgebildet sein. Grundsätzlich sind anstelle eines umlaufenden Bandes auch eine Trommel oder eine flache Folie oder Platte denkbar, die mit einer Beschich- tung aus dem Träger- und dem Trennschichtmaterial beschichtet sind. Das Band oder die Trommel können vorteilhafterweise umlaufend ausgebildet sein, um das Aufbringen des Farb- mittels (Verfahrensschritt (a)) und das nachfolgende Übertragen auf die Polymerfolie (Verfahrensschritt (b)) kontinuierlich durchführen zu können. Der derart mit dem Farbmittel versehene Zwischenträger kann in einer herkömmlichen Vorrichtung für den Transferdruck als Farbträger, insbesondere als Farbband eingesetzt werden. Zur Aufbringung des Farbmittels gegebenenfalls in gerasterter Form auf den Zwischenträger kann ein beliebiges Beschichtungsverfahren, insbesondere ein Druckverfahren, eingesetzt werden, mit dem auch gerasterte Muster erzeugbar sind. Beispielsweise kann der Zwischenträger mittels eines Rakel-, Rollenbeschichtungs-, Spritz-, Gieß-, Dispenser-, Transferdruck- oder anderen Druckverfahrens, beispielsweise mit einem Offset-Druckverfahren, beschichtet werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, ein digitales Druckverfahren, insbesondere ein Non-Impact- Printing-Verfahren einzusetzen, da digitale Druckverfahren hinsichtlich des gewählten Motivs eine sehr große Flexibilität aufweisen, wobei das Motiv in diesem Falle vorzugsweise bereits auf dem Zwischenträger gebildet wird. Daher kann das Farbmittel in einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung insbesondere mittels eines Tintenstrahldruckverfah- rens (Inkjet-Verfahren) oder xerographischen Druckverfahrens auf den Zwischenträger aufgebracht werden. Die vorstehend beschriebene Tintenzusammensetzung ist insbesondere für den Tintenstrahldruck geeignet. Falls ein anderes Verfahren verwendet wird, wird das Verhältnis der einzelnen Komponenten des Farbmittels an die Beschichtungstechnik angepasst. Im Falle eines xerographischen Druckverfahrens ist das Farbmittel in Form eines Toners bereitzustellen.
Das Farbmittel wird in der zweidimensionalen Anordnung auf den Zwischenträger aufgebracht (zur Bereitstellung gemäß Verfahrensschritt (a) gemäß beiden Verfahrensvarianten), in der es schließlich auf die Polymerlage übertragen werden soll, wobei allerdings eine spiegelverkehrte
Anordnung auf dem Zwischenträger gewählt wird, um das seitenrichtige Muster auf der
Polymerlage bilden zu können.
Falls mehrere Farbmittel zur Erzeugung von mehrfarbigen Farbmittelschichten, beispielsweise von unterschiedlichen Musterelementtypen oder unterschiedlichen Farbmittel-Schichtbereichen, auf einer Oberfläche der Polymerlage verwendet werden, um beispielsweise ein mehrfarbiges Muster zu bilden, oder falls mehrere Muster auf unterschiedlichen Oberflächen derselben oder von verschiedenen Polymerlagen gebildet werden sollen, können Strukturen mit gegebenenfalls gerastertem Farbmittel auf dem Zwischenträger nacheinander mehrfach gebildet und danach jeweils auf eine Polymerlage übertragen werden. Nach dem Übertragen des Farbmittels vom Zwischenträger auf die Polymerfolie kann der Zwischenträger wieder gereinigt werden, bevor erneut Farbmittel für eine weitere Polymerfolie auf den Zwischenträger aufgebracht wird. Alternativ wird ein noch nicht benutzter Bereich eines mit Farbmittel beschichteten Zwischenträgers verwendet.
Die Erzeugung eines gerasterten Abbildes des zu erzeugenden Musters auf dem Zwischenträger bedeutet, dass einzelne Strukturelemente, die den zu bildenden Farbmittelschichtbereichen entsprechen, erzeugt werden, die voneinander getrennt, vorzugsweise zueinander beabstandet, sind.
Alternativ hierzu kann die Farbmittelschicht auf dem Zwischenträger auch nicht gerastert erzeugt sein.
Ferner kann die Farbmittelschicht auf dem Zwischenträger in einer nicht gemusterten flächig gleichmäßigen Form (gerastert oder nicht gerastert) ausgebildet sein. In diesem Falle kann entweder die gesamte Farbmittelschicht oder nur ein Teil davon auf die Polymeroberfläche übertragen werden. Ein Teil wird beispielsweise mittels hierfür geeigneter Druckstempel unter zusätzlicher Wärmeeinwirkung übertragen. Eine derartige Einrichtung entspricht einem herkömmlichen Thermodruckkopf. Falls die gesamte Farbmittelschicht vom Zwischenträger auf die Polymeroberfläche übertragen wird, findet eine Musterbildung nachträglich bei der Aktivierung statt.
Alternativ hierzu kann auch bereits ein beispielsweise eine Information darstellendes Muster auf dem Zwischenträger gebildet und danach auf die Oberfläche der Polymerlage übertragen wer-
den. Allerdings ist dieses Muster dann erfindungsgemäß erst nachträglich wahrnehmbar zu machen, da die jeweiligen Farben noch nicht hervortreten.
Nachdem das Farbmittel in der gegebenenfalls gerasterten Anordnung auf den Zwischenträger aufgebracht worden ist, wird dieser mit der Polymerlage in Kontakt gebracht. Vorzugsweise werden der Zwischenträger und die Polymerlage aneinander gepresst. Für die Farbübertragung kann entweder die gesamte Fläche der Polymerlage simultan mit dem Zwischenträger in Kontakt gebracht werden, oder einzelne Partien des Zwischenträgers werden mit korrespondierenden Partien der Polymerlage nacheinander in Kontakt gebracht. Bei diesem Verfahrensschritt kann bereits das Muster erzeugt werden, das schließlich auf der Polymerlage gebildet werden soll. Zur Übertragung des Farbmittels vom Zwischenträger auf die Polymerfolie können Druck und Wärme auf den temporären Verbund aus dem Zwischenträger und der Polymerfolie ausgeübt werden, wobei der Druck und die Temperatur jedoch nicht so hoch sein dürfen, dass die den Farbstoff und/oder das Pigment enthaltenden Kern/Hülle-Teilchen / Partikel gemäß der ersten Verfahrensvariante beeinträchtigt werden.
Die Farbmittelschicht kann entweder einseitig auf eine Oberfläche einer Polymerlage, oder jeweils eine Farbmittelschicht kann auf die beiden Oberflächen einer Polymerlage oder auf mehrere Polymerlagen, die für ein Wert- oder Sicherheitsprodukt vorgesehen sind, entweder jeweils einseitig und/oder beidseitig, aufgebracht werden. Hierzu wird der Zwischenträger zwischen zwei Übertragungsvorgängen des Farbmittels auf die Polymerlagen jeweils wieder mit dem Farbmittel beladen, indem dieses gegebenenfalls gerastert auf den Zwischenträger aufgebracht wird, oder es wird ein neuer Bereich eines mit Farbmittel beladenen Zwischenträgers zur Verfügung gestellt.
Die Farbmittelschicht auf der Polymerlage kann durch Musterelement-Matrizes gebildet werden, die jeweils identisch sind. Oder es können jeweils unterschiedliche Typen von Matrizes gebildet werden, die sich beispielsweise in der Anordnung und/oder in der Art der Musterelemente, beispielsweise von deren Farbe unterscheiden. Beispielsweise können erste Musterelemente, die beim Einbringen von Energie rot, auf einer ersten Oberfläche, zweite Musterelemente, die beim Einbringen von Energie grün, auf einer zweiten Oberfläche und dritte Musterelemente, die beim Einbringen von Energie blau erscheinen, auf einer dritten Oberfläche gebildet werden. Zumindest zwei dieser Oberflächen können in diesem Falle einander gegenüberliegende Oberflächen derselben Polymerlage sein. Das mit den ersten Musterelementen gebildete erste Muster, das
mit den zweiten Musterelementen gebildete zweite Muster und das mit den dritten Musterelementen gebildete dritte Muster können jeweils Druckauszüge desselben Gesamtmusters, beispielsweise des Gesichtsbildes einer Person, sein und passergenau übereinander gebildet werden, sodass sie das Gesamtmuster ergeben. Jeder dieser Druckauszüge umfasst eine Teil- information der durch das gesamte Druckbild gespeicherten Information. Somit können mehrere Muster in unterschiedlichen voneinander beabstandeten Musterebenen im Wert- oder Sicherheitsdokument gebildet werden, die zueinander parallel sind.
In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung können mindestens zwei sich durch unterschiedliche Farbstoffe und/oder Pigmente unterscheidende Typen von Musterelementen in einer regelmäßigen Anordnung auf einer Oberfläche der mindestens einen Polymerlage gebildet werden. Die Musterelemente können demnach in Verfahrensschritt (b) beider erfindungsgemäßen Verfahrensvarianten in einer Rasteranordnung auf die
Polymerlage(n) übertragen werden, in der Musterelemente verschiedener Farbe, beispielsweise in den Farben des CMYK-Farbraumes, gleichmäßig verteilt sind. Hierzu kann entweder ein einziger Übertragungsvorgang vom Zwischenträger auf die Oberfläche der Polymerlage durchgeführt werden, wenn alle Musterelemente der unterschiedlichen Typen zunächst gemeinsam auf den Zwischenträger aufgebracht worden sind. Oder es werden mehrere Übertragungsvorgänge vorgenommen, indem nacheinander jeweils Musterelemente eines Typs auf dem Zwischenträ- ger gebildet und diese dann jeweils vom Zwischenträger auf die Oberfläche der Polymerlage übertragen werden.
In einer Rasteranordnung können sich die Musterelemente verschiedener Typen in einer bestimmten Reihenfolge abwechseln. Beispielsweise kann eine flächige, insbesondere wabenför- mige, Anordnung von Musterelementen gebildet werden, in der entlang von Reihen jeweils Cy- an-, Magenta-, Yellow- und schwarze Musterelemente abwechseln. Die mit freiem Farbstoff oder Pigment (nicht in Partikel integriert) gebildeten Musterelemente ergeben bei einer Betrachtung mit bloßem Auge eine dunkle (schwarzbraune) Fläche ohne Struktur (Muster). Die Musterelemente, die mit Farbstoff und/oder Pigment gebildet sind, der/das in Partikel integriert ist, er- geben den durch die Struktur der Partikel vorgegebenen Farbeindruck. Erst durch das Aktivieren einzelner Musterelemente in diesen Verfahrensvarianten mit den ihnen eigenen Farben, ergibt sich das gewünschte Muster. Hierzu wird Energie in bestimmte Musterelemente an den durch das Muster vorgegebenen Stellen einer bestimmten Farbe lokal eingebracht, um den ge-
wünschten Farbeindruck, gegebenenfalls als Ergebnis einer Farbmischung mehrerer Musterelemente mit jeweils einer bestimmten Farbe, zu erhalten.
Das mit der Farbmittelschicht gebildete Muster oder die vollflächig beschichtete Fläche kann die Oberfläche der Polymerlage vollständig oder nur teilweise in einem Feld auf der Polymerlage oder die gesamte Polymerlage abdecken.
Nach dem Auftragen der Farbmittelschicht auf die Polymerlage wird diese mit weiteren
Polymerlagen zu dem erfindungsgemäßen Wert- oder Sicherheitsprodukt weiterverarbeitet. Hierzu kann ein herkömmliches Laminierverfahren eingesetzt werden. Alternativ kann das Wertoder Sicherheitsprodukt durch Extrusion des entsprechenden Polymermaterials zusammen mit Farbpartikeln hergestellt werden. Bei diesen Verfahren werden die Farbpartikel vorzugsweise innenliegend im Wert- oder Sicherheitsprodukt angeordnet und bleiben dort vollständig oder zumindest weitgehend unsichtbar integriert, bis sie aktiviert werden.
Nach der Übertragung des Farbmittels auf die Polymerlage(n) ist für einen Betrachter noch kein Muster erkennbar, da sich der Farbstoff und/oder das Pigment in der ersten Verfahrensvariante in/auf den Partikeln befinden. Diese erscheinen durch ein hohes Lichtstreuvermögen beispielsweise weiß, grau oder hell gefärbt. Dadurch ergibt sich eine im Wesentlichen einheitliche Flä- che, die kein Muster aufweist. Im Falle der zweiten Verfahrensvariante ist die Farbmittelschicht innerhalb des Wert- oder Sicherheitsprodukts durch die Abdecklage verborgen.
Um das Muster erkennbar zu machen (zu aktivieren), wird mittels einer hierzu geeigneten Energiequelle zusätzlich lokal Energie, beispielsweise Wärmeenergie, Energie mittels elektro- magnetischer Strahlung und/oder mechanische Energie auf die Farbmittelschicht ausgeübt. Dabei wird die Farbmittelschicht aktiviert, und der Farbstoff und/oder das Pigment diffundiert in das Polymermaterial ein. Um beispielsweise in der Lage zu sein, einzelne Bereiche der Farbmittelschicht gezielt mit Energie zu beaufschlagen, d.h. benachbarte Farbmittelschichtbereiche nicht zu beaufschlagen, ist die Energiequelle fokussierbar auszulegen. Ein Vorteil elektromag- netischer Strahlung zur Energieeinbringung besteht darin, dass sie ortsaufgelöst angewendet werden kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass diese über deren Energie (Wellenlänge, Frequenz) eine weitere Information enthält, die dazu verwendet werden kann, bestimmte Farben des gewünschten Musters anzusprechen und hierüber die Aktivierung spezifisch zu steuern. Somit kann eine selektive Aktivierung unterschiedlicher Typen von Farbmittelschichtberei-
chen beispielsweise durch Anpassung der Wellenlänge der elektromagnetischen Strahlung an die Farbstoffe und/oder Pigmente des jeweiligen Farbmittels erreicht werden. Damit können die Farbmittelschichtbereiche unterschiedlicher Typen gezielt„geöffnet" (aktiviert) werden. Des Weiteren können die Farbstoffe und/oder Pigmente bzw. Partikel, die diese Stoffe enthalten, zusätzlich ein elektromagnetische Strahlung absorbierendes Sensibilisierungsmittel enthalten. Dadurch kann die Absorption der Farbmittelschichtbereiche vorteilhafterweise gezielt auf die eingestrahlte elektromagnetische Strahlung abgestimmt werden, ohne dass hinsichtlich von deren spektraler Empfindlichkeit spezielle Anforderungen an die Materialien der Farbstoffe und/oder Pigmente gestellt werden müssen. Ganz besonders bevorzugt kann gemäß einer Wei- terbildung der vorliegenden Erfindung ein Laser eingesetzt werden, der beispielsweise durch Strahlungsabsorption lokal Wärme zuführt, was zu einer lokalen Temperaturerhöhung aller oder nur von Farbmittelschichtbereichen eines Typs führt. Alternativ oder zusätzlich dazu kann auch lokal ein mechanischer Druck auf die Farbmittelschichtbereiche ausgeübt werden, beispielsweise mit einem Thermodruckkopf, der zusätzlich lokal Wärme zuführt. Weiterhin alternativ oder zusätzlich zu diesen Verfahrensmöglichkeiten kann auch mittels Ultraschall Energie in die Farbmittelschichtbereiche eingebracht werden, beispielsweise mit einem Ultraschallgeber (Sonotrode). Im Falle der Farbstoff- bzw. Pigmentpartikel (erste Verfahrensvariante) werden diese selektiv zerstört, sodass darin enthaltener Farbstoff und/oder darin enthaltenes Pigment freigesetzt werden und damit die gewünschte Färbung am Ort der Aktivierung hervorgerufen wird. Im Falle der zweiten Verfahrensvariante wird die Abdeckung der Abdecklage zumindest angeschmolzen, zerstört und/oder durchbohrt, sodass ein darunter vorhandener Bereich der Farbmittelschicht sichtbar wird, etwa durch lokales Verschmelzen mit der Abdeckung. Hierzu kann die Abdecklage beispielsweise aus Ti02 gebildet sein. Die Größe der Ti02-Teilchen ist vorzugsweise so gering, dass gerade noch eine opake Schicht vorliegt, d.h. der Teilchen- durchmesser der Ti02-Teilchen sollte größer als die Hälfte der Wellenlänge des sichtbaren
Lichts (im Maximum von Sonnenlicht etwa 500 nm, d.h. größer als 250 nm), besser noch größer als 500 nm, am meisten bevorzugt größer als 1 μηι, sein. Bei der Freisetzung gelangt Farbstoff bzw. Pigment auch in die Polymerlage hinein, da die eingebrachte Energie diesen Prozess befördert. Durch die Freisetzung wird auch die Farbmittelschicht geschmolzen, sodass der Farb- Stoff bzw. das Pigment nicht nur von unten in z-Richtung zur Abdecklage und durch diese hindurch diffundiert, sodass diese dabei eingefärbt wird, sondern auch in die Polymerlage diffundiert. Diese Vorgänge führen zur Farbentwicklung und Sichtbarmachung (Aktivierung) des betroffenen Farbmittelschichtbereiches. Die Energie kann beispielsweise einzeln in Musterelemente eingebracht werden.
Um die Farbmittelschicht in der zweiten Verfahrensvariante zunächst verbergen zu können, ist die darüber liegende (beispielsweise an die Polymerlage angrenzende) Abdecklage opak. Sie kann eine beliebige Farbe haben, einschließlich weiß, grau und schwarz. Vorzugsweise ist sie weiß, weil sich dadurch ein sehr guter Kontrast des gebildeten Musters vor der Restfläche der Abdecklage ergibt. Die Abdecklage kann in sich opak sein, d.h. das Material, insbesondere Polymer, der Abdecklage kann durch geeignete Farbstoffe und/oder Pigmente opak gemacht worden sein. Oder die Abdecklage weist mindestens eine opake Schicht auf, die ebenfalls durch geeignete Farbstoffe und/oder Pigmente die erforderliche Opazität aufweist. Diese Schicht liegt in einem Stapel zusammen mit der mindestens einen die Farbmittelschicht tragenden Polymerlage vorzugsweise an der Farbmittelschicht an, da dies bei Einbringung der Energie in die Abdeckung zu einer Verbindung des Farbmittels mit der Abdeckung führt. Die Abdeckung kann die gesamte Fläche des Sicherheits- oder Wertprodukts abdecken oder nur einen Teil davon, nämlich insbesondere den Teil, der der von der Farbmittelschicht eingenommenen Fläche entspricht.
Mit der Einbringung von Energie wird das wahrnehmbare Muster gebildet. Falls sich die Farbmittelschicht innenliegend im Wert- oder Sicherheitsprodukt befindet, wird die Energie ganz besonders bevorzugt mittels eines Verfahrens in die Farbmittelschicht eingebracht, das hierzu keinen unmittelbaren Kontakt zwischen der Energiequelle und der Farbmittelschicht benötigt
(Nicht-Kontakt-Verfahren). Beispielsweise ist die Einbringung von Energie mittels elektromagnetischer Strahlung besonders geeignet. Um eine lokale Einbringung von Energie in einzelne Farbmittelschichtbereiche zu ermöglichen, kann daher vorteilhafterweise Laserstrahlung eingesetzt werden. Geeignet ist jede Laserstrahlung, die zu einer Absorption in der Farbmittelschicht oder in dazu angrenzendem Material führt, beispielsweise von einem IR-Strahlung emittierenden Laser, wie einem Nd:YAG- (Grundwellenlänge oder frequenzvervielfacht: 1064 nm, 532 nm, 355 nm, 266 nm) oder einem C02-Laser (10,6 μηι). Für Strahlungsemission im sichtbaren Spektralbereich sind Gaslaser, beispielsweise Argon- und Krypton-Ionenlaser, oder Diodenlaser einsetzbar. Im UV-Spektralbereich sind Excimer-Laser (beispielsweise F2: 157 nm, ArF: 193 nm, KrF: 248 nm, XeCI: 308 nm, XeF. 351 nm) einsetzbar. Der Laser wird zur gezielten Einbringung der Energie fokussiert.
Mit dem Nicht-Kontakt-Verfahren ist es insbesondere möglich, Dokumentrohlinge zu bearbeiten, die abgesehen von dem mit dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellbaren Sicherheits-
merkmal im Wesentlichen alle übrigen Sicherheitsmerkmale bereits enthalten. Vorzugsweise befindet sich das Muster in dem Dokumentrohling innenliegend. Zum einen wird dadurch das Herstellverfahren erheblich vereinfacht, weil beispielsweise eine Personalisierung eines Dokuments, beispielsweise eines Personalausweis-Rohlings, bei der das Dokument ausgebenden Stelle durchgeführt werden kann, ohne erhebliche Sicherheitsmaßnahmen dafür vorzusehen, dass die noch nicht personalisierten Dokumente bei einem Transport zu der ausgebenden Stelle nicht verloren gehen. Darüber hinaus wird durch eine innenliegende Anordnung der Farbmittelschicht sichergestellt, dass das Muster nicht ohne Weiteres gefälscht oder verfälscht werden kann, weil hierzu zusätzlich auf das innenliegende Muster zugegriffen werden müsste, was oh- ne das Freilegen des Musters schwerlich gelingt.
Um eine gezielte Aktivierung beispielsweise von Musterelementen (Pixeln) mit der gewünschten Farbe zu erreichen, ist eine sehr genaue Positionierung der Energiequelle erforderlich. Da die einzelnen Musterelemente beim Vorliegen einer Matrix von sich abwechselnden Musterelemen- ten verschiedener Farben nicht exakt vorab erkennbar sind, kann beispielsweise zunächst eine Justierung vorgenommen werden, um die Lage der Musterelemente relativ zueinander festzustellen. Hierzu ist die Lage von mindestens zwei Musterelementen im Muster festzustellen. Für die Justierung wird beispielsweise in mindestens zwei Musterelemente jeweils Energie eingebracht und die Farbe und die Lage der aktivierten Musterelemente auf optischem Wege festge- stellt. Mittels dieser Farbmarken können dann die Identität und die Lage aller weiteren Musterelemente des Musters abgeleitet werden. Aus dieser Information kann dann ein Muster für die Energieeinbringung ermittelt werden, gemäß dem die Musterelemente in farbige Punkte umgewandelt werden. Falls die Oberfläche der Polymerlage, auf der die Farbmittelschicht gebildet ist, nach der Aktivierung freiliegt, können diejenigen Farbmittelschichtbereiche, in die keine Energie eingebracht worden ist und die daher nicht fixiert sind, von der mindestens einen Oberfläche der jeweiligen Polymerlage nachträglich wieder entfernt werden. Dadurch werden ein besserer Kontrast des Musters und damit eine verbesserte Musterqualität erreicht.
Falls die Oberfläche der Polymerlage, auf der die Farbmittelschicht gebildet ist, nach der Aktivierung nicht freiliegt, können in einem weiteren nach der Aktivierung durchgeführten Verfahrensschritt nicht veränderte Farbpartikel, d.h. Farbpartikel, die an der Musterbildung nicht beteiligt sind, fixiert werden, falls diese nicht langzeitstabil sein sollten. Dadurch wird das einmal ge-
bildete Muster gegen weitere Veränderung stabilisiert. Die Fixierung kann beispielsweise durch Bestrahlen des Wert- oder Sicherheitsproduktes mittels einer elektromagnetischen Strahlung bewirkt werden, die eine andere Photonenenergie (Wellenlänge) hat als die für die Aktivierung verwendete elektromagnetische Strahlung, ohne dass der zuvor erzeugte optisch wahrnehmba- re Farbeindruck verändert wird. Hierzu kann beispielsweise die Matrix, in der sich die Farbpartikel befinden, derart chemisch verändert werden, dass Farbmittel aus den nicht veränderten Farbpartikeln nicht mehr austreten kann. Eine Möglichkeit der chemischen Veränderung besteht darin, die Matrix chemisch zu vernetzen. Hierzu enthält die Matrix chemische Verbindungen, die vernetzbar sind. Alternativ kann das das Muster nicht bildende Farbmittel ausgebleicht werden.
Ein mit den erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Muster auf mindestens einer
Polymerlage kann ferner in Form eines Teils eines Motivs gebildet werden, dessen anderer Teil in herkömmlicher Art und Weise erzeugt ist. Beispielsweise ist es möglich, dass der in herkömmlicher Art und Weise erzeugte Motivteil (beispielsweise eine Flächenhälfte des Motivs) bereits vor dem Zusammenfügen und Verbinden der Polymerlagen erzeugt wird, während der mit dem erfindungsgemäß hergestellte Motivteil erst nach dem Zusammenfügen und Verbinden der Polymerlagen durch nachträgliches Aktivieren sichtbar gemacht wird. Dadurch wird ermöglicht, dass ein im fertigen Wert- oder Sicherheitsdokument vorgesehenes Motiv, beispielsweise ein Wappen, in einem Rohdokument zunächst nur teilweise vorliegt und erst bei der das Doku- ment ausgebenden Stelle mit dem weiteren Motivteil versehen wird.
Das Wert- oder Sicherheitsprodukt wird vorzugsweise aus einer mit einer Farbmittelschicht versehenen Polymerlage, ferner weiteren Polymerlagen, auf denen sich keine Farbmittelschichten befinden, darüber hinaus im Falle der zweiten Verfahrensvariante einer Abdecklage sowie schließlich gegebenenfalls außenseitigen Schutzlackierungen oder Schutzfolien hergestellt. Die Schutzlackierungen oder Schutzfolien dienen zum außenseitigen Schutz gegen Beschädigungen (Verkratzungen) und zum Einschließen von ansonsten außenseitig angebrachten Sicherheitsmerkmalen in das Innere des Produkts, um vor Manipulationen zu schützen. Ferner kann außenseitig auch eine diffraktive Folie angebracht werden. Das Wert- oder Sicherheitsprodukt kann aus den Dokumentenmaterialien insbesondere durch Lamination hergestellt werden. Zusätzlich zu den PC- und/oder PET-Lagen kann das Produkt auch Lagen aus anderen Materialien enthalten, beispielsweise aus anderen Polymeren oder aus Papier oder Pappe. Bevorzugt wird das Dokument aus 3 bis 12, vorzugsweise 4 bis 10 Folien hergestellt, wobei die einzelnen Folien aus dem gleichen Material oder aus unterschiedlichen Materialien bestehen können. Ty-
pischerweise wird die Lamination von PC in einer Heiß/Kalt-Laminierpresse in einem ersten Schritt bei 170 bis 200°C und einem Druck von 50 bis 600 N/cm2 und in einem zweiten Schritt bei Kühlung etwa auf Raumtemperatur und unter demselben Druck hergestellt. Die Lamination von PET findet bei einer höheren Temperatur statt, beispielsweise bei 220°C. Die Polymerfolien haben typischerweise eine Dicke von 25 bis 150 μηι, vorzugsweise von 50 bis 100 μηι. Alternativ kann das Wert- oder Sicherheitsprodukt auch auf andere Art als durch Lamination hergestellt werden, beispielsweise durch Extrusion.
Das Wert- oder Sicherheitsprodukt kann zusätzlich zu dem mit dem erfindungsgemäßen Ver- fahren herstellbaren Sicherheitsmerkmal mindestens ein weiteres Sicherheitsmerkmal aufweisen, das entweder individualisierend oder nicht individualisierend ist. Als weitere Sicherheitsmerkmale kommen Melierfasern, Guillochen, Wasserzeichen, Prägedrucke, ein Sicherheitsfaden, Mikroschrift, Kippbilder, Hologramme, optisch variable Pigmente, lumineszierende Farben, Durchlichtpasser und dergleichen in Betracht. Ferner kann das Dokument auch elektronische Komponenten aufweisen, beispielsweise einen RFID-Schaltkreis mit Antenne und RFID-
Mikrochip, elektronische Anzeigeelemente, LEDs, berührungsempfindliche Sensoren und dergleichen. Die elektronischen Komponenten können beispielsweise zwischen zwei opaken Lagen des Dokuments versteckt angeordnet sein. Die vorliegende Erfindung wird anhand der folgenden Figuren beispielhaft beschrieben, wobei die dargestellten Beispiele lediglich exemplarischen Charakter haben und keine Einschränkung der Tragweite der beschriebenen Erfindung darstellen : zeigt ein Wert- oder Sicherheitsdokument mit einem erfindungsgemäß hergestellten Sicherheitsmerkmal in einer schematischen isometrischen Darstellung;
zeigt eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer schematischen Darstellung;
zeigt den erfindungsgemäßen Verfahrensablauf gemäß der ersten Verfahrensvariante in schematischer Form; Fig. 3A: Aufbringen von Farbmittel auf einen Zwischenträger beispielsweise in gerasterter Form; Fig. 3B: Übertragen von auf dem Zwischenträger befindlichem Farbmittel von dem Zwischenträger auf eine Oberfläche einer Polymerfolie unter Bildung von beispielsweise in einem Raster angeordneten Musterelementen auf der Polymerfolie; Fig. 3C: Bilden von Musterelementen auf einer Polymerlage, schematischer Schnitt durch die Polymerlage mit den darauf aufge-
brachten Musterelementen mit vier Typen von in Partikeln integrierten Farbmitteln; Fig. 3D: erste Alternative: Aktivieren der Musterelemente, schematischer Schnitt durch ein Laminat der Polymerfolie von Fig. 3C mit weiteren Polymerfolien, in dem die Musterelemente mittels Energiezufuhr aktiviert worden sind; Fig. 3D': zweite Alternative: Aktivieren einiger Musterelemente, schematischer Schnitt durch die Polymerfolie mit teilweise aktivierten Musterelementen; Fig. 3E': Entfernen nicht aktivierter Musterelemente;
zeigt den erfindungsgemäßen Verfahrensablauf gemäß der zweiten Verfahrensvariante in schematischer Form; Fig. 4A: Bilden des Laminats mit Musterelementen auf der Polymerlage und der darüber angeordneten Abdecklage, schematischer Schnitt durch das Laminat; Fig. 4B: Aktivieren einiger Musterelemente, schematischer Schnitt durch das Laminat, in dem die Abdeckung mittels Energiezufuhr teilweise zerstört worden ist;
zeigt das Autopositionieren für das Aktivieren der Musterelemente; Fig. 5A: Bilden eines Rasters von vier Typen von Musterelementen, Darstellung in einer schematischen Draufsicht; Fig. 5B: Aktivieren von zwei Marker-Musterelementen;
zeigt ein Raster von vier Typen von Musterelementen in einer schematischen Draufsicht, in dem lediglich zwei Typen von Musterelementen aktiviert worden sind.
In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugsziffern Elemente mit derselben Funktion oder dieselben Elemente.
Die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform einer Identitätskarte 600 weist jeweils ein übliches Format für die Karte auf, beispielsweise das Format ID 1 gemäß ISO/IEC 7810. Die Karte kann als Laminat aus mehreren Polymerfolien hergestellt sein, die aus PC und/oder PET bestehen können und einzelne Lagen der Karte bilden. Einzelne dieser Lagen können mit Pigmenten opak eingefärbt sein, damit die Karte beispielsweise eine innenliegende elektronische Anordnung verbirgt. Im Folgenden wird der Einfachheit halber davon ausgegangen, dass die Karte aus einer Polymerfolie als Substrat gebildet ist. Die Karte weist eine Vorderseite 601 und eine Rück- seite (nicht dargestellt) auf. Sie kann beispielsweise eine Dicke von 800 μηι haben. Die Karte kann mehrere Sicherheitsmerkmale aufweisen, beispielsweise ein Gesichtsbild 610 der Person, der die Karte zugeordnet ist, ferner ein Datenfeld 620, in dem beispielsweise Daten dieser Person in Klarschrift angegeben sind, sowie weitere Sicherheitsmerkmale, die nicht dargestellt sind.
Ferner weist die Karte 600 ein Sicherheitsmerkmal 160 auf, das in erfindungsgemäßer Art und Weise aktiviert worden ist. Im vorliegenden Fall ist stellvertretend für eine beliebige anders gestaltete Kennzeichnung eine Wiedergabe des Gesichtsbildes 150 des Inhabers der Karte in Form eines Musters wiedergegeben. Andere Darstellungen können durch irgendein anderes Muster gebildet sein. Alternativ hierzu kann auch das Gesichtsbild 610 durch das Sicherheitsmerkmal gebildet sein, das in erfindungsgemäßer Art und Weise aktiviert worden ist. In diesem Falle wäre kein weiteres Feld 160 vorgesehen. Die in Fig. 2 schematisch gezeigte Laser-Aktiviervorrichtung ist dazu geeignet, in einem Dokumentenrohling 600 ein mehrfarbiges Muster 150 beispielsweise aus Musterelementen 1 10 (Fig. 3C) zu erzeugen. Hierzu weist die Vorrichtung drei Laser 2', 2", 2"', drei Primärspiegel 3', 3", 3"', einen Sekundärspiegel 4, ferner Abbildungsoptiken (nicht dargestellt), ein Steuergerät 5 und einen Computer 6 auf.
In dem Computer 6 sind beispielsweise Eingabedaten, zum Beispiel eine Bilddatei, gespeichert, aus der ein Halbtonbild gebildet werden kann. Aus dem Halbtonbild werden dann die Rohdaten für die Programmierung des Steuergerätes 5 erzeugt. Das Steuergerät steuert wiederum den Sekundärspiegel 4, sodass der Laserstrahl über die Oberfläche des zu aktivierenden Dokumen- tenrohlings 600 geführt wird. Ferner steuert das Steuergerät auch die Laser 2', 2", 2"' bzw. jeweils einen den Lasern zugeordneten Modulator (nicht dargestellt) an. Mit diesen Modulatoren kann die Intensität der Laserstrahlen L individuell moduliert werden. Mit den vom Steuergerät gelieferten Daten kann die Vorrichtung gesteuert werden, um Musterelemente 1 10 des Musters 150 im Dokumentenrohling zu erzeugen. Zur Erzeugung der farbigen Musterelemente durchlau- fen die von den Lasern ausgehenden Laserstrahlen die Primärspiegel 3', 3", 3"', treffen dann auf den Sekundärspiegel 4 und werden von diesem auf den Dokumentenrohling abgelenkt. Die Laserstrahlen können beispielsweise zeilenweise über die Dokumentenoberfläche geführt werden, wobei die Intensität der Strahlen durch Modulation jeweils auf die gewünschte Strahlintensität, die an einer Stelle auf der Dokumentenoberfläche gebildet werden soll, abgestimmt wird. Die Laserstrahlen können beispielsweise auf die Oberfläche fokussiert sein, um einen möglichst kleinen Strahldurchmesser zu erhalten.
Das Muster 150 wird durch Aktivierung des Dokumentenrohlings 600 mittels des Lasers erzeugt, indem der Laserstrahl L im Dokumentenrohling auf die Farbmittelschicht 100 trifft (Fig.
3D). Diese wird durch die Wirkung des Laserstrahls aktiviert, sodass beispielsweise darin enthaltenes Farbmittel freigesetzt und damit für einen Betrachter wahrnehmbar wird. Vor der Aktivierung ist das Farbmittel beispielsweise in Farbpartikeln verborgen, indem die Hülle das Farbmittel weitgehend abschirmt.
In Fig. 3 ist das erfindungsgemäße Verfahren in der ersten Verfahrensvariante in schematischer Form wiedergegeben:
Mit diesem Verfahren soll eine Farbmittelschicht 100 in Form von regelmäßig angeordneten Musterelementen 1 10 verschiedener Typen A, B, C, D, d.h. mit verschiedenen Farben, in einem Druckfeld 120 auf eine Oberfläche 310 einer handelsüblichen PC-Folie 300 als Polymerlage, beispielsweise auf Bisphenol A-Basis, aufgebracht werden (Fig. 3C).
In einem ersten Schritt wird Farbmittel gerastert auf einen Zwischenträger 200 aufgebracht (Fig. 3A). Der Zwischenträger ist eine Folie aus PET mit einer darauf aufgebrachten Trennschicht. Die Farbmittel sind Drucktinten, in der jeweilige Farbstoffe in Partikel integriert enthalten sind (erste Verfahrensvariante). Es handelt sich beispielsweise um in Titandioxid-Partikel eingeschlossene Farbstoffe. Im vorliegenden Fall sind vier Farbstoffe ausgewählt, nämlich ein gelber, ein roter, ein grüner und ein blauer Farbstoff, mit denen jeweilige Farbmittel und mit diesen die entsprechenden Musterelementtypen A, B, C, D gebildet werden. Diese partikulären Farbstoffe sind in einer Farbstoffformulierung dispergiert, die als Bindemittel beispielsweise ein PC- Derivat, vorzugsweise auf der Basis eines geminal disubstituierten Bis-(hydroxyphenyl)- cycloalkans, enthält. Zusätzlich sind ein Lösungsmittel für das Bindemittel und weitere Additive, die üblicherweise Drucktinten zugesetzt werden, enthalten.
Diese Drucktinten werden beispielsweise mittels eines Tintenstrahldruckers 400 mit vier Druckköpfen 410 (Tinte A), 420 (Tinte B), 430 (Tinte C), 440 (Tinte D) für jeweils eine der vier Drucktinten auf den Zwischenträger 200 gedruckt, wobei Strukturen in der Größe und mit der Anordnung der auf der Oberfläche 310 der PC-Folie 300 zu bildenden Musterelemente 1 10 gebildet werden. Die Größe der Musterelemente beträgt beispielsweise 30 μηι. Hierzu werden sämtliche Strukturen auf dem Zwischenträger, die den auf der PC-Folie zu bildenden Musterelementen, d.h. sämtlichen vier Musterelementtypen A, B, C, D, entsprechen, in einer seitenverkehrten Anordnung erzeugt. Beispielsweise wird ein Raster gebildet, aus dem eine Musterelementanordnung, etwa wie die in Fig. 6 gezeigte, erzeugt werden kann.
Durch Aufdrücken der mit den Drucktintenstrukturen versehenen Oberfläche 210 des Zwischenträgers 200 auf eine Oberfläche 310 der PC-Folie 300 werden die auf der Oberfläche des Zwischenträgers erzeugten Strukturen auf diese Oberfläche der PC-Folie übertragen, wobei eine Farbmittelschicht 100 in Form der Musterelementanordnung gebildet wird (Fig. 3C). Hierzu wird die PC-Folie mittels einer Anpresswalze 220 gegen das Zwischenträgerband gepresst (Fig. 3B). Dadurch ergibt sich auf der Polymerfolienoberfläche eine Rasteranordnung der Musterelemente mit den vier verschiedenen Farbmitteln A, B, C, D. Die Musterelemente 1 10 sind wegen der Verwendung von Titandioxid weiß bis grau und weisen keine erkennbare Färbung auf. Einem Betrachter erscheint das Druckfeld 120, in dem die Musterelemente liegen, wegen deren geringer Größe daher schwach grau.
Die derart mit der Farbmittelschicht 100 bedruckte PC-Folie 300 wird dann mit weiteren
Polymerfolien 320, 330, 340, beispielsweise ebenfalls PC-Folien, zu einem Stapel 350 zusam- mengetragen. Dabei wird die bedruckte Oberfläche 310 der PC-Folie 300 im Stapel innenliegend angeordnet (Fig. 3D). Der Stapel wird dann in einem herkömmlichen Heiß-/Kalt- Laminierprozess zu einem Laminat weiterverarbeitet, das nach entsprechender Fertigstellung ein Wert- oder Sicherheitsdokument 600 darstellt. Es entsteht ein monolithischer Verbund der einzelnen Lagen, d.h. die ursprünglichen Oberflächen sind nach dem Laminieren nicht mehr erkennbar. Die Farbmittelschicht 100 bleibt beim Laminieren erhalten, d.h. der Farbstoff diffundiert nicht heraus. Das nunmehr innenliegende Druckfeld 120 erscheint ebenfalls schwach grau oder weiß.
In einem nachfolgenden Verfahrensschritt werden die Musterelemente 1 10 mit einem fokussier- ten Laserstrahl L behandelt (Verfahrensschritt (c)). Hierzu wird die Vorrichtung eingesetzt, bei der der Laserstrahl auf die Musterebene, in der sich die Musterelemente befinden, fokussiert und über das Druckfeld 120 bewegt wird. Hierzu ist die Ablenkeinheit 4 für den Laserstrahl vorhanden (Fig. 2). Der Laser ist beispielsweise ein Nd:YAG-Laser. Durch die gezielte Laserbehandlung werden einzelne Musterelemente aktiviert, indem Farbstoff freigesetzt wird. Dieser diffundiert in angrenzende Polymerlagen 300, 320 ein und entwickelt dort lokal eine intensive Färbung des Materials. Im vorliegenden Falle sind alle Musterelemente aktiviert worden (Fig. 3D).
In einer Alternative zu dem vorstehend beschriebenen Beispiel wird die PC-Folie 300 nicht mit anderen Polymerlagen zusammengetragen und laminiert sondern separat weiterverarbeitet. Dadurch bleibt die Farbmittelschicht 100 in Form der Musterelemente 1 10 an der Oberfläche 310 der PC-Folie (Fig. 3D'). In einem nachfolgenden Verfahrensschritt wird nur ein Teil der Musterelemente aktiviert, nämlich die Musterelemente des Typs B (rot) und des Typs D (blau). Hierzu dient wiederum die Laservorrichtung. Die gelben Musterelemente (A) und die grünen Musterelemente (C) bleiben unaktiviert. In einem nachfolgenden Schritt werden die nicht aktivierten Musterelemente von der Oberfläche entfernt (Fig. 3E'). Hierzu wird eine Adhäsivfolie auf die Oberfläche aufgedrückt (nicht dargestellt), sodass die nicht aktivierten Musterelemente da- ran haften bleiben. Das Druckfeld 120 erscheint als Mischfarbe von rot und blau somit violett.
Gemäß der zweiten Verfahrensvariante wird in einem weiteren Beispiel wiederum eine Farbmittelschicht 100 in Form von Musterelementen 1 10 auf einer PC-Folie 300 gebildet (Fig. 4A). Hierzu werden jedoch beispielsweise Drucktinten verwendet, die die freien Farbstoffe (nicht in/auf Partikel geladen) enthalten. Es werden wiederum vier Drucktinten mit Farbstoffen in den Farben gelb, rot, grün, blau verwendet. Die Musterelemente weisen eine Größe auf und sind in einer Anordnung auf der Oberfläche 310 der PC-Folie gebildet, die denen des ersten Beispiels entsprechen. Das mit den Musterelementen gebildete Druckfeld 120 erscheint für einen Betrachter dunkelbraun. Auch in diesem Falle enthalten die Drucktinten ein PC-Derivat als Binde- mittel, beispielsweise auf der Basis eines geminal disubstituierten Bis-(hydroxyphenyl)- cycloalkans, und ein Lösungsmittel für das Bindemittel sowie weitere Additive, die üblicherweise Drucktinten zugesetzt werden. In einem ersten Schritt werden zunächst wie im ersten Beispiel den Musterelementen entsprechende Strukturen auf einem Zwischenträger 200 gebildet und die Drucktinte dieser Strukturen dann von der Zwischenträgeroberfläche 210 auf die Oberfläche 310 der PC-Folie 300 übertragen (entsprechend Fig. 3A, 3B). Die Strukturen können durch ein Muster oder durch eine vollflächige Farbmittelschicht gebildet sein.
Anschließend wird diese PC-Folie 300 mit weiteren Polymerfolien 320, 330, 340, beispielsweise ebenfalls PC-Folien, zu einem Stapel 350 zusammengetragen (Fig. 4A). Oberhalb der die Farbmittelschicht 100 aufweisenden Oberfläche 310 der PC-Folie 300 befindet sich zusätzlich eine Abdecklage in Form einer Abdeckfolie 360, die auf einer Oberfläche 361 eine Abdeck- schicht 362 aufweist, die beispielsweise durch Titandioxid weiß opak ist. Diese Abdeckschicht ist durch eine weiße Druckschicht gebildet, beispielsweise mittels eines Offsetdruckverfahrens. Die mit den Musterelementen versehene Oberfläche 310 der PC-Folie 300 ist demnach zwi-
sehen der PC-Folie und der Abdeckfolie 360 innenliegend angeordnet. Der Stapel wird dann in einem herkömmlichen Heiß-/Kalt-Laminierprozess zu einem Laminat weiterverarbeitet. Es entsteht ein monolithischer Verbund der einzelnen Lagen, d.h. die ursprünglichen Oberflächen sind nach dem Laminieren nicht mehr erkennbar. Die Musterelemente bleiben beim Laminieren er- halten. Das nunmehr innenliegende Druckfeld 120 ist aufgrund der Abdeckung nicht sichtbar. An dieser Stelle erscheint das Dokument weiß.
In einem nachfolgenden Verfahrensschritt wird die Abdeckschicht 362 über einzelnen Musterelementen 1 10 mit einem fokussierten Laserstrahl L behandelt. Hierzu wird die zuvor genannte Laserbehandlungsvorrichtung eingesetzt. Durch die gezielte Laserbehandlung wird die Abdeckschicht lokal aufgeschmolzen. Durch die lokale Temperaturerhöhung wird der Farbstoff in den darunter liegenden Musterelementen in die angrenzende PC-Folie 300 sowie in die Abdeckfolie 360 in z-Richtung eindiffundiert und entwickelt dort lokal eine intensive Färbung des Materials. Im vorliegenden Falle sind nur Musterelemente der Farben A (gelb) und C (grün) aktiviert wor- den (Fig. 4B). Dadurch ergibt sich ein veränderter Farbeindruck in dem Druckfeld 120. Das Druckfeld erscheint durch die Mischung der gelben und grünen Musterelemente in einer hellgrünen Färbung.
Durch Aktivierung der Musterelemente 1 10 der Typen A und C, beispielsweise streifenweise, können weiße neben hellgrünen Streifen gebildet werden. In entsprechender Weise können auch andere Muster erzeugt werden.
In Versuchen gemäß allen vorgenannten Beispielen zu einer versuchten Delamination des Laminats stellt sich heraus, dass die Druckfelder eine ebenso hohe Haftfestigkeit zum angrenzen- den Polymermaterial aufweisen wie die Polymerlagen untereinander.
In weiteren Beispielen werden das erste und das zweite Beispiel mit PET als Material für die mit den Farbmittelschichten 100 zu versehenden Polymerlagen wiederholt. Es ergeben sich dieselben Ergebnisse, insbesondere auch zur versuchten Delamination des Laminats.
In Fig. 5 ist ein Verfahren zur Positionierung der Energiequelle für die gezielte Aktivierung der Musterelemente 1 10 schematisch dargestellt:
Fig. 5A zeigt die Farbmittelschicht 100 in Form von Musterelementen 1 10 auf der Oberfläche 310 einer PC-Folie 300 in der Kodierung ihrer jeweiligen Farben. In dem Druckfeld 120 befinden sich vier Musterelementtypen, nämlich gelbe (A), rote (B), grüne (C) und blaue (D) Musterelemente. Diese Musterelemente sind in einer quadratischen Anordnung in einem Druckfeld 120 systematisch angeordnet: Jeweils zwei Musterelementtypen A und B bzw. C und D sind in einer von zwei aufeinander folgenden Anordnungsarten der Musterelemente gebildet. In einer ersten Reihe sind gelbe Musterelemente A und rote Musterelemente B und in einer zweiten Reihe grüne Musterelemente C und blaue Musterelemente D jeweils abwechselnd zueinander angeordnet. Die ersten und zweiten Reihen wechseln ebenfalls miteinander ab.
Die Musterelemente 1 10 zeigen diese Farben vor ihrer Aktivierung selbstverständlich noch nicht. Beispielsweise kann das Farbmittel in Titandioxid-Partikel eingelagert sein, sodass die Musterelemente weiß oder grau erscheinen. Um eine gezielte Aktivierung bestimmter Musterelemente oder zumindest bestimmter Musterelementtypen zu erreichen, werden vereinzelt Mus- terelemente versuchsweise aktiviert, um deren Typus zu bestimmen. In dem Beispiel von Fig. 5B sind das gelbe Musterelement (A) links oben und das blaue Musterelement (D) rechts unten aktiviert und damit sichtbar gemacht worden. Aus dieser Bestimmung kann aus der Kenntnis über die Anordnung der Musterelementtypen zueinander auf die absolute Position aller Musterelemente eines jeweiligen Typs geschlossen werden, sodass nach dieser Eichung eine gezielte Aktivierung bestimmter Musterelemente möglich ist. Denn es ist bekannt, dass sich links und rechts neben einem gelben Musterelement (A) ein rotes Musterelement (B) und unter und über einem gelben Musterelement ein grünes Musterelement (C) und unter und über einem roten Musterelement ein blaues Musterelement (D) befinden. Eine gezielte bereichsweise Aktivierung von Musterelementen 1 10 einer Farbmittelschicht 100, die in zueinander versetzten Reihen auf der Oberfläche 310 einer PC-Folie 300 angeordnet sind, ist in Fig. 6 gezeigt. In diesem Falle befinden sich in einer ersten Reihe gelbe Musterelemente (A) und rote Musterelemente (B) und in einer darunter befindlichen zweiten Reihe, die zu der ersten Reihe versetzt ist, grüne Musterelemente (C) und blaue Musterelemente (D). Die weiteren Reihen nach unten stellen Wiederholungen der ersten und der zweiten Reihe dar.
Durch eine gezielte Aktivierung in einem oberen Druckbereich 130 von roten Musterelementen 1 10 (B) und in einem unteren Druckbereich 140 von gelben Musterelementen (A) erscheint das Druckfeld 120 im oberen Bereich rot und im unteren Bereich gelb. Diese beiden Streifen stellen
ein Muster 150 dar, das eine Information darstellen kann, beispielsweise den kodierten Wert eines mit dem Muster versehenen Dokuments. In gleicher Weise können natürlich auch andere, insbesondere kompliziertere Muster, wie das Gesichtsbild einer Person, durch bereichsweise Aktivierung entsprechender Musterelemente, entwickelt werden. Ein derartiges Muster kann demnach auch individualisierend für ein Wert- oder Sicherheitsdokument 600 sein und beispielsweise das Gesichtsbild einer Person wiedergeben.
Die vorstehende Beschreibung der Erfindung zeigt, dass die Erzeugung eines Musters auf vielfältige Weise erreicht werden kann: In einer ersten Alternative wird das Muster bereits bei der Übertragung des Farbmittels auf den Zwischenträger erzeugt. In diesem Falle wird vorzugsweise das gesamte Farbmittel von dem Zwischenträger auf die Polymerlage übertragen und auf der Polymerlage dann auch vorzugsweise vollständig aktiviert. In einer zweiten Alternative wird das Muster erst durch Teilübertragung der dem Muster entsprechenden Farbmittelbereiche auf dem Zwischenträger auf die Polymerlage gebildet. In diesem Falle wird der Zwischenträger vor- zugsweise vollflächig mit dem Farbmittel beschichtet. Die in Form des Musters auf der
Polymerlage gebildete Farbmittelschicht wird dann vorzugsweise vollständig aktiviert. In einer dritten Alternative wird das Muster erst durch selektive Aktivierung auf der Polymerlage erzeugt. Hierzu wird das Farbmittel zunächst vorzugsweise vollflächig auf den Zwischenträger und danach auch vorzugsweise vollflächig vom Zwischenträger auf die Polymerlage übertragen.
Bezugszeichenliste:
2', 2", 2"' Laser
3', 3", 3"' Primärspiegel
4 Sekundärspiegel, Ablenkeinheit
5 Steuergerät
6 Computer
100 Farbmittelschicht
1 10 Musterelement
120 Druckfeld
130 oberer Druckbereich
140 unterer Druckbereich
150 Muster, Gesichtsbild
160 erfindungsgemäßes Sicherheitsmerkmal
200 Zwischenträger
210 Oberfläche des Zwischenträgers
220 Anpresswalze
300 Polymerlage, PC-Folie
310 Oberfläche der Polymerlage / PC-Folie
320 PolymerfolieMage
330 Polymerfolie/-lage
340 PolymerfolieMage
350 Folienstapel
360 Abdeckfolie/-lage, Polymerlage
361 Oberfläche der Abdecklage
362 Abdeckschicht
400 Tintenstrahldrucker
410 Druckkopf
420 Druckkopf
430 Druckkopf
440 Druckkopf
600 Wert- oder Sicherheitsdokument/-produkt, Dokumentenrohling, Identitätskarte
601 Vorderseite
610 Gesichtsbild
620 Datenfeld
A, B, C, D Musterelementtypen
L Laserstrahl