TITEL
Thoraxd rain agevorrichtung
TECHNISCHES GEBIET Die vorliegende Erfindung betrifft eine Thoraxdrainagevorrichtung, eine Kammer zur Verwendung in einer derartigen Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Thoraxdrainage.
STAND DER TECHNIK
Die Thoraxdrainage dient der Förderung von Blut, Sekreten oder Luft aus dem Pleuraspalt, auch Pleurahöhle genannt. Der Pleuraspalt ist der Raum zwischen dem Lungenfell (pleura pulmonalis) der Lunge und dem Brustfell (pleura parietalis). Der Pleuraspalt ist mit einer serösen Flüssigkeit gefüllt, wobei physiologisch ein relativer Unterdruck gegenüber der Aussenluft herrscht, welcher beim Einatmen noch ansteigt. Dadurch muss die Lunge beim Einatmen der aktiven Ausdehnung von Brustwandmuskeln und dem Zwerchfell folgen. Wird der relative Unterdruck im Pleuraspalt aufgehoben, z.B. bei einer Operation oder einem Unfall, so folgt die Lunge dem sich ausdehnenden Brustkorb beim Einatmen nicht mehr. Der Defekt, welcher zum Eintritt von Luft in den Pleuraspalt führt, wird im allgemeinen Luftfistel genannt.
Die Thoraxdrainage dient dazu, den physiologischen Unterdruck aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen. Dabei werden der Brustkorb und das Brustfell durch einen Zwischenrippenraum eröffnet, ein Drainageschlauch eingeführt und schliesslich ein kontrollierter Sog angelegt, um den Pleuraspalt zu drainieren. Die häufigste Anwendung der Drainagen erfolgt im Zusammenhang mit Operationen, bei denen der Brustkorb geöffnet werden muss.
Im Stand der Technik sind diverse Thoraxdrainagevorrichtungen bekannt. Sie weisen, wie dies in Figur 1 dargestellt ist, üblicherweise eine mit einem Elektromotor betriebene Saugpumpe 1 oder ein Wandvakuum auf, welche bzw. welches über eine Saugleitung 2 mit einem Fluidsammelbehälter 3 verbunden ist und welche bzw. welches in diesem Fluidsammelbehälter 3 einen Unterdruck erzeugt. Vom Fluidsammelbehälter 3 führt ein Drainageschlauch 4 zur Pleurahöhle P, um Fluid aus der Pleurahöhle P in den Fluidsammelbehälter abzusaugen. In Figur 1 ist die Lunge mit dem Bezugszeichen L bezeichnet. US 5 738 656 offenbart eine Drainagevorrichtung mit einer Drainageleitung und einer Hilfsleitung, mittels welcher der Drainageschlauch gespült und der Absaugdruck kontrolliert werden kann. WO 2009/005424 beschreibt eine Drainagevorrichtung, bei welcher der Unterdruck im Fluidsammelbehälter mittels eines Sensors kontrolliert wird, wobei der Sensor in der zur Saugpumpe führenden Saugleitung angeordnet ist.
In WO 2012/162848 wird ein adaptiver Algorithmus für die Thoraxdrainagetherapie vorgeschlagen, wobei ein geeignetes Grössenmass für die Luftfistel bestimmt wird und das von der Saugpumpe erzeugte Vakuum in Abhängigkeit von diesem Grössenmass geregelt wird.
US 6 261 276 offenbart eine manuell betriebene Thoraxdrainagevorrichtung mit einem balgförmig ausgebildeten Fluidsammelbehälter. Dieser Balg dient als Vakuumpumpe und gleichzeitig als Indikator für den im Fluidsammelbehälter erzeugten Unterdruck. US 8 177 763 offenbart eine Drainagevorrichtung mit einer Vakuumkammer, welche mit einer Vakuumquelle verbunden ist, und mit einem Fluidsammelbehälter, welcher über eine hydrophobe Membran mit der Vakuumkammer in fluidkommunizierender Verbindung steht. Wird der Drainageschlauch bei Beendigung der Behandlung aus dem Pleuraspalt entfernt, besteht die Gefahr einer Überdehnung der Lunge, was zu einem Pneumothorax führen kann. Grund hierfür ist eine plötzliche Vergrösserung der Druckamplitude beim tiefen Einatmen, d.h. ein stark erhöhter Unterdruck im Pleuraspalt, welcher auch die Lunge
überdehnt.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, die Gefahr einer übermässigen Überdehnung der Lunge bei Beendigung der Thoraxdrainage zu minimieren.
Diese Aufgabe lösen eine Thoraxdrainagevorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, eine Kammer zur Verwendung in einer derartigen Thoraxdrainagevorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 16 sowie ein Verfahren zur Thoraxdrainage mit den Merkmalen des Patentanspruchs 17.
Die erfindungsgemässe Thoraxdrainagevorrichtung zur Absaugung von Fluiden aus einem Pleuraspalt eines Patienten mittels Unterdruck weist einen Fluidsammelbehälter zum Sammeln der abgesaugten Fluide und einen Drainageschlauch zur Verbindung des Fluidsammelbehälters mit dem Pleuraspalt des Patienten auf. Der Fluidsammelbehälter ist mit einer Vakuumquelle verbindbar, um einen Unterdruck im Fluidsammelbehälter zu erzeugen. Die Thoraxdrainagevorrichtung weist eine einstellbare Einrichtung zur Dämpfung von Druckdifferenzen während der Atmung des Patienten auf, wobei diese Einrichtung unabhängig von einer Saugleistung der Vakuumquelle einstellbar ist.
Dadurch ist es möglich, bei ansonsten unverändert bleibenden Drainageparametern den Patienten an die Beendigung der Drainage zu gewöhnen. Es ist dadurch möglich, bereits während der Thoraxdrainage immer grössere Druckdifferenzen bei der Atmung zuzulassen und die Lunge zu trainieren, damit sie grössere Ausdehnungen ohne Schaden bewältigen kann. Das Risiko einer Überdehnung der Lunge mit nachfolgendem Pneumothorax bei Beendigung der Drainage wird dadurch massiv reduziert.
Vorzugsweise ist die Einrichtung zur Dämpfung von Druckdifferenzen eine Einrichtung zur Einstellung eines Luftrückflusses zum Pleuraspalt. Dadurch lässt sich die Härte bzw. Flexibilität des Thoraxsystems einstellen. Die Ausdehnung der Lunge und somit die Dämpfung der Druckdifferenzen im Pleuraspalt hängt dadurch von der möglichen Menge
des Luftrückflusses in den Pleuraspalt ab.
Die Einstellung des Luftrückflusses kann manuell oder automatisch erfolgen. In einer Ausführungsform ist die automatische Einstellung nach Massgabe eines Sensorwertes regelbar. D.h. die Einstellung wird nicht während eines längeren Zeitraums, z.B. mehrere Stunden oder Tage, gleich gelassen. Sie wird vielmehr konstant geregelt, um auch plötzlich auftretende Druckdifferenzerhöhungen zu dämpfen, z.B. wenn sich der Patient überanstrengt oder ungewollt zu tief einatmet. Der Sensorwert ist vorzugsweise ein im Behälter, im Drainageschlauch oder im Pleuraspalt detektierter Druck.
Vorzugsweise befindet sich die Einrichtung zur Dämpfung von Druckdifferenzen zwischen Sekretsammelbehälter und Saugquelle oder im Gehäuse der Saugquelle oder im oder am Sekretsammelbehälter oder im oder am Drainageschlauch. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Einrichtung zur Dämpfung von Druckdifferenzen eine Kammer auf, deren Steifigkeit einstellbar ist. Unter Einstellbarkeit der Steifigkeit ist hier die Steifigkeit der Wände, die Änderung des für die Luftrückführung zur Verfügung stehenden Volumens und auch die Zuführung externer Luft in die Kammer gemeint. Dies wird nachfolgend anhand einiger bevorzugter Ausführungsformen erläutert.
In den nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen weist die Einrichtung zur Dämpfung von Druckdifferenzen eine Kammer mit einem Innenraum und mit einer zum Patienten führenden Öffnung auf. In einer Ausführungsform ist die Kammer von steifen Wänden gebildet mit Ausnahme einer in einer Wand der Kammer eingelassenen flexiblen Membran, wobei die Flexibilität der Membran einstellbar ist. Die Membran kann federbelastet sein, was eine zu starke Ausdehnung der Membran vermeidet. In einer weiteren Ausführungsform ist die Kammer von steifen Wänden gebildet mit Ausnahme eines einen Teil einer Wand bildenden federbelasteten Kolbens, dessen Position relativ zum Innenraum einstellbar ist.
In einer anderen Ausführungsform ist die Kammer von steifen Wänden gebildet, wobei in der Kammer ein Einsatzbehälter angeordnet ist, welcher von aussen mit einem inkompressiblen Fluid befüllbar ist, um das Volumen des Innenraums einstellbar zu begrenzen.
In einer weiteren Ausführungsform ist die Kammer von steifen Wänden gebildet mit Ausnahme eines einen Teil einer Wand bildenden flexiblen Balgs mit einem zum Innenraum der Kammer hin offenen Innenraum, wobei das Volumen des Innenraums des Balgs einstellbar ist.
In einer anderen Ausführungsform ist eine erste Kammer mit einem Innenraum und mit einer zum Patienten führenden Öffnung vorhanden, wobei die erste Kammer von steifen Wänden gebildet ist, wobei eine Wand eine verschliessbare erste Luftaustauschöffnung aufweist. Diese dient zur Verbindung mit einer zweiten Kammer, welche bis auf eine zweite Luftaustauschöffnung geschlossen ausgebildet ist, wobei die erste Kammer mit der zweiten Kammer über die zwei Luftaustauschöffnungen in luftkommunizierende Verbindung bringbar ist.
In einer weiteren Ausführungsform ist die Kammer von steifen Wänden gebildet, wobei die Kammer eine Einfüllöffnung aufweist, welche von einer allfälligen mit der Saugquelle in Verbindung stehenden Saugöffnung unabhängig ist und durch welche zwecks Einstellung der Dämpfung der Atmung Luft in die Kammer einblasbar und abpumpbar ist.
In einer anderen Ausführungsform ist die Kammer von steifen Wänden gebildet, wobei die Kammer ein nach aussen führendes Ventil aufweist, welches sich nach Massgabe eines detektierten Unterdrucks nach aussen öffnet.
Vorzugsweise ist die Kammer bzw. die erste Kammer durch den Fluidsammelbehälter gebildet. Sie ist alternativ in oder an diesem angeordnet. Alternativ oder zusätzlich kann sie auch über eine Abzweigungsleitung mit dem Drainageschlauch verbunden sein oder zwischen Saugquelle und Fluidsammelbehälter angeordnet sein.
Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen sind. In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung einer Lunge mit damit verbundener
Thoraxdrainagevorrichtung gemäss dem Stand der Technik;
Figur 2a eine schematische Darstellung einer Lunge während einer Ausatmung bei bestehender Thoraxdrainage;
Figur 2b die Änderung des Unterdrucks im Pleuraspalt während der Ausatmung gemäss Figur 2a;
Figur 3 a eine schematische Darstellung einer Lunge während einer Einatmung bei bestehender Thoraxdrainage;
Figur 3 b die Änderung des Unterdrucks im Pleuraspalt während der Einatmung gemäss Figur 3 a;
Figur 4a eine schematische Darstellung einer Lunge während einer Ausatmung ohne
Thoraxdrainage ;
Figur 4b die Änderung des Unterdrucks im Pleuraspalt während der Ausatmung gemäss Figur 4a;
Figur 5 a eine schematische Darstellung einer Lunge während einer Einatmung bei bestehender Thoraxdrainage;
Figur 5b die Änderung des Unterdrucks im Pleuraspalt während der Einatmung gemäss Figur 5 a;
Figur 6a eine schematische Darstellung einer Lunge während einer Thoraxdrainage gemäss dem Stand der Technik;
Figur 6b eine schematische Darstellung des Drucks im Pleuraspalt während der
Thoraxdrainage gemäss Figur 6a in Funktion der Zeit; eine schematische Darstellung der Lunge gemäss Figur 6a nach Beendigung der Thoraxdrainage gemäss dem Stand der Technik;
eine schematische Darstellung des Drucks im Pleuraspalt nach Beendigung der Thoraxdrainage gemäss Figur 7a in Funktion der Zeit; eine schematische Darstellung einer Lunge mit einer damit verbundenen erfmdungsgemässen Thoraxdrainagevorrichtung in einer ersten Ausführungsform; eine schematische Darstellung einer Lunge während einer Thoraxdrainage mit einem erfmdungsgemässen Fluidsammelbehälter;
eine schematische Darstellung des Drucks im Pleuraspalt während der erfmdungsgemässen Thoraxdrainage gemäss Figur 9a in Funktion der Zeit; eine schematische Darstellung einer Lunge nach Beendigung einer Thoraxdrainage mit einem erfmdungsgemässen Fluidsammelbehälter;
eine schematische Darstellung des Drucks im Pleuraspalt nach Beendigung der erfmdungsgemässen Thoraxdrainage gemäss Figur 10a in Funktion der Zeit; eine schematische Darstellung eines erfmdungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer ersten Ausführungsform; eine schematische Darstellung eines erfmdungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer zweiten Ausführungsform; eine schematische Darstellung eines erfmdungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer dritten Ausfülirungsform;
Figur 14 eine schematische Darstellung eines erfmdungsgemässen Fluidsarnmel- behälters in einer vierten Ausführungsform;
eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Fluidsarnmel- behälters in einer fünften Ausführungsform; eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer sechsten Ausführungsform; eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer siebten Ausführungsform; eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer achten Ausrührungsform; eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer neunten Ausführungsform; eine schematische Darstellung des Drucks im Pleuraspalt während der erfindungsgemässen Thoraxdrainage bei Verwendung eines der Fluidsammelbehälter gemäss den Figuren 18 und 19 in Funktion der Zeit; eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Fluidsammel- behälters in einer zehnten Ausführungsform; eine schematische Darstellung des Drucks im Pleuraspalt während der erfindungsgemässen Thoraxdrainage bei Verwendung des Fluidsammel- behälters gemäss Figur 21 in Funktion der Zeit; eine schematische Darstellung einer Lunge mit einer damit verbundenen erfindungsgemässen Thoraxdrainagevorrichtung in einer zweiten Ausführungsform;
eine zur Figur 23a alternative Ausführungsform;
Figur 24a eine schematische Darstellung einer Lunge mit einer damit verbundenen
erfindungsgemässen Thoraxdrainagevorrichtung in einer dritten Ausführungsform und
Figur 24b eine konkretere Darstellung einer Variante gemäss der Ausführungsform nach Figur 24a.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Figur 1 zeigt, wie oben bereits erwähnt, eine Lunge während einer Thoraxdrainage. In Figur 2a ist die Situation während des Ausatmens dargestellt. Dabei sind in dieser und den nachfolgenden Figuren aus Gründen der Einfachheit nur noch der Drainageschlauch 4 und der Fluidsammelbehälter 3, nicht jedoch die Vakuumpumpe dargestellt. Diese ist jedoch selbstverständlich während der Drainage mit dem Fluidsammelbehälter 3 über die Saugleitung (hier nur mit einer einfachen Öffnung 2 dargestellt) verbunden.
Während des Ausatmens verkleinert sich die Lunge L, wie dies schematisch durch den Doppelpfeil in Figur 2a dargestellt ist. Der Doppelpfeil visualisiert die Dehnung der Lunge. Der Absolutdruck im Pleuraspalt verringert sich, d.h. die relative Druckdifferenz zum Atmosphärendruck wird geringer. Dies ist in Figur 2b mit dem Pfeil O dargestellt. Beim Ausatmen steigt der im Pleuraspalt herrschende Unterdruck in Richtung Atmosphärendruck an. In diesem Beispiel erreicht er -0.5 kPa.
Atmet der Patient nun während der Thoraxdrainage ein, so dehnt sich die Lunge L aus. Dies ist in Figur 3 a dargestellt. Das Volumen im Pleuraspalt wird ebenfalls grösser und zieht aufgrund der dadurch grösseren Druckdifferenz zum Atmosphärendruck, d.h. aufgrund des grösseren absoluten Unterdruckwerts, Luft aus dem Fluidsammelbehälter 3 in den Pleuraspalt. Dies in Figur 3 a mit dem rechteckigen Balken und der Bezugsziffer V dargestellt. Der negative Druckwert beim Einatmen ist in Figur 3b mit einem Pfeil I bezeichnet. Er beträgt in diesem Beispiel -2.5 kPa.
Ist der Drainageschlauch 4 abgeklemmt, wird die Saugpumpe abgeschaltet oder die gesamte Drainagevorrichtung entfernt, so bildet die Lunge mit dem Pleuraspalt wieder ein alleinstehendes System, wie dies in Figur 4a dargestellt ist. In Figur 4b zeigt Pfeil O
wiederum auf den Druckwert während des Ausatmens. Der Wert beträgt in diesem Beispiel unverändert -0.5 kPa. In Figur 5a ist die Situation beim Einatmen ohne Verbindung mit der Thoraxdrainage dargestellt. Da keine Luft vom Behälter in den Pleuraspalt hineingezogen werden kann, steigt der absolute Unterdruckwert im Pleuraspalt P stärker an. In diesem Beispiel auf -5.5 kPa. Die gestrichelt dargestellt Kurve in Figur 5b zeigt die Ausdehnung während der Thoraxdrainage. Die Lunge L kann sich ohne die Thoraxdrainage somit stärker ausdehnen. Die Gefahr einer Überdehnung der Lunge und somit eines Pneumothorax entsteht. Die Figuren 6a und 6b zeigen nochmals die Situation während der Thoraxdrainage, die Figuren 7a und 7b nach Beendigung der Thoraxdrainage. In Figur 7a ist ein Manometer M dargestellt, mit welchem der Druck im Pleuraspalt gemessen wird. Δρ bezeichnet dabei den Druckunterschied zwischen Einatmen und Ausatmen. Dabei steht p in dieser und analogen Darstellung für den Druck im Pleuraspalt und t für die Zeit.
Wie im Vergleich der Figuren 6b und 7b erkennbar ist, erfolgt die Erhöhung der Druckdifferenz nach Beendigung oder Unterbrücken der Drainage abrupt und unmittelbar.
Diese Situation soll nun mit der erfindungsgemässen Thoraxdrainagevorrichtung vermieden werden. Figur 8 zeigt deshalb eine erfindungsgemässe Thoraxdrainagevorrichtung gemäss einer ersten Ausführungsform. Diese Vorrichtung weist ebenfalls eine Saugeinrichtung, vorzugsweise eine Saug- oder Vakuumpumpe 1 auf, welche über eine Saugleitung mit einem Fluidsammelbehälter 3 verbunden ist. Vom Fluidsammelbehälter 3 führt ein Drainageschlauch 4 zum Pleuraspalt P eines Patienten. Anstelle einer motorisch betriebenen Vakuumpumpe 1 kann der Fluidsammelbehälter 3 auch an ein hausinternes Vakuumsystem des Spitals angeschlossen sein.
Der Fluidsammelbehälter 3 ist steif ausgebildet. Er kann aus einer oder mehreren Kammern bestehen. Die mindestens eine Kammer kann mit Rippen versehen sein, um ein Herumschwappen der abgesaugten Flüssigkeit zu begrenzen. Der Fluidsammelbehälter 3 weist eine Drainageöffnung 30 zur Verbindung mit dem Drainageschlauch 4 auf. Er weist ferner eine Saugöffnung 2 zur Verbindung mit der Saugpumpe 1 auf. Die Saugöffnung 2 ist vorzugsweise mit einem Rückschlagventil und/oder einem Bakterienfilter versehen, um
die Saugpumpe 1 vor Verunreinigungen zu schützen. Derartige Behälter sind im Stand der Technik hinlänglich bekannt. Der Fluidsammelbehälter 3 gemäss der Erfindung kann auch kleiner sein als im Stand der Technik dargelegt. Erfmdungsgemäss ist dieser an sich starr und mit unveränderbarem Innenvolumen ausgebildete Fluidsammelbehälter 2 mit einer Einrichtung 5 versehen, mit welcher die Härte des Fluidsammelbehälters 2 eingestellt werden kann. Dabei ist das System kurz nach der Operation bzw. bei Beginn der Drainage weich eingestellt und wird gegen Ende der Drainage immer härter und steifer, damit die Lunge sich an grössere Ausdehnungen gewöhnen kann.
Die Einrichtung umfasst eine an sich geschlossene Kammer mit einer zum Patienten führenden Öffnung. In der Ausführungsform gemäss Figur 9a weist diese Einrichtung 5 eine Membran 50 auf, welche einen Teil der Aussenwand des Fluidsammelbehälters 3 bildet. Der Fluidsammelbehälter bildet somit die oben genannte Kammer. Diese Membran 50 ist fluiddicht, insbesondere luftdicht, ausgebildet. Sie lässt sich mittels einer Feder 51 dehnen, wodurch sich ihre Härte, d.h. ihre eigene Federkraft, einstellen lässt. In Figur 9a sind drei Positionen 1, 2, 3 der Feder 51 und somit der Membran 50 schematisch dargestellt. In Figur 9b ist ersichtlich, wie sich der Druckverlauf im Pleuraspalt in Abhängigkeit dieser Federeinstellung ändert. Ist am Tag 1 die Feder 51 in der Position 3, so ist die Membran 50 kaum gedehnt und sehr weich. Der Fluidsammelbehälter 3 ändert bei erhöhter Druckdifferenz dank der flexiblen Membran 50 das Volumen, so dass genügend Luft in den Pleuraspalt P gelangen kann und eine Überdehnung der Lunge L verhindert wird.
Am zweiten Tag wird die Membran 50 etwas steifer gemacht, indem sie mehr gespannt wird, beispielsweise bis zur Position 2. Das Drainagesystem wird dadurch insgesamt härter bzw. steifer, da die Volumenänderung des Fluidsammelbehälters 3 begrenzt wird. Beim Einatmen gelangt nun weniger Luft vom Fluidsammelbehälter 3 in den Pleuraspalt P. Der Unterdruck im Pleuraspalt P kann sich vergrössern. Dies ist in Figur 9b in dem mit„Tag 2" bezeichneten Bereich erkennbar. Die Lunge L kann sich somit etwas mehr ausdehnen. Am dritten Tag wird die Membran 50 noch mehr gespannt und versteift, indem die Feder 51 in
die Position 1 gemäss Figur 9a gebracht wird. Der absolute Unterdruckwert im Pleuraspalt P kann sich noch stärker erhöhen, wie dies in Figur 9b im Bereich„Tag 3" erkennbar ist. Somit können die Druckverhältnisse im Pleuraspalt P und die Ausdehnung der Lunge L sukzessive an einen Zustand nach Beendigung der Thoraxdrainage überfuhrt werden, ohne dass abrupte Änderungen in der Druckdifferenz erhalten werden. Die Situation nach Beendigung der Thoraxdrainage ist in den Figuren 10a und 10b dargestellt. Wie erkennbar ist, ist Δρ2 gleich oder annähernd gleich Δρι.
Erfindungsgemäss wird somit die Belastung der Lunge L schrittweise erhöht bis die Drainage entfernt wird. Die Erhöhung kann, wie in diesem Beispiel beschrieben, täglich erfolgen. Sie kann jedoch auch in anderen Zeitabständen erfolgen und/oder von Phasen der Belastungsreduktion unterbrochen sein. Dies wird nach Massgabe des Heilungsvorgangs des individuellen Patienten durch das behandelnde medizinische Personal entschieden. Erfindungsgemäss wird vermieden, dass bei Beendigung und Entfernung der Drainage eine plötzliche Überdehnung der Lunge L erfolgen kann.
In Figur 11 ist die erwähnte erste Ausführungsform des erfindungsgemässen Fluidsammelbehälters 3 dargestellt. Die Bezugsziffer 30 bezeichnet die Öffnung zur Verbindung mit dem Drainageschlauch 4, die Bezugsziffer 2 die Saugöffnung zur Verbindung mit der Saugpumpe 1 bzw. der Saugleitung. In einer Wand 31 des ansonsten steif und mit unveränderbarem Innenvolumen ausgebildeten Fluidsammelbehälters 3 ist die Membran 50 befestigt. Die Membran 50 kann rechteckig, dreieckig, rund, oval oder in einer anderen Form ausgebildet sein. Sie ist fluiddicht ausgebildet. Vorzugsweise besteht sie aus Silikon.
Die Membran 50 ist hier entlang ihres äusseren Umfangs in der Wand 31 gehalten und fixiert. Sie kann beispielweise geklebt, verschweisst oder einstückig mit dieser im Mehrspritzgussverfahren hergestellt sein. Die Feder 51 ist vorzugsweise fest mit der Membran 50 verbunden und über einen verschiebbaren Anker 52 einstellbar. Der Anker 52 ist in seiner Stellung relativ zum Behälter 3 fixierbar und relativ zur Oberfläche der Membran 50 verschiebbar. Dies ist in der Figur mit dem Doppelpfeil dargestellt. Dies gilt auch für die nachfolgenden Beispiele,
welche einen Anker oder eine andere Fixierung aufweisen.
Der Anker 52 kann beispielsweise als Schieber oder Drehknopf ausgebildet bzw. mit einem derartigen Bedienungselement verbunden sein. Er ist beispielsweise ein Teil eines am Behälter angeordneten Zusatzkörpers. Ein derartiger Zusatzkörper ist in Figur 8 mit der Bezugsziffer 5 versehen.
Die mit gestrichelter Linie dargestellte Membran 50 in Figur 11 zeigt die Position der Membran beim Einatmen, die mit durchgezogenen Linien dargestellte Membran 50 die Position beim Ausatmen.
In Figur 12 ist eine zweite Ausführungsform dargestellt. Hier ist die Membran 50 über einen starren Verbindungsstab 520 mit dem in Richtung senkrecht zur Membranoberfläche verstellbaren Anker 52 verbunden. Auch hier lässt sich die Membran 50 in verschiedenen gedehnten Positionen fixieren, um ihre Federkraft und Härte bzw. Flexibilität einzustellen. Je weiter die Membran 50 vom Behälter 3 weggezogen und gedehnt ist, umso härter ist das Gesamtsystem. Die gestrichelt dargestellte Membran zeigt wiederum ihre Position beim Einatmen, die mit durchgezogenen Linien dargestellte Membran 50 zeigt die Position beim Ausatmen.
In Figur 13 ist eine dritte Ausführungsform dargestellt. Die Membran 50 ist hier parallel zu ihrer Oberfläche einstellbar; d.h. sie wird parallel zu ihrer Oberfläche gespannt bzw. entspannt. Dies ist mit dem Doppelpfeil dargestellt. Auch dies lässt sich über Betätigungsmittel wie beispielsweise einen Schieber oder einen Drehknopf ermöglichen. Hier gilt dasselbe, je mehr die Membran gedehnt ist, umso härter bzw. steifer ist das Gesamtsystem. Die gestrichelt dargestellte Membran zeigt wiederum die Situation beim Einatmen.
In der Ausführungsform gemäss Figur 14 ist ein Befestigungselement 32, mit welchem die Membran 50 in der Wand 31 des Behälters 3 gehalten ist, verschiebbar, so dass die Membran 50 unterschiedlich stark gedehnt ist. Das Befestigungselement 32 kann wie hier dargestellt als Schieber oder Schlitten ausgebildet sein. Es kann sich auch beispielsweise in Form einer Blende öffnen und schliessen lassen. Im Übrigen gilt dasselbe wie bei der
Ausführungsform gemäss Figur 13.
In der Ausführungsform gemäss Figur 15 ist ein Teil einer Wand 31 des Behälters 3 starr aber verschiebbar ausgebildet. Dieser Teil bildet einen Kolben 54, welcher in einem zur Atmosphäre hin offenen Kolbengehäuse 55 gehalten ist. Der Kolben 54 ist nach aussen abgedichtet. Hier ist beispielsweise nach ein Dichtring 56 auf der Aussenseite des Kolbens 54 angeordnet. Dieser Kolben 54 ist wiederum über die Feder 51 mit einem verstellbaren Anker 52 verbunden. Die Verschiebbarkeit des Kolbens 54 und somit die Härte bzw. Flexibilität des Behälters 3 lässt sich wiederum durch die Stellung des Ankers 52 einstellen. Die Feder 51 ermöglicht hier die Flexibilität des Behälters 3 beim Ein- und Ausatmen. D.h. der Kolben 54 bewegt sich in Richtung Innenraum des Behälters 3, wenn beim Einatmen die Saugkraft des Vakuums im Innenraum grösser ist als die Federkraft. Die Stellung des Ankers 52 beeinflusst die Härte des Systems. Die bisher beschriebenen Ausführungsformen lassen sich am Behälter 3 anordnen. Sie lassen sich auch in einem separaten Zwischenbehälter zwischen Behälter 3 und Drainageschlauch 4 oder zwischen Saugpumpe 1 und Behälter 3 ausbilden.
In den Ausführungsformen gemäss den Figuren 16 und 17 wird die Systemhärte der Drainagevorrichtung ebenfalls durch Veränderung des Behältervolumens erzeugt, jedoch ohne den Fluidsammelbehälter 3 selber teilweise flexibel auszugestalten.
Im Fluidsammelbehälter 3 gemäss Figur 16 ist ein flexibler Einsatzbehälter 57 angeordnet. Er kann z.B. ein Beutel sein. Dieser Einsatzbehälter ist über eine Einfüllöffnung 571 mit der Aussenseite des Fluidsammelbehälters 3 verbunden. Die Einfüllöffnung 571 ist mit einem Verschluss 570 verschliessbar. In diesen Einsatzbehälter 57 lässt sich ein inkompressibles Fluid, z.B. Wasser, in vorbestimmter Menge einfüllen, damit der Einsatzbehälter 57 ein vordefiniertes Volumen innerhalb des Fluidsammelbehälters 3 einnimmt. Dadurch wird das für den Druckausgleich mit dem Pleuraspalt zur Verfügung stehende Luftvolumen des Fluidsammelbehälters 3 kleiner und das System wird härter. Bei zunehmender Heilung wird der Einsatzbehälter 57 mehr gefüllt, um die Lunge auf die Beendigung der Drainage vorzubereiten.
In der Ausführungsform gemäss Figur 16 weist der Fluidsammelbehälter 3 eine innere Trennwand 33 auf, welche den Einsatzbehälter 57 vom restlichen Innenraum abgrenzt. Dabei ist ein Luftaustausch zwischen den Teilbereichen im Innern des Fluidsammelbehälters 3 nach wie vor möglich. Diese Trennwand 33 ist optional. Der Einsatzbehälter 57 kann auch in einem anderem oder dem einzigen Innenraum des Fluidsammelbehälters 3 angeordnet sein.
In der Ausführungsform gemäss Figur 17 ist ein Erweiterungsbehälter 58 vorhanden, welcher über eine Luftaustauschöffnung 34 mit dem Fluidsammelbehälter 3 verbunden ist. Vorzugsweise lässt sich der Erweiterungsbehälter 58 auf den Fluidsammelbehälter 3 aufstecken oder anderweitig an ihm befestigen. Der Erweiterungsbehälter 58 kann wie der Fluidsammelbehälter 3 steif und starr ausgebildet sein. Vorzugsweise ist er jedoch flexibel ausgebildet, so dass sich sein Volumen dem im Innern der Behälter herrschenden Unterdruck mindestens teilweise anpasst. Zu Beginn der Drainage ist ein derartiger Erweiterungsbehälter vorhanden. Er kann im Verlauf der Drainage durch einen kleineren Erweiterungsbehälter ersetzt werden. Zum Schluss der Drainage wird vorzugsweise nur noch der Fluidsammelbehälter 3 verwendet, wobei die Luftaustauschöffnung 34 dann luftdicht verschlossen wird. In den Figuren 18 und 19 sind Ausführungsformen dargestellt, welche eine schnelle aktive Regulierung des Unterdrucks im Pleuraspalt ermöglichen. Am Fluidsammelbehälter 3 gemäss Figur 18 ist ein Balg 59 angeordnet, welcher gegenüber dem Innenraum des Fluidsammelbehälters 3 offen und gegenüber der Umwelt geschlossen ausgebildet ist. Dieser Balg 59 weist eine steife Wand 590 auf, welche sich mittels eines Ankers 52 zum Innenraum des Behälters 3 hin und von diesem weg bewegen lässt. Dadurch lässt sich das Innenvolumen des Balgs 59 verändern. Die Bewegung des Ankers 52 und des Balgs 59 kann manuell erfolgen, wobei die Wand 590 je nach Heilungsstadium in einem unterschiedlichen Abstand zum Innenraum fixiert ist und so die Härte des Drainagesystems eingestellt ist. Je näher die Wand 590 beim Fluidsammelbehälter 3 liegt und somit je kleiner das Innenvolumen des Balgs 59 ist, umso härter ist das Gesamtsystem.
Eine aktive Regulierung lässt sich erreichen, indem der Anker mit einem Elektromotor verbunden ist und über eine Steuerung bewegt wird. Dabei kann er in Abhängigkeit des
Heilungsprozesses an eine feste Position gebracht werden und dort über mehrere Stunden so verbleiben. Vorzugsweise wird jedoch der Druck im Drainageschlauch oder einer dazu parallelen Hilfsleitung oder im Fluidsammelbehälter überwacht. Der erhaltene Sensorwert gib Auskunft über die Druckänderung. Der Anker wird nach Massgabe dieser überwachten Druckänderung bewegt. D.h. wird zu stark eingeatmet und ist eine Druckdifferenzspitze zu erwarten, so wird die Wand 590 zum Behälter 3 hin bewegt und der Balg 59 verkleinert. Luft wird vom Fluidsammelbehälter 3 zum Pleuraspalt P gefördert. Dies ist in der Figur 18 mit gestrichelten Linien dargestellt. Dadurch lassen sich die in Figur 20 gestrichelt dargestellten Druckdifferenzspitzen beim Einatmen reduzieren bzw. gezielt herbeiführen, wie dies im Vergleich mit der mit durchgehender Linie dargestellten stärker gedämpften Druckveiiaufskurve erkennbar ist.
Dasselbe Resultat gemäss Figur 20 lässt sich auch mit der Ausführungsform gemäss Figur 19 erreichen. Hier ist wiederum ein flexibler Einsatzbehälter 57, hier ein Ballon, im Fluidsammelbehälter 3 angeordnet. Der Einsatzbehälter 57 weist eine nach aussen weisende Öffnung 571 auf, wobei diese in diesem Fall mit einem nicht dargestellten Ventil versehen ist. Durch diese Öffnung 571 wird Luft in den Einsatzbehälter 57 eingeblasen und abgesaugt, vorzugsweise ebenfalls nach Massgabe einer gemessenen Druckänderung und vorzugsweise pneumatisch. Die Luft wird bei zu tiefem Einatmen eingeblasen und bei Normalisierung der Situation, d.h. bei wieder flacher Atmung falls notwendig wieder abgesaugt. Durch Wahl der abgesaugten oder eingeblasenen Luftmenge lassen sich auch Druckdifferenzspitzen herbeiführen.
Ein Einsatzbehälter 57 ist nicht zwingend notwendig. Die Luft kann auch direkt in den Fluidsammelbehälter 3 eingeblasen und aus diesem abgesaugt werden.
In der Ausführungsform gemäss Figur 21 ist ein manuell oder elektronisch betätigbares Ventil 53 vorhanden, welches sich bei einem vordefinierten Grenzdruck im Innenraum des Fluidsammelbehälters 3 öffnet. Dadurch kann Luft von aussen in den Fluidsammelbehälter 3 strömen und die Druckdifferenz in Bezug auf die Atmosphäre reduzieren. Mit zunehmender Heilung der Lunge wird der Grenzdruck anders eingestellt, so dass das Ventil 53 erst bei einer grösseren Druckdifferenz öffnet. So kann das Ventil 53 zum Beispiel am ersten Tag bei einem im Behälter 3 herrschenden Unterdruck von -2 kPa
öffnen, am zweiten Tag bei -4 kPa und am dritten Tag bei -6 kPa. In Figur 22 ist der Druckverlauf im Pleuraspalt beim Ein- und Ausatmen dargestellt, welche das Ergebnis einer derartigen Ventileinstellung widerspiegelt. Die oben beschriebenen statischen Ausführungsformen gemäss den Figuren 11 bis 15 sowie 21 lassen sich analog ebenfalls automatisch betätigen. Sie lassen sich auch mit einer Steuerung versehen, um nach Massgabe von Druckmesswerten eine automatische aktive Regulierung der Härte des Drainagesystems zu erzielen, um das Resultat gemäss Figur 20 zu erhalten.
Diese aktive Regelung ist nicht nur in Vorbereitung einer Beendigung der Thoraxdrainage vorteilhaft. Sie dient auch dazu, abrupte Spitzen bei einem unbeabsichtigten zu tiefen Einatmen generell zu verhindern und das Risiko eines unvorbereiteten Unterbruchs der Drainage, z.B. beim Abklemmen des Drainageschlauchs oder beim unbeabsichtigten Unterbruch der Saugpumpe, zu vermeiden. Droht eine Druckdifferenzspitze beim Einatmen, so wird das Gesamtsystem weicher gemacht, um die Druckdifferenzspitze im Pleuraspalt zu glätten und die übermässige Lungenausdehnung zu verhindern.
Die oben beschriebenen Beispiele betreffen Veränderungen im oder am Fluidsammelbehälter 3. Dieselben Änderungen lassen sich auch im Gehäuse der Saugpumpe 1 anbringen: d.h. es lassen sich zum Beispiel Druckausgleichsbehälter 6 oder Ventile am Saugschlauch 2 oder am Vakuumanschluss der Saugpumpe 1 anbringen, wobei der Druckausgleichsbehälter 6 mit den oben beschriebenen Membranen, Einsatzbehältern oder Balgen versehen sein kann. Dies ist in Figur 23 a dargestellt. Des Weiteren lassen sich derartige Einrichtungen 5 zur Dämpfung von Druckdifferenzen auch in einem Gehäuse 10 der Saugpumpe 1 anordnen, wobei die Verbindung mit dem Fluidsammelbehälter 3 über die Säugöffnung, oder wie in Figur 23b dargestellt, über eine zusätzliche Öffnung des Fluidsammelbehälters 3 erfolgt. Es bestehen zudem auch noch andere Anordnungsmöglichkeiten. Gleiche Teile sind in Figur 23b mit gleichen Bezugsziffern wie bisher bezeichnet.
Ebenso kann der Drainageschlauch 4 mit einer Abzweigungsleitung 7 versehen sein, welcher zu einem derartigen Ausgleichsbehälter 6 oder Ventil führt. Dies ist in Figur 24a
dargestellt. Eine konkrete Anordnung in einem Gehäuse 10 einer Pumpe 1 ist in Figur 24b gezeigt, wobei die Einrichtung 5 zur Dämpfung dargestellt ist, nicht jedoch ein diese umgebendes Gehäuse 6. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern dargestellt. Die hier beschriebenen Beispiele funktionieren auch mit geregelten Saugpumpen, welche den Unterdruck im Drainagesystem überwachen und regeln. Beispielsweise kann dieser Unterdruck in der Kavität, d.h. im Pleuraspalt, im Drainageschlauch, in einer Hilfsleitung oder im Fluidsammelbehälter überwacht werden. Grund hierfür ist, dass die mittels der Saugpumpe erfolgenden Regelungen zu langsam sind, um die Druckänderungen zwischen Einatmen und Ausatmen auszugleichen. Die erfmdungsgemässe einstellbare Härte des Systems ermöglicht jedoch statische und dynamische Kompensationen, welche genügend schnell sind, um die Lunge so zu trainieren, dass beim Beenden der Drainage keine abrupten Differenzdrücke entstehen und die Lunge somit geschont wird. Das erfmdungsgemässe System verhindert ein abruptes Ausdehnen der Lunge und ermöglicht so ein optimales Training der Lunge für den Zeitpunkt der Beendigung einer Thoraxdrainage.
BEZUGSZEICHENLISTE Saugpumpe 53 Ventil
Gehäuse 54 Kolben
55 Kolbengehäuse
Saugöffnung 56 Dichtring
57 Einsatzbehälter
Fluidsammelbehälter 570 Verschluss
Drainageöffnung 571 Einfüllöffnung
Wand 58 Erweiterungsbehälter Befestigungselement 59 Balg
Trennwand 590 Wand
Luftaustauschöffnung
Druckausgleichsbehälter Drainageschlauch
Abzweigungsleitung Einrichtung zur Einstellung
der Härte einer L Lunge
Thoraxdrainagevorrichtung P Pleuraspalt
Membran O Druck beim Ausatmen Feder I Druck beim Einatmen Anker M Manometer
Verbindungsstab