Beschreibung
ANORDNUNG MIT EINER SICHERUNGSTECHNISCHEN ANLAGE SOWIE VERFAHREN ZU DEREN GESCHÜTZTEM BETRIEB MITTELS FERNABFRAGE
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung mit einer technischen Anlage, insbesondere einer sicherungstechnischen Anlage, und einer die Anlage steuernden Steuereinrichtung, die mittels Steuerbefehlen den technischen Zustand der Anlage verändern kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung an¬ zugeben, die ein Abfragen von Daten aus der Steuereinrichtung mittels einer externen Fernabfrageeinrichtung ermöglicht, je- doch eine Manipulation der Steuereinrichtung von außen in zuverlässiger Weise verhindert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Anordnung mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Anordnung sind in Unteransprüchen angegeben.
Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass an die Steuereinrichtung eine Schnittstelleneinrichtung angeschlossen ist, die eine externe Schnittstelle zum Anschluss an eine externe Fernabfrageeinrichtung bildet, wobei die Schnittstelleneinrichtung eine Prüfeinrichtung aufweist, die derart ausgestal¬ tet ist, dass sie ein empfangenes Fernabfragesignal auf das Vorliegen eines in der Schnittstelleneinrichtung als zulässig abgespeicherten Abfragebefehls prüft und im Falle der Zuläs- sigkeit allein den Abfragebefehl an die Steuereinrichtung weiterleitet und das Weiterleiten des Fernabfragesignals als solches oder aller anderen Steuerbefehle, die keine als zu¬ lässig abgespeicherten Abfragebefehle sind, blockiert.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Anordnung ist darin zu sehen, dass die Schnittstelleneinrichtung eine Fernabfrage von Anlagendaten aus der Steuereinrichtung und damit
der technischen Anlage insgesamt ermöglicht, ohne dabei die Sicherheit des Betriebs der technischen Anlage zu gefährden; denn die Schnittstelleneinrichtung unterbindet ein unmittelbares Einspeisen von Steuersignalen oder Steuerbefehlen in die Steuereinrichtung bzw. die technische Anlage. Erfindungs¬ gemäß erfolgt nach Empfang eines Fernabfragesignals zunächst eine Überprüfung auf das Vorliegen eines als zulässig abge¬ speicherten Abfragebefehls und - nur falls ein solcher von der Schnittstelleneinrichtung erkannt wurde - eine mittelbare Weitergabe allein des jeweiligen Abfragebefehls an die Steu¬ ereinrichtung. Ein Fernabfragesignal als solches erreicht die Steuereinrichtung also nicht.
Insbesondere auf dem Gebiet der Eisenbahntechnik müssen hohe Sicherheitsanforderungen erfüllt werden; demgemäß wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die sicherungstechnische Anlage eine Eisenbahnanlage ist und die Steuerbefehle, die den tech¬ nischen Zustand der Anlage verändern würden, solche sind, die den Betriebszustand der Eisenbahnanlage verändern würden.
Mit Blick auf eine besonders gute Entkopplung zwischen der Steuereinrichtung und der externen Fernabfrageeinrichtung wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Schnittstelleneinrichtung zwei- oder mehrstufig ist und zwei oder mehr Schnittstellenmodule aufweist, die über Schnittstellen kas- kadiert hintereinander geschaltet sind, wobei zwischen zumindest zweien der Schnittstellenmodule eine Signalübertragung mit einem anderen Übertragungsstandard oder auf der Basis ei¬ nes anderen Paketprotokolls erfolgt als die Kommunikation zwischen der Schnittstelleneinrichtung und der Fernabfrageeinrichtung .
Vorteilhaft ist es, wenn das in der Kaskade erste Schnitt¬ stellenmodul, das mit der externen Fernabfrageeinrichtung in Verbindung steht, derart ausgestaltet ist, dass es bei Vor¬ liegen eines Fernabfragesignals, das einen als zulässig er¬ kannten Abfragebefehl erhält, ausschließlich den Abfragebefehl an das in der Kaskade nächste Schnittstellenmodul wei-
terleitet, und zwar unter Paketprotokolländerung oder auf der Basis einer paketfreien Signalübertragung (also unter völligen Wegfalls eines Paketprotokolls) . Bei einer als besonders vorteilhaft angesehenen Ausgestaltung der Anordnung ist vorgesehen, dass die Schnittstelleneinrichtung ein internes Schnittstellenmodul und ein externes
Schnittstellenmodul aufweist, die jeweils eine interne
Schnittstelle und eine externe Schnittstelle aufweisen, das interne Schnittstellenmodul mittels seiner internen Schnitt¬ stelle - nachfolgend erste Schnittstelle genannt - mit der Steuereinrichtung und mittels seiner externen Schnittstelle - nachfolgend zweite Schnittstelle genannt - mit einem vor¬ geordneten Schnittstellenmodul der Modulkaskade, im Falle zweier Schnittstellenmodule dem externen Schnittstellenmodul, verbunden ist, das externe Schnittstellenmodul mittels seiner internen Schnittstelle - nachfolgend dritte Schnittstelle ge¬ nannt - mit der Schnittstelle eines nachgeordneten Schnitt¬ stellenmoduls, im Falle zweier Schnittstellenmodule mit dem internen Schnittstellenmodul, verbunden ist, und mittels sei¬ ner externen Schnittstelle - nachfolgend vierte Schnittstelle genannt - mit der Fernabfrageeinrichtung verbindbar ist, und die Prüfeinrichtung in dem externen Schnittstellenmodul enthalten ist.
Die Prüfeinrichtung ist vorzugsweise in dem externen Schnittstellenmodul enthalten.
Mit Blick auf eine wirkungsvolle Entkopplung zwischen der Steuereinrichtung und der externen Abfrageeinrichtung wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die vierte Schnittstelle eine paketorientierte Schnittstelle ist, die eine protokollbasier¬ te Kommunikation mit der Fernabfrageeinrichtung auf der Basis eines vorgegebenen externen Paketprotokolls durchführt, und die Datenübertragung zwischen zumindest zweien der Schnittstellenmodule, im Falle zweier Schnittstellenmodule zwischen der zweiten und dritten Schnittstelle, auf einer internen paketfreien Signalübertragung basiert oder auf einem internen
Paketprotokoll beruht, das sich von dem externen Paketproto¬ koll unterscheidet.
Das interne Schnittstellenmodul ist vorzugsweise derart aus- gestaltet, dass es - bei Vorliegen eines Abfragebefehls an seiner zweiten Schnittstelle - den Abfragebefehl an die erste Schnittstelle und damit an die Steuereinrichtung weiterlei¬ tet, und zwar auf der Basis eines dritten Paketprotokolls, das sich von dem internen Paketprotokoll und/oder dem exter- nen Paketprotokoll unterscheidet, oder auf der Basis einer paketfreien Signalübertragung, die sich von der internen paketfreien Signalübertragung unterscheidet.
Die Steuereinrichtung kann bei Vorliegen eines Abfragebefehls die angefragten Daten über die Schnittstelleneinrichtung an die externe Fernabfrageeinrichtung übermitteln.
Bei einer besonders bevorzugten Variante ist vorgesehen, dass parallel zu zumindest dem in der Kaskade - von der Fernabfra- geeinrichtung aus gesehen - letzten Schnittstellenmodul, also demjenigen, das mit der Steuereinrichtung in Verbindung steht, - insbesondere dem internen Schnittstellenmodul im Falle von zwei Schnittstellenmodulen - oder parallel zu der Schnittstelleneinrichtung insgesamt eine Datendiode geschal- tet ist und die Steuereinrichtung bei Vorliegen eines Abfra¬ gebefehls die angefragten Daten über die Datendiode und damit an dem mit der Steuereinrichtung verbundenen Schnittstellenmodul , - insbesondere dem internen Schnittstellenmodul im Falle von zwei Schnittstellenmodulen - oder an der Schnitt- Stelleneinrichtung insgesamt vorbei an die externe Fernabfra¬ geeinrichtung übermittelt. Durch ein Vorbeileiten der Daten an der Schnittstelleneinrichtung insgesamt oder an zumindest einem der Schnittstellenmodule lässt sich in vorteilhafter Weise eine hohe Übertragungsrate der Daten erreichen, weil kommerziell erhältliche Datendioden üblicherweise für hohe Übertragungsraten ausgelegt sind.
Mit Blick auf eine Durchführung von Updates aus der Ferne wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Schnittstelleneinrichtung einen Signaturspeicher zur Abspeicherung einer oder mehrerer als gültig angesehener Signaturen aufweist, und die Schnittstelleneinrichtung derart ausgestaltet ist, dass sie ein an ihrer externen Schnittstelle empfangenes Software¬ update auf das Vorliegen einer oder mehrerer als gültig abge¬ speicherter Signaturen prüft, bei erfolgreicher Signaturprüfung das Softwareupdate ausführt und bei erfolgloser Signa- turprüfung die Ausführung des Softwareupdates unterlässt.
Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf ein Verfahren zum Betreiben einer Anordnung, die eine technische Anlage, insbesondere sicherungstechnische Anlage, und eine die Anlage steuernde Steuereinrichtung, die mittels Steuerbefehlen den technischen Zustand der Anlage verändern kann, aufweist.
Bezüglich eines solchen Verfahrens ist erfindungsgemäß vorge¬ sehen, dass mittels einer externen Fernabfrageeinrichtung ein Fernabfragesignal an eine der Steuereinrichtung vorgeordnete Schnittstelleneinrichtung gesendet wird, die Schnittstelleneinrichtung prüft, ob das Fernabfragesignal einen in der Schnittstelleneinrichtung als zulässig abgespeicherten Abfragebefehl zur Abfrage von Anlagendaten enthält, falls ein als zulässig abgespeicherter Abfragebefehl im Fernabfragesignal enthalten ist, dieser Abfragebefehl an die Steuereinrichtung weitergeleitet wird und andernfalls eine Weiterleitung unter¬ bleibt, und im Falle eines zulässigen Abfragebefehls die an¬ gefragten Daten an die externen Fernabfrageeinrichtung über- mittelt werden.
Bezüglich der Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Anordnung verwiesen.
Vorteilhaft ist es, wenn vor der Weiterleitung des Abfragebe¬ fehls an die Steuereinrichtung dieser von einem externen Schnittstellenmodul der Schnittstelleneinrichtung zunächst an
ein internes Schnittstellenmodul der Schnittstelleneinrichtung übermittelt wird, und zwar unter Paketprotokolländerung oder auf der Basis einer paketfreien Signalübertragung und der Abfragebefehl von dem internen Schnittstellenmodul der Schnittstelleneinrichtung an die Steuereinrichtung weitergeleitet wird.
Das interne Schnittstellenmodul führt das Weiterleiten des Abfragebefehls an die Steuereinrichtung vorzugsweise auf der Basis eines dritten Paketprotokolls durch, das sich von dem internen Paketprotokoll und/oder dem externen Paketprotokoll unterscheidet, oder auf der Basis einer paketfreien Signal¬ übertragung, die sich von der internen paketfreien Signalübertragung unterscheidet.
Auch ist es vorteilhaft, wenn parallel zu zumindest dem in der Kaskade - von der Fernabfrageeinrichtung aus gesehen - letzten Schnittstellenmodul, also demjenigen, das mit der Steuereinrichtung in Verbindung steht, - insbesondere also dem internen Schnittstellenmodul im Falle von zwei Schnitt¬ stellenmodulen -, oder parallel zu der Schnittstelleneinrichtung insgesamt eine Datendiode geschaltet ist und die Daten¬ diode derart gepolt ist, dass Daten in Richtung der externen Fernabfrageeinrichtung gesendet werden können, und bei Vor- liegen eines Abfragebefehls die angefragten Daten über die
Datendiode und damit an dem mit der Steuereinrichtung verbundenen Schnittstellenmodul - insbesondere dem internen
Schnittstellenmodul im Falle von zwei Schnittstellenmodulen - oder an der Schnittstelleneinrichtung insgesamt vorbei an die externe Fernabfrageeinrichtung übermittelt werden.
Zur Durchführung eines Softwareupdates wird vorzugsweise eine Softwareupdatedatei signiert, und zwar auf der Basis einer oder mehrerer in der Schnittstelleneinrichtung als gültig ab- gespeicherter Signaturen. Die signierte Softwareupdatedatei wird vorzugsweise an die Schnittstelleneinrichtung übertra¬ gen, die die Softwareupdatedatei auf das Vorliegen einer oder mehrerer als gültig abgespeicherter Signaturen prüft. Bei er-
folgreicher Signaturprüfung wird das in der Softwareupdatedatei enthaltene Softwareupdate ausgeführt und bei erfolgloser Signaturprüfung wird die Ausführung des Softwareupdates unterlassen .
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispie¬ len näher erläutert; dabei zeigen beispielhaft
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung mit ei- ner technischen Anlage und einer die Anlage steu¬ ernden Steuereinrichtung, wobei zum Zwecke einer Fernabfrage die Steuereinrichtung mit einer Schnittstelleneinrichtung in Verbindung steht, ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der parallel zur Schnittstelleneinrichtung eine Datendiode parallelgeschaltet ist,
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der eine Schnittstelleneinrichtung einen Signaturspeicher zur Speicherung von Signaturen aufweist,
Figur 4 ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der eine Schnittstelleneinrichtung durch eine Kaskade hintereinander geschalteter Schnittstellenmodule gebildet ist,
Figur 5 ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der eine Schnittstelleneinrichtung eine Kaskade von Schnittstellenmodulen aufweist und zu der Kaskade eine Datendiode parallelgeschaltet ist,
Figur 6 die Anordnung gemäß Figur 5, wobei zusätzlich ein
Signaturspeicher in der Schnittstelleneinrichtung vorgesehen ist,
Figur 7 ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der eine Schnittstelleneinrichtung durch eine Kaskade
hintereinander geschalteter Schnittstellenmodule gebildet ist und eine Datendiode vorhanden ist, die einen Datenfluss von der Steuereinrichtung in eines der Schnittstellenmodule der Schnittstelleneinrich- tung erlaubt, und
Figur 8 ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, die vom
Aufbau der Anordnung gemäß Figur 7 entspricht, wo¬ bei in der Schnittstelleneinrichtung zusätzlich ein Signaturspeicher vorhanden ist.
In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten stets dieselben Bezugszeichen verwendet .
Die Figur 1 zeigt eine Anordnung mit einer technischen Anlage 10, bei der es sich beispielsweise um eine Eisenbahnanlage handeln kann. Die technische Anlage 10 steht mit einer Steu¬ ereinrichtung 20 in Verbindung, die die technische Anlage 10 mittels Steuerbefehlen SB steuern und den Zustand der technischen Anlage mittels der Steuerbefehle SB verändern kann. Bei der Steuereinrichtung 20 kann es sich beispielsweise um einen Stellwerksrechner eines Eisenbahnstellwerks oder einen Leit¬ stellenrechner einer Eisenbahnleitstelle handeln.
Mit der Steuereinrichtung 20 steht eine Schnittstelleneinrichtung 30 in Verbindung, die eine externe Schnittstelle zum Anschluss an eine externe Fernabfrageeinrichtung 40 bildet. Die Schnittstelleneinrichtung 30 ermöglicht es, mittels der Fernabfrageeinrichtung 40 Fernabfragebefehle über die
Schnittstelleneinrichtung 30 an die Steuereinrichtung 20 zu senden, um eine Übermittlung angefragter Daten D zu initiieren . Die Schnittstelleneinrichtung 30 weist eine Prüfeinrichtung 31 auf, die geeignet ist, eingehende Fernabfragesignale
FAS (AB) auszuwerten, darin enthaltene Abfragebefehle AB zu erkennen und diese, sofern sie zulässig sind bzw. als zuläs-
sig erkannt werden, an die Steuereinrichtung 20 weiterzulei¬ ten, damit die mittels des Abfragebefehls AB angefragten Da¬ ten D von der Steuereinrichtung 20 über die Schnittstelleneinrichtung 30 zur Fernabfrageeinrichtung 40 übermittelt wer- den können. Zur Prüfung der Abfragebefehle AB weist die Prüf- einrichtung 31 einen Speicher 32 auf, in dem alle als zulässig angesehenen Abfragebefehle abgespeichert sind.
Die Anordnung gemäß Figur 1 kann beispielsweise wie folgt be- trieben werden.
Zur Abfrage von Daten D aus der Steuereinrichtung 20 wird ein Fernabfragesignal FAS (AB) mittels der Fernabfrageeinrichtung 40 in eine externe Schnittstelle 30ex der Schnittstellenein- richtung 30 eingespeist. Das Fernabfragesignal FAS (AB) ge¬ langt zu der Prüfeinrichtung 31, die das Fernabfragesignal FAS (AB) auf einen darin enthaltenen Abfragebefehl AB untersucht . Wird ein solcher Abfragebefehl AB identifiziert, so wird geprüft, ob der jeweilige Abfragebefehl AB als zulässig angesehen wird. Hierzu greift die Prüfeinrichtung 31 auf den Speicher 32 zurück, in dem alle als zulässig angesehenen Abfragebefehle abgespeichert sind. Mit anderen Worten ver¬ gleicht die Prüfeinrichtung 31 den im Fernabfragesignal
FAS (AB) enthaltenen Abfragebefehl AB mit den im Speicher 32 enthaltenen Abfragebefehlen und leitet den jeweiligen Abfragebefehl AB über die interne Schnittstelle 30in der Schnitt¬ stelleneinrichtung 30 an die Steuereinrichtung 20 weiter, wenn der Abfragebefehl in dem Speicher 32 aufgefunden wurde und demgemäß zulässig ist. Wird im Speicher 32 kein entspre- chender Eintrag gefunden, so schließt die Prüfeinrichtung 31 daraus, dass der Abfragebefehl AB ungültig ist und nicht wei¬ tergeleitet werden kann.
Geht bei der Steuereinrichtung 20 der Abfragebefehl AB von der Schnittstelleneinrichtung 30 ein, so wird die Steuereinrichtung 20 die angefragten Daten D über die Schnittstelleneinrichtung 30 an die Fernabfrageeinrichtung 40 übermitteln.
Die Schnittstelleneinrichtung 30 gemäß Figur 1 ermöglicht somit eine Fernabfrage von Daten D der technischen Anlage 10 mittels der Fernabfrageeinrichtung 40, sofern im Rahmen der Fernabfrage zulässige Abfragebefehle übermittelt werden, aber sie blockiert jedwedes unmittelbares Einspeisen von Steuerbe¬ fehlen oder Abfragebefehlen AB in die Steuereinrichtung 20. Die Steuereinrichtung 20 wird somit durch die Schnittstelleneinrichtung 30 vor einem unmittelbaren bzw. direkten Zugriff seitens der Fernabfrageeinrichtung 40 geschützt.
Die Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Anlage, bei der eine Datendiode 50 parallel zur Schnittstellenein¬ richtung 30 geschaltet ist. Die Datendiode 50 ermöglicht eine unidirektionale Datenübertragung von der Steuereinrichtung 20 in Richtung der Fernabfrageeinrichtung 40, aber sie blockiert jegliche Übertragung von Signalen oder Daten in umgekehrter Richtung, hier also von der Fernabfrageeinrichtung 40 in Richtung zu der Steuereinrichtung 20. Die Steuereinrichtung 20 ist somit durch die Datendiode 50 vor einem unmittelbaren Zugriff der Fernabfrageeinrichtung 40 geschützt.
Wird nun mittels der Fernabfrageeinrichtung 40 ein zulässiger Abfragebefehl AB mittels eines Fernabfragesignals FAS (AB) an die Schnittstelleneinrichtung 30 übertragen, so wird die Schnittstelleneinrichtung 30 den Abfragebefehl AB an die
Steuereinrichtung 20 weiterleiten. Die Steuereinrichtung 20 wird die angefragten Daten D über die Datendiode 50 an die Fernabfrageeinrichtung 40 übermitteln. Ein Vorteil der Anordnung gemäß Figur 2 besteht darin, dass bei entsprechender Ausgestaltung der Datendiode eine höhere Datenübertragungsrate erreicht werden kann als bei der Anord¬ nung gemäß Figur 1, bei der die Daten D über die bidirektio¬ nal betriebene Schnittstelleneinrichtung 30 weitergeleitet werden.
Im Übrigen gelten die Ausführungen im Zusammenhang mit der Figur 1 bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 entspre¬ chend . Die Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der die Schnittstelleneinrichtung 30 zusätzlich mit einem Signaturspeicher 33 ausgestattet ist. In dem Signaturspeicher 33 sind als gültig angesehene Signaturen gespeichert. Anhand der in dem Signaturspeicher 33 gespeicherten Signaturen kann die Prüfeinrichtung 31 feststellen, ob eine an der externen Schnittstelle 30ex der Schnittstelleneinrichtung 30 eingehende signierte Software-Update-Datei korrekt signiert ist und das in der signierten Software-Update-Datei enthalte- ne Software-Update ausgeführt werden darf.
Die Anordnung gemäß Figur 3 kann beispielsweise wie folgt be¬ trieben werden: Soll die Schnittstelleneinrichtung 30 und/oder die Steuereinrichtung 20 upgedatet werden, so wird eine das entsprechende Software-Update für die Schnittstelleneinrichtung 30 bzw. die Steuereinrichtung 20 enthaltende Software-Update-Datei er¬ zeugt. Anschließend wird die Software-Update-Datei signiert, wobei eine signierte Software-Update-Datei erzeugt wird. Die signierte Software-Update-Datei ist in der Figur 3 mit dem Bezugszeichen SUD(sig) gekennzeichnet.
Die Prüfeinrichtung 31 wird die an ihrer externen Schnitt- stelle 30ex eingehende signierte Software-Update-Datei
SUD(sig) auf eine korrekte Signatur prüfen, wobei sie die im Signaturspeicher 33 gespeicherten Signaturen berücksichtigt. Stellt sie fest, dass die Software-Update-Datei SUD(sig) mit einer im Signaturspeicher 33 gespeicherten Signatur bzw. kor- rekt signiert ist, so wird sie die Ausführung des Software- Updates erlauben und - wenn sich das Software-Update auf die Schnittstelleneinrichtung 30 bezieht - das Software-Update selbst ausführen oder - wenn sich das Software-Update auf die
Steuereinrichtung 20 bezieht - das Software-Update an die Steuereinrichtung 20 zur Ausführung weiterleiten.
Die Signierung und Signaturprüfung kann beispielsweise auf Schlüsselpaaren mit einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel beruhen, wie sie beispielsweise von der PGP- oder S/MIME-Verschlüsselung bekannt ist.
Im Übrigen gelten die Ausführungen im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 bei der Anordnung gemäß Figur 3 entsprechend. Die Übermittlung der Daten D in Richtung der Fernabfrageeinrichtung 40 kann über die Schnittstelleneinrichtung 30 - wie in den Figuren 1 und 3 gezeigt - oder über eine Datendiode 50 - wie in Figur 2 gezeigt - erfolgen.
Die Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Schnitt¬ stelleneinrichtung 30, die eine Kaskade von zwei hintereinander geschalteten Schnittstellenmodulen umfasst. So erkennt man in der Figur 4 ein internes Schnittstellenmodul 300 und ein externes Schnittstellenmodul 350, die jeweils eine inter¬ ne Schnittstelle und eine externe Schnittstelle aufweisen.
Das interne Schnittstellenmodul 300 ist mittels seiner inter¬ nen Schnittstelle - nachfolgend erste Schnittstelle Sl ge- nannt - mit der internen Schnittstelle 30in der Schnittstel¬ leneinrichtung 30 und damit mit der Steuereinrichtung 20 verbunden. Mit seiner externen Schnittstelle - nachfolgend zwei¬ te Schnittstelle S2 genannt - ist das interne Schnittstellen¬ modul 300 mit dem vorgeordneten externen Schnittstellenmodul 350 verbunden.
Das externe Schnittstellenmodul 350 ist mittels seiner inter¬ nen Schnittstelle - nachfolgend dritte Schnittstelle S3 ge¬ nannt - mit der zweiten Schnittstelle S2 verbunden; mittels seiner externen Schnittstelle - nachfolgend vierte Schnitt¬ stelle S4 genannt - ist das externe Schnittstellenmodul 350 mit der externen Schnittstelle 30ex der Schnittstellenein-
richtung 30 und damit mit der Fernabfrageeinrichtung 40 verbunden .
Die Prüfeinrichtung 31 der Schnittstelleneinrichtung 30 ist vorzugsweise im externen Schnittstellenmodul 350 angeordnet, da das externe Schnittstellenmodul 350 das - von der Fernab¬ frageeinrichtung 40 aus gesehen - erste Schnittstellenmodul bildet . Die Anordnung gemäß Figur 4 kann beispielsweise wie folgt be¬ trieben werden:
Geht an der externen Schnittstelle 30ex der Schnittstelleeinrichtung 30 bzw. an der vierten Schnittstelle S4 des externen Schnittstellenmoduls 350 ein Fernabfragesignal FAS (AB) der Fernabfrageeinrichtung 40 ein, so wird die in dem externen Schnittstellenmodul 350 angeordnete Prüfeinrichtung 31 prü¬ fen, ob in dem Fernabfragesignal FAS (AB) ein zulässiger Abfragebefehl AB enthalten ist. Zu diesem Zweck wird sie den Speicher 32, in dem als zulässig abgespeicherte Abfragebefehle gespeichert sind, abfragen und einen entsprechenden Vergleich durchführen. Der Speicher 32, der die zulässigen Abfragebefehle enthält, ist vorzugsweise Bestandteil des exter¬ nen Schnittstellenmoduls 350.
Stellt das externe Schnittstellenmodul 350 fest, dass der Ab¬ fragebefehl AB gültig ist, so wird dieser über die dritte Schnittstelle S3 zur zweiten Schnittstelle S2 übermittelt. Mit Blick auf eine optimale Entkopplung des internen Schnitt- Stellenmoduls 300 von der Fernabfrageeinrichtung 40 - also mit Blick auf einen möglichst guten Schutz vor einem Hacker- Angriff - wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Datenübertragung zwischen der zweiten Schnittstelle S2 und der dritten S3 paketfrei oder auf der Basis einer anderen paket- orientierten Signalübertragung erfolgt als die Datenübertragung zwischen der Fernabfrageeinrichtung 40 und der vierten Schnittstelle S4. Mit anderen Worten soll es einen Bruch bzw. Protokollbruch in der Signalübertragung geben, durch den das
interne Schnittstellenmodul 300 von der Fernabfrageeinrich¬ tung 40 bestmöglich entkoppelt wird.
Geht der Abfragebefehl AB bei dem internen Schnittstellenmo- dul 300 ein, so wird es diesen an die Steuereinrichtung 20 weiterleiten. Die Steuereinrichtung 20 wird die angefragten Daten D nachfolgend über die Schnittstelleneinrichtung 30 zur Fernabfrageeinrichtung 40 übermitteln, wie dies im Zusammenhang mit der Figur 1 bereits erläutert worden ist.
Die Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, die im Wesentlichen der Anordnung gemäß Figur 4 entspricht, mit der Ausnahme, dass die Übertragung der Daten D von der Steuereinrichtung 20 zur Fernabfrageeinrichtung 40 nicht über die Schnittstelleneinrichtung 30, sondern über eine parallel geschaltete Datendiode 50 erfolgt, wie dies bereits im Zusam¬ menhang mit dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 erläutert wurde. Diesbezüglich sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit der Figur 2 verwiesen.
Die Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, die der Anordnung gemäß Figur 5 entspricht, wobei in dem ex¬ ternen Schnittstellenmodul 350 zusätzlich zur Prüfeinrichtung 31 und dem Speicher 32 noch ein Signaturspeicher 33 vorhanden ist. In dem Signaturspeicher 33 sind Signaturen abgespeichert, die als gültig angesehen werden und zur Prüfung einge¬ hender signierter Software-Update-Dateien SUD(sig) herangezogen werden, wie dies im Zusammenhang mit der Figur 3 oben bereits erläutert worden ist.
Die Figur 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Anordnung, bei der eine Datendiode 50 vorhanden ist, wie sie auch bei den Ausführungsbeispielen gemäß Figur 5 und 6 vorgesehen ist. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 5 und 6 ist die Datendiode 50 anders verschaltet. So lässt sich erkennen, dass der Datenausgang A50 der Datendiode 50 bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 7 nicht unmittelbar mit der Fernabfrageeinrichtung 40 in Verbindung steht, sondern statt
dessen an das externe Schnittstellenmodul 350, sei es an die dritte Schnittstelle S3 des externen Schnittstellenmoduls 350 oder - wie in der Figur 7 gezeigt - eine andere Schnittstelle (nachfolgend fünfte Schnittstelle S5 genannt) des externen Schnittstellenmoduls 350, angeschlossen ist. Die von der
Steuereinrichtung 20 angefragten Daten D werden somit von der Datendiode 50 nicht unmittelbar zur Fernabfrageeinrichtung 40 übermittelt, sondern zunächst zum externen Schnittstellenmo¬ dul 350, das die angefragten Daten dann nachfolgend an die Fernabfrageeinrichtung 40 weiterleitet.
Durch die Anordnung der Datendiode 50 innerhalb der Kaskade der Schnittstellenmodule 300 und 350 wird eine besonders gute Entkopplung zwischen der Steuereinrichtung 20 und der Fernab- frageeinrichtung 40 auch in der Abfragerichtung der Daten D erreicht, weil die Datendiode 50 von dem externen Schnitt¬ stellenmodul 350 bei der Trennung der Steuereinrichtung 20 von der Fernabfrageeinrichtung 40 unterstützt wird. Die Figur 8 zeigt eine Anordnung, die im Wesentlichen der Anordnung gemäß Figur 7 entspricht; zusätzlich ist bei der Anordnung gemäß Figur 8 vorgesehen, dass das externe Schnitt¬ stellenmodul 350 mit einem Signaturspeicher 33 ausgestattet ist, der zur Prüfung signierter Software-Update-Dateien
SUD(sig) als zulässig angesehene Signaturen enthält. Bezüg¬ lich der Prüfung von signierten Software-Update-Dateien
SUD(sig) sei auf die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit den Figuren 3 und 6 verwiesen. Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungs¬ beispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.