Beschreibung
Verfahren, Vorrichtung und Bahnfahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, zur Hinderniserkennung im Bahnverkehr, insbeson- dere im Schienenverkehr
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Hinderniserkennung im Bahnverkehr, insbesondere im Schienenverkehr, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, eine Vorrichtung zur Hinderniserkennung im Bahnverkehr, insbesondere im Schienenverkehr, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 10 und ein Bahnfahrzeug zur Hinderniserkennung im Bahnverkehr, insbesondere ein Schienenfahrzeug zur Hinderniserkennung im Schienenverkehr, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 24.
Bahnfahrzeuge sind als Bestandteil einer modernen Verkehrsinfrastruktur spurgebundene Verkehrs- und Transportmittel, die sich beispielsweise rollend auf oder unter von einer oder zwei Leitschienen (Gleisen) , schwebend über oder unter einem Magnetfeld oder hängend an Stahlseilen fortbewegen. Von den genannten spurgebundenen Verkehrs- und Transportmittel sind Schienenfahrzeuge, die auf einem Rad-Schiene-System basieren, die entweder einen eigenen Fahrantrieb (Triebwa- gen) oder von eine Lokomotive gezogen oder geschoben werden und bei denen überwiegend Stahlräder mit einem Spurkranz auf zwei Stahlschienen bzw. Gleisen geführt werden, am weitesten verbreitet . Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, ein Verfahren, eine Vorrichtung und ein Bahnfahrzeug, insbesondere ein Schienenfahrzeug, zur Hinderniserkennung im Bahnverkehr, insbesondere im Schienenverkehr anzugeben, mit dem bzw. der Hindernisse im Bahnverkehr, wenn Bahnfahrzeuge auf Bahn- strecken im Bahnnetz unterwegs sind, respektive Hindernisse im Schienenverkehr, wenn Schienenfahrzeuge auf Schienenstrecken im Schienennetz unterwegs sind, automatisch erkannt werden .
Das automatische Erkennen von Hindernissen im Bahnverkehr, insbesondere im Schienenverkehr, was Gegenstand der vorliegenden Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . PCT/...; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) und der dazu prioritätsbegründenden DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . 102016224344.6) ist, ist im Hinblick auf ein zukünftiges automatisiertes (autonomes) oder unterstütztes Fahren von Bahnfahrzeugen im Bahnverkehr respektive Schienenfahrzeugen im Schienenverkehr ein un- abdingbares MUSS.
So ist es für das automatisierte oder unterstützte Fahren von Bahn-/Schienenfahrzeugen notwendig, sich bewegende oder stationäre Objekte und Personen im Fahrspur-/Gleisbereich zu er- kennen. Gleichzeitig ist es notwendig, zulässige Objekte und Personen (z.B. Prellbock auf der Fahrspur/dem Gleis, Wartungsarbeiter neben der Fahrspur/dem Gleis) von unzulässigen Objekten und Personen (z.B. entwurzelter Baum oder spielende Kinder) zu unterscheiden.
Das Problem des automatisierten oder unterstützen Fahrens wurde bisher durch aufwändige Zusatzinvestitionen in die Streckeninfrastruktur wie Induktionsschleifen, Rechner entlang der Strecke und Kommunikationsanlagen zwischen Zug und Streckenkomponenten realisiert. Weiterhin werden spezielle
Schutzzäune für die Vermeidung des Zugangs zum Gleis verwendet (z.B. bekannt von Flughäfen) .
Es ist aber nicht nur der Aspekt der Automatischen Hindernis- erkennung der für das zukünftige automatisierte (autonome) oder unterstützte Fahren von Bedeutung ist, sondern auch die nachfolgenden technischen Aspekte, die allesamt mehr oder weniger in einem technischen Kontext mit der vorliegenden Patentanmeldung stehen und deshalb aufgeführt und deren Inhalte vor diesem Hintergrund zu berücksichtigen und ggf. sogar zu inkludieren sind.
Es handelt sich um die Aspekte:
1) Das automatische Erkennen von Signalen im Bahn-
/ Schienenverkehr gemäß der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . PCT/EP2016/057804 ; Veröf fentlichungs-Nr . WO 2017/174155 AI) und der darin offenbarten technischen Lehre.
2) Das automatische Erkennen von Gefahrensituationen im Bahn- / Schienenverkehr gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . 102016224358.6) und der Internationalen Patentanmeldung (An- meldung-Nr. PCT/...; Veröf fentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
3) Das automatische Erkennen von Fahrspuren/Gleisen im Bahn- / Schienenverkehr gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . 102016224335.7) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. PCT/...; Veröf fentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
4) Das alternative Bestimmen von Positionen im Schienenver- kehr, wenn eine herkömmliche satellitengestützte Positionsbestimmung versagt oder unzureichend ist, gemäß der DE- Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . 102016224355.1) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . PCT/...; Veröf fentlichungs-Nr. WO ...) und der darin jeweils offenbarten techni- sehen Lehre.
5) Das Durchführen einer fahrspur-/gleisbasierten Bildanalyse im Bahn- /Schienenverkehr gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. 102016224331.4) und der Internationalen Patentanmel- dung (Anmeldung-Nr . PCT/...; Veröf fentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
Die vorstehend genannte kontextbezogene Aufgabe wird ausgehend von dem im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 definierten Hinderniserkennungsverfahren durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Darüber hinaus wird die vorstehend genannte kontextbezogene Aufgabe ausgehend von der im Oberbegriff des Patentanspruchs 8 definierten Hinderniserkennungsvorrichtung durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 8 angegebenen Merkmale ge- löst.
Weiterhin wird die vorstehend genannte kontextbezogene Aufgabe ausgehend von dem im Oberbegriff des Patentanspruchs 20 definierten Bahnfahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 20 angegebenen Merkmale gelöst.
Die der Erfindung gemäß den unabhängigen Ansprüchen 1, 8 und 20 zugrundeliegende Idee besteht darin, auf Basis von mehre- ren Bildern eines einem Bahnfahrzeug vorgelagerten Fahrstreckenbereichs in einem in den Bildern jeweils markierten
Bildbereich, der im Wesentlichen eine von dem Bahnfahrzeug genutzte Fahrspur zeigt, durch Bildanalyse die durch die Markierung bildlich positionierte Fahrspur zu erkennen und mit gespeicherten bekannten Bild-Metainformationen oder mit gespeicherten bekannten Bild-Metainformationen und Zusatzinformationen abzugleichen und in einem Bildbereichsausschnitt des markierten Bildbereichs durch eine Objekterkennungsmethode zu erkennen, ob sich ein Objekt, wie z.B. eine Person, ein Tier, ein umgestürzter Baum etc., auf der Fahrspur befindet, wobei ein Hindernis in dem Bildbereich, vorzugsweise in dem Bildbereichsausschnitt markiert wird, wenn das Objekt durch die Objekterkennungsmethode erkannt wird. Die Bild- Metainformationen beinhalten dabei dem Wortsinn nach Merk- mals- und Eigenschaftsdaten der von dem Fahrstreckenbereich erfassten Bilder.
Das Grundprinzip der Erfindung ist es dabei, Metadaten über die Strecke, z.B. den Streckenverlauf, in Kombination mit Sensorik im Bahnfahrzeug sowie Berechnungs- und Auswertealgorithmen zu benutzen, um die Erkennung von Objekten und Personen zu verbessern und die Unterscheidung von zulässigen und unzulässigen Objekten und Personen zu ermöglichen.
Ziel dabei ist es, einen Beitrag zum vollautomatisierten Fahren ohne zusätzliche Investitionen in die Streckeninfrastruktur zu ermöglichen.
Für das Erkennen von Objekten oder Personen auf der Fahrspur/dem Gleis oder in einem kritischen Bereich neben der Fahrspur/dem Gleis werden Mustererkennungsalgorithmen oder Mustervergleichsalgorithmen (sogenannte Pattern-Matching- Algorithmen) pauschal für den Fahrstreckenbereich, der Bereich "vor dem Fahrzeug" (in Fahrtrichtung), verwendet.
1. Für die Erkennung von Objekten oder Personen auf dem Gleis in großer Entfernung arbeiten diese Algorithmen ineffizient, weil nur ein kleiner Teil des Bildes relevant ist.
2. Diese Algorithmen sind nicht in der Lage, zulässige Objekte und Personen von unzulässigen Objekten und Personen zu unterscheiden .
Im Automotive-Umfeld mit dem Fokus auf Straßen ist es gemäß der US 6,405,128 Bl bekannt, einen sogenannten "elektronischen Horizont" auszuwerten. Die automatisierte Erkennung von Objekten und Fahrspuren/Gleisen sowie die Unterscheidung zwischen zulässigen und unzulässigen Objekten/ Personen lässt sich in vorteilhafter Weise zumindest teilweise durch folgende Schritten erreichen: A . In einem ersten Schritt werden mehrere Bildaufzeichnungsgeräte (z.B. Sensoren) unterschiedlicher Art (z.B. Videokamera, Lasersensoren, Infrarotkamera, Wärmebildkamera, Radar- Einrichtungen, andere Bildakquisitionsgeräte , etc.) im Bahnfahrzeug verwendet, um Bilder oder andere Informationen von der Bahn- /Schienenstrecke vor dem Bahn- /Schienenfahrzeug zu erzeugen .
So kann beispielsweise ein Radar für die Erkennung von metallischen Objekten, auch bei schlechtem Wetter, kombiniert werden mit Videokameras und Bildakquisitionsgeräten wie Wärmebildkameras zur Erkennung von Personen.
B . In einem zweiten Schritt wird in dem jeweiligen Bild das aktuell befahrene Gleis durch Bildanalyse unter Zuhilfenahme von externen Metaformationen markiert. Variante 1 :
In einem Videobild oder videoartigem Bild kann das über Kantenerkennungsalgorithmen ausgehend von den Schienen direkt vor dem Fahrzeug erfolgen. Durch die Verwendung von Zusatzinformationen, wie Schienenplänen, Kartenmaterial o.ä., kann diese Erkennung robuster durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang wird auf das Durchführen einer fahrspur- /gleisbasierten Bildanalyse im Bahn- /Schienenverkehr gemäß der DE- Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . 102016224331.4) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . PCT/...; Veröffentli- chungs-Nr. WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre verwiesen.
Variante 2 :
In einem Radar-basierten Bild kann das ungefähr auf Basis der Kenntnis der befahrenen Strecke erfolgen (der Fahrspur-
/Gleisverlauf relativ zu einer geographischen Position ist bekannt) .
C . In einem dritten Schritt wird fokussiert auf die befahrene Fahrspur/das befahrene Gleis pro eingesetztes Bildaufzeichnungsgerät (z.B. ein Bildakquisitionsgerät ) durch Objekterkennungsmethoden erkannt, ob sich ein Objekt oder eine Person auf der Fahrspur/dem Gleis befindet. Das bedeutet, dass nur der Bildausschnitt mit der befahrenen Fahrspur/dem befahrenen Gleis und der kritische Bereich links und rechts davon betrachtet werden. Dabei werden je nach Bildakquisitionsgerät eines oder beide der nachstehenden Pattern-Matching-Verfahren eingesetzt .
Auch hier wird durch die Integration von externen Informationen oder den Zusatzinformationen die Erkennungsgüte erhöht. Cl . Positiv-Matching
Es wird geprüft, ob sich in dem relevanten Bildausschnitt Pattern, die zu Personen oder Objekten wie umgestürzten Bäumen oder vorausfahrenden Bahnfahrzeugen, z.B. Schienenfahrzeugen, Zügen, befinden. Falls ja, wird ein Hindernis oder ein potentielles Hindernis markiert.
C2. Negativ-Matching
Es wird geprüft, ob ein erwartetes Pattern erkannt wird, wie z.B. durch ein durchgezogenes Gleis oder durch regelmäßige Schienenträger im Bild bzw. den Bildern. Falls das nicht der Fall ist, so wird über eine Bilddatenbank geprüft, ob die Unregelmäßigkeit erwartet wurde (diese Information kann z.B. bei Initialisierungsfahrten mit einem Triebwagenführer vorgenommen werden) . Falls die Unregelmäßigkeit nicht erwartet wurde, wird ein potentielles Hindernis markiert.
D. In deinem vierten Schritt wird das Ergebnis der Hindernismarkierung aus den unterschiedlichen Bildakquisitionsgeräten zusammengeführt. Auch hier werden, beispielweise durch die Verwendung von probabilistischen Bildverarbeitungsmethoden, wie Hidden-Markov-Modellen, die unterschiedlichen Informationsquellen kombiniert, um eine fehlerhafte Erkennung zu minimieren und "false negatives", d.h. die fehlerhafte Annahme, dass sich kein Objekt im Fahrspur-/Gleisbereich befindet, ob- wohl es real vorhanden ist, auszuschließen.
Durch die vorstehend skizzierte Analyse von Bildern von der Strecke vor dem Bahnfahrzeug kann erreicht werden, dass:
- Objekte und Personen im relevanten Fahrspur- /Gleisbereich effizienter erkannt werden als bisher.
- Zulässige Objekte und Personen im Bereich vor dem Bahnfahrzeug/Schienenfahrzeug (aber eben außerhalb der befahrenen Fahrspur bzw. des befahrenen Gleises und eines kritischen Be-
reiches links und rechts davon) von unzulässigen Objekten und Personen auf der befahrenen Fahrspur respektive im befahrenen Gleis oder im kritischen Bereich links und rechts unterschieden werden können .
- Objekte und Personen bei ungünstigen Sichtbedingungen zuverlässiger erkannt werden kann als durch Triebfahrzeugführer .
- Triebfahrzeugführer nicht mehr für das Erkennen von Hindernissen benötigt werden, so dass unabhängig von deren Verfüg- barkeit die befahrene Fahrspur/das befahrene Gleis erkannt werden kann .
Im Zuge einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung können in Bezug auf die Hinderniserkennungsvorrichtung nach An- spruch 8 noch folgende zusätzlichen Komponenten - a) bis c) für das Bildaufzeichnungsgerät (z.B. das Bildakquisitionsge- rät) - verwendet werden: a. Eine Korrekturkomponente gemäß Anspruch 15, die Wetter- und Helligkeitsdaten für die Auswertung des Bildmaterials mit einbezieht. Damit kann beispielsweise bei starkem Nebel, die Auswertung von Videobildern auf die ersten 50 Meter vor dem Bahnfahrzeug bzw. Schienenfahrzeug begrenzt werden und die Geschwindigkeit des Fahrzeuges entsprechend gedrosselt wer- den . b. Eine Brennweiteveränderungskomponente gemäß Anspruch 16, die in Abhängigkeit von der Umgebung (z.B. Bahnhof, Stadtgebiet, Land, etc.) und der Geschwindigkeit den richtigen Auf- nahmewinkel wählt, um so die Auswertung des Bildes optimal zu unterstützen. Zum Beispiel können dann sowohl AufnähmeSituationen auf freier Strecke (benötigen Bilder aus großer Entfernung, um aufgrund der Geschwindigkeit rechtzeitig reagieren zu können) als auch Aufnahmesituationen im Bahnhofsbe- reich (benötigen Bilder mit einer hohen Breite) geeignet bedient werden. Zusätzlich können durch Fusion von Bilddaten und Streckendaten besonders interessante Bereiche fokussiert werden, wie z.B. ein Bahnübergang.
c . Eine Beleuchtungskomponente gemäß Anspruch 17, beispielsweise ein Scheinwerfer der inner- oder außerhalb des menschlich sichtbaren Bereichs arbeitet, durch welche sich die Qua- lität des von dem Bildaufzeichnungsgerät bzw. Bildakquisiti- onsgerät bei Nacht oder schlechter Witterung aufgenommenen Bildmaterials verbessert. d . Eine landseitige Auswertestation, die über Mobilfunk ange- bunden ist, und Bilder aus einer Bildspeichereinrichtung entgegennimmt, für die eine Auswertung nur mit hohem Unsicher- heitsfaktor möglich ist. Diese Bilder können dann von einem menschlichen Experten ausgewertet werden und diese Information kann dann wiederum in die Bildspeichereinrichtung, die ei- ner Hinderniserkennungsvorrichtung in dem Bahn-
/Schienenfahrzeug (Option "A" ) angeordnet oder außerhalb der Hinderniserkennungsvorrichtung, z.B. als Speicherdatenbank in dem Bahn-/Schienenfahrzeug oder z.B. als Daten-Cloud, dieser zugeordnet sein kann, zurückgespeist werden.
1. Bei hinreichender Kommunikationsbandbreite und Verfügbarkeit menschlicher Experten kann dies sogar in Echtzeit erfolgen derart, dass das Ergebnis der Auswertung zur Steuerung des Bahn-/Schienenfahrzeugs verwendet werden kann.
2. Über die landseitige Auswertestation kann darüber hinaus das Bildmaterial von Schienenfahrzeugen einer Flotte oder mehrere Flotten abgeglichen und verteilt werden. e . Ein mobiles Gerät eines Zugführers oder vergleichbaren
Bahnbediensteten, der zwecks Passagierabfertigung ohnehin auf dem Schienenfahrzeug mitfährt und ähnlich wie unter d) Bilder mit einem hohen Unsicherheitsfaktor bewertet. Darüber hinaus ist es möglich, dass eine Hinderniserkennungsvorrichtung als eine virtuelle Maschine im Sinne eines "Software Defined Signal Recognition of Rail Traffic Systems" ausgebildet ist und funktioniert.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung anhand der FIGUREN 1 und 2. Diese zeigen:
FIGUR 1 eine bahnfahrzeugbasierte Erkennung eines Hindernisses in Gestalt eines auf einer Bahnstrecke umgestürzten Baumes , FIGUR 2 einen prinzipiellen Aufbau einer Hinderniserkennungs- vorrichtung für die gemäß der FIGUR 1 bahnfahrzeugbasierte Hinderniserkennung in Gestalt des auf der Bahnstrecke umgestürzten Baumes. FIGUR 1 zeigt eine bahnfahrzeugbasierte Erkennung eines Hindernisses im Bahnverkehr BVK, wenn auf einer abschnittsweise dargestellten Bahnstrecke BST eines Bahnnetzes BNE ein Bahnfahrzeug BFZ sich auf einer Fahrspur FS der Bahnstrecke BST einem als Hindernis auf der Fahrspur FS befindlichen Objekt OBJ, im dargestellten Fall einem auf die Fahrspur FS umgestürzten Baum, nähert.
Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die fahrspurbezogene Bahnstrecke BST des Bahnnetzes BNE eine Schienen- strecke SST eines Schienennetzes SNE, auf dem im Schienenverkehr SVK zur schienenfahrzeugbasierte Hinderniserkennung ein Schienenfahrzeug SFZ auf einem Gleis GL unterwegs ist und sich dem als Hindernis auf dem Gleis GL befindlichen Objekt OBJ, im dargestellten Fall dem auf das Gleis GL umge- stürzten Baum, nähert. An die Stelle des dargestellten
Schienenverkehrs SVK mit dem auf der Schienenstrecke SST des Schienennetzes SNE fahrenden Schienenfahrzeugs SFZ ist auch hier wieder aufgrund der eingangs geführten Diskussion auch jedes andere x-beliebige kurz- oder langstreckenbasierte BahnverkehrsSystem als weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung denk- und vorstellbar. So käme ebenso z.B. ein Magnetschwebebahn-Verkehrssystem (Stw. : Transrapid, Maglev etc.) mit einer entsprechend vergleichbaren Infrastruktur,
bestehend aus Bahnnetz, Bahnstrecke und Bahnfahrzeug, in Frage .
In dem in der FIGUR 1 dargestellten Schienenverkehrssystem ist in einem Triebwagen TRW des Schienenfahrzeugs SFZ mit einem Triebführerstand TFS und einer integrierter Anzeigeeinrichtung AZE, in dem sich der Arbeitsplatz des Fahrzeugführers FZF befindet, für die schienenfahrzeugbasierte Erkennung eines Hindernisses eine Hinderniserkennungsvorrich- tung HEV untergebracht. Die Hinderniserkennungsvorrichtung
HEV beinhaltet hierfür ein vorzugsweise als Sensor ausgebildetes Bildaufzeichnungsgerät BAZG, das z.B. als gewöhnliche Videokamera, Lasersensor, Wärmebildkamera, Radar- Einrichtung, Infrarotkamera etc., ausgebildet ist und wegen Akquirierung von Bildern auch als Bildakquisitionsgerät bezeichnet wird.
Mit dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG sind, wenn sich das auf dem Gleis GL fahrende Schienenfahrzeug SFZ dem als Hindernis auf dem Gleis GL befindlichen Objekt OBJ, im dargestellten
Fall dem umgestürzten Baum, nähert, von dem Schienenfahrzeug SFZ aus, z.B. aus der Perspektive des Triebwagenführers FZF in dem Triebführerstand TFS des Triebwagens TRW und/oder aus einer ortsfesten, fahrspurobservierenden Position im oder am Fahrzeug SFZ, von einem dem Schienenfahrzeug SFZ vorgelagerten, sich dabei vorzugsweise an die Geschwindigkeit des
Schienenfahrzeugs SFZ orientierenden, Fahrstreckenbereich FSB eine Vielzahl von den Fahrstreckenbereich FSB repräsentierenden Bildern BI FSB erfassbar.
In den Bildern BI FSB des Fahrstreckenbereichs FSB ist ein Bildbereich BIB mit einem Bildbereichsausschnitt BIBAS enthalten, der das benutzte Gleis GL sowie einen für den Schienenverkehr SVK kritischen Bereich repräsentiert, durch den ein für den Schienenverkehr SVK kritischer Umkreis im wesentlichen links und rechts des Gleises GL in dem durch den Bildbereich BIB der Bilder BI FSB des Fahrstreckenbereichs FSB gezeigten Teil des Fahrstreckenbereich FSB angegeben wird.
D.h. der Fahrstreckenbereich FSB umfasst auch den für den Schienenverkehr SVK kritischen Bereich.
Wie jetzt aufgrund der Bilder BI FSB des Fahrstreckenbereichs FSB mit dem darin enthaltenen Bildbereich BIB und dem Bildbereichsausschnitt BIBAS die Hinderniserkennung durchgeführt wird, wird nachfolgend mit der Beschreibung von FIGUR 2 erläutert . FIGUR 2 zeigt den prinzipiellen Aufbau der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV für die gemäß der FIGUR 1 schienenfahrzeugbasierte Hinderniserkennung des Schienenfahrzeugs SFZ, das auf dem Gleis GL unterwegs ist und sich dem als Hindernis auf dem Gleis GL befindlichen Objekt OBJ, im dargestellten Fall dem umgestürzten Baum, nähert.
Ausgangspunkt für die Hinderniserkennung bildet dabei gemäß den Ausführungen zu der FIGUR 1 das Bildaufzeichnungsgerät BAZG, das die Bilder BI FSB des Fahrstreckenbereichs FSB für die Hinderniserkennung erfasst.
Das Bildaufzeichnungsgerät BAZG ist dazu vorzugsweise für die Ausrichtung auf das Bildobjekt schwenkbar ausgebildet. Ferner ist es möglich und u.U. auch aus erfassungstechnischen Gründen sinnvoll, dass mehrere Bildaufzeichnungsgeräte BAZG gleicher Bauart, z.B. mehrere Videokameras, oder Geräte unterschiedlicher Bauart, z.B. mehrere Videokameras, Lasersensoren, RADAR-basierte , auf funkbasierte Ortung und Abstands- messung beruhende Sensoren, Infrarotkameras und/oder Wärmebildkameras, in der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV enthalten sind, die die Bilder BI FSB aufnehmen. Eine derartige mehrfache Ausführung der Bildaufzeichnung bzw. Bildakquirie- rung ist kann u.a. für Redundanzzwecke relevant sein.
Um die Qualität der mit dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG aufgezeichneten oder akquirierten Bilder weiterhin zu verbes-
sern, sind in dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG vorzugsweise folgende Komponenten enthalten:
1. Eine Korrekturkomponente KOK, mit der Wetter- und Hellig- keitsdaten für die Auswertung des Bildmaterials einbezogen werden. Mit dieser Komponente ist es z.B. möglich, bei starkem Nebel die Auswertung von Videobildern auf die ersten 50 Meter vor dem Schienenfahrzeug zu begrenzen und die Geschwindigkeit des Schienenfahrzeuges entsprechend zu drosseln.
2. Eine Brennweiteveränderungskomponente BVK, die in Abhängigkeit von der Umgebung (z.B. Bahnhof, Stadtgebiet, Land, etc.) und der Geschwindigkeit den richtigen Aufnahmewinkel wählt, um so die Auswertung des Bildes optimal zu unterstüt- zen. Dadurch können dann sowohl Aufnahmesituationen auf freier Strecke (benötigen Bilder aus großer Entfernung, um aufgrund der Geschwindigkeit rechtzeitig reagieren zu können) als auch Aufnahmesituationen im Bahnhofsbereich (benötigen Bilder mit einer hohen Breite) geeignet bedient werden. Zu- sätzlich können durch Fusion von Bilddaten und Streckendaten besonders interessante Bereiche entlang der Schienenstrecke SST im Schienennetz SNE fokussiert werden, wie z.B. ein Bahnübergang . 3. Eine Beleuchtungskomponente BLK, die beispielsweise als ein Scheinwerfer ausgebildet ist, der inner- oder außerhalb des menschlich sichtbaren Bereichs arbeitet, und durch die sich die Qualität des von dem Bildaufzeichnungsgerät bzw. dem Bildakquisitionsgerät BAZG bei Nacht oder schlechter Witte- rung aufgenommenen Bildmaterials verbessert.
Die so aufgenommenen Bilder werden von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG in eine Bildspeichereinrichtung BSPE gespeichert. Diese Bildspeichereinrichtung BSPE ist entweder gemäß Option "A" als Komponente der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV mit dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG entsprechend verbunden oder gemäß Option "B" außerhalb der Hinderniserkennungs- vorrichtung HEV, z.B. als Speicherdatenbank, in dem Triebwa-
gen oder in einer Daten-Cloud dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG zugeordnet bzw. mit diesem verbindbar.
Für die Auswertung der aufgezeichneten bzw. akquirierten Bilder zum Erkennen von Objekten, die Hindernisse für den
Schienenverkehr entlang der Schienenstrecke darstellen, z.B. der auf das Gleis umgefallene Baum gemäß der FIGUR 1, ist das Bildaufzeichnungsgerät BAZG mit einer Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE verbunden, die ebenfalls eine Kom- ponente der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV ist. Zu diesem Zweck ist die Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE, wie das Bildaufzeichnungsgerät BAZG, entweder gemäß der Option "A" mit der Bildspeichereinrichtung BSPE verbunden oder gemäß Option "B" der Bildspeichereinrichtung BSPE zugeordnet bzw. mit dieser verbindbar. Auf diese Weise entsteht eine Funktionsteileinheit aus der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE, dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG und der Bildspeichereinrichtung BSPE, bei der die genannten Komponenten der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV für eine berechnungs- /auswertegestützte Hinderniserkennung teilfunktional zusammenwirken .
Für die Bildung einer vollständigen Funktionseinheit zur be- rechnungs-/auswertegestützten Hinderniserkennung, bei der die daran beteiligten Teileinheiten funktional zusammenwirken, wird die genannte Funktionsteileinheit durch eine weitere Teileinheit, eine Informationsdatenbank IDB, erweitert. Die Informationsdatenbank IDB kann dabei beispielsweise mit der Bildspeichereinrichtung BSPE als bauliche Einheit in ei- ner gemeinsamen Speichervorrichtung integriert sein. Diese in der FIGUR 2 nicht explizit dargestellte Speichervorrichtung kann ihrerseits wiederum, wie die Bildspeichereinrichtung BSPE, entweder gemäß Option "A" als Komponente der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV mit dem Bildaufzeichnungsge- rät BAZG und der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE entsprechend verbunden oder gemäß Option "B" außerhalb der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV in dem Triebwagen oder in einer Daten-Cloud dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG und der
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Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE zugeordnet bzw. mit diesem verbindbar sein. In diesem Zusammenhang wird auf die Informationsspeichereinrichtung in der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . 102016224355.1) und der dazu korrespondieren- den Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr . PCT/... ; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) zum alternative Bestimmen von Positionen im Schienenverkehr, wenn eine herkömmliche satellitengestützte Positionsbestimmung versagt oder unzureichend ist, verwiesen.
In der Informationsdatenbank IDB sind neben Bild-Metainformationen BMI, die dem Wortsinn nach Merkmals- und Eigenschaftsdaten des in den Bilder BIFSB erfassten Fahrstreckenbereichs FSB beinhalten, Zusatzinformationen ZI, wie z.B. Fahrstreckenplänen oder Kartenmaterial, etc., gespeichert.
Gemäß der Darstellung in der FIGUR 2 ist die Informationsdatenbank IDB der Hinderniserkennungsvorrichtung HEV in der Weise zugeordnet bzw. mit dieser verbindbar, als die Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE für die berechnungs-/auswer- tegestützte Hinderniserkennung auf die in der Informationsdatenbank IDB gespeicherten Bild-Metainformationen BMI und Zusatzinformationen ZI zugreift. Die Informationsdatenbank IDB ist dazu vorzugsweise außerhalb der Hinderniserkennungs- vorrichtung HEV, z.B. als Datenbank, in dem Triebwagen ange- ordnet oder ist als Daten-Cloud ausgebildet.
Für die berechnungs-/auswertegestützte Hinderniserkennung weist die Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE vorzugsweise einen nicht-flüchtigen, lesbaren Speicher SP, in dem prozes- sorlesbare Steuerprogrammbefehle eines die Hinderniserkennung steuernden Programm-Moduls PGM gespeichert sind, und einen Prozessor PZ , der die Steuerprogrammbefehle des Programm-Moduls PGM zur berechnungs-/auswertegestützten Hinderniserkennung ausführt, auf. Dazu greift der Prozessor PZ zu- sätzlich - neben den Zugriffen auf die Bild-Metainformationen BMI und die Zusatzinformationen ZI in der Informationsdatenbank IDB - zu Steuerungszwecken und zum Auslesen von
Daten auf das Bildaufzeichnungsgerät BAZG und die Bildspeichereinrichtung BSPE zu.
Die Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE bzw. das Programm- Modul PGM mit dem die Steuerprogrammbefehle des Programm- Moduls PGM zur berechnungs-/auswertegestützten Hinderniserkennung ausführenden Prozessor PZ sind jetzt bezüglich der berechnungs-/auswertegestützten Hinderniserkennung derart ausgebildet, dass in den Bildern BIFSB jeweils der Bildbe- reich BIB markiert wird, der das von dem Schienenfahrzeug
SFZ benutzte Gleis GL zeigt, wobei das durch die Markierung bildlich positionierte Gleis GL des Schienenfahrzeugs SFZ durch eine Bildanalyse erkannt und entweder mit den gespeicherten bekannten Bild-Metainformationen BMI oder mit den gespeicherten bekannten Bild-Metainformationen MMI und den Zusatzinformationen ZI abgeglichen wird.
Die Bildanalyse und somit die Markierung wird vorzugsweise mit Hilfe von Kantenerkennungsalgorithmen durchgeführt, bei der ausgehend von dem in dem Fahrstreckenbereich FSB erfass- ten Gleis GL in dem Bildbereich BIB der Verlauf der von dem Schienenfahrzeug SFZ benutzten Gleis GL durch einen sich im erfassten Bild ändernden Bildanteil des Gleises GL zum er- fassten Gesamtbild erkannt wird.
Darüber hinaus wird vorzugsweise, wenn die Bilder BIFSB mit RADAR-basierten, auf funkbasierte Ortung und Abstandsmessung beruhenden Sensoren aufgenommen werden, die Bildanalyse und somit die Markierung auf der Basis der Kenntnis des benutzten Gleises GL durchgeführt, weil der Verlauf des benutzten Gleises GL relativ zu einer geografischen Position bekannt ist.
Ist das durch die Markierung bildlich positionierte Gleis GL des Schienenfahrzeugs SFZ durch die Bildanalyse erkannt und entweder mit den gespeicherten bekannten Bild-Metainformationen BMI oder mit den gespeicherten bekannten Bild- Metainformationen BMI und den Zusatzinformationen ZI abgeglichen, so wird für den Bildbereichsausschnitt BIBAS des mar-
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kierten Bildbereichs BIB, der das benutzte Gleis GL sowie den für den Schienenverkehr SVK kritischen Bereich repräsentiert, durch eine Objekterkennungsmethode erkannt, ob sich ein Objekt OBJ, wie z.B. eine Person, ein Tier, ein umgestürzter Baum etc., auf dem Gleis GL befindet, wobei ein Hindernis in dem Bildbereich BIB, so z.B. wenn sich dieses in dem Bildbereichsausschnitt BIBAS befindet und/oder wenn es ein potentielles Hindernis ist, markiert wird, wenn das Objekt OBJ durch die Objekterkennungsmethode erkannt wird.
Mit der Objekterkennungsmethode wird ein Mustervergleich basierend auf einem Positiv-Vergleich und/oder Negativer- Vergleich durchgeführt, bei dem im Fall des Positiv- Vergleichs überprüft wird, ob in dem Bildbereichsausschnitt BIBAS objektspezifische Muster enthalten sind und im Fall des Negativ-Vergleichs überprüft wird, ob in dem Bildbereichsausschnitt BIBAS ein erwartetes Muster, das z.B. das durchgezogene, von dem Schienenfahrzeug SFZ benutzte Gleis GL oder eine Regelmäßigkeit, die durch Fahrspurträger der Fahrspur FS oder Gleisträger zwischen den parallel verlaufenden Gleisen GL gebildet wird, enthalten ist.
Endet diese Überprüfung vom Ergebnis her beim Negativ- Vergleich mit einem "NEIN" , so wird die festgestellte Unre- gelmäßigkeit bezüglich ihres Erwartens mit als Referenzinformationen genutzte und in Fahrstrecken-Initialisierungsläufen zuvor aufgenommene Streckenbildern abgeglichen, wobei, wenn die Unregelmäßigkeit nicht erwartet wurde, ein Hindernis in dem Bildbereich BIB, z.B. in dem Bildbereichsausschnitt BIBAs und/oder als potentielles Hindernis, markiert wird.
Die für sämtliche Bilder BI FSB jeweils in dem Bildbereich BIB respektive dem Bildbereichsausschnitt BIBAs erfolgten Hindernismarkierungen werden vorzugsweise im Hinblick auf eine die unterschiedlichen Bildquellen kombinierende Bildverarbeitung mit Hilfe von Bildverarbeitungsmethoden, wie z.B. Hidden- Markov-Modellen, zusammengeführt. Dadurch kann z.B. erreicht werden, dass die Wahrscheinlichkeit für eine fehlerhafte Er-
kennung minimiert und das Auftreten von "false negatives", d.h. von fehlerhaften Annahmen, dass sich kein Objekt im Fahrspur-bzw . Gleisbereich befindet, obwohl es real vorhanden ist, verhindert wird.
Darüber hinaus ist für die Hinderniserkennungsvorrichtung HEV mit der integrierten oder zugeordneten Bildspeichereinrichtung BSPE für solche Bilder in der Bildspeichereinrichtung BSPE, für die eine Auswertung nur mit hohem Unsicherheitsfak- tor möglich ist, eine landseitige Auswertestation AWS vorgesehen, die über Mobilfunk an die Bildspeichereinrichtung angebunden ist und von dieser die dort gespeicherten Bilder für eine modifizierte Auswertung entgegennimmt. Diese Bilder können dann von einem menschlichen Experten ausgewertet werden und diese Information kann dann wiederum in die Bildspeichereinrichtung BSPE zurückgespeist werden.
1. Bei hinreichender Kommunikationsbandbreite und Verfügbarkeit menschlicher Experten kann dies sogar in Echtzeit erfol- gen derart, dass das Ergebnis der Auswertung zur Steuerung des Bahn-/Schienenfahrzeugs verwendet werden kann.
2. Über die landseitige Auswertestation AWS kann darüber hinaus das Bildmaterial von Schienenfahrzeugen einer Flotte oder mehrere Flotten abgeglichen und verteilt werden.
Alternativ zu der Auswertestation AWS für die modifizierte Auswertung von Bildern, für die eine Auswertung nur mit hohem Unsicherheitsfaktor möglich ist, ist es auch möglich, dass ein Zugführer oder ein vergleichbarer Bahnbediensteten, der zwecks Passagierabfertigung ohnehin auf dem Schienenfahrzeug mitfährt, mit einem mobilen Gerät Bilder mit einem hohen Unsicherheitsfaktor bewertet, so wie dies der menschliche Experte bezüglich der Bilder in der Auswertestation AWS tut.
Mit der wie vorstehend beschriebenen Hinderniserkennungsvorrichtung HEV kann ein automatisiertes (autonomes) oder unterstütztes Fahren des Bahnfahrzeugs BFZ bzw. des Schienenfahr-
zeugs SFZ ohne zusätzliche Infrastruktur entlang einer Fahr strecke assistiert bzw. sogar realisiert werden. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn die Hinderniserkennungsvorrichtung HEV als eine virtuelle Maschine realisiert ist, di im Sinne eines "Software Defined Signal Recognition of Rail Traffic Systems" ausgebildet ist und funktioniert.