Beschreibung
Verfahren, Vorrichtung und Bahnfahrzeug, insbesondere Schie¬ nenfahrzeug, zur Fahrspurerkennung im Bahnverkehr, insbesondere zur Gleiserkennung im Schienenverkehr
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Fahrspurerkennung im Bahnverkehr, insbesondere zur Gleiserkennung im Schienenverkehr, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, eine Vorrichtung zur Fahrspurerkennung im Bahnverkehr, insbesondere zur Gleiserkennung im Schienenverkehr, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 19 und ein Bahnfahrzeug zur Fahrspurerkennung im Bahnverkehr, insbesondere ein Schienenfahrzeug zur Gleiserkennung im Schienenverkehr, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 43.
Bahnfahrzeuge sind als Bestandteil einer modernen Verkehrs¬ infrastruktur spurgebundene Verkehrs- und Transportmittel, die sich beispielsweise rollend auf oder unter von einer oder zwei Leitschienen (Gleisen) , schwebend über oder unter einem Magnetfeld oder hängend an Stahlseilen fortbewegen. Von den genannten spurgebundenen Verkehrs- und Transportmittel sind Schienenfahrzeuge, die auf einem Rad-Schiene-System basieren, die entweder einen eigenen Fahrantrieb (Triebwagen) oder von eine Lokomotive gezogen oder geschoben werden und bei denen überwiegend Stahlräder mit einem Spurkranz auf zwei Stahlschienen bzw. Gleisen geführt werden, am weitesten verbreitet .
Für den Fahrbetrieb von Schienenfahrzeugen ist die Erkennung des befahrenen Gleises von essentieller Bedeutung, da häufig mehrere Gleise parallel verlegt sind, im Bahnhofsbereich ggf. getrennt durch Bahnsteige. Das gilt für die Auswertung von Signalen für den Fahrbetrieb ("Welche Geschwindigkeit gilt für welches Gleis?" , "Welches Gleis ist freigegeben? ") als auch für Sicherheitsmechanismen, um zum Beispiel das gleichzeitige Befahren der gleichen Strecke in entgegengesetzter Richtung zu vermeiden.
Die Erkennung des befahrenen Gleises obliegt dem Triebwagenführer und die Realisierung von Sicherheitsmechanismen wird in der Regel durch die Stellwerke vorgenommen. Das führt zu folgenden Problemen:
I . Triebfahrzeugführer sind, wie alle anderen menschlichen Aufgabenträger, gelegentlich unachtsam oder machen Wahrnehmungsfehler und verwechseln deshalb ggf., welches Signal ent- lang der Strecke für ihr Fahrzeug gilt (gerade bei mehreren parallelen Strecken sind mehrere Signale angebracht, die aber für unterschiedliche Strecken Gültigkeit haben) .
II . Triebfahrzeugführer sind ggf. nicht immer verfügbar
(Krankheit, Streik, ungeplantes Mehraufkommen von Fahraufträ- gen), so dass Bahnfahrten ggf. ausfallen müssen.
III . Das durch den Triebfahrzeugführer erkannte Gleis wird (aus betrieblichen Gründen) in der Regel nicht zur automatischen Auswertung an das Fahrzeug weitergegeben, so dass bestimmte Fahrzeugfunktionen nur eingeschränkt verfügbar sind. Zum Beispiel braucht ein Fahrempfehlungsassistent zur Bestim¬ mung der idealen Beschleunigungs- und Bremspunkte Informatio¬ nen über die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Diese kann ggf. bei mehreren parallel verlegten Strecken variieren. Dann muss der Fahrempfehlungsassistent wissen, auf welchem Gleis er fährt.
IV . Die Realisierung von Sicherheitsmechanismen in Stellwerken kann durch den Fahrdienstleiter ausgesetzt werden, so dass die Realisierung einer zusätzlichen Sicherheitsstufe die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen weiter reduzieren kann (siehe Bahnunglück in Bad Aibling) .
Das Problem der Gleiserkennung wurde bisher durch aufwändige Zusatzinvestitionen in die Streckeninfrastruktur wie Induktionsschleifen, Rechner entlang der Strecke und Kommunikations- anlagen zwischen Zug und Streckenkomponenten. Entsprechende Lösungen sind daher nur auf Strecken überschaubarer Länge wirtschaftlich wie zum Beispiel U-Bahnen oder Bahnen zwischen Flughafenterminals .
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, ein Verfahren, eine Vorrichtung und ein Bahnfahrzeug, insbesonde¬ re ein Schienenfahrzeug, zur Fahrspurerkennung im Bahnverkehr, insbesondere zur Gleiserkennung im Schienenverkehr, anzugeben, mit dem bzw. der Fahrspuren im Bahnverkehr, wenn Bahnfahrzeuge auf Bahnstrecken im Bahnnetz unterwegs sind, respektive Gleise im Schienenverkehr, wenn Schienenfahrzeuge auf Schienenstrecken im Schienennetz unterwegs sind, automatisch erkannt werden.
Das automatische Erkennen von Fahrspuren im Bahnverkehr, insbesondere Gleisen im Schienenverkehr, was Gegenstand der vorliegenden Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr.
PCT/...; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) und der dazu prioritätsbe¬ gründenden DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. 102016224335.7) ist, ist im Hinblick auf ein zukünftiges automatisiertes (au¬ tonomes) oder unterstütztes Fahren von Bahnfahrzeugen im Bahnverkehr respektive Schienenfahrzeugen im Schienenverkehr ein unabdingbares MUSS.
Es ist aber nicht nur der Aspekt der Automatischen Fahrspur- /Gleis-Erkennung der für das zukünftige automatisierte (auto¬ nome) oder unterstützte Fahren von Bedeutung ist, sondern auch die nachfolgenden technischen Aspekte, die allesamt mehr oder weniger in einem technischen Kontext mit der vorliegenden Patentanmeldung stehen und deshalb aufgeführt und deren Inhalte vor diesem Hintergrund zu berücksichtigen und ggf. sogar zu inkludieren sind.
Es handelt sich um die Aspekte:
1) Das automatische Erkennen von Signalen im Bahn- /Schienenverkehr gemäß der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. PCT/EP2016/057804 ; Veröffentlichungs-Nr . WO 2017/174155 AI) und der darin offenbarten technischen Lehre.
2) Das automatische Erkennen von Gefahrensituationen im Bahn- /Schienenverkehr gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. 102016224358.6) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. PCT/...; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
3) Das automatische Erkennen von Hindernissen im Bahn- /Schienenverkehr gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. 102016224344.6) und der Internationalen Patentanmeldung (An- meldung-Nr. PCT/...; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
4) Das alternative Bestimmen von Positionen im Schienenverkehr, wenn eine herkömmliche satellitengestützte Positionsbe- Stimmung versagt oder unzureichend ist, gemäß der DE- Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. 102016224355.1) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. PCT/...; Veröffentlichungs-Nr. WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
5) Das Durchführen einer fahrspur-/gleisbasierten Bildanalyse im Bahn-/Schienenverkehr gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. 102016224331.4) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. PCT/...; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
Die vorstehend genannte kontextbezogene Aufgabe wird ausge¬ hend von dem im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 definierten Fahrspur-/Gleiserkennungsverfahren durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Darüber hinaus wird die vorstehend genannte kontextbezogene Aufgabe ausgehend von der im Oberbegriff des Patentanspruchs 19 definierten Fahrspur-/Gleiserkennungsvorrichtung durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 19 angegebenen Merkmale gelöst .
Weiterhin wird die vorstehend genannte kontextbezogene Aufga¬ be ausgehend von dem im Oberbegriff des Patentanspruchs 43 definierten Bahnfahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, durch die im Kennzeichen des Patentanspruches 43 angegebenen Merkmale gelöst.
Die der Erfindung gemäß den unabhängigen Ansprüchen 1, 19 und 43 zugrundeliegenden Idee besteht darin, auf Basis
( i ) von als Referenzdaten gespeicherten, entlang einer Bahn- strecke in einem Bahnnetz in Bezug auf geografische Umgebung und Bahnverkehr-Fahrspurnutzung erfassten ortsbezogenen Referenz-Informationen in Form von Referenz-Ortsinformationen, Referenz-Fahrspurinformationen und Referenz-Fahrspurwechselinformationen, im Erfassungskontext gewonnenen Kontext- und Hinweisinformationen und gegebenenfalls zusätzlicher diesbezüglicher Metainformationen sowie
( ii ) des Abgleichs von in einem Fahrspurerkennungsbetrieb an¬ hand von Positionsdaten erfassten Betrieb-Ortsinformationen und Betrieb-Fahrspurinformationen oder Betrieb-Fahrspurwech- Seiinformationen mit den gespeicherten Referenzdaten eine
Fahrspurnutzung auf der Bahnstrecke zu erkennen, wobei dies durch Auswertung von Relevanz und Inhalt der Informationen dann der Fall ist, wenn bei dem Abgleich die erfasste Be¬ trieb-Fahrspurinformation oder Betrieb-Fahrspurwechselinfor- mation für die Fahrspurnutzung gefunden ist, die in Bezug auf die Betrieb-Ortsinformation und der dazu korrespondierenden Referenz-Ortsinformation zu einer in den Referenzdaten enthaltenen Referenz-Fahrspurinformation oder Referenz-Fahrspurwechselinformation unter Berücksichtigung der in den Refe- renzdaten enthaltenen Kontext- und Hinweisinformationen sowie der gegebenenfalls zusätzlich vorhandenen Metainformationen korrespondiert .
Das Grundprinzip der Erfindung ist es dabei, auf Basis von Positionsdaten und dem Abgleich von Umgebungsbildern, durch Auswertung von bereits existierenden Infrastrukturkomponenten, und Initialisierungsinformationen die befahrene Fahrspur automatisch zu erkennen.
Die automatische Fahrspurerkennung lässt sich in vorteilhaf¬ ter Weise zumindest teilweise durch folgende Schritten errei¬ chen :
Zunächst werden auf Erprobungsfahrten bzw. Sonderfahrten oder durch andere geeignete Verfahren Bilder von Weichen auf der Strecke und von für eine Fahrspur spezifischen Bildern, auf den Schienenfahrzeuge automatisiert fahren sollen, erfasst. Dazu gehören idealerweise Bilder mit unterschiedlichen Weichenständen, ggf. kann aber auch schon ein Weichenstand ausreichen. Für diese Bilder wird die genaue Position des Auf¬ nahmegeräts und ggf. der Winkel des Aufnahmegeräts relativ zum Fahrzeug und in der Folge relativ zur Fahrspur erfasst. Diese Bilder werden dann von menschlichen Experten bewertet und die genaue Position der Weiche im Bild sowie deren Zu¬ stand wird markiert. Für Bilder, die Rückschluss auf die be¬ fahrene Fahrspur geben sollen, wird durch einen menschlichen Experten markiert, welche Fahrspur befahren wird. Diese manu- eilen Tätigkeiten können ggf. durch Bildanalysealgorithmen zur Detektion von Weichen im Bild oder durch Abgleich mit Streckenmetadaten ersetzt werden.
Zusätzlich können Metadaten wie z.B. der Typ der Weiche er- fasst werden. Für den jeweiligen Typ der Weiche können ggf. noch kalibrierte Bilder von den unterschiedlichen Zuständen der Weiche erfasst werden (z.B. in einem speziellen Bildlabor) . Die Aufnahmen entlang der Strecke, der Markierung und Bewertung durch menschliche Experten sowie ggf. weitere Meta- daten sowie ggf. kalibrierte Bilder werden in einer Bildda¬ tenbank auf dem Schienenfahrzeug abgelegt.
Während des Betriebs bestimmt das Bahnfahrzeug auf Basis ei¬ ner Positionsbestimmungskomponente die aktuelle Position des Fahrzeugs. Diese Positionsbestimmungskomponente wird als ge¬ geben angenommen. Auf Basis dieser Positionsinformation bestimmt das Bahnfahrzeug mit Hilfe einer "kontinuierlichen Fahrspurerkennungskomponente", die auf Basis von Bildab-
gleichverfahren die befahrene Fahrspur erkennt, welche Fahrspur gerade befahren wird. Sollte diese Information nicht auf Basis von Umgebungsbildern bestimmt werden können, z.B. weil in Kopfbahnhöfen die Umgebungsbilder nicht hinreichend Infor- mation zur Bestimmung der Fahrspur liefern, kann eine Initialisierungskomponente zur Hilfe genommen werden, die die zu¬ letzt befahrene Fahrspur und die Position speichert (bei der aller ersten Inbetriebnahme des Zuges kann die Fahrspurinformation manuell eingegeben werden) .
Durch die stetige Fahrspurbestimmung durch die "kontinuierliche Fahrspurerkennungskomponente" wird sichergestellt, dass keine abnormen Betriebsvorgänge (Umsetzen des Fahrzeugs durch einen Kran; unerwartetes Löschen von Systemspeichern durch Überspannungen) zu einer Fehlbeurteilung der Fahrspur führen. (Theoretisch ist es aber nicht notwendig, kontinuierlich die Fahrspur zu erkennen) .
Neben der kontinuierlichen Fahrspurerkennung, kann eine "ereignisgesteuerte Fahrspurerkennungskomponente" dazu einge- setzt werden, Informationen aus der Infrastruktur auszuwerten und so ebenfalls die Fahrspur zu erkennen (z.B. Telegrammübertragung durch eine Balise oder Erkennen der Erschütterung durch Überfahren einer Weiche und anschließende Bildanalyse) . Auf Basis der Initialisierungskomponente, der "kontinuierli¬ chen Fahrspurerfassungskomponente" und der "ereignisgesteuer¬ ten Fahrspurerkennungskomponente" kann die Fahrspur sicher erkannt werden. Für die zeitnahe Erkennung der Fahrspur und darüber hinaus der Erkennung der als nächstes befahrenen Fahrspur wird eine Komponente zur Fahrspurwechselanalyse ein¬ gesetzt. Auf Basis von Positions-, Fahrspur und Streckendaten weiß die Fahrspurinformationskomponente, wann während des Be¬ triebs als Nächstes eine Weiche überfahren wird. Mit dieser Information kann die Komponente zur Fahrspurwechselanalyse angesteuert werden, die dann ein Bild von der vorausliegenden Weiche aufnimmt und anhand des Vergleichs des Bilds mit vor¬ handenen Weichenaufnahmen erkennt, auf welche Fahrspur die
Weiche als Nächstes leitet. Damit kann eben auch die als nächste befahrene Fahrspur erkannt werden.
Sowohl für die kontinuierliche Erkennung der Fahrspur als auch für die Erkennung von Fahrspurwechseln werden Positionsdaten verwendet, um zu bestimmen, wann über eine Bildakquisi- tionskomponente Aufnahme von der Umgebung abgegriffen werden müssen. Die Bildakquisitionskomponente nimmt dann mehrere Bilder von der Umgebung und der Fahrspurinfrastruktur in en- gen zeitlichen Abstand auf und gibt diese an die Positions¬ ausgleichskomponente weiter. Diese berechnet bei Bedarf einen Positionsausgleich der aufgenommen Bilder auf Basis der Positionsdaten, d.h. Bilder werden ggf. etwas verzerrt. Diese Bilder werden dann an die Bildabgleichkomponente gegeben, die auf Basis des vorhandenen Bildmaterials, dessen Bewertung,
Metadaten und Kalibrierungsbilder den Zustand der Weiche oder die befahrene Fahrspur erkennt. Auf Basis der so erkannten Fahrspur oder des Fahrspurwechsels können dann unter Kenntnis des fahrtechnischen Regelwerks und der Fahrzeugfähigkeiten entsprechende Fahraktionen automatisch berechnet werden, die dem Triebfahrzeugführer als Empfehlungen angezeigt werden, ggf. zur Validierung der Fahrbefehle des Triebfahrzeugführers eingesetzt werden können oder zur automatischen Umsetzung durch ein automatisches Fahrsystem weitergegeben werden kön- nen.
Durch den vorstehend skizzierten intelligenten Abgleich von Strecken-, Gleis-, Positions- und Kameradaten kann erreicht werden, dass:
- die befahrene Fahrspur ohne aufwändige Infrastrukturinves¬ titionen zuverlässig automatisch erkannt wird;
- die als nächstes befahrene Fahrspur automatisch erkannt wird noch bevor es befahren wird;
- das System im Laufe der Zeit immer besser und zuverlässiger arbeitet;
- die befahrene/als nächstes befahrene Fahrspur bei ungünsti¬ gen Sichtbedingungen zuverlässiger erkannt werden kann als durch Triebfahrzeugführer;
- Triebfahrzeugführer nicht mehr für das Erkennen des befahrenen Gleises benötigt werden, so dass unabhängig von deren Verfügbarkeit die befahrene Fahrspur erkannt werden kann. In einer hierfür vorgesehenen Fahrspurerkennungsvorrichtung sind dazu vorzugsweise folgende Komponenten/Module enthalten:
1. Eine als Fahrspurinformationskomponente ausgebildete Be- rechnungs-/AusWerteeinrichtung :
Diese Einrichtung hält Information über eine befahrene Fahrspur vor. Berechnet auf Basis von Positions- und Streckenda¬ ten, wann eine Fahrspurwechselanalyse vorgenommen werden muss .
Wertet neue Fahrspurinformationen einer kontinuierlichen Fahrspurerkennung, einer ereignisgesteuerten Fahrspurerkennung und einer Fahrspurwechselanalyse aus.
2. Eine Initialisierungskomponente ausgebildete Initialisie¬ rungseinrichtung :
Die Einrichtung speichert die zuletzt befahrene Fahrspur und die Position. Muss vor der ersten Radumdrehung eingeschaltet werden. Erkennt Bewegungen des Fahrzeugs im abgerüsteten Zustand, z.B. durch Bewegung einer Rangierlok im Fall eines Schienenverkehrssystems .
Diese Komponente kann entfallen, wenn beim Einschalten des Bahnfahrzeuges sofort die kontinuierliche Fahrspurerkennung angewendet werden kann. 3. Eine als ereignisgesteuerte Fahrspurvalidierungskomponente ausgebildete Erkennungseinrichtung zum ereignisgesteuerten Erkennen von Fahrspuren:
Die Einrichtung wertet durch eine Infrastrukturelementerken- nungskomponente erkannte Infrastrukturelemente aus, die aktiv Informationen übertragen (Balisen) , oder passiv erkannt werden (Erschütterungen durch eine Weiche) . Wendet gegebenenfalls ein Bild-basiertes Fahrspurerkennungsverfahren der kontinuierlichen Fahrspurerkennung an, wenn Infrastrukturelemen-
te nicht hinreichend Information zur Erkennung des Gleises geben .
4. Eine als Infrastrukturelementerkennungskomponente ausge- bildete Informations-Registriereinrichtung :
Nimmt Auswertungen vor z.B. von
a. Balisen durch Datenübertragung
b. Weichen durch spezifische Erschütterung 5. Eine als kontinuierliche Fahrspurerkennungskomponente aus¬ gebildete Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren:
- Die Einrichtung erkennt auf Basis von Umgebungs- und Gleis¬ bildern die befahrene Fahrspur.
- Die Einrichtung ändert zur Optimierung die Erkennungsintervalle abhängig von Positions- und Geschwindigkeitsdaten, z.B. ist es bei Tempo 200 nicht notwendig, kontinuierlich, um die Fahrspur zu erkennen.
a. In Variante 1 werden einfach nur Ähnlichkeitsmaße über die Bilder je nach befahrbarer Fahrspur berechnet. Für ein konkretes Bild kann dann bestimmt werden, ob es ähnlich zu einem von einer Fahrspur 1 aufgenommenen Bild ist oder zu einem von einer Fahrspur 2 aufgenommen Bild.
b. In Variante 2 werden die Fahrspuren, z.B. Schienen, durch Kantenerkennungsalgorithmen im Bild erkannt und mit Streckeninformationen abgeglichen.
6. Eine als Fahrspurwechselanalysekomponente ausgebildete Er¬ kennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren:
Die Einrichtung wertet die Bilder einer vorausliegenden Weiche aus und gleicht dies mit Bildern von den möglichen Wei¬ chenstellungen ab. Erkennt so, welche Fahrspur als nächstes befahren wird.
7. Eine als Strecken- & Fahrzeugdatenbank ausgebildete Speichereinrichtung :
Die Einrichtung beinhaltet Informationen über die Anzahl der Fahrspuren, die parallel verlegt sind, Positionsdaten von Weichen, aber auch Informationen über die Montage der benutzten Kameras (Bildakquisitionskomponenten) .
8. Eine als Positionsbestimmungskomponente ausgebildete Posi¬ tionsbestimmungseinrichtung :
Die Einrichtung bestimmt die geografische Position des Fahr¬ zeugs in herkömmlicher Weise.
9. Eine Positionsausgleichskomponente ausgebildete Positions¬ ausgleichseinrichtung :
Die Einrichtung bestimmt eventuell notwendige Verzerrungen des Bildmaterials, falls das vorhandene Bildmaterial der Bilddatenbank nicht exakt an der gleichen Stelle aufgenommen wurde wie die zur Fahrt aufgenommenen Bilder.
10. Eine als Bildaufzeichnungsgerät oder Bildakquisitionskom- ponente ausgebildete Erfassungseinrichtung:
Die Einrichtung enthält eine gewöhnliche Videokamera, Infra¬ rotkamera, Wärmebildkamera oder ein ähnliches Gerät, das Bildmaterial der Umgebung aufnehmen kann. Vorzugsweise schwenkbar ausgebildet, um den Winkel des Aufnahmegeräts zur Fahrspur ausgleichen zu können. Im Hinblick auf die Sicherheitsrelevanz der Bildakquisitionskomponente sollte diese re¬ dundant vorhanden sein, um bei Beschädigung, Ausfall oder Verschmutzung den Betrieb zumindest eingeschränkt zu ermögli¬ chen. Zudem wäre es denkbar zwei oder mehrere dieser Komponenten parallel arbeiten zu lassen, um die Konfidenz der gewonnen Daten zu erhöhen.
11. Eine als Bildabgleichkomponente für die Fahrspurerkennung ausgebildete Positionsabgleicheinrichtung :
(Variante 1, siehe Punkt 5) : Die Einrichtung vergleicht die während einer Fahrt aufgenommen Bilder mit den durch Experten markierten und bewerteten Bildern, ggf. weiteren Metadaten und Kalibrierungsbildern, um die befahrene Fahrspur erkennen zu können. Dabei wird die Markierung der Experten verwendet,
um den relevanten Bildausschnitt möglichst genau festzulegen und auch zwischen relevanten und irrelevanten Bildanteilen unterscheiden zu können. Für den Farbabgleich werden ggf. markante Bildelemente in der Umgebung des Signals wie weiße Schilder verwendet.
(Variante 2, siehe Punkt 5) : Die Einrichtung wertet aus, wie viele Fahrspuren, z.B. Schienen, in einem während der Fahrt aufgenommen Bild zu sehen sind und bestimmt durch Abgleich mit Streckenmetadaten die aktuell befahrene Fahrspur.
12. Eine als Bildabgleichkomponente für die Weichenanalyse ausgebildete Positionsabgleicheinrichtung :
Die Einrichtung vergleicht die während der Fahrt aufgenommen Bilder mit den durch Experten markierten und bewerteten Bildern, ggf. weiteren Metadaten und Kalibrierungsbildern, um die Stellung der Weiche erkennen zu können. Ansonsten analog zu Punkt 11. 13. Eine als Bilddatenbank ausgebildete Speichereinrichtung: Die Einrichtung enthält die Streckenbilder, die genaue Posi¬ tion deren Aufnahme, ggf. den Winkel der Aufnahme, Metadaten wie den Typ der Weiche sowie ggf. Kalibrierungsbilder. Diese werden wie folgt erfasst.
a. Statisch
Zunächst statisch in Erprobungsfahrten oder durch gezielte Aufnahmen durch Aufnahmepersonal.
In einer Erweiterung:
b. Dynamisch
Das Bildmaterial in der Datenbank wird regelmäßig durch die während der Fahrten neu aufgenommenen Bilder ergänzt.
Als Erweiterung der Fahrspurerkennungsvorrichtung können da- rüber hinaus vorzugsweise noch folgende Komponenten/Module enthalten sein:
a. Eine Korrekturkomponente für die Erfassungseinrichtung, die in die Auswertung des Bildmaterials Wetter- und Hellig¬ keitsdaten mit einbezieht. b. Eine Brennweiteveränderungskomponente für die Erfassungs¬ einrichtung, die in Abhängigkeit vom Abstand zur Weiche oder in Abhängigkeit von der Position den richtigen Aufnahmewinkel wählt, um so die Auswertung des Bildes optimal zu unterstüt¬ zen. Damit kann nicht nur der Abstand zum Weiche berücksich- tigt werden, sonder auch unterschiedliche Aufnahmesituatio- nen. Zum Beispiel können dann sowohl Aufnahmesituationen auf freier Strecke (benötigen Bilder aus großer Entfernung, um aufgrund der Geschwindigkeit rechtzeitig reagieren zu können) als auch Aufnahmesituationen im Bahnhofsbereich (benötigen Bilder mit einer hohen Breite) geeignet bedient werden. c. Eine Beleuchtungskomponente für die Erfassungseinrichtung, beispielsweise ein Scheinwerfer der inner- oder außerhalb des menschlich sichtbaren Bereichs arbeitet, durch welche sich die Qualität des von der Bildakquisitionskomponente bei Nacht oder schlechter Witterung aufgenommenen Bildmaterials verbessert . d. Eine landseitige Auswertestation, die vorzugsweise über Mobilfunk angebunden ist, und Bilder entgegennimmt, für die eine Auswertung nur mit hohem Unsicherheitsfaktor möglich ist .
Diese Bilder können dann von einem menschlichen Experten ausgewertet werden und diese Information kann dann wiederum in die Bilddatenbank des Bahnfahrzeugs zurückgespeist werden.
1. Bei hinreichender Kommunikationsbandbreite und Verfügbar¬ keit menschlicher Experten kann dies sogar in Echtzeit erfolgen derart, dass das Ergebnis der Auswertung zur Steuerung des Zuges verwendet werden kann.
2. Über die landseitige Auswertestation kann darüber hinaus das Bildmaterial von Bahnfahrzeugen einer Fahrzeugflotte oder mehrerer Flotten abgeglichen und verteilt werden.
e. Ein mobiles Gerät eines Zugführers oder vergleichbaren Bahnbediensteten, der zwecks Passagierabfertigung ohnehin auf dem Bahnfahrzeug mitfährt und ähnlich wie unter d) Bilder mit einem hohen Unsicherheitsfaktor bewertet.
Darüber hinaus ist es möglich, dass die Fahrspurerkennungs¬ vorrichtung als eine virtuelle Maschine im Sinne eines
"Software Defined Signal Recognition of Rail Traffic Sys- tems" ausgebildet ist und funktioniert.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfol¬ genden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung anhand der FIGUREN 1 bis 5. Diese zeigen:
FIGUR 1 in einem Referenzbetrieb die Erfassung von ortsbezo¬ genen Referenz-Informationen bezüglich geografischer Umgebung und Nutzung von Fahrspuren im Bahnverkehr auf einer abschnittsweise dargestellten Bahnstrecke eines Bahnnetzes durch eine Fahrspurerkennungsvorrichtung in einem Bahnfahrzeug in Bezug auf eine bestimmte geografische Position des Bahnfahrzeugs auf der Bahnstrecke,
FIGUR 2 ausgehend von der FIGUR 1 in einem Fahrspurerken- nungsbetrieb des Bahnfahrzeugs auf dem Abschnitt der Bahn¬ strecke des Bahnnetzes zu einer bestimmten Ortskoordinate des Bahnfahrzeuges auf dieser Bahnstrecke die Erfassung einer Be¬ trieb-Ortsinformation in Bezug auf die geografische Umgebung und einer Betrieb-Fahrspurinformation oder Betrieb-Fahrspur- Wechselinformation in Bezug auf die Bahnverkehr-Fahrspurnut¬ zung durch die Fahrspurerkennungsvorrichtung in dem Bahnfahrzeug,
FIGUR 3 den prinzipiellen Aufbau der Fahrspurerkennungsvor- richtung zum Erkennen von Fahrspuren bedingt oder nicht bedingt durch einen Fahrspurwechsel aufgrund der erfassten Re¬ ferenz-Informationen im Referenzbetrieb gemäß der FIGUR 1 und
der erfassten Betrieb-Informationen im Fahrspur- /Gleiserkennungsbetrieb gemäß der FIGUR 2,
FIGUR 4 den prinzipiellen Aufbau einer Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren wie sie in der Fahrspurerkennungsvorrichtung gemäß der FIGUR 3 enthalten ist,
FIGUR 5 den prinzipiellen Aufbau einer Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren wie sie in der Fahrspurerkennungsvorrichtung gemäß der FIGUR 3 enthalten ist.
FIGUR 1 zeigt ein Bahnverkehr BVK, bei dem in einem Referenz- betrieb ortsbezogen in Form von Referenz-Ortsinformationen
ROI und fahrspurspezifischen Referenz-Informationen RFI, RFWI in Bezug auf geografische Umgebung, z.B. gemäß der Darstel¬ lung in der FIGUR 1 bezüglich eines Bahnhofsbereichs mit ei¬ nem typischen Bahnnetz BNE und üblicher Bahninfrastruktur in Gestalt von Weichen WCH, eines Bahnsteigs BSG, einem Bahn¬ hofsgebäude BHG etc., und Fahrspurnutzung von einem Bahnfahrzeug BFZ aus, das entlang einer abschnittsweise dargestellten Bahnstrecke BST des Bahnnetzes BNE auf Fahrspuren FS, FSW un¬ terwegs ist, durch eine Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV er- fassbar sind bzw. erfasst werden.
Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel handelt es sich bei dem Bahnverkehr BVK um einen Schienenverkehr SVK, bei dem in einem Referenzbetrieb ortsbezogen in Form der Refe- renz-Ortsinformationen ROI und von gleisspezifischen Referenz-Informationen RGI, RGWI in Bezug auf geografische Umge¬ bung, z.B. gemäß der Darstellung in der FIGUR 1 bezüglich eines Bahnhofsbereichs mit einem typischen Schienennetz SNE und üblicher Bahninfrastruktur in Gestalt der Weichen WCH, des Bahnsteigs BSG, des Bahnhofsgebäude BHG etc., und Gleis¬ nutzung von einem Schienenfahrzeug SFZ aus, das entlang ei¬ ner abschnittsweise dargestellten Schienenstrecke SST des Schienennetzes SNE auf Gleisen GL, GLW unterwegs ist, durch
eine Gleiserkennungsvorrichtung GEV erfassbar sind bzw. er- fasst werden.
Die Erfassung der Referenz-Informationen kann z.B. durch Sonderfahrten mit dem Schienenfahrzeug passieren. Die orts¬ bezogenen Referenz-Informationen können aber auch auf andere Art und Weise als durch Sonderfahrten generiert werden. So z.B. durch entsprechend geeignete schienenfahrzeugunabhängige Aufzeichnungsverfahren oder aufgrund gezielter Erfassung der geografischen Umgebung und der Gleisnutzung durch das Personal des Schienenfahrzeugs auf der der Schienenstrecke in dem Schienennetz (manuelle Erfassung) .
An die Stelle des dargestellten Schienenverkehrs SVK mit dem auf der Schienenstrecke SST des Schienennetzes SNE fahrenden Schienenfahrzeugs SFZ ist auch hier wieder aufgrund der ein¬ gangs geführten Diskussion auch jedes andere x-beliebige kurz- oder langstreckenbasierte Bahnverkehrssystem als wei¬ teres Ausführungsbeispiel der Erfindung denk- und vorstell- bar. So käme ebenso z.B. ein Magnetschwebebahn-Verkehrs¬ system (Stw.: Transrapid, Maglev etc.) mit einer entspre¬ chend vergleichbaren Infrastruktur, bestehend aus Bahnnetz, Bahnstrecke und Bahnfahrzeug, in Frage. In dem in der FIGUR 1 dargestellten Schienenverkehrssystem ist in einem Triebwagen TRW des Schienenfahrzeugs SFZ mit einem Triebführerstand TFS und einer integrierter Anzeige¬ einrichtung AZE, in dem sich der Arbeitsplatz des Fahrzeugführers FZF befindet, für die Erfassung der Referenz- Informationen die Gleiserkennungsvorrichtung GEV untergebracht. Die Gleiserkennungsvorrichtung GEV beinhaltet hierfür eine Erfassungseinrichtung EFE, die vorzugsweise als Bildaufzeichnungsgerät BAZG, z.B. als gewöhnliche Videokame¬ ra, Lasersensor, Wärmebildkamera, Radar-Einrichtung, Infra- rotkamera etc., ausgebildet ist und wegen Akquirierung von Bildern auch als Bildakquisitionsgerät bezeichnet wird.
Darüber hinaus ist es für den Referenzbetrieb - unabhängig davon, ob in dem Triebwagen TRW des Schienenfahrzeugs SFZ die Erfassungseinrichtung EFE oder das Bildaufzeichnungsgerät BAZG untergebracht ist - von Vorteil, wenn mehr als eine Erfassungseinrichtung EFE bzw. ein Bildaufzeichnungsgerät BAZG eingesetzt wird. Dadurch kann, wenn z.B. eine Erfas¬ sungseinrichtung EFE bzw. ein Bildaufzeichnungsgerät BAZG durch Beschädigung oder Verschmutzung ausfällt, die Erfassung der Referenz-Informationen und auf jeden Fall fortge- setzt werden. Zudem ist es möglich, dass bei einem paralle¬ len Betrieb von z.B. zwei Erfassungseinrichtungen EFE bzw. Bildaufzeichnungsgeräten BAZG die Konfidenz der erfassten Referenz-Informationen zu erhöhen. Mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG sind/werden, wenn für das auf dem Gleis GL fahrende Schienenfahrzeug SFZ kein durch eine Weiche WCH bedingter Gleiswechsel GLW ansteht, von dem Schienenfahrzeug SFZ aus, z.B. aus der Perspektive des Triebwagenführers FZF in dem Triebführerstand TFS des Triebwagens TRW und/oder aus einer ortsfesten, gleisobservierenden Position im oder am Fahrzeug SFZ, die Referenz-Ortsinformationen ROI und Referenz- Gleisinformationen RGI erfassbar/erfasst . Steht hingegen für das auf dem Gleis GL fahrende Schienen¬ fahrzeug SFZ ein durch eine Weiche WCH bedingter Gleiswechsel GLW an, so sind/werden die Referenz-Ortsinformationen ROI und Referenz-Gleiswechselinformationen RGWI erfassbar/erfasst . Nach diesem Gleiswechsel GLW fährt das Schienenfahrzeug SFZ nicht mehr auf dem Gleis GL, sondern auf einem Gleis GLW. Auf diesem Gleis GLW sind/werden dann wieder mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG von dem Schienenfahrzeug SFZ aus die Referenz-Ortsinformationen ROI und die Referenz-Gleisinformationen RGI erfassbar/erfasst .
Allgemeiner formuliert: Mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG sind/werden, wenn für das auf der Fahrspur FS fahrende Bahnfahrzeug BFZ kein durch
eine Weiche WCH bedingter Fahrspurwechsel FSW ansteht, von dem Bahnfahrzeug BFZ aus, z.B. aus der Perspektive des Trieb¬ wagenführers FZF in dem Triebführerstand TFS des Triebwagens TRW und/oder aus einer ortsfesten, fahrspurobservierenden Po- sition im oder am Fahrzeug BFZ, die Referenz-Ortsinformati¬ onen ROI und Referenz-Fahrspurinformationen RFI erfass- bar/erfasst .
Steht hingegen für das auf der Fahrspur FS fahrende Bahnfahr- zeug BFZ ein durch eine Weiche WCH bedingter Fahrspurwechsel FSW an, so sind/werden die Referenz-Ortsinformationen ROI und Referenz-Fahrspurwechselinformationen RFWI erfassbar/erfasst . Nach diesem Fahrspurwechsel FSW fährt das Bahnfahrzeug BFZ nicht mehr auf der Fahrspur FS, sondern auf einer Fahrspur FSW. Auf dieser Fahrspur FSW sind/werden dann wieder mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG von dem Bahnfahrzeug BFZ aus die Referenz-Ortsinformati¬ onen ROI und die Referenz-Fahrspurinformationen RFI erfass- bar/erfasst .
In dem Triebwagens TRW des Schienenfahrzeugs SFZ gemäß des in der FIGUR 1 dargestellten Schienenverkehrssystems ist zu¬ sätzlich zu der Gleiserkennungsvorrichtung GEV mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG noch eine Radumdrehung-Zähleinrichtung RUZE untergebracht, mit der Radumdrehungen des Schienenfahrzeugs SFZ auf dem Gleis GL erfasst werden und die zur Ansteuerung, wann die Radumdrehungen erfasst werden sollen, durch die Gleiserkennungsvorrichtung GEV mit dieser verbunden ist (vgl. auch FI- GUR 3 mit der dazugehörigen Beschreibung) .
FIGUR 2 zeigt ausgehend von der FIGUR 1 ein Bahnverkehr BVK, bei dem in einem Fahrspurerkennungsbetrieb ortsbezogen in Form von Betrieb-Ortsinformationen BOI und fahrspurspezifi- sehen Betrieb-Informationen BFI, BFWI in Bezug auf geografi- sche Umgebung, z.B. gemäß der Darstellung in der FIGUR 2 bezüglich des Bahnhofsbereichs mit dem typischen Bahnnetz BNE und der üblicher Bahninfrastruktur in Gestalt der Weichen
WCH, des Bahnsteigs BSG, dem Bahnhofsgebäude BHG etc., von dem Bahnfahrzeug BFZ aus, das entlang der abschnittsweise dargestellten Bahnstrecke BST des Bahnnetzes BNE auf den Fahrspuren FS, FSW unterwegs ist, durch die Fahrspurerken- nungsvorrichtung FEV erfassbar sind bzw. erfasst werden.
Ortsbezogen für den Fahrspurerkennungsbetrieb bedeutet, dass für jeden x-beliebigen Ort auf der Bahnstrecke BST, auf der das Bahnfahrzeug BFZ bewegbar ist, eine Bahnortskoordinate BOK bestimmt werden kann, mit der die Position des Bahnfahr- zeugs BFZ hinreichend angebbar ist und zu der jeweils eine
Betrieb-Ortsinformation BOI und eine fahrspurspezifischen Betrieb-Informationen BFI, BFWI erfasst werden kann.
Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel handelt es sich bei dem Bahnverkehr BVK um einen Schienenverkehr SVK, bei dem in einem Gleiserkennungsbetrieb ortsbezogen in Form der Betrieb-Ortsinformationen BOI und von gleisspezifischen Betrieb-Informationen BGI, BGWI in Bezug auf geografische Umgebung, z.B. gemäß der Darstellung in der FIGUR 2 bezüglich des Bahnhofsbereichs mit dem typischen Schienennetz SNE und der üblicher Bahninfrastruktur in Gestalt der Weichen WCH, des Bahnsteigs BSG, dem Bahnhofsgebäude BHG etc., von dem Schienenfahrzeug SFZ aus, das entlang der abschnittsweise dargestellten Schienenstrecke SST des Schienennetzes BNE auf den Gleisen FS, FSW unterwegs ist, durch die Gleiserkennungsvorrichtung GEV erfassbar sind bzw. erfasst werden.
Ortsbezogen für den Gleiserkennungsbetrieb bedeutet, dass für jeden x-beliebigen Ort auf der Schienenstrecke BST, auf der das Schienenfahrzeug SFZ bewegbar ist, eine Schienen- ortskoordinate SOK bestimmt werden kann, mit der die Positi¬ on des Schienenfahrzeugs SFZ hinreichend angebbar ist und zu der jeweils eine Betrieb-Ortsinformation BOI und eine gleis¬ spezifischen Betrieb-Informationen BGI, BGWI erfasst werden kann .
An die Stelle des dargestellten Schienenverkehrs SVK mit dem auf der Schienenstrecke SST des Schienennetzes SNE fahrenden Schienenfahrzeugs SFZ ist auch hier wieder aufgrund der ein-
gangs geführten Diskussion auch jedes andere x-beliebige kurz- oder langstreckenbasierte Bahnverkehrssystem als wei¬ teres Ausführungsbeispiel der Erfindung denk- und vorstell¬ bar. So käme ebenso z.B. ein Magnetschwebebahn- Verkehrssystem (Stw.: Transrapid, Maglev etc.) mit einer entsprechend vergleichbaren Infrastruktur, bestehend aus Bahnnetz, Bahnstrecke und Bahnfahrzeug, in Frage.
In dem in der FIGUR 2 dargestellten Schienenverkehrssystem ist in einem Triebwagen TRW des Schienenfahrzeugs SFZ mit dem Triebführerstand TFS und der integrierter Anzeigeeinrichtung AZE, in dem sich der Arbeitsplatz des Fahrzeugführers FZF befindet, für die Erfassung der Betrieb-Informati¬ onen die Gleiserkennungsvorrichtung GEV untergebracht. Die Gleiserkennungsvorrichtung GEV beinhaltet hierfür wieder die Erfassungseinrichtung EFE, die vorzugsweise als Bildauf¬ zeichnungsgerät BAZG, z.B. als gewöhnliche Videokamera, La¬ sersensor, Wärmebildkamera, Radar-Einrichtung, Infrarotkame¬ ra etc., ausgebildet ist und wegen Akquirierung von Bildern auch als Bildakquisitionsgerät bezeichnet wird.
Darüber hinaus ist es auch für den Gleisbetrieb - unabhängig davon, ob in dem Triebwagen TRW des Schienenfahrzeugs SFZ die Erfassungseinrichtung EFE oder das Bildaufzeichnungsge- rät BAZG untergebracht ist - von Vorteil, wenn mehr als eine Erfassungseinrichtung EFE bzw. ein Bildaufzeichnungsgerät BAZG eingesetzt wird. Dadurch kann, wenn z.B. eine Erfas¬ sungseinrichtung EFE bzw. ein Bildaufzeichnungsgerät BAZG durch Beschädigung oder Verschmutzung ausfällt, die Erfas- sung der Referenz-Informationen und auf jeden Fall fortgesetzt werden. Zudem ist es möglich, dass bei einem paralle¬ len Betrieb von z.B. zwei Erfassungseinrichtungen EFE bzw. Bildaufzeichnungsgeräten BAZG die Konfidenz der erfassten Betrieb-Informationen zu erhöhen.
Mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG sind/werden, wenn für das auf dem Gleis GL fahrende Schienenfahrzeug SFZ kein durch eine Weiche WCH bedingter
Gleiswechsel GLW ansteht, von dem Schienenfahrzeug SFZ aus, z.B. aus der Perspektive des Triebwagenführers FZF in dem Triebführerstand TFS des Triebwagens TRW und/oder aus einer ortsfesten, gleisobservierenden Position im oder am Fahrzeug SFZ, für jede Schienenortskoordinate SOK eine Betrieb- Ortsinformation BOI und eine Betrieb-Gleisinformation BGI er- fassbar/erfasst.
Steht hingegen für das auf dem Gleis GL fahrende Schienen- fahrzeug SFZ ein durch eine Weiche WCH bedingter Gleiswechsel GLW an, so sind/werden für jede Schienenortskoordinate SOK eine Betrieb-Ortsinformation BOI und eine Betrieb-Gleiswechselinformation BGWI erfassbar/erfasst . Nach diesem Gleiswechsel GLW fährt das Schienenfahrzeug SFZ nicht mehr auf dem Gleis GL, sondern auf einem Gleis GLW. Auf diesem Gleis GLW sind/werden dann wieder mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG von dem Schienenfahrzeug SFZ aus für jede Schienenortskoordinate SOK eine Betrieb- Ortsinformation BOI und eine Betrieb-Gleisinformation BGI er- fassbar/erfasst .
Allgemeiner formuliert: Mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG sind/werden, wenn für das auf der Fahrspur FS fahrende Bahnfahrzeug BFZ kein durch eine Weiche WCH bedingter Fahrspurwechsel FSW ansteht, von dem Bahnfahrzeug BFZ aus, z.B. aus der Perspektive des Trieb¬ wagenführers FZF in dem Triebführerstand TFS des Triebwagens TRW und/oder aus einer ortsfesten, fahrspurobservierenden Position im oder am Fahrzeug BFZ, für jede Bahnortskoordinate BOK eine erste Betrieb-Ortsinformation BOI1 und eine Betrieb- Fahrspurinformation BFI erfassbar/erfasst .
Steht hingegen für das auf der Fahrspur FS fahrende Bahnfahrzeug BFZ ein durch eine Weiche WCH bedingter Fahrspurwechsel FSW an, so sind/werden für jede Bahnortskoordinate BOK eine zweite Betrieb-Ortsinformation BOI2 und eine Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI erfassbar/erfasst . Nach diesem Fahrspurwechsel FSW fährt das Bahnfahrzeug BFZ nicht mehr auf
der Fahrspur FS, sondern auf einer Fahrspur FSW. Auf dieser Fahrspur FSW sind/werden dann wieder mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG von dem Bahnfahrzeug BFZ aus für jede Bahnortskoordinate BOK eine dritte Betrieb-Ortsinformation BOI3 und eine Betrieb- Fahrspurinformation BFI erfassbar/erfasst .
In dem Triebwagens TRW des Schienenfahrzeugs SFZ gemäß des in der FIGUR 2 dargestellten Schienenverkehrssystems ist auch wieder zusätzlich zu der Gleiserkennungsvorrichtung GEV mit der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG noch eine Radumdrehung-Zähleinrichtung RUZE untergebracht, mit der Radumdrehungen des Schienenfahrzeugs SFZ auf dem Gleis GL erfasst werden und die zur Ansteuerung, wann die Radumdrehungen erfasst werden sollen, durch die Gleiserkennungsvorrichtung GEV mit dieser verbunden ist (vgl. auch FIGUR 3 mit der dazugehörigen Beschreibung) .
Wie jetzt vor diesem Hintergrund die eigentliche Fahrspurer- kennung im Bahnverkehr BVK bzw. die Gleiserkennung im Schienenverkehr SVK abläuft, wird nachfolgend anhand der FIGUREN 3 bis 5 beschreiben.
FIGUR 3 zeigt den prinzipiellen Aufbau der Fahrspurerken- nungsvorrichtung FEV, GEV zum Erkennen von Fahrspuren FS, FSW, GL, GLW bedingt oder nicht bedingt durch einen Fahrspurwechsel FSW, GLW aufgrund der erfassten Referenz- Informationen ROI, RFI, RGI, RFWI, RGWI im Referenzbetrieb gemäß der FIGUR 1 und der erfassten Betrieb-Informationen BOI1, BOI2, BOI3, BFI, BGI, BFWI, BGWI im Fahrspurerkennungsbetrieb gemäß der FIGUR 2.
Zentrale Komponenten für diese Erkennung in der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV sind eine Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF und Er¬ kennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF . Das funktionale Zusammenwirken dieser beiden Komponenten mit den übrigen in der FIGFUR 3 darge-
stellten Komponenten der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV wird unter Einbeziehung der FIGUREN 4 und 5 erläutert.
FIGUR 4 zeigt den prinzipiellen Aufbau der Erkennungseinrich- tung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF ·
Ausgangspunkt für diese Fahrspurerkennung bildet dabei gemäß den Ausführungen zu den FIGUREN 1 und 2 die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG, die bzw. das die Referenz-Ortsinforma- tion ROI und die erste und dritte Betrieb-Ortsinformation
BOI1, BOI3 in Bezug auf die geografische Umgebung sowie die Referenz-Fahrspurinformationen RFI, RGI und die Betrieb- Fahrspurinformation BFI, BGI erfasst. Wie vorstehend bei der Erläuterung der FIGUREN 1 und 2 beschrieben, kann die Erfassung der Informationen im Referenzbetrieb vorzugsweise automatisch, aber auch manuell erfol¬ gen, während die Erfassung der Informationen im Fahrspurerkennungsbetrieb vorzugsweise immer automatisch erfolgt. Wäh- rend bei der manuellen Erfassung die Erfassungseinrichtung EFE bzw. das Bildaufzeichnungsgerät BAZG manuell aktiviert bzw. ausgelöst wird, bedarf es bei der automatischen Erfassung eines entsprechenden externen Anstoßes. Zu diesem Zweck weist die Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV eine Positionsbestimmungseinrichtung PBE auf, mit der die geografische Position des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ auf der befahrenen Bahnstrecke BST, SST bestimmt wird und die gemäß der FIGUR 3 mit der Erkennungseinrichtung zum kontinuierli- chen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF verbunden ist. Die Art und Weise wie die Position bestimmt wird, ist für Erläute¬ rung des Ausführungsbeispieles der Erfindung von untergeord¬ neter Bedeutung und kann in der allgemein bekannten, üblichen Weise erfolgen. So z.B. auf der Basis eines GPS- basierten Systems oder einer GPS-basierten Technologie.
Mit der Positionsbestimmungseinrichtung PBE kann somit, insbesondere im Fahrspurerkennungsbetrieb, für jeden x-beliebi-
gen Ort auf der Bahnstrecke BST, SST, auf der das Bahnfahrzeug BFZ, SFZ bewegbar ist, die Bahnortskoordinate BOK, SOK bestimmt und dadurch die Position des Fahrzeugs hinreichend angeben werden.
Im Hinblick auf den vorstehend erwähnten Anstoß bzw. Trigger für die die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG wird von der der Positionsbestimmungseinrichtung PBE eine Bahnstreckeninformation BSI, insbesondere eine Schienenstreckeninformation SSI, generiert, die der die Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG zu dem genannten Zweck zuge¬ führt wird. Die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG weist hierzu eine Steuerschnittstelle STSS auf. Mit der Bahnstreckenin¬ formation BSI, SSI ist die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG derart steuerbar, dass diese
( i ) die Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 in Bezug auf die geografische Umgebung und die Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI in Abhängigkeit von der Bahnstreckeninformation BSI, SSI für die darin mitgeteilte Bahnortskoordinate BOK, SOK (bei der automatischen Erfassung im Fahrspurerkennungsbe¬ trieb; Option "I") oder
( ii ) die Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 in Bezug auf die geografische Umgebung und die Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI in Abhängigkeit von der Bahnstreckeninformation BSI, SSI für die darin mitgeteilte Bahnortskoordinate BOK, SOK bzw. die darin mitgeteilte Schienenortskoordinate SOK und die Referenz-Ortsinformation ROI in Bezug auf die geografische Umgebung und die Referenz-Fahrspurinformation RFI, RGI in Abhängigkeit von der Bahnstreckeninformation BSI, SSI für die darin mitgeteilte geografische Position des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ erfasst (bei der automatischen Erfassung im Fahrspurerkennungsbetrieb und Referenzbetrieb; Option "I" und Op¬ tion "II") . Die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG ist vorzugsweise derart ausgebildet sind, dass für die Bewertung der geografischen Umgebung und die Fahrspurnutzung im Erfassungskontext die ge-
naue Position und/oder der Winkel der Erfassung der geografi- schen Umgebung und der Fahrspur berücksichtigt werden.
In der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG ist weiterhin eine Bearbeitungskomponente BKO enthalten, mit der die geografi- sche Umgebung und die Fahrspurnutzung im Erfassungskontext bewertet und insbesondere mit zusätzlichen Markierungen versehen wird. Die Bearbeitungskomponente BKO weist dazu bei¬ spielsweise eine in der FIGUR 3 nicht explizit dargestellte Benutzerschnittstelle auf, über die die erfassten Referenz- Informationen, z.B. die aufgenommenen Bilder, von menschlichen Experten, z.B. dem Fahrzeugführer, bewertet und die genaue Position der Fahrspur in dem aufgezeichneten Bild sowie deren Zustand markiert werden.
Als Ergebnis der im Erfassungskontext bewerteten und insbe¬ sondere mit zusätzlichen Markierungen versehenen geografi- sche Umgebung und Fahrspurnutzung liefert die Bearbeitungs¬ komponente BKO entsprechende ortsbezogene Kontext- und Hin- weisinformationen KHI .
Diese ortsbezogenen Kontext- und Hinweisinformationen KHI bilden zusammen mit den Referenz-Ortsinformationen ROI und den Referenz-Fahrspurinformationen RFI, RGI sowie gegebenen- falls für die Fahrspurerkennung hilfreichen und von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG bereitgestellten orts- und erfassungskontextbezogenen Metainformationen MI ortsbezogene Referenzdaten RDA, die für die Fahrspurerkennung in einer Speichereinrichtung SPE gespeichert werden.
Die Referenzdaten RDA werden vorzugsweise statisch in Sonderfahrten oder aufgrund gezielter Erfassung der geografischen Umgebung und der Fahrspurnutzung durch das Personal des Bahnfahrzeugs auf der Bahnstrecke in dem Bahnnetz erzeugt und ge- speichert. Die statische Erfassung der gespeicherten Refe¬ renzdaten RDA kann zudem in vorteilhafter Weise optimiert werden, indem diese statischen Daten dynamisch durch die jeweils erfasste Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 und die je-
weils erfasste Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI ergänzt und gespeichert werden. In dieser Speichereinrichtung SPE sind ganz allgemein formuliert sämtliche für die Fahrspurerkennung benötigten Referenzdaten einschließlich der Metain- formationen sowie alle Bahnstruktur- und Bahninfrastrukturda¬ ten enthalten.
Als Ort für die Speicherung der Referenzdaten RDA ist die Speichereinrichtung SPE gemäß der Darstellung in der FIGUR 3 entweder (Option "A") außerhalb der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV, z.B. als Speicherdatenbank in dem Triebwagen oder in einer Daten-Cloud, der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF mit der darin enthaltenen Erfassungseinrichtung EFE, BAZG zugeordnet bzw. mit dieser verbindbar oder (Option "B") als Komponente der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV mit der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF und der darin enthaltenen Erfassungseinrichtung EFE, BAZG entsprechend verbunden.
Die Metainformationen MI werden von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG vorzugsweise optional bereitgestellt, um
Fahrspuren FS, FSW, GL, GLW besser und sicherer zu erkennen. Als zusätzliche Metainformation können z.B. kalibrierte Bil- der (z.B. aus einem speziellen Bildlabor) aus unterschiedlichen Perspektiven der jeweiligen Fahrspur herangezogen werden. Die Metainformationen MI sind ganz generell Informationen, die dem Wortsinn nach Merkmale oder Eigenschaften der erfassten Informationen und der im Erfassungskontext durch Bewertung gewonnenen Informationen betreffen, und sie geben an, wie die Art und Weise der Fahrspurnutzung durch generierte Kalibrierungsinformationen erfolgt.
Im Zuge des Ausführungsbeispiels der Erfindung enthält das Bildaufzeichnungsgerät BAZG, als bevorzugte Ausgestaltung der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG vorzugsweise zur Verbesserung der Erfassung der Referenz-Ortsinformationen ROI und der Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 in Bezug auf die geo-
grafische Umgebung sowie der Referenz-Fahrspurinformationen RFI, RGI und der Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI in Bezug auf die Fahrspurnutzung noch drei weitere Komponenten, eine Korrekturkomponente KOK, eine Brennweiteveränderungs¬ komponente BVK und eine Beleuchtungskomponente BLK.
Mit der Korrekturkomponente KOK werden bei der Auswertung des Bildmaterials Wetter- und Helligkeitsdaten mit einbezo¬ gen .
Mit der Brennweiteveränderungskomponente BVK wird in Abhän¬ gigkeit vom Abstand zum Signal der richtige Aufnahmewinkel gewählt, um so die mehrfache Auswertung der Fahrspur optimal zu unterstützen. Damit kann nicht nur der Abstand zur Fahrspur berücksichtigt werden, sondern auch unterschiedliche Aufnahmesituationen . Zum Beispiel können dann sowohl Aufnah- mesituationen auf freier Strecke (benötigen Bilder aus großer Entfernung, um aufgrund der Geschwindigkeit rechtzeitig reagieren zu können) als auch Aufnahmesituationen im Bahnhofsbereich (benötigen Bilder mit einer hohen Breite) geeignet bedient werden.
Mit der Beleuchtungskomponente BLK, die beispielsweise als ein Scheinwerfer ausgebildet ist, der inner- oder außerhalb des menschlich sichtbaren Bereichs arbeitet, wird die Quali¬ tät des von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG bei Nacht oder schlechter Witterung aufgenommenen Bildmaterials verbessert.
Nachdem vorstehend bei der Beschreibung der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF gemäß der FIGUR 3 unter Berücksichtigung der Ausführungen zu den FIGUREN 1 und 2 deren Funktionsweise in Bezug auf den Fahrspurerkennungsbetrieb einleitend und in Bezug auf den Referenzbetrieb im Detail erläutert worden ist, soll im fol¬ genden beschrieben werden, wie im Fahrspurerkennungsbetrieb der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF die Fahrspurerkennung aufgrund der von der
Erfassungseinrichtung EFE, BAZG erfassten Betrieb- Informationen BOI1, BOI3, BFI, BGI im Detail abläuft.
Die von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG auf der Basis der von der Positionsbestimmungseinrichtung PBE bestimmten Betrieb-Ortskoordinate BOK, SOK erfassten - vorzugsweise in Form von mehreren in engem zeitlichen Abstand von der geogra- fischen Umgebung und der Fahrspurnutzung aufgenommenen Bildern - Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 und Betrieb- Fahrspurinformation BFI, BGI werden zusammen mit der Betrieb- Ortskoordinate BOK, SOK einer Positionsausgleicheinrichtung PAUE zugeführt. Die Positionsausgleicheinrichtung PAUE, die für die Fahrspurerkennung einer Positionsabgleicheinrichtung PAE, in der für die Fahrspurerkennung ein Informationsab- gleich zwischen den Betrieb-Informationen und den ortsbezogenen Referenz-Informationen durchgeführt wird, vorgeschaltet ist, verändert vorzugsweise die für die bestimmte Bahnortsko¬ ordinate BOK, SOK von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG er- fasste Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 zum Ausgleich der Erfassungsungenauigkeit von Referenz-Ortsinformation ROI und Betrieb-Ortsinformation BOI für den Informationsabgleich . Die in der Positionsausgleicheinrichtung PAUE vorgenommene Veränderung wird dabei durch technische Verzerrungsmaßnahmen herbeigeführt .
In Bezug auf die von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG gelei¬ ferten Bilder bedeutet dies, dass eventuell notwendige Ver¬ zerrungen des Bildmaterials bestimmt werden, falls das vor¬ handene Bildmaterial der Bilddatenbank, die vorstehend ge- nannten Speichereinrichtung SPE, nicht exakt an der gleichen Stelle aufgenommen wurde wie die bei der Sonderfahrt aufge¬ nommenen Bilder. Es wird somit bei Bedarf ein Positionsaus¬ gleich der aufgenommen Bildern auf Basis der Positionsinformationen berechnet, d.h. die Bilder werden gegebenenfalls etwas verzerrt.
Die veränderte Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 und die Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI werden dann für den be-
reits erwähnten Informationsabgleich an die Positionsabgleicheinrichtung PAE gegeben bzw. an diese weitergeleitet. In dieser Positionsabgleicheinrichtung PAE werden dann die beiden Betrieb-Informationen, die vorzugsweise veränderte Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 und die Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI, mit den in der Speichereinrichtung SPE gespeicherten ortsbezogenen Referenzdaten RDA abgeglichen. Dieser Abgleich erfolgt dergestalt, dass die Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 mit den Referenz-Ortsinformationen ROI und die Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI mit den Referenz-Fahrspurinformationen RFI, RGI in Bezug auf die Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 und der dazu korrespondie¬ renden Referenz-Ortsinformation ROI derart auf der Grundlage der gespeicherten Referenzdaten RDA abgeglichen werden, dass die erfasste Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI für die Fahrspurerkennung, bei der für die jeweils bestimmte Bahnortskoordinate BOK, SOK eine von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ benutzte Fahrspur FS, GL und/oder eine von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ bedingt durch einen Fahrspurwechsel FSW, GLW be- nutzte Fahrspur FSW, GLW zu erkennen ist, gefunden ist, wenn die Betrieb-Fahrspurinformation BFI, BGI in Bezug auf die Betrieb-Ortsinformation BOI1, BOI3 und der dazu korrespondierenden Referenz-Ortsinformation ROI zu einer in den Referenzdaten RDA enthaltenen Referenz-Fahrspurinformation RFI, RGI unter Berücksichtigung der in den Referenzdaten RDA enthaltenen Kontext- und Hinweisinformationen KHI bzw. der Kontext- und Hinweisinformationen KHI und der Metainformationen MI korrespondiert. Die Positionsabgleicheinrichtung PAE ist vorzugsweise derart ausgebildet ist, dass der Informationsabgleich für die Erkennung der Fahrspuren FS, FSW, GL, GLW kontinuierlich durchgeführt wird. Alternativ dazu ist es auch möglich, dass die Positionsab¬ gleicheinrichtung PAE derart ausgebildet ist, dass der Infor- mationsabgleich für die Erkennung der Fahrspuren FS, GL, FSW, GLW in Erkennungsintervallen durchgeführt wird, bei dem für
die festzustellende Korrespondenz eine Ähnlichkeitsmaß zwi¬ schen zwei im Betrieb erfassten Betrieb-Fahrspurinformationen BFI, BGI in Bezug auf mindestens zwei dabei mit erfassten Be¬ trieb-Ortsinformationen BOI berechnet wird oder im Zuge einer bildlichen Erfassung der im Betrieb erfassten Betrieb- Fahrspurinformationen BFI, BGI in Bezug auf mindestens zwei dabei mit erfassten Betrieb-Ortsinformationen BOI mit Hilfe von Kantenerkennungsalgorithmen der Verlauf der von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ benutzten Fahrspur FS, GL, FSW, GLW durch einen sich im erfassten Bild ändernden Bildanteils der Fahrspur FS, GL, FSW, GLW zum erfassten Gesamtbild erkannt und mit in den Metainformationen MI enthaltenen bahnstreckenbezogenen Daten abgeglichen wird.
In Bezug auf die von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG gelei¬ ferten Bilder bedeutet dies, dass die während der regulären Betriebsfahrt aufgenommen Bilder mit den bewerteten, z.B. durch den Experten bzw. den Fahrzeugführer, und markierten Bildern sowie den gegebenenfalls weiteren Metadaten und Kalibrierungsbildern abgeglichen werden, um die von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ benutzte Fahrspur FS, GL, FSW, GLW erkennen zu können. Dabei wird die Markierung verwendet, um den relevanten Bildausschnitt möglichst genau festzulegen und auch zwischen relevanten und irrelevanten Fahrspuren (z.B. Fahrspur einer Nebenstrecke) unterscheiden zu können. Für den Farbabgleich werden gegebenenfalls markante Bildelemente in der Umgebung der Fahrspur wie weiße Schilder verwendet.
Ist auf diese Weise die von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ be- nutzte Fahrspur FS, GL, FSW, GLW erkannt, so wird von der die Positionsabgleicheinrichtung PAE in der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF eine die erkannte Fahrspur FS, GL repräsentierende erste Fahrspurinformation FSH erzeugt.
Diese erste Fahrspurinformation FSH wird gemäß der Darstel¬ lung in der FIGUR 3 von der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF an eine Berech-
nungs-/Auswerteeinrichtung BAWE in der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV übermittelt.
Was mit der ersten Fahrspurinformation FSH in der Berech- nungs-/Auswerteeinrichtung BAWE der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV weiter passiert, wird im Zusammenhang mit der weiteren Beschreibung der FIGUR 3 nach der folgenden Beschreibung der FIGUR 5 erläutert.
FIGUR 5 den prinzipiellen Aufbau einer Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF .
Ausgangspunkt für diese fahrspurwechselbedingte Fahrspurer¬ kennung bildet dabei gemäß den Ausführungen zu den FIGUREN 1 und 2 die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG, die bzw. das die Referenz-Ortsinformation ROI und die zweite Betrieb-Ortsinformation BOI2 in Bezug auf die geografische Umgebung sowie die Referenz-Fahrspurwechselinformationen RFWI, RGWI und die Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI erfasst.
Wie vorstehend bei der Erläuterung der FIGUREN 1 und 2 beschrieben, kann die Erfassung der Informationen im Referenzbetrieb vorzugsweise automatisch, aber auch manuell erfol¬ gen, während die Erfassung der Informationen im fahrspur- wechselbedingten Fahrspurerkennungsbetrieb vorzugsweise im¬ mer automatisch erfolgt. Während bei der manuellen Erfassung die Erfassungseinrichtung EFE bzw. das Bildaufzeichnungsgerät BAZG manuell aktiviert bzw. ausgelöst wird, bedarf es bei der automatischen Erfassung eines entsprechenden externen Anstoßes.
Zu diesem Zweck weist die Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV die Positionsbestimmungseinrichtung PBE auf, mit der die geografische Position des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ auf der be¬ fahrenen Bahnstrecke BST, SST bestimmt wird und die gemäß der FIGUR 3 die mittelbar über die Berechnungs-/Auswerte- einrichtung BAWE mit der Erkennungseinrichtung zum fahrspur- wechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF verbunden
ist. Die Art und Weise wie die Position bestimmt wird, ist für Erläuterung des Ausführungsbeispieles der Erfindung von untergeordneter Bedeutung und kann in der allgemein bekannten, üblichen Weise erfolgen. So z.B. auf der Basis eines GPS-basierten Systems oder einer GPS-basierten Technologie.
Mit der Positionsbestimmungseinrichtung PBE kann somit, insbesondere im Fahrspurerkennungsbetrieb, für jeden x-beliebi¬ gen Ort auf der Bahnstrecke BST, SST, auf der das Bahnfahr- zeug BFZ, SFZ bewegbar ist, die Bahnortskoordinate BOK, SOK bestimmt und dadurch die Position des Fahrzeugs hinreichend angeben werden.
Im Hinblick auf den vorstehend erwähnten Anstoß bzw. Trigger für die die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG wird von der der Positionsbestimmungseinrichtung PBE eine Bahnstreckeninformation BSI, insbesondere eine Schienenstreckeninformation SSI, generiert. Diese Bahnstreckeninformation BSI, SSI wird der Erfassungseinrichtung EFE bzw. dem Bildaufzeichnungsge- rät BAZG gemäß der Darstellung in der FIGUR 3 über die Be- rechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE in Form einer entsprechende Trigger-Information TI zugeführt, wobei die Trigger- Information TI in der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE aufgrund der dort empfangenen, den Anstoß bzw. den Trigger liefernden Bahnstreckeninformation BSI, SSI und der ersten Fahrspurinformation FSH erzeugt wird.
Mit anderen Worten: Die Erkennungseinrichtung zum fahrspur- wechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF und somit die darin enthaltene Erfassungseinrichtung EFE, BAZG sind über die Verbindung "Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE und Positionsbestimmungseinrichtung PBE" im Besitz der durch die Bahnortskoordinate BOK, SOK angegebene Position des Bahn¬ fahrzeugs BFZ, SFZ.
Die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG weist hierzu eine Steu¬ erschnittstelle STSS auf. Mit der Bahnstreckeninformation
BSI, SSI ist die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG derart steuerbar, dass diese
( i ) die Betrieb-Ortsinformation BOI2 in Bezug auf die geogra- fische Umgebung und die Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI in Abhängigkeit von der Bahnstreckeninformation BSI, SSI für die darin mitgeteilte Bahnortskoordinate BOK, SOK (bei der automatischen Erfassung im fahrspurwechselbe- dingten Fahrspurerkennungsbetrieb; Option "I") oder
( ii ) die Betrieb-Ortsinformation BOI2 in Bezug auf die geo- grafische Umgebung und die Betrieb-Fahrspurwechselinformation
BFWI, BGWI in Abhängigkeit von der Bahnstreckeninformation BSI, SSI für die darin mitgeteilte Bahnortskoordinate BOK, SOK bzw. die darin mitgeteilte Schienenortskoordinate SOK und die Referenz-Ortsinformation ROI in Bezug auf die geografi- sehe Umgebung und die Referenz-Fahrspurwechselinformation RFWI, RGWI in Abhängigkeit von der Bahnstreckeninformation BSI, SSI für die darin mitgeteilte geografische Position des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ erfasst (bei der automatischen Erfas¬ sung im fahrspurwechselbedingten Fahrspurerkennungsbetrieb und Referenzbetrieb; Option "I" und Option "II") .
Die Erfassungseinrichtung EFE, BAZG ist vorzugsweise derart ausgebildet sind, dass für die Bewertung der geografischen Umgebung und die fahrspurwechselbedingte Fahrspurnutzung im Erfassungskontext die genaue Position und/oder der Winkel der Erfassung der geografischen Umgebung und der Fahrspur berücksichtigt werden.
In der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG ist weiterhin eine Bearbeitungskomponente BKO enthalten, mit der die geografi¬ sche Umgebung und die fahrspurwechselbedingte Fahrspurnut¬ zung im Erfassungskontext bewertet und insbesondere mit zu¬ sätzlichen Markierungen versehen wird. Die Bearbeitungskomponente BKO weist dazu beispielsweise eine in der FIGUR 3 nicht explizit dargestellte Benutzerschnittstelle auf, über die die erfassten Referenz-Informationen, z.B. die aufgenommenen Bilder, von menschlichen Experten, z.B. dem Fahrzeug-
führer, bewertet und die genaue Position der Fahrspur in dem aufgezeichneten Bild sowie deren Zustand markiert werden.
Als Ergebnis der im Erfassungskontext bewerteten und insbe- sondere mit zusätzlichen Markierungen versehenen geografi- sche Umgebung und fahrspurwechselbedingte Fahrspurnutzung liefert die Bearbeitungskomponente BKO entsprechende ortsbe¬ zogene Kontext- und Hinweisinformationen KHI . Diese ortsbezogenen Kontext- und Hinweisinformationen KHI bilden zusammen mit den Referenz-Ortsinformationen ROI und den Referenz-Fahrspurinformationen RFI, RGI sowie gegebenenfalls für die Fahrspurerkennung hilfreichen und von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG bereitgestellten orts- und er- fassungskontextbezogenen Metainformationen MI ortsbezogene
Referenzdaten RDA, die für die fahrspurwechselbedingte Fahr¬ spurerkennung in einer Speichereinrichtung SPE gespeichert werden . Die Referenzdaten RDA werden vorzugsweise statisch in Sonderfahrten oder aufgrund gezielter Erfassung der geografischen Umgebung und der Fahrspurnutzung durch das Personal des Bahnfahrzeugs auf der Bahnstrecke in dem Bahnnetz erzeugt und ge¬ speichert. Die statische Erfassung der gespeicherten Refe- renzdaten RDA kann zudem in vorteilhafter Weise optimiert werden, indem diese statischen Daten dynamisch durch die jeweils erfasste Betrieb-Ortsinformation BOI2 und die jeweils erfasste Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI ergänzt und gespeichert werden. In dieser Speichereinrichtung SPE sind ganz allgemein formuliert sämtliche für die Fahr¬ spurerkennung benötigten Referenzdaten einschließlich der Metainformationen sowie alle Bahnstruktur- und Bahninfrastrukturdaten enthalten. Als Ort für die Speicherung der Referenzdaten RDA ist die
Speichereinrichtung SPE gemäß der Darstellung in der FIGUR 3 entweder (Option "A") außerhalb der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV, z.B. als Speicherdatenbank in dem Trieb-
wagen oder in einer Daten-Cloud, der Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF mit der darin enthaltenen Erfassungseinrichtung EFE, BAZG zugeordnet bzw. mit dieser verbindbar oder (Option "B") als Komponente der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV mit der Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF und der darin enthaltenen Erfassungseinrichtung EFE, BAZG entsprechend verbunden. Die Metainformationen MI werden von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG vorzugsweise optional bereitgestellt, um Fahrspuren FS, FSW, GL, GLW besser und sicherer zu erkennen. Als zusätzliche Metainformation können z.B. kalibrierte Bilder (z.B. aus einem speziellen Bildlabor) aus unterschiedli- chen Perspektiven der jeweiligen fahrspurwechselbedingten
Fahrspur herangezogen werden. Die Metainformationen MI sind ganz generell Informationen, die dem Wortsinn nach Merkmale oder Eigenschaften der erfassten Informationen und der im Erfassungskontext durch Bewertung gewonnenen Informationen betreffen, und sie geben an, wie die Art und Weise der fahr- spurwechselbedingten Fahrspurnutzung durch generierte Kalibrierungsinformationen erfolgt.
Im Zuge des Ausführungsbeispiels der Erfindung enthält das Bildaufzeichnungsgerät BAZG, als bevorzugte Ausgestaltung der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG vorzugsweise zur Verbesserung der Erfassung der Referenz-Ortsinformationen ROI und der Betrieb-Ortsinformation BOI2 in Bezug auf die geografi- sche Umgebung sowie der Referenz-Fahrspurwechselinformati- onen RFWI, RGWI und der Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI in Bezug auf die fahrspurwechselbedingte Fahr¬ spurnutzung noch drei weitere Komponenten, eine Korrekturkomponente KOK, eine Brennweiteveränderungskomponente BVK und eine Beleuchtungskomponente BLK.
Mit der Korrekturkomponente KOK werden bei der Auswertung des Bildmaterials Wetter- und Helligkeitsdaten mit einbezo¬ gen .
Mit der Brennweiteveränderungskomponente BVK wird in Abhän¬ gigkeit vom Abstand zum Signal der richtige Aufnahmewinkel gewählt, um so die mehrfache Auswertung der Erkennung opti¬ mal zu unterstützen. Damit kann nicht nur der Abstand zur Fahrspur berücksichtigt werden, sondern auch unterschiedli¬ che Aufnahmesituationen . Zum Beispiel können dann sowohl Aufnahmesituationen auf freier Strecke (benötigen Bilder aus großer Entfernung, um aufgrund der Geschwindigkeit rechtzei¬ tig reagieren zu können) als auch Aufnahmesituationen im Bahnhofsbereich (benötigen Bilder mit einer hohen Breite) geeignet bedient werden.
Mit der Beleuchtungskomponente BLK, die beispielsweise als ein Scheinwerfer ausgebildet ist, der inner- oder außerhalb des menschlich sichtbaren Bereichs arbeitet, wird die Quali¬ tät des von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG bei Nacht oder schlechter Witterung aufgenommenen Bildmaterials verbessert.
Nachdem vorstehend bei der Beschreibung der Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF gemäß der FIGUR 3 unter Berücksichtigung der Ausführungen zu den FIGUREN 1 und 2 deren Funktionsweise in Bezug auf den Fahrspurerkennungsbetrieb einleitend und in Be¬ zug auf den Referenzbetrieb im Detail erläutert worden ist, soll im folgenden beschrieben werden, wie im Fahrspurerkennungsbetrieb der Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechsel¬ bedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF die fahrspurwechsel- bedingte Fahrspurerkennung aufgrund der von der Erfassungs¬ einrichtung EFE, BAZG erfassten Betrieb-Informationen BOI2, BFWI, BGWI im Detail abläuft.
Die von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG auf der Basis der von der Positionsbestimmungseinrichtung PBE bestimmten Betrieb-Ortskoordinate BOK, SOK erfassten - vorzugsweise in Form von mehreren in engem zeitlichen Abstand von der geogra- fischen Umgebung und der fahrspurwechselbedingten Fahrspurnutzung aufgenommenen Bildern - Betrieb-Ortsinformation BOI2
und Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI werden zu- sammen mit der Betrieb-Ortskoordinate BOK, SOK einer Positi- onsausgleicheinrichtung PAUE zugeführt. Die Positionsaus- gleicheinrichtung PAUE, die für die fahrspurwechselbedingte Fahrspurerkennung einer Positionsabgleicheinrichtung PAE, in der für die Fahrspurerkennung ein Informationsabgleich zwi- sehen den Betrieb-Informationen und den ortsbezogenen Refe- renz-Informationen durchgeführt wird, vorgeschaltet ist, ver ändert vorzugsweise die für die bestimmte Bahnortskoordinate BOK, SOK von der Erfassungseinrichtung EFE, BAZG erfasste Be trieb-Ortsinformation BOI2 zum Ausgleich der Erfassungsunge- nauigkeit von Referenz-Ortsinformation ROI und Betrieb- Ortsinformation BOI für den Informationsabgleich . Die in der Positionsausgleicheinrichtung PAUE vorgenommene Veränderung wird dabei durch technische Verzerrungsmaßnahmen herbeigeführt . ln Bezug auf die von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG gelei¬ ferten Bilder bedeutet dies, dass eventuell notwendige Ver¬ zerrungen des Bildmaterials bestimmt werden, falls das vor¬ handene Bildmaterial der Bilddatenbank, die vorstehend ge¬ nannten Speichereinrichtung SPE, nicht exakt an der gleichen Stelle aufgenommen wurde wie die bei der Sonderfahrt aufge¬ nommenen Bilder. Es wird somit bei Bedarf ein Positionsaus¬ gleich der aufgenommen Bildern auf Basis der Positionsinformationen berechnet, d.h. die Bilder werden gegebenenfalls etwas verzerrt.
Die veränderte Betrieb-Ortsinformation BOI2 und die Betrieb- Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI werden dann für den bereits erwähnten Informationsabgleich an die Positionsabgleicheinrichtung PAE gegeben bzw. an diese weitergeleitet. In dieser Positionsabgleicheinrichtung PAE werden dann die beiden Betrieb-Informationen, die vorzugsweise veränderte Betrieb-Ortsinformation BOI2 und die Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI, mit den in der Speichereinrichtung SPE gespeicherten ortsbezogenen Referenzdaten RDA abgeglichen. Dieser Abgleich erfolgt dergestalt, dass die
Betrieb-Ortsinformation BOI2 mit den Referenz-Ortsinformationen ROI und die Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI mit den Referenz-Fahrspurwechselinformationen RFWI, RGWI in Bezug auf die Betrieb-Ortsinformation BOI2 und der dazu korrespondierenden Referenz-Ortsinformation ROI derart auf der Grundlage der gespeicherten Referenzdaten RDA abgeglichen werden, dass die erfasste Betrieb-Fahrspurwechsel¬ information BFWI, BGI für die fahrspurwechselbedingte Fahr¬ spurerkennung, bei der für die bestimmte Bahnortskoordinate BOK, SOK ein für das Bahnfahrzeug BFZ, SFZ anstehender Fahrspurwechsel FSW, GLW zu erkennen ist, gefunden ist, wenn die Betrieb-Fahrspurwechselinformation BFWI, BGWI in Bezug auf die Betrieb-Ortsinformation BOI2 und der dazu korrespondierenden Referenz-Ortsinformation ROI zu einer in den Referenzdaten RDA enthaltenen Referenz-Fahrspurwechselinforma¬ tion RFWI, RGWI unter Berücksichtigung der in den Referenzdaten RDA enthaltenen Kontext- und Hinweisinformationen KHI bzw. der Kontext- und Hinweisinformationen KHI und der Meta- informationen MI korrespondiert.
Die Positionsabgleicheinrichtung PAE ist vorzugsweise derart ausgebildet ist, dass der Informationsabgleich für die Erkennung der Fahrspurwechsel FSW, GLW kontinuierlich durchgeführt wird .
In Bezug auf die von dem Bildaufzeichnungsgerät BAZG gelei¬ ferten Bilder bedeutet dies, dass die während der regulären Betriebsfahrt aufgenommen Bilder mit den bewerteten, z.B. durch den Experten bzw. den Fahrzeugführer, und markierten Bildern sowie den gegebenenfalls weiteren Metadaten und Kalibrierungsbildern abgeglichen werden, um die von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ benutzte Fahrspur FS, GL erkennen zu können. Dabei wird die Markierung verwendet, um den relevanten Bildausschnitt möglichst genau festzulegen und auch zwischen relevanten und irrelevanten Fahrspurwechseln (z.B. Weiche einer Nebenstrecke) unterscheiden zu können. Für den Farbab- gleich werden gegebenenfalls markante Bildelemente in der Umgebung der Weiche wie weiße Schilder verwendet.
Ist auf diese Weise der für das Bahnfahrzeug BFZ, SFZ anste¬ hende Fahrspurwechsel FSW, GLW erkannt, so wird von der die Positionsabgleicheinrichtung PAE in der Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF eine den erkannten Fahrspurwechsel FSW, GLW repräsentierende bzw. eine die erkannte fahrspurwechselbedingte
Fahrspur FSW, GLW repräsentierende Fahrspurinformation FSIW erzeugt .
Diese Fahrspurinformation FSIW wird gemäß der Darstellung in der FIGUR 3 von der Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF an die Berech- nungs-/Auswerteeinrichtung BAWE in der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV übermittelt.
Die Erkennungseinrichtung zum fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren/Gleisen EKEWEF ist darüber in vorteilhafter Weise derart ausgebildet, dass die Erkennung der Fahrspur FSW, GLW, die durch Fahrspurwechsel FSW, GLW bedingt ist, derart erfolgt, dass die in Bezug auf die geografische Umge¬ bung erfasste erste Betrieb-Ortsinformation BOIl aus der Sicht des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ vor dem Fahrspurwechsel FSW, GLW von vorn, z.B. mit der in dem Triebwagen TRW des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ angeordneten vorzugsweise als Bildauf¬ zeichnungsgerät, z.B. Kamera, ausgebildeten Erfassungseinrichtung EFE, BAZG und nach dem Fahrspurwechsel FSW, GLW von hinten, z.B. mit einer am Ende des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ po¬ sitionierten vorzugsweise als Bildaufzeichnungsgerät, z.B. Kamera, ausgebildeten Erfassungseinrichtung EFE, BAZG, er- fasst wird.
Was nun mit der ersten Fahrspurinformation FSH und der
Fahrspurinformation FSIW in der Berechnungs-/Auswerteein- richtung BAWE der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV weiter passiert, wird im Zusammenhang mit der weiteren Beschreibung der FIGUR 3 erläutert.
Bevor aber hierauf eingegangen wird, werden noch weitere Komponenten der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV im Zusammenhang mit der FIGUR 3 vorgestellt und deren Funkti¬ onsweise in Verbindung mit einigen den vorstehend erwähnten Komponenten erläutert.
Als Erstes enthält die Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV vorzugsweise noch eine Erkennungseinrichtung zum ereignisgesteuerten Erkennen von Fahrspuren EKEEEF, die derart ausgebil- det ist und mit einer Information-Registriereinrichtung IRE verbunden ist, dass
1) für das Erkennen der von dem Bahnfahrzeug BFZ, SFZ benutzten Fahrspur FS, FSW, GL, GLW die Erkennung der Fahrspur FS, GL, die durch oder nicht durch Fahrspurwechsel FSW, GLW be- dingt ist, ereignisgesteuert durchgeführt wird, indem von durch die Information-Registriereinrichtung IRE bereitgestellte Bahnstreckeninformationen BSTI, die als Sende-Signale von Bahnstreckenkomponenten stammen, wie z.B. von Balisen aktiv ausgesendete Signale oder infolge von Erschütterungen der Weichen WCH passiv ausgesendet Signale, ausgewertet werden und
2) eine aus den ausgewerteten Bahnstreckeninformationen BSTI gebildete, die erkannte Fahrspur FS, FSW, GL, GLW repräsen¬ tierende zweite Fahrspurinformation FSI2 an die Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE übertragen wird bzw. übertragbar ist .
Als zweites ist darüber hinaus noch vorzugsweise eine Ver¬ bindung, die z.B. als Mobilfunkverbindung ausgebildet ist, zu einer externen Auswertestation AWS vorgesehen, wobei die dadurch entstandene Funktionseinheit derart ausgebildet ist, dass die statisch erzeugten Referenzdaten RDA oder die statisch erzeugten Referenzdaten RDA und dazu ergänzte dynamisch erzeugte Betriebsdaten BOI, BFI, BGI, BFWI, BGWI mit entsprechenden Daten anderer Bahnfahrzeuge einer gemeinsamen Bahnfahrzeugflotte extern abgeglichen und hierzu verteilt werden .
Die Funktion der z.B. landseitigen Auswertestation AWS besteht darin, dass dort, wo mit der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV aufgrund der erfassten Bildern (die Betriebsdaten BFI, BGI, BFWI, BGWI) eine Fahrspurerkennung nur mit ho- hem Unsicherheitsfaktor möglich ist, die in der Auswertestation AWS gespeicherten Bilder, Daten und Informationen der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV für eine modifizierte Auswertung zur Verfügung gestellt werden. Diese Bilder, Daten und Informationen können dann von einem menschlichen Experten ausgewertet werden und diese Information kann dann wiederum in die Speichereinrichtung SPE der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV zurückgespeist werden.
1. Bei hinreichender Kommunikationsbandbreite und Verfügbar- keit menschlicher Experten kann dies sogar in Echtzeit erfolgen derart, dass das Ergebnis der Auswertung zur Steuerung des Bahnfahrzeugs verwendet werden kann.
2. Über die landseitige Auswertestation AWS kann darüber hin- aus das Bildmaterial von Bahnfahrzeugen einer Flotte oder mehrere Flotten abgeglichen und verteilt werden.
Alternativ zu der Auswertestation AWS für die modifizierte Auswertung von Bildern, für die eine Auswertung nur mit hohem Unsicherheitsfaktor möglich ist, ist es auch möglich, dass ein Zugführer oder ein vergleichbarer Bahnbediensteten, der zwecks Passagierabfertigung ohnehin auf dem Schienenfahrzeug mitfährt, mit einem mobilen Gerät Bilder, Daten und Informa¬ tionen mit einem hohen Unsicherheitsfaktor bewertet, so wie dies der menschliche Experte bezüglich der Bilder in der Aus¬ wertestation AWS tut.
Als letztes ist dann noch möglich, dass mit der Gleiserkennungsvorrichtung GEV im Fall von Schienenfahrzeugen gemäß der FIGUR 2 die Schienenortskoordinate SOK, die die Position des Schienenfahrzeugs SFZ angibt, in Ergänzung oder alterna¬ tiv zu der von der Positionsbestimmungseinrichtung PBE bereitgestellten Schienenortskoordinate SOK erzeugbar ist, in-
dem eine Funktionseinheit, die aus ( a) einer mit der der Be- rechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE und der Positionsbestimmungseinrichtung PBE verbundene Initialisierungseinrichtung ISE, (b) der mit der der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE verbundene Radumdrehung-Zähleinrichtung RUZE, ( c ) der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE, ( d) der Positionsbestimmungseinrichtung PBE, und ( e ) der Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren/Gleisen EKEKEF oder der Erkennungseinrichtung fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF gebildet ist, derart ausgebildet ist, dass
I . ) ausgehend von einer initialisierten, in der Initialisierungseinrichtung ISE gespeicherten Gleisposition, die die Position des Schienenfahrzeugs SFZ auf dem zuletzt durch die Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEF oder die Erkennungseinrichtung fahrspurwechsel¬ bedingten Erkennen von Fahrspuren EKEWEF erkannten und die Be- rechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE ausgewerteten Gleis GL, GLW angibt, in der Radumdrehung-Zähleinrichtung RUZE eine Anzahl von Radumdrehungen Schienenfahrzeugs SFZ auf dem erkannten Gleis GL, GLW erfasst wird,
II . ) aus den zahlenmäßig erfassten Radumdrehungen in der Be- rechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE der Wert einer auf dem Gleis GL, GLW zurückgelegten Wegstrecke berechnet wird,
III . ) in der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE der berechnete Wegstreckenwert durch die Erkennungseinrichtung zum kontinuierlichen Erkennen von Fahrspuren EKEKEFG oder die Er¬ kennungseinrichtung fahrspurwechselbedingten Erkennen von Fahrspuren/Gleisen EKEWEF auf der zurückgelegten Gleiswegstrecke erfasste Betrieb-Ortsinformationen BOI und Betrieb- Gleisinformationen BGI und/oder durch auf der zurückgelegten Gleiswegstrecke erfasste Betrieb-Ortsinformationen BOI und Betrieb-Gleiswechselinformationen BGWI unter Berücksichtigung der in den Referenzdaten RDA zu dieser Wegstrecke enthaltenen Kontext- und Hinweisinformationen KHI oder der Kontext- und Hinweisinformationen KHI und der Metainformationen MI korrigiert wird,
IV. ) in der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE ein markanter, durch die Informationen BOI, BGI, BGWI erfasster und durch die Metainformationen MI bekannter Wegstreckenpunkt einer Bahnstreckenkomponente, z.B. der Standort der Weiche WCH, einer Balise, einer ein Signal gebenden und führenden Anlage etc., bestimmt wird,
V. ) in der Berechnungs-/Auswerteeinrichtung (BAWE) der Abstand des Schienenfahrzeugs (SFZ) von dem bekannten Wegstre¬ ckenpunkt dadurch bestimmt wird, dass
V.l) für den markanten Wegstreckenpunkt durch die Erfassung der Betrieb-Gleisinformation BGI und der Betrieb- Ortsinformation BOI oder durch die Erfassung der Betrieb- Gleiswechselinformation BGWI und der Betrieb-Ortsinformation BOI eine Schienenbreite ermittelt wird oder
V.2) für den markanten Wegstreckenpunkt auf der Basis eines Vergleichs zwischen einerseits der erfassten Betrieb- Ortsinformation BOI und Betrieb-Gleisinformation BGI oder der erfassten Betrieb-Ortsinformation BOI und Betrieb- Gleiswechselinformation BGWI sowie andererseits der dazu je- weils korrespondierenden referenzmäßig erfassten Referenz- Ortsinformation ROI und Referenz-Gleisinformation RGI oder der dazu jeweils korrespondierenden referenzmäßig erfassten Referenz-Ortsinformation ROI und Referenz- Gleiswechselinformation RGWI die Größe der Bahnstreckenkompo- nente in den Betrieb-Informationen BOI, BGI, BGWI mit der Größe der Bahnstreckenkomponente in den Referenz- Informationen ROI, RGI, RGWI verglichen wird, und
VI. ) die für den markanten Wegstreckenpunkt auf dieser Weise ermittelte Position sowohl die neue initialisierte Gleisposi- tion als auch die erzeugte Schienenortskoordinate SOK ist, die in der Initialisierungseinrichtung ISE gespeichert wird/werden bzw. speicherbar ist/sindund der Positionsbestimmungseinrichtung PBE zugeführt wird/werden bzw. zuführbar ist/sind .
In diesem Zusammenhang wird auf das alternative Bestimmen von Positionen im Schienenverkehr, wenn eine herkömmliche satellitengestützte Positionsbestimmung versagt oder unzureichend
ist, gemäß der DE-Patentanmeldung (Anmeldung-Nr.
102016224355.1) und der Internationalen Patentanmeldung (Anmeldung-Nr. PCT/...; Veröffentlichungs-Nr . WO ...) und der darin jeweils offenbarten technischen Lehre.
Nun abschließend bei der Beschreibung der FIGUR 3 wieder zurück zu dem Aspekt, wenn die erste Fahrspurinformation FSH und der Fahrspurinformation FSIW der Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE in der Fahrspurerkennungsvorrich- tung FEV, GEV übermittelt worden sind. Zusätzlich zu diesen beiden genannten Informationen ist der der Berechnungs- /Auswerteeinrichtung BAWE von der Erkennungseinrichtung zum ereignisgesteuerten Erkennen von Fahrspuren EKEEEF die zweite Fahrspurinformation FSI2 übermittelt worden.
Die Berechnungs-/Auswerteeinrichtung BAWE generiert aus den genannten Fahrspurinformationen FSH, FSIW, FSI2 eine Steuerinformation STI, die an eine Steuereinrichtung STE übermittelt werden. Die Steuereinrichtung STE ist vorzugsweise in der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV enthalten (Option "C" in der FIGUR 3) . Es ist alternativ aber auch möglich, dass diese außerhalb der Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV, so z.B. in dem Triebführerstand TFS des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ integriert, implementiert oder untergebracht ist (Option "D" in der FIGUR 3) .
Die Steuereinrichtung STE ist nun derart ausgebildet, dass aus den übermittelten Fahrspurinformationen FSH, FSIW, FSI2 bezüglich der erkannten benutzten Fahrspur FS, FSW, GL, GLW sowie unter Berücksichtigung von in einer Datenbank (DAB) gespeicherten Bahnfahrzeug-/Bahntechnikinformationen BFBTI, insbesondere Schienenfahrzeug-/Schienentechnikinformationen SFSTI, die bahnfahrzeugtechnisches , insbesondere schienen¬ fahrzeugtechnisches, Regelwerk sowie Bahnfahrzeugattribute und -fähigkeiten, insbesondere Schienenfahrzeugattribute und -fähigkeiten, betreffen und von der Steuereinrichtung STE aus der Datenbank DAB ausgelesen werden, mindestens eine Fahraktion FAK berechnet oder ableitet wird, die dem Fahrzeugführer
FZF in dem Triebführerstand TFS des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ als Empfehlung auf der Anzeigeeinrichtung AZE angezeigt, als Validierung eines Fahrbefehls eingesetzt oder an ein Automa¬ tisches Fahrsystem AFS des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ zur automa- tischen Umsetzung der Fahraktion FAK weitergegeben wird.
Bezüglich der Zugehörigkeit und/oder des Standorts der Da¬ tenbang DAB gilt das Gleiche wie zu der Speichereinrichtung SPE.
Mit der wie vorstehend beschriebenen Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV kann ein automatisiertes (autonomes) oder unterstütztes Fahren des Bahnfahrzeugs BFZ, SFZ ohne zusätz¬ liche Infrastruktur entlang einer Fahrstrecke assistiert bzw. sogar realisiert werden. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn die Fahrspurerkennungsvorrichtung FEV, GEV als eine virtuelle Maschine realisiert ist, die im Sinne eines "Software Defined Signal Recognition of Rail Traffic Systems" ausgebil¬ det ist und funktioniert.