Mehrschichtiges Wärmedämmelement für Batterien
Die vorliegende Erfindung betrifft ein mehrschichtiges Wärmedämmelement zur ther mischen Isolierung einer Batterie gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 , eine Batterie mit einem mehrschichtigen Wärmedämmelement gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 35 sowie eine Verwendung eines mehrschichtigen Wärmedämmele ments gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 49.
Unter dem Begriff „Wärmedämmelement“ ist bei der vorliegenden Erfindung vor zugsweise ein flächiges Bauteil aus einem Schichtaufbau, insbesondere einem Schichtpaket, zu verstehen, das zur thermischen Isolierung einer Batterie ausgebil det ist bzw. eingesetzt wird. Insbesondere ist das Wärmedämmelement dazu aus gebildet, bei einer unkontrollierten bzw. überhöhten Wärmeentwicklung in der Batte rie die Abgabe von Wärme an die Umgebung, insbesondere einen Fahrzeuginnen raum, zu reduzieren bzw. zu verzögern und/oder die Ausbreitung von Wärme in der Batterie einzudämmen bzw. zu reduzieren oder zu verzögern.
Unter dem Begriff„Batterie“ ist bei der vorliegenden Erfindung ein insbesondere wie deraufladbares Speicherelement bzw. Sekundärelement zur Bereitstellung elektri scher Energie durch Umwandlung chemischer Energie zu verstehen. Die Batterie ist vorzugsweise aus mehreren zusammengeschalteten Akkumulator-Zellen bzw. Zell blöcken, also Batteriezellen, aufgebaut.
Insbesondere ist die Batterie als Traktionsbatterie bzw. zum Antrieb von Elektrofahr zeugen ausgebildet und/oder als Lithium-Ionen-Batterie ausgeführt. Hier ist eine zu verlässige bzw. effektive Wärmeisolierung wichtig, um bei einer Überhitzung der Bat terie, beispielsweise infolge eines Verkehrsunfalls, die Insassen des Fahrzeugs zu schützen, und zwar zumindest bis zum Eintreffen von Rettungskräften.
Gerade Lithium-Ionen-Batterien weisen aufgrund ihrer chemischen Zusammenset zung eine vergleichsweise hohe Instabilität auf. Kommt es in einer Batteriezelle zu einem lokalen Kurzschluss der internen Elektroden, beispielsweise durch eine Ver unreinigung des die Elektroden trennenden Separators durch eingeschlossene Fremdpartikel und/oder eine mechanische Einwirkung oder Beschädigung, heizt der starke Kurzschlussstrom die Batteriezelle in kurzer Zeit bis auf 800 °C, mitunter bis auf 1300 °C, auf. Dieser Vorgang wird als thermisches Durchgehen („thermal runa- way“) bezeichnet. Das thermische Durchgehen einer Batteriezelle kann leicht bzw.
schnell auf weitere, benachbarte Batteriezellen übergreifen, insbesondere da der Se parator bereits bei relativ niedrigen Temperaturen, beispielsweise über 120 °C, an Stabilität verliert und daher Kurzschlüsse in benachbarten Batteriezellen schnell auf- treten können. Dies führt zu einer unaufhaltsamen Kettenreaktion, wobei die in der Batterie gespeicherte Energie in kurzer Zeit, zumeist explosionsartig und unter Frei setzung von Fragmenten, abgegeben wird.
Vor diesem Flintergrund ist es wünschenswert, eine Batteriezelle, die benachbart zu einer durchgehenden bzw. überhitzenden Batteriezelle angeordnet ist, so lange wie möglich unterhalb einer bestimmten Grenztemperatur, vorzugsweise von 120 °C, insbesondere von 80 °C, zu halten. Oberhalb von 80 °C wird der Alterungsprozess der Batteriezelle nämlich erheblich beschleunigt und oberhalb von 120 °C beginnt oft ein Aufschmelzen des Separators in der Batteriezelle, einhergehend mit irrever siblen Schädigungen bzw. Kurzschlüssen.
Gleichermaßen besteht ein hoher Bedarf an einem effizienten bzw. lang anhaltenden Wärmeschutz angrenzender Bereiche bzw. Räume, insbesondere Fahrzeuginnen räume, vor der unkontrollierten Wärmeentwicklung in der Batterie. Insbesondere soll ten Insassen und/oder Gegenstände so lange vor Wärme geschützt werden, bis Ret- tungs- bzw. Bergungsmaßnahmen vollständig abgeschlossen sind.
Die DE 101 34 145 A1 betrifft ein feuerhemmendes Batteriegehäuse. Das Batterie gehäuse enthält ein thermisch aktives Material, beispielsweise Aluminiumsilikat oder Gibbsit, das sich ab einer bestimmten Temperatur umwandelt, wodurch weiter zuge- führte Wärmeenergie für die fortschreitende Umwandlung verbraucht und dadurch ein Temperaturanstieg zumindest verlangsamt wird. Hier ist eine effektive Eindäm mung des thermischen Durchgehens nicht oder allenfalls nur sehr schwierig erreich bar, da eine Anordnung des Schutzmaterials zwischen Batteriezellen nicht möglich ist, die Umwandlung zu einer mechanischen Belastung oder Zerstörung der Batte- riezellen führen kann und die Gefahr des Zerberstens des thermisch aktiven Materi als und damit eines frühzeitigen Verlustes der Wärmedämmfunktion besteht.
Die AT 518 161 A4 betrifft eine Batterie mit einer Vielzahl von Batteriezellen, wobei zumindest zwei benachbarte Batteriezellen durch ein Schutzmaterial thermisch von- einander isoliert werden. Ab einer vorgegebenen Temperatur bläht sich das Schutz material auf und werden die voneinander isolierten Batteriezellen durch die sich un ter Temperatureinwirkung aufblähende Volumenvergrößerung des Schutzmaterials voneinander weggeschoben, wobei die Batteriezellen auf diese Weise thermisch
weiter voneinander getrennt bzw. isoliert werden sollen. Nachteilig ist, dass sich auf grund der Volumenvergrößerung des Schutzmaterials - insbesondere zusätzlich zur Druckerhöhung infolge der Wärmeentwicklung - ein Blähdruck innerhalb der Batterie einstellt, wodurch sich das Risiko des Zerberstens der Batterie und/oder der Beschä- digung und Zerstörung von Batteriezellen entsprechend erhöht.
Aus der US 8,541 ,126 B2 ist ein Wärmedämmelement zur thermischen Isolierung einer Batterie bekannt. Das Wärmedämmelement ist zwischen zwei benachbarten Batteriezellen angeordnet. Das Wärmedämmelement weist einen Schichtaufbau auf, wobei eine Zwischenschicht zwischen zwei Deckschichten angeordnet ist. Die Zwi schenschicht weist gegenüber den Deckschichten eine höhere Wärmeleitfähigkeit auf. Die Deckschichten können als Faserschicht aus keramischen oder refraktori- schen Fasern ausgebildet sein. Nachteilig ist, dass das Wärmedämmelement auf grund der Ausbildung der Fasern spröde ist und bereits bei geringer Druckbelastung bersten bzw. fragmentieren kann. Dies ist nicht nur mit einer signifikanten Beein trächtigung oder sogar einem Verlust der Wärmedämmfunktion verbunden, sondern führt auch zu Beschädigungen von benachbarten bzw. angrenzenden Batteriezellen und vergrößert letztlich die Explosionsgefahr. Die EP 3 142 166 A1 betrifft ein Wärmedämmelement mit einer starren Glimmer platte und einer kompressiblen, kurzfaserigen bzw. refraktorischen Faserschicht, die abwechselnd übereinander angeordnet bzw. gestapelt sind. Nachteilig ist, dass eine flexible Anpassung bzw. Formgebung, insbesondere zum Einbau in eine Batterie, nicht möglich ist. Auch kann das Wärmedämmelement mit seinen spröden Glimmer- platten und seiner kurzfaserigen Fasermatte infolge einer unkontrollierten Wärme entwicklung und des damit verbundenen Druckanstiegs leicht bersten bzw. fragmen tieren und dadurch zu Schäden in der Umgebung führen bzw. vorzeitig seine Wär medämmfunktion verlieren. Schließlich ist das hohe Flächengewicht gerade für Fahr zeuge nachteilig.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mehrschichtiges Wär medämmelement zur thermischen Isolierung einer Batterie, eine Batterie mit einem solchen Wärmedämmelement und eine Verwendung des Wärmedämmelements an zugeben, wobei eine effiziente Wärmedämmung und/oder eine robuste bzw. wider- standsfähige Ausbildung und/oder eine flexible bzw. leichte Montage bzw. Integra tion in die Batterie ermöglicht oder unterstützt werden bzw. wird.
Die obige Aufgabe wird durch ein mehrschichtiges Wärmedämmelement gemäß An spruch 1 , durch eine Batterie gemäß Anspruch 35 oder durch eine Verwendung ge mäß Anspruch 49 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unter ansprüche.
Ein erster Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass die Faserschicht aus langen Fasern von mehr als 30 mm Länge und/oder aus einem vernadelten bzw. verfestigten Faservlies gebildet ist. Durch die langen Fasern und/oder die Vernade- lung bzw. Verfestigung der Faserschicht erhöht sich die mechanische Widerstands- fähigkeit gegenüber einer sonstigen Faserschicht signifikant. So ist die erfindungs gemäße Faserschicht einerseits dehnbar und druckelastisch, wodurch die Aufnahme hoher Druckkräfte ermöglicht wird. Gleichzeitig besitzt die Faserschicht eine hohe Wärmeisolationsfähigkeit, da die miteinander verschlungenen Fasern eine effiziente Reduktion des Durchganges von Wärmeenergie durch die Faserschicht hindurch be- wirken. Dies ist insbesondere bei einer unkontrollierten Wärmeentwicklung innerhalb der Batterie, beispielsweise beim thermischen Durchgehen einer Batteriezelle, vor teilhaft, da auf diese Weise die völlige Zerstörung bzw. Explosion der Batterie signi fikant hinausgezögert wird. Schließlich weisen vernadelte Faservliese ein geringes Flächengewicht auf, was die Flandhabung erleichtert.
Vorzugsweise ist die Faserschicht aus vernadelten bzw. verfestigten Glasfasern o- der Silikatfasern oder aus einer Mischung davon hergestellt.
Besonders bevorzugt weisen die Fasern der Faserschicht eine Länge von mindes- tens 40 mm, vorzugsweise mindestens 50 mm, insbesondere im Wesentlichen 50 bis 60 mm auf. Dies ermöglicht eine besonders hohe druck- und reißfeste Ausbildung der Faserschicht.
Insbesondere weisen die Fasern einen mittleren Durchmesser von mindestens 4 pm, vorzugsweise mindestens 5 pm, insbesondere von 6 bis 15 pm, auf.
Besonders bevorzugt ist die Faserschicht bindemittelfrei und/oder schmelzperlenfrei ausgebildet. Vorzugsweise weist die Faserschicht bzw. Zwischenlage ein Flächengewicht von weniger als 1000 g/m2, vorzugsweise weniger als 800 g/m2, insbesondere weniger
als 600 g/m2, und/oder mehr als 150 g/m2, vorzugsweise mehr als 200 g/m2, beson ders bevorzugt mehr als 300 oder 400 g/m2, auf. Dies ermöglicht eine leichte Hand habung. Gemäß einem zweiten, auch unabhängig realisierbaren Aspekt der vorliegenden Er findung sind die Deckschichten biegeschwach bzw. biegeweich ausgebildet, um das Wärmedämmelement sowohl kompressibel als auch flexibel bzw. elastisch biegsam auszubilden. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung an unterschiedliche Einbausi tuationen und/oder eine bessere Anpassung bei hohen Belastungen, beispielsweise Bersten einer Batteriezelle, so dass das Wärmedämmelement widerstandsfähiger gegen Zerstörung bzw. Verlust seiner Wärmedämmfunktion ist. Schließlich wird die Freisetzung von Fragmenten signifikant reduziert.
Vorzugsweise ist mindestens eine Deckschicht flüssigkeitsdicht, vorzugsweise was- serdicht, ausgebildet. Eine der Deckschichten, vorzugsweise beide Deckschichten, ist bzw. sind darüber hinaus wasserabweisend und/oder gasdicht ausgebildet. Auf diese Weise wird die Zwischenlage bzw. Faserschicht effizient geschützt, wodurch eine effiziente Wärmedämmung auch in feuchter und/oder gashaltiger Umgebung gewährleistet ist.
Vorzugsweise ist mindestens eine Deckschicht als hitzebeständige Metallschicht, vorzugsweise Aluminiumschicht, ausgebildet.
Alternativ kann auch mindestens eine Deckschicht als hitzebeständige Kunststoff- Schicht, vorzugsweise Polyimidschicht, oder als hitzebeständige Gewebeschicht, vorzugsweise Glasgewebeschicht, ausgebildet sein.
Eine als Metall-, Kunststoff- oder Gewebeschicht ausgebildete Deckschicht ist vor zugsweise weniger als 100 pm, besonders bevorzugt weniger als 80 gm, insbeson- dere zwischen 20 und 50 pm, dick.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Wärmedämmelement eine Schicht aus einem Gewebe auf. Das Gewebe kann mindestens eine Deckschicht und/oder eine Zusatzschicht bilden. Vorzugsweise ist das Gewebe außen an dem Wärmedämmelement angeordnet. Das Gewebe kann Metallfasern, insbesondere Edelstahlfasern und/oder Aluminiumfasern, Glasfasern, Kohlefasern, Silikatfasern und/oder eine Mischung daraus aufweisen oder daraus bestehen. Insbesondere
kann durch die Verwendung eines Gewebes als Deckschicht die mechanische Sta bilität des Wärmedämmelements signifikant erhöht bzw. verbessert werden. Dies ist insbesondere vorteilhaft als mechanischer Schutz bei einer Explosion einer Batterie zelle.
Vorzugsweise ist mindestens eine Deckschicht bzw. das Wärmedämmelement luft durchlässig bzw. gasdurchlässig ausgebildet, beispielsweise, wenn die Deckschicht das Gewebe aufweist oder hierdurch gebildet ist. Dies kann die Gefahr einer Explo sion einer von einem oder mehreren Wärmedämmelementen ummantelten bzw. um- gebenen Batterie verringern, da auf diese Weise explosive Gase durch die Deck schicht abgeleitet werden können.
Besonders bevorzugt ist mindestens eine Deckschicht oder sind beide Deckschich ten als hitzebeständige Glimmerschicht, vorzugsweise Glimmerpapierschicht oder Glimmertafel, ausgebildet. Insbesondere ist eine als Glimmerschicht ausgebildete Deckschicht weniger als 3 mm, vorzugsweise weniger als 2 mm, insbesondere we niger als 1 mm, ganz besonders bevorzugt zwischen 0,05 und 0,15 mm, dick. Dies gestattet eine hohe Hitzebeständigkeit bei gleichzeitiger Flexibilität bzw. Biegsam keit.
Besonders bevorzugt ist die erste Deckschicht als hochtemperaturbeständige Glim merschicht, vorzugsweise Glimmerpapierschicht, ausgebildet, wohingegen die zweite Deckschicht als Aluminiumschicht, vorzugsweise Aluminiumfolie, ausgebildet ist. Alternativ kann die zweite Deckschicht auch als Kunststoffschicht, vorzugsweise Polyimidschicht, ausgebildet sein. Durch die vorgenannte Materialpaarung lässt sich die Wärmeisolierung optimieren. Dies hat sich durch Versuche bestätigt.
Besonders bevorzugt weist die Zwischenlage zwei Faserschichten, insbesondere aus vernadeltem Faservlies, auf, wobei die Faserschichten durch eine hitzebestän- dige und/oder biegeschwache Zwischenschicht voneinander getrennt sind. Durch den so gebildeten Multilayer-Aufbau (zwei oder mehr durch eine Zwischenschicht getrennte Wärmedämm- bzw. Faserschichten) lassen sich die Wärmedämmeigen schaften der Zwischenlage weiterführend verbessern, da die Zwischenschicht inner halb der Zwischenlage eine thermische Barriere zwischen den Faserschichten bildet und dadurch die Wärmeausbreitung durch die Zwischenlage bzw. das Wärmedäm melement hindurch weiter reduziert bzw. eindämmt. Auch dies haben Versuche be stätigt.
Besonders bevorzugt ist die Zwischenschicht als hochtemperaturbeständige Kunst stoffschicht, vorzugsweise Polyimidfolie, oder Aluminiumschicht, insbesondere Alu miniumfolie, ausgebildet. Die Zwischenschicht ist vorzugsweise weniger als 100 miti, besonders bevorzugt we niger als 80 miti, insbesondere zwischen 20 und 50 miti, dick.
Vorzugsweise weist mindestens eine Deckschicht und/oder die Zwischenschicht eine elektrische Durchschlagsfestigkeit von mehr als 1 kV/mm, vorzugsweise mehr als 1 ,5 kV/mm, insbesondere mehr als 2 kV/mm, auf. Dies vermeidet bzw. verzögert die Bildung von Lichtbögen oder Funken.
Insbesondere ist das Wärmedämmelement - vorzugsweise im Einbauzustand - we niger als 7 mm, vorzugsweise weniger als 6 mm, insbesondere zwischen 2 bis 3 mm, dick. Dies gestattet einen flexiblen und einfachen Einbau in die Batterie, auch in enge Einbauspalte.
Insbesondere weist das Wärmedämmelement auf wenigstens einer Flachseite zu mindest abschnittsweise eine Klebeschicht auf oder ist auf einer Flachseite zumin- dest abschnittsweise selbstklebend ausgebildet. Dies gestattet eine einfache Anord nung bzw. Befestigung des Wärmedämmelements an oder in der Batterie und/oder weiteren Wärmedämmelementen.
Vorzugsweise sind die Deckschichten und die Zwischenlage miteinander verklebt oder auf sonstige Weise zu einem Verbund verbunden. Auf diese Weise wird ein mechanisch stabiler Schichtverbund realisiert.
Das Wärmedämmelement weist insbesondere eine elektrische Durchschlagsfestig keit von mehr als 20 kV/mm, vorzugsweise mehr als 30 kV/mm, insbesondere von 40 bis 70 kV/mm, auf.
Vorzugsweise weist das Wärmedämmelement ein Flächengewicht von weniger als 1500 g/m2, vorzugsweise weniger als 1300 g/m2, insbesondere weniger als 1000 g/m2, und/oder mehr als 150 g/m2, vorzugsweise mehr als 200 g/m2, besonders be- vorzugt mehr als 300 oder 400 g/m2, auf.
Die Wärmeleitfähigkeit des Wärmedämmelements ist bei 25 °C Raumtemperatur ge ringer als 0,1 W/mK, vorzugsweise geringer als 0,08 W/mK, insbesondere geringer als 0,04 W/mK. Eine vorschlagsgemäße Batterie, vorzugsweise Lithium-Ionen-Batterie, insbeson dere in Form einer Traktionsbatterie für ein Elektrofahrzeug, weist ein Gehäuse und wenigstens ein vorschlagsgemäßes mehrschichtiges Wärmedämmelement auf, das zur thermischen Isolierung im und/oder am Gehäuse angeordnet ist. Hierdurch er geben sich entsprechende Vorteile.
Vorzugsweise verschließt bzw. isoliert das Wärmedämmelement die Batterie oder Batteriezellen oder das Gehäuse außen oder innen oberseitig zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig oder vollflächig. Dies gestattet eine effektive Wärmeisolie rung der Batterie nach oben bzw. gegenüber einem oberhalb der Batterie angeord- neten bzw. angrenzenden Bereich, insbesondere einem Fahrzeuginnenraum eines Fahrzeugs. Dadurch werden in dem Bereich bzw. Raum befindliche Personen bzw. Insassen oder Gegenstände effektiv bzw. ausreichend lange - also bis zum Ab schluss von Bergungs- bzw. Rettungsmaßnahmen - vor der unkontrollierten Wär meentwicklung in der Batterie geschützt.
Alternativ oder zusätzlich kann das Wärmedämmelement zwischen zwei benachbar ten Batteriezellen im Gehäuse angeordnet sein und diese thermisch voneinander isolieren. Auf diese Weise wird ein Übergreifen des thermischen Durchgehens von einer Batteriezelle auf die nächste bzw. benachbarte Batteriezelle effektiv verzögert und/oder eingedämmt und somit die explosionsartige Freisetzung von Wärme und/o der Fragmenten aus der Batterie verhindert oder zumindest signifikant hinausgezö gert.
Insbesondere ist das Wärmedämmelement an oder in einem Gehäusedeckel bzw. Gehäuseoberteil des Gehäuses angebracht bzw. befestigt, vorzugsweise angeklebt.
Das Wärmedämmelement kann, insbesondere vollflächig, an einer dem Gehäusein- nenraum zugewandten, im Einbauzustand vorzugsweise obenliegenden Innenseite des Gehäuses oder Gehäusedeckels angebracht sein. Auf diese Weise wird eine effektive oberseitige Wärmeisolierung ermöglicht.
Alternativ oder zusätzlich kann das Wärmedämmelement bzw. ein weiteres Wärme dämmelement quer bzw. senkrecht zur Innenseite angebracht oder ausgerichtet
sein, insbesondere derart, dass ein einfaches Einschieben des Wärmedämmele ments zwischen zwei benachbarte Batteriezellen möglich ist.
Alternativ oder zusätzlich kann das Wärmedämmelement bzw. ein weiteres Wärme- dämmelement innenseitig an einem Boden bzw. an der Unterseite des Gehäusein- nenraums angeordnet sein. Auf diese Weise kann ein Schutz der Batterie gegen Hitze, die von der Unterseite auf die Batterie einwirkt, beispielsweise bei einem Treib stoffbrand auf der Straße, erreicht werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Wärmedämmelement bzw. ein weiteres Wärme dämmelement innen an einer seitlichen Wand des Gehäuses bzw. einer Seitenwand des Innenraums angeordnet sein.
Vorzugsweise sind in der Batterie wenigstens zwei Wärmedämmelemente angeord- net, wobei wenigstens ein erstes Wärmedämmelement das Gehäuse bzw. den Ge- häuseinnenraum oberseitig isoliert und wenigstens ein zweites Wärmedämmele ment zwischen benachbarten Batteriezellen angeordnet ist. Auf diese Weise lassen sich gleichzeitig entsprechende, prinzipiell auch unabhängig voneinander realisier bar, Vorteile, also eine oberseitige Wärmeisolierung der Batterie einerseits und eine Verzögerung bzw. Reduzierung der Wärmeausbreitung zwischen benachbarten Bat teriezellen, Packs oder Modulen andererseits, realisieren.
Insbesondere ist das zweite Wärmedämmelement quer bzw. senkrecht am ersten Wärmedämmelement angebracht, vorzugsweise angeklebt, vernäht oder in sonsti- ger Weise fest verbunden.
Bei einer vorschlagsgemäßen Batterie ist es besonders vorteilhaft, wenn das Wär medämmelement mindestens eine Deckschicht und/oder Zusatzschicht aus einem Gewebe, vorzugsweise Metallgewebe, insbesondere Drahtgewebe aus Edelstahl, aufweist. Wie bereits zuvor erwähnt, können hierdurch explosive Gase durch die Deckschicht abgeleitet werden, sodass die Gefahren einer Explosion der Batterie verringert wird.
Des Weiteren bietet eine Deckschicht oder Zusatzschicht aus einem Gewebe vor zugsweise eine hohe mechanische Stabilität, sodass bei einer Explosion der Batterie Fahrgäste im Innenraum des Fahrzeugs effektiv vor Fragmenten geschützt werden können.
Ebenso ist es möglich, dass mittels des Gewebes eine Filterfunktion für explosive und/oder giftige bzw. gesundheitsschädliche Gase bereitgestellt wird, sodass Fahr gäste im Innenraum des Fahrzeugs vor solchen Gasen geschützt werden. Vorzugs weise ist das Gewebe derart ausgebildet, dass wird zumindest ein Teil der Gase an dem Gewebe abgeschieden wird. Die aus solchen Gasen bzw. Abgasen resultieren den Gefahren für den Menschen werden somit verringert.
Generell ist anzumerken, dass durch die vorschlagsgemäßen Aspekte gemäß der vorliegenden Erfindung die thermische Isolierung und der Brandschutz des Fahr- gastraums von Batterien, insbesondere für Elektrofahrzeuge, verbessert bzw. ver einfacht wird. Das vorschlagsgemäße Wärmedämmelement ermöglicht insbeson dere eine sehr wirksame Wärmedämmung zwischen der Batterie einerseits und ei nem vorzugsweise oberhalb der Batterie angeordneten bzw. angrenzenden Fahr zeuginnenraum andererseits. Alternativ oder zusätzlich wird ein Übergreifen von Wärme bzw. des thermischen Durchgehens einer Batteriezelle auf benachbarte Bat teriezellen hinausgezögert bzw. eingedämmt, wodurch die Zerstörung bzw. Explo sion der Batterie verhindert oder zumindest signifikant hinausgezögert wird. So wird ausreichend Zeit zur Bergung bzw. Rettung zur Verfügung gestellt, innerhalb der die Insassen vor der unkontrollierten Wärmeentwicklung in der Batterie hinreichend ge- schützt sind.
Die oben genannten Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung sowie die sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung ergebenden As pekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung können grundsätzlich unabhängig voneinander, aber auch in beliebiger Kombination bzw. Reihenfolge realisiert wer den. Zusätzliche Vorteile, Merkmale, Eigenschaften und Aspekte der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der folgenden Beschreibung be vorzugter Ausführungsformen anhand der Zeichnung. Es zeigt: Fig. 1A einen schematischen Schnitt eines vorschlagsgemäßen mehrschichtigen
Wärmedämmelements zur thermischen Isolierung;
Fig. 1 B einen schematischen Schnitt eines mehrschichtigen Wärmedämmelements gemäß einer weiteren Ausführungsform;
Fig. 1 C einen schematischen Schnitt eines vorschlagsgemäßem Wärmedämmele ments gemäß einer anderen weiteren Ausführungsform;
Fig. 1 D eine schematische Darstellung eines Gewebes;
Fig. 2 einen schematischen Schnitt einer Batterie mit darin angeordneten Wärme dämmelementen, die in einem schematisch angedeuteten Fahrzeug ange ordnet bzw. verbaut ist;
Fig. 3 einen schematischen Schnitt einer Batterie mit einem geordneten Wärme dämmelement gemäß einer weiteren Ausführungsform;
Fig. 4 einen ersten Versuchsaufbau zur Durchführung von Temperaturmessun gen an vorschlagsgemäßen Wärmedämmelementen;
Fig. 5 einen zweiten Versuchsaufbau zur Durchführung von Temperaturmessun gen an vorschlagsgemäßen Wärmedämmelementen; Fig. 6 ein erstes Temperaturdiagramm, gemessen an einem vorschlagsgemäßen
Wärmedämmelement mit einem ersten Schichtaufbau; und
Fig. 7 ein zweites Temperaturdiagramm, gemessen an einem vorschlagsgemä ßen Wärmedämmelement mit einem zweiten Schichtaufbau.
Fig. 1A zeigt in einer schematischen, nicht maßstabsgerechten Schnittdarstellung ein vorschlagsgemäßes mehrschichtiges Wärmedämmelement 1. Die Figuren 1 B und 1 C zeigen in einer ebenfalls schematischen, nicht maßstabsgerechten Schnitt darstellung weitere Ausführungsformen des vorschlagsgemäßen mehrschichtigen Wärmedämmelements 1. Die dargestellten Ausführungsformen sind ähnlich zuei nander und können auch beliebig untereinander kombiniert werden. Insbesondere dienen die verschiedenen Figuren 1A, 1 B und 1C lediglich zur Flervorhebung unter schiedlicher bevorzugter Aspekte.
Das Wärmedämmelement 1 ist insbesondere als flächiges Schichtpaket ausgebildet.
Das Wärmedämmelement 1 ist insbesondere kompressibel und gleichzeitig biegsam ausgebildet. Unter dem Begriff„biegsam“ ist vorzugsweise eine ausreichend geringe Biegestei figkeit des Wärmedämmelements 1 zu verstehen, wobei die Biegesteifigkeit ein Maß für den Widerstand einer einwirkenden Kraft gegen eine Biegeverformung für ein
Bauteil bzw. des Wärmedämmelements 1 darstellt. Die Biegesteifigkeit wird vorzugs weise gemäß ISO 5628 2493 bestimmt. Hierzu wird ein plattenförmiges Wärmedäm melement 1 mit einem bestimmten Maß, beispielsweise mit einer Dicke von 6 mm und einer Größe von 60 mm x 40 mm, in eine drehbare Einspannvorrichtung einge- spannt. Das freie Ende des Wärmedämmelements 1 berührt einen Fühler einer Kraftmessdose, über den beim Drehen der Einspannvorrichtung eine entsprechende Kontaktkraft erfasst wird. Der Fühler greift insbesondere in einem Abstand von 50 mm zum Einspannpunkt am freien Ende des Wärmedämmelements 1 an. Die Bie gesteifigkeit wird insbesondere durch die Kraft bestimmt, die bei einer Biegung des Wärmedämmelements von 15° am Fühler gemessen wird. Vorzugsweise weist das Wärmedämmelement 1 eine auf diese Weise bestimmte Biegesteifigkeit von weniger als 10 N, vorzugsweise weniger als 5 N, insbesondere weniger als 1 N, auf.
Unter dem Begriff„kompressibel“ ist vorzugsweise eine ausreichend geringe Stauch- härte des Wärmedämmelements 1 zu verstehen, wobei die Stauchhärte einen Druck darstellt, der notwendig ist, um einen Probekörper bzw. das Wärmedämmelement 1 um 40 % seiner ursprünglichen Dicke zusammenzudrücken. Die Stauchhärte wird vorzugsweise gemäß DIN EN ISO 3386 bestimmt, wobei als Probekörper ein plat tenförmiges Wärmedämmelement 1 mit einer Dicke von 5 mm und einer Größe von 300 mm x 200 mm und als Eindringkörper eine Aluminiumplatte mit einer Dicke von
20 mm und einer Größe von 190 x 80 mm verwendet werden. Vorzugsweise weist das Wärmedämmelement 1 eine auf diese Weise bestimmte Stauchhärte von weni ger als 40 kPa, vorzugsweise weniger als 30 kPa, insbesondere weniger als 20 kPa, auf.
Das Wärmedämmelement 1 ist insbesondere zur thermischen Isolierung einer in Fig. 2 gezeigten Batterie 8 ausgebildet. Auf einen bevorzugten Aufbau der Batterie 8 und eine bevorzugte Anordnung von Wärmedämmelementen 1A, 1 B in der Batterie 8 wird noch später eingegangen.
Das Wärmedämmelement 1 weist eine erste Deckschicht 2 und eine zweite Deck schicht 3 auf. Die Deckschichten 2, 3 bilden insbesondere jeweils eine (äußere) Flachseite des Wärmedämmelements 1. Vorzugsweise ist zwischen den Deckschichten 2, 3 eine kompressible und/oder bieg same Zwischenlage 4 angeordnet. Die Zwischenlage 4 weist wenigstens eine Fa serschicht 5 - beim Darstellungsbeispiel zwei oder mehr Faserschichten 5 - auf.
Eine oder jede Faserschicht 5 ist vorzugsweise aus einem vernadelten bzw. verfes tigten Faservlies gebildet. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist unter dem Begriff „vernadeltes Faservlies“ vorzugsweise ein textiles Flächengebilde zu verstehen, dessen Fasern durch trockene bzw. bindemittelfreie und/oder schmelzperlenfreie Vernadelung ungeordnet miteinander verschlungen und dadurch verfestigt sind.
Die Faserschichten 5 sind insbesondere aus Glasfasern oder Silikatfasern oder aus einer Mischung davon hergestellt. Beispielsweise können Glasfasern, insbesondere aus E-, ECR- oder R-Glas oder deren Mischungen, und/oder sonstige hitzebestän- dige Fasern eingesetzt werden.
Die Fasern weisen vorzugsweise einen mittleren Durchmesser von mindestens 4 pm, insbesondere mindestens 6 pm, ganz besonders bevorzugt im Wesentlichen von 8 bis 16 pm, auf.
Die Länge der Fasern beträgt bevorzugt mehr als 30 mm, vorzugsweise mehr als 40 mm, insbesondere im Wesentlichen 50 bis 60 mm. Grundsätzlich kann die Länge Fasern jedoch auch größer sein, beispielsweise bis zu etwa 120 mm betragen. Vorzugsweise sind die Faserschichten 5 bindemittel- und/oder schmelzperlenfrei.
Vorzugsweise beträgt das Flächengewicht der Faserschichten 5 bzw. der Zwischen lage 4 weniger als 1000 g/m2, vorzugsweise weniger als 800 g/m2, insbesondere weniger als 600 g/m2, und/oder mehr als 150 g/m2, bevorzugt mehr als 200 g/m2, insbesondere mehr als 300 oder 400 g/m2.
Vorzugsweise beträgt das Flächengewicht des Wärmedämmelements 1 weniger als 1500 g/m2, vorzugsweise weniger als 1300 g/m2, insbesondere weniger als 1000 g/m2, und/oder mehr als 150 g/m2, bevorzugt mehr als 200 g/m2, insbesondere mehr als 300 oder 400 g/m2.
Vorzugsweise sind die Faserschichten 5 der Zwischenlage 4 durch eine Zwischen schicht 6 voneinander getrennt. Die Zwischenschicht 6 ist insbesondere durch eine hitzebeständige Metallschicht, vorzugsweise Aluminiumschicht, gebildet. Jedoch kann die Zwischenschicht 6 auch durch eine hitzebeständige Kunststoffschicht, vor zugsweise Polyimidschicht, gebildet sein.
Das Wärmedämmelement 1 kann auch mehrere Zwischenschichten 6 und dement sprechend mehrere Faserschichten 5 aufweisen, insbesondere wobei jeweils zwei Faserschichten 5 durch eine Zwischenschicht 6 voneinander getrennt sind. Die Deckschichten 2, 3 sind vorzugsweise biegeschwach, also leicht biegbar bzw. flexibel, ausgebildet. Eine„biegeschwache“ Deckschicht 2, 3 im Sinne der vorliegen den Erfindung ist vorzugsweise papier-, gewebe- oder folienartig und/oder weist eine Dicke von weniger als 2 mm, insbesondere weniger als 1 mm, auf. Besonders be vorzugt beträgt die Dicke der Deckschicht 2, 3 mehr als 0,05 mm und/oder weniger als 0,15 mm. Dadurch wird das gesamte Wärmedämmelement 1 kompressibel und flexibel ausgebildet, wobei die Kompressibilität zumindest im Wesentlichen auf die kompressible Ausbildung der Zwischenlage 4 zurückzuführen ist.
Die Deckschichten 2 und 3, Zwischenlage 4, Faserschichten 5 und/oder das Wär- medämmelement 1 sind bzw. ist vorzugsweise hitzebeständig, insbesondere bis mindestens 200 °C, besonders bevorzugt über 250 °C, 500 °C oder 1000 °C, aus gebildet.
Vorzugsweise ist mindestens eine der Deckschichten 2, 3 als hitzebeständige Me- tallschicht, vorzugsweise Aluminiumfolie, oder als hitzebeständige Kunststoffschicht, vorzugsweise Polyimidfolie, oder als hitzebeständige Gewebeschicht, vorzugsweise Glasgewebefolie, oder als Glimmerschicht, vorzugsweise Glimmerpapierschicht, ausgebildet. Besonders bevorzugt ist eine bzw. die erste Deckschicht 2 als hitzebeständige Glim merschicht, vorzugsweise Glimmerpapierschicht, und die andere bzw. die zweite Deckschicht 3 als Metallschicht, vorzugsweise Aluminiumfolie, oder Kunststoff schicht, vorzugsweise Polyimidfolie, ausgebildet. Es können jedoch auch beide Deckschichten 2, 3 identisch, insbesondere als Glimmerschicht, vorzugsweise Glim- merpapierschicht, ausgebildet sein. Dies ermöglicht eine besonders große Flitzebe ständigkeit.
Eine Ausführungsform des Wärmedämmelements 1 , bei dem die Deckschichten 2, 3 identisch ausgebildet sind, beispielsweise jeweils als Glimmerschicht, ist insbeson- dere in Fig. 1 B dargestellt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Wärmedämmelement 1 ein Ge webe 21 aufweisen. Das Gewebe 21 bildet vorzugsweise eine zumindest im We sentlichen planare und/oder flächige Schicht bzw. Gewebeschicht. Der Begriff„Gewebe“ bezeichnet insbesondere ein vorzugsweise flächiges Erzeug nis, dass durch eine Vielzahl von sich insbesondere zumindest im Wesentlichen rechtwinklig kreuzenden Fäden oder Drähten gebildet ist. Dabei sind die Fäden bzw. Drähte, insbesondere in einem bestimmten Rhythmus bzw. einer sich wiederholen den Abfolge, über und unter quer verlaufende Fäden bzw. Drähte geführt.
Vorzugsweise bildet das Gewebe 21 eine oder beide Deckschichten 2, 3. Es ist je doch auch möglich, dass das Gewebe 21 eine Zusatzschicht 22 bildet, die vorzugs weise zusätzlich zu den Deckschichten 2, 3, vorgesehen ist. Die Zusatzschicht ist in Fig. 1 C dargestellt.
Das Gewebe 21 ist vorzugsweise ein Metallgewebe, insbesondere ein Drahtgewebe aus Edelstahl und/oder Aluminium. Das Gewebe 21 kann jedoch auch ein Glasfa sergewebe, ein Kohlefasergewebe oder ein Silikatgewebe sein. Es ist auch möglich, dass das Gewebe 21 ein Mischgewebe ist bzw. eine Mischung aus Metallfasern, insbesondere Edelstahlfasern und/oder Aluminiumfasern, Glasfasern, Kohlefasern und/oder Silikatfasern aufweist oder daraus besteht.
Die Zusatzschicht 22 ist vorzugsweise außen an dem Wärmedämmelement 1 ange ordnet. Alternativ kann die Zusatzschicht 22 im Inneren des Wärmedämmelements 1 vorgesehen sein, beispielsweise zwischen der Deckschicht 2, 3 und der Faser schicht 5 und/oder zwischen der Faserschicht 5 und der Zwischenschicht 6.
Die Deckschicht 2, 3 aus einem Gewebe 21 ist vorzugsweise auf die Faserschicht 5 aufkaschiert bzw. aufgeklebt oder auf sonstige Weise fest mit der Faserschicht 5 verbunden. Besonders bevorzugt wird zur Verbindung des eine Deckschicht 2. 3 bil denden Gewebes 21 mit der Faserschicht 5 ein luftdurchlässiger bzw. gasdurchläs siger Klebstoff verwendet, vorzugsweise wobei der Klebstoff ein Austreten bzw. Durchtreten von Gasen ermöglicht, aber eine Barriere für Funken oder Flammen bil det. Dies ist besonders vorteilhaft bei der Verwendung des Wärmedämmelements 1 in einer Batterie 8, was nachfolgend genauer beschrieben wird.
Des Weiteren sind Ausführungsformen möglich, bei denen das Wärmedämmele ment 1 sowohl die Zusatzschicht 22 als auch die Klebeschicht 7 aufweist, vorzugs weise wobei in diesem Fall die Klebeschicht 7 an der ersten Deckschicht 2 angeord net ist und die Zusatzschicht 22 an der zweiten Deckschicht 3 angeordnet ist oder umgekehrt.
Vorzugsweise weist das Gewebe 21 eine hohe Hitzebeständigkeit auf, vorzugsweise bis zu einer Temperatur von etwa 1 150 °C. Das Gewebe 21 , insbesondere Metallgewebe, weist vorzugsweise eine Maschen weite von mindestens 0,1 mm und/oder höchstens 0,4 mm auf. Besonders bevor zugte Maschenweiten sind beispielsweise etwa 0,1 14 mm, etwa 0,22 mm und etwa 0,315 mm. Das Gewebe 21 , insbesondere Metallgewebe, weist vorzugsweise eine offene Sieb fläche von mindestens 30 % und/oder höchstens 60 % auf. Besonders bevorzugte offene Siebflächen betragen beispielsweise etwa 37,0 %, etwa 42,4 % und etwa 51 %. Vorzugsweise ist mindestens eine Deckschicht 2, 3 und/oder die Zusatzschicht 22, insbesondere das Gewebe, gasdurchlässig.
Vorzugsweise ist mindestens eine Deckschicht und/oder die Zusatzschicht 22, ins besondere das Gewebe 21 , derart ausgebildet, dass explosive, giftige und/oder ge- sundheitsschädliche Gase beim Durchtritt durch das Wärmedämmelement 1 , die Deckschicht 2,3 und/oder die Zusatzschicht 22 gefiltert bzw. absorbiert werden, bei spielsweise mechanisch und/oder chemisch.
Vorzugsweise weist mindestens eine Deckschicht 2, 3 und/oder die Zusatzschicht 22, insbesondere das Metallgewebe bzw. das Wärmedämmelement 1 insgesamt eine derartige mechanische Stabilität auf, dass bei einer Explosion der Batterie 8 keine Fragmente das Wärmedämmelement 1 durchdringen können.
Das Wärmedämmelement 1 weist - insbesondere im nicht komprimierten Zustand oder Auslieferungszustand - vorzugsweise eine Dicke von weniger als 15 mm, vor zugsweise weniger als 10 mm, insbesondere zwischen 6 bis 8 mm, auf.
Besonders bevorzugt weist das Wärmedämmelement 1 bzw. mindestens eine Deck schicht 2, 3 und/oder die Zwischenschicht 6 eine elektrische Durchschlagsfestigkeit von mehr als 20 kV/mm, vorzugsweise mehr als 30 kV/mm, insbesondere von 40 bis 70 kV/mm, auf.
Die Deckschichten 2, 3 und die Zwischenlage 4 sind insbesondere durch Verkleben miteinander verbunden. Insbesondere wird hierzu ein hitzebeständiger Klebstoff ein gesetzt. Jedoch sind auch andere Verbindungstechniken, beispielsweise Vernähen oder Verschweißen, möglich.
Vorzugsweise bzw. optional weist mindestens eine Deckschicht 2, 3 - beim Darstel lungsbeispiel die erste Deckschicht 2 - eine Klebeschicht 7 auf, um das Wärmedäm melement 1 bedarfsweise an einen Teil der Batterie 8 und/oder an ein weiteres Wär medämmelement 1 anzubringen bzw. dort zu befestigen.
Die Klebeschicht 7 besteht insbesondere aus einem Acrylatklebstoff.
Das Flächengewicht der Klebeschicht 7 beträgt vorzugsweise weniger als 150 g/m2, vorzugsweise weniger als 120 g/m2, insbesondere zwischen 50 und 100 g/m2. Alter- nativ oder zusätzlich kann die Klebeschicht 7 auch als doppelseitiges Klebeband ausgebildet sein.
Die Klebeschicht 7 ist jedoch nicht zwingend vorgesehen, sondern lediglich optional, wie insbesondere aus den Figuren 1 B und 1C ersichtlich ist.
Nachfolgend wird anhand von Fig. 2 eine vorschlagsgemäße Anordnung bzw. Ver wendung von vorschlagsgemäßen Wärmedämmelementen 1A und 1 B und optional weiteren vorschlagsgemäßen Wärmedämmelementen 1C und 1 D in der Batterie 8 näher erläutert. Die Wärmedämmelemente 1A bis 1 D können identisch oder unter- schiedlich gemäß den voranstehend erläuternden Ausführungsformen ausgebildet sein.
Nachfolgend werden die Wärmedämmelemente 1A bis 1C zur Unterscheidung als erstes Wärmedämmelement 1A, zweites Wärmedämmelement 1 B, drittes Wärme- dämmelement 1 C und viertes Wärmedämmelement 1 D bezeichnet. Dies dient je doch nur zur Unterscheidung der unterschiedlichen Wärmedämmelemente und im pliziert nicht, dass beispielsweise bei Vorsehen des dritten Wärmedämmelements 1 D auch zwingend ein zweites Wärmedämmelement 1 B vorhanden sein muss.
Insbesondere ist die Batterie 8 zur Energieversorgung in einem schematisch darge stellten Fahrzeug 14, insbesondere Elektrofahrzeug, angeordnet bzw. verbaut. Ins besondere befindet sich die Batterie 8 im Einbauzustand unterhalb eines Fahrzeu- ginnenraums 15, beispielsweise eines Passagier- oder sonstigen Innenbereichs des Fahrzeugs 14.
Die Batterie 8 weist vorzugsweise ein Gehäuse 9 mit einem Gehäuseunterteil 10 und einem Gehäuseoberteil bzw. Gehäusedeckel 11 auf. Das Gehäuse 9 besteht vor- zugsweise aus einem nicht-leitendem Material, beispielsweise Kunststoff, oder aus Metall.
Die Batterie 8 ist vorzugsweise als wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Akkumulator ausgeführt. Alternativ kann diese auch aus oder mit als Lithium-Eisen-Phosphat, Li- thium-Cobalt-Oxid, Lithium-Metall-Oxid, Lithiumionen-Polymer, Nickel-Zink, Nickel- Metall, Nickel-Cadmium, Nickel-Wasserstoff, Nickel-Silber, Nickel-Metall-Hybrid und ähnlichen Systemen bzw. Materialien aufgebaut oder ausgeführt werden.
Insbesondere weist die Batterie 8 wenigstens eine Gruppe von Batteriezellen 12 auf, die elektrisch miteinander zusammengeschaltet und im Gehäuse 9, vorzugsweise im Gehäuseunterteil 10, aufgenommen sind.
Ein erstes Wärmedämmelement 1A ist oberhalb der Batteriezellen 12 und/oder am Gehäusedeckel 11 des Gehäuses 9 angebracht bzw. befestigt, vorzugsweise ange- klebt, insbesondere mittels der Klebeschicht 7.
Besonders bevorzugt ist das erste Wärmedämmelement 1 A vollflächig an einer dem Gehäuseinnenraum zugewandten Innenseite 13 des Gehäusedeckels 11 ange bracht. Das erste Wärmedämmelement 1 A verschließt bzw. isoliert das Gehäuseun- terteil 10 bzw. die Batterie 8 oder deren Zellen 12 also oberseitig.
Auf diese Weise wird eine besonders effiziente oberseitige Wärmedämmung und ein Brandschutz gegenüber dem Fahrzeuginnenraum 15 erzielt, um darin befindliche Personen oder Gegenstände effizient bzw. lange genug vor einer unkontrollierten Wärmeentwicklung in der Batterie 8 zu schützen. Eine gasdichte Konstruktion ver hindert bzw. reduziert ebenfalls eine gasexplosionsartige Ausbreitung in Richtung des Fahrgastraumes.
Besonders bevorzugt ist die dem Gehäuseinnenraum bzw. den Batteriezellen 12 zu gewandte zweite Deckschicht 3 des ersten Wärmedämmelements 1A als Glimmer schicht, vorzugsweise Glimmerpapierschicht, ausgebildet, wobei die den Batterie zellen 12 bzw. dem Gehäuseinnenraum abgewandte erste Deckschicht 2 zur Befes- tigung am Gehäusedeckel 1 1 ausgebildet und insbesondere mit der Klebeschicht 7 versehen ist. Dies verbessert die Hitzebeständigkeit und erleichtert gleichzeitig die Handhabung bzw. Befestigung des Wärmedämmelements 1 am Gehäuse 9.
Alternativ oder zusätzlich ist mindestens ein (weiteres bzw. zweites) Wärmedämm- element 1 B zwischen benachbarten Batteriezellen 12, beim Darstellungsbeispiel zwischen zwei Gruppen von Batteriezellen 12, angeordnet, wodurch die Gruppen thermisch voneinander isoliert bzw. getrennt werden.
Besonders bevorzugt ist das Wärmedämmelement 1 B zwischen den Batteriezellen 12 eingeschoben, eingedrückt oder in sonstiger Weise eingebracht.
Insbesondere umschließt und/oder umhüllt das Wärmedämmelement 1A bzw. 1 B mindestens eine Batteriezelle 12 oder eine Gruppe von Batteriezellen 12, vorzugs weise allseitig, und/oder insbesondere derart, dass die Batteriezelle 12 bzw. Gruppe von Batteriezellen 12 über das Wärmedämmelement 1A bzw. 1 B dämpfend im Ge häuse 9 gelagert bzw. angeordnet ist. Dies ermöglicht neben einer effektiven, insbe sondere allseitigen, Wärmeisolierung auch eine robuste bzw. widerstandsfähige La gerung der Batteriezellen 12, da etwaige Stöße bzw. Erschütterungen durch das kompressible Wärmedämmelement 1 A bzw. 1 B abgedämpft bzw. absorbiert werden.
Insbesondere ist das zweite Wärmedämmelement 1 B quer bzw. senkrecht zur In nenseite 13 des Gehäusedeckels 1 1 angebracht bzw. vertikal ausgerichtet, insbe sondere derart, dass es beim Aufsetzen des Gehäusedeckels 1 1 auf das Gehäuse unterteil 10 zwischen die Batteriezellen 12 einführbar ist.
Die zweiten Wärmedämmelemente 1 B sind optional quer bzw. senkrecht am ersten Wärmedämmelement 1 A angebracht bzw. befestigt, beispielsweise verklebt, vernäht oder in sonstiger Weise damit verbunden. Die Batterie 8 kann eine Vielzahl von zweiten Wärmedämmelementen 1 B aufweisen. Vorzugsweise sind zwischen mehreren Batteriezellen 12, insbesondere zwischen al-
len Batteriezellen 12, zweite Wärmedämmelemente 1 B angeordnet bzw. vorgese hen. In Fig. 3 ist eine Batterie 8 mit mehreren Wärmedämmelement 1 B schematisch dargestellt. Alternativ oder zusätzlich zu dem ersten Wärmedämmelement 1A und/oder dem zweiten Wärmedämmelement 1 B kann die Batterie 8 ein weiteres bzw. drittes Wär medämmelement 1C aufweisen, wie beispielsweise in Fig. 3 dargestellt. Das dritte Wärmedämmelement 1 C ist vorzugsweise dem ersten Wärmedämmelement 1A ge genüberliegend und/oder an einer Unterseite bzw. einem Boden des Gehäuseinnen- raums 13 angeordnet, insbesondere auf der Innenseite 13 des Gehäuses 9 Vorzugs weise ist die Unterseite bzw. der Boden von dem dritten Wärmedämmelement 1 C vollständig bzw. vollflächig abgedeckt.
Es kann auch, insbesondere zusätzlich zu dem ersten Wärmedämmelement 1A, zweiten Wärmedämmelement 1 B und/oder dritten Wärmedämmelement 1 C, ein wei teres bzw. viertes Wärmedämmelement 1 D vorgesehen sen. Vorzugsweise ist das weitere bzw. vierte Wärmedämmelement 1 D an einer oder mehreren Seitenwänden der Innenseite bzw. des Gehäuses 9 vorgesehen bzw. angeordnet. Vorzugsweise wird die Seitenwand bzw. werden die Seitenwände vollständig von dem vierten Wär- medämmelement 1 D abgedeckt bzw. thermisch isoliert.
Vorzugsweise ist in der Batterie 8 bzw. dem Gehäuse 9 die Gewebeschicht bzw. das Gewebe 21 - sofern vorhanden - auf der dem Innenraum 13 zugewandten Seite des Wärmedämmelements 1A, 1 C, 1 D angeordnet.
Vorzugsweise sind die Wärmedämmelemente 1 A, 1 C, 1 D an der Innenseite 13 bzw. im Innenraum des Gehäuses 9 angeordnet.
Die Wärmedämmelemente 1A-1 D sind vorzugsweise jeweils zwischen einer Batte- riezelle 12 bzw. den Batteriezellen 12 und dem Gehäuse 9 angeordnet.
Die Batteriezellen 12 sind vorzugsweise zumindest im Wesentlichen vollständig und/oder allseitig von einem oder mehreren Wärmedämmelementen 1A-1 D umhüllt bzw. umgeben.
Die Batterie 8 bzw. das Gehäuse 9 kann einen Auslass 23 für das Entweichen von Gasen aufweisen. Dies ist beispielhaft in Fig. 3 dargestellt.
Der Auslass 23 ist vorzugsweise in dem Gehäusedeckel 1 1 bzw. an einer Oberseite der Batterie 8 bzw. des Gehäuses 9 angeordnet. Vorzugsweise ist der Auslass 23 durch eine den Gehäusedeckel 1 1 und/oder das Wärmedämmelement 1A durchdrin gende Öffnung gebildet. Durch den Auslass 23 können Gase aus dem Gehäuse 9 entweichen, sodass eine Explosionsgefahr verringert wird.
Der Auslass 23 kann einen Filter 24 für Gase und/oder ein Ventil 25, insbesondere Einwegventil, aufweisen. Durch das Ventil kann sichergestellt werden, dass Gase aus der Batterie 8 entweichen, aber keine Gase in die Batterie 8 eindringen können.
In den Fig. 4 und 5 sind schematisch Versuchsaufbauten bzw. Versuchsanordnun gen zur Durchführung von Temperaturmessungen an vorschlagsgemäßen Wärme dämmelementen 1 dargestellt. Bei den durchgeführten Versuchen wurde die Wärmedämmfunktion bzw. -fähigkeit der vorschlaggemäßen Wärmedämmelemente 1 untersucht. Flierzu wurde gezielt Wärme über ein Heizelement 16, vorzugsweise eine Heizfolie, in das Gehäuse 9 bzw. einen damit vergleichbaren Aufbau eingebracht, um vergleichbare Temperatur bedingungen wie im Fall einer unkontrollierten Wärmeentwicklung bzw. eines ther- mischen Durchgehens zu simulieren. Die sich ergebenden Temperaturdiagramme bzw. Temperaturverläufe sind in Fig. 6 für ein Wärmedämmelement 1 mit einem ers ten Schichtaufbau und in Fig. 7 für ein Wärmedämmelement 1 mit einem zweiten Schichtaufbau gezeigt. Bei dem in Fig. 4 dargestellten Versuchsaufbau wurde zur Simulation einer unkon trollierten Wärmeentwicklung bzw. eines thermischen Durchgehens das Heizele ment 16 zwischen einer - ausgehend vom Wärmedämmelement 1 an einer zweiten Stelle befindlichen - Batteriezelle 12’ und einer - ausgehend vom Wärmedämmele ment 1 an einer dritter Stelle befindlichen - Batteriezelle 12” eingebracht und fort- laufend auf eine Temperatur oberhalb von 120 °C, vorzugsweise oberhalb von 200 °C, erhitzt.
Gleichzeitig wurde über ein Messmittel, insbesondere ein Thermoelement, der sich ergebende Temperaturverlauf bzw. Temperaturanstieg am Wärmedämmelement 1 auf einer dem Heizelement 16 abgewandten Kaltseite 17 einerseits und einer dem Heizelement 16 zugewandten Heißseite 18 andererseits gemessen, wobei für jeden Schichtaufbau zwei Messungen durchgeführt wurden.
Die Kurven M1 und M2 in Fig. 6 zeigen für jede Messung den sich ergebenen Tem peraturverlauf an der Kaltseite 17 des Wärmedämmelements 1 mit dem ersten Schichtaufbau und die Kurven M1 und M2 in Fig. 7 entsprechende Temperaturver läufe für ein Wärmedämmelement 1 mit einem anderen bzw. zweiten Schichtaufbau.
Generell soll mithilfe des in Fig. 4 dargestellten Versuchsaufbaus die Wärmedämm funktion in Bezug auf die Eindämmung bzw. Verzögerung des Übergreifens thermi scher Energie auf benachbarte Batteriezellen 12 innerhalb des Gehäuses 9 unter sucht bzw. belegt werden.
Der zweite Versuchsaufbau gemäß Fig. 5 unterscheidet sich von dem ersten Ver suchsaufbau dadurch, dass der Temperaturverlauf an einem oberseitig zu den Bat teriezellen 12 verlaufenen Wärmedämmelement 1 ermittelt wird. Dadurch soll die Wärmedämmfunktion bzw. Wärmeisolierung gegenüber einem an die Batterie 8 an- grenzenden Raum, insbesondere dem Fahrzeuginnenraum 15, untersucht bzw. be legt werden.
Flierzu wird analog zum ersten Versuchsaufbau das Heizelement 16, insbesondere die Heizfolie, zwischen benachbarte Batteriezellen 12 angeordnet und zur Simulation einer unkontrollierten Wärmeentwicklung bzw. eines thermischen Durchgehens auf wenigstens 120 °C, vorzugsweise wenigstens 200 °C, erhitzt. Der Temperaturverlauf bzw. der Temperaturanstieg wurde mittels eines Messmittels, insbesondere Ther moelements, auf der dem Heizelement 16 abgewandten Kaltseite 19 des Wärme dämmelements 1 einerseits und auf einer dem Heizelement 16 zugewandten Heißseite 20 des Wärmedämmelements 1 andererseits aufgezeichnet.
Die Kurve M3 in Fig. 6 zeigt den sich ergebenen Temperaturverlauf an der Kaltseite 19 des Wärmedämmelements 1 mit dem ersten Schichtaufbau und die Kurve M3 in Fig. 7 den sich ergebenden Temperaturverlauf für den zweiten Schichtaufbau.
Bei dem in Fig. 6 dargestellten Temperaturdiagramm wurde ein Wärmedämmele ment 1 mit folgendem, ersten Schichtaufbau eingesetzt:
Gesamtaufbau
. 5mm (<2mm im Verbau)
Die X-Achse repräsentiert den zeitlichen Verlauf in Minuten. Die Achse startet mit „0“, die den Startpunkt des Einschaltens der Heizfolie 16 markiert. Die Y-Achse repräsentiert die Temperatur in °C. Die Kurven beginnen bei knapp über 20°C, also im Wesentlichen bei Umgebungstemperatur.
Wie bereits erwähnt, sollte an der Kaltseite 17 bzw. 19 so lange wie möglich eine Temperatur unter 120°C, insbesondere unter 80°C, vorliegen, um eine Beschädi- gung bzw. einen Kurzschluss zu vermeiden und/oder eine völlige Zerstörung bzw. Explosion der Batterie 8 zu verhindern, insbesondere um den Fahrzeuginnenraum 15 ausreichend lange vor der Freisetzung von Wärme, Gasen und/oder Fragmenten zu schützen. Die höchste Temperatur für alle Messungen wurde bei der Kurve M3 (also an der Kaltseite 19, Fig. 5) mit 115,4°C gemessen, und zwar nach ca. 30 min. Die Maximal temperatur auf der gegenüberliegenden Heißseite 20 betrug dabei 837 °C.
Bei der Kurve M1 (erste Messung auf Kaltseite 17, Fig. 4) wurde eine Maximaltem- peratur von 92,75 °C nach ca. 20 min erreicht. Die Maximaltemperatur auf der ge genüberliegenden Heißseite 18 betrug dabei 730 °C.
Bei der Kurve M2 (zweite Messung auf Kaltseite 17, Fig. 4) wurde die Maximaltem peratur von 89 °C nach ebenfalls ca. 20 min erreicht. Die Maximaltemperatur auf der gegenüberliegenden Heißseite 18 betrug dabei 728 °C.
Die Kurven M1 und M2 weichen - wie erwartet - lediglich geringfügig voneinander ab, da sie zwei Messungen derselben Messreihe sind (Versuchsaufbau Fig. 4). Ein Vergleich der Kurve M3 (Versuchsaufbau Fig. 5) einerseits mit den Kurven M1 und M2 (Versuchsaufbau Fig. 4) andererseits zeigt zunächst, dass an der Kaltseite 19 die höchste Temperatur (1 15,4 °C) gemessen worden ist. Allerdings wird diese Temperatur erst nach über 30 min - und damit deutlich später als bei den anderen Kurven M1 und M2 - erreicht. Bis ca. 25 min nach Einleitung der Wärme verläuft Kurve M3 deutlich unterhalb der beiden anderen Kurven M1 und M2 und steigt erst
dann an. Insofern wird insbesondere in den ersten 20 bis 25 min eine effiziente Wär medämmung an der Kaltseite 19 und damit ein hoher Wärmeschutz gegenüber ei nem oberseitig angrenzenden Raum bzw. Fahrzeuginnenraum 15 ermöglicht. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass ein Übergreifen von Wärme bzw. des thermischen Durchgehens auf benachbarte Batteriezellen 12 effizient verzögert bzw. eingedämmt wird, da die maximale Grenztemperatur von 120 °C in allen Kurven M1 bis M3 nicht erreicht wird. Hierdurch wird das Risiko von Schädigungen bzw. Kurz schlüssen ausgeschlossen oder zumindest minimiert.
Ferner lässt sich der erste Schichtaufbau vergleichsweise kostengünstig realisieren.
Im Rahmen des in Fig. 7 dargestellten zweiten Temperaturdiagramms wurde ein vorschlagsgemäßes Wärmedämmelement 1 mit folgendem, zweiten Schichtaufbau eingesetzt:
Die X-Achse repräsentiert den zeitlichen Verlauf in Minuten. Die Achse startet mit „0“, die den Startpunkt des Einschaltens der Heizfolien 14 bzw. 15 zur Einleitung der Wärmeentwicklung in den entsprechenden Gruppen von Batteriezellen 12A-E (siehe Fig. 5) einleitet.
Die Y-Achse repräsentiert die Temperatur in °C. Die Kurven beginnen bei knapp über 20°C, also im Wesentlichen bei Umgebungstemperatur.
Die höchste Temperatur für alle Messungen wurde mit 76, 5 °C an der Kurve M1 (also an der Kaltseite 17 im Rahmen der ersten Messung, Fig. 4) ermittelt, und zwar nach 10 min. Die Maximaltemperatur auf der gegenüberliegenden Heißseite 18 be trug dabei 1300 °C.
Für Kurve M2 wurde - im Rahmen der zweiten Messung nach Fig. 4 - auf der Kalt seite 17 eine Maximaltemperatur von 75°C nach 35 Minuten erreicht. Die Maximal temperatur auf der gegenüberliegenden Fleißseite 20 betrug dabei 1000 °C. Für Kurve M3 wurde auf der Kaltseite 19 eine Maximaltemperatur von 70°C nach 55 Minuten erreicht. Die Maximaltemperatur auf der gegenüberliegenden Fleißseite 20 betrug dabei 730 °C.
Folglich wurde in allen Fällen die bevorzugte maximale Grenztemperatur von 80°C nicht erreicht, so dass bereits eine beschleunigte Alterung der benachbarten Batte riezelle vermieden oder zumindest reduziert wird.
Ein Vergleich der Kurve M3 (Versuchsaufbau Fig. 5) einerseits mit den Kurven M1 und M2 (Versuchsaufbau Fig. 4) andererseits zeigt, dass an der Kaltseite 19 (Kurve M3) nicht nur die geringste Maximaltemperatur (70 °C) vorliegt, sondern diese Maxi maltemperatur auch erst deutlich später, und zwar nach ca. 55 min, vorliegt. Gleich wohl wurde an der entsprechenden Fleißseite 20 auch die geringste Temperatur (730 °C) ermittelt. Des Weiteren ist aus Fig. 7 ersichtlich, dass bei dem zweiten Schichtaufbau erst nach einer Zeit T von etwa 1 1 bis 12 Minuten ein signifikanter Temperaturanstieg in einer der Kurven M1 bis M3 zu verzeichnen ist.
Ebenfalls wird der in Fig. 6 erläuterte Verlauf bestätigt, dass an der Kaltseite 19 ins- besondere in den ersten Minuten der Wärmeeinleitung - in Fig. 7 bis nach ca. 45 min - gegenüber der Kaltseite 17 (Kurven M1 und M2) eine deutlich geringere Tem peratur vorliegt. Insofern ermöglicht das Wärmedämmelement 1 mit dem zweiten Schichtaufbau eine besonders effektive Wärmedämmung gegenüber angrenzenden Räumen bzw. Bereichen, insbesondere dem Fahrzeuginnenraum 15.
Ein Vergleich der Kurven M1 bis M3 von Fig. 7 (zweiter Schichtaufbau) mit den ent sprechenden Kurven von Fig. 6 (erster Schichtaufbau) zeigt weiterhin, dass sich durch den zweiten Schichtaufbau eine weiterführend verbesserte Wärmedämmfunk tion erzielen lässt. Insbesondere wurde eine Reduzierung der Maximaltemperaturen erzielt, wobei der Unterschied in den Kurven M3 (erster Schichtaufbau: 1 15,4 °C im Vergleich zum zweiten Schichtaufbau: 70,0 °C) besonders signifikant ist. Dies belegt den besonders vorteilhaften Einsatz des zweiten Schichtaufbaus als oberseitige Wärmeisolierung.
Generell gestattet der zweite Schichtaufbau aufgrund des Multilayer-Aufbaus der Zwischenlage 4, insbesondere mit der darin angeordneten Polyimidschicht als Zwi schenschicht 6, eine optimale Reduzierung des Wärmedurchgangs und somit eine besonders effiziente Wärmedämmfunktion.
Die durch das Faservlies geschützte Polyimidschicht hat auch nach dem thermi schen Explodieren noch Ihre Struktur erhalten, sodass die elektrische Isolation auf recht erhalten bleibt.
Insgesamt zeigen die Versuche, dass sich das vorschlagsgemäße Wärmedämmele ment 1 sowohl zur Eindämmung von Wärme innerhalb der Batterie 8 als auch zur oberseitigen Anordnung bzw. Isolierung, also insbesondere zum Wärmeschutz an grenzender Fahrzeuginnenräume 15, eignet. Die Effizienz ist dabei beim zweiten Schichtverbund optimal, wobei der erste Schichtverbund bei ebenfalls effektiver Wärmedämmfunktion eine vergleichsweise kostengünstige Realisierung zulässt.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung des vorschlagsgemäßen Wärmedämmelements 1 an und/oder in einer Batterie 8, vorzugsweise Lithium-Ionen Batterie, insbesondere Traktionsbatterie für ein Elektrofahrzeug.
Insbesondere wird ein Wärmedämmelement 1 oberseitig auf dem Gehäuse 9 ange ordnet, um eine oberseitige Wärmeisolierung zu ermöglichen. Alternativ oder zusätzlich wird ein Wärmedämmelement 1 zur thermischen Isolierung zwischen zwei benachbarten Batteriezellen 12 angeordnet.
Insbesondere wird das Wärmedämmelement 1 an einem Gehäusedeckel 11 bzw. Gehäuseoberteil des Gehäuses 9 angebracht bzw. befestigt, vorzugsweise ange- klebt.
Besonders bevorzugt wird das Wärmedämmelement 1 , insbesondere vollflächig, an einer dem Gehäuseinnenraum zugewandten Innenseite 13 des Gehäusedeckels 1 1 angebracht.
Vorzugsweise wird das Wärmedämmelement 1 quer bzw. senkrecht zur Innenseite 13 angebracht oder ausgerichtet.
Insbesondere werden wenigstens ein erstes Wärmedämmelement 1A und wenigs tens ein zweites Wärmedämmelement 1 B verwendet, wobei das erste Wärmedäm melement 1A den Gehäuseinnenraum oberseitig verschließt bzw. thermisch isoliert und das zweite Wärmedämmelement 1 B zwischen benachbarten Batteriezellen 12A- E angeordnet ist.
Vorzugsweise wird das zweite Wärmedämmelement 1 B, insbesondere quer bzw. senkrecht, am ersten Wärmedämmelement 1A angebracht, vorzugsweise ange klebt, vernadelt oder verschweißt.
Einzelne Aspekte der vorliegenden Erfindung können, wie bereits erwähnt, beliebig kombiniert, aber auch unabhängig voneinander realisiert werden.
Bezugszeichenliste:
1 Wärmedämmelement
1 A (erstes) Wärmedämmelement
1 B (zweites) Wärmedämmelement
1 C (drittes) Wärmedämmelement
1 D (viertes) Wärmedämmelement
2 erste Deckschicht
3 zweite Deckschicht
4 Zwischenlage
5 Faserschicht
6 Zwischenschicht
7 Klebeschicht
8 Batterie
9 Gehäuse
10 Gehäuseunterteil
1 1 Gehäusedeckel/Gehäuseoberteil
12, 12’, 12” Batteriezelle
13 Innenseite
14 Fahrzeug
15 Fahrzeuginnenraum
16 Fleizelement
17 Kaltseite senkrecht-vertikal
18 Fleißseite senkrecht-vertikal
19 Kaltseite waagerecht-horizontal (oberhalb der Batterie)
20 Fleißseite waagerecht-horizontal (oberhalb der Batterie) 21 Gewebe
22 Zusatzschicht
23 Auslass
24 Filter
25 Ventil
M Kurve
T Zeit
X Achse
Y Achse