Beschreibung
Verfahren zum Betreiben einer Tankvorrichtung zur Speicherung von verdichte- ten Fluiden
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Tankvorrichtung zur Speicherung von verdichteten Fluiden, insbesondere einen Brennstoffzellentank zur Speicherung von Wasserstoff, beispielsweise zur Anwendung in Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb.
Stand der Technik
Die nicht vorveröffentlichte DE 10 2018 209 057 Al beschreibt eine Tankvorrich tung zur Temperaturdruckentlastung eines Brennstoffzellentanks, wobei die Tankvorrichtung einen Tankbehälter mit verschiedenen Ventilen, wie beispiels weise einem Absperrventil, umfasst, welche eine ordentliche Funktionsweise bei spielsweise eines Brennstoffzellensystems gewährleisten.
Die Sicherheitsvorrichtungen für solch eine Tankvorrichtung sind normiert. Dabei muss jede Tankvorrichtung solch ein Absperrventil aufweisen. So kann das Ab sperrventil bei einer Beschädigung der Tankvorrichtung hervorgerufen durch ei nen Unfall des Fahrzeugs mit Brennstoffzellenantrieb oder bei einem Bruch einer Leitung der Tankvorrichtung die Tankbehälter verschließen, so dass kein Gas aus der Speichereinheit austreten kann.
Um eine ordentliche Funktionsweise solch eines Absperrventils zu gewährleisten, muss ein intakter Öffnungs- bzw. Schließvorgang des Absperrventils gewährleis tet sein. Anderenfalls kann es zu ungeregeltem Austritt von Wasserstoff aus dem Tankbehälter führen.
Vorteile der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Tankvorrichtung zur Speicherung von verdichteten Fluiden und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Dadurch kann ein intakter Öffnungs- bzw. Schließvorgang einer Ventilvorrichtung gewährleistet werden, der einen Strömungsquerschnitt aus der Tankvorrichtung steuert, wobei die Abdichtung der Ventilvorrichtung bei einem Unfall gewährleistet ist.
Dies wird erreicht mit einem Verfahren zum Betreiben einer Tankvorrichtung zur Speicherung von verdichteten Fluiden mit einem Tank, einer Ventilvorrichtung, einer Zuführleitung, einem in der Zuführleitung angeordnetem Durchflussrege lungselement und einer Steuereinheit, wobei die Ventilvorrichtung eine Mag neteinrichtung umfasst, mittels welcher Magneteinrichtung der Öffnungs- und Schließvorgang der Ventilvorrichtung steuerbar ist, wobei die Magneteinrichtung eine Magnetspule umfasst, wobei in der Steuereinheit ein Kennfeld hinterlegt ist, in welchem Kennfeld Referenzdruckdifferenzen mit jeweils zugeordneten elektri schen Stromstärken für die Magnetspule gespeichert sind, wobei die elektrische Stromstärke so gewählt ist, dass die Ventilvorrichtung noch geöffnet ist, wobei im Kennfeld eine initiale elektrische Stromstärke hinterlegt ist, gekennzeichnet durch die nachfolgenden Schritte:
a. Anlegen der initialen elektrischen Stromstärke an die Magnetspule; b. Ermitteln eines Drucks po in dem Tank und Ermitteln eines Drucks pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvorrichtung und dem Durch flussregelungselement;
c. Bestimmen der Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank und dem Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvorrichtung und dem Durchflussregelungselement;
d. Zuordnen der bestimmten Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank und dem Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvor richtung und dem Durchflussregelungselement zu einem der Refe renzdruckdifferenzen in dem Kennfeld dergestalt, dass
• wenn die bestimmte Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank und dem Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ven tilvorrichtung und dem Durchflussregelungselement zu einem der Referenzdruckdifferenzen zugeordnet werden kann:
i. Auswählen einer der bestimmten Referenzdruckdiffe renz zugeordneten elektrischen Stromstärke für die Magnetspule;
ii. Anlegen der ausgewählten elektrischen Stromstärke an der Magnetspule;
iii. Zyklisches Wiederholen der Schritte a. bis d..
• wenn die bestimmte Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank und dem Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ven tilvorrichtung und dem Durchflussregelungselement nicht zu einem der Referenzdruckdifferenzen zugeordnet werden kann: Zurückspringen auf Schritt a..
Mittels der Geometrie der Ventilvorrichtung und den Strömungsverhältnissen an der Ventilvorrichtung und an dem Durchflussregelungselement können Referenz druckdifferenzen ermittelt werden, so dass hieraus eine elektrische Stromstärke ermittelbar ist, welche an der Magnetspule angelegt wird. Dabei wird dies so ge wählt, dass durch die erzeugte magnetische Kraft die Druck- und Strömungs kräfte an der Ventilvorrichtung so ausgeglichen werden, so dass die Ventilvor richtung gerade in Öffnungsstellung angeordnet ist. Wird nun beispielsweise aus gelöst durch einen Bruch in der Zuführleitung einen Druckdifferenzbereich zwi schen dem Druck po in dem Tank und dem Druck pi in der Zuführleitung zwi schen der Ventilvorrichtung und dem Durchflussregelungselement erreicht, wel che nicht hinterlegt ist, so wird die angesteuerte elektrische Stromstärke an der Magnetspule nicht mehr ausreichen, um eine genügend hohe magnetische Kraft zu erzeugen, welche den Druck- und Strömungskräften an der Ventilvorrichtung entgegen wirkt. Die Folge ist, dass die Ventilvorrichtung geschlossen wird und kein verdichtetes Medium mehr aus dem Tank entweichen kann. So kann ein un geregelter Austritt von verdichtetem Medium aus dem Tank verhindert und opti male Sicherheitsanforderungen erzielt werden.
ln einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Druckdifferenz zwischen dem Druck po in dem Tank und dem Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvorrichtung und dem Durchflussregelungsele ment durch die Geometrie der Ventilvorrichtung und/oder einem Strömungsquer schnitt an dem Durchflussregelungselement bestimmt wird. So kann je nach Vo lumenstrom des gasförmigen Mediums beispielsweise über das Durchflussrege lungselement die Druckdifferenz gesteuert werden.
In vorteilhafter Weiterbildung ist es vorgesehen, dass der Druck pi in der Zuführ leitung zwischen der Ventilvorrichtung und dem Durchflussregelungselement mit tels eines Strömungsquerschnitts an dem Durchflussregelungselement ermittelt wird. So kann in einfacher Weise der Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvorrichtung und dem Durchflussregelungselement mittels dem Druck po in dem Tank und/oder dem Strömungsquerschnitt an Wasserstoff durch die Ventil vorrichtung bestimmt werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft vorgesehen, dass der Druck po in dem Tank mittels einer in dem Tank angeordneten Druckmesseinheit kontinuierlich gemessen wird. So kann eine optimale Durchführung des Verfah rens, angepasst an die tatsächlichen Gegebenheiten der Tankvorrichtung, erzielt werden.
In vorteilhafter Weiterbildung umfasst der Tank ein Tankgehäuse mit einem Hals bereich, in welchem Halsbereich die Ventilvorrichtung angeordnet ist. So ist die Ventilvorrichtung gleichzeitig in den Tank integriert und so vor äußeren Einflüs sen wie beispielsweise Beschädigungen durch Erschütterungen geschützt.
Eine Vorrichtung eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens weist die Tank vorrichtung und die Steuereinheit auf, durch welche Steuereinheit das Verfahren ausgeführt werden kann.
In vorteilhafter Weiterbildung umfasst die Steuereinheit ein Steuergerät oder mehrere Steuergeräte. So kann das Verfahren in einfacher Weise ohne konstruk tive Umstrukturierungen an der Tankvorrichtung und ohne zusätzliche Bauteile ausgeführt werden.
Das beschriebene Verfahren und die Vorrichtung eignen sich vorzugsweise in ei ner Brennstoffzellenanordnung für die Wasserstoffversorgung zu einem Anoden bereich einer Brennstoffzelle.
Zeichnungen
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Tankvor richtung zur Speicherung von verdichteten Fluiden und ein Ablaufplan eines Ver fahrens zum Betreiben solch einer Tankvorrichtung dargestellt. Es zeigt in
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Tankvorrichtung im
Längsschnitt,
Fig. 2 ein Ablaufplan für ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Betreiben einer Tankvorrichtung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
Fig.l zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Tankvorrichtung 1 zur Speicherung von verdichteten Fluiden, insbesondere Wasserstoff, mit einer Ventilvorrichtung 100 im Längsschnitt.
Die Ventilvorrichtung 100 weist ein Ventilgehäuse 6 mit einer Längsachse 18 auf. In dem Ventilgehäuse 6 sind eine Einlassöffnung 22 und eine Auslassöffnung 40 ausgebildet, welche in einen Innenraum 42 münden. Weiterhin ist in dem Ventil gehäuse 6 eine Magnetspule 10 mit einem Spulengehäuse 8 angeordnet. Das Ventilgehäuse 6 umfasst weiterhin ein Anschlagselement 12, welches von dem Spulengehäuse 8 umgeben ist und welches mittels Dichtelementen 24 die Mag netspule 10 gegen den Innenraum 42 abdichtet.
In dem Innenraum 42 ist ein entlang der Längsachse 18 bewegbarer erster Mag netanker 14 angeordnet, welcher mit einer Anformung 44 mit einem ersten Dicht sitz 32 zum Öffnen und Schließen der Auslassöffnung 40 zusammenwirkt. Der erste Dichtsitz 32 ist hier an einem Absatz 48 des Anschlagselements 12 ausge bildet. In dem ersten Magnetanker 14 ist eine Durchlassöffnung 20 ausgebildet, welche an dem dem ersten Dichtsitz 32 abgewandten Ende des ersten Magne tankers 14 in eine Ausnehmung 38 mündet.
In der Ausnehmung 38 ist ein entlang der Längsachse 18 bewegbarer zweiter Magnetanker 16 aufgenommen, welcher mit einer Anformung 46 mit einem zwei ten Dichtsitz 34 zum Öffnen und Schließen der Durchlassöffnung 20 in dem ers ten Magnetanker 14 zusammenwirkt. Der zweite Dichtsitz 34 ist an dem ersten Magnetanker 14 ausgebildet.
Mittels einer Feder 30, welche in einer Ausnehmung 50 des Ventilgehäuses 6 an geordnet ist und sich zwischen dem zweiten Magnetanker 16 und dem Ventilge häuse 6 abstützt, wird der zweite Magnetanker 16 mit einer Kraft in Richtung des zweiten Dichtsitzes 34 beaufschlagt, so dass der zweite Magnetanker 16 an dem zweiten Dichtsitz 34 aufliegt. Die Durchlassöffnung 20 ist somit geschlossen.
Durch die Wirkverbundenheit des ersten Magnetankers 14 mit dem zweiten Mag netanker 16 wird der erste Magnetanker 14 mittels der Feder 30 gegen den ers ten Dichtsitz 32 gedrückt, so dass die Auslassöffnung 40 geschlossen ist. Weiter hin weist der erste Magnetanker 14 einen Absatz 36 auf, welcher mit einem Ab satz 52 des zweiten Magnetankers 16 zusammenwirkt. Somit wirkt der zweite Magnetanker 16 bei Öffnung des zweiten Dichtsitzes 34 bei dessen Längsbewe gung als Mitnehmer für den ersten Magnetanker 14, wodurch die Öffnung des ersten Dichtsitzes 32 beschleunigt wird.
Der Innenraum 42 ist durch den ersten Magnetanker 14 und den zweiten Mag netanker 16 in einen äußeren Ringraum 422, einen inneren Ringraum 420 und einen Federraum 421 aufgeteilt. Der äußere Ringraum 422 ist dabei durch das Anschlagselement 12 und den ersten Magnetanker 14 begrenzt, wohingegen der
innere Ringraum 420 durch den ersten Magnetanker 14 und den zweiten Mag netanker 16 begrenzt ist.
Sowohl der innere Ringraum 420 als auch der äußere Ringraum 422 münden in den Federraum 421, wobei der Federraum 421 die Ausnehmung 50 des Ventil gehäuses 6 umfasst und in die Einlassöffnung 22 übergeht.
Die Ventilvorrichtung 100 ist Teil einer Tankvorrichtung 1 mit einem Tank 2. Der Tank 2 weist ein Tankgehäuse 3 auf, in dem ein Tankinnenraum 4 ausgebildet ist. Das Tankgehäuse 3 weist einen Halsbereich 28 auf, in dem die Ventilvorrich tung 100 angeordnet ist. Dabei ist diese in das Tankgehäuse 3 integriert und ver schließt so den Tankinnenraum 4 nach außen. Mittels Dichtelemente 26 zwi schen des Ventilgehäuses 6 der Ventilvorrichtung 100 und dem Tankgehäuse 3 des Tanks 2 ist der Tankinnenraum 4 abgedichtet, so dass gasförmiges Medium, insbesondere Wasserstoff, lediglich über die Ventilvorrichtung 100 aus dem Tank 2 ein- bzw. ausströmen kann.
Der erste Magnetanker 14 und der zweite Magnetanker 16 bilden zusammen mit der Magnetspule 10 und dem Spulengehäuse 8 eine Magneteinrichtung 11 aus.
Ein Strömungsquerschnitt des gasförmigen Mediums an dem ersten Dichtsitz 32 ist dabei größer als ein Strömungsquerschnitt des gasförmigen Mediums an dem zweiten Dichtsitz 34, da der Durchmesser der zylinderförmig ausgebildeten Aus lassöffnung 40 größer ist als der Durchmesser der zylinderförmigen Durchlassöff nung 20. Der zweite Dichtsitz 34 kann so durch eine geringe magnetische Kraft freigegeben werden, wobei durch Öffnung des zweiten Dichtsitzes 34 die Druck verhältnisse an dem ersten Dichtsitz 32 so verändert werden, dass die benötigte magnetische Kraft zur Öffnung des ersten Dichtsitzes 32 nicht mehr so hoch ist als bei Wegfall des zweiten Dichtsitzes 34 und des zweiten Magnetankers 16. So ist insgesamt für die Öffnung der Ventilvorrichtung 100 eine geringe magnetische Kraft notwendig.
Die Auslassöffnung 40 ist mit einer Zuführleitung 29 fluidisch verbunden, wobei in der Zuführleitung 29 ein Durchflussregelungselement 27 angeordnet ist, das das
verdichtete Fluid in Richtung eines Verbrauchers 31 steuert, hier eine Brennstoff zellenanordnung, mit Wasserstoff aus der Tankvorrichtung 1. In der Zuführleitung 29 zwischen dem Durchflussregelungselement 27 und der Ventilvorrichtung 100 herrscht ein Druck pi.
Weiterhin ist in dem Tankinnenraum 4 eine Druckmesseinheit 43 angeordnet, so dass ein Druck po in dem Tankinnenraum 4 ermittelt und überwacht werden kann.
Der Druck pi kann so mittels des Drucks po in dem Tankinnenraum 4, dem Strö mungsquerschnitt an Wasserstoff an der Ventilvorrichtung 100 bei bekannter Ge ometrie der Ventilvorrichtung 100 und dem Strömungsquerschnitt an Wasserstoff an dem Druckregelungselement 27 bestimmt werden.
Außerdem ist eine Vorrichtung 65 mit einer Steuereinheit 64 vorhanden, die mit dem Druckregelungselement 27, der Druckmesseinheit 43 und der Magnetspule 10 wirkverbunden ist.
In dem Tank 2 liegt der Druck po vor. Ist die Ventilvorrichtung 100 in geöffneter Position, d.h. der erste Dichtsitz 32 und der zweite Dichtsitz 34 sind freigegeben und der Tank 2 ist mit der Zuführleitung 29 fluidisch verbunden, und steuert das Durchflussregelungselement 27 kein verdichtetes Fluid in Richtung des Verbrau chers 31, so liegt auch in der Zuführleitung 29 zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussregelungselement 27 derselbe Druck wie im Tank 2 vor. Das heißt, po=pi.
Steuert das Durchflussregelungselement 27 verdichtetes Fluid in Richtung des Verbrauchers 31, so verringert sich der Druck pi in der Zuführleitung 29 zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussregelungselement 27, d.h. po>Pi. Dabei wird die Differenz zwischen po und pi durch die Abströmquerschnitte am ersten Dichtsitz 32 und am zweiten Dichtsitz 34 des verdichteten Fluids in der Ventilvorrichtung 100, hervorgerufen durch die Geometrie der Ventilvorrichtung 100 und einem Strömungsquerschnitt an dem Durchflussregelungselement 27 mitbestimmt.
Die Differenz zwischen po und pi, also die Druck- und Strömungskräfte in der Ventilvorrichtung 100, dem Tank 2 und der Zuführleitung 29, wirkt als schlie ßende Kraft auf den ersten Magnetanker 14, so dass eine größere Magnetkraft benötigt wird, um den ersten Dichtsitz 32 zu öffnen oder diesen offen zu halten.
Im Folgenden wird ein Verfahren beschrieben, bei dem bei typischen Betrieb der Tankvorrichtung 1 die Magnetkraft auf die zu erwartenden Druck- und Strö mungskräfte auf den ersten Magnetanker 14 angepasst wird und bei Druckdiffe renzen, welche beispielsweise bei einem Leitungsbruch oder einem fehlerhaften Durchflussregelungselement 27 entstehen, die Magnetkraft nicht mehr ausrei chend ist, um den ersten Dichtsitz 32 offen zu halten. So wird ein Abfluss von Wasserstoff aus dem Tank 2 verhindert.
Fig.2 zeigt einen Ablaufplan eines erfindungsgemäßen Verfahrens 200 zum Be treiben der Tankvorrichtung 1 zur Speicherung von verdichteten Fluiden, wobei der Ablaufplan im Folgenden erläutert wird:
In der Steuereinheit 64 ist ein Kennfeld 80 hinterlegt, in dem Referenzdruckdiffe renzen 70 mit jeweils zugeordneten elektrischen Stromstärken für die Magnet spule 10 gespeichert sind. Die elektrische Stromstärke ist dabei so gewählt, dass die Ventilvorrichtung noch geöffnet ist, d.h. dass die magnetische Kraft auf den ersten Magnetanker 14 und den zweiten Magnetanker 16 gerade noch ausreicht, um den ersten Dichtsitz 32 und den zweiten Dichtsitz 34 offen zu halten.
Weiterhin ist im Kennfeld 80 eine initiale elektrische Stromstärke hinterlegt, die beispielsweise einen Wert von 0 A entsprechen kann. Der Wertebereich dieser initialen elektrischen Stromstärke kann auch in einem Bereich liegen, die typi scherweise im Kennfeld 80 für die Referenzdruckdifferenzen 70 hinterlegt sind.
Diese initiale elektrische Stromstärke wird in einem ersten Schritt des Verfahrens 200 an die Magnetspule 10 angelegt (Anlegen 60).
Mitels der Druckmesseinheit 43 und/oder durch bekannte Geometrie der Ventil vorrichtung 100 und/oder dem Strömungsquerschnit an dem Durchflussrege lungselement 27 werden der Druck po in dem Tank 2 und der Druck pi in der Zu führleitung 29 zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussregelungs element 27 ermitelt (Ermiteln 61).
Es wird die Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank 2 und dem Druck pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussrege lungselement 27 bestimmt (Bestimmen 62).
Der bestimmten Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank 2 und dem Druck Pi in der Zuführleitung zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussre gelungselement 27 wird nun zu einem der Referenzdruckdifferenzen 70 in dem Kennfeld 80 zugeordnet (Zuordnen 63). Dies erfolgt dergestalt, dass wenn die bestimmte Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank 2 und dem Druck pi in der Zuführleitung 29 zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussre gelungselement 27 zu einem der Referenzdruckdifferenzen 70 zugeordnet wer den kann, dann wird einer der bestimmten Referenzdruckdifferenz 70 zugeordne ten elektrischen Stromstärke für die Magnetspule 10 ausgewählt (Auswählen 64) und an die Magnetspule 10 angelegt (Anlegen 65). Danach werden alle genann ten Schrite für eine effektive Funktionsweise der gesamten Tankvorrichtung 1 zyklisch wiederholt (Zyklisches Wiederholen 66).
Falls es nicht möglich ist, die bestimmte Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank 2 und dem Druck pi in der Zuführleitung 29 zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussregelungselement 27 zu einem der Referenzdruckdiffe renzen 70 zuzuordnen (Zuordnen 63), dann wird das Verfahren 200 wieder von vorne durchgeführt (Zurückspringen 67).
Dieser Fall trit beispielsweise ein, wenn für die bestimmte Differenz zwischen dem Druck po in dem Tank 2 und dem Druck pi in der Zuführleitung 29 zwischen der Ventilvorrichtung 100 und dem Durchflussregelungselement 27 kein Wer tebereich hinterlegt ist, da dieser Wert im typischen Betriebsverfahren nicht vor kommt.
So können dann die Magnetkraft, die von der Magnetspule 10 erzeugt wird und auf den ersten Magnetanker 14 und den zweiten Magnetanker 16 wirkt, auf die tatsächlich herrschenden Druck- und Strömungskräfte in der Tankvorrichtung 1 angepasst werden. Werden jedoch Druckdifferenzen zwischen po und pi erreicht, welche nicht als Referenzdruckdifferenzen 70 in der Steuereinheit 64 hinterlegt sind, so reicht die angelegte elektrische Stromstärke an der Magnetspule 10 nicht mehr aus, um den ersten Dichtsitz 32 und den zweiten Dichtsitz 34 offenzu halten. Die Ventilvorrichtung 100 schließt und es gelangt kein verdichtetes Fluid aus dem Tank 2. So kann sichergestellt werden, dass beispielsweise bei einer fehlerhaften Funktionsweise des Durchflussregelungselements 27 oder bei mög lichen Beschädigungen an der Tankvorrichtung 1 die Ventilvorrichtung 100 ge schlossen ist und der Tank 2 verschlossen wird. Das erfindungsgemäße Verfahren 200 wird durch die Steuereinheit 64 ausge führt, die ein Steuergerät oder mehrere Steuergeräte umfassen kann. Weiterhin kann durch die Steuereinheit 64 die Ansteuerung der Magnetspule 10, die An steuerung des Durchflussregelungselements 27 sowie die Ansteuerung der Druckmesseinheiten 43, 45 geregelt werden.
Das beschriebene Verfahren und die Vorrichtung eignen sich beispielsweise in einer Brennstoffzellenanordnung zum Steuern einer Wasserstoffzufuhr zu einem Anodenbereich einer Brennstoffzelle.