Stromabnehmer und Verfahren zum Betrieb Die Erfindung betrifft einen Stromabnehmer und ein Verfahren zum
Betrieb eines Stromabnehmers zur Energieübertragung von einer Strom schiene auf ein Schienenfahrzeug, wobei der Stromabnehmer eine An druckvorrichtung mit einem Schleifstück umfasst, welches eine Schleif kontaktfläche ausbildet, wobei mittels einer Wippeneinheit mit einer schwenkbar ausgebildeten Wippe und einer Federeinrichtung der An druckvorrichtung eine Andruckkraft auf das an der Wippe angeordnete Schleifstück ausgebildet wird, wobei mittels der Wippeneinheit das Schleifstück relativ zu einer Stromschiene bewegt und zur Ausbildung eines Schleifkontaktes mit der Andruckkraft in einer Schleifkontaktlage gegen die Stromschiene gedrückt wird.
Derartige Stromabnehmer und Verfahren sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt und werden regelmäßig an Schienenfahrzeugen zur Übertragung elektrischer Energie von einer Stromschiene auf ein Schie nenfahrzeug verwendet. Die Stromschiene ist üblicherweise im Bereich der Fahrschienen angeordnet und wird auch als sogenannte dritte Schiene bezeichnet. Bei den bekannten Stromabnehmern ist ein Schleifstück an einer Schwinge oder einer aus Gelenken gebildeten Führung angeordnet,
welche zur Befestigung und Bewegung des Schleifstücks relativ zu der Stromschiene dient. Mittels dieser mechanischen Aufhängung des Schleifstücks kann das Schleifstück mit einer definierten Andruckkraft auf eine Schleifkontaktfläche der Stromschiene gedrückt werden. Hierbei wird zwischen Stromschienen bzw. Stromabnehmern unterschieden bei denen das Schleifstück auf eine Oberseite der Stromschiene, an eine Unterseite der Stromschiene oder an eine Seitenfläche der Stromschiene gedrückt wird. Das Schleifstück wird durch ein Auf- oder Anfahren des Schleifstücks auf die Stromschiene über eine Anlauframpe mit der Stromschiene kontaktiert, wobei die Schwinge bzw. Wippe oder Gelenk führung dann über das Schleifstück zurückgedrückt und so die erforderli che Andruckkraft von der Federeinrichtung aufgebracht wird. Die Feder einrichtung kann als eine mechanische Dreh-, Schrauben- oder Gummife der ausgebildet sein. Die Federeinrichtung gleicht auch Bewegungen des Schienenfahrzeugs sowie einen sich verändernden Verlauf der Stromschiene aus. Je nach Montageposition am Schienenfahrzeug kann in Abhängigkeit einer Beladesituation des Schienenfahrzeugs ein Relativabstand von Stromab nehmer und Stromschiene veränderlich sein. Beispielsweise im Bereich von Weichen oder Verbindungsstücken sind Anlauframpen für das
Schleifstück vorgesehen bzw. können sich Absätze mit mehreren Zenti metern Höhenunterschied befinden. Diese Fahrwegabschnitte werden regelmäßig von Schienenfahrzeugen mit einer vergleichsweise hohen Geschwindigkeit durchfahren, wodurch auf das jeweilige Schleifstück, insbesondere durch Absätze in der Stromschiene, ein starker Stoß be wirkt wird. Dabei kann das Schleifstück auch von der Stromschiene abheben und durch ein Nachschwingen auf der Stromschiene springen, wodurch ein Material des Schleifstücks stark beansprucht wird. Auch kann das Schleifstück selbst bzw. die Wippe mit der Federeinrichtung zum Schwingen angeregt werden. Beim Abheben des Schleifstücks von der Stromschiene kann ein Lichtbogen entstehen, in dessen Folge ein Energiebedarf des Schienenfahrzeugs erhöht ist. Darüber hinaus wird die
mechanische Aufhängung des Schleifstücks stärker beansprucht. Auch wird das Schleifstück durch einen elektrischen Abbrand verschlissen. Hieraus ergibt sich insgesamt ein erhöhter Aufwand für eine Wartung des Stromabnehmers und einen Austausch des Schleifstücks. Derartige Stromabnehmer sind beispielsweise aus der DE 10 2009 054 484 B4 und der US 2013/0081915 Al bekannt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein Verfahren zum Betrieb eines Stromabnehmers sowie einen Stromabnehmer und ein Überwachungssystem mit einem Stromabnehmer vorzuschlagen, das bzw. der einen verbesserten Betrieb ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des An spruchs 1, einen Stromabnehmer mit den Merkmalen des Anspruchs 17 und ein Überwachungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 18 gelöst. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb eines Stromabnehmers zur Energieübertragung von einer Stromschiene auf ein Schienenfahrzeug wird mit einem Stromabnehmer durchgeführt, welcher eine Andruckvor richtung mit einem Schleifstück umfasst, welches eine Schleifkontaktflä che ausbildet, wobei mittels einer Wippeneinheit mit einer schwenkbar ausgebildeten Wippe und einer Federeinrichtung der Andruckvorrichtung eine Andruckkraft auf das an der Wippe angeordnete Schleifstück ausge bildet wird, wobei mittels der Wippeneinheit das Schleifstück relativ zu einer Stromschiene bewegt und zur Ausbildung eines Schleifkontaktes mit der Andruckkraft in eine Schleifkontaktlage gegen die Stromschiene gedrückt wird, wobei der Stromabnehmer eine Messeinheit mit einer Messvorrichtung umfasst, wobei zumindest ein Sensor einer Sensorein richtung der Messvorrichtung an der Andruckvorrichtung und/oder benachbart der Andruckvorrichtung angeordnet ist, wobei mittels der Sensoreinrichtung ein Messwert der Andruckvorrichtung erfasst wird, wobei mittels einer Verarbeitungseinrichtung der Messvorrichtung der
Messwert verarbeitet und ein einen Betriebszustand des Stromabnehmers und/oder der Stromschiene beschreibender Kennwert bestimmt wird.
Die Wippeneinheit der Andruckvorrichtung ist drehbeweglich ausgebil det, so dass die unbelastete Wippe mit dem daran befestigten Schleif stück von einer Endlage unter Ausbildung einer Andruckkraft in die Schleifkontaktlage an der Stromschiene gebracht werden kann. Die Andruckkraft wird dabei durch die Federeinrichtung aufgebracht. Die Wippeneinheit ermöglicht demnach alleine eine Bewegung des Schleif stücks bzw. der Wippe zwischen der Schleifkontaktlage und der Endlage. Die Wippe kann dabei an einem einfachen Drehgelenk schwenkbar gelagert sein oder auch aus mehreren Gelenken gebildet sein, die ihrer seits jeweils an einem Drehpunkt gelagert sind. Die Federeinrichtung kann ein mechanisches, pneumatisches oder hydraulisches Federelement aufweisen, welches geeignet ist, die Andruckkraft aufzubringen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist nun vorgesehen, dass der Stromabnehmer eine Messeinheit mit einer Messvorrichtung umfasst, die ihrerseits eine Sensoreinrichtung mit zumindest einem Sensor aufweist. Der Sensor ist an der Andruckvorrichtung bzw. der Wippe oder dem Schleifstück und/oder benachbart der Andruckvorrichtung angeordnet bzw. möglichst in der Nähe der Wippe oder des Schleifstücks, ange bracht. Mittels der Sensoreinrichtung bzw. des Sensors wird ein Mess wert der Andruckvorrichtung bzw. der Wippe oder des Schleifstücks erfasst. Bei diesem Messwert handelt es sich um eine physikalische Messgröße die mit der Andruckvorrichtung in einer direkten Wirkbezie hung steht und während eines Betriebs des Stromabnehmers veränderlich ist. Mittels der Verarbeitungseinrichtung wird nun der mit dem Sensor gemessene Messwert bzw. die Messgröße verarbeitet und ein Kennwert bestimmt, der geeignet ist einen Betriebszustand des Stromabnehmers und/oder der Stromschiene zu beschreiben. Der Kennwert kann ein parametrierter Wert, eine Kenngröße, eine Kennzahl oder ein Datensatz sein. Der Kennwert kann auch innerhalb eines Datensatzes enthalten
sein. Insbesondere ist vorgesehen die Messwerte mittels der Verarbei tungseinrichtung digitaltechnisch zu verarbeiten, um so einen digital weiterverarbeitbaren Kennwert zu erhalten. Die Verarbeitungseinrich tung ist daher durch zumindest eine digitale elektronische Schaltung ausgebildet, die analoge und/oder digitale Signale des Sensors verarbei ten kann. Die Verarbeitungseinrichtung kann beispielsweise auch eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), ein integrierter Schaltkreis (IC) oder ein Computer sein.
Dadurch dass die Verarbeitungseinrichtung den Kennwert bestimmt, der geeignet ist den Betriebszustand des Stromabnehmers zu beschreiben, wird es möglich, den Betriebszustand des Stromabnehmers zu bestim men, den Stromabnehmer zu überwachen und/oder Einfluss auf den Betriebszustand des Stromabnehmers zu nehmen. Da der Betriebszustand des Stromabnehmers ganz wesentlich auch von einer Beschaffenheit bzw. einem Betriebszustand der Stromschiene abhängig ist, kann der Kennwert auch den Betriebszustand der Stromschiene beschreiben. Beispielsweise kann der Betriebszustand ein Verschleißzustand sein, so dass es dann möglich wird anhand des Kennwerts eine Aussage über den Verschleiß zustand zu treffen. Insgesamt kann so gezielter eine Wartung des Strom- abnehmers und der Stromschiene durchgeführt werden, ohne dass turnus mäßige Wartungsintervalle eingehalten werden müssten. Auch könnte darüber hinaus eine Änderung des Betriebszustandes vorgenommen werden, beispielsweise durch eine Anpassung der Andruckkraft. Insge samt wird es so möglich einen Stromabnehmer bzw. eine Stromschiene kostengünstiger, und damit ein Schienenfahrzeug insgesamt wirtschaftli cher zu betreiben.
So kann als ein Messwert eine Winkellage der Wippeneinheit, eine Beschleunigung, eine Frequenz, eine Temperatur, eine Beleuchtungsstär ke, eine Kraft, eine Stromstärke, eine Spannung, ein elektrischer Wider- stand, eine Distanz, eine Masse, ein Luftdruck und/oder eine Ortspositi on kontinuierlich oder diskontinuierlich erfasst und verarbeitet werden.
Mit der Winkellage der Wippeneinheit kann eine Auslenkung der Wippe relativ bezogen auf das Schienenfahrzeug an einem Drehpunkt der Wippe gemessen werden. Dazu kann beispielsweise ein Drehpotentiometer an dem Drehpunkt oder ein anderer geeigneter Sensor verwendet werden. Eine Temperatur kann mit einem Temperatursensor an der Andruckvor richtung bzw. direkt an der Wippe oder dem Schleifstück gemessen werden, so dass beispielsweise festgestellt werden kann, ob die Gefahr einer Vereisung der Stromschiene besteht. Die Messung einer Beleuch tungsstärke kann mit einem optischen Sensor oder auch einer Kamera, die dann den Sensor ausbildet, erfolgen, dadurch können beispielsweise Unregelmäßigkeiten an der Oberfläche der Stromschiene oder Lichtbögen festgestellt werden. Eine Kraft kann mittels eines Dehnungsmessstrei fens, eines Kraftsensors, eines Drucksensors oder dergleichen ermittelt werden. Beispielsweise kann dann eine Andruckkraft gemessen werden. Eine Stromstärke bzw. eine Spannung ist mit einem Amperemeter bzw. einem Voltmeter als ein Sensor messbar. Ein Widerstand kann aus Stromstärke und Spannung ermittelt werden und ein Maß für eine Kon taktgüte sein, sowie Auskunft über einen Verschleißzustand des Schleif stücks geben. Beispielsweise kann dann eine Qualität einer Energieüber- tragung zwischen Schleifstück und Stromschiene bestimmt werden. Die Masse kann ebenfalls mittels eines Kraftsensors ermittelt werden. Ein Luftdruck kann an einem Balg oder einem Druckzylinder zum Aufbrin gen der Andruckkraft gemessen werden. Eine Ortsposition des Stromab nehmers kann durch ein Satellitennavigationssystem, beispielsweise GPS, leicht ermittelt werden. Der Messwert bzw. die Messwerte können kontinuierlich bzw. fortlaufend ermittelt oder verarbeitet werden. Auch ist es möglich den bzw. die Messwerte diskontinuierlich zu erfassen und zu verarbeiten, beispielsweise zu festgelegten Zeitpunkten oder bei bestimmten Anlässen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn als ein Sensor zumindest ein Be schleunigungssensor verwendet wird, der dann an dem Schleifstück und/oder der Wippeneinheit angeordnet sein kann. Der Beschleunigungs-
sensor bzw. Schwingungssensor kann zur Messung einer Eigenfrequenz und/oder Resonanzfrequenz der Wippeneinheit oder des gesamten Strom abnehmers verwendet werden. Beispielsweise kann mittels des Beschleu nigungssensors eine Bewegung des Schleifstücks an der Stromschiene detektiert werden, wobei dann aus der Bewegung Rückschlüsse auf eine Gestalt der Stromschiene gezogen werden können. So kann beispielswei se ein Absatz im Verlauf der Stromschiene, der ein Abheben des Schleif stücks von der Stromschiene bewirken kann, leicht ermittelt werden. Spezielle Messfahrten oder Vorort-Inspektionen der Stromschiene zur Ermittlung derartiger Fehlstellen sind dann nicht mehr erforderlich.
Weiter bewirkt eine Änderung des Schleifstücks in Folge von Verschleiß bzw. Abrieb an der Stromschiene eine Veränderung der Eigenfrequenz und/oder Resonanzfrequenz des Schleifstücks. Hieraus kann sich ein Unterschied zwischen einem neuen und einem verschlissenen Schleif- stück ergeben. Da das Schleifstück während der Fahrt des Schienenfahr zeugs regelmäßig mit der Stromschiene kontaktiert ist kann die Verarbei tungseinrichtung aus einer Veränderung der Eigenfrequenz und/oder Resonanzfrequenz des Schleifstücks eine Veränderung des Schleifstücks ableiten. Beispielsweise könnten in der Verarbeitungsvorrichtung Eigen- frequenzen und/oder Resonanzfrequenzen von neuen und verschlissenen Schleifstücken gespeichert sein, wobei die Verarbeitungsvorrichtung einen Vergleich durchführen und ohne weitere Berechnungen einen Verschleißzustand bzw. einen Verbrauch des Schleifstücks ermitteln kann. Dieser Verschleiß kann dann in Form des Kennwerts ausgegeben werden. Darüber hinaus kann ein Bruch oder eine Deformation des Schleifstücks einfach ermittelt werden.
Die Verarbeitungseinrichtung kann die Messwerte von Sensoren und/oder die Kennwerte in regelmäßigen Zeitabständen, bei einer Änderung oder kontinuierlich erfassen und speichern. Demnach kann vorgesehen sein, dass die Messwerte und/oder die Kennwerte nur dann erfasst und gespei chert werden, wenn sich die Werte verändern, um eine Menge an Daten gering zu halten. Alternativ ist es möglich eine kontinuierliche d.h.
fortlaufende Erfassung und Speicherung vorzusehen. Durch das Spei chern der Messwerte und/oder Kennwerte wird es möglich eine Verarbei tung auch noch nach einer Erfassung durchzuführen. Beispielsweise kann dann während einer Fahrt des Schienenfahrzeugs eine Erfassung von Messwerten erfolgen, wobei erst während einer Wartung des Schienen fahrzeugs in einem Depot die Bestimmung des bzw. der Kennwerte durchgeführt werden kann. Zum Beispiel kann so ein Zustand einer Stromschiene entlang einer Fahrtstrecke des Schienenfahrzeugs nach einer Fahrt bestimmt werden.
Mittels eine Steuervorrichtung der Messvorrichtung kann ein Aktor zur Betätigung der Wippeneinheit gesteuert werden, wobei die Betätigung der Wippeneinheit mittels einer Regeleinrichtung der Steuervorrichtung nach einem Messwert und/oder einem Kennwert geregelt werden kann. Die Andruckvorrichtung kann den Aktor umfassen der an der Wippenein heit bzw. Wippe angeschlossen sein kann, derart, dass durch eine lineare Bewegung des Aktors ein Verschwenken der Wippeneinheit zwischen einer Schleifkontaktlage und einer Verwahrlage bewirkt werden kann.
Der Aktor kann beispielsweise durch einen linearen Antrieb, oder einen pneumatisch oder hydraulisch betätigbaren Zylinder ausgebildet sein. Auch kann vorgesehen sein, dass über den Aktor die Andruckkraft verändert wird oder der Aktor die Andruckkraft ausbildet. Der Aktor bildet dann die Federeinrichtung aus. Die Steuervorrichtung kann nun von der Messvorrichtung Signale bzw. Messwerte und/oder Kennwerte übermittelt bekommen, und diese mittels der Regeleinrichtung zur Regelung der Wippeneinheit nutzen. Wird beispielsweise von der Verar beitungseinrichtung ein Bruch des Schleifstücks detektiert, kann mittels des Aktors die Wippe in eine Verwahrlage am Schienenfahrzeug ver- schwenkt werden. Darüber hinaus ist es möglich die Andruckkraft über den Aktor zu regeln. Prinzipiell kann eine derartige Steuervorrichtung auch unabhängig von der Messvorrichtung als eine Baugruppe des Schienenfahrzeugs vorhanden sein.
Die Andruckkraft kann durch die Regeleinrichtung in Abhängigkeit der Messwerte und/oder Kennwerte geregelt werden. Beispielsweise kann die Andruckkraft im Wesentlichen gleichbleibend ausgebildet werden, unab hängig von einer Winkellage der Wippe und einer Bewegung der Wippe. Somit kann dann auch ein Abheben des Schleifstücks von der Strom schiene oder ein Springen des Schleifstücks auf der Stromschiene in Folge von Unebenheiten der Stromschiene weitestgehend verhindert werden. Die Verarbeitungseinrichtung kann beispielsweise einen Kenn wert an die Steuervorrichtung ausgeben, nachdem das Schleifstück von der Stromschiene wegbeschleunigt wird, wobei die Steuervorrichtung dann über die Regeleinrichtung bzw. den Aktor auf die Wippe eine Gegenkraft bewirken kann, die ein Abheben verhindert. Gleichwohl wird es auch möglich, die Andruckkraft so zu regeln, dass kein übermäßiger Verschleiß des Schleifstücks in Folge einer erhöhten Andruckkraft erfolgt. Die Andruckkraft kann dann auch vergleichsweise vermindert werden, wenn ein verbesserter elektrischer Kontakt mit der Stromschiene ausgebildet werden kann.
Die Messvorrichtung kann die Messwerte und/oder Kennwerte an eine Auswerteeinheit übermitteln, wobei die Messwerte und/oder Kennwerte in einer Datenbank der Auswerteeinheit gespeichert und/oder mittels einer Auswertevorrichtung der Auswerteeinheit weiterverarbeitet werden können. Die Auswerteeinheit kann folglich die Datenbank und die Auswertevorrichtung umfassen. Die Auswerteeinheit kann daher zur Sammlung und Weiterverarbeitung der Messwerte und/oder Kennwerte dienen und durch einen Computer ausgebildet sein. Beispielsweise kann mit der Auswertevorrichtung ein Ergebnis einer Auswertung einer Bedienperson angezeigt oder ausgegeben werden. Die Auswerteeinheit kann einen Funktionsumfang aufweisen, der über den Funktionsumfang der Verarbeitungseinrichtung hinausgeht. Prinzipiell ist es jedoch auch möglich die Verarbeitungseinrichtung in der Auswerteeinheit zu integrie ren und umgekehrt. Prinzipiell kann eine derartige Auswerteeinheit auch
unabhängig von dem Stromabnehmer als eine Baugruppe des Schienen fahrzeugs vorhanden sein.
Mittels einer Übermittlungseinrichtung der Messvorrichtung können über eine Datenverbindung die Messwerte und/oder Kennwerte der Messvor- richtung zu der Auswerteeinheit und/oder der Steuervorrichtung übermit telt werden, wobei die Auswerteeinheit und/oder die Steuervorrichtung von der Messeinheit örtlich beabstandet angeordnet oder in der Messein heit integriert sein kann. Wenn die Steuervorrichtung bzw. die Auswerte einheit in der Messeinheit integriert ist kann die Datenverbindung einfach durch eine Leitungsverbindung ausgebildet sein. Dann ist es auch möglich Teile der Messvorrichtung, wie die Verarbeitungseinrich tung und die Steuervorrichtung sowie auch die Auswerteeinheit an anderer Stelle am Schienenfahrzeug zu verbauen, beispielsweise an einem Fahrstand. Bei der Übermittlung der Messwerte und/oder Kenn- werte kann ein Datenaustausch, beispielsweise auf Basis eines Übermitt lungsprotokolls, erfolgen. Die Datenverbindung kann kontinuierlich, in regelmäßigen Abständen oder ereignisbasiert hergestellt werden. Insge samt wird es so möglich von der Messvorrichtung gesammelte Daten zu sammeln und auszuwerten. Vielfältige Möglichkeiten zur Auswertung eröffnen dann eine Analyse bestimmter Zustände und Ereignisse, womit ein Betrieb des Stromabnehmers und der Stromschiene bzw. des Schie nenfahrzeugs optimiert werden kann.
Die Datenverbindung kann über ein externes Datennetzwerk ausgebildet werden. Die Datenverbindung kann dabei über ein Mobilfunknetz, WLAN, eine Satellitenverbindung, das Internet oder einen anderen beliebigen Funkstandard für sich alleine oder in Kombination ausgebil det werden. Wenn die Auswerteeinheit und/oder die Steuervorrichtung von der Messeinheit örtlich beabstandet angeordnet ist, kann diese auch außerhalb des Schienenfahrzeugs, fernab von dem Schienenfahrzeug stationär, beispielsweise in einem Gebäude, angeordnet sein. Insbesonde re wird es dadurch möglich eine Funktion des Stromabnehmers an dem
Schienenfahrzeug zu überwachen und/oder zu steuern, ohne dass an dem Schienenfahrzeug selbst diese Aufgabe durch eine Person durchgeführt werden müsste.
Mittels einer Nutzereinheit kann eine Datenverbindung zu der Auswerte- einheit und/oder der Messeinheit ausgebildet werden, wobei die Mess werte und/oder Kennwerte an die Nutzereinheit übermittelt und ausgege ben werden können. Die Nutzereinheit kann ein Computer sein, der unabhängig von der Auswerteeinheit und/oder der Messeinheit ist. Dieser Computer kann ein stationärer Computer, ein Mobilfunkgerät oder dergleichen sein, mit dem sich eine weitere Datenverbindung zum Daten austausch mit der Auswerteeinheit und/oder der Messeinheit hersteilen lässt. Der Datenaustausch kann beispielsweise über ein externes Daten netzwerk, wie das Internet, erfolgen. So könnten mit der Auswerteeinheit aufbereitete Daten bzw. mit der Auswertevorrichtung weiterverarbeitete Messwerte und/oder Kennwerte einem weiteren Nutzerkreis zur Verfü gung gestellt werden. Die Auswerteeinheit kann beispielsweise durch einen Server mit einer Software ausgebildet sein, die die in der Daten bank der Auswerteeinheit enthaltenen Informationen der Nutzereinheit übermittelt. Diese Übermittlung kann durch die Bereitstellung einer Internetseite mit ausgewählten Informationen, beispielsweise einem aktuellen Verschleißzustand des Schleifstücks, bestehen.
Die Verarbeitungseinrichtung oder die Auswerteeinheit kann einen zeitlichen Verlauf der Messwerte und/oder Kennwerte auswerten und einen Verschleißzustand des Stromabnehmers und/oder der Stromschiene unter Berücksichtigung einer für den Verschleiß relevanten zeitabhängi gen Komponente und/oder einer messgrößenabhängigen Komponente bestimmen. So kann nicht nur eine Aussage über einen aktuellen Ver schleißzustand getroffen werden, sondern es kann auch näherungsweise bestimmt werden, zu welchem Zeitpunkt beispielsweise ein Schleifstück voraussichtlich verschlissen sein wird. Dadurch wird es möglich ein
Wartungsintervall für den Stromabnehmer genau festzulegen und zeitlich
zu optimieren. Darüber hinaus kann über den zeitlichen Verlauf auch festgestellt werden, zu welchem Zeitpunkt bestimmte Ereignisse einge treten sind. Treten Ereignisse widerholt auf, kann hieraus eine Systema tik abgeleitet werden. Beispielsweise kann bei einem Befahren eines bestimmten Streckenabschnitts ein schlechterer elektrischer Kontakt oder ein erhöhter Verschleiß festgestellt werden.
Mittels der Sensoreinrichtung kann eine Schwingung des Schleifstücks erfasst werden, wobei die Verarbeitungseinrichtung eine Eigenfrequenz und/oder eine Resonanzfrequenz des Schleifstücks und/oder der Wippen einheit bestimmen kann, wobei die Verarbeitungseinrichtung oder die Auswerteeinheit einen Verschleißzustand des Schleifstücks bestimmen kann. Bei einem Verschleiß des Schleifstücks kann eine Gestalt, insbe sondere eine Höhe des Schleifstücks verändert werden, wobei die Verän derung der Gestalt die Eigenfrequenz und/oder die Resonanzfrequenz des Schleifstücks verändern kann. Mittels der Verarbeitungseinrichtung kann aus der Eigenfrequenz und/oder der Resonanzfrequenz ein Verschleiß grad des Schleifstücks und/oder der Wippeneinheit bestimmt werden. Wird die Eigenfrequenz und/oder die Resonanzfrequenz mit einem zunehmenden Abrieb von Material des Schleifstücks bzw. eines Bauteils der Wippeneinheit verändert, kann aus dieser Veränderung ein Rück schluss auf einen Verschleißgrad des Schleifstücks und/oder der Wippen einheit gezogen werden. So kann nicht nur festgestellt werden, ob das Schleifstück neu, oder vollständig verschlissen ist, sondern auch inwie weit das Schleifstück verbraucht ist.
Die Verarbeitungseinrichtung oder die Auswerteeinheit kann eine Mus teranalyse der über einen Zeitraum gespeicherten Messwerte und/oder Kennwerte durchführen und aus der Musteranalyse eine Kennzahl ablei ten. Es kann auch vorgesehen sein die Musteranalyse mittels künstlicher Intelligenz durchzuführen. Die Verarbeitungseinrichtung oder die Aus werteeinheit kann die Messwerte unterschiedlicher Sensoren und/oder Kennwerte zueinander in Beziehung setzen und funktionale Abhängigkei-
ten der Messwerte und/oder Kennwerte ableiten. So können dann funk tionale Abhängigkeiten der Sensoren untereinander untersucht werden. Beispielsweise kann ein übertragener Strom in Bezug zu einer Tempera tur gesetzt und möglicherweise so festgestellt werden, dass eine Strom- schiene vereist ist. So können auch eine Reihe weiterer Betriebszustände und Ereignisse in Folge funktionaler Abhängigkeiten erkannt und inter pretiert werden, beispielsweise Rampenauffahrten entlang einer Strom schiene sowie deren Relativposition, deren Steigung und Anzahl, ein Abheben des Schleifstücks von der Stromschiene und gegebenenfalls eine Funken- bzw. Lichtbogenbildung, ein Verschleiß des Schleifstücks in Folge mechanischer Reibung auf der Stromschiene bzw. ein elektri scher Abbrand als Folge eines Anpressdrucks bzw. der Andruckkraft, insbesondere ein gemittelter Verschleiß über eine Strecke, Streckenab schnitte mit besonders hohem oder besonders niedrigem Verschleiß, eine Verschleißrate in Abhängigkeit eines Fahrverhaltens, wie beispielsweise Beschleunigung oder Stillstandsstrombelastung, Schäden und/oder Positionsabweichungen von der Stromschiene, eine Strombelastung, wie kurzzeitiger Überstrom, Kurzschlussstrom, Auslösen einer Schutzsiche rung oder eines Kurzschließers im Fehlerfall, ein Zustand von Ver- schleißkomponenten des Stromabnehmers, wie beispielsweise Lager,
Gelenke, strukturelle Elemente, ein Verlust des Schleifstücks, beispiels weise in Folge eines Aufpralls auf ein Hindernis, eine Position, Ge schwindigkeit, Beschleunigung und Fahrtrichtung des Schienenfahr zeugs. Auf diese zuvor beispielhaft genannten Zustände und Ereignisse kann entsprechend durch Instandhaltungsmaßnahmen, eine Anpassung des Fahrverhaltens des Schienenfahrzeugs oder andere geeignete Maß nahmen reagiert werden.
Ebenfalls kann vorgesehen sein, dass mit der Verarbeitungseinrichtung oder der Auswerteeinheit Signale bzw. Messwerte von nicht dem Strom- abnehmer zugehörigen Sensoren und/oder Kennwerte mit Signalen bzw. Messwerten von den dem Stromabnehmer zugehörigen Sensoren und/oder Kennwerte zueinander in Beziehung setzt. Beispielsweise durch eine
ergänzende Berücksichtigung von Signalen bzw. Messwerten und/oder Kennwerten von Sensoren eines Erdungskontakts, eines Dachstromabneh mers, einer Spurkranzschmierung, einer Wellenerdung, etc..
Mittels eines Positionssensors der Sensoreinrichtung kann eine Ortsposi tion des Stromabnehmers bestimmt werden, wobei die Ortsposition den Kennwerten zugeordnet werden kann, wobei die Auswerteeinheit einen Verschleißzustand der Stromschiene bestimmen kann. Der Positionssen sor kann beispielsweise über Satellitennavigation eine Position des Stromabnehmers und damit des Fahrzeugs bestimmen. So kann unter anderem festgestellt werden, an welchem Punkt einer Fahrstrecke ein bestimmter Messwert eines anderen Sensors der Sensoreinrichtung erfasst wurde. Hierdurch lässt sich einem Ereignis bzw. Messwert die betreffende Ortsposition zuordnen. Darüber hinaus ist es möglich mittels der Auswerteeinheit den Verschleißzustand der Stromschiene zu bestim men, beispielsweise über eine Auswertung von Schwingungen des Strom abnehmers bzw. der Wippeneinheit entlang der Stromschiene. So kann die Wippeneinheit ein verändertes Schwingungsverhalten aufweisen, wenn die Stromschiene stark verschlissen ist. Auch können Absätze, Einterbrechungen und Rampen an der Stromschiene ermittelt und einer Position an der Fahrstrecke zugeordnet werden. Hierüber kann Einfluss auf eine Geschwindigkeit des Schienenfahrzeugs in den so lokalisierten Fahrabschnitten der Fahrtstrecke genommen werden.
Die Auswerteeinheit kann Kennwerte von Messeinheiten mehrere Strom abnehmer verarbeiten. So kann die Auswerteeinheit Kennwerte mehrerer an einem einzelnen Schienenfahrzeug angeordnete Stromabnehmer verarbeiten. Durch einen Vergleich der Kennwerte der Stromabnehmer kann eine Genauigkeit einer Messung bzw. einer Überwachung weiter erhöht werden. Darüber hinaus können mit der Auswerteeinheit Kenn werte von Stromabnehmern verarbeitet werden, die an unterschiedlichen Schienenfahrzeugen angeordnet sind. Auch hierdurch kann eine Genauig keit von Messungen und Überwachungen der Schienenfahrzeuge bzw. der
jeweiligen Stromschienen wesentlich verbessert werden. Unter anderem kann so ein aktuelles und sich ständig veränderndes Zustandsbild über ein Streckennetz und die darauf verkehrenden Schienenfahrzeuge gewon nen werden. Eine daraus resultierende Optimierung eines Betriebszustan- des kann die Betriebskosten wesentlich verringern. Auch ist eine regel mäßige und häufige Überprüfung der Infrastruktur und der Schienenfahr zeuge nicht mehr vollumfänglich erforderlich und eine Fahrzeugsicher heit während eines Betriebes wird wesentlich erhöht. Auch kann auf eine Durchführung spezieller Messfahrten verzichtet werden. Der erfindungsgemäße Stromabnehmer zur Energieübertragung von einer Stromschiene auf ein Schienenfahrzeug umfasst eine Andruckvorrichtung mit einem Schleifstück, welches eine Schleifkontaktfläche ausbildet, wobei die Andruckvorrichtung eine Wippeneinheit zur Ausbildung einer Andruckkraft mit einer schwenkbar ausgebildeten Wippe und einer Federeinrichtung umfasst, wobei das Schleifstück an der Wippe angeord net ist, wobei die Andruckvorrichtung so ausgebildet ist, dass mittels der Wippeneinheit das Schleifstück relativ zu einer Stromschiene bewegbar und zur Ausbildung eines Schleifkontaktes mit einer Andruckkraft in einer Schleifkontaktlage gegen die Stromschiene andrückbar ist, wobei der Stromabnehmer eine Messeinheit mit einer Messvorrichtung umfasst, wobei zumindest ein Sensor einer Sensoreinrichtung der Messvorrichtung an der Andruckvorrichtung und/oder benachbart der Andruckvorrichtung angeordnet ist, wobei mittels der Sensoreinrichtung ein Messwert der Andruckvorrichtung erfassbar ist, wobei mittels einer Verarbeitungsein- richtung der Messvorrichtung der Messwert verarbeitbar und ein einen Betriebszustand des Stromabnehmers und/oder der Stromschiene be schreibender Kennwert bestimmbar ist. Die Vorteile des erfindungsgemä ßen Stromabnehmers betreffend wird auf die Vorteilsbeschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwiesen. Weitere vorteilhafte Ausfüh- rungsformen eines Stromabnehmers ergeben sich aus den Merkmalsbe schreibungen der auf den Verfahrensanspruch 1 rückbezogenen Unteran sprüche.
Das erfindungsgemäße Überwachungssystem umfasst zumindest ein Schienenfahrzeug mit zumindest einem erfindungsgemäßen Stromabneh mer.
Das Überwachungssystem kann eine Mehrzahl von Messeinheiten und eine Auswerteeinheit zur Verarbeitung von Messwerten und/oder Kenn werten der Messeinheiten mehrerer Stromabnehmer umfassen. Wie zuvor bereits beschrieben wird es dadurch möglich mit einer einzelnen Auswer teeinheit mehrere Stromabnehmer eines Schienenfahrzeugs oder mehrere Schienenfahrzeuge mit Stromabnehmern zu überwachen bzw. die betref- fenden Stromabnehmer zu steuern.
Das Überwachungssystem kann folglich eine Mehrzahl von Schienenfahr zeugen mit jeweils zumindest einem Stromabnehmer umfassen. Auch kann vorgesehen sein, dass die Schienenfahrzeuge jeweils eine Mehrzahl von Stromabnehmern aufweisen. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen eines Überwachungssystems ergeben sich aus den Merkmalsbeschreibungen der auf den Verfahrensan spruch 1 rückbezogenen Unteransprüche.
Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform eines Stromabnehmers an einem
Schienenfahrzeug in einer Seitenansicht;
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform eines Stromabnehmers an ei nem Schienenfahrzeug in einer Seitenansicht; Fig. 3 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer Messeinheit;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungs form einer Messeinheit;
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Überwachungssystems.
Die Fig. 1 zeigt einen Stromabnehmer 10 zwischen Rädern 11 eines hier nicht näher dargestellten Schienenfahrzeugs an einer Stromschiene 12. Der Stromabnehmer 10 umfasst eine Trägervorrichtung 13 und eine Andruckvorrichtung 14 mit einem Schleifstück 15. Die Trägervorrich tung 13 dient zur Befestigung des Stromabnehmers 10 an dem hier nicht näher dargestellten Fahrzeug. Das Schleifstück 15 ist mit der Andruck vorrichtung 14 verbunden und liegt an der Stromschiene 12 in einer hier dargestellten Schleifkontaktlage an. Eine Schleifkontaktfläche 16 des Schleifstücks 15 liegt dann auf einer Oberfläche 17 der Stromschiene 12 auf, so dass ein elektrischer Kontakt zwischen Stromabnehmer 10 und Stromschiene 12 hergestellt ist.
Die Andruckvorrichtung 14 drückt das Schleifstück 15 mit einer An druckkraft gegen die Stromschiene 12, wobei die Andruckvorrichtung 14 eine Wippeneinheit 18 mit einer schwenkbar ausgebildeten Wippe 19 und einer Federeinrichtung 20 umfasst. Die Federeinrichtung 20 ist mit der Trägervorrichtung 13 verbunden. Die Federeinrichtung 20 ist aus einer nicht näher dargestellten Feder gebildet, die die Andruckkraft bewirkt. Weiter umfasst die Federeinrichtung 20 einen Aktor 21 mittels dem die Wippe 19 betätigbar ist bzw. verschwenkt werden kann. Die Wippe 19 ist an einem Drehgelenk 22 drehbeweglich gelagert. Das Schleifstück 15 ist an einem distalen Ende 23 der Wippe 19 befestigt. Durch eine Betätigung mittels des Aktors 21 ist es nun möglich die Wippe 19 so zu verschwen- ken, dass das Schleifstück 15 von der Stromschiene 12 entfernt und in eine im Wesentlichen vertikale Lage bzw. Verwahrlage verbracht wird. Weiter ist an der Wippe 19 ein hier schematisch dargestellter Sensor 24 angeordnet. Der Sensor 24 ist durch einen Beschleunigungssensor 25 ausgebildet. Der Sensor 24 ist Teil einer hier nicht näher dargestellten Sensoreinrichtung einer Messeinheit. Mit dem Beschleunigungssensor 25
können Schwingungen der Wippe 19 und des Schleifstücks 15 bzw. ent sprechende Messwerte erfasst werden.
Die Fig. 2 zeigt einen Stromabnehmer 26 mit einer Stromschiene 27, wobei hier im Unterschied zu dem Stromabnehmer und der Stromschiene aus Fig. 1 ein Schleifstück 28 so an einer Wippe 29 angeordnet ist, dass die Stromschiene 27 von unten mit dem Schleifstück 28 kontaktiert ist. Eine Federeinrichtung 30 einer Andruckvorrichtung 31 wirkt demnach in eine entgegengesetzte Richtung. Weiter ist hier ein Sensor 32 vorgese hen, mit dem eine Winkellage eines Winkels a der Wippe 29 relativ zu einer vertikalen Befestigungsebene 33 des Stromabnehmers 26 gemessen wird. Über einen Messwert bzw. einen gemessenen Winkel kann so eine Information über eine Relativlage der Stromschiene 27 zu dem Schienen fahrzeug ermittelt werden. Der Sensor 32 ist Teil einer nicht näher dargestellten Sensoreinrichtung einer Messeinheit.
Die Fig. 3 ist eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungs form einer Messeinheit 34. Die Messeinheit 34 ist aus einer Messvorrich tung 35 gebildet und umfasst weiter eine Auswerteeinheit 36. Die Mess vorrichtung 35 umfasst ihrerseits eine Sensoreinrichtung 37 mit einer Mehrzahl von Sensoren 38 und eine Verarbeitungseinrichtung 39. Dar über hinaus ist eine Versorgungseinrichtung 40 vorgesehen mittels der die Messvorrichtung 35 mit elektrischer Energie versorgt wird. Die Versorgungseinrichtung 40 kann ein Energiespeicher, ein Generator oder eine externe Energieversorgung, beispielsweise über ein Schienenfahr zeug oder eine Stromschiene, sein. Die Auswerteeinheit 36 weist eine Datenbank 41 und eine Auswertevorrichtung 42 auf und empfängt Daten bzw. Messwerte und/oder Kennwerte von der Verarbeitungseinrichtung 39. Die Verarbeitungseinrichtung 39 erhält Messwerte von dem Sensor 38 der Sensoreinrichtung 37 und verarbeitet diese. Die Messwerte betref fen Betriebsparameter bzw. physikalische Messgrößen einer Andruckvor richtung eines hier nicht dargestellten Stromabnehmers in Art der in den Fig. 1 und 2 beispielshaft dargestellten Stromabnehmer. Die Verarbei-
tungseinrichtung 39 verarbeitet die Messwerte derart, dass ein einen Be triebszustand des betreffenden Stromabnehmers und/oder einer Strom schiene beschreibender Kennwert ermittelt wird. Die jeweils ermittelten Kennwerte werden fortlaufend oder sukzessive von der Verarbeitungsein richtung 39 an die Auswerteeinheit 36 übermittelt und dort in der Daten bank 41 gespeichert bzw. mit der Auswertevorrichtung 42 weiterverar beitet bzw. aufbereitet.
Die Fig. 4 zeigt eine weitere Messeinheit 43, bei der im Unterschied zur Messeinheit aus der Fig. 3 die Verarbeitungseinrichtung 39 Daten an eine Steuervorrichtung 44 übermittelt. Die Steuervorrichtung 44 ist aus einer Regeleinrichtung 45 und einer Wippeneinheit 46 gebildet, wobei die Regeleinrichtung 45 einen hier nicht näher dargestellten Aktor der Wippeneinheit 46 in Abhängigkeit der übermittelten Daten regelt. So wird mittels der Regeleinrichtung 45 eine Andruckkraft eines Schleif stücks eines Stromabnehmers, der die Wippeneinheit 46 umfasst, so geregelt, dass ein Abheben des Schleifstücks von einer Stromschiene im Wesentlichen verhindert wird.
Die Fig. 5 zeigt ein Überwachungssystem 47 mit einer Messeinheit 48. Das Überwachungssystem 47 kann eine Mehrzahl von Messeinheiten 48 aufweisen. Die Messeinheit 48 weist im Unterschied zu der Messeinheit aus Fig. 4 eine Messvorrichtung 49 auf, die eine Übermittlungseinrich tung 50 umfasst. Die Übermittlungseinrichtung 50 empfängt von der Verarbeitungseinrichtung 39 Daten bzw. Messwerte und/oder Kennwerte und übermittelt diese an die Steuervorrichtung 44. Weiter besteht zwi schen der Übermittlungseinrichtung 50 und einem externen Datennetz werk 51 eine Datenverbindung 52 mit der über Funksignale Messwerte und/oder Kennwerte übermittelt werden. Über eine weitere Datenverbin dung 53 ist eine Auswerteeinheit 54 mit einer Datenbank 55 und einer Auswertevorrichtung 56 an das externe Datennetzwerk 51 angeschlossen und tauscht über das externe Datennetzwerk 51 mit der Übermittlungs einrichtung 50 Daten bzw. Messwerte und/oder Kennwerte aus. Prinzipi-
eil ist es auch möglich über eine direkte Datenverbindung 52 unter Um gehung des externen Datennetzwerks 51 diese Daten direkt auszutau schen. Darüber hinaus ist eine Nutzereinheit 58 vorgesehen, die mit einer weiteren Datenverbindung 59 mit dem externen Datennetzwerk 51 verbunden ist. Die Nutzereinheit 59 kann so Daten mit der Auswerteein heit 54 austauschen, d.h. von der Auswerteeinheit 54 aufbereitete Daten der Messeinheiten 48 können über die Nutzereinheit 58 ausgegeben bzw. dargestellt und zur weiteren Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzereinheit 58 kann auch über eine direkte Datenverbindung 60 mit der Auswerteeinheit 54 direkt verbunden sein. Insgesamt wird es so möglich über an hier nicht dargestellten Stromabnehmern befestigten Sensoren 38 Messwerte zu gewinnen und diese zur unmittelbaren Steue rung bzw. Regelung der jeweiligen Stromabnehmer mittels der Steuer vorrichtung 44 zu nutzen. Weiter können diese Daten über das externe Datennetzwerk 51, beispielsweise das Internet, an die Auswerteeinheit 54 zur Speicherung und Auswertung übergeben werden. Funktionale Zusammenhänge der Daten können so genutzt, ausgewertet und interpre tiert werden. Die Ergebnisse dieser Auswertungen können über die Nutzereinheit 58 einem Endanwender zur Verfügung gestellt werden.