AT10458U1 - Vorrichtung zum geschützten heranfahren von personen an gebäuden - Google Patents
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Description
2 AT010 458U1
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum geschützten Heranfahren von Personen an Gebäuden oder dergleichen mit einer gepanzerten Kabine und einem Hebemechanismus zur Änderung der Höhenlage der gepanzerten Kabine.
Im Weiteren betrifft die Erfindung ein Fahrzeug mit einer Vorrichtung der zu beschreibenden Art sowie die Verwendung eines derartigen Fahrzeuges insbesondere für polizeiliche oder militärische Einsatzzwecke.
Spezialeinheiten eines polizeilichen oder militärischen Verbandes sind mitunter mit Aufträgen konfrontiert, die einen erhöhten Gefährdungsgrad aufweisen. Möglich sind hierbei Sondereinsätze, wie z.B. eine Geiselbefreiung oder Festnahme von Personen, bei denen der Verdächtige bewaffnet ist, oder wobei zumindest der Verdacht dazu besteht, dass Waffen im Spiel sind. Ein denkbares Szenario besteht darin, dass sich eine oder mehrere bewaffnete Personen in einem Gebäude verschanzt haben, dabei eine oder mehrere Geiseln halten und mit einer Sprengung des Gebäudes drohen. Die Spezialeinheiten sind aufgrund ihrer zielorientierten Ausbildung dazu trainiert, einen schnellen Zugriff durchzuführen, die Verdächtigen außer Gefecht zu setzen, die Geiseln zu befreien, den Tatort abzusichern und allfällige Bomben zu entschärfen. Ein Kampf- und Beobachtungsfahrzeug mit einer elevierbaren gepanzerten Kammer ist beispielsweise aus der DE 26 22 995 A1 bekannt geworden, wobei die Kammer zur Aufnahme eines Schützen ausgebildet ist. Eine derartige Vorrichtung ist jedoch für oben genannte Einsätze nur bedingt zu gebrauchen, da die Kammer primär zum persönlichen Schutz der in der Kammer befindlichen Person vorgesehen ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine bemannte Kabine der eingangs erwähnten Gattung anzugeben, die auch ein offensives Vorgehen der untergebrachten Besatzung in das Innere eines Gebäudes ermöglicht.
Dies wird erfindungsgemäß in einer vorteilhaften Ausgestaltung durch eine gepanzerte verschließbare Ausstiegsöffnung erreicht, welche das Verlassen der in der gepanzerten Kabine untergebrachten Personen in hochgehobener Position in Richtung des Gebäudes gestattet.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung kann die gepanzerte Kabine mit der darin befindlichen Besatzung in die jeweils erforderliche Höhenlage nahe zum Gebäude hin bewegt werden, wobei durch eine schussfeste Ausbildung der Kabine der erforderliche ballistische Schutz gewährleistet ist. Ist die Kabine unmittelbar an Fenstern oder offenen Stiegenhäusern des Gebäudes herangeführt, so kann die gepanzerte verschließbare Ausstiegsöffnung geöffnet werden, so-dass die Spezialeinheit das Gebäude stürmen und die erforderlichen Maßnahmen durchführen kann. Gemäß einer alternativen Vorgehensweise ist es auch möglich, dass die Besatzung geeignete Sprengkörper am Gebäude anbringt, eine Zündung derselben veranlasst, währenddessen die in der Kabine befindlichen Personen durch die gepanzerte Kabine ausreichend geschützt sind. Die durch die erfolgte Sprengung hergestellte Öffnung im Gebäude kann im Anschluss daran zum Durchtritt der Spezialeinheiten in das Gebäude dienen.
Der Hebemechanismus ist wenigstens um eine horizontale Achse und somit in einer Vertikalebene schwenkbar gelagert. Die Öffnungsebene der Ausstiegsöffnung der Kabine kann in einer rechtwinklig zur Vertikalebene angeordneten Ebene in vorzugsweise vertikaler Ausrichtung angeordnet werden. Dies ist insbesondere dann zu beachten, wenn die Kabine gegenüber dem Hebemechanismus starr oder gegenüber diesem um keine vertikale Achse drehbar gelagert ist.
Bei einem möglichen Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Kabine eine im Wesentlichen allseitig geschlossene oder eine im Wesentlichen allseitig abschließbare Wandung aufweist. Durch die Ausbildung einer allseitig geschlossenen gepanzerten Wandung - auch mit Versteifungselementen - ist der ballistische Schutz sichergestellt. In diesem Zusammenhang kann es auch günstig sein, wenn die Wandung zumindest bereichsweise aus speziell gehärtetem Stahlblech mit einer Stärke von mindestens 8 mm ausgebildet ist. Alternativ 3 AT010 458U1 oder ergänzend sind hierbei auch Aramidfasern ersetzbar, die auf das Gewicht bezogen eine sehr hohe spezifische Zugfestigkeit aufweisen und dazu imstande sind, Geschosse aus den gebräuchlichsten Handfeuerwaffen effektiv abzuhalten. Aramidfasern sind beispielsweise unter dem Markennamen „Kevlar“ bekannt geworden, wobei dieses Material zudem eine sehr hohe Hitze- und Feuerbeständigkeit aufweist. Selbstverständlich können zur Panzerung der Kabine auch andere gemäß dem Stand der Technik bekannte Werkstoffe - wie z.B. gesinterte Keramikmaterialien - eingesetzt werden. Die Panzerung der Kabine sollte gegen Beschuss von gebräuchlichen Patronen mit einem Kaliber von vorzugsweise 7,62 x 51 mm gesichert sein. Gemäß Standardisierungsabkommen der NATO-Vertragsstaaten (STANAG) kann der ballistische Schutzlevel der Kabine mit Level 1 - optional mit Level 2 - festgelegt werden.
Die geometrische Form der gepanzerten Kabine kann grundsätzlich alle bekannten Ausgestaltungen aufweisen. In diesem Zusammenhang kann es auch von Vorteil sein, wenn die Kabine eine im Wesentlichen sphärische Wandfläche aufweist. Die Größe der Kabine kann so beschaffen sein, dass vorzugsweise zumindest drei Personen darin Aufnahme finden. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung können in der Kabine 2 bis 4 Personen samt ihrer mitzuführenden Ausrüstung Platz finden.
Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Ausstiegsöffnung durch wenigstens ein Verschlusselement, vorzugsweise durch wenigstens eine gepanzerte Schiebetüre oder durch wenigstens eine um eine Achse verschwenkbare gepanzerte Klappe, verschließbar ist. Das Verschlusselement kann einteilig aber auch mehrteilig ausgebildet sein. Neben linear bewegbaren Verschlusselementen sind auch verschwenkbare Klappen günstig ersetzbar. Hierbei kann es auch von Vorteil sein, wenn ein Verschlusselement an der Grundplatte der gepanzerten Kabine um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert ist und wobei das Verschlusselement in der Offenstellung gleichzeitig als Trittfläche der Besatzungsmitglieder ausgebildet ist, das in der elevierten Position der gepanzerten Kabine als Brücke zu dem jeweiligen Einstieg in das Gebäude dient. Das zumindest eine Verschlusselement kann also nach unten oder nach oben, seitlich oder auch als Schiebelement(e) ausgebildet sein.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Kabine im Wesentlichen kubisch oder quaderförmig ausgeführt, wobei eine im Wesentlichen gesamte Wandungsfläche durch das wenigstens eine Verschlusselement vollständig freilegbar bzw. verschließbar ist. Dies kann beispielsweise durch Vollauszugschienen ermöglicht werden, durch die zwei Schiebetüren in gegenläufiger Richtung bewegbar sind und dabei die Ausstiegsöffnung freigeben. Das Verschlusselement kann dabei aus einem einschaligen Aufbau aus Panzerstahl mit mindestens 8 mm Stärke und daran angeordneten Versteifungsprofilen ausgebildet sein.
Bei einem möglichen Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Kabine, vorzugsweise mit Panzerglas geschützte, transparente Lichtdurchlässe aufweist. Diese Lichtdurchlässe sind zu Beobachtungszwecken vorgesehen, wobei diese Lichtdurchlässe durch optisch transparente Scheiben ausreichend ballistischer Eigenschaften geschützt sind. Die verbleibende Wandung der Kabine kann dabei vorzugsweise opak ausgebildet sein. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel kann auch vorgesehen sein, dass die Kabine Scharten zum Durchtritt von Waffen aufweist. Die Scharten können auch mit einer gemäß dem Stand der Technik bekannten Kugelblende versehen sein. Auch kann eine gepanzerte Dachluke - z.B. aus gehärtetem Stahl - vorgesehen sein, durch die das Verlassen der in der Kabine untergebrachten Personen möglich ist.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Hebemechanismus wenigstens einen teleskopierbaren Ausleger aufweist, an dessen freien Ende die Kabine angeordnet oder anordenbar ist. Genauso ist es möglich, wenn der Hebemechanismus wenigstens einen Hubarm und wenigstens einen dazu verschwenkbaren Knickarm aufweist, wobei die Kabine am freien Ende des Knickarmes angeordnet oder anordenbar ist. Auf diese Weise kann die Kabine auf die gewünschte Höhe hochgehoben werden. Die ausfahr- 4 AT 010 458 U1 bare Länge des Hebemechanismus kann beispielhaft mit ca. 30 m angegeben werden. In diesem Zusammenhang kann auch eine Steuervorrichtung vorgesehen werden, die der Besatzung alle Steuerungsmöglichkeiten der Kabinenbewegung und Aktivierung von Bedienelementen von der Kabine aus ermöglicht. Darüber hinaus kann die Steuerung auch vom Bodenfahrzeug aus 5 oder auch durch eine ferngesteuerte Einrichtung aus sicherer Entfernung erfolgen.
Die Kabine kann mit dem teleskopierbaren Ausleger oder mit dem schwenkbaren Knickarm fest verbunden sein oder auch modulartig mit der Hebevorrichtung lösbar verbindbar sein. In diesem Zusammenhang kann es günstig sein, wenn die Kabine eine Befestigungsplatte aufweist, die io mit dem Hebemechanismus lösbar verbindbar, vorzugsweise verrastbar ist. Auf diese Weise kann ein schneller Anbau bzw. Wechsel der Kabine am Hebemechanismus herbeigeführt werden.
Zur variablen Bewegungsmöglichkeit kann es auch günstig sein, wenn die gepanzerte Kabine 15 um eine vertikale Achse, vorzugsweise um 360°, drehbar gelagert ist. Günstig ist jedenfalls eine seitliche Verschwenkbarkeit der Kabine um etwa 270°. Auch kann die Kabine derart schwenkbar ausgebildet sein, dass allfällige Neigungen des am Boden befindlichen Fahrzeuges vollständig kompensiert werden können. In diesem Zusammenhang kann es auch günstig sein, wenn eine Nivelliereinrichtung vorgesehen ist, durch die die Kabine in jeder Höhenlage ständig 20 horizontal gehalten ist. Derartige Nivelliereinrichtungen sind gemäß dem Stand der Technik - insbesondere bei fahrbaren Hubarbeitsbühnen - bereits bekannt und brauchen an dieser Stelle nicht näher beschrieben zu werden.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Hebe-25 mechanismus an einem, vorzugsweise gepanzerten, Fahrzeug angeordnet oder anordenbar ist. Die Kabine wird gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel als Modul ausgeführt, das wahlweise an unterschiedlichen Hebeeinrichtungen und/oder Fahrzeugen montierbar und demontierbar ist. 30 Das erfindungsgemäße Fahrzeug ist durch eine Vorrichtung der beschriebenen Art gekennzeichnet, die erfindungsgemäße Verwendung ist für Polizei- oder militärische Einsatzzwecke, vorzugsweise für den urbanen Häuserkampf vorgesehen. Diese militärischen Kampfhandlungen sind unter der Bezeichnung „MOUT“ (Military Operations in Urban Terrain) bekannt geworden. 35 Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung. Dabei zeigt:
Fig. 1 Fig.2 Fig. 3a-3c Fig. 4 Fig. 5 Fig. 6a, 6b Fig. 7 40 45 50 ein mögliches Ausführungsbeispiel einer gepanzerten Kabine in einer perspektivischen Darstellung, ein Ausführungsbeispiel eines gepanzerten Fahrzeuges mit einer hochgehobenen Kabine, die an die Fassade eines Gebäudes herangeführt ist, mögliche Anlenkungsvarianten der gepanzerten Kabine an verschiedenen Hebemechanismen, ein Ausführungsbeispiel eines Fahrzeuges und einer elevierbaren gepanzerten Kabine, wobei die Hydraulikantriebe des Hebemechanismus eine Panzerung aufweisen, eine Ausführungsbeispiel eines Hebemechanismus, der über ein Kupplungsteil an bereits vorhandene Fahrzeuge montierbar ist, der als Modul ausgeführte Hebemechanismus gemäß Fig. 5 in einer Montagestellung an einem Panzer sowie eine schematisierte Darstellung einer Kupplungsmöglichkeit zwischen Hebemechanismus und Fahrzeug, eine perspektivische Darstellung einer gepanzerten Kabine mit einer in Aktion befindlichen Spezialeinheit. 55 Fig. 1 zeigt in schematischer Weise ein mögliches Ausführungsbeispiel einer gepanzerten 5 AT 010 458 U1
Kabine 1 in einer perspektivischen Darstellung. Die Kabine 1 weist eine allseitig geschlossene Wandung 2 aus gepanzertem Material auf. Auf wenigstens einer Seite der Wandung 2 ist eine gepanzerte verschließbare Ausstiegsöffnung 3 vorgesehen, die durch wenigstens ein gepanzertes Verschlusselement 4a, 4b in Form von linear bewegbaren Schiebetüren und/oder von verschwenkbaren Klappen verschließbar ist. Wenigstens ein Verschlusselement 4a, 4b kann hierbei um eine vertikale oder auch um eine horizontale Achse verschwenkbar gelagert sein. Die Verschlusselemente 4a, 4b sind in hochgehobener Position der gepanzerten Kabine 1 öffenbar, sodass die untergebrachte Besatzung bei Annäherung an die Fassade eines Gebäudes die Kabine 1 in Richtung des Gebäudes verlassen und einen schnellen Zugriff durchführen kann. Die Kabine 1 weist zudem gepanzerte Lichtdurchlässe 5a, 5b sowie eine transparente Dachluke 5c auf, die aus optisch transparentem Panzerglas, beispielsweise durch ein ballistisches Scheibenverbundpaket gegenüber Beschuss und Schlageinwirkung gesichert ist. Im Weiteren sind Scharten 6 zum Durchtritt von Handfeuerwaffen vorgesehen. Auf dem Dach der gepanzerten Kabine 1 sind Querleisten 7 angeordnet, die ein Abstützen von Leitern ermöglichen. Schematisch angedeutet sind Stapleraufnahmelaschen 8 an der Unterseite der als Befestigungsplatte 9, an denen die Gabel eines Hubstaplers angreifen kann und dadurch die Kabine 1 in die gewünschte Höhenlage elevierbar ist.
Fig. 2 zeigt ein gepanzertes Fahrzeug 10 in Form eines Panzers mit einem Kettenantrieb, wobei das Fahrzeug 10 einen Hebemechanismus 11 mit einem Hubarm 12, einem Knickarm 13 und teleskopierbare Ausleger 14 und 15 aufweist. Am freien Ende des teleskopierbaren Auslegers 15 ist die Kabine 1 angelenkt. Die Kabine 1 wird an das Gebäude 16 - im gezeigten Ausführungsbeispiel an das Fenster 17 - herangeführt, sodass sich die gepanzerte verschließbare Ausstiegsöffnung 3 direkt gegenüber dem Fenster 17 befindet. In dieser Stellung kann das in Fig. 1 gezeigte Verschlusselement 4a, 4b geöffnet werden, wodurch sich die in der Kabine 1 untergebrachte Besatzung unmittelbaren Zugang zum Gebäude 16 verschaffen kann. Das in dieser Figur gezeigte Fahrzeug 10 kann neben einem Kettenantrieb auch Räder aufweisen, auch kann die Bereitstellung eines bemannten oder fernlenkbaren Gabelstaplers - insbesondere ein unter dem Markennamen CRAYLER bekannt gewordenes Fahrzeug - für die Anhebung der Kabine 1 vorgesehen werden. Die Kabine 1 kann auch mit bestehenden Pionier- oder Infanteriefahrzeugen verwendet bzw. aufgesetzt werden.
Fig. 3a-3c zeigen stark schematisiert mögliche Tragekonstruktionen für die gepanzerte Kabine 1. In Fig. 3a ist eine um eine eigene Achse rotierbare Hebevorrichtung 19 gezeigt, die an in der Kabine 1 integrierten Schwenkachsen 18a und 18b angreift. Die Schwenkachsen 18a und 18b werden vorzugsweise im obersten Bereich der Kabine 1 angeordnet, um übermäßige Pendelbewegungen derselben weitgehend zu vermeiden. In Fig. 3b greift ein Ausleger 15 an einem an der Kabine 1 angeordneten Lager an, wobei die gepanzerte Kabine 1 um wenigstens eine horizontale Achse gegenüber dem Ausleger 15 schwenkbar gelagert ist. In Fig. 3c weist der Ausleger 15 noch einen um eine horizontale Achse 20 schwenkbaren Spitzenausleger 15a auf, der an der Unterseite der Befestigungsplatte 9 an einem Lager angreift. Im Übrigen sei in diesem Zusammenhang angemerkt, dass die Bewegungsmöglichkeiten der gepanzerten Kabine 1 keinesfalls auf die in den Figuren beschriebenen Möglichkeiten beschränkt ist. Es kann auch eine allseitig bewegbare Lagerung innerhalb vorgegebener Grenzen (z.B. durch ein Kugelgelenk) der gepanzerten Kabine 1 relativ zum Hebemechanismus 11 vorgesehen werden. Die Kabine 1 kann durch geeignete Befestigungsmittel modulartig an verschiedenen Hebemechanismen 11 und/oder Fahrzeugen 10 montiert und demontiert werden.
Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Fahrzeuges 10 und einem Hebemechanismus 11, der zur Höhenverstellung der gepanzerten Kabine 1 einen schwenkbar gelagerten Hubarm 12 und einen dazu verschwenkbaren Knickarm 13 aufweist. Zu erkennen sind Hydraulikantriebe 21a und 21b in Form bekannter Kolben-Zylinder-Einheiten, die zum Bewegen des Hubarmes 12 und des Knickarmes 13 vorgesehen sind. Um den Schutz der Hydraulikantriebe 21a, 21b gegen Beschuss und Absprengungen zu gewährleisten, können Panzerungen 22a, 22b (strichlierte Bereiche) angeordnet werden, die diese sensiblen Baugruppen vorzugsweise
Claims (18)
- 6 AT 010 458 U1 vollständig umgeben. Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei der Hebemechanismus 11 mit der daran angelenkten gepanzerten Kabine 1 als gemeinsames Modul mit bereits bestehenden Fahrzeugen 10 koppelbar ist. Der Hebemechanismus 11 weist hierfür einen Kupplungsteil 23 auf, der mit einem - hier nicht dargestellten - fahrzeugseitigen Kupplungsteil lösbar verbindbar ist. Auf diese Weise kann der Hebemechanismus 11 beispielsweise mit bereits vorhandenen Fahrzeugen, Baggern - insbesondere mit Pionier- oder Bergepanzern oder dergleichen - modulartig mittels einer Schnellkupplung verbunden werden. Als besonderer Vorteil ist hierbei anzuführen, dass dadurch auch die Notwendigkeit entfällt, eigene Fahrzeuge zum Betrieb mit der vorgeschlagenen Kabine 1 anzuschaffen, wodurch auch die Investitionsvolumina erheblich reduziert werden können. Schematisch angedeutet ist eine am Kupplungsteil 23 gelagerte drehbare Kransäule 24 und ein dazu mittels einem hydraulischen Antrieb 21a verschwenkbarer Hubarm 12. Relativ zum Hubarm 12 ist ein dazu verschwenkbarer Knickarm 13 sowie telesko-pierbare Ausleger 14 und 15 angeordnet. Fig. 6a zeigt den in Fig. 5 dargestellten Hebemechanismus 11, der über den Kupplungsteil 23 am Fahrzeug 10 - im vorliegenden Fall an einem Kettenpanzer - befestigbar ist. Strichliert dargestellt ist ein üblicher Pionierbagger 26, dessen Stelle nunmehr der Hebemechanismus 11 einnimmt. Fig. 6b zeigt schematisiert den Kupplungsteil 23, der mit fahrzeugseitigen Kupplungsteilen 25a, 25b koppelbar. Der Kupplungsteil 23 des Hebemechanismus 11 kann beispielsweise über hydraulische und/oder mechanische Befestigungsmittel an die fahrzeugseitigen Kupplungsteile 25a, 25b gekoppelt werden. Fig. 7 zeigt eine perspektivische Darstellung einer gepanzerten Kabine 1 gemäß dem Aspekt der vorliegenden Erfindung, wobei die Ausstiegsöffnung 3 durch gepanzerte Verschlusselemente 4a, 4b in Form einer Doppelschiebetüre mit zwei gegenläufig bewegbaren Schiebelementen gesichert ist. In der gezeigten Figur befinden sich die Verschlusselemente 4a, 4b in der Offenstellung, sodass die Spezialeinheit einen gezielten Angriff durchführen kann. Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele, sondern umfasst bzw. erstreckt sich auf alle technischen Äquivalente, die in die Reichweite der nachfolgenden Ansprüche fallen können. Auch kann eine zusätzliche Rampe vorgesehen werden, durch die die Lücke zwischen der Kabine 1 und dem Gebäude 16 überbrückbar ist. Auch kann eine Strickleiter als Notausstieg und/oder Stufen am Hebemechanismus 11 angeordnet werden, über die die Besatzung die Kabine 1 verlassen kann. Alternativ kann auch eine Abseilvorrichtung vorgesehen sein. Auch kann eine Stromversorgung vorgesehen werden, durch die eine Innenbeleuchtung der Kabine 1, allfällige Scheinwerfer derselben oder auch eine - vorzugsweise auf dem Dach der Kabine 1 angeordnete - Waffenstation mit Strom versorgbar ist. Durch die zunehmende Bauhöhe von Gebäuden 16 im städtischen Bereich, die naturgemäß den Sturm höher gelegener Stockwerke erschweren, ist die erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhaft im Zuge von MOUT-Operationen einsetzbar. Durch die Verwendung eines hydraulischen Hebemechanismus 11 wird auch eine erheblich reduzierte Geräuschentwicklung - gerade gegenüber den bisher für diesen Zweck eingesetzten Helikoptern - verursacht, wodurch sich ein Überraschungsangriff vorteilhaft realisieren lässt. Ansprüche: 1. Vorrichtung zum geschützten Heranfahren von Personen an Gebäuden oder dergleichen mit einer gepanzerten Kabine und einem Hebemechanismus zur Änderung der Höhenlage der gepanzerten Kabine, gekennzeichnet durch eine gepanzerte verschließbare Ausstiegsöffnung (3), welche das Verlassen der in der gepanzerten Kabine (1) untergebrachten Personen in hochgehobener Position in Richtung des Gebäudes (16) gestattet. 7 AT010 458U1
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kabine (1) eine im Wesentlichen allseitig geschlossene oder eine im Wesentlichen allseitig abschließbare Wandung (2) aufweist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung zumindest bereichsweise aus gehärtetem Stahl gebildet ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (2) zumindest bereichsweise aus Aramidfasern, vorzugsweise Kevlar, gebildet ist.
- 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstiegsöffnung (3) durch wenigstens ein Verschlusselement (4a, 4b) - vorzugsweise eine gepanzerte Schiebetüre, eine Doppelschiebetüre und/oder durch wenigstens eine um eine Achse verschwenkbare gepanzerte Klappe - verschließbar ist.
- 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kabine (1), vorzugsweise mit Panzerglas geschützte, transparente Lichtdurchlässe (5a, 5b) aufweist.
- 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kabine (1) - vorzugsweise mit Kugelblenden gesicherte - Scharten (6) zum Durchtritt von Waffen aufweist.
- 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebemechanismus (11) wenigstens einen teleskopierbaren Ausleger (14, 15) aufweist, an dessen freien Ende die Kabine (1) angeordnet oder anordenbar ist.
- 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebemechanismus (11) wenigstens einen Hubarm (12) und wenigstens einen dazu verschwenkbaren Knickarm (13) aufweist, wobei die Kabine am freien Ende des Knickarmes (13) angeordnet oder anordenbar ist.
- 10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Ausleger (14, 15) direkt am Knickarm (13) gelagert ist.
- 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kabine (1) einen Kabinenkupplungsteil - der vorzugsweise eine Befestigungsplatte (9) umfasst -aufweist, der mit einem Kupplungsteil des Hebemechanismus (11) lösbar verbindbar, vorzugsweise verrastbar ist.
- 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsplatte (9) Stapleraufnahmelaschen (8) zur Verbindung mit einem Hubstapler aufweist.
- 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebemechanismus (11) einen Kupplungsteil (23) aufweist, der mit einem fahrzeugseitigen Kupplungsteil (25a, 25b) lösbar verbindbar ist.
- 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die gepanzerte Kabine (1) um eine vertikale Achse, vorzugsweise um 360°, drehbar gelagert ist.
- 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Nivelliereinrichtung vorgesehen ist, durch die die Kabine (1) in jeder Höhenlage ständig horizontal gehalten ist.
- 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der 8 AT010 458U1 Hebemechanismus (11) wenigstens einen hydraulischen Antrieb (21a, 21b) aufweist, der zumindest bereichsweise, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig, von einer Panzerung (22a, 22b) umgeben ist.
- 17. Fahrzeug, insbesondere Panzer oder gepanzertes Fahrzeug, mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16.
- 18. Verwendung eines Fahrzeugs nach Anspruch 17 für Polizei- oder militärische Einsatzzwecke, vorzugsweise für MOUT-Operationen. Hiezu 7 Blatt Zeichnungen
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| FR3013824A1 (fr) * | 2013-11-26 | 2015-05-29 | Renault Trucks Defense | Dispositif d'assaut pour intervention dans des aeronefs civils ou des immeubles, et ensemble elevateur correspondant |
| DE102014111495A1 (de) * | 2014-08-12 | 2016-02-18 | Kiesel Technologie und Entwicklung GmbH & Co. KG | Funktionseinheit zum Bewegen, insbesondere Heben von Lasten und/oder Personen |
| RU2595198C1 (ru) * | 2015-02-24 | 2016-08-20 | Павлов Григорий Павлович | Боевая машина для доставки личного состава силовых структур в бронированном отсеке в зону боевых действий |
| RU201906U1 (ru) * | 2020-09-15 | 2021-01-21 | Федеральное государственное казенное военное образовательное учреждение высшего образования "Военный университет" Министерства обороны Российской Федерации | Тактическая защищенная машина для доставки личного состава и грузов в зону боевых действий |
-
2007
- 2007-11-22 AT AT0071307U patent/AT10458U1/de not_active IP Right Cessation
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR3013824A1 (fr) * | 2013-11-26 | 2015-05-29 | Renault Trucks Defense | Dispositif d'assaut pour intervention dans des aeronefs civils ou des immeubles, et ensemble elevateur correspondant |
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