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Verfahren zur Behandlung ölhaltiger liörner oder Stoffe.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbehandlung ölhaltiger Körner und Früchte, um den Olertrag, der auf gewöhnliche Weise, d. h. durch Pressen gewonnen wird, zu steigern.
Bisher wurde die ölhaltige, pflanzliche Substanz, nachdem sie meist vorher zerstampft worden war, einer Befeuchtung mit Wasser unterzogen, das der ölhaltigen Masse während des Zerstossens derselben zugesetzt wurde, worauf dann die Masse entweder wann oder kalt gepresst wurde. Manche ölige Körner oder Substanzen wurden einer erstmaligen kalten Pressung ohne Anfeuchtung unterworfen, um hierauf ein zweites und manchmal noch ein drittesmal aber warm und unter Zusatz von Wasser gepresst zu werden. Dieses Verfahren wird bei der modernen Ölgewinnung allgemein angewendet, wobei die Anfeuchtung den Zweck hat, die ölhaltige Substanz aufzuweichen und die Zellen derselben zu schwellen, damit letztere beim Pressen leichter platzen.
Desgleichen sind bereits Verfahren bekannt, bei welchen die ölhaltigen Körner im Vakuum gepresst werden. Dieses Vakuum dient jedoch nur zum Absaugen des Öles und der im Gut enthaltenen Luft, wodurch das Entziehen des Öles erleichtert und die Pressdauer herabgesetzt wird.
Vorliegende Erfindung betrifft nun ein Vorbehandlungsverfahren, darin bestehend, dass man die Körner der ölhaltigen Pflanzenstoffe einer Erhitzung mit oder ohne Druck aussetzt und sie unmittelbar hierauf der Einwirkung eines hohen Vakuums unterwirft, wodurch die in den Körnern oder ölhaltigen Stoffen enthaltene Feuchtigkeit zum Sieden gebracht und in Dampfform übergeführt wird, ein Vorgang, der jede einzelne Zelle zur Explosion bzw. zum Platzen bringt. Durch diese Behandlung wird der Ölertrag beim nachherige Pressverfahren gesteigert. Soll die Erhitzung unter Druck erfolgen, so kann man mit Vorteil einen Autoklaven verwenden.
Nach einer ersten Durchführungsart des Verfahrens wird die ölhaltige Masse zuerst im Autoklaven mit Wasserdampf unter Druck durchfeuchtet, um dadurch zusetzliche Feuchtigkeit in die Masse gleichmässig einzuführen. Dann wird der Drucktopf für einige Minuten an eine Luftsaugepumpe angeschlossen und evakuiert, worauf die Masse herausgenommen und in der gewöhnlichen Weise gepresst wird.
Damit der Ölertrag beim nachfolgenden Pressverfahren ein Maximum erreicht, so dass nur ein Minimum von Öl im Presskuchen verbleibt, wird die Durchfeuchtung und die Behandlung im Vakuum derart geregelt, dass in der ölhaltigen Masse ein wenig mehr Feuchtigkeit enthalten bleibt als im natürlichen Zustand in ihr vorhanden war, zum Zwecke, die natürliche Feuchtigkeit der ölhaltigen Körner nicht zu verringern, sondern eher etwas zu erhöhen. Im folgenden soll ein Laboratoriumsversuch unter Anwendung dieses Verfahrens beispielsweise beschrieben werden : 1% kg geschrotete Erdnüsse werden in einen Drucktopf mit doppeltem Mantel gegeben, der im Inneren mit einem Mischer versehen ist.
Sodann schickt man einen Dampfstrahl in den Topf, um die Luft daraus zu verdrängen und nach Abschluss des Luftabzughahnes wird in den Drucktopf weiter Dampf eingeführt, bis der Druck auf etwa 12 Atm. gesteigert erscheint, worauf die Dampfzufuhr gesperrt und der vorhandene Dampf entweichen gelassen wird. Durch Anschluss einer Luftsaugepumpe an den Topf wird hierauf Vakuum erzeugt und dieses dann durch einige Minuten aufrechterhalten.
Nach dieser Vorbehandlung geben die ölhaltigen Körner oder die ölhaltige Masse ihr Öl sehr leicht bei dem nachfolgenden Pressverfahren ab, so dass das gesamte Öl in einer einzigen Pressoperation gewonnen wird und eine zweite Operation vermieden werden kann. Selbstverständlich kann man die ölhaltigen Körner oder Substanzen, um sie zu durchfeuchten, auch mit kaltem oder warmem Wasser behandeln,
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bevor man sie in den Drucktopf gibt, anstatt sie einem Dampfstrahl unter Druck auszusetzen. Das Erhitzen erfolgt dann durch Luft statt durch Dampf, u. zw. mit oder ohne Überdruck.
Gemäss einer andern Durchführungsart des Verfahrens und um sehr lichte Presskuchen zu erhalten, kann man die ölige Masse dem Vakuum aussetzen, ohne sie vorher anzufeuchten, d. h. ohne vorher Dampf in den Drucktopf zu leiten oder ohne vorherige Durchfeuchtung der Masse mit kaltem oder warmem Wasser ; dies jedoch nur auf Kosten des Ölertrages. Im folgenden sei auch ein derartiger Laboratoriumsversuch beispielsweise beschrieben : 1 Yz leg geschroteter Erdnüsse werden in einen, mit einem Mischer versehenen Drucktopf gebracht, welcher mittels Dampf durch zu Stunde geheizt wird. Dann evakuiert man bis zum nahezu vollständigen Vakuum und hält das Vakuum durch einige Minuten aufrecht. Die in den Körnern enthaltene Feuchtigkeit gelangt hiebei rasch zum Sieden und wird durch die Luftsaugepumpe in Dampfform abgesaugt.
Die im Drucktopf enthaltene Masse gelangt dann in die Presse. Dieses Verfahren kann ebenfalls zur Förderung in nur einer Pressoperation verwendet werden. Es verdirbt weder die Qualität des Öles noch die der Presskuchen, im Gegenteil ist die des Öles noch bedeutend besser als nach dem alten Verfahren.