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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohlkörpern aus Kautschuk.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Kautschuk, bei welchem die als Ausgangsmaterial dienenden rohen KautschukblätLer durch Saugluft in am Umfang mit Schneidekanten versehenen Formhälften zum Anliegen gebracht werden, worauf ein Dorn eingelegt, aie Form geschlossen und der Hohlkörper schliesslich in einer Vulkanisierform der Vulkanisierung unter- worfen wird.
Die Zeichnungen zeigen beispielsweise Vorrichtungen zur Ausführung des Verfahrens nach der
Erfindung, u. zw. zeigen Fig. 1 und Fig. 2 eine Form zur Herstellung von Saugstopfen im Schnitt und in
Ansicht, Fig. 3 den zugehörigen Dorn, Fig. 4 die Vulkanisierform, Fig. 5 eine anders ausgebildete Form,
Fig. 6 die entsprechende Vulkanisierform, Fig. 7 den hiebei verwendeten Dorn und Fig. 8 bis 10 eine weitere
Ausführungsform eines Dornes.
Die Fig. 1 bis 7 zeigen Vorrichtungen, mittels welcher Saugstopfen paarweise hergestellt werden.
Zwei einander gleiche Formplatten 22 (Fig. 1 und 2) werden durch Stifte oder andere, nicht mit dar- gestellte Vorrichtungen in genauer Übereinstimmung miteinander zusammengehalten. In jeder Platte
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raum 24. Die Vertiefungen haben gewöhnlich halblueisförmigen Querschnitt. Der Zwischenraum 24 ist nach beiden Seiten hin durch eine halbkreisförmige Nut 25 begrenzt. Um den ganzen Rand jeder der
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In jeder Platte 22 befindet sich eine die sämtlichen Vertiefungen umschliessende Rinne 27. Von jeder Vertiefung 23 sowie von der Rinne 27 aus führen Luftlöcher 28 und 29 nach der Rückseite der Platte 22 zu Hohlräumen 31, die dort durch eine luftdicht schliessende Platte 30 gebildet werden. Die Hohlräume M stehen durch Öffnungen 35 und eine beliebige, nicht mit dargestellte. Leitung mit einer Saugvorrichtung in Verbindung.
Bei der Inbetriebsetzung dieser Vorrichtung wird auf die Stirnfläche einer jeden der voneinander getrennten Formhälften 22 ein Blatt D von Rohkautschuk gelegt und darauf die Luft aus den Hohlräumen 31 herausgesaugt. Hiedurch entsteht in den Rinnen 27 ein luftverdünnter Raum, durch den die Kautschukblätter an ihren Rändern auf den Formplatten festgehalten werden. Bei weiterer Verdünnung der Luft wird der Kautsehuk in die Hohlräume 23 der Form hineingesaugt, so dass er nun fest an deren Wänden anliegt. Auf das so angedrückte Kautschukblatt wird in der Mitte einer jeden Vertiefung der
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Kautsehukblatt versehen wurde, auf die Formhälfte mit den Dornen gelegt.
Die Formhälften werden darauf in einer Presse fest gegeneinander gedrückt, wobei die genau zusammenfallenden Schneidkanten 26 den Kautschuk am Umriss eines jeden der doppelten Saugstopfen durchschneiden und dabei gleichzeitig die ausgeschnittenen Kautsehukstüeke mit ihren Rändern fest zusammendrücken und sie dadurch fest miteinander verbinden.
Der Dorn 40 ist in Fig. 3 in Ansicht dargestellt und in Fig. 2 mit unterbrochenen Linien angedeutet.
Er hat eine zylindrische Oberfläche und zwei Ringnuten 41, die im gleichen Abstand voneinander stehen wie die in die Vertiefungen der Formen eingeschnittenen Nuten 25. Der mittlere Teil des Dorns hat einen
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der Formteile die mittleren Zonen des Kautschuks dünner ausgepresst und der Kautschuk in der Längsrichtung auseinander gedrückt, so dass er die von den Nuten 41 und 25 gebildeten Hohlräume ausfüllt, wodurch der Wulst a3 des Saugstopfens entsteht.
Nach dem Formen der doppelten Saugstopfen werden die Formhälften auseinander genommen und die einzelnen Doppelstopfen mit den darin eingeschlossenen Kernen 40 in eine Vulkanisierform gebracht.
Diese besteht aus zwei Platten 50 (Fig. 4), von denen jede Vertiefungen, die der Hälfte des Doppelstopfens entsprechen, trägt. Bei dem Einlegen der Saugstopfen mit den darin enthaltenen Dornen in die Ver- tiefungen ist darauf zu achten, dass die an den Stopfen vorhandene Naht a5 nicht in die Berührungsebene der Folmplatten 50 fällt.
Hierauf wird unter Verwendung von Wasser oder einem andern Stoffe, der sich unter Einwirkung der Hitze ausdehnt, ein Druck im Innern der Hohlkörper erzeugt. Der betreffende Stoff wird vor dem
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Vulkanisierform durch die beim Vulkanisieren angewandte Wanne aus. Der Druck presst den hohlen Kautsehukkörper gegen die Wände der Form und bewirkt dadurch, dass dieser eine vollständig glatte Oberfläche annimmt. Die äussere Naht, die sich in der Pressform an dem Hohlkörper bildete, tritt dabei in das Innere zurück.
Nach dem Vulkanisieren werden die Formhälften 50 auseinandergezogen und der vulkanisiert Kautschukgegenstand am Grunde eines jeden Wulstes abgeschnitten. Auf diese Weise entstehen zwei fertige Saugstopfen. Der mittlere Teil gelangt in den Abfall, doch ist dies unerheblich, da er nur sehr wenig Kautschuk enthält und der grösste Teil des anfangs an dieser Stelle befindlichen Kautschuks in die Nuten zur Bildung des Wulstes hineingedrückt wurde. Statt einer paarweisen Herstellung der Stopfen könnte man diese natürlich auch einzeln herstellen.
Eine andere Vorrichtung zur Herstellung zusammenhängender Saugstopfen, die später zu einzelnen Saugstopfen auseinandergeschnitten werden, ist in Fig. 5 bis 7 dargestellt. Bei dieser enthält jede der Formplatten 60 Vertiefungen 61 von halbkreisförmigem Querschnitt, von denen jede einem doppelten Saugstopfen entspricht und am Rande von einer vorspringenden Schneidekante 62 umgeben ist, die an der gegenüberliegenden Formplatte anliegt. Von jeder Vertiefung aus führen Luftkanäle 63 naeh der Rückseite der Formplatte. Die Formplatten besitzen auch hier wieder Rinnen 64, die die sämtlichen Vertiefungen umschliessen und von denen Luftkanäle 65 ausgehen.
Auch hier sind durch Abschlussplatte Hohlräume an den Formplatten hergestellt, in die die Luftkanäle ausmünden und die mit einer Saugvorrichtung in Verbindung stehen.
Die Formteile 60 entsprechen den vorher beschriebenen Formen 22, doch hat, wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, die Vertiefung der Form nicht genau die Gestalt des herzustellenden Saugstopfens. Ihr Teil 68 hat die gleichen Umrisse wie der Fuss des Saugstopfens, doch ist der Hals 69 nicht zu einem kugelförmigen Kopf verbreitert ; er setzt sich zylindrisch bis zum Ende der Vertiefung fort, wo er mit einer abgerundeten Kuppe abschliesst. In der Mitte der Vertiefung befindet sich statt der beiden Nuten 25 der Fig. 2 nur eine einzige verbreiterte halbkreisförmige Nut 70.
Mit 71 ist der Dorn bezeichnet (Fig. 7), der in der Mitte eine Nabe mit einer Ringnut 72 sowie zwei zylindrische Fortsätze 73 besitzt. In der Achse der letzteren verlaufen Kanäle 74, von denen aus in der Nähe der Nabe und der Enden seitliche Kanäle 75 und 76 nach aussen führen.
Auf jede der Formhälften 60 wird ein Kautschukblatt gelegt, das durch Einsaugen in die Rinnen 64 festgehalten und durch die Saugwirkung der Kanäle 63 in die Vertiefungen hineingezogen wird. Alsdann wird der Dorn 71 aufgelegt und danach die obere Formhälfte mit ihrem Kautschukblatt auf die untere gelegt. Durch Zusammendrücken der Platten wird der Kautschuk von den Schneidkanten 62 abgeschnitten wodurch das in Fig. 6 dargestellte Saugstopfenpaar gebildet wird. Hierauf werden die Doppelstopfen mit den darin enthaltenen Dornen in die Vulkanisierform (Fig. 6) gebracht.
Während des Vulkanisieren des Doppelstopfens in der Wärme dehnt sich der beim Ausstanzen in den Hohlkörper gebrachte Stoff aus und erzeugt einen inneren Druck, der sich durch die Leitungen 75, 74 und 76 bis zum äussersten Ende a7 des Hohlkörpers fortpflanzt und den Kautschuk an die Wände der kugelförmigen Aussparungen 77 der Vulkanisierform andrückt. Hiedurch erhält der Saugstopfen seine genaue Gestalt. Nach dem Vulkanisieren wird die Vulkanisierform auseinandergenommen und der breite Wulst as, der sich in der Mitte befindet, mitten auseinandergeschnitten. Es wird also hier nur ein Schnitt durchgeführt.
Ein Vorzug bei der Verwendung der Vorrichtung nach den Fig. 5 bis 7 besteht in einer kleinen Ersparnis, da kein Abfall durch Wegschneiden des mittleren Teiles entsteht, wie dies beim Arbeiten mit der Vorrichtung nach Fig. 1 bis 4 der Fall war. Ein weiterer Vorzug ist der, dass der grosse Kopf, der an dem
Saugstopfen beim Formen gebildet wird, hier fortfällt, wodurch es möglich ist, die Saugstopfen ihrer
Längsrichtung nach in die Vulkanisierform einzuschieben (Fig. 6). In diesem Falle haben die Aushöhlungen der Vulkanisierform zusammenhängende Flächen und die Saugstopfen erhalten eine vollkommene glatte Oberfläche.
Bei der Herstellung von Gummibirnen und ähnlichen Gegenständen mit röhrenförmigen Ansätzen nach dem Verfahren gemäss der Erfindung erweist es sich oft als wünschenswert, die Wand des Halses zu verstärken. Dies kann in der durch die Fig. 8 bis 10 dargestellten Weise geschehen. Der Hals des Kaut-
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schukgegenstandes F erhält dabei eine Einlage, bestehend aus einem Rohrstückchen oder einem Ring H, der an dem fertigen Gegenstand mit dem Hals zusammen ein einheitliches Stück bildet. Hiebei gelangt ein Dorn 105 zur Verwendung, auf dem an jedem Ende ein kurzes Schlauchstück oder ein Kautschukring H aufgesteckt ist.
Diese Schlauchstückchen werden zweckmässig aus Rohkautschuk hergestellt, den man durch eine gewöhnliche Schlauchmaschine laufen lässt ; der so erhaltene Schlauch ist in Fig. 9 mit J bezeichnet. Dieser wird alsdann zur Bildung der Schlauchstückchen H bei den Linien j auseinandergeschnitten..
Bei der Herstellung der Gegenstände mit verstärktem Hals verfährt man ähnlich wie bei den vorher beschriebenen Ausführungsformen. In die Form wird der Dorn 105 mit den aufgesteckten Ringen H eingelegt, worauf die Formhälften aufeinandergelegt werden und der Gegenstand geformt und dann vulkanisiert wird. Die Enden/ des Halses kommen über den Dorn zu liegen (Fig. 8). Die Kautschukringe H werden durch das Vulkanisieren fest mit der Wand des Kautschukgegenstandes F vereinigt. Infolge des glatten Dorns erhalten die Verstärkungen an der Innenseite eine vollkommen glatte Fläche. Nach dem Vulkanisieren werden die geschlossenen Enden 12 abgetrennt, indem man sie in der Querrichtung des Dorns an dessen Enden abschneidet.
Hierauf lässt sich der Dorn leicht in der Längsrichtung herausziehen, wobei die Ringe H mit der umgebenden Wand des Kautsehukgegenstandes zu einem Stück vereinigt bleiben.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Kautschuk, dadurch gekennzeichnet, dass die als Ausgangsmaterial dienenden rohen Kautschukblätter durch Saugluft in am Umfang mit Schneidekanten versehenen Formhälften zum Anliegen gebracht werden, worauf ein Dorn eingelegt, die Form geschlossen und der Hohlkörper schliesslich in einer Vulkanisierform der Vulkanisierung unterworfen wird.