AT10944U1 - Vorrichtung zum befestigen von anbauten an einem dach mit einer dachabdichtung auf bitumen- bzw. kunststoffbasis - Google Patents
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Description
österreichisches Patentamt AT 10 944 U1 2010-01-15
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Befestigen von Anbauten an einem Dach mit einer Dachabdichtung auf Bitumen- bzw. Kunststoffbasis, wobei zur Befestigung der Anbauten am Dach ein Befestigungsansatz vorgesehen ist, der einerseits am Dach befestigt ist und anderseits zum Festlegen der Anbauten dient.
[0002] Bei Dacheindeckungen und Dachabdichtungen auf Bitumen- bzw. Kunststoffbasis, die beispielsweise als Abdeckbahnen auf dem Dach ausgelegt und mit diesem verklebt sind, sind alle Einfassungen und Durchbrechungen in der Decke, wie beispielsweise bei Ortgängen, Verschraubungen und sonstigen Dachdurchdringungen, so auszuführen, dass eine Dichtheit des Daches gewährleistet bleibt. So müssen beispielsweise Installationsrohre an der Dachabdichtung wasserdicht abgeschlossen sein, um Wasserschäden durch eindringendes Regenwasser in das Gebäude zu verhindern. Insbesondere Flachdachkonstruktionen bzw. Dächer mit geringerer Neigung, beispielsweise aus Stahlbeton oder dgl., sind üblicherweise an ihrer Außenseite mit einer Abdichtung auf Bitumen- bzw. Kunststoffbasis ausgekleidet. Flachdächer sind zudem üblicherweise noch mit einer die Abdichtung überdeckenden Kieselschicht ausgestattet. Installationsrohre werden dabei grundsätzlich dadurch abgedichtet, dass das Dichtungsmaterial das Installationsrohr hochgezogen wird. Durch Alterung der Abdichtung infolge von Witterungseinflüssen können aber insbesondere im Übergang vom Flachdach auf das Installationsrohr bzw. zum Befestigungsansatz hin zu Rissbildungen kommen, die in weiterer Folge ein Eindringen von Feuchtigkeit in das Gebäude zur Folge haben.
[0003] Auch bei nachträglich am Dach zu befestigenden Anbauten, wie beispielsweise Schneefangeinrichtungen, Ortgängen oder dgl., besteht das Problem diese nach einer Montage mit einer Dachabdichtung überziehen zu müssen, die dann wieder, insbesondere im Übergangsbereich zum Befestigungsansatz hin, zu Rissbildungen neigt, was wiederum ein Eindringen von Wasser zur Folge hat.
[0004] Ausgehend von einem Stand der Technik der vorgeschilderten Art liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Befestigen von Anbauten an einem Dach derart auszugestalten, dass ein Eindringen von Flüssigkeit in das Dach im Bereich des Befestigungsansatzes mit einfachsten Mitteln möglichst sicher vermieden wird. Zudem soll ein nachträglich an einem Gebäude bzw. einem Dach vorzusehender Befestigungsansatz mit verhältnismäßig wenig Aufwand gegen ein Eindringen von Wasser versiegelt werden können.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass der Befestigungsansatz von einer Grundplatte abragt, die auf der dem Befestigungsansatz zugeordneten Oberfläche einen den Befestigungsansatz rahmenförmig umfassenden Klebeflansch für die Dachdichtung ausbildet.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nach einem Platzieren der Grundplatte an der gewünschten Stelle durch Befestigen der Grundplatte am Dach oder dgl., beispielsweise mittels Schrauben, Nägeln oder durch Kleben, in der gewünschten Lage festgelegt. Der Befestigungsansatz ragt dabei von der Grundplatte nach oben weg und dient in weiterer Folge zur Befestigung von diversen Anbauten wie beispielsweise Schneefängern, Handläufen oder dgl. Um in einfacher Weise die gewünschte Abdichtung des erfindungsgemäßen Befestigungsansatzes gegenüber dem Dach zu erzielen, ist auf der Grundplatte um den Befestigungsansatz herum ein den Befestigungsansatz rahmenförmig umfassender Klebeflansch vorgesehen, auf den die Dachdichtung aufgelegt und mit der Grundplatte mit einem entsprechenden Kleber oder durch Aufschmelzen des Bitumens verklebt wird. Die Klebung reicht dabei vom Grundplattenrand bis vorzugsweise nahe an dem Befestigungsansatz heran. Damit ist auch zugleich gewährleistet, dass die beispielsweise vorgesehenen Befestigungsschrauben für die Grundplatte gleichermaßen von der Dachdichtung überdeckt sind und ein Eindringen von Wasser ins Dach durch die Befestigungslöcher einerseits sowie über den Klebeflansch anderseits sicher vermieden wird.
[0007] Um ein Eindringen von Feuchtigkeit in das Dach im Bereich der erfindungsgemäßen Vorrichtung über einen längeren Zeitraum sicher vermeiden zu können, wird vorgeschlagen, dass der den Befestigungsansatz rahmenförmig umfassenden Klebeflansch eine Klebebreite 1/5 österreichisches Patentamt AT 10 944 U1 2010-01-15 von wenigstens 100 mm, vorzugsweise wenigstens 120 mm aufweist, womit auch nach einer Alterung der Dachabdichtung ein Eindringen von Flüssigkeit noch sicher vermieden wird.
[0008] Sollen an den erfindungsgemäßen Vorrichtungen Anbauten befestigt werden die einen sicheren Abtrag hoher Lasten erfordern, wie beispielsweise Schneefänger, Handläufe oder dgl., empfiehlt es sich, wenn der Befestigungsansatz einen zur Grundplatte hin abgebogenen und zusammengepressten Befestigungsansatz für eine Falzklemme einer Schneefangeinrichtung oder dgl. aufweist. Durch diese Verbreiterung kann eine gegebenenfalls vorgesehene Klemme besser greifen bzw. ist beim Vorsehen einer Verschraubung durch den Befestigungsansatz hindurch die Lochleibung durch diese Maßnahme verringert.
[0009] Sollten an der erfindungsgemäßen Vorrichtung, beispielsweise plattenförmige Anbauten wie Solaranlagen, Holzböden oder dgl. in besonders einfacherWeise befestigt werden können, empfiehlt es sich, wenn der Befestigungsansatz einen von der Grundplatte abragenden und einen daran anschließenden, im wesentlichen parallel zur Grundplatte verlaufenden Steg aufweist. Damit können herkömmliche Solarpaneele beispielsweise in einfacher Weise mit dem Befestigungsansatz verschraubt und somit fest und sicher am Dach verankert werden.
[0010] Insbesondere für den Fall, dass Falzklemmen am erfindungsgemäßen Befestigungsansatz befestigt werden sollen, kann es von Vorteil sein, wenn der Befestigungsansatz in seiner Profillängsrichtung zumindest bereichsweise wechselweise aus einer Neutralebene vorragende bzw. zurückragende Befestigungsflächen ausbildet, wobei der Befestigungsansatz in seiner Profillängsrichtung vorzugsweise eine Wellenstruktur ausbildet. Durch diese Maßnahme wirkt der Befestigungsansatz der Klemmung einer Falzklemme in Folge der Federwirkung entgegen, was einen verbesserten Halt der Klemme am Befestigungsansatz und somit an der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Folge hat. Dadurch kann auch einer ungewollten Lösung der Verschraubung einer Klemmung infolge von starken Temperaturschwankungen entgegengewirkt werden.
[0011] Sollen zudem auch besonders hohe Kräfte in Profillängsrichtung aufgenommen werden können, kann die aus dem Befestigungsansatz aufzusetzende Klemme bzw. das aufzusetzende Gegenstück mit einer angepassten Profilierung ausgestattet und auf den Befestigungsansatz aufgesetzt sein. Damit können Kräfte nicht nur kraftschlüssig, sondern auch formschlüssig über die Vorrichtung in das Dach eingeleitet werden.
[0012] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles schematisch dargestellt. Es zeigen [0013] Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Schrägansicht, [0014] Fig. 2 eine Konstruktionsvariante der Vorrichtung aus Fig. 1 in teilgeschnittenem Quer schnitt mit einer Schneefangseinrichtung, [0015] Fig. 3 eine Konstruktionsvariante der Vorrichtung aus Fig. 2 im Querschnitt für einen
Solarkollektor oder dgl. und [0016] Fig. 4 eine Konstruktionsvariante der Vorrichtung aus Fig. 1 in Draufsicht.
[0017] Eine Vorrichtung 1 zum Befestigen von Anbauten an einem Dach 2 mit einer Dachab-dichtung 3 auf Bitumen- bzw. Kunststoffbasis umfasst eine Grundplatte 4, die beispielsweise mittels Befestigungslöcher 5 durchragenden Schrauben am Dach 2 befestigt ist. Zur Befestigung der Anbauten am Dach 2 ist ein Befestigungsansatz 6 vorgesehen, der einerseits über die Grundplatte 4 am Dach 2 befestigt ist und anderseits zum Festlegen der Anbauten dient. Der Befestigungsansatz 6 ragt dabei von der Grundplatte 4 ab, wobei der Befestigungsansatz 6 gemäß den Ausführungsbeispielen ein mit der Grundplatte 4 verklebtes oder verschweißtes Profil bildet, und wobei die auf der dem Befestigungsansatz 6 zugeordneten Oberfläche 7 einen den Befestigungsansatz 6 rahmenförmig umfassenden Klebeflansch für die Dachabdichtung ausbildet. Der Klebeflansch erstreckt sich dabei vom Grundplattenrand hin bis zum Befestigungsansatz 6.
[0018] Um dabei eine besonders sichere Abdichtung zu gewährleisten, empfiehlt es sich, wenn 2/5
Claims (5)
- österreichisches Patentamt AT 10 944 U1 2010-01-15 der den Befestigungsansatz 6 rahmenförmig umfassende Klebeflansch eine Klebebreite B von wenigstens 10 cm, vorzugsweise 12 cm, aufweist. Um die Anbauten besser befestigen zu können, ist gemäß den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 und 2 vorgesehen, dass der Befestigungsansatz 6 einen zur Grundplatte 4 hin abgebogenen und zusammengepressten Klemmansatz 8 für eine Falzklemme 9 einer Schneefangeinrichtung aufweist, die zu diesem Zweck Rohre 10 in einer entsprechenden Aufnahme aufnimmt. [0019] Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 weist der Befestigungsansatz 6 einen von der Grundplatte 4 abragenden Steg 10 und einen daran anschließenden, im wesentlichen parallel zur Grundplatte 4 verlaufenden Steg 11 auf, an dem beispielsweise ein Solarmodul 12 befestigt ist. [0020] Um einen verbesserten Halt einer Falzklemme 9 an der Vorrichtung zu ermöglichen bzw. um in Richtung der Profillängsrichtung des Befestigungsansatzes 6 möglichst hohe Kräfte abtragen zu können, ist im Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ein Befestigungsansatz 6 dargestellt, der in seiner Profillängsrichtung wechselweise aus einer Neutralebene 13 vorragenden bzw. zurückragende Befestigungsflächen ausbildet, wobei der Befestigungsansatz 6 in seiner Profillängsrichtung eine Wellenstruktur ausbildet. In gleicher Weise könnten allerdings auch Verzahnungen oder dgl. vorgesehen sein. Ist die Klemme bzw. das auf den Befestigungsansatz 6 aufzusetzende Gegenstück mit einer angepassten Profilierung ausgestattet und auf den Befestigungsansatz 6 aufgesetzt, so kann dadurch ein Verrutschen einer Klemme am Falz insbesondere in Klemmbackenlängsrichtung wesentlich erschwert bzw. verhindert werden, da zum Verlagern der Klemme am Falz nicht nur Reibungskräfte zwischen Klemme und Falz überwunden werden müssten, sondern auch noch Umformarbeiten im Blech geleistet werden müssten. [0021] Zum Befestigen von Handläufen oder dgl. wird der Befestigungsansatz beispielsweise ein von der Grundplatte 4 abragendes Profilrohr sein, das mit seiner Längsachse senkrecht zur Oberfläche 7 der Grundplatte 4 ausgerichtet ist und mit dieser beispielsweise verschweißt ist. Ansprüche 1. Vorrichtung zum Befestigen von Anbauten an einem Dach mit einer Dachabdichtung auf Bitumen- bzw. Kunststoffbasis, wobei zur Befestigung der Anbauten am Dach ein Befestigungsansatz vorgesehen ist, der einerseits am Dach befestigt ist und anderseits zum Festlegen der Anbauten dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsansatz (6) von einer Grundplatte (4) abragt, die auf der den Befestigungsansatz (6) zugeordneten Oberfläche (7) einen den Befestigungsansatz (6) rahmenförmig umfassenden Klebeflansch für die Dachdichtung (3) ausbildet.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der den Befestigungsansatz (6) rahmenförmig umfassende Klebeflansch eine Klebebreite (B) von wenigstens 10 cm, vorzugsweise wenigstens 12cm, aufweist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsansatz (6) einen zur Grundplatte (4) hin abgebogenen und zusammengepressten Klemmansatz (8) für eine Falzklemme (9) einer Schneefangeinrichtung od. dgl. aufweist.
- 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsansatz (6) einen von einer Grundplatte (4) abragenden und einen daran anschließenden, im Wesentlichen parallel zur Grundplatte (4) verlaufenden Steg (11) aufweist.
- 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsansatz (6) in seiner Profillängsrichtung zumindest bereichsweise wechselweise aus einer Neutralebene (13) vorragende bzw. zurückragende Befestigungsflächen ausbildet, wobei der Befestigungsansatz (6) in seiner Profillängsrichtung vorzugsweise eine Wellenstruktur ausbildet. Hierzu 2 Blatt Zeichnungen 3/5
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