AT109534B - Verfahren zum Formen von dichten Behältern aus zwei oder mehreren zugeschnittenen Faserstoffbahnen. - Google Patents

Verfahren zum Formen von dichten Behältern aus zwei oder mehreren zugeschnittenen Faserstoffbahnen.

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AT109534B
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  Verfahren zum Formen von dichten Behältern aus zwei oder mehreren zugeschnittenen   Faserstoflbahnen.   



   Es ist bekannt, aus Faserstoffen insbesondere aus Pappe, Karton od. dgl. dadurch Gefässe zu formen, dass man ein entsprechend zugeschnittenes Blatt der Faserstoffbahn mittels eines Stempels in eine Form presst, die der Form des herzustellenden Behälters entsprechend ausgeführt ist. Hiebei ist es üblich, die Presse zu heizen. Die   Aussenflächen   des so erhaltenen Behälters   werden gewöhnlich noch   mit einem Überzugspapier durch Aufkleben versehen. 



   Die starke Beanspruchung der Pappe od. dgl. bei diesem Verfahren, das als Heissziehverfahren bekannt ist, bringt es mit sich, dass der Faserstoff insbesondere an den Kanten beim Pressen leicht ver- letzt wird, dasselbe gilt auch für die   Seitenflächen,   wo das Material eine gewaltsame Stauchung erfährt. 



   Diese Übelstände machen sich in erster Linie dann gelten, wenn an die fertigen Behälter besondere
Anforderungen in bezug auf Dichtheit gegen Wasser, Fett od. dgl. gestellt werden. Überdies ist es bei diesem bekannten, sogenannten Ziehverfahren erforderlich, das Überzugspapier in einem separaten
Arbeitsgang aufzukleben. 



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren, durch das in einem Arbeitsgange zwei oder mehrere Faserstoffbahnen unter Verwendung des oben geschilderten Ziehverfahren miteinander zu einem Behälter vereinigt werden, wobei eine Zwischenschicht zwischen den Bahnen angeordnet wird, durch die die gewünschte Dichtheit des Behälters erzielt wird. 



   Der Vorgang ist hiebei folgender : Es werden eine oder mehrere der zu vereinigenden Faserstoff- bahnen mit einer Schicht überzogen, die auf der Unterlage fest haftet und beim Ziehen ein Zusammen- kleben mit der anliegenden Schicht unter Druck mit eventueller   Anwendung von Wärme   ergibt. Hierauf werden die zugeschnittenen Bahnen in entsprechender Weise übereinander gelegt und in die Heisszieh- presse gebracht, wo sie in einem Arbeitsgang geformt und zugleich auch miteinander vereinigt werden. 



   Es ist hiebei nicht in allen Fällen nötig, die Presse zu heizen, unter Umständen   genügt auch   kaltes Pressen, insbesondere wenn dünne Faserstoffbahnen verarbeitet werden. 



   Durch entsprechende Wahl   derZwischensehieht   erhält man auf   diese Art Behälter,   die gegen Wasser,
Fett, Säure, Alkali usw. dicht sind und sich zur Verpackung von Lebensmitteln und Chemikalien der verschiedensten Art eignen. 



   Die an die Zwischenschicht zu stellenden Forderungen sind mehrfacher Art. Zunächst muss sie den Zusammenhalt der Bahnen nach dem Pressen gewährleisten, ferner muss sie die   gewünschten   Dicht- heitseigenschaften aufweisen und endlich soll sie ein Mittel bieten, durch das die bei der Pressung unver- meidlichen   Schwächungen   oder Verletzungen des   Faserstoffes   unschädlich gemacht werden. Die Zwischen- schicht soll demnach womöglich ausser den Eigenschaften des Klebens und der Dichtheit auch noch die der Elastizität haben, so dass eventuelle Risse in haltbarer Weise verschlossen werden. 



   Als   eine Überzugsmasse,   die allen diesen Anforderungen in hervorragendem Masse entspricht, hat sich die in dem Patent   Nr.   104398 des Erfinders   angegebene Überzugsmasse   bewährt, die dadurch gewonnen wird, dass   Kautschukmilch   mit Lösungen oder Emulsionen   natürlicher   oder künstlicher Harze versetzt wird. Hiebei kann die Kautschukmilch in ursprünglichem, verdünntem, konserviertem oder vulkanisiertem Zustand sich befinden und es können dem Gemenge noch entsprechende Füllmittel und eventuell auch ein Farbstoff zugesetzt werden.

   Diese Überzugsmasse ist ausreichend klebend, erhöht die Elastizität und Festigkeit des Faserstoffes erheblich und verleiht ihm infolge ihres Gehaltes an Kautschuk und Harz in hervorragendem Grad Wasserdichtheit und Säurefestigkeit. Überdies ist diese Masse 

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 elastisch, so dass sie Verletzungen der Faserstoffbahn, wie sie an den Kanten oder   Seitenflächen   auftreten können, in haltbarer Weise abdichtet. Wie sehr hiebei die Verbesserung der mechanischen Eigenschaften der Pappe sich geltend macht, ersieht man am besten daraus, dass praktische Versuche ergeben haben, dass bei Anwendung der soeben angegebenen Überzugsmasse   10-20%   von dem bisher üblichen Gewicht an Pappe erspart werden können, ohne dass die Festigkeit des Behälters die gerinsgte Einbusse erleidet. 



   Es ist bekannt, Becher aus Papierstoff dadurch wasserdicht zu machen, dass man den fertigen Becher in geschmolzenes Paraffin od. dgl. taucht. Diese Becher fühlen sich aber unangenehm fettig an und werden insbesondere nicht gerne als Behälter für Lebens-und Genussmittel angewendet, auch sind sie für heisse Getränke unverwendbar. Die nach dem angemeldeten Verfahren hergestellten Behälter hingegen können mit beliebiger Aussenfläche hergestellt werden und eignen sich auch zur Aufnahme heisser Getränke. 



   Es ist oft erwünscht, Behälter aus Pappe od. dgl. mit Aufschriften zu versehen und diese letzteren gegen Verunreinigungen oder Verletzungen zu sichern. In solchen Fällen braucht nur ein durchsichtiges Papier od. dgl. als äusserste Schicht angeordnet zu werden, soferne das Klebemittel an sich durchsichtig ist, was bei der angegebenen Kautschukemulsion in hervorragender Weise zutrifft. 



    PATENT-ANSPRÜCHE  
1. Verfahren zum Formen von dichten Behältern aus zwei oder mehreren zugeschnittenen Faserstoffbahnen durch kaltes oder heisses Ziehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahnen mit Zwischenschichten versehen werden, die sowohl den Zusammenhalt der Bahnen nach dem Ziehen gewährleisten, als auch dem fertigen Behälter je nach der Natur der Zwischenschicht Wasser-, Fett-, Säure-, Alkalidichtheit usw. verleihen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht aus dem an sich bekannten Gemenge aus Kautschukmilch in ursprünglichem, verdünntem, konzentriertem, konservierte oder vulkanisiertem Zustand und Lösungen oder Emulsionen natürlicher oder künstlicher Harze besteht, welchem Gemenge noch Füllkörper und ein Farbstoff zugesetzt sein können.
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