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Mechanischer Zeitzünder ihr Artilleriegeschosse.
Gegenstand der Erfindung ist bei mechanischen Zeitzündern mit Uhrwerksantrieb für Artilleriegeschosse, bei welchen das Aufziehen des Uhrwerkes gleichzeitig mit der Einstellung des Zünders erfolgt und die Federwelle in bekannter Weise mehrere Umdrehungen vollführen kann, die Anordnung, dass letztere mit dem Stellrad für die Zündung durch ein Getriebe verbunden ist, dessen Übersetzung so gewählt ist, dass bei vollständig aufgezogenem Uhrwerk, entsprechend der längsten Zündzeit, das Stellrad höchstens eine ganze Umdrehung ausführt.
Die Zeichnung veranschaulicht beispielsweise eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 ist eine innere Seitenansicht der Gehäusehälfte, welche die verschiedenen Organe des Uhrwerkes, ebenfalls in Seitenansicht, zeigt. Fig. 2 ist ein axialer Schnitt des Uhrwerkes in gröss3rem Massstab ; Fig. 3 ist ein Grundriss und Fig. 4 ein Schnitt nach der Linie XIII-XIII der Fig. 1. Fig. 5 ist ein Querschnitt nach der Linie XIV-XIV der Fig. 2. Fig. 6 und 7 sind Querschnitte nach der Linie XV-XV der Fig. 2, welche die Triebfeder das eine Mal gespinnt und das andere Mal entspannt zeigen. Fig. 8-10 sind Querschnitte nach den Linien XVII-XVII, XVIII-XVIII und XIX-XIX der Fig. 2. Fig. 11
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Der ganze Mechanismus des Zünders ist im Innern eines zylindrischen Gehäuses 50 untergebracht, welches zwei äussere Leisten 51 aufweist. Dieses Gehäuse 50 besteht aus zwei halbzylindrischen Teilen,
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in einer Federtrommel 57 mit Zapfen 61 (Fig. 8) untergebracht, die im Gehäuseinnern zwischen der Unterplatine 54 und einer stählernen Verstärkungsplatte 58 angeordnet ist, die gleichfalls Zapfen 61 aufweist und auf einer Stützscheibe 59 aufruht, die auch ihrerseits wieder Zapfen 61 besitzt und den Boden des Gehäuses bildet (Fig. 1 und 2).
Die Zapfen 61 der Federtrommel 57 und der Scheiben 58 und 59 sind diametral versetzt gegeneinander und einander derart überlagert, dass sie in zwei Nuten 62 eintreten,
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ausgespart sind. Schrauben 60 sind durch die Bohrungen 63 der Vorsprünge 61 hindurchgeführt und treten in den Umfang der Federtrommel 57 und der Stützscheibe 59 ein. Die Platinen. 53 und 54 sind unter sich durch drei Säulen 64 (Fig. 2) verstrebt. Die Federtrommel 57 und die beiden Scheiben 58, 59 sind unter sich durch zwei Stahbtifte 67 (Fig. 9-12) verbunden.
Die Triebfeder 68 des Uhrwerkes (Fig. 2, 6 und 7) ist in einer zylindrischen Ausnehmung 69 der Trommel 57 untergebracht. Ihr äusseres Ende ist an einer Brücke 70 befestigt, welche an die Trommel 57 derart angelenkt ist, dass sie bei entspannter Feder (Fig. 6) in eine Vertiefung 70'der Trommelwand zurücktreten kann. Das innere Federende ist an einem Zapfen 71, der an einem vierkantigen Teil der Mittelwelle 72 vorgesehen ist, befestigt.
Die in der Achse des Gehäuses gelagerte Mittelwelle 72 dient z'. un Aufziehen der Feder 68 und zur Übertragung der Triebkraft mittels des Zahnkolbens 76 (Fig. 2) auf die Teile des Uhrwerkes, welche die Tätigkeit des Schlagbolzens des Zünders steuern, und mittels des Sperrades 102 auf den Regelmechanismus des Uhrwerkes. Die Welle 72 ist mit ihrem unteren Ende in der Mitte der Stahlplatte 58 abgestützt während ihr oberes Ende in einer Pfanne 74 läuft, die unter der
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Die Welle 72 trägt an ihrem oberen Ende einen Zahnkolben 75 und unten einen Zahnkolben 76, der in ein Zahnrad 77 eingreift, welches auf das eine Ende einer Welle 78 aufgekeilt ist, welche im Boden der Trommel 57 und in der Stützscheibe 59 gelagert ist.
Diese Welle 78, welche zur Übertragung der Triebkraft
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dem Schiessen dient, trägt einen Zahnkolben 79, welcher dauernd mit der Innenverzahnung eines Kronrades 80 in Eingriff steht. Dieses dreht sich in einer kreisförmigen Ausnehmung 81 der Stützscheibe 59.
In der Aussenwand der Ausnehmung 81 sind unter einem Winkel von 60'sechs Kerben 82 (Fig. 9) vorgesehen, in welchen Rollen 83 arbeiten, die sich je auf einem Stifte 83'drehen (Fig. 2 und 9). In Öffnungen der Stahlscheibe 58 sind drei Kugeln 84 (Fig. 2) gelagert, auf denen sich die obere Fläche des Kronrades 80 dreht, während der Umfang dieses Rades auf den Rollen 83 läuft. In der Nabe des Kronrades ist eine Kerbe 85 ausgespart (Fig. 2 und 10), in welche die Nase eines Riegels 86 für den Schlagbolzen in dem Augenblick eintreten kann, wo letzterer ausgelöst wird. Der Riegel 86 kmn um eine Ansatzschraube 87 schwingen, welche in die Stützplatte 59 eingeschraubt ist. Er trägt einen Stift 88, gegen den eine Feder 89 wirkt.
Die Feder 89 drückt den Riegel 86 gegen einen Stift 91, welcher auf einer
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zurückweicht. Die Feder 89 drückt die Nase des Riegels 56 in die Kerbe 8. 5, wenn der Stift 91 zurück- gewichen ist und die Kerbe 85 gegenüber der Nase steht.
Die Einstellung des Zünders geschieht mit dem Schlüssel 33, den man um einen Winkel dreht, welcher der gewünschten Entfernung entspricht. Wenn man den Schlüssel 33 dreht, so nimmt er mittels einer Verzahnung 35 ein Rad 94 mit, das gleitend auf einer vierkantigen teleskopischen Welle 95 sitzt. Diese Welle nimmt einen Kolben 96 mit, der in dauerndem Eingriff mit dem Zahnrad 75 steht, das auf
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Nabe 97 des Rades 96 gehalten, u. zw. mittels einer gespaltenen Klemmfeder 98 (Fig. 2), die in einer Nut des Vierkante 95 eingreift.
Diese Feder 98 befindet sich zwischen dem Rad 94 und einer Brücke 100, die auf der Platine 52 vorgesehen ist. Jede unbeabsichtigte axiale Verschiebung des Vierkante 95 ist daher ausgeschlossen.
Um nach dem Abfeuern des Schusses das Zurücktreten des Vierkante in seine gewöhnliche Stellung
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Teiles 97 mit ihren Enden 101'in die Nute 99 eintritt.
Wenn man den Schlüssel 33 betätigt, so wird das Rad 94, das in Eingriff steht mit der Ver- zahnung 35 des Schlüssels 33 gedreht und nimmt die teleskopische Welle 95, 97 mit. Da auf ihrem unteren
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gedreht.
Nachdem beim Abgang des Schusses die Welle 72 freigegeben wird, beginnt sie sich zu drehen und setzt die verschiedenen Mechanismen mit Ausnahme des Schlüssels 33 und des Rades 94 in Ging, weil im Augenblick des Schussibganges der Vierkant 95 der teleskopischen Welle unter der Wirkung
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loskuppelt.
Damit die in der Triebfeder 68 aufgespeicherte Kraft nach vollendetem Aufziehen nicht vorzeitig, d. h. vor dem Abschuss zur Wirkung kommt, ist ein Klinkenmechanismus vorgesehen, der mit dem Regelmechanismus des Uhrwerkes verbunden ist.
Dieser Mechanismus besteht aus einer Scheibe 102, die auf den vierkantigen Teil der Mittelwelle unterhalb des Zahnkolbens 75 aufgekeilt ist. Sie ist mit einer Wolfsverzahnung 203 versehen, so dass sie die Rolle eines Klinkensperrades übernehmen kann. Dieses Sperrad 102 ist auf dem Deckel der Federtrommel 57 gelagert. Ein Kranz 104 mit entgegengesetzt gerichteten Zähnen 105 ist dem Sperrad 102 gegenüber angeordnet. Dieses Rad übernimmt die Rolle einer Klinke. Zu diesem Zweck ist das Sperrad 102
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Lappen 108 hat, die das Rad 104 gegen das Rad 202 andrücken.
Während des Aufziehens und der gleichzeitigen Einstellung des Zünders, dreht sich das Sperrad- ? 2 mit der Welle 72 mit, ohne indessen das Rad 104 mitzunehmen, eben infolge der besonderen Anordnung
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hingegen bei Abgang des Schusses das Rad 104 von seiten der erwähnten Mittel freigegeben wird, kann sich alsdann die Triebwelle drehen und nimmt auch das Rad 104mit. Dieses trägt eine Innenverzihnung110, die ihrerseits einen Zahnkolben 111 betätigt, der am unteren Ende einer Welle 113 befestigt ist, welche zur Übertragung der Triebkraft auf den Regelmechanismus des Uhrwerkes dient.
Die Wirkungsweise ist wie folgt : Es sei angenommen, dass die Triebfeder im Augenblick des Schiessens acht Aufziehwindungen erhalten kann und dass die Wolfsverzahnungen 103 und 105 eine Zähne-
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zahl von 240 aufweisen. Ferner sei angenommen, dass der Zünder die Fabrikation mit einer Regelung der Mindestdauer der Entzündung von Sekunde verlassen habe und dass anderseits der Triebfeder als Reserve unabhängig von den acht möglichen Aufziehwindungen, eine volle Umdrehung erteilt worden sei, und dass sich der durch seine Masse wirkende Stift 91 in der Arbeitsstellung befinde, so dass das Uhrwerk während der Handhabung des Schrapnells, welches den Zünder trägt, nicht zufällig in Tätigkeit treten kann.
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beim Ausführungsbeispiel zu 240 mal 8 gleich 1920.
Wenn man annimmt, dass die Einheit der gewählten Regelung l/20 Sekunde ist, so ergibt die ent- sprechende Höchstregelung und das Aufziehen eine Arbleitsdauer des Uhrwerkes vom Augenblick des
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Der Zünder kann demnach auf eine Zwanzigstelsekunde zwischen einer Entzündungsdauer von und 96 Sekunden geregelt werden. Diese Einstellung wird durch die Drehung des Schlüssels 33 bewerkstelligt, bis der Zeiger die bezügliche Zeitwerte in Sekunden und Zwanzigstelsekunden angibt.
Wenn z. B. eine Entzündungsdauer von 60 3/20 Sekunden beabsichtigt wird, so lässt man den Schlüssel 33 (der sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Triebwelle 72 bewegt) vorerst 5 volle Drehungen um sich selbst beschreiben, und dreht ihn dann um 4'5 0 weiter. Hiedurch hat man der Trieb-
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erteilt. Während dieser Umdrehung nimmt die Triebwelle 72 dis Sperrad 102 mit, mit dem sie fest verbunden ist, und es ergeben sich 240 X 5 + 3 aufeinanderfolgende Einklinkungen des Rades 104, welches als Klinke arbeitet, weil dieses während der ganzen Zeit in seiner von ihm beim Verlassen der Fabrikationswerkstäte gegebenen Winkelstellung verriegelt bleibt.
Durch das Reduktionsgetriebe 76,77 und 79 wird diese Umdrehung der Triebwelle gleichzeitig auf das Rad 80 übertragen, welches einen Winkel beschreibt, welcher mit Bezug auf die Länge des mögliehen Weges (dessen Grenzen durch die den Anschlag 90 bestimmt ist) im Verhältnis von 60,15 zu 96 steht, da dieses Rad während der grösstmöglichen Betriebsdauer des Uhrwerkes, die im Falle des Aus-
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ausführt.
Das schrapnell ist dann für das Schiessen bereit. Im Augenblick des Abganges des Schusses weicht der durch seine Masse wirkende Stift 91, ebenso wie der Vierkant 95 der Teleskopwelle unter der Wirkung
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noch in seiner Arbeitsstellung durch seine Nase festgehalten wird, die auf die Innenfläche der zylindrischen Umbördelung des Rades 80 drückt.
Es steht nun der Umdrehung der Triebwelle unter dem Einfluss der Triebfeder 68 nichts mehr im Wege. Da die Fliehkraft auf die Windungen der Triebfeder 68 derart einwirkt, dass sie deren Kraft erhöht, würde sich eine Erhöhung der Geschwindigkeit der Kraftabgabe einstellen, wenn kein Regel-
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wirkung, ähnlich wie einem gewöhnlichen Uhrwerk, unterdrückt werden.
Während dieser Umdrehung der Triebwelle unter dem Einfluss von Feder 68 beschreiben alle andern drehbaren Teile des Zünders, mit alleiniger Ausnahme des Schlüssels 33 und des Zahnkolbens 94, einen Winkel in entgegengesetzter Richtung von derjenigen, in der sie sich während des Aufziehens und der gleichzeitigen Einstellung des Zünders bewegt haben, zuzüglich einen bestimmten Winkel, der durch den Weg bestimmt wird, den das Rad SO noch zurücklegen muss, um aus seiner ursprünglichen, einer
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Die Triebkraft, welche aufgewendet werden muss, um das Rad SO diesen zusätzlichen Weg zurücklegen zu lassen und um die sämtlichen beweglichen Teile, die mit diesem Rad mechanisch verbunden sind, mitzunehmen, wird durch die Reserveaufwindung vermittelt,
die der Feder 68 bei der Herstellung des Zünders erteilt worden ist.
Sobald die Kerbe 85 des Rades 80 gegenüber der Nase des Riegels 86 zu liegen kommt, wird dieser unter der Wirkung der Feder 89 und der Fliehkraft plötzlich um seinen Zapfen 87 bewegt und gibt den Schlagbolzen 43 augenblicklich frei.
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