AT11149U1 - Vorrichtung zum überführen einer faserstoffbahn - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Überführen eines Einfädel-Bändels (9a), der ein längsgeschnittener Teil einer laufenden Faserstoffbahn, insbesondere einer Papierbahn ist, von einer bahnabgebenden Bahnführungsfläche (6a) an eine bahnaufnehmende Bahnführungsfläche (22), insbesondere in einer Maschine zur Herstellung oder Veredelung der Faserstoffbahn (9), mit a)wenigstens einer Randdüse oder Saugvorrichtung (21) zum Ablösen des Bändels von der Bahnführungsfläche (6a), b)einer Trenneinrichtung (20) zum Durchtrennen des Bändels (3) quer zur Laufrichtung und zum Bilden eines neuen, der bahnaufnehmende Bahnführungsfläche (22) zuzuführenden Bahnanfang des Bändels (3)c)wenigstens einer Gleitfläche (2), auf der zumindest der Bahnanfang des Bändels (3) beim Überführvorgang gleitet undd)wenigstens einer Düse (5) zur Erzeugung eines Luftpolsters zwischen Bändel (3) und Gleitfläche (2).Um den Bändellauf ruhiger zu gestalten, weist die Gleitfläche wenigstens eine Wölbung (4) auf und die Zentralachse (13) der Düse (5) trifft in ihrer Verlängerung auf die Oberfläche der Wölbung (4).
Description
österreichisches Patentamt AT 11 149 U1 2010-05-15
Beschreibung
VORRICHTUNG ZUM ÜBERFÜHREN EINER FASERSTOFFBAHN
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Überführen eines Einfädel-Bändels, der ein längsgeschnittener Teil einer laufenden Faserstoffbahn, insbesondere einer Papierbahn ist, von einer bahnabgebenden Bahnführungsfläche an eine bahnaufnehmende Bahnführungsfläche, insbesondere in einer Maschine zur Herstellung oder Veredelung der Faserstoffbahn, mit [0002] a) wenigstens einer Randdüse oder Saugvorrichtung zum Ablösen des Bändels von der
Bahnführungsfläche, [0003] b) einer Trenneinrichtung zum Durchtrennen des Bändels quer zur Laufrichtung und zum Bilden eines neuen, der bahnaufnehmende Bahnführungsfläche zuzuführenden Bahnanfang des Bändels, [0004] c) wenigstens einer Gleitfläche, auf der zumindest der Bahnanfang des Bändels beim Überführvorgang gleitet und [0005] d) wenigstens einer Düse zur Erzeugung eines Luftpolsters zwischen Bändel und Gleit fläche.
[0006] Die Vorrichtung eignet sich für das Überführen von einer ersten Maschinensektion zu einer nachfolgenden zweiten Maschinensektion. Eine solche Überführ- oder Einfädelvorrichtung ist notwendig, um die oftmals ca. 8 bis 12 Meter breiten Bahnen in die Herstellungs- oder Ve-rarbeitungs- bzw. Veredelungsmaschine einfädeln oder nach einem Abriss erneut einfädeln zu können, weil das in der ganzen Breite nicht möglich ist.
[0007] Dabei ist es so, dass aus der Faserstoffbahn, die unmittelbar hinter einer ersten Bearbei-tungs- bzw. Herstellungsstation in einen unter der Bahn angeordneten Pulper läuft, zunächst ein ca. 15 bis 27 cm breiter Bändel (der auch als Überführ- oder Einfädelstreifen bezeichnet wird) geschnitten wird. Dieser wird sodann zur zweiten Maschinensektion eingefädelt und zieht später nach einem Querschneidevorgang die Bahn in voller Breite nach sich. Beim Abtrennen des Einfädelstreifens entsteht ein neuer Bahnanfang.
[0008] Solche Maschinensektionen können insbesondere Teile einer Maschine zur Herstellung oder Veredelung einer Papierbahn sein. Beispielsweise handelt es sich um das Überführen des Bändels innerhalb oder am Ende der Pressenpartie einer Papierherstellungsmaschine oder innerhalb einer Wickelmaschine oder vom Endbereich der Trockenpartie der Papierherstellungsmaschine über beispielsweise ein Vakuumtransferband zu einem nachfolgenden Kalander oder zu einer Wickelmaschine. Grundsätzlich kann die Vorrichtung insbesondere relativ kurze Abstände zwischen einer bahnabgebenden und einer bahnaufnehmenden Bahnführungsfläche überbrücken.
[0009] Es ist die Absicht der vorliegenden Erfindung, die Vorrichtungen zu verbessern, welche in der EP 1 245 729 A1 beschrieben ist. Die in dieser Schrift dargelegte Vorrichtung hat sich in der Praxis zwar bewährt, jedoch treten hier und da Probleme mit der genauen Führbarkeit des Bändels über die verbindende Gleitfläche auf, insbesondere sehr leichten Papierbahnen (bis 70 g/m2) bzw. bei sehr hohen Geschwindigkeiten (über 1800 m/min). Bei der Luftströmung aus den ein Luftpolster aufbauenden Düsen kommt es zu Verwirbelungen bzw. Kraftkomponenten weg von der Gleitfläche, so dass das Bändel sehr unruhig geführt ist, ggf. sogar von seinem eigentlich gewünschten Laufweg wegdriftet.
[0010] Es ist deshalb die Aufgabe der Erfindung, den Lauf eines Bändels beim Überführen zu beruhigen.
[0011] Die genannte Aufgabe wird dadurch erfüllt, dass die Gleitfläche wenigstens eine Wölbung aufweist und die Zentralachse der Düse in ihrer Verlängerung auf die Oberfläche der Wölbung trifft. Die Wölbung erhebt sich aus der Gleitfläche in Richtung Bändellaufweg. 1/8 österreichisches Patentamt AT11 149 U1 2010-05-15 [0012] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass eine solche Wölbung im Weg des das Luftpolster aufbauenden Luftstroms für eine enorme Beruhigung des Bändellaufs verantwortlich ist. Es wird vermutet, dass sich bei dem im Stand der Technik bekannten tangential und ungehindert an der Gleitfläche entlangströmenden Luftstroms aufgrund der Reibung Wirbel bilden oder wegen des sich aufweitenden Austrittskegels des Luftstroms aus der Düse die Kraftkomponenten senkrecht zur Laufrichtung auf die Fläche des Bändels zu groß werden. Solche Erscheinungen tragen dazu bei, dass das Bändel flattert oder sogar von der gewünschten Laufrichtung abweicht.
[0013] Mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird der Luftstrom offenbar gezwungen, sich immer sehr dicht an die Gleitfläche anzulegen. Dadurch wird ein besonders ruhiger Lauf des Bändels bewirkt.
[0014] Dabei ist es gleichgültig, ob die die Düse einen runden oder einen schlitzförmigen Austrittsquerschnitt aufweist, wobei sich eine schlitzförmige Düse sogar über die gesamte Bändelbreite erstrecken kann.
[0015] Versuche haben gezeigt, dass es besonders vorteilhaft ist, wenn die Zentralachse der Düse mit der Oberflächentangente der Wölbung im Auftreffpunkt einen Winkel zwischen 2 und 27°, vorzugsweise zwischen 3 und 10° bildet. Auf diese Weise wird jedes Luftmolekühl im sich aufweitenden Austrittskegels des Luftstroms an die Gleitfläche geführt, da die Winkel des Kegels in der entsprechenden Größenordnung liegen. Unter Zentralachse ist die Achse zu verstehen die senkrecht auf der Luftaustrittsfläche der Düse steht und durch den Flächenschwerpunkt der Düsenöffnung läuft.
[0016] Bevorzugterweise verläuft die Gleitfläche zwischen der Düse und der Wölbung unterhalb der Zentralachse. Dadurch kann der Luftstrom ungehindert aus der Düse austreten und stößt erst im Bereich der Wölbung an die Gleitfläche.
[0017] Es ist dabei von ganz besonderem Vorteil, wenn sich in der Gleitfläche zwischen der Düse und der Wölbung eine Druckausgleichsöffnung befindet. Aufgrund dieser Druckausgleichsöffnung wird der Bändel durch die Unterdruckbildung der Strömung des Luftstrahls nicht zu weit in die Mulde zwischen Düsenaustritt und Wölbung gesaugt [0018] Vorzugsweise steht die wenigstens eine Randdüse mit der Gleitfläche in Verbindung. Die gesamte Vorrichtung kann dann als kompaktes Bauteil innerhalb beispielsweise einer Papiermaschine installiert werden. Die Randdüse dient dazu, den Bändel von einer bahnabgeben-den Führungsfläche zu lösen und nach einem Querschneiden die Weiterleitung des Bahnanfangs des Bändels in Richtung Gleitfläche zu unterstützen. Wenn die Randdüse zudem verstellbar zu der Gleitfläche befestigt ist, kann man die geometrische Anordnung von Randdüsen zu Gleitfläche für jede Faserstoffbahnsorte entsprechend einstellen.
[0019] Die Randdüse ist in vielen Fällen auch als Trennelement einsetzbar. Das ist bereits in der EP 1 245 729 A1 beschrieben. Alternativ ist es aber auch vorteilhaft, eine stehende oder rotierende Messerklinge einzusetzen, um den Bändel quer zu durchtrennen.
[0020] Es ist von Vorteil, wenn die bahnaufnehmende Bahnführungsfläche einen Vakuum-Bandförderer umfasst, der den Bändel von der Gleitfläche übernimmt und weiterleitet. Mit einem solchen Vakuum-Bandförderer ist es besonders einfach, den Bändel zu einem nächsten Maschinenaggregat zu leiten, wie beispielsweise in einen Kalander. Alternativ kommen sinnvoll aber auch Seile als bahnaufnehmende Bahnführungsfläche in Betracht. Dazu wird der Bändel in eine Seilschere transportiert und klemmend zwischen den Seilen weitergeführt. Diese Techniken sind bewährt bei hohen Geschwindigkeiten. Man wird sich in Abhängigkeit von den baulichen Gegebenheiten oder der Faserstoffbahnsorte für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden.
Bevorzugt ist die Vorrichtung bewegbar befestigt, so dass die Abstände zu der bahnabgeben-den Bahnführungsfläche und der bahnaufnehmende Bahnführungsfläche variierbar ist. Viele Parameter der Faserstoffbahn beeinflussen die Übergabe beispielsweise von einem Trockenzy- 2/8 österreichisches Patentamt AT 11 149 U1 2010-05-15 linder auf die erfindungsgemäße Vorrichtung. Je nach Gewicht, Festigkeit, Feuchte, Bahngeschwindigkeit, Rauigkeit und/oder Dichte muss unter Umständen ein anderer optimaler Übergabeabstand eingestellt werden können.
[0021] Vorzugsweise ist die Vorrichtung in einer Ruhe- und einer Arbeitsposition arretierbar. So ist es möglich, nach dem Überführvorgang des Bändels und im Zuge des Breitschneidens der Faserstoffbahn, die erfindungsgemäße Vorrichtung aus dem Bereich des Bahnlaufes herauszuschwenken. Der Bahnlauf wird dadurch einsehbarer für das Bedienpersonal und die Gefahr, dass die Vorrichtung bei einem Abriss der Bahn durch Verfangen zerstört wird, ausgeschlossen. Die beigefügte Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung in beispielhafter Weise: [0022] Die Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Überführen eines Bändels zwischen einem Trockenzylinder und einen Vakuum- oder Unterdruckbandförderer [0023] Die Fig. 1A ist eine Ansicht in Richtung des Pfeils A der Fig. 1.
[0024] Die Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Überführen eines Bändels in vergrößerter Darstellung [0025] Die Fig. 2B zeigt eine Vergrößerung des Bereichs zwischen einer Düse und einer Auf wölbung, also im Bereich mit der Kennzeichnung B in Fig. 1 [0026] In Fig. 1 erkennt man einen Vakuum- oder Unterdruckbandförderer 8, der zum Transportieren eines Einfädel-Bändels 3 dient, und zwar von dem letzten Trockenzylinder 6 einer Papierherstellungsmaschine beispielsweise zu einem nicht dargestellten Mehrwalzenkalander. Bekanntlich ist ein Einfädel-Bändel 3 Teil einer laufenden Faserstoffbahn 9, beispielsweise einer Papier- oder Kartonbahn. Er wird gebraucht für das Einfädeln der Bahn innerhalb der Papierherstellungs- oder Papierveredelungsmaschine. Vor dem Einfädelvorgang läuft der Bändel 3 und der Rest der Faserstoffbahn 9 nach unten, wobei sie mittels eines maschinenbreiten Schabers 18 vom Zylinder 6 in eine (nicht dargestellte) Ausschuss-Bütte geführt wird.
[0027] Der Vakuum- oder Unterdruckbandförderer 8 umfasst ein luftdurchlässiges, endloses Förderband 10, das über zwei Rollen 11,12 und über einen Saug- oder Unterdruckkasten läuft. Die zwei Rollen 11, 12 sind drehbar in (nicht dargestellten) Haltern angeordnet, die an dem Saugkasten 15 befestigt sind. Eine der Rollen ist mit einem nicht dargestellten Antrieb versehen. Eine Unterdruckquelle erzeugt einen Unterdrück im Saugkasten 15.
[0028] Das Förder-Trum des Förderbandes 10, das in der Bahnlaufrichtung läuft, ist im vorliegenden Falle das obere Trum; eine umgekehrte Anordnung ist ebenso möglich. In diesem Fall bildet es auf der Oberseite die bahnaufnehmende Bahnführungsfläche 22. Der Saugkasten hat eine Deckplatte 16, in der Schlitze (oder ähnliche Öffnungen) vorgesehen sind. Auf dieser Platte gleitet das Förder-Trum des luftdurchlässigen Förderbandes 10. Infolgedessen wird der Einfädel-Bändel 3 auf das Förderband gesaugt und transportiert. Nach einer erfolgreichen Einfädel-Prozedur wird der Bändel 3 in bekannter Weise verbreitert; die komplette Bahn 9a läuft dann vom Zylinder 6 über die Papierleitwalze 13 in Richtung der nächsten Bearbeitungsstation. Der Saugkasten 15 ist (in bekannter Weise) als ein länglicher Körper geformt. Andere Bauarten, die z. B. eine interne Einrichtung zum Erzeugen eines Unterdruckes am Förder-Trum des Bandes 10 aufweisen, können ebenso verwendet werden.
[0029] Im Einlaufbereich des Bandförderers 8 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 vorgesehen. Zu dieser gehören [0030] a) wenigstens eine Randdüse oder Saugvorrichtung 21 zum Ablösen des Bändels von der Bahnführungsfläche 6a; [0031] b) ein Trennelement 20 zum Durchtrennen des Bändels 3 quer zur Laufrichtung und zum Bilden eines neuen, der bahnaufnehmende Bahnführungsfläche 22 zuzuführenden Bahnanfang des Bändels 3; [0032] c) wenigstens eine Gleitfläche 2, auf der zumindest der Bahnanfang des Bändels 3 beim 3/8 österreichisches Patentamt AT11 149 U1 2010-05-15 Überführvorgang gleitet und [0033] d) wenigstens eine Düse 5 zur Erzeugung eines Luftpolsters zwischen Bändel 3 und
Gleitfläche 2.
[0034] Für diesen Übertritt des Bändels auf die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in der Fig. 1 für den Bändel eine strichpunktierte Linie mit dem Bezugszeichen 3 gewählt worden.
[0035] Jede Randdüse 21 ist im Betrieb in einem der Randbereiche des Bändels 3 angeordnet, siehe Fig. 1A (Ansicht gemäß des Pfeiles A in Fig. 1). Jede Randdüse 21 ist dazu geeignet, einen Hochenergie-Luftstrahl auf die bahnabgebende Mantelfläche 6a des Zylinders 6 auszustoßen. Hierdurch wird erreicht, dass der nach unten laufende Bändel 3 von der Zylinder-Mantelfläche 6a abgelöst wird und dass gleichzeitig der Bändel quer durchgetrennt wird. Wahlweise kann aber auch ein feststehendes oder rotierendes Messer als Trennelement 20 fungieren. Von nun an läuft der Bändel 3 mit einem neuen Bändelanfang über die Gleitfläche 2 zum Förderband 10. Aus Gründen der besseren Abstimmung stehen die Randdüsen 21 mit der Gleitfläche 2 verstellbar in Verbindung.
[0036] Wie an sich bekannt und wie aus Fig. 1A ersichtlich ist, beträgt die Breite b (Größenordnung 0,2 m) des Bändels 3 nur einen Bruchteil der üblichen Breite der produzierten oder zu veredelnden Faserstoffbahn 9. Es versteht sich, dass die Arbeitsbreite der gesamten erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 an die Bändelbreite b angepasst ist. Allerdings ist es auch denkbar, in einer relativ schmalen Papierverarbeitungsmaschine eine erfindungsgemäße Überführeinrichtung maschinenbreit auszuführen.
[0037] Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass der Vakuum- oder Unterdruckbandförderer 8 an einer mit dem Saugkasten 15 verbundenen Schiene 27 abgestützt ist, und zwar mittels eines an der Schiene 27 verschiebbaren Supports 28. In nicht dargestellter Weise ist an diesem Support auch die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 verstellbar befestigt. Dadurch kann die Baugruppe aus erfindungsgemäßer Vorrichtung 1 und Vakuum- oder Unterdruckbandförderer 8 wahlweise eine dargestellte Arbeitsposition einnehmen oder eine Ruheposition, die man sich beispielsweise seitlich neben der Faserstoffbahn-Einflussbereichs vorstellen kann.
[0038] Damit die Randdüsen 21 in der Lage sind, die erforderlichen kurzzeitigen Hochenergie-Luftstrahlen auszustoßen, sind sie beispielsweise an eine Hochdruckleitung 19 angeschlossen. In der Leitung 19 ist eine Steuerventil 23 vorgesehen, das mittels eines Zeitsignals kurzzeitig, z. B. für 0,05 bis 0,5 Sekunden, geöffnet werden kann. Es ist wichtig, dass die Randdüsen 21 den Hochenergie-Luftstrahl nur kurzzeitig ausstoßen, damit der neue Anfang des Bändels 3 möglichst ohne Beschädigung weiterläuft. Um die Ausstoßzeit noch weiter zu verkürzen, kann man jeder Randdüse 21 ein ihr eigenes Steuerventil 23 zuordnen (Fig. 1A).
[0039] Gemäß Fig. 1 und noch besser zu erkennen in der vergrößerten Darstellung der Fig, 2 umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 eine Gleitfläche 2, die in der Regel durch wenigstens ein Blech 23 gebildet wird, in das eine Wölbung 4 hin zum Bändel 3 eingebracht ist. Eine der Wölbung in Bändellaufrichtung vorgeschaltete Düse 5 (siehe insbesondere den Ausschnitt der Fig. 2B) kann mit Druckluft beaufschlagt werden, die ein Luftpolster zwischen Bändel 3 und Gleitfläche 2 erzeugen soll. Damit die Luft nicht zu den Seiten entweicht und der Bändel seitlich geführt ist, ist zusätzlich eine Seitenabstützung 24 vorgesehen, die ebenfalls aus einem Blech gefertigt ist. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 befinden sich die Düsen 5, ausgebildet als Schlitzdüse über die ganze Breite des Bändels 3, in Profilen 25. Der Innenraum dieser Profile 25 wird über Anschlüsse 26 mit Druckluft versorgt. Auch hier wird die Druckluftzufuhr zeitlich mit dem Überführprozess über nicht dargestellte Zuleitungen und Steuerventile abgestimmt.
[0040] Gemäß Ausschnitt der Fig. 2B trifft die Zentralachse 13 der Düse etwa in halber Wölbungshöhe auf die Oberfläche der Wölbung 4, die einen Teil der Gleitfläche 2 bildet. Eine Wölbungshöhe zwischen 4 und 12 mm hat sich in Versuchen als besonders geeignet für eine ruhige Bändelführung erwiesen. Dabei liegt der Winkel zwischen der Zentralachse 13 der Düse 5 und der Oberflächentangente der Wölbung 4 im Auftreffpunkt 14 der Zentralachse 13 auf die Wölbung 4 zwischen 2 und 45°, vorzugsweise zwischen 5 und 30°. Bei dem aus der Düse 5 4/8 österreichisches Patentamt AT11 149 U1 2010-05-15 austretenden Luftstrom treffen selbst bei dessen kegelförmiger Erweiterung im Wesentlichen alle Luftmoleküle auf die Wölbung 4. Dadurch wird der Luftstrom, der das Luftpolster für den Bändel bildet, extrem beruhigt und an der Gleitfläche 2 ohne Verwirbelung weitergeführt. Dies bewirkt eine sichere Überführung des Bändels vom Trockenzylinder 6 zu der bahnaufnehmenden Bahnführungsfläche 22 des Vakuum- oder Unterdruckbandförderers 8.
[0041] Zwischen Düse 5 und Wölbung 4 besitzt die Gleitfläche 2 wenigstens eine Druckausgleichsöffnung 7. Dies wird in Fig. 2B verdeutlicht. Ohne diese Druckausgleichsöffnung 7 würde der Bändel 3 durch die durch die Austrittsgeschwindigkeit der Luft aus der Düse 5 bewirkte Saugwirkung in die Mulde 16 gezogen. Dies wäre wiederum einem möglichst geradlinigen, flatterfreien Verlauf des Bändels 3 abträglich.
[0042] Um die Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 noch weiter zu verbessern ist in bekannter Weise am zulaufseitigen Ende der Vorrichtung 1 eine sogenannte Coanda-Düse mit den folgenden Merkmalen angebracht: Durch eine gerundete Kante 29 wird - unter Nutzung des Coanda- Effektes - ein von unten aus Blasöffnungen 30 herangeführter Luftstrom in Richtung zur Gleitfläche 2 umgelenkt. Dadurch entsteht im Bereich der gerundeten Kante 29 eine Unterdruckzone, welche die Sicherheit der Überführung des Bändelanfanges noch weiter erhöht.
BEZUGSZEICHENLISTE 1 Vorrichtung zum Führen bzw. Überführen 2 Gleitfläche 3 Bändel 4 Wölbung 5 Düse 6 Trockenzylinder 6a bahnabgebende Bahnführungsfläche 7 Druckausgleichsöffnung 8 Vakuum- oder Unterdruckbandförderer 9 Faserstoffbahn (vor der Überführung) 9a Faserstoffbahn (nach der Überführung) 10 Förderband 11 Walze 12 Walze 13 Zentralachse 14 Auftreffpunkt 15 Tangente 16 Mulde 17 Unterdruckkasten 18 Schaber 19 Hochdruckleitung 20 Trennelement 21 Randdüse oder Saugvorrichtung 22 bahnaufnehmende Bahnführungsfläche 23 Blech 24 Seitenabstützung 25 Profil 26 Anschluss 27 Schiene 28 Support 29 gerundete Kante 30 Blasöffnung 5/8
Claims (10)
- österreichisches Patentamt AT 11 149 U1 2010-05-15 Ansprüche 1. Vorrichtung zum Überführen eines Einfädel-Bändels (9a), der ein längsgeschnittener Teil einer laufenden Faserstoffbahn (9), insbesondere einer Papierbahn ist, von einer bahnab-gebenden Bahnführungsfläche (6a) an eine bahnaufnehmende Bahnführungsfläche (22), insbesondere in einer Maschine zur Herstellung oder Veredelung der Faserstoffbahn (9), mit a) wenigstens einer Randdüse oder Saugvorrichtung (21) zum Ablösen des Bändels von der Bahnführungsfläche (6a); b) einer Trenneinrichtung zum Durchtrennen des Bändels (3) quer zur Laufrichtung und zum Bilden eines neuen, der bahnaufnehmende Bahnführungsfläche (22) zuzuführenden Bahnanfang des Bändels (3); c) wenigstens einer Gleitfläche (2), auf der zumindest der Bahnanfang des Bändels (3) beim Überführvorgang gleitet und d) wenigstens einer Düse (5) zur Erzeugung eines Luftpolsters zwischen Bändel (3) und Gleitfläche (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (2) wenigstens eine Wölbung (4) aufweist und die Zentralachse (13) der Düse (5) in ihrer Verlängerung auf die Oberfläche der Wölbung (4) trifft.
- 2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentralachse (13) der Düse (5) mit der Oberflächentangente der Wölbung (4) im Auftreffpunkt (14) der Zentralachse (13) auf die Wölbung (4) einen Winkel zwischen 2 und 45°, vorzugsweise zwischen 5 und 30° bildet.
- 3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitfläche (2) zwischen der Düse (5) und der Wölbung (4) unterhalb der Zentralachse (13) verläuft
- 4. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich in der Gleitfläche (2) zwischen der Düse (5) und der Wölbung (4) eine Druckausgleichsöffnung (7) befindet.
- 5. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Randdüse (21) mit der Gleitfläche (2) in Verbindung steht.
- 6. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Randdüse (21) auch das Trennelement (20) für den Bändel (3) bildet.
- 7. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennelement (20) durch ein Messer gebildet wird
- 8. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die bahnaufnehmende Bahnführungsfläche (22) zu einem Vakuum-Bandförderer (8) gehört, der den Bändel (3) von der Gleitfläche (2) übernimmt und weiterleitet.
- 9. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung bewegbar befestigt ist, so dass die Abstände zu der bahnabgebenden Bahnführungsfläche (6a) und der bahnaufnehmende Bahnführungsfläche (22) variierbar sind.
- 10. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung in einer Ruhe- und einer Arbeitsposition arretierbar ist. Hierzu 2 Blatt Zeichnungen 6/8
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