AT111707B - Verfahren zur Herstellung dünner Folien aus Zellulosederivaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung dünner Folien aus Zellulosederivaten.

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  Verfahren zur Herstellung dünner Folien aus Zellulosederivaten. 



   Es ist bekannt, dass   man   dünne Folien, insbesondere zur Herstellung von Filmunterlagen, aus Zellulosederivaten in Nitrozellulose, Nitro-Azetylzellulose. Azetylzellulose dadurch herstellen kann, dass man Lösungen derselben   auf Metallunterlagen aufgiesst   und nach dem Trocknen von denselben wieder ablöst. Insbesondere wird die Herstellung von Filmunterlagen in langen Bahnen dadurch bewirkt, dass man die   Lösungen   aus einem feststehenden Behälter auf ein bewegliches Metallband ausfliessen lässt, von welchem das Filmband in der gleichen Geschwindigkeit wieder abgerollt wird, in welcher das Metallband sich bewegt, so dass die kontinuierliche Erzeugung eines endlosen   Fiimbandes     möglich   ist. 



   Es ist bisher jedoch nicht gelungen, sehr dünne Folien aus Zellulosederivaten auf diese Weise herzustellen, da diese dünnen Folien auf dem Metall sehr stark haften und beim Ablösen, insbesondere beim etwaigen Aufrollen in der   vorbeschriebenen Art.   sehr leicht einreissen oder vollkommen abreissen. Bei der   Loslösung   der Endstelle der Folie vom Metallband ist infolge von deren geringer Stärke dann ein Verkratzen des Metallbandes kaum zu vermeiden.

   Trotzdem derartige sehr dünne Schichten von Zelluloseestern infolge ihrer Wasserbeständigkeit als Ersatz für sehr dünne Gelatinefolien, insbesondere fiir dünne Viskoseschichten, dienen sollen (wie dieselben unter dem Namen Zellophan, Gaudafil usw. bekannt sind) und obschon wegen der Wasserempfindlichkeit der vorgenannten Produkte ein unzweifelhafter Bedarf nach derartigen dünnen nicht   hygroskopischenFolien vorliegt,   ist es bisher nicht gelungen, dieselben   fabrikationsmässig,   d. h. in endlosen bzw. langen Bahnen, herzustellen. 



   Es ist   nun gelungen, ein   Verfahren aufzufinden, nach welchem sich derartige dünne Schichten mit   Leiehtigkeit   von ihrer Unterlage ablösen lassen, so dass sie in kontinuierlichem Arbeitsgange hergestellt und aufgerollt werden können. Das Verfahren besteht darin, dass die Unterlage, auf welche die gelösten Zellulosemassen aufgestrichen, aufgegossen oder aufgespritzt werden, aus einem solchen Material bestehen oder mit einem solchen Material überkleidet werden, welches sich in keiner Weise mit den Zellulosesehichten verbindet, im Gegenteil, zweckmässig eine abstossende Wirkung auf dieselbe ausübt.

   In solchen Fällen. in welchen das Untergrundmaterial an sieh eine abstossende Wirkung nicht besitzt, ist es zweckmässig, durch geeignete Zusätze, welche entweder dem Untergrundmaterial oder der Zelluloseschicht selbst beigemischt werden, eine solche Wirkung zu erzeugen. Es werden zu diesem Zwecke beispielsweise Öle,   Mineralöle,   Fette, Glyzerin, Salze, insbesondere   alkohollösliche   Metallsalze und andere geeignete anorganische oder organische Stoffe benutzt. 



   Die als Träger dienenden Unterlagen (welche aus Stein, Ton, Glas, Porzellan, Metall bestehen können und welche meistens in Form von Walzen oder Zylindern angewandt werden oder aus langen oder endlosen, d. h. in sich geschlossenen Bahnen aus Metallblechen, Karton, Papier, Geweben bestehen) werden mit einem Untergrundmaterial überzogen, als welches   hauptsächlich   solche Zellulosederivate in Frage kommen, die ein anderes Lösungsvermögen besitzen wie diejenigen Zellulosederivate, ans welchen die Folien hergestellt werden sollen. 



   Bekanntlich sind die verschiedenen Zelluloseverbindungen, wie Nitrozellulose.   Azetylzellulose,   Alkylzellulose, Arylzellulose in manchen   Lösungsmitteln gleichmässig löslich,   wie beispielsweise in Azeton 
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   in Wasser vollkommen unlöslich ist. Man wählt also zweckmässig zur Herstellung dünner Folien aus einem Zellulosederivat, z. B. alkohollöslicher Äthylzellulose, als Untergrund ein Zellulosederivat, welches durch Alkohol nicht angegriffen wird, wie beispielsweise Azetylzellulose, welcher man zweckmässig Glyzerin oder ein Glyzerinderivat oder ein hochsiedendes Mineralöl, wie Paraffin zusetzt, um die Ablösung der Äthylzellulosefolie zu erleichtern.

   Es ist allerdings auch möglich mit solchen Lösungsmitteln zu arbeiten, welche den Untergrund angreifen oder auflösen, denn es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass nach dem Trocknen die Schichten sich trotzdem leicht wieder trennen lassen. Infolgedessen ist es sogar möglich, mehrere Schichten verschiedener Zellulosederivate übereinanderzugiessen und nach dem Trocknen von einander in Form von langen Bändern wieder abzulösen, also beispielsweise über eine Schicht von Azetylzellulose eine zweite Schicht von Äthylzellulose, auf diese eine Schicht von Nitrozellulose und hierüber eine Schicht von Benzylzellulose zu erzeugen. 



  Man kann die Schichten sowohl nach dem üblichen Verfahren, wie es bei der Filmdarstellung gebräuchlich ist, durch den Auftrag flüssiger Lösungen mit Hilfe eines Giessers erzeugen oder aber durch Aufstreichen hochkonzentrierter, pastenartiger Massen, welche mit Hilfe einer Walze, eines Abstreichmessers oder einer sonstigen zweckentsprechenden Vorrichtung in dünner Schicht auf der Unterlage verteilt werden. 



  Derartige Viskose oder gar teigartige Massen trocknen schneller und haften aus diesem Grunde auf der Unterlage weniger fest, lassen sich also leichter ablösen, wie diejenigen Folien, welche durch das langsame Auf trocknen der bei der Filmfabrikation üblichen Lösungen entstehen. Bei Verwendung derartiger pastöser Lösungen, welche wenig Lösungsmittel enthalten, ist es infolgedessen auch möglich,   
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 zerreissbare Schichten bilden, was insbesondere bei Folien von geringen Stärken, wie   0'01-0'02 mon,   nachteilig ist, ist es zweckmässig, den Lösungen Erweiehungsmittel zuzusetzen, u. zw. müssen vorzugs- weise solche Erweiehungsmittel angewandt werden, welche kein   Lösungsvermögen für   diejenigen Zellulose- derivate besitzen, welche den Untergrund bilden.

   So wird beispielsweise zweckmässig einer Äthylzellulose- lösung Leinöl zugefügt, welches den Untergrund aus Benzylzellulose nicht angreift. Anderseits können sowohl dem Untergrunde als auch der   folienbildenden   Lösung Füllmittel aller Art, wie Mineralpulver,   Bronzen, lösliche   und   unlösliche   Farbstoffe sowie Plastifizierungsmittel, beigefügt werden. 



   Bei Ausführung des Verfahrens hat es sich gezeigt, dass die Ablösung der dünnen Folien erleichtert und ein Einreissen verhindert wird, wenn man dieselben vor dem vollkommenen Austrocknen, also möglichst direkt nach dem Erstarren, von der Unterlage abzieht, da ein gewisser Gehalt an Lösungsmitteln das
Haftungsvermögen vermindert und die Zähigkeit und Zugfestigkeit der Folien vermehrt, wodurch ein kontinuierliches Ablösen und Aufwickeln der Folien erleichtert wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE   :  
1. Verfahren zur Herstellung dünner Folien aus Zellulosederivaten, insbesondere   Zetluloseäthern   oder Zelluloseestern, darin bestehend, dass man deren Lösungen in sehr dünner Schicht auf Unterlagen ausbreitet, die aus einem andren Material, vorzugsweise aus andren Zellulosederivaten bestehen, auf dem die Folien auch in trockenem Zustande nicht haften, so dass die Folien nach dem Trocknen in Form endloser Bänder abgezogen werden können.

Claims (1)

  1. 2. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, darin bestehend, dass man dem Untergrundmaterial Substanzen zufügt, welche das Haftungsvermögen der trockenen Folien verringert.
    3. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, darin bestehend, dass man den Lösungen der Zellulosederivate Substanzen zufügt, welche kein Lösungsvermögen für den Untergrund besitzen auf denselben abstossend wirken.
    4. Ausführung des Verfahrens nachdenAnsprüchen 1 bis 3, darin bestehend, dass man die Zellulose- derivate in solchen Lösungsmitteln löst, welche kein oder nur ein geringes Lösungsvermögen für den Untergrund besitzen.
    5. Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, darin bestehend, dass man die dünnen Schichten mit Hilfe von hochkonzentrierten, dickflüssigen oder teigartigen Lösungen der Zellulosederivate erzeugt.
    6. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 5, darin bestehend, dass man konzentrierte Lösungen verschiedener Zellulosederivate auf der gleichen Unterlage übereinander streicht.
AT111707D 1922-08-10 1923-08-07 Verfahren zur Herstellung dünner Folien aus Zellulosederivaten. AT111707B (de)

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