AT11184U1 - Lederartikel, insbesondere schuh und verfahren zu dessen herstellung - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Lederartikel mit zumindest einer Vernähung von zumindest zwei Lederteilen, bei welchen zur Erzielung einer permanent wasserundurchdringlich versiegelten Vernähungs-Ligatur der Lederteile (1, 10) - der Randüberlappungsflächenbereich (11) und die gesamte Schnittkantenfläche (20) des innenseitig angeordneten zweiten Lederteils (10) haftend, der an der Schnittkante (20) beginnende enge Spalt (4) zwischen dem ersten und zweiten Lederteil (1, 10) haftend ausfüllend, der an diese Schnittkantenfläche angrenzende Flächenbereich auf der Innenseite (2) des ersten oberen Lederteils (1) und der Raum zwischen den Wandungen (31) der Einstichausnehmungen (25) der Verbindungsnaht (30) zumindest teilweise haftend voll füllend und in die Vernähungsgarnfäden (3) haftend eindringend, von der Innenseite (2) des Lederartikels her mit einer - durch eine, unter Hitzeeinwirkung, vorzugsweise in Gegenwart von Wasserdampf, expandierte und geschlossenwandige luft-, dampf-, oder insbesondere gasgefüllte Mikrohohlkörper oder Polymer-Partikel (60) enthaltende, nach der Hitzeeinwirkung, nachgiebig weich und/oder elastisch bleibenden Polymermasse gebildeten - Beschichtung (6) versehen ist, und Verfahren zu dessen Herstellung.

Description

österreichisches Patentamt AT11184U1 2010-06-15
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft einen Lederartikel, insbesondere Schuh mit wasserdichter Vernä-hung der Lederteile, insbesondere bei Sicherheitsschuhen, Handschuhen, Sportbekleidung od. dgl.
[0002] Dabei ist immer eine erste, obere Lederschicht überlappend mit einer zweiten, unteren Lederschicht vernäht. Dafür sind grundsätzlich alle Leder geeignet, also z.B. Nubuk-Leder, alle nubukartige Außenfläche aufweisenden Leder und praktisch auch alle anderen beschichteten oder nicht beschichteten Leder.
[0003] Die Erfindung betrifft insbesondere einen Schuh, wie z.B. einen Sicherheits- oder Out-door-Sportschuh, dessen Schuhoberteil aus Leder besteht, welches, geprüft nach DIN EN iSO 20345, 20346 und 20347, weniger als 30 Gew-% Wasser aufnimmt und weniger als 0,2 g Wasser hindurch lässt.
[0004] In aller Regel besteht ein Schuhoberteil aus mindestens zwei Teilen, nämlich aus dem Vorderteil und dem Schuhhinterteil, welche durch zumindest eine zumindest einreihige Naht miteinander verbunden sind. Der Wassereintritt durch die Löcher, welche durch die Ein- bzw. Durchstiche der Nähnadeln im Leder entstanden sind allein, ist enorm hoch, besonders bei Schuhen, welche beim Arbeiten im Nass-Bereich bzw. in nasser Umgebung getragen werden. Das Nähgarn mit seiner Dochtwirkung begünstigt den Wassertransport von außen in das Innere der Schuhe noch zusätzlich.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind diverse Nassfestigkeit aufweisende Schuhe, z.B. auf Basis von Textilmaterial wie Goretex oder Sympatex, bekannt.
[0006] Diese Schuhe weisen eine wasserdichte Schicht auf, wobei diese Schicht jedoch nicht außen auf die Außenhülle des Schuhs aufgebracht ist, sondern als Zwischenschicht, wie z.B. in Form einer Fluorpolymer-Folie, also innerhalb des Schuhs zwischen dessen stabiler Außenhülle und dem Innenfutter des Schuhs. Es ist also bei diesen bekannten Schuhen so, dass Wasser grundsätzlich in die Außenhülle des Schuhs und somit in dessen Nähte eindringen kann und zumindest bis zu der wasserdichten Zwischenschicht vordringt.
[0007] Von einschlägigen Firmen wird empfohlen, für einen guten Tragekomfort zusätzlich zu der semipermeablen Fluorpolymer-Folie, zwischen dem Schuhinnenfutter und Oberleder eine Klebefolie einzubringen, welche mit der Innennaht des Leders verklebt wird.
[0008] Der Prozess der Herstellung solcher Schuhe ist teuer und umständlich und die Entsorgung der Fluorpolymer enthaltenden Folie nicht mehr zeitgemäß.
[0009] Die die Außenhülle des Schuhes bildenden Membranen sind atmungsaktiv, was bedeutet, dass Luft und Feuchtigkeit von innen aus dem Schuh nach außen dringen können, allerdings nur dann, wenn ein entsprechendes Feuchtigkeitsgefälle zwischen Schuh-Innenraum und Außenwelt besteht. Wenn die Außenhülle des Schuhs jedoch feucht ist, ist ein solches Gefälle nicht oder nicht ausreichend gegeben, was den Tragekomfort der Schuhe beeinträchtigt.
[0010] Bei modernen Ledern ist auf der der Nässe bzw. dem Wasser zugänglichen Außenseite der Lederartikel, also z.B. von Schuhen, eine hydrophobe Außenschicht angeordnet, sodass Feuchtigkeit und insbesondere Wasser gar nicht erst ins Innere der Außenhülle eindringen kann, sondern von der Außen-Oberfläche abperlt, wobei jedoch die Feuchtigkeit von innen nach außen hin entweichen kann.
[0011] Kritisch sind auch bei diesen Ledern bis jetzt in jedem Fall immer noch die Verbindungsnähte zwischen den Lederteilen, da an diesen Stellen Wasser in das Innere des mit dem wasserdichten Leder gebildeten Schuhs eindringen kann. Die Nähfäden bzw. Nähgarne haben eine gewisse Dochtwirkung und saugen das von außen einwirkende Wasser quasi durch die Naht-Öffnungen hindurch nach innen bzw. zur oft rauen Unterseite des Leders.
[0012] Aus dem Stand der Technik ist bekannt, auf die Innenseite der Nähte einen Polymerkle- 1/7 österreichisches Patentamt AT11184U1 2010-06-15 ber aufzubringen bzw. damit die beschriebenen Nähte zu verkleben. Als Folge von Reibung und/oder Bewegung kommt es im Gebrauch jedoch immer wieder dazu, dass die derart verklebten Stellen bzw. Nähte, gegebenenfalls an sich nur an wenigen, stärker strapazierten Stellen "aufgehen" und solcherart letztlich wasser-undicht werden, was den Trage-Komfort der Lederartikel, insbesondere Schuhe, ganz wesentlich absinken lässt.
[0013] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, auf die Innenfläche einer aus einem Leder gebildeten Hülle z.B. eines Schuhs, Handschuhs, eines Sportbekleidungsartikels od. dgl., und zwar insbesondere auf die Naht und auf die Überlappungszone zweier durch eine Naht aneinander gebundener Lederteile eine Polymermasse aufzubringen, welche genügend Klebekraft, Weichheit und/oder Flexibilität und gegebenenfalls Dehnfähigkeit besitzt, um das oben beschriebene, unangenehme Aufgehen der Leder-Nahtversiegelung über lange bzw. über die gesamte Gebrauchs- und/oder Tragedauer der Lederartikel wirkungsvoll zu verhindern.
[0014] Gegenstände der Erfindung sind somit ein Lederartikel, insbesondere ein Schuh, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, welcher die im kennzeichnenden Teil dieses Anspruchs genannten Merkmale umfasst, sowie weiters ein Verfahren zur Ausstattung der Lederartikel mit einer hohen Gebrauchswert und Tragekomfort aufweisenden Vernähung der den Lederartikel bildenden einzelnen Lederteile miteinander sowie ein dafür geeignetes Kit.
[0015] Dem Anspruch 3 sind die im Rahmen der Erfindung bevorzugten Größen der in der verfestigten, die Nassfestigkeit im Nahtbereich sicherstellenden Polymermasse eingebundenen, expandierten Mikrohohlkugeln oder Polymerpartikel zu entnehmen.
[0016] Der Anspruch 4 gibt über die bevorzugt einzusetzenden Mikrohohlkugeln bzw. Mikrohohlzellen Auskunft.
[0017] Dem Anspruch 5 sind vorteilhafterweise einzuhaltende Dichten der verfestigten Vernä-hungs-Dichtungs-Polymermasse zu entnehmen.
[0018] Der Anspruch 6 betrifft die nach Verfestigung der auf und in den Nahtbereich auf- und eingebrachten Nahtdichtungs-Polymermasse bevorzugter Weise zu erreichende Maximal-Shore-Härte.
[0019] Im Anspruch 7 sind die mit Vorteil eingesetzten Polymere aufgezählt.
[0020] Im Anspruch 8 ist die für die hohe Nassfestigkeit verantwortliche vorteilhafte Durchdringung aller Vernähungsbereiche und -elemente mit der expandierfähigen Polymermasse beschrieben.
[0021] Aus dem Anspruch 9 geht das im Rahmen der Erfindung bevorzugte Verfahren zur Herstellung der neuen Lederartikel, insbesondere Schuhe, bzw. zur Wasserfestausrüstung von deren Nähten hervor.
[0022] Im einem ersten Verfahrensschritt wird der Polymerkleber auf der Innenseite sowohl auf die Nähte selbst als auch über die (Schnitt-)Kante des unteren bzw. innenliegenden Lederteils hinaus aufgebracht. Der Kleber dringt in die Einstich-Löcher der Nähte ein und verteilt sich auch in allen Zwischenräumen, wodurch schon von vornherein eine gewisse Dichtwirkung erzielt wird.
[0023] Im nächsten Verfahrensschritt wird eine höhere Temperatur angelegt, wodurch die Mikrohohlkugeln bzw. die Polymerpartikel in der auf den Nahtbereich aufgebrachten Polymermasse bzw. im Polymer-Kleber expandieren.
[0024] Es bildet sich hiebei ein geschlossenzelliger Polymerschaum mit geschlossenen expandierten Mikro-Hohlkugeln bzw. Zellen mit Größen bevorzugt im Bereich von 15 bis 85 um. Durch die Expansion entsteht im Inneren der Naht-Einstich-Löcher und zwischen den Flächen der Lederteile ein gewisser Überdruck, wodurch der Polymer-Schaum tiefer in die Oberflächenmatrix der Leder-Innenseite eindringt und dieselbe voll dichtend überdeckt. Das so expandierende Polymer dringt auch direkt in den Nähfaden also zwischen dessen Filamente ein und durchsetzt auf diese Weise den Nähfaden vollständig, wodurch die oben beschriebene fatale Dochtwirkung 2/7 österreichisches Patentamt AT11184U1 2010-06-15 des Nähgarns praktisch auf Null verringert wird. Weiters verteilt sich durch den Überdruck der Schaum in den Zellen der Lederteile und der Schaum wird auch in den Spalt zwischen den einander zugekehrten Flächen der Lederteile hineingedrückt und führt zur tatsächlich effektiven, hoch-haftenden Verklebung derselben miteinander.
[0025] Außerdem wird dadurch das Polymer besonders tief in alle vorhandenen lederinnensei-tigen Poren, Hohlräume, Ritzen u. dgl. des Leders hineingedrückt.
[0026] Ganz wesentlich ist, dass der geschlossen-zeilige Hohlkugeln oder -teilchen enthaltende Polymerkleber weich sein und dauerhaft weich bleiben muss, dass er hohe Haftkraft aufweist und dass er jedenfalls zumindest vor und während der durch Hitzeeinwirkung hervorgerufenen Expansion der Mikrohohlteilchen thermoplastisch sein muss.
[0027] Nach erfolgter Expansion muss er an sich nicht mehr thermoplastisch sein, er muss aber auf jeden Fall biegeweich und/oder elastisch bleiben und darf auch nach langer Benutzungszeit des Lederartikels nicht spröde werden.
[0028] Als Polymerkleber ist eine wässrige Dispersion des jeweiligen Kunststoff-Ausgangsproduktes mit geringen, die Fließfähigkeit derselben begrenzenden Mengen an Lösungsmitteln) geeignet und zwar insbesondere Polyurethane, Acrylate, Vinylacetat oder diverse Co-Polymere und Mischungen derselben, sowie Polyurethane mit kristalliner Struktur.
[0029] Ein Polymer-Schaum, der speziell einsetzbar ist, ist beispielsweise in der DE 20105603 LI1 beschrieben. Dieser Polymer-Schaum weist besonders genau jene Eigenschaften auf, die für den Zweck der vorliegenden Erfindung wichtig sind, und hat die geschlossenen Zellen in Form von Mikrohohlkörpern-, -kugeln oder -zellen mit dem oben schon genannten gewissen Durchmesser.
[0030] Es ist das Ergebnis des Verfahrens ein Produkt aus miteinander vernähten Lederelementen, dessen Nähte und Nahtstellen mit einem klebe- bzw. haftfähigen expandierenden Polymer gedichtet sind.
[0031] Wichtig ist es hierbei, nicht zu viel Druck aufzubringen, da die Mikrohohlkugeln bzw. Polymerpartikel sonst nicht ausreichend expandieren könnten.
[0032] Dies ist wichtig, da der Schaum dann auch eine gewisse Höhe über dem Nahtbereichen erreicht und auch die Rand-Kanten der einander überlappenden Lederstücke abgerundet ausgebildet sind, wobei hierin der Vorteil besteht, dass unangenehme Druckstellen vermieden werden, was insbesondere bei Schuhen ganz wesentlich ist.
[0033] Dem Anspruch 10 sind bevorzugte Zusatzstoffe in der Ausgangspolymer-Dispersion bzw. in der letztlich vernetzten Polymer-Beschichtung bzw. Versiegelung zu entnehmen.
[0034] Der Anspruch 11 zeigt eine Möglichkeit einer weiteren Verbesserung der Expansion der Mikrohohlkugeln und/oder expandierfähigen Polymerpartikel auf.
[0035] Besonders vorteilhaft ist es in diesem Sinne, wenn wie gemäß Anspruch 12 vorgesehen die Nahtstellen nach Aufbringung und Trocknung des expandierfähigen Polymerklebers leicht angefeuchtet und danach mit Hitze behandelt werden.
[0036] Der heiße Wasserdampf dringt äußerst intensiv in alle Poren und Zwischenräume ein und unterstützt dort die Expansion und Verteilung der Mikrohohlkugeln wirkungsvoll.
[0037] Schließlich betrifft der Anspruch 13 eine Vorrichtung bzw. ein Kit zur Durchführung der Leder-Nahtversiegelung.
[0038] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert: [0039] Es zeigen die Fig. 1 die Schnittansicht einer wasserdichten, zweireihigen Vernähung zweier Lederteile gemäß der Erfindung mit etwa 10-facher Vergrößerung und die Fig. 2 in einer wesentlich höheren Vergrößerung den mit einer Vielzahl von Filamenten gebildeten, und wasserfest ausgerüsteten Faden einer erfindungsgemäß versiegelten Vernähung zweier Lederteile ebenfalls in Schnittansicht. 3/7

Claims (13)

  1. österreichisches Patentamt AT11184U1 2010-06-15 [0040] Gemäß der Fig. 1 sind ein oberer erster Lederteil 1 und ein unterer zweiter Lederteil 10 über eine Überlappungszone 11 miteinander mittels Nähgarn 3 flächig miteinander verbunden. [0041] Von deren Unterseiten 2 bzw. von der Innenseite I her sind die gesamte Überlappungszone 11 und die dieselbe beidseitig begleitenden Randzonen 110, 110' mit der verfestigten und expandierte Mikrohohlkugeln bzw. Polymerpartikel enthaltenden, hochhaftenden Polymermasse 6 beaufschlagt. Diese Masse 6 haftet einerseits an der innenseitigen i Überlappungszone 11 und deren Randzone 110, und geht einstückig über die Randkante 20 des unteren zweiten Lederteils 10 alles haft-überdeckend integral in diese Beschichtung der Randzone 110 über. [0042] Infolge der Saugwirkung der Einzelfilamente 300 und der zwischen denselben befindlichen Mikrozwischenräume 301 kommt es zum Hochsaugen der aufgetragenen die Mikrohohlkugeln enthaltenden Polymer-Dispersion in das Nähgarn 3, und zu deren haftfest mit den Seitenwandungen 31 der die Lederteile 1 und 10 durchsetzenden Naht-Einstichlöcher 20 und zur intensiven Klebe-Imprägnierung der einzelnen Garnfilamente 300 und der feinen Zwischenräume 301 zwischen denselben, sodass nach Verfestigung der Polymermasse 6 in Folge der geschlossenzeiligen Mikrohohlkugeln absolut kein Wasserdurchtritt durch die Naht 30 und den Nahtbereich 11 erfolgen kann. Wesentlich trägt hiezu noch bei, dass das expandierte Polymer 6 selbstverständlich auch in den Überlappungsspalt 4 zwischen den Lederteilen 1 und 10 eingedrungen ist, sodass auch in dieser sensiblen Zone ein Wasserdurchtritt ausgeschlossen ist. [0043] Aus der Fig. 1 ist schließlich noch ersichtlich wie die Übergangszone 110 zwischen unterem zweiten und oberem ersten Lederteil 10 und 1 insbesondere an der Schnittkante 20 des unteren Lederteils 10 abgerundet ausgebildet ist, um unangenehme Druckstellen, z.B. in einem Schuh zu vermeiden. [0044] Bei sonst gleichbleibenden Bezugszeichenbedeutungen zeigt die Fig. 2 die Einstichöffnung 20 in einem der Lederteile 1 oder 2 ganz nahe: Es ist aus dieser Fig. ersichtlich, wie die in der Polymermasse 6 eingebetteten, expandierten geschlossenen Mikrohohlkugeln 60 sich expandierend zwischen die einzelne Filamente 300 des Nähgarns 3 drängen und auf diese Weise die an sich eine Saugwirkung aufweisenden Zwischenräume 301 zwischen denselben voll dichtend verschließen. [0045] Zweckmäßig ist es, wenn der Innenraum der Einstich-Ausnehmungen im zweiten Lederteil völlig und/oder der Innenraum der Einstich-Ausnehmungen im ersten Lederteil nicht oder zumindest teilweise mit Polymer-Beschichtung gefüllt sind. [0046] Vorteilhaft sind die Stich-Ausnehmungen 25 im zweiten Leder 10 zur Gänze und die Stich-Ausnehmungen 25 im ersten Leder, das heißt im Bereich des Spaltes 4, teilweise oder nicht gefüllt. [0047] Die eingesetzte Polymer-Beschichtung 6 sollte längs der Schnittkantenfläche 20, insbesondere in Spalte 4, durchgehend, unterbrechungsfrei aufgebracht werden. Gleiches gilt für den Bereich der Innenfläche 2 des zweiten Leders 10, das über den Bereich, in dem Stich-Ausnehmungen 25 vorhanden sind, vollflächig mit Polymer-Beschichtung 6 bedeckt sein sollte. Ansprüche 1. Lederartikel, insbesondere Schuh, mit zumindest einer mit einem hydrophobierenden Polymer ausgerüsteten Vernähung von zumindest zwei zumindest flächig aneinander liegend einander randüberlappend angeordneten Lederteilen, dadurch gekennzeichnet, dass - zur Erzielung einer permanent wasser-undurchdringlich versiegelten Vernähungs-Ligatur der Lederteile (1, 10) - der Randüberlappungs- bzw. Randübergreifungs-Flächenbereich (11) und die gesamte Kanten- bzw. Schnittkantenfläche (20) des innenseitig angeordneten zweiten Lederteils (10) haftend, der an der Kante bzw. Schnittkante (20) beginnende enge Spalt (4) zwischen dem außen- und dem innenseitig angeordnetem ersten und zweiten Lederteil (1,10) haftend und diesen zumindest teilweise ausfüllend, der an diese Kanten- bzw. Schnittkantenfläche angrenzende Flächenbereich (110) auf der Innenseite (2) des ersten oberen Lederteils (1) haftend und der Raum innerhalb der Wandungen 4/7 österreichisches Patentamt AT11184U1 2010-06-15 (31) der Einstich-Ausnehmungen (25) im ersten und zweiten Lederteil (1, 10) der Verbindungsnaht (30) haftend und diese zumindest teilweise voll füllend und in die Vernähungs-garn-Fäden bzw. Filamente (300) haftend eindringend, von der Innenseite (2) des Lederartikels, insbesondere Schuhs, her mit einer - durch eine, unter Wärme- bzw. Flitzeeinwirkung, vorzugsweise in Gegenwart von Wasserdampf, expandierte und geschlossen-wandige luft-, dampf-, oder insbesondere gasgefüllte Mikro-Flohlkörper bzw. -Flohlkugeln oder Polymer-Partikel (60) enthaltende, nach der Flitzeeinwirkung, nachgiebig und/oder weich und/oder elastisch bleibenden Polymermasse gebildeten - Polymer-Beschichtung (6) versehen ist.
  2. 2. Lederartikel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum der Einstich-Ausnehmungen (25) im zweiten Lederteil (10) völlig und/oder der Innenraum der Einstich-Ausnehmungen (2) im ersten Lederteil (1) nicht oder zumindest teilweise mit Polymer-Beschichtung (6) gefüllt sind.
  3. 3. Lederartikel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die expandierten Mikrohohlkörper bzw. -kugeln und/oder Polymer-Partikel (60) in der aus einer verfestigten Polymerdispersion gebildeten Polymermasse der Beschichtung (6) Radien oder Größen im Bereich von 15 bis 85 pm aufweisen.
  4. 4. Lederartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die expandierten Mikrohohlkörper bzw. -kugeln und/oder Polymerpartikel (60) in der Beschichtungs-Polymermasse (6) unterschiedliche Temperaturbeständigkeiten in der verfestigten Kunststoff-Beschichtung zwischen + 115 und + 220°C aufweisen, was Folge einer Kombination von ursprünglich ungeschäumten Mikrohohlkugeln und/oder Polymer-Partikeln in der Ausgangs-Polymer-Dispersion ist, die bei unterschiedlichen Temperaturen zwischen +70° und +110° expandieren und die expandierten, geschlossenen Flohl-Kugeln oder Polymer-Partikel (60) bilden.
  5. 5. Lederartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die die expandierten, geschlossenen Mikrohohlkörper bzw. -kugeln und/oder Polymer-Partikel (60) enthaltende, die Vernähung der Lederteile (1, 10) nassfest versiegelnde Polymerschaum-Beschichtung (6) eine Dichte im Bereich von 0,4 bis 0,85 g/cm2 aufweist.
  6. 6. Lederartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die die expandierten, geschlossenen Mikrohohlkörper bzw. -kugeln und/oder Polymer-Partikel (60) enthaltende, die Vernähung der Lederteile (1, 10) nassfest versiegelnde Polymerschaum-Beschichtung (6) weich ist und bevorzugterweise eine FHärte von weniger als 60 Shore A aufweist.
  7. 7. Lederartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die die expandierten, geschlossenen Mikrohohlkörper bzw. -kugeln und/oder Polymer-Partikel (60) enthaltende, die Vernähung der Lederteile (1, 10) nassfest versiegelnde Polymerschaum-Beschichtung (6) mit einem durch verfestigtes thermoplastisches Polyurethan und/oder Po-lyacrylat und/oder Butadien- oder Polyacrylat-Copolymer gebildeten Polymer gebildet ist.
  8. 8. Lederartikel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der die die expandierten, geschlossenen Mikrohohlkörper bzw. -kugeln und/oder Polymer-Partikel (60) enthaltenden, die Vernähung der Lederteile nassfest versiegelnden Polymerschaum-Beschichtung (6) die einzelnen Filamente (300) des Vernähungs-Garns (3) miteinander und aneinander haftend verbunden sind und dass das Vernähungs-Garn (3) von dem unter leichtem Überdruck stehenden Polymer-Schaum, der seinerseits mit den Wandungen (31) der Vernähungs-Einstichlöcher (25) im oberen und/oder im unteren Lederteil (1, 10) haftend verbunden ist, druckelastisch bzw. naturkorkstopfenartig integral umschlossen ist.
  9. 9. Verfahren zur Fierstellung eines Lederartikels, insbesondere Schuhs gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass nach erfolgter, zumindest einreihiger Vernähung eines ersten oberen mit einem zweiten unteren, einen Teil eines Lederartikels 5/7 österreichisches Patentamt AT 11 184 U1 2010-06-15 bzw. einen gesamten Lederartikel bildenden Lederteil, insbesondere eines Schuhvorderteils mit einem Schuhhinterteil, an der Innenseite der genannten Lederteile der Bereich bzw. die Streifenzone der Vernähung, insbesondere die innenseitige Fläche des unteren zweiten Lederteils, die Vernähung selbst, die Randkante des genannten unteren, zweiten Lederteils und der an die genannte Randkante anschließende innenseitige Flächenbereich des oberen ersten Lederteils mit einer bei Hitzeeinwirkung expandierfähigen, Mikrohohlkugeln oder expandierfähige Polymer-Partikel enthaltenden, viskos-haftfähigen Dispersion eines, vorzugsweise mit einen thermischen Vernetzer vernetzten bzw. vernetzungsfähigen, Polymers, insbesondere aus der Gruppe Polyurethan, Polyacrylat und Polyacrylat-Copolymer, in das Vernähungs-Garn, zumindest teilweise in die Einstichlöcher der Vernähung, in den innenseitigen Spalt zwischen den Lederteilen eindringend und an den genannten Flächen und Kanten fest haftend bestrichen bzw. beaufschlagt wird, - dass, insbesondere nach Über- bzw. Abtrocknung dieser Streichmasse, die gesamte mit derselben beaufschlagte innenseitige Kontaktzone von erstem und zweitem Lederteil mit einem dieselben flächig mit jeweils gewünschtem Druck kontaktierenden, eine, vorzugsweise der Gestalt des Innenraums des Lederartikels, insbesondere Schuhs angepasste Erhitzungsflächenzone aufweisenden Bügelelement, insbesondere mit einer Heiz- bzw. Bügelplatte, -presse oder -walze, für einen Zeitraum von 2 bis 10s, insbesondere von 2 bis 6s, auf eine zur Expansion der, vorzugsweise bei Temperaturen im Bereich von 70 bis 110°C expandierenden, Mikrohohlkugeln oder Polymer-Partikel führende Temperatur im Bereich von + 115 bis + 220°C erhitzt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Polymerdispersion eingesetzt wird, welche Fungizide, Bakterizide, Gleitmittel, wie Silikone oder Wachse und/oder Silikate enthält.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hitzebehandlung der Kontaktzone der Lederteile auf der Innenseite des Lederartikels unter gleichzeitigen Einwirkung von Wasserdampf vorgenommen wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktzone der Lederteile auf der Innenseite des Lederartikels vor der Hitzebehandlung mit einem Wasserfilm benetzt wird.
  13. 13. Vorrichtung, insbesondere Kit, zur Durchführung der Nassfest-Versiegelung der Verbindungs-Nähte in Lederartikeln bzw. eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie bzw. es ein - eine der Form bzw. Gestalt der Innenseite des Lederartikels im Nahtbereich entsprechende Form aufweisende, vorzugsweise glatte, Heizfläche aufweisendes - bevorzugt elektrisches, Heizelement, einen Behälter mit einer haftfähig viskosen Dispersion eines expandierfähige Mikrohohlkugeln und/oder Polymer-Partikel enthaltenden bzw. mit denselben gebildeten hitze-vernetzungsfähigen Polymers sowie ein Auftragsgerät, wie Auftragswalze oder -pinsel für dieselbe auf die Leder-Innenseite, umfasst. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 6/7
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