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Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Kautschukwaren, insbesondere von Kautschukhohlkörpern aus Kautschukdispersionen.
Bei der Herstellung von Kautsehukwaren durch elektrophoretisehes Niederschlagen des Kautschuks aus Kautschukdispersionen auf der Anode bzw. auf einer anodisch geschalteten Niederschlagsunterlage werden infolge der gleichzeitig mit der Kataphorese stattfindenden Elektrolyse an der Kathode Gase freigesetzt. Die von der Kathode losgelöste Gasblasen können zum Kautsehukniedersehlag gelangen und an diesen anhaftend die Gleichmässigkeit desselben beeinträchtigen. Obwohl es möglich ist, durch
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die an der Kathode entwickelten Gase von dem Kautschukniedersehlage fernzuhalten, kann diese Massnahme unter gewissen Umständen ungeeignet oder sogar undnrehführbar sein, insbesondere wenn es sich um die Herstellung von geschlossenen Kautschukhohlkörpern, z. B. von Luftreifen handelt.
Gemäss der Erfindung soll die kataphoretisehe Vorrichtung so ausgestaltet werden, dass die Gasentwicklung an der Kathode während der Kataphorese verhindert wird. Beispielsweise können in der Vorrichtung an der Kathode wirkende Mittel angewendet werden, welche die an der Kathode sonst entstehende Wasserstoffentwieklung unterdrücken. Dies kann zweckmässig durch oxydierend wirkende Depolarisationsmittel erfolgen.
Zu diesem Zwecke wird gemäss der Erfindung am zweckmässigsten eine Kathode verwendet, deren Oberfläche aus einem leicht reduzierbaren Metalloxyd, beispielsweise aus Bleisuperoxyd besteht, welches durch die an der Kathode sich entladenden Wasserstoffionen reduziert wird. Vorteilhaft besteht die Kathode aus Blei, dessen Oberfläche z. B. mittels der bekannten Sammlerbatterie-Formungsprozesse in Bleisuperoxyd umgewandelt wird. Nach Benutzung der Bleisuperoxydkathode wird dieselbe vor abermaliger Verwendung in einem geeigneten Bade als Anode geschaltet und dadurch wieder oxydierend polarisiert.
Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist an Hand der Zeichnung zur Herstellung von Luftreifen beschrieben. Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der zur Erzeugung des Luftreifens dienenden Vorrichtung im lotrechten Schnitt. Fig. 2 dieselbe im Grundriss.
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Futter, z. B. aus Zink. versehen ist. Die beiden Hälften 11 a und 11 b der Form sind in irgendeiner geeigneten Weise, z. B. durch Schrauben 17, lösbar miteinander verbunden. 1 ist die in die Form eingesetzte ringförmige Kathode, die bei 19 (Fig. 2) geschlitzt ist und einen Schaft 7 aufweist, der zur Befestigung der Kathode in der Form dient. Die Kathode besteht zweckmässig aus einem Eisenrohr, welches von aussen mit einer Bleischicht bekleidet ist.
Die Bleischicht wird in der bei Sammlerbatterieplatten bekannten Weise formiert, so dass an ihrer Oberfläche eine poröse Bleisuperoxydschieht entsteht.
Die Kathode kann, um das Abbröckeln des formierten Überzuges zu verhüten, mit einer Schutzbekleidung aus irgendeinem flüssigkeitsdurchlässigen oder halbdurchlässigen Stoff, z. B. mit einem Gelatineüberzug versehen sein. Die rohrförmige Kathode ist zweckmässig an der dem Schafte 7 diametral gegenüberliegenden Stelle oder auch an mehreren Stellen mit Öffnungen 16 versehen. Der Schaft 7 der Kathode ist durch eine mit einem isolierenden Futter ausgerüstete Stopfbüchse 8 flüssigkeitsdieht in die Form eingesetzt
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ausgerüstete Büchse 4 in gut zentrierter Lage an dem mit der einen Hälfte 11b der Form unverrückbar verbundenen Träger S befestigt werden.
An der Stopfbüchse 8 ist ein im Bedarfsfalle verschliessbares Luftaustrittsrohr 9 angebracht. Die ganze Vorrichtung ist mittels des diametralen Trägers 10 und Bolzens 12 in das Gelenk 14 in einem Bock 15 an den wagrechten Zapfen 13 drehbar gelagert.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist die folgende : Wenn die Form in der oben beschriebenen Weise zusammengestellt ist und sich in der wagrechten Stellung befindet, so wird durch die rohrförmige Kathode 1 Kautschukdispersion in die Form eingeführt. Dabei tritt die Kautschukdispersion durch die Öffnung 16 in die Form ein und die Luft durch das Rohr 9 aus der Form aus. Ist der Hohlraum der Form bis zur Mündungshöhe des Rohres 9 mit Kautschukdispersion angefüllt, so wird das Rohr 1 mittels der Klemme 3 an den negativen und die Form 11 mittels der Klemme 20 an den positiven Pol einer Stromquelle angeschlossen, so dass der Kautschuk an die Innenwand der Form 11 niedergeschlagen wird.
Die Flüssigkeit kann auch während der Kataphorese fortlaufend durch die Form strömen und bei 9 abfliessen, wird aber zweckmässig so weit gedrosselt, dass nur die zur gleichmässigen Niederschlagsbildung erforderliehe Strömung aufrechterhalten wird. Durch geeignete Wahl des Metalles der Innenwand der Form 11, z. B. bei Verwendung von Zink und durch geeignete Zusammensetzung der Kautschukdispersion, kann man die Gasbildung an der Anode in bekannter Weise vermeiden. Die elektrophoretische Niederschlagung wird also in an und für sich bekannter Weise derart ausgeführt, dass an der Niedersehlagungsfläehe keine Gasbildung auftritt. Zu diesem Zwecke kann man statt der metallischen Niederschlagungsform, z.
B. in der im Patent Nr. 101947 angegebenen Weise, eine Niedersehlagungsform aus porösem, nicht leitendem, wasserdurchlässigem Stoffe verwenden, die mit der leitenden Anode durch eine freie oder in einem nicht flüssigen Material aufgesogene Elektrolytschicht verbunden ist. Die an der Kathode 1 sich entladende Wasserstoffionen werden durch die Bleisuperoxydsehicht der Kathode gebunden, so dass im Innern des Hohlraumes der Form überhaupt keine Gase frei werden.
Ist ein entsprechend starker Niederschlag erzielt worden, so wird die Kautschuhflüssigkeitszuleitung vom Rohr 1 abgeschaltet und die Form um den Zapfen 13 in der Richtung des Pfeiles 21 um etwa 360" in die mit gebrochenen Linien gezeichnete Stellung gedreht, so dass die Stopfbüchse 8 mit dem Rohr 9 nach unten gekehrt ist. Durch das Rohr 9 wird nun aus der Form die Flüssigkeit bis zu wenigen Tropfen abgelassen. Es kann nunmehr das Rohr 1 an eine Heissluftleitung angeschlossen werden, so dass Heissluft durch Öffnung 16 der Kathode eintretend und durch das Rohr 9 austretend durch die Form strömt und den Kautschukniederschlag trocknet. Hierauf wird die Form zerlegt.
Nach Lockern der Büchse 4 wird der Schaft 7 der Kathode freigegeben, worauf der durch den Niederschlag gebildete elastische Hohlreifen samt der im Innern desselben befindlichen'Kathode aus der Form herausgehoben werden kann. Der elastische ringförmige Schlauch kann von der Kathode abgestreift werden, was dadurch ermöglicht wird, dass der die Kathode bildende Ring bei 19 (Fig. 2) aufgeschlitzt ist. Der in dieser Weise hergestellte Schlauch kann in üblicher Weise vulkanisiert werden.
Selbstverständlich kann man das Verfahren nicht nur für die Herstellung von Hohlkörpern, sondern auch bei der Erzeugung anderer Waren, z. B. von fortlaufenden Kautschukbahnen oder bei der Imprägnierung von Geweben mit Kautschuk, etwa bei der in Fig. 5 der Patentschrift Nr. 101947 angegebenen Einrichtung, verwenden, bei welcher die von der Kathode nach oben steigenden Gasblasen die Gleichmässigkeit des Kautschukniederschlages beeinträchtigen könnten.
Unter dem Ausdruck Kautschukdispersionen werden sämtliche natürliche oder künstliche, mit Zusatzstoffen vermengte oder reine unvulkanisierte oder auch vulkanisierte Dispersionen von Kautschuk, Guttapercha, Balata od. dgl. verstanden.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von Kautschukwaren, insbesondere von Eautschukhohlkorpern, aus Kautschukdispersionen durch elektrophoretisches Niederschlagen des Kautschuks auf anodisch geschaltete Unterlagen, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasentwicklung an der Kathode durch depolarisierend wirkende Kathoden verhindert wird.