<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Blättern oder Häuten aus Zellulose- estern oder Zelluloseäthern.
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Blättern oder Häuten (und zwar besonders dünner Films) aus einer Zelluloseester oder Zelluloseäther enthaltenden Masse, wie z. B. Acetylzellulosen, durch Ausgiessen einer Lösung dieser Verbindungen in einem flüchtigen Lösungsmittel auf einer Unterlage, Abdunstenlassen des Lösungsmittels und Abheben des Blättchens oder der Haut (im nachfolgenden einheitlich als Film bezeichnet) von der provisorischen Unterlage.
Es zeigt sich, dass bei dieser Art der Herstellung nach dem Ablösen der erstarrten Filmmasse von der Unterlage Spuren des Lösungsmittels im Film zurückbleiben. Wegen dieses Lösungsmittelrestes zeigt der Film manchmal die Neigung, sich zu wellen oder zu falten ; auch verleihen diese Rückstände an Lösungsmittel dem Produkt einen unerwünschten Geruch.
Es wurde ferner festgestellt, dass ein solches Produkt eine elektrische Ladung trägt, die eine Quelle von Gefahr und Unannehmlichkeiten bildet.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird der Film nach dem Ablösen von der provisorischen Unterlage durch einen mit Wasserdampf erfüllten Raum geführt, und zwar bei einer Temperatur, die vorteilhaft beträchtlich oberhalb Zimmertemperatur liegt. Es hat sich gezeigt, dass durch diese Behandlung der Rest des Lösungsmittels gleichmässig abgetrieben und das Welligwerden oder Verziehen des Films vermieden wird, welche Übelstände infolge ungleichmässiger und unvollständiger Austrocknung eintreten, wenn das Produkt, solange es noch Spuren des Lösungsmittels enthält, bloss zur Lagerung aufgerollt oder in Planfilms geschnitten und aufgestapelt wird.
Ausserdem befreit der im besagten Raum gebildete Nebel oder Dunst die Filmoberfläche sehr wirksam von der ganzen elektrischen Ladung und beseitigt dadurch die Gefahr einer Funkenbildung, welche eine Entzündung der Lösungsmitteldämpfe oder sonstiger in der Nähe befindlicher entzündlicher Stoffe verursachen könnte.
Zweckmässig wird das Produkt während der Behandlung mit feuchter Luft oder Dampf in gestrecktem oder mehr oder minder straff gespanntem Zustand erhalten.
Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens in seiner Anwendung auf die kontinuierliche Herstellung von Blättern oder Films. Ein solcher Apparat besteht aus einer Haube (einem langgestreckten Kasten ohne Boden), innerhalb welcher Walzen für die Führung der Blätter oder Films angeordnet sind, aus einer Einrichtung, um den Film dauernd unter Spannung zu halten, und aus irgendeiner Einrichtung zur Zufuhr von Wasserdampf unterhalb der Haube.
In der Zeichnung ist eine praktische Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes beispielsweise veranschaulicht, u. zw. zeigt Fig. 1 schematisch einen Aufriss im Längsschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie 2-2 in vergrössertem Massstab und Fig. 3 Einzelheiten einer abweichenden Ausführung.
Die Erzeugung des Films geht in der Weise vor sich, dass die Giesslösung kontinuierlich auf ein bewegliches Band ohne Ende gegossen und der erstarrte Film praktisch trocken fortlaufend abgenommen wird.
<Desc/Clms Page number 2>
Eine der Trommeln, über welche das endlose Band läuft, ist in Fig. 1 dargestellt und mit 10 bezeichnet. Das Produkt wird in der Form eines Films 11 von der Trommel abgestreift und über Walzen 12 geführt. Die Haube 13, deren Querschnitt aus Fig. 2 ersichtlich ist, erstreckt sich in der Richtung von der Trommel weg und besteht zweckmässig aus zwei Teilen, die, wie in Fig. 1 gezeigt, gegeneinander geneigt sind, kann aber auch von einem Ende bis zum anderen horizontal verlaufen.
Innerhalb der Haube sind Walzen 14 von kleinem Durchmesser (beispielsweise 5 cam) der Quere nach und parallel zueinander angeordnet. Die Walzen sind durchweg in gleichen Abständen placiert ; man kann beispielsweise 28 Stück in einer Haube von 12 m Länge unterbringen.
Der Film läuft von der Trommel in die Haube und bewegt sich innerhalb der letzteren zwischen den Walzen in einer Zick-Zack-Linie, d. h. unter der einen, dann über die nächste Walze usw. Die Spannung erhält der Film am Auslaufende der Haube durch irgendeine geeignete Anordnung, z. B. durch den Zuführungsmechanismus eines Apparates zum Zerschneiden des Films in Blätter und Aufstapeln (Aufschlichten) der letzteren. In Fig. 1 ist die Spannvorrichtung schematisch durch eine Rolle 15 dargestellt. Wenn erforderlich, kann ungefähr in der Mitte des Kastens ein mit Kautschuk überzogenes Spannwalzenpaar, das irgendwie angetrieben wird, vorgesehen werden.
Der Dampf wird der Haube unter geringem Druck und in kleinen Mengen durch die Rohre 17 zugeführt. Diese Rohre sind ungefähr 50 em unterhalb der Haube angebracht und an ihrer Unterseite mit Löchern versehen. Man kann beispielsweise zwei solche Rohre vorsehen, eines beim Einlauf und das zweite ungefähr in der Hälfte der Haubenlänge, und unter jedem einen Trog 19 zum Auffangen des Kondenswassers vorsehen.
Der Dampf steigt aus den Rohren 17 auf, bestreicht. die Unterseite des Films und dringt dann in die Haube, so dass die Luft, durch welche der Film gezogen wird, befeuchtet und erwärmt wird ; dabei wird der Dampf zum Teil kondensiert, so dass er als Dunst oder Nebel sichtbar wird. Die Menge des zugeführten Dampfes wird so geregelt, dass sich dieser Effekt ergibt, ohne dass der Film oder die Walzen nass werden ; es wird also nur so viel Dampf zugeführt dass die Luft in und unterhalb der Haube in einem warmen, dunstigen Zustand erhalten wird.
Es hat sich gezeigt, dass der aus der Haube austretende Film völlig oder doch nahezu geruchlos ist und dass er, in Stücke geschnitten und aufgeschlichtet, sich nicht wirft oder verzieht. Auch die elektrische Ladung, die sonst auf dem Film verbleiben würde, wird durch die mit Feuchtigkeit beladene Luft zur Erde abgeleitet.
Fig. 3 zeigt eine nach oben ragende Erweiterung 20 der Haube, welche den Zweck hat, den Weg des Films durch die feuchte Luft zu verlängern. Dieser Aufsatz enthält nahe seinem oberen Ende eine Walze 21, über welche der Film in der dargestellten Weise geführt wird und wird zweckmässig unmittelbar oberhalb des Dampfzuführungsrohres 17 am Zulaufende der Haube angebracht. Ein zweiter derartiger Aufsatz kann gegebenenfalls oberhalb des zweiten Dampfrohres in der Mitte vorgesehen werden.
Das Verfahren kann selbstverständlich auch mit Hilfe andersartiger Einrichtungen ausgeführt werden, z. B. in der Weise, dass die Haube durch einen Kanal ersetzt wird, in welchen warme, feuchte Luft durch ein oder mehrere Gebläse eingeführt wird. Auch eine Kammer mit Walzen nahe dem Deckel und dem Boden, über und unter welchen der Film in einer Anzahl von Schleifen geführt wird, so dass in einem verhältnismässig beschränkten Raum eine beträchtliche Weglänge erzielt wird, kann an Stelle der Haube treten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Behandlung von Blättern oder Häuten aus Zelluloseestem oder Zellulose- äthern zwecks Entfernung von Lösungsmittelresten und elektrischen Ladungen, dadurch gekennzeichnet, dass das Blatt oder der Film nach dem Ablösen von der Formunterlage durch einen mit Wasserdampf beladenen Raum geführt wird, und zwar zweckmässig bei einer Temperatur, die beträchtlich oberhalb der Zimmertemperatur liegt.