AT117068B - Fußboden- oder Wandbelag. - Google Patents
Fußboden- oder Wandbelag.Info
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Description
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Fussboden- Wandbelag.
Es sind Kunststein-oder Kunstholzmassen bekannt, welche aus einer Mischung von Magnesiazement mit Sägespänen, Torf, Holzwolle oder ähnlichen Faserstoffen bestehen. Die Verwendung solcher Massen als fugenloser Fussbodenbelag hat aber den Nachteil, dass derartige Böden immer einen ausgesprochenen Steinbodencharakter zeigen, hart sind und sich mehr oder weniger kalt anfühlen. Die Holzfaserstoffe, wie Sägespäne u. dgl., welche bei der Herstellung in der Regel mit der Lauge (Magnesium- chlorid-oder Magnesiumsulfatlösung) getränkt werden, geben nicht selten auch Veranlassung zu Salzausscheidungen, weil diese Faserstoffe sich mit der Lauge vollsaugen.
Die gleichfalls bekannte Verwendung von mineralischen Füll-und Faserstoffen, wie Asbest, Schlackenwolle usw. erhöht den unangenehmen Steineharakter des Bodens sehr, und sind diese Stoffe in der Zementmasse vollständig starr eingeschlossen.
Gemäss der Erfindung wird ein weicher und warmer, dem Linoleumbelage ähnlicher Fussbodenbelag dadurch erzeugt, dass man als Faserstoffe die bei der Sehuhfabrikation anfallenden Lederabfälle benützt. Diese Lederabfälle, welche hauptsächlich vom sogenannten Putzen oder Abraspeln der Sohlen herrühren, bestehen aus verhältnismässig langen Fasern gemischt mit kurzfaserigem fast pulverförmigem Leder. Durch Sieben wird das kurzfaserige Leder abgeschieden. Der langfaserige Lederabfall wird nun mit der Magnesialauge angefeuchtet und mit der kaustischen Magnesia vermischt. Beim Anfeuchten der Lederfasern kann die Lauge dieselben nicht durchdringen, weil die Gerbstoffe im Leder nur ein Quellen an der Oberfläche der Lederfasern zulassen, so dass also gewissermassen unveränderte Lederteilchen in die Zementmasse eingebettet werden.
Ein solcher Belag zeichnet sich daher durch grosse Elastizität aus.
Es sind zwar auch Sorelzementmischungen bekannt, welche Leder oder Lederabfälle enthalten.
Bei diesen bildet jedoch das Leder n'cht den Hauptfüllstoff, sondern nur einen kleinen Zusatz zu den eigentlichen Füllstoffen, wie z. B. Holzspäne, oder es wurde das Leder durch Behandeln mit kaustischer Lauge oder durch Zusätze von Bitumen, Harzen, Ölen u. dgl. in seinen Eigenschaften vollständig ver- ändert. Gemäss der Erfindung bilden aber die Lederabfälle den Hauptfüllstoff, der durch Vermeidung von Zusätzen bituminöser oder chemisch auf das Leder wirkender Stoffe, in seinen physikalischen Eigenschaften möglichst unverändert erhalten wird.
Zweckmässig kommt auf diesen Bodenbelag mit grobfaserigem Lederabfall noch eine Schichte einer Magnesiazementmischung, welche das abgesiebte, kurzfaserige Leder enthält, zu welcher Mischung noch Talkum, Asbest, Erdfarben usw. hinzugefügt werden.
Durch Zusatz entsprechender Mengen des Lederabfalles hat man es in der Hand, dem Bodenbelag die gewünschten Eigenschaften zu geben und denselben nach Wunsch härter, oder bei grösserem Lederzusatz weicher und mehr linoleumartig zu machen, da Leder infolge der Gerbstoffe haltbar ist und daher in verhältnismässig grossen Mengen der Zementmischung zugesetzt werden kann, ohne befürchten zu müssen, dass die an der Oberfläche zutage tretenden Lederfasern durch Feuchtigkeit unliebsame Ver- änderungen erleiden. Bei sehr grossem Lederzusatz ist es auch zweckmässig, die Lederabfälle in bekannter Weise vor der Verwendung mit einem Konservierungsmittel wie Formalinlösung, Salzen der Flusssäure, namentlich saurem Fluornatrium oder Fluorzink usw. zu behandeln.
Diese konservierenden Salzlösungen erfüllen ausser der Konservierung noch den weiteren Zweck, das tiefere Eindringen der Chlormagnesiumlauge bzw. der Zementmasse zu verhindern und dadurch eine grössere Elastizität der Lederfasern und somit des Belages zu erhalten. Es ist auch zweckmässig, den Unterboden mit Lauge von geringerer Dichte z.
B. mit Chlormagnesiumlauge von 160 Bé anzumachen, aiR den Oberbelag, für den ein Arbeiten mit
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Als Beispiel für die Herstellung des Bodenbelages kann nachfolgendes Muster dienen :
Unterboden : 4 Raumteile oder etwa 37'5 Gewichtsteile, grobe Lederfasern werden mit Chlormagnesiumlauge von ungefähr 160 Be angefeuchtet und mit 1 Raumteil oder etwa 62-5 Gewichtsteilen Magnesit (kaustischer Magnesia) vermischt, in der üblichen Weise als Bodenbelag aufgetragen.
Auf diesen Unterboden kommt dann ein zweiter Belag von etwa nachstehender Zusammensetzung : 1% Raumteile oder etwa 16'75 Gewichtsteile kurze Lederfasern werden mit Magnesiumchloridlauge von etwa 20 bis 220 Bé versetzt und mit ungefähr 1 Raumteil oder 60'15 Gewichtsteilen Magnesit (kaustischer Magnesia), 1/4 Raumteil oder 14 Gewichtsteilen Talkum, 1/8 Raumteil oder 3-5 Gewichtsteilen Asbest (pulverig oder kurzfaserig) sowie 1/8 Raumteil oder 5'6 Gewichtsteilen mineralischen Farben wie Ocker, Engelrot u. dgl. vermischt.
Der so hergestellte Boden nimmt gut Einlasswachs an und lässt sich sehr schön bürsten. Der Belag kann sowohl in einfacher als auch doppelter Lage auch als Wandbelag Verwendung finden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Fussboden-oder Wandbelag aus Magnesiazement und Füllstoffen, gekennzeichnet durch die Verwendung von faserigen Lederabfällen, wie sie namentlich bei der Schuhfabrikation anfallen, als Hauptfüllstoff unter Ausschluss aller die Lederfasern chemisch oder physikalisch verändernder Zusätze.
2. Fussboden-oderwandbelag nach Anspruchl, bestehend aus zwei übereinander verlegten Schichten, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die in bekannter Weise mit gröberen Füllstoffen versehene Unterschicht, als auch die in bekannter Weise mit Mineral-und Farbstoffen versetzte Oberschicht dieselben Lederabfälle enthalten, wobei das durch Aussieben erhaltene feinere Material in die Oberschicht kommt.
Claims (1)
- 3. Fussboden-oder Wandbelag nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem aus etwa 4 Raumteilen grobfaserigem Lederabfall, 1 Raumteil kaustischer Magnesia und Magnesium- EMI2.1
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