AT117082B - Verfahren zur Herstellung von Verbundglas. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Verbundglas.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung von Verbundglas. Verbundglas ist die Bezeichnung für ein Produkt, das aus zwei oder mehreren Glasscheiben, insbesondere Klarglasscheiben, und einer Zwischenlage von Kunststoff, insbesondere Zelluloid, besteht, die mit den Glasscheiben innig verbunden, verkittet oder verleimt ist. Gutes Verbundglas sieht wie gewöhnliches Glas aus, unterscheidet sich aber von diesem durch die Eigenschaft, beim Brechen nicht zu splittern. Bei einer Zertrümmerung des Glases durch Stoss oder Schlag soll die elastische Zwischenschicht, die Seele, intakt bleiben und die Bildung von Splittern durch das Festkleben der Glastrümmer an der Seele verhindert werden. Die Herstellung von guten Verbundgläsern ist mit grossen Schwierigkeiten verbunden. So bleibt z. B. bei Verwendung von Azeton oder Amylazetat als Lösungs-und leimbildendes Mittel die Zelluloidseele weich und gelatinös. Wird das Glas durch Stoss oder Schlag zertrümmert, so zerreisst auch die Seele und gewährt deshalb keinen Schutz gegen Glassplitter. Ein anderer Nachteil, der häufig bei den nach bekannten Verfahren hergestellten Produkten auftritt, besteht darin, dass die Verklebung zwischen Glas und Seele nicht genügend fest ist, so dass Glasstücke bei Bruch von der Seele abspringen. Dazu kommt noch, dass niedrig siedende Lösungsmittel an den Rändern abdunsten und somit Anlass zur Lösung der Verleimung an diesen Stellen bieten. Ferner soll das Produkt auch gegen atmosphärische Einflüsse widerstandsfähig sein, also möglichst wasserunlöslich und nicht quellend. Schliesslich dürfen die verwendeten Reagentien auch keine Trübung oder Verfärbung der Seele hervorrufen. Es wurde nun gefunden, dass man ein Produkt mit einer harten elastischen, stoss-und schlagsieheren Zelhüoidseele, die mit den Glasscheiben ausserordentlich fest verklebt ist, erhält, wenn man als leim- bildendes Mittel gemiseht aliphatiseh-aromatische Alkohole, wie z. B. Benzylalkohol, Phenyläthylalkohol oder Phenylpropylalkohol oder Gemische dieser Alkohole benutzt. Die gemischt aliphatisch-aromatischen einwertigen Alkohole sind keine eigentlichen Losungsmittel für Zelluloid. Sie wirken in der Kälte auf Zelluloid gar nicht ein. In der Wärme bilden sie, aber nur an der Zelluloidoberfläche, einen Nitrozelluloseleim, der ein sehr bedeutendes Klebvermögen besitzt. In der Kälte erhärtet dieser Leim und gleicht also dem Tisehlerleim, der in der Wärme flüssig, bei gewöhnlicher Temperatur aber fest ist und die in der Wärme verleimten Stücke bei gewöhnlicher Temperatur fest und dauernd verleimt hält. Die unter Verwendung der gemischt aliphatisch-aromatisehen einwertigen Alkohole hergestellten Produkte entsprechen auch allen sonstigen Anforderungen der Praxis. Ferner hat es sich gezeigt, dass man auch sonstige Quellungsmittel, also Mittel, die in der Kälte Zelluloid nicht lösen, z. B. Äthyl-Propyl-Buthyl-Amylalkohol als leimbildende Mittel mit gutem Erfolg verwenden kann, wenn man ihnen gemischt aliphatiseh-aromatische Alkohole zusetzt. Um die gewünschte Wirkung hervorzurufen, genügen schon verhältnismässig geringe Mengen dieser Verbindungen, z. B. etwa 10 %. Bei Ausführung des Verfahrens ist es vorteilhaft, die Zelluloidfolie bei einer Temperatur zu baden, bei der die Badflüssigkeit eben einzuwirken beginnt und die Oberfläche schlüpfrig zu werden anfängt. Diese Temperatur liegt je nach der Zusammensetzung der Badeflüssigkeit zwischen 25 und 400 C. Man bringt die Folie sodann, am besten unter der Badeflüssigkeit, zwischen die Glasplatten und überträgt in die geheizte Warmpresse. Durch Einwirkung von Druck wird hierauf die Verleimung bewirkt und gleichzeitig die überschüssige Badefiüssigkeit ausgepresst. Der Leim bedarf einiger Zeit, um vii]] ig zu erhärten. <Desc/Clms Page number 2> Ausführungsbeispiele : 1. Die Zelluloidfolie wird in Benzylalkohol bei 30-35 C drei bis sechs Minuten gebadet und unter der Badeflussigkeit zwischen die zu verbindenden Glasschichten gebracht. Man hebt aus dem Bade und vereinigt die Gläser in der Warmpresse bei einer Temperatur von 60 bis 800 C und unter einem Drucke bis EMI2.1 2. Man verfährt wie nach Beispiel 1, benutzt aberan Stelle von Benzylalkohol Phenyläthylalkohol als Badeflüssigkeit oder ein Gemisch von z. B. 50 Teilen Benzylalkohol und 50 Teilen Phenyläthylalkohol. 3. Man verwendet als leimbildendes Mittel ein Gemisch von 75 Volumteilen Benzylalkohol und 25 Volumteilen 95 igem Weingeist. Die Einwirkung des Bades auf die Zelluloidfolie geht bei gewöhnlicher EMI2.2 4. Als Badeflüssigkeit wird ein Gemisch von 75 Volumteilen 95% igem Weingeist und 25 Volumteilen Benzylalkohol benutzt. Die Behandlung der Zelluloidseele wird bei gewöhnlicher Temperatur vorgenommen und erfordert zwei bis fünf Minuten. 5. Als Badefüssigkeit dient ein Gemisch von 10 Teilen Propyl-, 20 Teilen Buthyl-, 70 Teilen Amyl-und 10 Teilen Benzylalkohol mit einem Zusatz von 10 Teilen Wintergrünöl. Die Badetemperatur beträgt 30-35 C. Die Temperatur in der Warmpresse 70-90 C. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von Verbundglas durch Verleimung von Gläsern mit Hilfe einer Zelluloidseele unter Anwendung von Druck und allenfalls von Wärme, dadurch gekennzeichnet, dass man als leimbüdendes Mittel gemischt aliphatisch-aromatische, einwertige Alkohole, insbesondere Benzylalkohol, oder Gemische solcher Alkohole verwendet.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch]. dadurch gekennzeichnet, dass gemischt aliphatisch-aromatische, einwertige Alkohole im Gemisch mit indern Zelluloidqtiellungsmitteln verwendet werden.
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