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Verfahren zum Einbringen von Versatzmaterial in (Gruben oder Schächte und Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung von Briketts zu Versatzzwecken.
Die bisher bekannten Verfahren und Einrichtungen zum Einbringen von Versatzgut in Gruben und Schächte usw. haben den Übeand, dass die Betriebssicherheit zu viel von der Beschaffenheit des Versatzmaterials abhängt.
Das Versatzmaterial ist meist zu ungleichartig und führt aus diesem Grunde zu leicht zu Verstopfungen der Rohrleitung, sowie zu einem grossen Verschleiss derselben.
Es ist bekannt, dass Körper verschiedener Form und Schwere einem Spülstrom von Wasser oder Luft ganz verschiedenen Widerstand entgegensetzen, wodurch diese Körper in dem Spülstrom verschiedene Geschwindigkeiten erhalten. Beim Spülen von Versatzmaterial haben diese verschiedenen Geschwindigkeiten zur Folge, dass einerseits bei einer Vergrösserung der Materialgeschwindigkeit eine Verdünnung des Materialstromes und bei einer Verringerung der Materialgeschwindigkeit eine Verdichtung des Materialstromes an der betreffenden Stelle der Rohrleitung eintritt. Diese Geschwindigkeitsänderung des Versatzmaterials und die dadurch bedingte Veränderung der Stromdichte wird insbesondere an Stellen der Querschnitts- oder Richtungsänderungen der Rohrleitung eintreten und kann so weit steigen, dass daraus eine Verstopfung wird.
Tatsächlich kommen an diesen Stellen auch die meisten Verstopfungen vor.
Vorliegende Erfindung beseitigt diese Nachteile dadurch, dass das Versatzmaterial vor dem Zusetzen zu dem Spülmittel (Luft oder Wasser) brikettiert und dann dem Spülmittel ganz oder teilweise in Brikettform zugesetzt wird und lässt dadurch einen gleichmässigeren und störungsfreieren Betrieb erreichen.
Dabei wird eine runde, etwa eiförmige, oder Kugelform der Presslinge (Briketts) am vorteilhaftesten sein.
Die aus der Versatzmasse auf diese Weise hergestellten Presslinge (Briketts) haben dann nicht nur die gleiche Form und Grösse, sondern auch annähernd das gleiche Gewicht ; sind also, im dynamischen Sinne, Stücke gleicher Masse. Sie werden daher, da sie untereinander die gleiche Form, Grösse und Schwere haben, dem Strom des Spülmittels, Wasser oder Luft, stets den gleichen Widerstand entgegensetzen, daher auch die gleiche Geschwindigkeit erhalten. Die Dichte des Materialstromes wird der Geschwindigkeit entsprechend die gleiche sein. Dadurch wird die Gefahr des Verstopfens wesentlich verringert und man wird mit einem weit geringeren Druckgefälle des Spülmittels auskommen.
Zur Vermeidung von Materialanhäufungen im Strom des Spülmittels ist es auch notwendig, das Versatzmaterial möglichst gleichmässig aufzugeben und die Menge des Versatzmaterials entsprechend zu regeln. Ein Material aber, das an sich ungleichartig ist, lässt sich nicht so gleichmässig verteilen und dem Spülmittel entsprechend zumessen, als ein Material von gleichmässiger Form, Grösse und Schwere. Das nach vorliegendem Verfahren aufbereitete Versatzgut wird sicher daher auch bei der Zuführung zum Spülmittel gleichmässiger verteilen und besser dosieren lassen, als bisher. Die Vorbedingung dafür ist aber in der Hauptsache die Überführung des Versatzmaterials in Stücke gleicher Form und Grösse durch Brikettieren.
In vielen Fällen wird es vielleicht gar nicht notwendig sein, das ganze Spülmaterial zu brikettieren ; es wird schon genügen, einen gewissen Teil des Versatzmateriales in Brikettform und den Rest in der ursprünglichen Beschaffenheit mit den Briketts dem Spülstrom zuzusetzen. In diesem Falle wird in dem zu versetzenden Räume das nicht brikettierte feinere Material die Hohlräume zwischen den Briketts ausfüllen. Das Zusetzen des Spülma, terials in Brikettform wird dann nur in dem Masse geschehen, als zur Vermeidung von Verstopfungen notwendig ist.
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Im folgenden wird diese Erfindung erweitert auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur Ausführung des vorbeschriebenen Verfahrens zum Einbringen von Versatzmaterial in Brikettform in Grubenund Schächte. Diese Erfindung bezweckt, Briketts für den Grubenversatz aus erdigem, stark feuchtem Material zu erzeugen.
Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ist man angewiesen, zum Versatz dasjenige Material zu nehmen, das an Ort und Stelle oder in nächster Nähe in genügender Menge vorhanden ist. Daher kommt zu diesem Zwecke in manchen Bergbaugegenden Lehm, Ton, Letten usw. in Frage. Dieses Material besitzt aber in seiner natürlichen Beschaffenheit meist einen grösseren Grad von Feuchtigkeit (bis zu 40%). Eine grössere Feuchtigkeit ist für die Erzeugung von Briketts als Bindemittel zwar erwünscht, hat aber anderseits den Nachteil, dass beim Brikettieren die Presslinge in der Pressform haften bleiben.
Dies ist daraus erklärlich, dass beim Schliessen der Pressform die Feuchtigkeit, je nach der Grösse des Pressdruckes nach aussen quillt. Ein Loslösen der Presslinge aus der Pressform hat aber zur Voraussetzung, dass bei der öffnenden Bewegung der Pressform die äussere Luft zwischen Pressling und Pressform dringen kann. Beim Öffnen der Pressform verhindert nun diese ausgepresste Feuchtigkeit ein Eindringen der Luft zwischen Pressling und Pressform und erschwert dadurch ein Loslösen des Presslings von der
Pressform.
Gemäss dieser Erfindung wird ein Haftenbleiben an der Pressform dadurch vermieden, dass das Versatzmaterial unmittelbar vor oder während des Brikettierens getrocknet, d. h. porös gemacht wird. Diese Trocknung geschieht aber nur oberflächlich, so dass das Innere des Materials die für die Brikettierfähigkeit notwendige Feuchtigkeit behält. Durch die Trocknung des Materials wird an der Oberfläche die Porosität erhöht und dadurch das Eindringen der äusseren Luft erleichtert. Dieselbe kann dann beim Öffnen der Pressform eher zwischen Material und Pressform dringen und damit das Loslösen des Presslings bewirken.
Die Ausführung dieser Erfindung geschieht zunächst in der Weise, dass die Pressform geheizt wird.
Die Wandungen der Form geben dann, sobald sie mit dem zu pressenden feuchten Versatzmaterial in Berührung kommen, Wärme an dieselbe ab. Dabei wird an der Oberfläche des Materials die Feuchtigkeit verdampft. Der so entstehende Dampf bildet ein Zwisehenmittel zwischen Pressform und Pressling.
Dieses Zwischenmittel und die erhöhte Porosität der Presslingsoberfläche verhindern beim Öffnen der Pressform sicher das Klebenbleiben des Presslings.
Für den Spülbetrieb ist die günstigste Form der Briketts die Kugelform, weil sie der Fortbewegung in der Spülleitung den geringsten Widerstand entgegensetzt und dem Spülmittel (Wasser oder Luft) eine grosse Angriffsfläche bietet. Anderseits ist die Kugelform der Briketts hinsichtlich Loslösen aus der Pressform eine sehr ungünstige, weil die Materialmasse sehr tief in der Form steckt und an der Halbierungslinie der Kugel, die Pressform-Randfläche senkrecht zur Pressform-Teilungsebene steht. Die
Verwendung des Spülversatzmaterials in der vorteilhaften Kugelform ist daher nur dann möglieh, wenn es gelingt, bei der Erzeugung der Kugeln ein Haftenbleiben in der Pressform mit Sicherheit zu vermeiden.
Die ffir einen wirtschaftlichen Spülbetrieb notwendige hohe Leistung erzielt man am besten bei Verwendung von Presswalzen zur Erzeugung von Presslingen.
Auf der Zeichnung ist eine Einrichtung im Querschnitt dargestellt. Zur Erzeugung von Presslingen dient z. B. ein Walzenpaar 1 in das am Umfange die Pressform 2 z. B. für die Erzeugung von Kugeln vertieft sind. Das Versatzmaterial3 wird von oben in die sich gegeneinander drehenden Walzen 1 eingelassen. Bei dem Schliessen der Form während der Drehung der Walzen wird das Material in Kugeln 4 gepresst, wobei die Feuchtigkeit je nach der Grösse des Pressdruckes nach aussen quillt. Gemäss der Erfindung sind die Walzen geheizt. Zu diesem Zwecke sind die Walzen hohl und mit einem Heizmittel z. B.
Heissluft oder Dampf gespeist, wobei das Heizmittel durch die Bohrung der Wellen zu-und abgeleitet wird ; Während des Pressens des Versatzmaterials wird die durch den Pressdruck herausgepresste Feuchtig- keit an der heissen Walzenwand verdampft, wobei die Oberfläche des Presslings auch getrocknet wird.
Diese Oberflächentrocknung und die Dampfbildung bewirken ein sofortiges Lösen des Presslings, auch in Kugelform, beim Öffnen der Pressform auf der Unterseite der Walzen 1.
Zur Erzielung einer hohen Leistung müssen die Walzen auch entsprechend rasch laufen. Das Schliessen der Pressform und das Wiederöffnen spielt sich dabei in einem Bruchteil einer Sekunde ab.
Bei sehr nassem und sehr klebrigem Material ist dann die Presszeit zu kurz, um den Pressling an der Oberfläche soweit zu trocknen, dass er sich noch sicher loslöst. Es ist deshalb von Vorteil, das Pressmaterial schon vorher in einem flachen Strang oder in mehrere flache Stränge fortlaufend zu formen und dabei die Oberfläche vorzutrocknen. Dieses Vortrocknen des Materials in Strangform ermöglicht nicht nur einen höheren Grad von oberflächlicher Trocknung, sondern erhöht auch die Festigkeit der Presslinge, weil die Materialkruste bei dem längeren Trocknen stärker und härter wird. Das Vortrocknen des Materials in Strangform kann dadurch erfolgen, dass längs desselben in bekannter Weise Heizkörper 5 angebracht sind.
Gemäss einer weiteren Erfindung findet das Vortrocknen schon durch das Werkzeug statt, das die Strangbildung bewirkt. Die Vortrocknung findet auf diese Weise schon während der Strangbildung
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und unter Druck statt. Auf der Zeichnung ist diese Verbesserung ebenfalls dargestellt. Oberhalb des Formwalzenpaares 1 ist ein zweites, glattes Walzenpaar 6 angeordnet. Dieses Walzenpaar 6 erfasst das im Eintrag 7 zulaufende Versatzmaterial und formt es fortlaufend zu einem Strang 3 der dem Formwalzenpaar 1 zuläuft. Diese erfassen das Material und formen es zu Presslingen, die dann unten abfallen. Zur oberflächlichen Vortrocknung des Versatzmaterials während der Strangbildung ist auch das Strangwalzenpaar 6 heizbar eingerichtet.
Die Kruste des Versatzmaterials wird schon auf den Vorwalze 6 durch Pressen und gleichzeitiges Trocknen gebildet. Die unteren Formwalzen 1 erhalten bereits ein vorgepresstes und vorgetrocknetes Material, so dass dann die auf den Formwalzen 1 hergestellten Kugeln nicht nur leicht abfallen, sondern auch eine härtere Schale, eine grössere Festigkeit erlangen, wobei aber der Kern feucht und weich bleibt. Infolge der höheren Festigkeit können die solcherart hergestellten Kugeln auf längerem Wege und mit grösserer Geschwindigkeit befördert werden. Die Festigkeit ist aber nur eine oberflächliche, so dass die Kugeln beim Auftreffen im Versatzorte zerfallen und unter dem Drucke des Anprallens die Hohlräume des Versatzortes ausfüllen.
Mit Hilfe vorliegender Erfindung ist es also bei hoher Leistung möglich, selbst aus sehr klebrigem und wenig plastischem Material Presslinge in Form von Kugeln zu erzeugen, deren Kern weich und feucht, deren Oberfläche aber hart und trocken ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Einbringen von Versatzmaterial in Gruben oder Schächte, dadurch gekennzeichnet, dass das Versatzmaterial vor dem Zusetzen zu dem Spülmittel (Luft oder Wasser) brikettiert und dann dem Spülmittel ganz oder teilweise in Brikettform zugesetzt wird.