AT121239B - Anlage zur Vergärung von zellstoffartigen oder zellstoffhaltigen Stoffen. - Google Patents
Anlage zur Vergärung von zellstoffartigen oder zellstoffhaltigen Stoffen.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Anlage zur Vergärung von zellstoffartigen oder zellstoffhaltigen Stoffen. Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Gärung von zellstoffartigem oder-haltigem Material behufs Erzeugung von aliphatischen Säuren, Alkoholen und brennbaren Gasen und bezweckt in erster Linie, die Einhaltung von Bedingungen, welche einen raschen Verlauf der Gärung ermöglichen, ohne dass die EMI1.1 Gärungsbedingungen einstellen. Die die Gärung von zellstoffhaltigem oder-artigem Material verhindernden oder verzögernden Umstände, die sich im Verlauf des Gärungsvorganges einstellen, haben den Gegenstand eingehender wissenschaftlicher Untersuchungen gebildet, insbesondere hinsichtlich des Studiums der chemischen oder physikalischen oder biochemischen Bedingungen der behandelten flüssigen Masse und der Wirkung der darin enthaltenen oder ihr absichtlich zugesetzten chemischen Substanzen. Eine Erscheinung, welche Gärungsfachleute verblüffte und bisher zu Misserfolge führte, besteht darin, dass Verfahren oder Bedingungen, die im Laboratoriumsmassstab mit sehr guten Erfolgen angewendet wurden, bei Anwendung im grossen Massstab häufig in hohem Masse versagen. Es hat sich gezeigt, dass eine bisher unbekannte und selbst ungeahnte. Ursache der Herabsetzung der Geschwindigkeit des Verlaufes der Vergärung von zellstoffartigem oder-haltigem Material zwecks Erzeugung von aliphatischen Säuren, Alkoholen und brennbaren Gasen im grossen Massstabe darin liegt, dass das der Vergärung unterzogene Material lange Zeit mit blankem Metall in Berührung steht. Gewöhnlich wird die Vergärung bei erhöhter Temperatur durchgeführt, u. zw. unter ständigem oder zeitweise unterbrochenem Rühren. Die im Grossbetrieb gewöhnlich verwendeten Gärungsanlagen bestehen aus einem Eisenbottich mit einer metallenen Rührvorriehtung und einer in die Flüssigkeit versenkten metallenen Heizschlange für Dampf oder ein anderes Heizmittel. Der Ersatz eines eisernen Gärbottichs durch einen solchen aus Aluminium oder Holz ist zwar bekannt und hat auch zur Folge, dass die Schädigung des Bottich durch die Säuren und die Verunreinigung und Verfärbung der Gärungsprodukte verhütet, aber die schädlichen Folgen der oligodynamischen Wirkung treten dennoch auf, wenn nicht die Berührung des blanken oder freiliegenden Metalles mit der in Gärung befindlichen Flüssigkeit an jeder Stelle innerhalb des FlÜssigkeitsspiegels sorgfältig vermieden wird. Infolgedessen ist es notwendig, blankes oder freiliegende Metall an allen unter der Flüssigkeit liegenden Heizvorriehtungen, wie Heizschlangen und an den unter dem Flüssigkeitsspiegel liegenden Rührvorrich- tungen sowie überhaupt an allen unter dem Flüssigkeitsspiegel liegenden Teilen, sorgfältig zu vermeiden. Man erkennt hienaeh, dass die vorliegende Erfindung im Wesentlichen darin besteht, die Zellstoffvergärung zwecks Darstellung von aliphatischen Säuren, Alkoholen und brennbaren Gasen bei völliger Abwesenheit von blanken oder freiliegenden Metallen durchzuführen. Es wird demnach die Vergärung in Anlagen durchgeführt, bei denen kein mit dem zu vergärenden Gut in Berührung stehender Teil eine blanke Metalloberfläche besitzt oder eine solche annimmt, sondern im Gegenteil alle solche Teile gänzlich aus nichtmetallischem Material, wie Holz bestehen, oder wenn Metall zu ihrem Aufbau verwendet wird, dieses Metall mit einem darauf aufgetragenen oder sich darauf bildenden Überzug auf allen Stellen versehen ist, die mit dem zu vergärenden Gut in Berührung treten können : das gilt auch für alle Rühr-und Heizvorrichtungen und alle Konstruktionsteile, Armaturen u. dgl. Bei Ausführung der Erfindung kann man beispielsweise eine ganz aus Holz gebaute Gäranlage mit hölzernem Rührwerk und hölzernem Dampfeinlassrohr verwenden, oder auch eine Gäranlage aus Aluminium, welches sich bei den Betriebsbedingungen sehr rasch selbst seinen nicht metallischen Überzug bildet. Man kann auch eine Gäranlage aus Eisen benutzen, bei der alle Teile mit Firnis oder sonstigem Stoff <Desc/Clms Page number 2> überzogen sind, der der Einwirkung der erwärmten verarbeiteten Masse widersteht. Es können auch Metalle verwendet werden, welche mit bei der Vergärung vorhandenen oder sich bildenden Stoffen derart chemisch reagieren, dass sich der notwendige schützende Überzug an Ort und Stelle bildet. Es kann beispielsweise Blei verwendet werden, wenn bei der Vergärung Schwefelwasserstoff oder organische Schwefelverbindungen vorhanden sind oder gebildet werden, da sie einen vollkommen schützenden Überzug von Schwefelblei bilden. Kupfer ist jedoch unter den gleichen Bedingungen wegen des bekannten schädlichen Einflusses von Kupferverbindungen auf den Verlauf der Gärung ungeeignet. Statt dass man die ganze Vergärungsanlage aus durchwegs demselben Material herstellt, kann man sie auch aus mehreren verschiedenen Materialien anfertigen. Der Bottich selbst kann aus Ahuninium, die Rührvorrichtung aus Holz und die Heizschlange aus Blei hergestellt sein. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Anlage zur Vergärung von zellstoffartigen oder zellstoffhaltigen Stoffen unter Verwendung von Gärbottichen, aus, durch Säuren nicht angreifbarem Material, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamten der in Gärung befindlichen Flüssigkeit ausgesetzten Teile der Anlage nicht nur mit Einschluss des Bottich, sondern auch unter dem Flüssigkeitsspiegel liegender Heizschlangen, Rührvorrichtungen und sonstiger Teile von allen blanken oder freiliegenden Metallteilen frei sind, wodurch nicht nur jede Korrosion oder chemischer Angriff, sondern auch jede oligodynamisehe Wirkung hintangehalten und dadurch die Gärungswirkung gesteigert wird.
Claims (1)
- 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Baumaterial aller Teile derselben nichtmetallisch, etwa Holz, ist (was für Gärbottiche allein bereits bekannt ist), oder Metall, wie Aluminium (das für Gärbott ehe allein gleichfalls bereits bekannt ist) auf dem sich bei der Verwendung rasch ein nichtmetallischer Überzug bildet, oder dass alle Teile mit einem nicht metallischen Überzug versehen sind oder dass einige oder alle vorgenannten Arten bei Vermeidung freiliegenden oder blanken Metalls gleichzeitig verwendet werden.3. Anlage nach Anspruch l, bei welcher zum Bau derselben Blei verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das freiliegende Blei mit einem Überzug versehen ist, der durch die Einwirkung von Schwefelwasserstoff oder organiseher Schwefelverbindungen entsteht, die der in Gärung begriffenen Flüssigkeit zugesetzt werden oder sich darin bilden.
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