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DrehbarerSchmelzofenfürMetalleundLegierungen.
Die Erfindung betrifft einen drehbaren Schmelzofen für Metalle und Legierungen und besteht darin, dass die Längsachse des Ofenkörpers mit der waagrechten Drehachse einen spitzen Winkel bildet und die Einfüllöffnung so angeordnet ist, dass sie auch bei voller Umdrehung des Ofenkörpers nicht vom Sehmelzgut überflutet wird.
Es sind bereits Öfen für chemische Zwecke bekannt geworden, deren Längsachse mit der waagrechten Drehachse einen spitzen Winkel bildet. Hiedurch wurde erreicht, dass die noch nicht geschmolzenen Teile der Beschickung bei der Drehung des Ofenkörpers aus dem flüssigen Bad auftauchten und unmittelbar mit den Heizgasen in Berührung kamen. Da aber die Einfüllöffnung des Ofens etwa in der Mitte des Ofenkörpers an seinem Umfang angeordnet war, konnte wegen der Gefahr des Austrittes von Schmelz-
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Berührung gebracht werden und deshalb auch seine Wärme nur unvollkommen an das Schmelzgut abgeben. Die Folge dieser ungleichmässigen Wärmebeanspruchung der Ofenauskleidung ist deren schnelle Abnutzung und Zerstörung.
Ordnet man nun gemäss der Erfindung die Einfüllöffnung so an, dass sie auch bei voller Umdrehung des Ofenkörpers nicht vom Schmelzgut überflutet wird, so kann man gefahrlos den Ofenkörper um 3600 drehen und die an das Ofenfutter abgegebene Wärmemenge stets von neuem restlos an das Schmelzbad abführen. Dies ist insbesondere für das veredelnde Schmelzen von Gusseisen von grosser Bedeutung.
Bekanntlich befinden sich im Gusseisen in mehr oder weniger grosser Anzahl die schädlichen Graphitkeime, die die Festigkeitseigenschaften des Gusseisens herabsetzen und die Gefahr der Lunkerbildung vergrössern. Das Gusseisen wird umso besser werden, je feiner der Graphit im Eisen verteilt wird. Durch die stete wellenförmige Bewegung, welche die Folge einerseits der Drehung des Ofenkörpers und anderseits der Anordnung des Ofenkörpers im spitzen Winkel zur Drehachse ist, wird der Graphit schnell zur Lösung gebracht und eine so feine Graphitverteilung erzielt, wie dies mit keinem der bekannten Veredelungsverfahren bisher möglich war.
Eine wichtige Rolle spielt hiebei auch die volle Umdrehung des Ofenkörpers um 360'0, da erfahrungs- gemäss eine gewisse Überhitzung des Schmelzgutes grosse Vorteile hat. Die hohe Temperatur des Schmelzgutes kann aber nicht etwa durch unmittelbare Einwirkung des Flammenstrahles eines Gas- oder Ölbrenners auf das Schmelzgut erreicht werden, weil dieser Flammenstrahl in der Regel stark oxydierend wirkt. Wird nun aber der Ofenkörper um 360 gedreht, so gibt die feuerfeste Auskleidung die vorher aufgenommene Wärme beim Untertauchen unter das Sehmelzbad an dieses ab. Hiedurch kann das SchmelzgutohneschädlichechemischeBeeinflussungaufhoheTemperaturgebrachtwerden.
Wenn man den vorliegenden Ofen ah selbständigen verwendet, so wird man zweckmässig an seinem Umfang eine Einfüllöffnung so anordnen, dass sie in ihrer tiefsten Lage nicht vom Schmelzgut überspült wird. Zu diesem Zwecke verlegt man die Einfüllöffnung an einen der Drehachse möglichst nahe gelegenen Punkt und umgibt sie mit einem Wulst des Ofenfutters, der als Scheidewand wirkt.
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bildet mit der waagrechten Drehachse einen spitzen Winkel. Die Einfüllöffnung kann der hohle Lager- zapfen sein, wenn der Ofen in Verbindung mit einem Kupolofen, Hochofen od. dgl. benutzt wird. Wird er als selbständiger Ofen verwendet, so ordnet man am Ofenumfang eine Einfüllöffnung an, u. zw. möglichst nahe der Drehachse.
Das Ofenfutter c ist an dieser Stelle verstärkt oder erhält einen wulst- artigen Vorsprung e, der in der Lage des Ofenkörpers nach Fig. 2 den Zutritt des Sehmelzgutes zur Ein- füllöffnung d verhindert.
Wie Fig. 3 zeigt, vollfuhrt das flüssige Schmelzgut bei der Ausgangsstellung nach Fig. 1 zunächst eine rollende Bewegung in tangentialer Richtung. Nach Drehung des Ofens um 180 ist das Gut in axialer
Richtung nach links gewandert und hiebei kräftig durchmischt worden. Nach Drehung des Ofens um weitere 1800 wird das Schmelzgut bei entgegengesetzter Bewegungsriehtung nochmals innig durchmischt.
Hiedurch werden die Vorbedingungen für eine feine Verteilung des Graphits im Eisen und für das schnelle
Austreiben der nachteiligen GaseinschlÜsse im Schmelzgut gegeben.
Wird der Ofenkörper mit sehr grossen Abmessungen gebaut, so kann er auf Ringen gelagert werden, die am Ofenkörper befestigt sind.
Der vorliegende Ofenkörper kann den üblichen Vorherd eines Kupolofens ersetzen oder auch an einen Vorherd angeschlossen werden. Will man den Ofen als selbständige Vorrichtung verwenden und einen ununterbrochenen Schmelzbetrieb erreichen, so kann man zwei Ofenkörper miteinander kuppeln und hiebei die Heizgase abwechselnd in der einen oder anderen Richtung führen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Drehbarer Schmelzofen für Metalle und Legierungen, der auch als Vorherd eines Schachtofens oder vor dem Vorherd eines Schachtofens angeordnet sein kann, gekennzeichnet durch die Vereinigung der an sich bekannten Merkmale, dass die Längsachse des Ofenkörpers (b) mit der waagreehten Drehachse einen spitzen Winkel bildet und die Einfüllöffnung so angeordnet ist, dass sie auch bei voller Umdrehung des Ofenkörpers nicht vom Schmelzgut überflutet wird.