<Desc/Clms Page number 1>
Anordnung zum Schutz elektrischer Leitungsnetz.
Wenn in einem elektrischen Leitungsnetz ein Fehler auftritt, so soll nach Möglichkeit nur die fehlerhafte Leitungsstrecke abgeschaltet werden. Aus diesem Grunde sorgen richtungsempfindliche Relais dafür, dass überhaupt nur eine solche Leitungsstrecke abgeschaltet werden kann, in die der Fehler-
EMI1.1
Doppelerdschluss auftritt.
Um diese Unsicherheiten zu beseitigen, wird die Auswahl der verschiedenen Abschaltrelais von der verketteten Spannung abhängig gemacht, u. zw. so, dass ein Absinken einer oder mehrerer verketteter Spannungen unter eine bestimmte Grenze das Erdsehlussrelais ausser Tätigkeit setzt, d. h. dasjenige Relais, das beim Auftreten eines Summenstroms oder eines Spannungsunterschiedes zwischen dem Nullpunkt des Netzes und Erde anspricht. Dafür wird dann die andere Schutzeinrichtung, die bei Kurz- schluss ansprechen soll, eingeschaltet, so dass sie die Schalterauslösung betätigen kann.
Die Schaltung eines Ausführungsbeispieles ist in Fig.] dargestellt. Von den Sammelschienen R, S, T gehen zwei parallele Drehstromleitungen 1 und 2 aus. Die Phasen der ersteren sind mit Tl'S1, tlo die der andern mit T2, S2, t2 bezeichnet. In die Phasen r, und tl der einen Leitung und T2, 4 der andern Leitung sind die Stromwandler. 3, 4, 5, 6 eingeschaltet. Die Sekundärspulen der Stromwandler 3 und 5 liegen in Reihe ; ein etwa auftretender Differenzstrom wirkt auf die eine Stromspule 7 eines richtungempfindlichen Relais 9 ; ebenso sind die Sekundärspulen der Stromwandler 4 und 6 hintereinandergeschaltet. Ein zwischen ihnen auftretender Differenzstrom wirkt auf eine zweite Stromspule 8 des Relais.
Die beiden beweglichen Systeme, deren Spannungsspulen ebenfalls angedeutet und in bekannter Art an die Netzphasen angeschlossen sind, sind miteinander mechanisch gekuppelt. Je nachdem, ob ein
EMI1.2
Die Leitung von der Relaiszunge 17 zu der Stromquelle 16 ist aber im allgemeinen durch einen Umschalter 18 unterbrochen, nämlich solange ein Relais 19 stromlos bleibt. Dieses kann von einer Stromquelle 20 über drei parallel liegende Schalter 21, 22,) Strom bekommen. Diese Schalter werden durch Relaisspulen 24, 25, 26 offengehalten, solange die verketteten Spannungen, an die sie angeschlossen sind, normale Höhen haben. Sobald aber auch nur eine der verketteten Spannungen, z. B. zwischen R und S infolge eines Kurzschlusses unzulässig gesunken ist, lässt das Relais 26 den Schalter 23 los, so dass das Relais j ! 9 Strom bekommt und den Schalter 18 an seinen Kontakt 27 anlegt. Der Kontakt 28 wird infolgedessen unterbrochen. Der Stromkreis für eine der Auslösespule 12 oder 13 wird geschlossen.
Die Rückleitung von den Auslösespule zur Stromquelle geht über zwei Hilfskontakte 37, 38, die nur geschlossen sind, wenn beide Leitungen 1 und 2 in Betrieb sind.
<Desc/Clms Page number 2>
Ist aber die Ungleichheit der Ströme in den Leitungen 1 und 2 die Folge eines Erdschlusses, so schliesst das Relais 9, das gern möglichst empfindlich eingestellt wird, ebenfalls einen seiner Kontakte J oder 11. Eine Auslösung der Schalter kommt aber dadurch nicht zustande, weil die verketteten Spannungen in Ordnung sind. Für diesen Fehlerfall ist aber das Erdsehlussrelais 29 vorgesehen. Es liegt mit seiner Stromspule an der Verbindungsleitung der Stromwandlergruppen. : und-M, die in bekannter Weise den Summenstrom aller drei Leitungen, soweit er von Null verschieden ist. führen.
Liegt der Erdschluss ausserhalb der parallelen Leitungen 1 und 2, so ist der Summenstrom in beiden Leitungen der gleiche, und die Stromspule des Erdschlussrelais bleibt stromlos : sie spricht aber an, wenn infolge
EMI2.1
Die Spannungsspule des Erdschlussrelais : 29 wird von einem Spannungswandler 32 erregt, der zwischen dem Nullpunkt 3J und Erde liegt und solange kein Erdschluss vorliegt. spannungslos bleibt. Die Zunge 34 des Erdschlussrichtungsrelais 29 schliesst entweder ihren Kontakt : 35 oder ihren Kontakt-' ?. wodurch
EMI2.2
angelegt wird.
Ist der Erdschluss aber ein Doppelerdsehluss, so wird dadurch auch die verkettete Spannung zwischen zwei Phasen beeinflusst und das Relais 19 unterbricht den Kontakt 28, so dass das Erdschlussrelais 29 keine Auslösung herbeiführen kann. Die Auslösung wird vielmehr dem Kurzschlussrelais 9 überlassen.
Da ein etwa fliessender Erdschlussstrom infolge seiner kapazitiven Natur der Spannung um 90c voreilt, kann es vorkommen, dass das Richtungsrelais 9 überhaupt nicht oder infolge Zufälligkeiten oder Ungenauigkeiten falsch ansprechen würde. Ein falscher Ausschlag tritt insbesondere dann ein. wenn die Phasennacheilung des Kurzsehlussstromes dadurch berücksichtigt ist. dass die Spannungsspule an einer Phase angeschlossen ist, deren Spannung mit einem solchen nacheilenden Kurzschlussstrom in besserer Übereinstimmung ist. Der falsche Ausschlag des Richtungsrelais 9 kann aber kein Unheil anrichten, da der Kontaktkreis gemäss der Erfindung gesperrt ist.
An Hand von Fig. 2 und 3 ist erkennbar, dass bei bestimmten Arten von Doppelerdsehliissen das Erdschlussrelais 29 falsch ansprechen würde. Beiden Abbildungen ist ein Doppelerdsehluss zugrunde
EMI2.3
laufenden Summenstromes ist durch Pfeile angedeutet. Bei Fig. 3 dagegen liegt der Fehler. der ausserhalb der Sammelschienen entstanden ist, an der Phase S und der in der Leitung 1 an der Phase J'r. Die auch hier eingezeichneten Pfeile lassen erkennen, dass der Kurzschlussstrom den umgekehrten Verlauf nimmt, das Erdschlussrelais 29 also nach der entgegengesetzten Seite zum Aussehlag bringen würde.
EMI2.4
Erfindung bei diesen Doppelerdschlüssen infolge des Zusammenbruches der verketteten Spannung RS das Erdschlussrelais gesperrt wird, wird die falsche Abschaltung verhütet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anordnung zum Schutz elektrischer Leitungsnetze gegen Erdschluss und Kurzschluss, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorhandensein einer Erdschluss- und einer Kurzschlussschutzeinrichtung je nachdem, ob alle verketteten Spannungen oberhalb einer bestimmten Grenze liegen, oder ob mindestens eine verkettete Spannung unter diese Grenze gesunken ist, die eine oder die andere von den beide schutzeinrichtungen eingeschaltet ist.
EMI2.5