AT124088B - Verfahren zur Reinigung und Keimbefreiung von Wasser. - Google Patents
Verfahren zur Reinigung und Keimbefreiung von Wasser.Info
- Publication number
- AT124088B AT124088B AT124088DA AT124088B AT 124088 B AT124088 B AT 124088B AT 124088D A AT124088D A AT 124088DA AT 124088 B AT124088 B AT 124088B
- Authority
- AT
- Austria
- Prior art keywords
- chlorine
- water
- carbon
- germs
- concentration
- Prior art date
Links
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Substances O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 title claims description 34
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 8
- 244000052616 bacterial pathogen Species 0.000 title description 14
- 229910052801 chlorine Inorganic materials 0.000 claims description 40
- 239000000460 chlorine Substances 0.000 claims description 40
- ZAMOUSCENKQFHK-UHFFFAOYSA-N Chlorine atom Chemical compound [Cl] ZAMOUSCENKQFHK-UHFFFAOYSA-N 0.000 claims description 39
- OKTJSMMVPCPJKN-UHFFFAOYSA-N Carbon Chemical compound [C] OKTJSMMVPCPJKN-UHFFFAOYSA-N 0.000 claims description 26
- 229910052799 carbon Inorganic materials 0.000 claims description 26
- 238000006243 chemical reaction Methods 0.000 claims description 13
- 239000000126 substance Substances 0.000 claims description 7
- VEXZGXHMUGYJMC-UHFFFAOYSA-M Chloride anion Chemical compound [Cl-] VEXZGXHMUGYJMC-UHFFFAOYSA-M 0.000 claims description 5
- 230000000844 anti-bacterial effect Effects 0.000 claims description 5
- 238000004904 shortening Methods 0.000 claims description 2
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 claims 1
- 239000003610 charcoal Substances 0.000 description 4
- 239000003245 coal Substances 0.000 description 4
- QGZKDVFQNNGYKY-UHFFFAOYSA-N Ammonia Chemical compound N QGZKDVFQNNGYKY-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- 239000003657 drainage water Substances 0.000 description 2
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 2
- 229920006395 saturated elastomer Polymers 0.000 description 2
- 239000000243 solution Substances 0.000 description 2
- 208000035415 Reinfection Diseases 0.000 description 1
- 229910052783 alkali metal Inorganic materials 0.000 description 1
- 150000001340 alkali metals Chemical class 0.000 description 1
- 239000012670 alkaline solution Substances 0.000 description 1
- 229910021529 ammonia Inorganic materials 0.000 description 1
- 210000000988 bone and bone Anatomy 0.000 description 1
- 150000004649 carbonic acid derivatives Chemical class 0.000 description 1
- 238000004140 cleaning Methods 0.000 description 1
- 238000006298 dechlorination reaction Methods 0.000 description 1
- 230000007812 deficiency Effects 0.000 description 1
- 230000002349 favourable effect Effects 0.000 description 1
- 150000004679 hydroxides Chemical class 0.000 description 1
- 238000011835 investigation Methods 0.000 description 1
- 239000003077 lignite Substances 0.000 description 1
- 239000000463 material Substances 0.000 description 1
- 238000000197 pyrolysis Methods 0.000 description 1
- 239000002689 soil Substances 0.000 description 1
Landscapes
- Water Treatment By Sorption (AREA)
Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Reinigung und Keimbefreiung von Wasser. Um die im Wasser befindliche gelöste organische Substanz im weitestgehenden Masse zu zer- stören und insbesondere alle Keime abzutöten, hat man bereits vorgeschlagen, das Wasser mit grösseren Chlormengen zu versetzen und den nach einer gewissen Zeit verbleibenden Überschuss an freiem Chlor durch kohlenstoffhaltige Substanzen, wie Braunkohle und andere fossile Kohlen, oder Produkte der , trockenen Destillation, wie Holzkohle, Knochenkohle oder aktive Kohlen zu beseitigen. EMI1.1 Einführung im praktischen Wasserbetrieb hinderlich waren. Es zeigte sich nämlich, dass auch bei Zusatz grosser Chlormengen zum Rohwasser nach kurzer Zeit im Reinwasser Keime auftraten. Diese Erscheinung von Keimen im Reinwasser beruht-wie dahin- ) zielende Untersuchungen gezeigt haben-darauf, dass solche Substanzen, insbesondere aktive Kohlen, Keime in hohem Masse adsorbieren und da die Kohlenstoffoberfläche für aufgespeicherte Keime, die gelegentlich der Chlorwirkung widerstehen und im Kohlenstoff in jener Zone, in welcher das freie Chlor bereits aus dem Wasser entfernt ist, einen günstigen Boden für ihr Wachstum finden, werden diese Keime das den Kohlenstoff durchströmende Wasser ständig infizieren. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, bei welchem gleichfalls Überschüssiges freies oder wirksames Chlor und zur nachherige Dechlorierung ein kohlenstoffhaltiges Material zur Anwendung gelangt, bei welchem aber der geschilderte Übelstand völlig vermieden wird. Die völlige Umwandlung des über die Kohlenstoffoberfläche streichenden Chlors in das Chlorion tritt ein, wenn ein bestimmtes Verhältnis zwischen Kohlenstoffmenge und linearer Durchflussgesehwindig- keit des Wassers eingehalten wird. In diesem besonderen Falle wird das im Wasser befindliche freie Chlor aufänglich von dem Kohlenstoff so lange adsorbiert, bis eine völlige Sättigung des Kohlenstoffes durch Chlor erfolgt ist, bei weiterem Zufluss des chlorhaltigen Wassers über den nunmehr mit Chlor gesättigten Kohlenstoff bildet sich aber ein stationärer Zustand ans, und es erfolgt eine völlige Umwand- lung des weiter zugeführten Chlors in das Chlor-Ion, auch wenn die Konzentration des freien Chlors in bedeutenden Grenzen schwanken sollte. Die weiteren Versuche über diesen stationären Zustand haben ergeben, dass der Reaktionsverlauf desselben gemäss dem Massenwirkungsgesetze ungefähr dem Verlaufe einer monomolekularen Reaktion entspricht, so dass die Chlorkonzentration (C) des über den Kohlenstoff fliessenden Wassers sich in aufeinanderfolgenden Zeiten (t) im Sinnen der allgemeinen Gleichung dcldt = kC vermindern muss, d. h. dass die Reaktionsgeschwindigkeit -C/f der Umwandlung des freien Chlors in das Chlor-Ion bei einer in der Zeit dt eintretenden Änderung entsprechend obiger Formel der Konzentration C proportional ist, wenn k die Reaktionsgeschwindigkeit für die Konzentration 1 ist. Entsprechend des durch obige Formel charakterisierten zeitlichen Reaktionsverlaufes muss sich beim Durchlauf des chlorhaltigen Wassers durch den Kohlenstoff hinsichtlich des freien Chlors ein Konzentrationsabfall ausbilden, der in einer vom Zulaufe entfernteren Zone des Kohlenstoffes so geringe Chlorkonzentration bedingt, dass für den Fall, als sich Keime in dieser chlorarmen (oder bereits ganz chlorfreien) Zone befinden, diese Keime zur Entwicklung und Vermehrung kommen. <Desc/Clms Page number 2> Es wurde nun gefunden, dass diesem Übelstande abgeholfen werden kann, wenn alle Partien des Kohlenstoffes von Wasser mit bakterizid wirkendem Chlorgehalt zeitweilig durchflossen werden und dadurch vorhandene Keime abgetötet werden und daher eine Wiederinfektion des Wassers vermieden wird. Dieses zeitweilige Durehfliessen chlorhaltigen Wassers durch alle Teile des Kohlenstoffes kann entweder dadurch erreicht werden, dass die Durchlaufszeit des chlorhaltigen Wassers durch den Kohlenstoff verkürzt wird, so dass der Konzentrationsabfall des freien Chlors innerhalb einer gegebenen Kohlensehieht nicht unter die bakterizide Chlorkonzentration sinkt, oder dadurch, dass dem Wasser zeitweilig Stoffe hinzugefügt werden, die die Reaktionsgeschwindigkeit (- eCldt) verringern, so dass gleichfalls die gegebene Kohlenstoffschicht von bakterizid wirkendem Chlor durehflossen wird. Die zuerst angeführte Massnahme wird erreicht, wenn die zur quantitativen Umwandlung in das EMI2.1 Wassers wechselweise in Teillängen der Kohlenstoffsehichte erfolgt ; die zweite Massnahme wird erreicht, wenn bei gleicher Durchflusszeit dem chlorhaltigen Wasser während einer kurzen Betriebsunterbrechung alkalisehe Stoffe (wie Karbonate und Hydroxyde des Ammoniaks und der Alkalimetalle) hinzugefügt werden. In allen Fällen wird eine zeitweilige Sterilisierung des Kohlenstoffes durch Chlor erzielt. Beispiel 1. Das zur Reinigung bestimmte Wasser wird mit so viel Chlor versetzt, dass in demselben ein Überschuss von 1-2 mg pro Liter verbleibt und wird zwecks völliger Beseitigung des freien EMI2.2 geführt. In gewissen Zeitperioden wird die Wassergeschwindigkeit für kurze Zeit auf 50 M : erhöht. Das Ablaufwasser enthält dann noch 0'05-0'2 mg pro Liter Ck, wodurch eventuelle Keime abgetötet werden. Beispiel 2. Die im Beispiel 1 angeführte Kohleselhiehte wird in vier besondere Behälter gefüllt, so dass daher vier Kohleschiehten von je 250 mm gebildet werden. Das chlorhaltige Wasser durchfliesst EMI2.3 durchfliesst. Die nächste Reihenfolge des Durchflusses des chlorhaltigen Wassers durch die Kohle ist dann wieder 1, 2, 3 und 4 usw. Beispiel 3. Man arbeitet nach dem Beispiel 1, lässt jedoch dem Wasser während einer kurzen Zeit die Lösung eines alkalisch reagierenden Stoffes zufliessen. Sobald das alkalisch reagierende Wasser die Kohle durchdringt, zeigt sich im Ablaufwasser sofort freies Chlor ; nach Verschwinden der alkalischen Reaktion tritt wieder vollständige Chlorbeseitigung ein. Da sieh alkalisch reagierende Kohle schwer auswaschen lässt und da die alkalische Reaktion der Kohle wachstumfördernd für Keime wirkt, ist es zweckmässig, die Kohle nach dem Abstellen des Zuflusses der Alkalilösung mit Lösungen zu wachen, welche die alkalische Reaktion neutralisieren. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Reinigung und Keimbefreiung von Wasser mittels Chlors und naehherigem Über- leiten über Kohlenstoff, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeit des Durchfliessens des chlorhaltigen Wassers, die ausreicht, um das gesamte Chlor in das Chlor-Ion umzuwandeln, zeitweilig derart verkürzt wird, dass das Wasser während seines gesamten Durehlaufes durch den Kohlenstoff eine bakterizide Chlorkonzentration besitzt.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die zur völligen Umwandlung des Chlors in das Chlor-Ion erforderliche Schichtlänge des Kohlenstoffes in zwei oder mehrere Teillängen zerlegt und den Zufluss des chlorhaltigen Wassers derart regelt, dass in aufeinanderfolgenden Zeiten abwechselnd jede Teillänge des Kohlenstoffes von Wasser mit bakterizider Chlorkonzentration dnrch- flossen wird.3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem chlorhaltigen Wasser zeitweilig ein in Wasser löslicher alkalisch reagierender Stoff hinzugefügt wird.4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass anlässlich der zeitweiligen Verkürzung der Durchlanfszeit oder zeitweiligen Hinzufügung eines in Wasser löslichen alkalischen EMI2.4
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL124088X | 1929-03-28 | ||
| CS124088X | 1929-04-16 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| AT124088B true AT124088B (de) | 1931-08-10 |
Family
ID=25746679
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| AT124088D AT124088B (de) | 1929-03-28 | 1929-06-21 | Verfahren zur Reinigung und Keimbefreiung von Wasser. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT124088B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2845671A (en) * | 1956-02-01 | 1958-08-05 | Schlussel | Webbing clip |
| EP0022368A1 (de) * | 1979-07-06 | 1981-01-14 | John Richard Kerridge | Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Freizeit-Schwimmbecken |
-
1929
- 1929-06-21 AT AT124088D patent/AT124088B/de active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2845671A (en) * | 1956-02-01 | 1958-08-05 | Schlussel | Webbing clip |
| EP0022368A1 (de) * | 1979-07-06 | 1981-01-14 | John Richard Kerridge | Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Freizeit-Schwimmbecken |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| AT124088B (de) | Verfahren zur Reinigung und Keimbefreiung von Wasser. | |
| AT125497B (de) | Verfahren zur Keimbefreiung von Wasser. | |
| DE2604655A1 (de) | Verfahren zur herstellung von riechstoffkompositionen | |
| DE549415C (de) | Verfahren zur kontinuierlichen Sterilisierung der kohlenhaltigen Kontaktsubstanzen bei der Sterilisierung von Wasser mittels ueberschuessigen Chlors und Kohle | |
| DE543791C (de) | Verfahren zur Gewinnung des Phenols aus solches enthaltenden Waessern | |
| DE600383C (de) | Verfahren zur Reinigung von Wasser, wie z. B. Trink- und Abwasser | |
| DE866342C (de) | Verfahren zur Bekaempfung der Helminthen und Ascariden | |
| DE764490C (de) | Verfahren zur Gewinnung von Phenolen | |
| AT296172B (de) | Verfahren zur Erhöhung der Wirksamkeit eines Filterbettes aus Aktivkohle | |
| DE890633C (de) | Verfahren zum Auswaschen von Verunreinigungen aus Gasen, insbesondere aus Gärungskohlensäure | |
| DE406801C (de) | Saatgutbeize | |
| DE390863C (de) | Verfahren zur Herstellung getrockneter Beizmittel | |
| DE860060C (de) | Verfahren zur Reinigung von Phenolgemischen | |
| DE813869C (de) | Keimtoetende Stueckseife | |
| DE233651C (de) | ||
| AT101306B (de) | Verfahren zur Herstellung von hochaktiver Entfärbungskohle mit spezifischem Adsorptionsvermögen für rote Weinfarbstoffe. | |
| AT47147B (de) | Verfahren zur Herstellung haltbarer Zelluloselösungen für künstliche Fäden. | |
| DE499455C (de) | Verfahren zur Darstellung von Riechstoffen aus Cedernholzoel, Cedren oder cedrenhaltigen OElen | |
| DE363302C (de) | Verfahren zur Herstellung von Desinfektionsmitteln | |
| AT97672B (de) | Verfahren zur Wiedergewinnung flüchtiger Stoffe aus Gasen mittels Schwefelsäure. | |
| DE246123C (de) | ||
| DE479750C (de) | Saatgutbeize | |
| DE630651C (de) | Verfahren zur Herstellung von Natriumnitrat | |
| AT52837B (de) | Verfahren zur Darstellung einer neuen Verbindung von m-Kresol mit Oxalsäure. | |
| DE141509C (de) |