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Anordnung zum Schutz elektrischer Leitungen.
Bekanntlich geht bei Schaltvorgängen, plötzlichem Spannungsanstieg oder Kurzschluss in Wechselstromkreisen mit komplexem Widerstand der Strom nicht sprunghaft auf den neuen endgültigen Wert über, sondern es treten häufig recht beachtliche Gleiehstromkomponenten auf. Es besteht die Gefahr, dass durch diese Überlagerung von Gleich-und Wechselstrom ein schnell arbeitendes Relais fehlerhafterweise zum Ansprechen kommt, ehe sich die endgültigen Spannungs-und Stromverhältnisse nach Abklingen des Schaltvorganges eingestellt haben. Bei Schutzschaltungen sind also Relais im ersten Augenblick nach Auftreten des Fehlers falschen Ansprechbedingungen unterworfen, so dass die Selektivität der Schutzeinrichtung gestört werden kann.
Insbesondere ist es bei Impedanzrelais möglich, dass infolge der auftretenden Gleichstromkomponente auch solche Relais zum Ansprechen kommen, die mit Rücksicht auf die Lage des Fehlers nicht arbeiten dürfen und die auch nicht zum Ansprechen kommen würden, wenn die Relais mit genügender Zeitverzögerung arbeiten würden.
Gegenstand der Erfindung ist eine Anordnung zur Verhütung fehlerhaften Ansprechens schnell arbeitender vom Strom und Spannung eines Stromkreises beeinflusster Relais, durch welche die genannten Schwierigkeiten beseitigt werden. Erfindungsgemäss wird eine Einwirkung der als Folge eines Schaltvorganges oder Fehlers vorübergehend auftretenden Gleichstromkomponente des Stromes auf das Relais dadurch beseitigt, dass ein dem Widerstand des Stromkreises nachgebildeter Ersatzwiderstand zur Stromwicklung des Relais parallel geschaltet ist.
An Hand der Figuren soll die Erfindung näher erläutert werden.
In Fig. 1 stellt die Kurve V die Spannung und die Kurve J den Strom eines Verteilungsstromkreises dar. Wenn ein unsymmetrischer Fehler zur Zeit t auftritt, werden die ersten Wechsel des Fehlerstromes unnormal verschoben, da sich eine Gleichstromkomponente dem Augenblickswert des Wechselstromes überlagert. Die geraden Wechsel haben eine kleinere Amplitude, während die ungeraden Wechsel eine viel grössere Amplitude als der Dauerfehlerstrom haben. Es ist ersichtlich, dass ein Relais, welches auf die Grösse des Fehlerstromes anspricht, während der ersten Wechsel nach Auftreten des Fehlers. falschen Auslösebedingungen unterworfen ist.
In Fig. 2 ist ein elektrisches Verteilungssystem dargestellt mit den Unterstationen A, Bund 0 und einem Verteilungsstromkreis 10. Die Transformatoren der Unterstationen mögen von einem nicht dargestellten Hochspannungsnetz gespeist werden. An den Enden der Leitungsstrecken A, B, C sind Relais und Schalter angeordnet. Diese sind schematisch dargestellt und mit 11, 12, 13 und 14 bezeichnet.
In einem solchen Verteilungssystem ist es erforderlich, dass die Schalter 11 und 12 bei Auftreten eines Fehlers innerhalb der Leitungsstrecke A, B sofort auslösen ; wenn aber ein Fehler im benachbarten Streckenabschnitt liegt, muss eine Auslösung verhindert werden.
Unter der Annahme, dass an dem Punkt D ein Fehler auftritt, wird das Relais bei 11 veranlasst, den damit verbundenen Schalter zu öffnen. Wenn jedoch der Fehler unsymmetrisch ist, so ist die Wirkung auf die Stromwicklung des Impedanzrelais vergrössert, da während der ersten wenigen Wechsel nach dem Fehler unnormal hohe Stromwerte auftreten. Daher arbeitet das Relais am Punkt 11 so, als ob der Fehler am Punkt E aufgetreten wäre. Das rührt daher, dass das Impedanzrelais auf die scheinbare Impedanz des Belastungsstromes anspricht, welche niedriger ist als die Dauerimpedanz des Stromkreises. Der Abstand des Relais ist also grösser, als er durch das Ansprechen des Relais angezeigt wird. In dem
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