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Vorrichtung zum Kühlen von blank zu erhaltendem Glühgut.
Es ist bereits bekannt, das Glühgut nach der Entnahme aus dem Glühofen in einen besonderen Behälter zum Kühlen einzubringen. Dabei hat man, um beim Abkühlen das Eindringen von Luft zu verhindern, mit dem Glühgut brennbare, Sauerstoff verzehrende Stoffe in den Kühlbehälter eingefüllt, die durch die von dem Glühgut ausgehende Strahlung so weit erhitzt werden, dass sie unter Bildung einer indifferenten Atmosphäre vergasen. Es wurde vorgeschlagen, diese Schutzgas durch eine Leitung zu einem Gasometer zu führen und dort aufzufangen, damit sie bei fortschreitender Abkühlung wieder in den Kühlbehälter zurückfliessen und dort das Entstehen eines Unterdruckes verhindern können.
Gegenüber dieser bekannten Vorrichtung besteht die Erfindung darin, dass der Kühlbehälter während des Abkühlens in ein mit einer schwerbrennbaren Kühlflüssigkeit gefülltes Gefäss eingesetzt und mit einer mit einem Abschlussventil versehenen, in die Kühlflüssigkeit eintauchenden, gasometerartig wirkenden Glocke abgeschlossen wird. Dabei ergibt sich gegenüber der bekannten Vorrichtung vor allem der Vorteil, dass die Abkühlung des Glühgutes nicht nur in einer indifferenten Atmosphäre erfolgt, sondern gleichzeitig, infolge der Verwendung der Flüssigkeitstasse als Kühlmantel für das Glühgefäss, wesentlich schneller vor sich geht.
Ferner fallen die bei der bekannten Vorrichtung erforderlichen Verbindungsleitungen zwischen Kühlbehälter und Gasometer fort, so dass die Einrichtung gemäss der Erfindung wesentlich einfacher, billiger und übersichtlicher ist und daher eine grössere Betriebssicherheit bietet.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 das erste Ausführungsbeispiel in einem Längsschnitt, Fig. 2 das zweite Ausführungsbeispiel in einem Längsschnitt und Fig. 3 bis 5 je eine Einzelheit in grösserem Massstabe.
Das heisse Glühgut a, beispielsweise kaltgewalztes Bandeisen, wird mit dem Glühtopf z in den zylinderförmigen Behälter b eingesetzt. Dieser Behälter steht in einem mit schwerbrennbarer Flüssigkeit d, beispielsweise Öl, gefüllten äusseren Behälter c. Diese Kühlflüssigkeit wird durch eine den Behälter b umgebende Kühlschlange e gekühlt. Der Behälter b ist durch ein Gewicht/beschwert, um seinen Auftrieb in der Flüssigkeit zu verhindern. Die gasometerartig wirkende, in die Kühlflüssigkeit d eintauchende Glocke g, die oben mit einem Abschlussventil h und am unteren Rande mit Öffnungen i versehen ist, bildet den Abschluss des Kühlbehälters.
Nach dem Einbringen des Glühgutes a wird diesem in bekannter Weise ein brennbarer, Sauerstoff verzehrender Stoff, beispielsweise Petroleum, zugesetzt. Dann wird die Glocke g mit geschlossenem Ventil h in den Behälter c eingesetzt. Dadurch erfolgt Luftabschluss des Glühgutes. Der Sauerstoff der in der Glocke enthaltenen Luft wird durch die Entzündung des eingebrachten Brennstoffes gebunden, so dass in der Glocke ein indifferentes Gasgemisch entsteht. Die Glocke wird zunächst in den Behälter c einsinken, dann aber durch Erwärmung des Gasgemisches hochgetrieben, bis die Öffnungen i den Flüssigkeitsspiegel erreichen und das sich weiter ausdehnende Gas abziehen lassen. Nach beendeter Ausdehnung des Gases vermindert sich infolge der Abkühlung des Glühgutes allmählich das Gasvolumen, so dass die Glocke sinkt.
Nach erfolgter Abkühlung wird das Ventil h geöffnet, die Glocke g abgehoben und das Glühgut a herausgenommen.
Bei Zusatz eines gasabgebenden Stoffes, z. B. Gasflammkohle, zum Glühgut kann die Glocke g auch mit geöffnetem Ventil h aufgesetzt werden. Es erfolgt dann eine Verbrennung des Sauerstoffes in dem Behälter. Wenn die Glocke g bis zum Aufliegen auf den Rand des Behälters b gesunken ist, wird das Ventil h geschlossen. Durch Vergasen des nicht vollständig verbrannten gasabgebenden Stoffes wird die Glocke hochgetrieben, so dass das Glühgut nur mit indifferentem Gas in Berührung kommt.
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Anstatt der Kühlschlange e könnte man auch gemäss Fig. 2 das Einsatzgefäss b mit einem gekühlten Hohlmantel umgeben, der die Wandung des Einsatzgefässes ringsum vollständig von der Abdichtungsflüssigkeit d trennt, so dass diese sich nicht übermässig erhitzen kann. Innerhalb des Hohlmantels ist zweckmässig eine zylindrische Zwischenwand l angebracht, die unten geschlossen und oben bei m offen ist. Durch diese Zwischenwand wird der Hohlmantel in einen äusseren und einen inneren zylindrischen Teil zerlegt. Im äusseren Teil sind ausserdem schraubenflächenartige Führungswände ? angebracht.
Diese führen das durch die Rohrleitung o zugeleitete gasförmige oder flüssige Kühlmittel im äusseren Teil des Hohlmantels in den eingezeichneten Pfeilrichtungen in Schraubenwindungen aufwärts, worauf das Kühlmittel am oberen Ende durch die Öffnungen m hindurch in dem inneren Teil des Hohlmantels nach unten strömt und am unteren Ende durch den Stutzen p abgeführt wird. Durch das gasförmige oder flüssige Kühlmittel wird verhindert, dass die vom Einsatzgut a ausgehende Wärme die Abdichtungsflüssigkeit d übermässig erhitzt, indem das Kühlmittel ringsherum eine vollständige Trennung zwischen Glühgut und Flüssigkeit bildet.
Eine mit besonderen Vorteilen verbundene Verbrennungseinriehtung für das Sauerstoff verzehrende
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veranschaulicht. Dabei wird der leirhtbrennbare Stoff in eine unterhalb des Glühtopfdeekels x angeordnete, in den Glühtopf z hineinreichende und mit der oberhalb des Deckels x befindlichen Luft in Verbindung stehende Patrone s eingebracht, die sich innerhalb eines unten geschlossenen zylindrischen Rohres q befindet. Das Rohr q reicht fast bis auf den Boden des Gefässes z hinab und ist mit seinem oberen Ende in einer Öffnung r des Deckels x eingelassen und darin gehalten.
Wie insbesondere aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist die zur Aufnahme des Vergasungsmittels bestimmte Patrone s mittels Scharniere t in der Längsrichtung aufklappbar gehalten, wobei in der Schlusslage die beiden Längshälften der Patrone s bzw. s1 (Fig. 4) durch einen auf dem oberen Ende der Patrone an einem Ringwulst v sieh abstutzenden Klemmring n gesichert werden. Die Patrone s selbst ist am oberen Ende mit einem Bügel w versehen, so dass sie leicht in den Rohrbehälter q eingebracht oder aus diesem herausgezogen werden kann. Zur Vergrösserung der Oberfläche kann, wie in Fig. 5 veranschaulicht, die Patrone s einen profilierten, z. B. sternförmigen Querschnitt haben.
Durch diese Anordnung wird erreicht, dass, infolge des tiefen Eintauchens des das Glühgut aufnehmenden Behälters in die Zone der grössten Erwärmung, eine schnelle und kräftige Vergasung sogar von am Anfang des Verbrennungsvorganges sich bildenden teerartigen Ausscheidungen erfolgt. Durch die Anordnung einer auswechselbaren Patrone wird ferner ihr vorteilhaft mit dem Deckel verbundener Behälter sauber gehalten, anderseits können hiedurch das Glühgut leicht in die Patrone eingebracht sowie etwaige Verbrennungsrückstände des gasabgebenden Mittels in einfacher Weise durch Aufklappen der Patrone entfernt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
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dass der Kühlbehälter (a) während des Abkühlens in ein mit einer schwerbrennbaren Kühlflüssigkeit (d) gefülltes Gefäss (c) eingesetzt und mit einer mit einem Absehlussventil (h) versehenen, in die Kühlflüssigkeit (d) eintauchenden, gasometerartig wirkenden Glocke (g) abgeschlossen wird.