AT13584U1 - Parallel raffbares Membrandach - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Überdachung (15) mit einer Membran (16), die zwischen einem eine Fläche überspannenden Überdachungslage (U) und einer die Fläche zumindest teilweise frei gebenden Aufbewahrungslage (A) in einer Bewegungsrichtung (B) bewegt werden kann, mit einer Führungseinrichtung (17), die zwei sich in Bewegungsrichtung (B) erstreckende obere Führungsschienen (18) und zwei sich in Bewegungsrichtung (B) erstreckende untere Führungsschienen (19) aufweist, mit mehreren die Membran (16) quer zur Bewegungsrichtung (B) haltenden oberen Zugelementen (27) und unteren Zugelementen (28), wobei die oberen Zugelemente (27) an beiden Enden mit jeweils einem oberen Schlitten (20) verbunden sind, der entlang einer der oberen Führungsschienen (18) verschiebbar geführt gelagert ist, und wobei die unteren Zugelemente (28) an beiden Enden mit jeweils einem unteren Schlitten (21) verbunden sind, der entlang einer der unteren Führungsschienen (19) verschiebbar geführt gelagert ist.
Description
österreichische;! föteüSawi AT 13 584U1 2014-04-15
Beschreibung
PARALLEL RAFFBARES MEMBRANDACH
[0001] Die Erfindung betrifft eine Überdachung mit einer Membran, vorzugsweise einer Textilmembran. Zum Schutz einer Fläche, beispielsweise bei Veranstaltungen, kann die Membran in eine Überdachungslage gebracht werden. Auf diese Weise können freie Plätze, nach oben offene Innenhöfe von Gebäuden oder ähnliches geschützt werden. Die Membran schützt die überspannte Fläche gegen Hagel, Regen, Sonneneinstrahlung und ähnliche witterungsbedingte Beeinträchtigungen.
[0002] Solche Überdachungen müssen grundsätzlich ausreichend gegen Wind- und sonstige Lasten vorspannt und gehalten werden. Aus der Praxis sind viele unterschiedliche Membrandachkonstruktionen bekannt, beispielsweise in Fußballstadien. Viele Membrandächer, wie beispielsweise das Stadiondach in Riyadh, Saudi Arabien, weisen Zugelemente in Form von Kehlseilen und Gratseilen auf, über die nach unten und nach oben gerichtete Kräfte, beispielsweise durch Winddruck bzw. Windsog, aufgenommen und in eine Tragstruktur abgeleitet werden können. Zwischen den Kehlseilen und den Gratseilen ist die Membran in Zickzackform gespannt.
[0003] In vielen Fällen ist es auch wünschenswert, die Überdachung als wandelbare Überdachung auszuführen und zwischen der Überdachungslage, in der die Membran eine zu schützende Fläche überspannt und einer Aufbewahrungslage, in der die Membran die Fläche zumindest teilweise freigibt, hin und herzubewegen. Auch hierfür existieren verschiedenste Konstruktionen. Beispielsweise beschreibt DE 100 34 234 C2 ein Überdachungssystem zum Überdachen von Großveranstaltungen, bei der Membranflügel unten an einem kelchförmigen zentralen Rohr angelenkt sind. Die Membranflügel können zur Anlage mit dem kelchförmigen Rohr gebracht werden und befinden sich dann in ihrer Aufbewahrungslage. Sie können auch in eine horizontale Überdachungslage bewegt werden, in der sie die darunter liegende Fläche überspannen und insbesondere vor Niederschlag schützen.
[0004] Aus der Praxis sind auch parallel verfahrbare, faltbare bzw. raffbare Membrandächer bekannt. Dabei können die lastabtragenden Gratseile der Membran entlang von Schienen geführt in eine Bewegungsrichtung bewegt werden. Nachdem die Membran über die zu schützende Fläche bewegt wurde, werden anschließend die frei aushängenden Kehlseile quer zur Bewegungsrichtung der Membran über entsprechende Spanneinrichtungen angespannt.
[0005] Die verschiedenen bekannten Ausführungsarten haben den Nachteil, dass entweder das Öffnen und Schließen der Membranüberdachung nicht vorgesehen ist oder einen großen konstruktiven Aufwand und häufig auch einen großen Zeitaufwand mit sich bringt. Wie beschrieben, muss die Membran bei bekannten wandelbaren Überdachungen zunächst aus der Aufbewahrungslage in die Überdachungslage bewegt und anschließend quer zur Bewegungsrichtung verspannt werden.
[0006] Es kann daher als Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen werden, eine Überdachung zu schaffen, die mit einfachen Mitteln eine zwischen einer Aufbewahrungslage und einer Überdachungslage bewegbare Membran bereitstellt.
[0007] Die Erfindung wird durch eine Überdachung mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß weist die Überdachung eine Führungseinrichtung auf, die zwei sich in Bewegungsrichtung der Membran erstreckende obere Führungsschienen und zwei sich in Bewegungsrichtung erstreckende untere Führungsschienen aufweist. Jeweils eine der beiden oberen Führungsschienen und eine der beiden unteren Führungsschienen ist auf einer Seite der Membran angeordnet. Vorzugsweise verlaufen alle Führungsschienen parallel zueinander.
[0009] Es sind außerdem mehrere die Membran quer zur Bewegungsrichtung haltende obere Zugelemente sowie untere Zugelemente vorhanden. Die Zugelemente können durch Seile, 1/20
8steTOd»5C!!«S fiäteiitafnt AT 13 584 U1 2014-04-15
Gurte, Ketten oder ähnliche Zugkräfte aufnehmende und quer zu ihrer Längserstreckungsrichtung flexible Elemente gebildet sein. Die oberen Zugelemente sind an beiden Enden mit jeweils einem oberen Schlitten verbunden und die unteren Zugelemente sind an beiden Enden mit jeweils einem unteren Schlitten verbunden. Die über ein Zugelement miteinander verbundenen oberen oder unteren Schlitten sind auf gegenüberliegenden Seiten der Membran in einer zugeordneten Führungsschiene in Bewegungsrichtung verschiebbar geführt gelagert. Die oberen Schlitten sind in jeweils einer oberen Führungsschiene und die unteren Schlitten in jeweils einer unteren Führungsschiene angeordnet.
[0010] Bei dieser Anordnung wird durch die Bewegung der Membran aus der Aufbewahrungslage in die Überdachungslage gleichzeitig auch ein Spannen der Membran quer zur Bewegungsrichtung erreicht. Dies geschieht dadurch, dass beim Bewegen der Membran in Bewegungsrichtung durch die Membran selbst eine Zugkraft auf die oberen Zugelemente und/oder unteren Zugelemente in Vertikalrichtung ausgeübt wird, wodurch sich die Zugelemente zwischen den Führungsschienen quer zur Bewegungsrichtung spannen. Die Membran weist in der Überdachungslage keine schlaffen Bereiche auf, in denen sich Senken bilden und beispielsweise Niederschlagwasser sammeln können.
[0011] Bei einem Ausführungsbeispiel sind die oberen Zugelemente und/oder die unteren Zugelemente länger, als der Abstand zwischen den beiden jeweils zugeordneten oberen Schlitten bzw. unteren Schlitten, zwischen denen sie jeweils verlaufen. In der Aufbewahrungslage hängen die Zugelemente daher durch. Durch die Membranform werden in der Überdachungslage die unteren Zugelemente vertikal nach oben gezogen und die oberen Zugelemente vertikal nach unten gezogen und haben dann beispielsweise einen bogenförmigen Verlauf. Hierfür werden allerdings keine zusätzlichen elektrischen, pneumatischen, hydraulischen oder mechanischen Spanneinrichtungen verwendet. Lediglich durch die Bewegung der Membran in Bewegungsrichtung von der Aufbewahrungslage in die Überdachungslage wird die Membran aufgespannt.
[0012] Durch die Erfindung werden die Kosten für die Überdachung einer Fläche, die häufig auch nur temporär für eine Veranstaltung aufgebaut wird, deutlich gesenkt. Außerdem kann das Öffnen und Schließen der Überdachung sehr schnell lediglich durch das motorische Bewegen der Membran in Bewegungsrichtung erfolgen.
[0013] Die oberen Führungsschienen sind insbesondere vertikal oberhalb der unteren Führungsschienen angeordnet, wobei der Horizontalabstand zwischen den beiden oberen Führungsschienen und den beiden unteren Führungsschienen unterschiedlich groß sein kann. Abhängig von der Größe der Überdachung bzw. der Membran kann der Abstand zwischen der oberen Führungsschiene und der unteren Führungsschiene in Vertikalrichtung gemessen einige Meter betragen.
[0014] Die auf einer gemeinsamen oberen Führungsschiene angeordneten oberen Schlitten sind über flexible Verbindungselemente, beispielsweise Verbindungsseile, Ketten, Gurte oder ähnliches miteinander verbunden. Die Verbindungselemente übertragen nur Zug- und keine Druckkräfte in ihrer Erstreckungsrichtung. In der Überdachungslage wird dadurch beim Ausbreiten der Membran der Abstand der oberen Schlitten vorgegeben. Vorzugsweise verbindet ein Verbindungselement jeweils zwei unmittelbar benachbarte obere Schlitten, die auf einer gemeinsamen oberen Führungsschiene sitzen. Es entsteht sozusagen eine über die Verbindungselemente hergestellte „Kette" der oberen Schlitten auf der oberen Führungsschiene. In der Aufbewahrungslage sind die flexiblen Verbindungselemente nicht gespannt, während sie in der Überdachungslage zwischen zwei benachbarten Schlitten in Bewegungsrichtung gespannt sind.
[0015] Die oberen Schlitten und/oder die unteren Schlitten weisen vorzugsweise Rollenkörper auf, mit denen sie sich auf der jeweils zugeordneten Führungsschiene abstützen, um die Reibung bei der Bewegung entlang der Führungsschiene zu reduzieren. Beispielsweise können die Schlitten als sogenannte Kugelumlaufschlitten ausgeführt sein. Anstelle von Kugeln können auch Rollen oder andere Wälzkörper verwendet werden. 2/20
AT 13 584 U1 2014-04-15 [0016] Zur Bewegung der Membran zwischen der Überdachungslage und der Aufbewahrungslage ist vorteilhafterweise eine Antriebseinrichtung vorhanden, die einen elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen Antrieb aufweisen kann. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist wenigstens ein Elektromotor als Antriebsmotor vorgesehen. Elektrische Energie steht nahezu an jedem Aufstellungsort für die Überdachung zur Verfügung. Elektrische Kabel lassen sich einfach und schnell an den Antriebsmotor anschließen.
[0017] Vorzugsweise treibt der Antriebsmotor einen und insbesondere nur einen der oberen Schlitten jeder oberen Führungsschiene unmittelbar an. Hierfür kann der Antriebsmotor über ein Antriebselement mit dem betreffenden oberen Schlitten gekoppelt sein. Die anderen oberen Schlitten werden beim Bewegen der Membran von der Aufbewahrungslage in Überdachungslage über die Membran oder die vorhandenen Verbindungselemente mitbewegt. Beim Bewegen der Membran von der Überdachungslage in die Aufbewahrungslage schiebt der über das Antriebselement mit dem Antriebsmotor gekoppelte Schlitten die anderen Schlitten zurück in die Aufbewahrungslage. Vorzugsweise ist der Antriebsmotor über das Antriebselement mit dem vordersten oberen Schlitten jeder oberen Führungsschiene verbunden, der beim Bewegen der Membran von der Aufbewahrungslage in Überdachungslage den ersten oder vordersten oberen Schlitten darstellt.
[0018] Als Antriebselement kann beispielsweise ein Reffseil dienen, das den Antriebsmotor mit dem jeweils einen oberen Schlitten auf den beiden oberen Führungsschienen koppelt. Der Antrieb der beiden oberen Schlitten erfolgt demnach ähnlich wie der Antrieb einer Gondel bzw. eines Skilifts.
[0019] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die auf einer gemeinsamen unteren Führungsschiene angeordneten unteren Schlitten nicht unmittelbar durch separate Verbindungsmittel miteinander verbunden, sondern nur mittelbar über die Membran. Die Position der unteren Schlitten in der Überdachungslage ergibt sich durch die Form der Membran oder an der Membran vorhandenen Einstell- oder Spannelementen, wie etwa Spannseilen oder Spanngurten. Zur Justierung der Position der unteren Schlitten kann die Länge der Einstell- oder Spannelemente verändert werden, beispielsweise über Spannschlösser. Jeder untere Schlitten ist in Bewegungsrichtung gesehen zwischen zwei oberen Schlitten angeordnet, wobei die Position der oberen Schlitten bei einer bevorzugten Ausführungsform über die Verbindungselemente definiert ist.
[0020] Es ist vorteilhaft, wenn die unteren Zugelemente in der Überdachungslage der Membran ausgehend von einer Scheitelstelle zu beiden Enden und mithin zu den beiden unteren Schlitten hin nach unten geneigt verlaufen. Über diese Neigung der Membran zu beiden Seiten hin an jedem unteren Zugelement kann dann die Entwässerung erfolgen.
[0021] Es ist von Vorteil, wenn an jedem unteren Schlitten eine Ablaufrinne angeordnet ist. Die Ablaufrinne ist vorzugsweise in eine in Bewegungsrichtung verlaufende Schwenkachse schwenkbar am zugeordneten unteren Schlitten gelagert. Zur Befestigung des unteren Zugelements mit dem unteren Schlitten kann an der Ablaufrinne ein Beschlag befestigt sein. Die Ablaufrinne kann daher beim Spannen des unteren Zugelements in eine geneigte Stellung geschwenkt werden, so dass entlang des unteren Zugelements zur betreffenden Membranseite hin ablaufendes Niederschlagswasser von der Ablaufrinne aufgenommen und in einen Einlauf eines Entwässerungssystems abgeleitet werden kann. Diese Ausführung hat den Vorteil, dass von der Membran herab tropfendes Wasser vermieden und ein geräuschloser Wasserablauf möglich ist. Vollständig in Bewegungsrichtung im Bereich der Führungsschiene angeordnete Regenrinnen sind nicht erforderlich. Es genügt, jeder Ablaufrinne in der Überdachungslage der Membran einen Einlauf zuzuordnen. Die Ablaufrinnen werden auf dem unteren Schlitten mit dem unteren Zugelement mitbewegt und befinden sich damit automatisch stets an der Stelle, an der die Membran das niedrigste Niveau aufweist.
[0022] I m Bereich der Ablaufrinne kann die Membran eine Aussparung aufweisen, so dass die Ablaufrinne ohne Kontakt mit der Membran geschwenkt werden kann. Um die Entwässerung sicherzustellen, kann in die Aussparung zwischen die Membran und die Ablaufrinne ein Einsatz, 3/20
Merreöiise-ts piiesSasnt AT13 584U1 2014-04-15 insbesondere ein Textileinsatz eingesetzt sein.
[0023] Die Führungsschienen können über Halteeinrichtungen an einem Tragteil gehalten sein. Das Tragteil kann Bestandteil eines Gestells oder einer Fassade eines Gebäudes oder eine sonstige stabile Unterkonstruktion sein. Ein Gestell aus Fachwerkträgern eignet sich insbesondere für den temporären Aufbau der Überdachung, beispielsweise für Veranstaltungen. Wird die Fassade eines Gebäudes zum Anbringen der Führungsschienen verwendet, können diese in Aussparungen an der Fassade angeordnet werden, um die Optik zu verbessern, wenn sich die Membrane in der Aufbewahrungslage befindet.
[0024] Vorzugsweise weist eine obere Führungsschiene und/oder eine untere Führungsschiene jeweils mehrere in Bewegungsrichtung aneinander anschließende Schienenabschnitte bzw. Schienenstücke auf. Diese Schienenabschnitte können über Halteeinrichtung in Bewegungsrichtung mit Bewegungsspiel gegenüber dem Tragteil gehalten sein. Auf diese Weise lassen sich Toleranzen beim Aufbau des Tragteils ausgleichen. Die Schienenabschnitte können durch das in Bewegungsrichtung vorhandene Spiel lückenlos aneinander angeschlossen werden, um die ungehinderte Bewegung der Schlitten zu gewährleisten.
[0025] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Überdachung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie der Beschreibung. Die Beschreibung beschränkt sich auf wesentliche Merkmale der Erfindung. Die Zeichnung ist ergänzend heranzuziehen. Im Folgenden werden bevorzugte Ausgestaltungsmöglichkeiten anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Es zeigen: [0026] Figur 1 [0027] Figur 2 [0028] Figur 3 [0029] Figur 4 [0030] Figur 5 [0031] Figur 6 [0032] Figur 7 [0033] Figur 8 [0034] Figur 9 eine schematische, perspektivische Darstellung einer Membran einer Überdachung in Überdachungslage, die Membran nach Figur 1 in einer schematischen Seitenansicht in Aufbewahrungslage, die Membran in der schematischen Darstellung nach Figur 2 während der Bewegung in Bewegungsrichtung aus der Aufbewahrungslage in die Überdachungslage, einen in einer oberen Führungsschiene geführt gelagerten oberen Schlitten und einen an einer unteren Führungsschiene geführt gelagerten unteren Schlitten in der Überdachungslage der Membran, eine perspektivische Darstellung eines oberen Schlittens, den oberen Schlitten nach Figur 5 in einer Seitenansicht in Bewegungsrichtung, den oberen Schlitten nach Figur 6 in einer Ansicht gemäß der Schnittlinie A-A in Figur 6, einen unteren Schlitten in perspektivischer Darstellung, den unteren Schlitten nach Figur 8 in einer Seitenansicht in Bewegungsrichtung und [0035] Figur 10 den unteren Schlitten aus Figur 9 in einem Schnittbild gemäß der Schnittlinie B-B in Figur 9.
[0036] In Figur 1 ist eine Überdachung 15 mit einer Membran 16 in einer Überdachungslage veranschaulicht, in der sie eine darunter liegende Fläche überspannt. Die Membran 16 ist vorzugsweise aus Textilmaterial hergestellt und insbesondere wasserundurchlässig. Auf diese Weise können Plätze, Innenhöfe von Gebäuden oder andere Orte vor Witterungseinflüssen, insbesondere vor Niederschlag geschützt werden.
[0037] Die Membran 16 kann zwischen einer in Figur 1 dargestellten Überdachungslage U und einer in Figur 2 dargestellten Aufbewahrungslage A in einer Bewegungsrichtung B hin und her bewegt werden. Die Bewegungsrichtung B ist in einer Horizontalebene orientiert. In der Aufbe- 4/20
SsterreiebiKfcts AT13 584U1 2014-04-15 wahrungslage A gibt die Membran 16 der Überdachung 15 die in der Überdachungslage U geschützte, überspannte Fläche zumindest teilweise und beispielsgemäß nahezu vollständig frei. In der Aufbewahrungslage A ist die Membran 16 unter Bildung mehrerer Membranabschnitte gerafft bzw. gefaltet. Benachbarte Membranabschnitte verlaufen etwa in Vertikalrichtung V und können aneinander anliegen oder mit geringem Abstand nebeneinander angeordnet sein.
[0038] Die Überdachung 15 weist zum Bewegen der Membran 16 zwischen der Überdachungslage U und der Aufbewahrungslage A eine Führungseinrichtung 17 auf. Die Führungseinrichtung 17 umfasst auf quer zur Bewegungsrichtung B gesehen gegenüberliegenden Seiten der Membran 16 jeweils eine obere Führungsschiene 18 sowie eine in Vertikalrichtung V gesehen weiter unten angeordnete untere Führungsschiene 19. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist der horizontale Abstand zwischen den beiden unteren Führungsschienen 19 und den beiden oberen Führungsschienen 18 gleich groß. Der vertikale Abstand zwischen einer oberen Führungsschiene 18 und der auf derselben Membranseite angeordneten Führungsschiene 19 sowie der Abstand der oberen Führungsschienen 18 und der unteren Führungsschienen 19 in Horizontalrichtung sind an die Größe der Membran 16 und mithin an die Größe der zu schützenden Fläche angepasst.
[0039] Zu der Führungseinrichtung 17 gehören außerdem mehrere obere Schlitten 20 und mehrere untere Schlitten 21. Auf jeder oberen Führungsschiene 18 sind mehrere obere Schlitten 20 in Bewegungsrichtung B verschiebbar geführt gelagert.
[0040] Die oberen Schlitten 20 sind paarweise auf den beiden oberen Führungsschienen 18 gegenüberliegend angeordnet. Die unteren Schlitten 21 sind auf den unteren Führungsschienen 19 angeordnet. Beim Ausführungsbeispiel ist die Anzahl der unteren Schlitten 21 auf der unteren Führungsschiene 19 um eins kleiner als die Anzahl der oberen Schlitten 20. Die unteren Schlitten 21 sind ebenfalls paarweise auf den beiden unteren Führungsschienen 19 gegenüberliegend angeordnet.
[0041] Beim bevorzugten Ausführungsbeispiel weist jeder Schlitten 20, 21 eine Wälzlageranordnung, insbesondere eine Kugellageranordnung auf. Vorzugsweise handelt es sich um ein Kugelumlauflager, mit dem sich der jeweilige Schlitten 20, 21 an der zugeordneten Führungsschiene 18 bzw. 19 abstützt, so dass er mit sehr geringer Kraft entlang der betreffenden Führungsschiene 18, 19 geführt bewegt werden kann. Die genaue Form der Führungsschiene 18, 19 und der Schlitten 20, 21 kann beliebig gewählt werden. Beim Ausführungsbeispiel weisen die Führungsschienen 18, 19 an zwei entgegengesetzten Längsseiten jeweils eine Längsvertiefung 22 auf, in die ein Vorsprung 23 des zugeordneten Schlittens eingreift, wie dies aus den Figuren 6 und 9 zu erkennen ist.
[0042] Jeweils zwei sich auf den beiden oberen Führungsschienen 18 gegenüberliegende obere Schlitten 20 sind über ein oberes Zugelement 27 miteinander verbunden. Gleichermaßen sind zwei sich auf verschiedenen Membranseiten gegenüberliegende untere Schlitten 21 über ein unteres Zugelement 28 miteinander verbunden. Die Zugelemente 27, 28 können durch Zugkräfte aufnehmende Elemente, wie etwa Gurte, Seile, Ketten oder dergleichen gebildet sein. Beim Ausführungsbeispiel sind die Zugelemente 27, 28 durch Seile und vorzugsweise Drahtoder Stahlseile gebildet. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen der oberen Schlitten 20 und der unteren Schlitten 21 bildet die Membran 16 in ihrer Überdachungslage U eine Zickzack-Form mit von den unteren Zugelementen 28 zu den oberen Zugelementen 27 hin schrägen Membranflanken. Die oberen Zugelemente 27 werden daher nachfolgend als Gratseile 29 und die unteren Zugelemente 28 als Kehlseile 30 bezeichnet.
[0043] Die auf einer gemeinsamen oberen Führungsschiene 18 angeordneten oberen Schlitten 20 sind über flexible Verbindungselemente 31, beispielsweise Distanzseile, miteinander verbunden. Der maximale Abstand zwischen zwei benachbarten oberen Schlitten 20 ist durch ein dazwischen angeordnetes Verbindungselement 31 bestimmt. Jeweils zwei unmittelbar benachbarte obere Schlitten 20 sind über ein dazwischen befindliches Verbindungselement 31 miteinander gekoppelt, so dass ähnlich wie bei einem Zug eine bewegungsgekoppelte Schlittenkette entsteht. Im Unterschied dazu sind die unteren Schlitten 21 nicht durch zusätzliche Mittel mitei- 5/20
österreichisches fiäfeü tarnt AT 13 584U1 2014-04-15 nander verbunden. Die unteren Schlitten 21 werden durch die Bewegung der oberen Schlitten 20 über die Membran 16 mitbewegt. Die Position der unteren Schlitten 21 ergibt sich aus der Form der Membran 16. Sind in der Überdachungslage U die Verbindungselemente 31 gespannt und daher alle oberen Schlitten 20 gleichmäßig entlang der oberen Führungsschiene 18 beab-standet angeordnet, befinden sich die unteren Schlitten 21 in Bewegungsrichtung B gesehen jeweils zwischen zwei unmittelbar benachbarten oberen Schlitten 20 (Figur 1).
[0044] Zur Bewegung der Membran 16 ist eine Antriebseinrichtung 35 vorgesehen. Die Antriebseinrichtung 35 weist wenigstens einen Antriebsmotor 36 auf. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel sind zwei Antriebsmotoren 36 vorgesehen. Jeder der beiden Antriebsmotoren 36 ist einem oberen Schlitten 20 einer der beiden oberen Führungsschienen 18 zugeordnet. Somit treibt jeder Antriebsmotor 36 lediglich einen oberen Schlitten 20 unmittelbar an. Hierfür ist er über ein Antriebselement 37 mit diesem oberen Schlitten 20 bewegungsgekoppelt. Beispielsgemäß dient als Antriebselement 37 ein Reffseil, mit dem der angetriebene obere Schlitten 20 verbunden ist. Das Reffseil verläuft vom Antriebsmotor 36 bzw. einer angetriebenen Antriebsrolle entlang der oberen Führungsschiene 18 bis zu einer Umlenkrolle 38 und von dort erneut parallel zur oberen Führungsschiene 18 zurück zum Antriebsmotor 36 bzw. der Antriebsrolle.
[0045] In Abwandlung hierzu ist es auch möglich, an beiden Enden der oberen Führungsschiene 18 jeweils eine Wickelwelle vorzusehen, auf der das Antriebselement 37 bzw. das Reffseil auf- und abgewickelt wird, um den damit verbundenen oberen Schlitten 20 entlang der Führungsschiene 18 zu bewegen. Für die Ausgestaltung der Antriebseinrichtung 35 bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Als Antriebsmotor 36 dient vorzugsweise ein Elektromotor.
[0046] Der Antriebsmotor 36 ist über das Antriebselement 37 mit dem ersten oder vorderen oberen Schlitten 20a verbunden, der sich an erster Position auf der oberen Führungsschiene 18 beim Bewegen der Membran 16 von der Aufbewahrungslage A in die Überdachungslage U befindet. Über die Verbindungselemente 31 und/oder die Membran 16 werden die nachfolgenden oberen Schlitten 20 beim Bewegen des vorderen oberen Schlittens 20a nachgezogen. Umgekehrt kann durch Zurückbewegen der Membran 16 in die Aufbewahrungslage A der vordere obere Schlitten 20a die anderen oberen Schlitten 20 entlang der oberen Führungsschiene 18 zurück schieben. Es genügt daher, lediglich den vorderen oberen Schlitten 20a unmittelbar mit dem Antriebsmotor 36 über das Antriebselement 37 zu verbinden.
[0047] Bei einer Ausführung ist das als Reffseil ausgeführte Antriebselement 37 lose durch Öffnungen in allen nicht unmittelbar angetriebenen oberen Schlitten 20 geführt. Dadurch kann bei großen Seillängen das Durchhängen des Reffseils vermieden werden.
[0048] Wie erläutert, ist jeder der oberen Führungsschienen 18 jeweils ein Antriebsmotor 36 mit einem Antriebselement 37 zugeordnet. Alternativ hierzu könnte auch lediglich ein gemeinsamer Antriebsmotor 36 vorhanden sein, der beide vorderen oberen Schlitten 20a auf den beiden oberen Führungsschienen 18 antreibt. Beim hier beschriebenen Ausführungsbeispiel mit zwei Antriebsmotoren 36 werden diese durch eine nicht dargestellte Steuereinrichtung koordiniert angetrieben. Es ist auch möglich, die beiden Antriebsmotoren 36 mechanisch miteinander zu koppeln, um eine koordinierte Bewegung zu erreichen.
[0049] Die Gratseile 29 sind länger als der Horizontalabstand zwischen den beiden oberen Führungsschienen 18. Die Kehlseile 30 sind länger als der Horizontalabstand zwischen den beiden unteren Führungsschienen 19. In der Aufbewahrungslage A hängen die Gratseile 29 und die Kehlseile 30 daher nach unten durch. Beim Ziehen der beiden vorderen oberen Schlitten 20 über die Antriebseinrichtung 35 zum Bewegen der Membran 16 in die Überdachungslage U können sowohl die oberen Schlitten 20, als auch die unteren Schlitten 21 zunächst mit geringer Kraft entlang der Führungsschienen 18, 19 in Bewegungsrichtung B bewegt werden, da quer zu den Führungsschienen im Wesentlichen nur die Gewichtskraft der Gratseile 29 und der Kehlseile 30 sowie der Membran 16 wirkt. Bevor die Membran 16 die Überdachungslage U erreicht und bevor alle Schlitten 20, 21 ihre endgültige Position erreicht haben, beginnt die Antriebseinrichtung 35 ausschließlich durch die Zugbewegung der Schlitten 20, 21 in Bewe- 6/20 ästerreidBsd!« pitwiarot AT 13 584U1 2014-04-15 gungsrichtung B die Membran 16 zu spannen. Dies geschieht dadurch, dass sich der Abstand der benachbarten oberen Schlitten 20 bis zur maximal möglichen durch die Verbindungselemente 31 vorgegebenen Distanz vergrößert und aufgrund der Form der Membran dabei die Kehlseile 30 an einer Scheitelstelle 45 in etwa mittig zwischen den beiden unteren Führungsschienen 19 angehoben wird. Gleichzeitig werden die Gratseile 29 durch die Membran 16 nach unten gezogen. Es hat sich gezeigt, dass die Antriebseinrichtung 35 ausreicht, die Schlitten 20, 21 in die gewünschte Position zu bewegen und dabei gleichzeitig die Spannkräfte quer zur Bewegungsrichtung B über die Gratseile 29 und die Kehlseile 30 zu erzeugen. Zusätzliche Einrichtungen, die die Gratseile 29 und die Kehlseile 30 quer zur Bewegungsrichtung verspannen, können mithin entfallen, was die Konstruktion der Überdachung 15 erheblich vereinfacht und deren Kosten reduziert.
[0050] Zum Halten der Membran 16 in der Überdachungslage U kann die Antriebseinrichtung 35 Verriegelungsmittel aufweisen, so dass der wenigstens eine Antriebsmotor 36 nach dem Erreichen der Überdachungslage U abgeschaltet werden kann und nicht ständig eine Haltekraft aufbringen muss. Alternativ zu einem Verriegelungsmittel kann auch ein selbsthemmendes Getriebe zwischen dem Antriebsmotor 36 und das Antriebselement 37 zwischengeschaltet werden.
[0051] Die Führungsschienen 18, 19 sind beim bevorzugten Ausführungsbeispiel jeweils durch mehrere in Bewegungsrichtung B und mithin in Erstreckungsrichtung der Führungsschienen 18, 19 verlaufende Schienenabschnitte gebildet, die aneinander anstoßen. Die Führungsschienen 18, 19 und mithin die jeweiligen Schienenabschnitte sind über Halteeinrichtungen 50 an einem jeweils zugeordneten Tragteil 51 angeordnet.
[0052] Als Tragteil 51 kann beispielsweise ein Längsträger einer Tragkonstruktion dienen, beispielsweise eines auf- und abbaubaren transportierbaren und an sich bekannten Gittergestells. Es ist alternativ auch möglich, die Führungsschienen 18, 19 an der Fassade eines Gebäudes anzubringen.
[0053] Wie in Figur 6 veranschaulicht weist die der oberen Führungsschiene 18 zugeordnete Halteeinrichtung 50 eine Befestigungsschiene 52 auf, an der die obere Führungsschiene 18 an mehreren Stellen angeschraubt ist. Anstelle einer durchgehenden Befestigungsschiene 52 können auch in Bewegungsrichtung B kürzere Befestigungselemente verwendet werden, sofern die Führungsschiene 18 eine ausreichende Eigenstabilität aufweist. Die Befestigungsschiene 52 weist in entgegengesetzte Richtungen vorspringende Haltevorsprünge 53 auf. Die Haltevorsprünge 53 werden von am Tragteil 51 befestigten und beispielsgemäß angeschweißten Winkelelementen 54 Übergriffen. Zwei Winkelelemente 54 erstrecken sich in Bewegungsrichtung B und sind mit Abstand zueinander angeordnet, so dass die Befestigungsschiene 52 zwischen den beiden Winkelelementen 54 hindurchragen kann, jedoch die Haltevorsprünge 53 der Befestigungsschiene 52 gehalten werden. Die Befestigungsschiene 52 ist somit durch die beiden Winkelelemente 54 in Bewegungsrichtung B mit Bewegungsspiel angeordnet. Einzelne Schienenelemente der oberen Führungsschiene 18 können daher beim Aufbau der Überdachung 15 in Bewegungsrichtung B verschoben werden, um Toleranzen auszugleichen und einen lückenlosen Verlauf der oberen Führungsschiene 18 zu gewährleisten.
[0054] Die der unteren Führungsschiene 19 zugeordnete Halteeinrichtung 50 ist in Figur 9 dargestellt. Am Tragteil 51 ist dort eine sich in Bewegungsrichtung erstreckende Halteschiene 58 befestigt, die beim Ausführungsbeispiel zwei rechtwinklig aneinander angrenzende Schenkel 59 aufweist. Wie bereits im Zusammenhang mit der der oberen Führungsschiene 18 zugeordneten Halteeinrichtung 50 erwähnt, können anstelle einer durchgehenden Halteschiene 58 auch mehrere Halteelemente 58 mit Abstand zueinander entlang der unteren Führungsschiene 19 vorgesehen sein.
[0055] Der eine Schenkel 59 der Halteschiene 58 ist mit dem Tragteil 51 verschraubt. Der andere Schenkel 59 der Halteschiene 58 ist mit der unteren Führungsschiene 19 verschraubt. Um Toleranzen beim Aufbau der Überdachung 15 auszugleichen, weist die Halteschiene 58 vorzugsweise an dem der unteren Führungsschiene 19 zugeordneten Schenkel 59 und/oder an 7/20
AT13 584U1 2014-04-15 dem dem Tragteil 51 zugeordneten Schenkel 59 in Bewegungsrichtung B verlaufende schlitzähnliche Langlöcher auf, so dass Schienenabschnitte der unteren Führungsschiene 19 bündig aneinander angeschlossen werden können.
[0056] Dieses Bewegungsspiel der Schienenabschnitte der oberen Führungsschiene 18 und der unteren Führungsschiene 19 in Bewegungsrichtung B ist vorteilhaft, weil die Toleranzen beim Aufbau eines die Überdachung 15 tragenden Gestells in der Regel deutlich größer sind als die Toleranzen für den Aufbau der Führungsschienen 18,19.
[0057] Die oberen Schlitten 20 und die unteren Schlitten 19 können identisch ausgestaltet sein. Allerdings unterscheiden sich die an den Schlitten 20, 21 angeordneten Beschläge, mit denen die Zugelemente 27, 28 und die Membran 16 an den Schlitten 20, 21 befestigt wird.
[0058] In den Figuren 4 bis 7 ist ein Ausführungsbeispiel des oberen Schlittens 20 mit einem ersten Beschlag 60 dargestellt. Der erste Beschlag 60 weist drei plattenähnliche Flügel 61 auf. Die drei Flügel 61 ergeben beispielsgemäß eine Y-ähnliche Form des ersten Beschlags 60. An einem im Wesentlichen vertikal angeordneten Flügel 61 ist über einen ersten Schwenkzapfen 62 ein gabelförmiges Endstück 63 des zugeordneten Gratseils 69 schwenkbar gelagert. Die Schwenkachse des ersten Schwenkzapfens 62 erstreckt sich parallel zur oberen Führungsschiene 18 in Bewegungsrichtung B. An den beiden anderen Flügeln 61 ist jeweils eine Befestigungsstelle 64, beispielsweise ein Befestigungsloch vorhanden, an denen ein Gurt 65 befestigt werden kann. Über diesen Gurt 65 wird der erste Beschlag 60 mit dem jeweils benachbarten unteren Schlitten 21 entlang des Randes der Membran 16 verbunden.
[0059] Zur Verbindung des jeweiligen Kehlseils 30 mit einem unteren Schlitten 21 trägt der untere Schlitten 21 einen zweiten Beschlag 66, wie er beim Ausführungsbeispiel aus den Figuren 4 und 8 bis 10 hervorgeht. Der zweite Beschlag 66 ist über einen zweiten Schwenkzapfen 67 an einem oder mehreren Schwenklagerteilen 68 um eine parallel zur unteren Führungsschiene 19 in Bewegungsrichtung B verlaufende Schwenkachse schwenkbar gelagert. Das wenigstens eine Schwenklagerteil 68 ist fest am unten Schlitten 21 angebracht. Der zweite Beschlag 66 weist eine zentrale Beschlagplatte 69 auf, an der das Kehlseil 30 über ein gabelförmiges Endstück 63 und einen ersten Schwenkzapfen 62 mit dem zweiten Beschlag 66 verbunden ist, analog wie die Befestigung des Gratseils 29 am ersten Beschlag 60.
[0060] E in wesentlicher Unterschied zwischen dem ersten Beschlag 60 und dem zweiten Beschlag 66 besteht darin, dass an dem zweiten Beschlag 66 eine Ablaufrinne 70 befestigt ist. Die Ablaufrinne 70 ist mithin über den zweiten Schwenkzapfen 67 schwenkbar am unteren Schlitten 21 gelagert. Die Ablaufrinne 70 hat eine U-förmige Gestalt. Das eine, innere Ende 71 der Ablaufrinne 70 endet oberhalb der Verbindungsstelle zwischen dem Kehlseil 30 und dem zweiten Beschlag 66 in einer Aussparung 72 der Membran 16. Das dem inneren Ende 71 entgegengesetzte äußere Ende 73 der Ablaufrinne 70 befindet sich in etwa im Bereich über dem unteren Schlitten 21 bzw. der unteren Führungsschiene 19.
[0061] Wie aus Figur 4 zu erkennen ist, wird in die Aussparung 72 der Membran 16 ein Einsatz 74, vorzugsweise aus Textil material odereinem anderen flexiblen, faltbaren Material eingesetzt, der mit einem Ende mit der Membran 16 oberhalb des Kehlseils 30 lückenlos wasserdicht abschließt und dessen anderes Ende innerhalb der Ablaufrinne 70 angeordnet ist. Niederschlagswasser, das ausgehend von den Scheitelpunkten 45 zu beiden Seiten der Membran 16 entlang der Kehlseile 30 abläuft, wird somit über den jeweiligen Einsatz 74 in die zugeordnete Ablaufrinne 70 geleitet und tropft nicht nach unten.
[0062] In der Überdachungslage U der Membran 16 nimmt jeder untere Schlitten 21 eine durch die Position der oberen Schlitten 20 und die Form der Membran 16 vorgegebene Endposition P entlang der unteren Führungsschiene 19 ein. An jeder Endposition P eines unteren Schlittens 21 ist ein unverschiebbarer Einlauf 80 zur Aufnahme des durch die Ablaufrinne 70 fließenden Niederschlagswasser vorgesehen. Der Einlauf 80 weist beispielsgemäß ein Einlaufblech 81 auf, das oberhalb der unteren Führungsschiene 19 mit Abstand dazu verläuft, so dass die unteren Schlitten 21 nicht mit dem Einlaufblech 81 kollidieren. In der Endposition P des unteren Schlit- 8/20 österreichische; föteüSawi AT13 584U1 2014-04-15 tens 21 ragt das Einlaufblech 81 in einen Zwischenraum zwischen dem unteren Schlitten 21 und dem äußeren Ende 73 der Ablaufrinne 70 hinein. Auf diese Weise wird das Niederschlagwasser aus der Ablaufrinne 70 vom Einlaufblech 81 aufgenommen und in ein Entwässerungssystem abgeleitet. In Bewegungsrichtung B gesehen sind zu beiden Seiten des Einlaufbleches 81 Seitenbleche 82 vorgesehen, die gemeinsam mit dem Einlaufblech 81 den Einlauf 80 bilden.
[0063] Nach dem Aufbau der Überdachung kann die Membran 16 in die Überdachungslage U gebracht werden. In den Zugelementen 27, 28, den Gurten 65 und anderen zum Verspannen der Membran 16 dienenden Zugmitteln oder Seilen können Längeneinstellmittel, wie etwa Spannschlösser vorgesehen sein. Über diese Längeneinstellmittel kann die Spannung der Membran 16 und auch insbesondere die Endposition P der unteren Schlitten 21 definiert werden, so dass diese in der Überdachungslage U der Membran 16 jeweils einem Einlauf 80 zugeordnet sind und eine einwandfreie Entwässerung bei Niederschlag erfolgen kann.
[0064] In Figur 9 sind die Schwenkpositionen der Ablaufrinne 70 veranschaulicht. Zumindest in der Überdachungslage U der Membran 16 wird aufgrund der Spannung des Kehlseils 30 das innere Ende 71 der Ablaufrinne 70 angehoben, so dass die Ablaufrinne 70 zum äußeren Ende 73 hin geneigt ist. In dieser Überdachungslage U der Membran 16 befindet sich das äußere Ende 73 der Ablaufrinne 70 oberhalb des Einlaufbleches 81.
[0065] In der Aufbewahrungslage A der Membran ist die Ablaufrinne 70 vom äußeren Ende 73 zum inneren Ende 71 hin geneigt, was in Figur 9 gestrichelt veranschaulicht ist. Dies liegt daran, dass das Kehlseil 30 auf den zweiten Beschlag 66 keine Zugkraft nach oben ausübt, sondern die Ablaufrinne 70 bzw. der zweite Beschlag 66 aufgrund der Gewichtskraft des Kehlseiles 30 sowie der Membran 16 nach innen geneigt ist.
[0066] An den Beschlägen 60, 66 können weitere Öffnungen bzw. Haltemittel vorhanden sein. Beispielsweise kann auf die Membran 16 oder etwas oberhalb der Membran 16 eine Zusatzmembran angeordnet sein. Die Zusatzmembran ist vorzugsweise durch ein feinmaschiges Netz gebildet. Sie dient dazu, Niederschlag vor dem Eintreffen auf die Membran 16 zu zerstäube, um Niederschlagsgeräusche zu verringern. Die Zusatzmembran kann gemeinsam mit der Membran 16 zwischen der Überdachungslage U und der Aufbewahrungslage A gespannt werden.
[0067] Die Erfindung betrifft eine Überdachung 15 mit einer Membran 16, die linear in eine Bewegungsrichtung B zwischen einer Aufbewahrungslage A und einer Überdachungslage U bewegt werden kann. Hierzu dient eine Führungseinrichtung 17 mit vier parallel zueinander in Bewegungsrichtung B verlaufenden Führungsschienen 18, 19. In Bewegungsrichtung B betrachtet bilden die Führungsschienen 18, 19 die Ecken eines Trapezes und vorzugsweise eines Rechtecks. Die beiden vorderen Schlitten 20a auf den beiden oberen Führungsschienen 18 werden über eine Antriebseinrichtung 35 linear angetrieben. Alle anderen Schlitten 20, 19 werden entweder über die Membran 16 oder über Verbindungselemente 31 mitbewegt, wenn die Membran 16 von der Aufbewahrungslage A in die Überdachungslage U bewegt wird. Bei der umgekehrten Bewegung von der Überdachungslage U in die Aufbewahrungslage A schieben die beiden angetriebenen Schlitten 20a die anderen oberen Schlitten 20 auf den oberen Führungsschienen 18, während die unteren Schlitten 21 auf den beiden unteren Führungsschienen 19 über die Membran 16 bewegt werden. Bei dieser linearen Bewegung werden durch die Membranform kurz vor Erreichen der Überdachungslage U Kehlseile 30 und Gratseile 29 zwischen paarweise gegenüberliegenden Schlitten 20, 21 gespannt. Auf zusätzliche motorisch oder manuell betätigte Spannmittel, die die Membran 16 quer zur Bewegungsrichtung B spannen, kann verzichtet werden. 9/20
AT 13 584 U1 2014-04-15
BEZUGSZEICHENLISTE 15 Überdachung 16 Membran 17 Führungseinrichtung 18 obere Führungsschiene 19 untere Führungsschiene 20 oberer Schlitten 20a vorderer oberer Schlitten 21 unterer Schlitten 22 Längsvertiefung 23 Vorsprung 27 oberes Zugelement 28 unteres Zugelement 29 Gratseil 30 Kehlseil 31 Verbindungselement 35 Antriebseinrichtung 36 Antriebsmotor 37 Antriebselement 38 Umlenkrolle 45 Scheitelstelle 50 Halteeinrichtung 51 Tragteil 52 Befestigungsschiene 53 Haltevorsprung 54 Winkelelement 58 Halteschiene 59 Schenkel 60 erster Beschlag 61 Flügel 62 Schwenkzapfen 63 Endstück 64 Befestigungsstelle 65 Gurt 10/20
§stöwW»äd»s AT 13 584 U1 2014-04-15 66 zweiter Beschlag 67 zweiter Schwenkzapfen 68 Schwenklagerteil 69 Beschlagplatte 70 Ablaufrinne 71 inneres Ende 72 Aussparung 73 äußeres Ende 74 Einsatz 80 Einlauf 81 Einlaufblech 82 Seitenblech A Aufbewahrungslage B Bewegungsrichtung U Überdachungslage V Vertikalrichtung 11 /20
Claims (22)
- Ansprüche 1. Überdachung (15) mit einer Membran (16), die zwischen einer eine Fläche überspannenden Überdachungslage (U) und einer die Fläche zumindest teilweise frei gebenden Aufbewahrungslage (A) in einer Bewegungsrichtung (B) bewegt werden kann, mit einer Führungseinrichtung (17), die zwei sich in Bewegungsrichtung (B) erstreckende obere Führungsschienen (18) und zwei sich in Bewegungsrichtung (B) erstreckende untere Führungsschienen (19) aufweist, mit mehreren die Membran (16) quer zur Bewegungsrichtung (B) haltenden oberen Zugelementen (27) und unteren Zugelementen (28), wobei die oberen Zugelemente (27) an beiden Enden mit jeweils einem oberen Schlitten (20) verbunden sind, der entlang einer der oberen Führungsschienen (18) verschiebbar geführt gelagert ist, und wobei die unteren Zugelemente (28) an beiden Enden mit jeweils einem unteren Schlitten (21) verbunden sind, der entlang einer der unteren Führungsschienen (19) verschiebbar geführt gelagert ist.
- 2. Überdachung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugelemente (27, 28) von jeweils einem Zugseil (29, 30) gebildet sind.
- 3. Überdachung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf gegenüberliegenden Seiten der Membran (16) jeweils eine obere Führungsschiene (18) und eine untere Führungsschiene (19) angeordnet ist.
- 4. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die oberen Führungsschienen (18) vertikal oberhalb der unteren Führungsschienen (19) angeordnet sind.
- 5. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle Führungsschienen (18, 19) parallel zueinander verlaufen.
- 6. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf einer gemeinsamen oberen Führungsschiene (18) angeordneten oberen Schlitten (20) über flexible Verbindungselemente (31) miteinander verbunden sind.
- 7. Überdachung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Verbindungselemente (31) zwei unmittelbar benachbarte obere Schlitten (20) miteinander verbindet.
- 8. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bewegung der Membran zwischen der Überdachungslage (U) und der Aufbewahrungslage (A) eine Antriebseinrichtung (35) vorhanden ist.
- 9. Überdachung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (35) wenigstens einen Antriebsmotor (36) aufweist, der über ein Antriebselement (37) mit einem der oberen Schlitten (20) gekoppelt ist.
- 10. Überdachung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Antriebsmotor (36) mit dem oberen Schlitten (20) gekoppelt ist, der beim Bewegen der Membran (16) von der Aufbewahrungslage (A) in die Überdachungslage (U) der vorderste Schlitten () ist.
- 11. Überdachung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Antriebsmotor (36) über ein Antriebselement (37) mit jeweils einem oberen Schlitten (20) der beiden oberen Führungsschienen (18) gekoppelt ist.S&midtiscfces pitwiarot AT 13 584U1 2014-04-15
- 12. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen den auf einer gemeinsamen unteren Führungsschiene (19) angeordneten unteren Schlitten (21) nur mittelbar über die Membran (16) hergestellt ist.
- 13. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die unteren Zugelemente (28) in der Überdachungslage (U) der Membran (16) ausgehend von einer Scheitelstelle (45) zu beiden Enden hin nach unten geneigt verlaufen.
- 14. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die oberen Führungsschienen (18) und/oder die unteren Führungsschienen (19) über Halteeinrichtungen (50) an einem Tragteil (51) gehalten sind.
- 15. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die oberen Führungsschienen (18) und/oder die unteren Führungsschienen (19) jeweils mehreren in Bewegungsrichtung (B) aneinander anschließende Schienenabschnitten aufweisen.
- 16. Überdachung nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Schienenabschnitte einer Führungsschiene (18, 19) über die Halteeinrichtungen (50) in Bewegungsrichtung (B) mit Bewegungsspiel gegenüber dem Tragteil (51) gehalten sind.
- 17. Überdachung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem der unteren Schlitten (21) eine Ablaufrinne (70) angeordnet ist.
- 18. Überdachung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass jede Ablaufrinne (70) um eine in Bewegungsrichtung (B) verlaufenden Schwenkachse (67) schwenkbar am zugeordneten unteren Schlitten (21) angeordnet ist.
- 19. Überdachung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufrinne (70) fest mit einem Beschlag (66) verbunden ist, an dem das zu geordnete untere Zugelement (28, 30) befestigt ist.
- 20. Überdachung nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass jede Ablaufrinne (70) in der Überdachungslage (U) der Membran (16) einem Einlauf (80) eines Entwässerungssystems zugeordnet ist.
- 21. Überdachung nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (16) im Bereich jeder Ablaufrinne (70) eine Aussparung (72) aufweist.
- 22. Überdachung nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass in die Aussparung () zwischen der Membran (16) und der Ablaufrinne (70) ein Einsatz (74) eingesetzt ist. Hierzu 7 Blatt Zeichnungen 13/20
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