AT136843B - Elektrische Entladungsröhre zur Erzeugung von Strahlen aus dem Dorno-Gebiet. - Google Patents

Elektrische Entladungsröhre zur Erzeugung von Strahlen aus dem Dorno-Gebiet.

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AT136843B
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Hans Joachim Dr Spanner
Edmund Dr Germer
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Electrons Inc
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Description


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    Elektrisehe Entladungsröhre   zur Erzeugung von Strahlen aus dem Dorno-Gebiet. 



   Gegenstand der Erfindung ist eine elektrische Entladungsröhre zur Erzeugung ultravioletter Strahlungen für physiologische und medizinische Zwecke. 



   Das menschliche Auge nimmt Lichtstrahlen in dem Bereich von etwa 3900-7900   Angström   auf. Man weiss schon lange, dass Strahlen des Sonnenlichtspektrums, die unterhalb dieses Bereichs liegen, besondere Heilwirkung besitzen. Versuche in dieser Beziehung erstrecken sich auf Strahlen vom Ende des sichtbaren Spektrums bis zu Wellenlängen von 1800   Ängström.   Neuere Untersuchungen haben erwiesen, dass Strahlen von sehr geringer Wellenlänge nicht nur nicht wohltätig, sondern geradezu verderblich wirken. Der beste Strahlenbereich liegt etwa zwischen 2800 und 3100 Angström ; er wird als Dorno-Strahlen-Feld bezeichnet. 



   Es sind schon elektrische Entladungsröhren bekannt mit einer Wandung aus Quarz oder Uviolglas und mit einer   Metalldampffüllung.   



   Bisher hat man zur Erzeugung ultravioletter Strahlen in erster Linie den Quecksilberlichtbogen in einem Quarzrohr benutzt. Diese Strahlenquelle ist durch einige schmale Spektralbereiche gekennzeichnet und liefert ausserdem sehr kräftige Strahlen aus dem weit darunter liegenden Bereich der schädlichen Strahlung. Auch die Glühfadenlampe liefert, wenn man sie bei hoher Temperatur betreibt, ultraviolette Strahlen, ihr Licht ist aber arm an Strahlen von geringerer Länge als das sichtbare Spektrum und an Strahlen aus dem   Dorno-Strahlen-Gebiet.   



   Die Erfindung bezweckt, die Ausbeute an Ultraviolettstrahlung in dem für Bestrahlungszwecke besonders wichtigen   Dorno-Strahlen-Gebiet   beträchtlich zu erhöhen. Zu diesem Zwecke lässt man die Füllung der Entladungsröhren aus einem Gemisch des indifferenten Gases Argon oder Helium und Metalldämpfe, vorzugsweise Kadmium, Barium. Caesium oder Thallium, bestehen, durch welche Füllung ein grosser Teil der sichtbaren Strahlen unterdrückt und die entsprechende Energiemenge über den ganzen Bereich des Dorno-Strahlen-Gebietes ausgestrahlt wird. Wie nämlich festgestellt wurde, besitzt das im sichtbaren Gebiet nur sehr gering emittierende Argon oder Helium eine   unvergleichlich   grössere Emission im Dorno-Strahlen-Gebiet als die andern Edelgase.

   Die Spektren des Argons und/oder Heliums und der   Metalldämpfe überlagern sieh,   wobei die sichtbaren Strahlen der Dämpfe grösstenteils unterdrückt werden und eine über den ganzen Bereich des Dorno-Strahlen-Gebietes verteilte Strahlung erhalten wird. 



   Die Zeichnung veranschaulicht zwei beispielsweise Ausführungsformen von Einrichtungen zur Erzeugung ultravioletter Strahlen. 



   Fig. 1 ist eine Glimmlampe zur Erzeugung von Strahlen aus dem   Dorno-Strahlen-Gebiet,   Fig. 2 eine   Gasentladungsröhre   mit aktivierten Elektroden zum gleichen Zweck, Fig. 3 veranschaulicht das Spektrum einer Lampe der in Fig. 1 dargestellten allgemeinen Gattung, die aber nicht die Einrichtung gemäss der vorliegenden Erfindung aufweist, während Fig. 4 das Spektrum einer Lampe nach Fig. 1 darstellt. 



   Bei der in Fig. 1 dargestellten Lampe ist 11 der Sockel für die Lampenbirne 12, die aus einem Stoff besteht, der ultraviolette Strahlungen aus   dem Dorno-Strahlen-Gebiet, nicht   aber die Strahlen von kürzester Wellenlänge, z. B. 1800   Angström,     durchlässt.   Geeignet ist z. B. das bekannte   Uviolglas.   Im
Sockel ist ferner ein Stab   1 : 3   befestigt, durch den die Zuführungsdrähte 14 und 15 hindurchgelegt sind. 



   In den Zuführungsdraht 14 ist ein Widerstand 16 eingebaut. Ferner ist an ihn ein Spiraldraht   17.   z. B. aus Nickel oder Stahl, angeschlossen. Eine gleiche Spirale 18 ist an den andern   Einfiihl'ungsdraht 15   

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 angeschlossen. Die beiden Spiralen 17 und 18 stehen nicht in Berührung miteinander. Die Lampe ist mit einem indifferenten Gas, z. B. Argon oder Helium, zweckmässig mit einem Gemisch von 80% Argon und 20% Helium und einem oder mehreren Metalldämpfen gefüllt. Zweckmässig werden dazu auf der Innenwand der Birne Teilchen 19 von Barium angeordnet. Auch eine geringe Menge Quecksilber 20 kann in der Birne angeordnet sein. 



   Die Lampe nach Fig. 2 besteht aus einem U-förmigen Rohr 24 mit verbreiterten Enden 25 und 26, in dem aktivierte Elektroden angeordnet sind, die ein Gemisch von Barium mit einer amphoteren Verbindung tragen. Die Elektrode 27 erhält Strom durch die Drähte 29 und   30,   die Elektrode 28 durch Drähte 31, 32. Neben der Elektrode 27 ist eine   Hilfsanode 33   angeordnet, um die Einleitung der Entladung zu erleichtern ; der   Hilfsanode   wird Strom durch den Draht 34 zugeführt. Wenngleich nur eine Hilfsanode zum Anlassen erforderlich ist, kann man doch auch der andern Elektrode eine Hilfsanode 35 mit Zuführungsdraht 36 zuordnen. 



   Die Drähte   31,   32 sind durch den Leiter 37 direkt mit dem einen Pol 38 eines Speisestromkreises, die Drähte 29 und 30 durch einen Leiter 39 über einen Ballastwiderstand 40 und einen Draht 41 mit dem andern Pol 42 eines Speisestromkreises verbunden. Der Zuführungsdraht 34 der Hilfsanode 33 ist durch einen Draht 43 über einen Widerstand 44 und Draht 45 mit dem Leiter 37 verbunden. Bei einer Spannung von 220 Volt kann die Grösse des Belastungswiderstandes 40 etwa 75 Ohm, diejenige des Widerstandes 44 etwa 400 Ohm betragen. 



   Die Röhre nach Fig. 2 kann mit dem gleichen Gasgemisch wie diejenige nach Fig. 1 gefüllt sein, zweckmässig also einem Gemisch von   80%   Argon und 20% Helium. Sie enthält ausserdem eine gewisse Menge Metalldampf, z. B. von Quecksilber und Barium oder Magnesium oder auch Dämpfe von Thallium und Cäsium. 



   Fig. 3 veranschaulicht das Spektrum einer Lampe nach Fig. 1, wenn diese nur mit Neon gefüllt ist. In diesem Fall liefert die Lampe so gut wie gar keine Strahlen aus dem   Dorno-Strahlen-Gebiet   ; die in dem ultravioletten Strahlungsgebiet liegende vorhandene Strahlung erscheint in der Form von Spektrallinien, die Atomstrahlung anzeigen. Die gleiche Lampe mit einer Füllung, wie oben beschrieben, liefert ein   Spektrum gemäss Fig.   4, bei dem einige von den in Fig. 3 sichtbaren Linien ganz verschwunden und dafür andere Linien aufgetreten sind. Dieses Spektrum erstreckt sich vor allem viel weiter über das Gebiet der kürzeren Wellenlängen.

   Auch erhält man nunmehr Spektralbänder, die die Bildung von Molekülen in der Röhre anzeigen, eine durchaus unerwartete Erscheinung, da die Molekülbildungen darauf hinweisen, dass in der Röhre chemische Vereinigungen stattfinden, die man bisher unter den Betriebsbedingungen der Röhre, insbesondere bei ihrer Temperatur, für nicht erzielbar hielt. 



   Die Leistungsfähigkeit der beschriebenen Anordnungen in bezug auf die Erzeugung von Strahlen aus dem Dorno-Gebiet ist sehr hoch ; es wurde festgestellt, dass man mit diesen Anordnungen Ergebnisse erzielen kann, die der Strahlung gleich sind, die ein schwarzer Körper bei zehnmal so grossem Aufwand elektrischer Energie liefert.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Elektrische Entladungsröhre zur Erzeugung von Strahlen aus dem Dorno-Gebiet, bei welcher die Wand der mit Innenelektroden versehenen Röhre wenigstens teilweise aus einem Stoff besteht, der für alle Strahlen aus dem Dorno-Gebiet durchlässig, jedoch für Strahlen mit einer Wellenlänge kleiner als 1800 Angström undurchlässig ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Röhre sowohl mit Argon oder Helium oder einem Gemisch dieser Gase als auch mit Metalldämpfen, vorzugsweise Kadmium, Barium, Cäsium oder Thallium, gefüllt ist, wodurch ein grosser Teil der sichtbaren Strahlen unterdrückt wird und die Spektren des Gases und des Dampfes im Dorno-Strahlen-Gebiet voll zur Wirkung gebracht werden.
AT136843D 1930-08-28 1930-08-28 Elektrische Entladungsröhre zur Erzeugung von Strahlen aus dem Dorno-Gebiet. AT136843B (de)

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