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Hydraulische Bremsvorriehtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge.
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Bremsvorrichtung und insbesondere die Ausbildung des Hauptdruckzylinders und die Zuführung des Druckmittels zu demselben.
Ein Zweck der Erfindung besteht darin, einen einheitlichen Zylinder und Druckmittelbehälter bei nachgiebiger Lagerung des Behälters zu schaffen, wobei der Hauptzylinder lotrecht angeordnet und ein geeigneter Verschluss für das obere Ende des Behälters vorgesehen ist. Ferner soll ein Spritzen der Vorrichtung vermieden werden.
Weitere Zwecke und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.
In den Zeichnungen ist Fig. 1 eine schematische Darstellung einer hydraulischen Bremsvorrichtung nach der Erfindung, Fig. 2 ein lotrechter Schnitt durch den Behälter und Hauptzylinder nach Fig. 1 in grösserem Massstab, Fig. 3 eine der Fig. 2 ähnliche Teilansicht mit einer verschiedenen Anordnung für den oberen Teil des Behälters und Fig. 4 ein Aufriss, teilweise im Schnitt, einer andern Ausfuhrungs- form der Erfindung.
In den Zeichnungen ist 5 ein Bremspedal, das bei 6 mit dem Gestellrahmen oder einem sonstigen geeigneten Teil eines Kraftfahrzeuges drehbar verbunden ist. Das Pedal 5 besitzt einen Arm 7. der bei 8 mit der Kolbenstange 9 einer einheitlichen, im allgemeinen mit 10 bezeichneten Hauptzylinder-und Behältervorrichtung verbunden ist. An dieser Vorrichtung sind Abführungsleitungen 11 und 12 angeschlossen, die zu den Radbremszylindern 18 führen, welche gewöhnlich an den Fahrzeugrädern angebracht sind. Jeder Zylinder 13 besitzt zwei gegenläufige Kolben 14 und 15, welche die Bremsschuhe 16 betätigen und sie gegen die Bremstrommeln 17 andrüeken. Die Bremsschuhe 16 werden durch Federn 18 zurückgezogen.
Die Ausbildung der einheitlichen Vorrichtung 10 geht deutlicher aus Fig. 2 hervor. Diese Vorrichtung besteht aus einem Hauptzylinder 19, der selbst ein Gussstück 20 mit Lappen 21 bildet, durch welche das Gussstüek am Rahmen des Fahrzeuges oder an einem geeigneten an diesem befestigten Halter befestigt werden kann. Im Hauptzylinder ist ein Kolben 22 angeordnet, der in der einen Richtung durch die Kolbenstange 9 und in der entgegengesetzten Richtung durch eine Feder 23 bewegt wird, die zwischen der mit dem Kolben 22 verbundenen Gummimanschette 24 und einer Ventilvorrichtung von der in der amerikanischen Patentschrift Nr. 1758671 beschriebenen Art angeordnet ist. In der normalen Stellung oder Ruhestellung des Kolbens steht der Zylinder 19 mit dem Innern des Behälters 26 durch eine Öffnung 27 in Verbindung.
Ein Flansch 28 ist am Gussstück 20 angeschraubt und dient als Boden des Behälters 26. An diesem Flansch 28 ist ein Ring 29 aus Messing oder sonstigem geeignetem Metall, das sich leicht bearbeiten lässt und bei wiederholten Biegungen weder rissig noch brüchig wird, durch Schweissen od. dgl. befestigt. Das Metall des Ringes 29 ist derart gebogen, dass Falten 30 entstehen, durch welche eine Nachgiebigkeit des Ringes 29 erzielt wird.
Der obere Teil des Behälters 26 kann aus gewöhnlichem Blech 31 bestehen und ist am oberen Ende des Ringes 29 in geeigneter Weise durch Schweissen od. dgl. befestigt. Das Blechstück. 31 ist bei : 12
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anzeigers. 34 hindurchgeführt ist, der am unteren Ende einen Schwimmer 35 trägt. Zwischen der Sta ge des Standanzeigers und der Bohrung des Stückes 83 ist genügend Spiel freigelassen, um eine Luftöffnung zu bilden, durch welche im Inneren des Behälters atmosphärischer Druck aufrechterhalten wird.
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Eine Stopfbüchse 36 ist in der Mitte des oberen Endes des Blechstücke 31 befestigt und enthält eine Packung 37 bekannter Art, die durch eine Rohrschraube 38 gegen die Kolbenstange 9 festgedrückt wird.
Das obere Ende des Behälters trägt eine Rückzugfeder 39, die auf eine Scheibe 40 wirkt, welche sich gegen eine an der Kolbenstange 9 vorgesehene Schulter 41 legt. Führungsstücke 42 können am oberen Ende des Behälters befestigt sein, um das untere Ende der Feder 39 zu zentrieren. Das obere Ende der Kolbenstange 9 ist mit einer Einstellverschraubung 43 versehen.
Fig. 1 zeigt eine zusätzliche Feder 44, die ebenso wie die Feder 39 dazu dient, das Bremspedal 5 und die Kolbenstange 9 in die normale Stellung zurückzubringen. In den meisten Fällen wird es weder nötig noch zweckmässig sein, zu diesem Zweck zwei Federn zu verwenden, so dass entweder die Feder 44 oder die Feder 39 weggelassen werden kann, je nachdem das eine oder das andere bei der Anbringung der Bremsvorrichtung an einem besonderen Fahrzeug am zweckmässigsten erscheint.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 besteht der obere Teil des Behälters aus einem vom Mantel getrennten Gussstück 45, das am Blechmantel 31'durch Schweissung od. dgl. befestigt ist. Das untere Ende des Blechmantels 31'ist wie in der vorhergehenden Ausführungsform am Ring 29 angeschweisst.
Die einheitliche Hauptzylinder-und Behältervorriehtung ist zweckmässig gegenüber dem Pedal 5 so angeordnet, dass die Kolbenstange 9 sich in der axialen Verlängerung des Zylinders 19 befindet, wenn die Bremsvorrichtung ihre Ruhestellung einnimmt. Wenn auf das Bremspedal 5 getreten wird, schwingt dieses Pedal um den Punkt 6 aus und drückt die Kolbenstange 9 mit dem Kolben 22 nach unten, wodurch Druckmittel aus dem Zylinder 19 in die Leitungen 11 und 12 gedrückt wird, um die Radbremszylinder und die damit verbundenen Bremsteile zu betätigen. Wenn die Kolbenstange 9 nach unten gedrückt wird, bewegt sich das obere Ende derselben aus der axialen Verlängerung mit dem Zylinder 19, wobei die ganze Kolbenstange gegenüber der Mittellinie des genannten Zylinders eine Winkelstellung einnimmt.
Die Stopfbüchse 36 lässt keine gegenseitige Seitenbewegung zwischen der Kolbenstange und dem vorderen Ende des Behälters zu, so dass das obere Ende des Behälters sich mit der Kolbenstange bewegt, wenn diese aus der axialen Verlängerung des Zylinders 19 ausschwingt, und der nachgiebige Ring 29 gibt genügend nach, um diese seitliche Bewegung des oberen Behälterendes zu ermöglichen. Die Kolbenstange schwingt um ihren Verbindungspunkt mit dem Kolben 22 aus, und wenn man den nachgiebigen Ring 29 neben bzw. unter diesem Punkt anordnet, so lässt sich dadurch erreichen, dass die Verdrehung dieses Ringes auf ein Mindestmass verringert wird.
Fig. 4 zeigt ein Hauptzylindergussstüek 50 mit einer Bohrung 51, in welcher der Kolben 22 sich hin-und herbewegt. Das untere Ende der Zylinderbohrung ist nicht dargestellt, jedoch ist es zur Aufnahme der Feder 23, der Packungsschale 24 und des Ventils 25 in derselben Weise eingerichtet wie im Zylinder nach Fig. 2. Das Hauptzylindergussstück nach Fig. 4 besitzt einen Flanseh 52. Bei dem Druckmittelbehälter 53, aus welchem das Druckmittel dem Hauptzylinder zugeführt wird, besteht die Seitenwand 54 aus einem nachgiebigen Blechstück, das in einer Schlangenlinie gebogen ist, um Falten 55 zu bilden.
Das untere Ende der Wand 54 ist zwischen einem Ring 56 und dem Flansch 52 festgeklemmt, an welchem der Ring 56 beispielsweise durch Zapfenschrauben 57 befestigt ist.
Eine Deckplatte 58, die zweckmässig aus einem schwereren Metall besteht als die Wand 54, ist am oberen Ende der Wand dadurch befestigt, dass das Metall der Wand in der bei 59 gezeigten Weise umgebördelt wird. Die Deckplatte 58 trägt einen abnehmbaren Füllstöpsel 60, der mit einer kleinen Luftöffnung 61 versehen ist, durch welche das im Behälter enthaltene Druckmittel dauernd unter atmosphärischem Druck gehalten wird.
Der Kolben 22 bewegt sich hin und her, um das Druckmittel aus dem Hauptzylinder heraus- zudrücken, und wird zu diesem Zweck durch eine Kolbenstange 62 betätigt, die durch einen Flansch 63 und eine Mutter 64 an der Deckplatte 58 starr befestigt ist. Das obere Ende der Kolbenstange 62 ist zweckmässig abgerundet und bildet im dargestellten Ausführungsbeispiel eine lösbare Berührungsverbindung mit dem abgeflachten Ende 65 eines bei 67 in geeigneter Weise drehbar gelagerten Pedals 66.
Die Wand 54 des Behälters wird bei jedem Treten auf das Pedal 66 zusammengedrückt und die Nachgiebigkeit des in Falten gezogenen Blechstückes, welches die Wand 54 bildet, ist gross genug, um den Behälter und die Kolbenstange 62 in die Anfangsstellung zurückzuführen. In den meisten Fällen wird diese Nachgiebigkeit ebenfalls genügen, um das Pedal in die Anfangsstellung zurückzuführen, jedoch kann es in gewissen Fällen auch zweckmässig sein, eine Feder 68 vorzusehen, um das Pedal zurückzuziehen.
Um das Spritzen der im Behälter enthaltenen Flüssigkeit und die sich daraus ergebenden Flüssigkeitsverluste durch das Luftloch 61 zu verhindern, ist ein Schwimmer 73 aus Kork oder sonstigem geeignetem Stoff vorgesehen, der als Schutzvorrichtung gegen Spritzen dient. Der Schwimmer 73 ist im Durchmesser etwas kleiner als der Durchmesser der Falten 55 und besitzt eine mittlere Öffnung, durch welche die Kolbenstange 62 hindurchgeführt ist.
Diese mittlere Öffnung ist in genügendem Mass grösser als die Kolbenstange, um ein Klemmen zwischen der Kolbenstange und dem Schwimmer zu verhindern, und gleichzeitig dient diese mittlere Öffnung als Führung für den Schwimmer, um zu ver-
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hindern, dass dieser sich in die Falten 65 fängt, wenn diese bei jedem Anziehen der Bremsen zusammengedrückt bzw. gelöst werden.
Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist der Hauptzylinder 50 am unteren Ende mit einem Ansatz 69 versehen, in welchen ein T-förmiges Rohrstück 70 eingeschraubt ist. Die Leitungen 11 und 12, die zu den Bremsbetätigungszylindern führen, sind durch irgendein geeignetes Verbindungsstück mit dem T-Stück 70 verbunden. Der Hauptzylinder wird von einem Halter 71 getragen, der am Chassisrahmen des Fahrzeuges oder an einem andern geeigneten Halter durch Bolzenlöeher 72 befestigt werden kann.
Die Arbeitsweise der Bremsvorrichtung nach Fig. 4 ist im allgemeinen dieselbe wie die der bereits beschriebenen Ausführungsformen und braucht daher nicht besonders beschrieben zu werden.
Wenn auch nur zwei bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beschrieben und dargestellt worden sind, so versteht es sich doch von selbst, dass die Erfindung sich nicht auf dieselben beschränkt, sondern dass verschiedene andere Ausführungsformen möglich sind.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Hyraulische Bremsvorrichtung mit einem an den Bedienungshebel durch eine Kolbenstange angeschlossenen Druckkolben in dem mit dem Flüssigkeitsbehälter unmittelbar verbundenen Hauptdruekzylinder, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem Hauptdruckzylinder (19 bzw. 51) zusammengebaute Flüssigkeitsbehälter (26 bzw. 5. 3) mit einer ganz oder teilweise nachgiebig (biegsam) ausgebildeten Wand versehen ist.