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Pflugsehare und andere schneidend wirkende werkzeuge und Geräte mit dinner Sehneide zur Boden- bearbeitung.
Die Erfindung bezieht sich auf Pflugschare und andere Schneidwerkzeuge und Geräte zur Bodenbearbeitung, deren Schneide beim Arbeiten rasch stumpf wird und sich raseh abnutzt und für deren befriedigendes Weiterarbeiten es zweckmässig ist, sie nachzuschärfen.
Man suchte bisher dem raschen Stumpfwerden und der Abnützung dadurch zu begegnen, dass man diese Teile aus härtbarem Stahl herstellte und sie härtete, und war der Ansicht, dass für diese schneidend wirkenden Werkzeuge ein möglichst harter härtbarer Stahl im gehärteten Zustande am vorteilhaftesten wäre. Nach dem Stumpfwerden mussten die Werkzeuge zwecks Naehschärfens oder Nachrichtens bei Gluthitze überschmiedet und dann neuerdings gehärtet werden. Wegen des oftmals notwendig werdenden Nachhärtens musste ein Stahl verwendet werden, der auch bei unsachgemässestem Härten durch die Dorfsehmiede oder die Schmiede der landwirtschaftliehen oder anderer Betriebe möglichst wenig zur Bildung von Härterissen neigt.
Es musste deshalb verhältnismässig weicher Stahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt verwendet werden, u. zw. meist Stahl mit weniger als 0'6% Kohlenstoff. Solcher weiche Stahl nimmt jedoch beim Härten keine hohe Härte an und die Werkzeuge wurden deshalb auch im gehärteten Zustande rasch stumpf oder nützten sich bald ab. Wegen der schwierigen Durchführung der Nachhärtung und der Gefahr der Härterissbildung wurde häufig die Nachhärtung auch unterlassen. Die ungehärtet verwendeten Werkzeuge aus solchem weichen Stahl wurden noch rascher stumpf, nützen sich noch mehr ab und verformten sieh, so dass sie beim Arbeiten mitunter mehrmals am Tage ausgewechselt
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richten der Werkzeuge, sondern auch grosse Zeit-und Lohnverluste durch das oftmalige Auswechseln der Werkzeuge.
Man suchte bereits diese Übelstände dadurch zu beheben, dass man z. B. Pflugschare nicht nur an der Schneide, sondern ganz härtete, Das Naehsehärfen sollte nur durch Schleifen geschehen.
Dies hat den Nachteil, dass das Nachschleifen zeitraubend ist, einen grossen Stahlverbrauch verursacht, in den landwirtschaftlichen Betrieben keine entsprechenden Schleifmaschinen zum raschen Abschleifen grosser Stahlmengen vorhanden sind und dass die Sehneide nach mehrmaligem Nachschleifen der Schneid-
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gestellt werden, als die nur an der Schneide gehärteten, damit sie im Betriebe nicht brechen. Sie werden deshalb noch rascher stumpf.
Es wurde nun gefunden, dass die erwähnten Werkzeuge eine längere Schnitthältigkeit haben und sich weniger abnützen als Werkzeuge aus härtbarem und gehärtetem Stahl, wenn sie aus unhärtbarem austenitischem Stahl durch Schmieden, Pressen, Walzen od. dgl. hergestellt sind.
Solche Werkzeuge aus z. B. austenitischem Manganstahl bieten den grossen Vorteil, dass sie viel seltener nachgeschärft oder nachgerichtet werden brauchen, als Werkzeuge aus härtbarem Stahl und dass zum Nachschärfen oder Nachrichten nur ein Überschmieden notwendig ist, eine Härtung nach dem Schmieden aber entfällt. Dadurch ist das Nachschärfen oder Nachrichten der Werkzeuge sehr vereinfacht, die häufigen Arbeitspausen, die durch das Auswechseln der stumpf gewordenen oder abgenutzten Werkzeuge verursacht werden, sind ganz bedeutend verringert und es genügt auch ein wesentlich kleinerer Vorrat von Werkzeugen zur Aufrechthaltung ununterbrochener Arbeit.
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Die Sehnitthältigkeit solcher Werkzeuge aus austenitischem Stahl kann besonders erhöht werden, wenn die Schneiden durch Kaltreckung, z. B. Hämmern, verdichtet werden. Durch eine vorausgehende rasche Abkühlung von Temperaturen über 8500 C wird diese Verdichtung erleichtert.
Es ist bekannt, austenitischen Manganstahl als Baustahl für Maschinenteile zu verwenden, die lediglich verschleissfest und zähe sein müssen, wie z. B. Baggereimermesser, Baggerzähne, Baggerbolzen, Baggerbüehsen. Brechbacken, Panzerungen und Kugeln zu Mühlen, Siebbleehe, Eisenbahnschienen u. dgl. Für die eingangs angeführten schneidend wirkenden Werkzeuge mit dünner Schneide, d. i. mit
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weil man nicht wusste, dass austenitiseher unhärtbarer Stahl eine für solche Werkzeuge genügende Widerstandsfähigkeit gegen Verformung der Schneide beim Arbeiten hat und dass solche Werkzeuge aus auste- nitischem Stahl für die Bodenbearbeitung besser entsprechen und vorteilhafter sind, als Werkzeuge aus härtbarem gehärtetem Stahl.