AT141123B - Verfahren zur Herstellung von nichtsplitterndem Glas. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von nichtsplitterndem Glas.

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AT141123B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Verfahren zur Herstellung von niehtsplitterndem   Glas. 



    Niehtsplitterndes Glas, sogenanntes Verbundglas, wurde bisher so hergestellt, dass man zwischen zwei Glasscheiben eine verklebende Verbindungsschicht aus Celluloidfolie oder aus Celluloseesterlösungen u. dgl. brachte. Die auf diese Weise hergestellten Fabrikate zeigten eine Reihe von Missständen, besonders allmähliche Vergilbung und Blasenbildung, welche die Verwendung beeinträchtigten. 



  Es wurde nun gefunden, dass man nichtsplitterndes Glas unter Vermeidung dieser Mängel herstellen kann, wenn man als Bindemittel die klebrigen bis gummösen Reaktionsprodukte anwendet, die durch Umsetzung von Maleinsäureanhydrid oder Maleinsäureanhydrid liefernden zweibasischen Säuren mit solchen aliphatischen Hydroxylverbindungen, die in 2. 3-Stellung zur Hydroxylgruppe eine Doppelbindung besitzen oder in 3-Stellung zur Hydroxylgruppe eine zweite Hydroxylgruppe enthalten und anscheinend im Laufe der Reaktion unter Wasserabspaltung in 2-3 ungesättigte Monoalkohole übergehen. 



  Als derartige Alkohole kommen z. B. 1. 3-Butylenklykole oder Rizinusöl in Frage. 



  Die aus allen den genannten Verbindungen erhältlichen Kondensationsprodukte lassen sich im allgemeinen je nach Art und Dauer der Kondensation in drei verschiedenen Stadien gewinnen, u. zw. in einer harzartigen oder öligen, in organischen Lösemitteln löslichen Vorstufe, einer noch löslichen, aber nicht mehr völlig schmelzbaren Kondensationszwischenstufe und in einer unlöslichen und unschmelzbaren Endstufe. Sie besitzen für den obengenannten Zweck besonders günstige Eigenschaften insofern, als sie meist völlig farblos und lichtecht sind und ihre elastischen Eigenschaften auch in der Kälte beibehalten. 



  Es kann zweckmässig sein, die genannten Kondensationsprodukte in der sogenannten Kondensationsvorstufe zu verwenden, in welcher sie entweder zähe viskose Öle oder bei erhöhter Temperatur leicht schmelzende harzartige Stoffe darstellen. In dieser Form werden sie beispielsweise in gleichmässig dünner Schicht auf eine Glasplatte aufgetragen und hierauf wird eine zweite Glasplatte unter Vermeidung von Luftblasenbildung aufgelegt. Die Schichten werden gegebenenfalls durch Druck homogen miteinander verbunden. 



  In den meisten Fällen werden die Haftfähigkeit und die Splitterschutzwirkung bei einem so erzeugten Verbundglas völlig ausreichen. In besonderen Fällen kann man auch die weitere Kondensation zur Kondensationszwischenstufe bzw. zur Endstufe durch weiteres Erwärmen herbeiführen, wobei die Anwendung von Druck vorteilhaft sein kann. Man kann diese Nachkondensation und auch die Kondensation selbst von Anfang an in der Weise ausführen, dass man die Esterharze für sich weiterkondensiert. 



  Man kann die Reaktion aber auch vornehmen in Gegenwart geeigneter Füllstoffe ; insbesondere in Gegenwart von Cellulosederivaten und ändern hochmolekularen Verbindungen, wie Polymere (Polystyrol, Polyvinylester, Polyacrylsäureester usw.). So kann man beispielsweise ein Mischprodukt, bestehend aus 30 Teilen des Umsetzungsproduktes von Maleinsäureanhydrid mit Rizinusöl oder mit 1. 3-Butylenglykol und 70 Teilen Alkylcellulose in Anwendung bringen. Gegebenenfalls kann es vorteilhaft sein, dieser Mischung noch Losungsmittel, Weichmachungsmittel, Bleichmittel, Farbstoffe, Pigmente usw. zuzusetzen. In manchen Fällen kann es sich empfehlen, die miteinander zu verbindenden Glasflächen vor dem Aufbringen der Zwischenschicht durch ein geeignetes Klebemittel, wie z. B. Polyvinylacetat oder Gelatine, vorzubereiten.   

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   Die Kondensationsprodukte können entweder für sich oder in Mischung miteinander für die Ver-   bundglasherstellung   Anwendung finden oder auch zusammen mit andern kondensierbaren bzw. polymersierbaren oder kondensierten bzw. polymerisierten Körpern zur Anwendung gelangen. 



   Beispiele :   l.   Das aus   l Mol   Rizinusöl und   l Mol Maleinsäureanhydrfd in der Wärme erhaltene Umsetznngs-   produkt wird warm auf eine angewärmte Glasplatte gestrichen, worauf man eine zweite ebenfalls angewärmte Glasplatte auf die erste drückt. Die Adhäsion wird gelegentlich eine noch bessere, wenn man einige Zeit erwärmt und gegebenenfalls Druck verwendet. Man kann das hier verwendete Klebemittel eventuell auch mit dem im Beispiel 2 genannten vermischt anwenden. 



     2.   Man stellt ein Gemisch aus 30 Gewichtsteilen des   Umsetzungsproduktes von Maleinsäureanhydrid   mit Rizinusöl, 70 Gewichtsteilen Äthylcellulose und 60 Gewchtsteilen Aceton her. Mit diesem Gemisch, dem Bleichmittel, Farbstoffe, Pigmente usw. zugesetzt sein können, kann die Verbindung zweier Glas- 
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 körper Kunststoffe der verschiedensten Art herstellen. 



   3. Es werden 30 Gewichtsteile des Umsetzungsproduktes von Maleinsäureanhydrid und 1.3-Butylenglykol mit 60 Gewichtsteilen Acetylcellulose und 80 Gewichtsteilen Aceton vermischt. Mit dieser Mischung kann nach Beispiel 2 verfahren werden. 



   4. Es werden 30 Gewichtsteile des Umsetzungsproduktes von   Maleinsäureanhydrid mit Rizinusöl,   
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 sich nach Beispiel 2 verwenden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von nichtsplitterndem Glas unter Verwendung von Kondensationsprodukten   mehrbasischer   Säuren mit Alkoholen, dadurch gekennzeichnet, dass als Binde-bzw. Ver- 
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 zweibasischen Säuren mit solchen   aliphatisehen   Hydroxylverbindungen, die in 2. 3-Stellung zur Hydroxylgruppe eine Doppelbindung besitzen oder in 3-Stellung zur Hydroxylgruppe eine zweite Hydroxylgruppe enthalten, verwendet werden. 
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AT141123D 1930-04-19 1931-04-03 Verfahren zur Herstellung von nichtsplitterndem Glas. AT141123B (de)

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