AT141856B - Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. - Google Patents

Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons.

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AT141856B
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Bernard Loewe
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Bernard Loewe
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    • D01C3/00Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. 



   Bei den bekannten Kaltspinnverfahren von Seidenkokons, bei welchen diese, gegebenenfalls nach einer vorhergegangenen Behandlung mit alkalischen, neutralen oder sauren Salzen bzw. mit ganz schwachen basischen oder Ammoniaklösungen, in einer Lösung von Alkalien oder Erdalkalien behandelt und sodann in kaltem Wasser bei einer Temperatur von etwa 30  C oder darunter abgehaspelt werden, zeigen sich insofern Schwierigkeiten und ergeben sich Nachteile dadurch, dass der Kokonfaden bzw. der aus zwei oder mehreren Kokonfäden zusammengesetzte Grège- oder der gezwirnte Seidenfaden infolge des Zuges, welcher auf ihn zwischen   Spinnbecken   und Aufwickelvorrichtung (Spule, Haspel u.

   dgl.) einwirkt, an Elastizität verliert, und dass ferner der Bast der Fäden, der durch die vorhergegangenen
Behandlungen des Kokons weich wurde, so klebrig und hygroskopisch ist, dass die Fäden, trotz ange-   wander Wärme   zu ihrem Trocknen, Neigung zum Kleben an der Aufwiekelvorriehtung haben. Es ist klar, dass infolge dieser   unerwünschten   Nebenerscheinungen die Qualität der gewonnenen Seide leidet. 



   Durch die vorliegende Erfindung werden diese Nachteile behoben. Es hat sich nämlich gezeigt. dass, wenn man den aus dem Spinnbecken austretenden und alkalisch reagierenden Faden, bevor er aufgewickelt wird, derart behandelt, dass ein Koagulieren des durch die vorhergegangenen Behandlungen klebrig gewordenen Bastes und ein Neutralisieren der Alkalität des Fadens eintritt, der Faden weder Neigung zum Anhaften an der Aufwickelvorrichtung hat, noch an jener Elastizität und Festigkeit verliert, die man ihm durch das Abwickeln in kaltem Wasser zu verleihen vermag. Diese Behandlung vor dem Aufwickeln kann dadurch erfolgen, dass man den Faden vom   Spinnbecken   unmittelbar in ein Koagulations-und Neutralisationsbad übertreten lässt oder ein solches Bad in einiger Entfernung von der Fadenaustrittsstelle aus dem Spinnbecken anordnet und den Faden hindurchführt.

   Das Durchziehen des Fadens durch das Bad wird aus wirtschaftlichen Gründen einem Besprengen desselben mit den Koagulations-und Neutralisationsmittel oder der Einwirkung dieser Mittel in Gas-oder Dampfform vorgezogen, doch sind auch diese Arten der Behandlung des Fadens nach dem Spinnen zulässig. 



   Als Koagulations-und Neutralisationsbad können sehr verdünnte Lösungen von anorganischen und organischen Säuren, wie z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Zitronensäure usw. oder auch Lösungen von anorganischen oder organisehen sauren Salzen, wie z. B. Magnesiumsulfat, Natriumehlorür, Alaun, Ammoniumsulfat usw., allein oder in Verbindung mit Säuren, verwendet werden. Die Konzentration der Bäder richtet sich nach der Alkalität der vorher behandelten Kokons und des Spinnwassers. Dient Salzsäure als Koagulationsmittel, so beträgt die Konzentration des Bades in der Regel wesentlich unter   1%.   Den   Neutralisations-und Koagulationsbädern   können emulgierte Öle, z. B. sulfoniertes Rizinusöl in äusserst geringen Mengen, zugesetzt werden. 



   Das Trocknen eines durch den Durchgang etwa durch ein Säurebad neutralisierten Fadens kann nicht nur in strömender heisser Luft, sondern auch in strömender kalter Luft bei etwa   350 C   und darunter oder auch in heisser und kalter Luft erfolgen. 



   Während ein Waschen des Fadens nach dem letzten alkalischen oder   erdalkalischen   Bad vor dem Abhaspeln oder ein Abhaspeln der vorbehandelten Kokons in sauer reagierendem Wasser sowohl hinsichtlich Leichtigkeit des Abhaspelvorganges als auch hinsichtlich der Kohäsion der dabei gewonnenen Seide sehr abträglich ist, hat die Behandlung des alkalischen Fadens nach dem Abhaspeln und vor dem Aufwickeln mit Mitteln zur Koagulierung seines Bastes und zur Neutralisierung die Gewinnung einer wesentlich besseren Seide zur Folge. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Wie erwähnt, reagiert ein Seidenfaden, welcher nach Behandlung in alkalischen Bädern in gewöhn-   liehem   Wasser abgehaspelt wurde und welcher durch die vorhergegangene Behandlung eine Entbastung nicht erfahren hat, alkalisch ; ein solcher Faden bzw. ein aus zwei oder mehreren solcher Fäden zusammen-   gesetzter Grégefaden wird, z. B. nach seinem Austritt aus dem Spinnbecken zwischen diesem und der Aufwickelvorrichtung durch ein Bad aus 0#5# Salzsäure gezogen, welchem gegebenenfalls sulfoniertes  
Rizinusöl oder andere emulgierte Öle, zweckmässig tropfenweise, zugesetzt werden können ; sodann wird die an dem Faden anhaftende Badflüssigkeit, gegebenenfalls nach mechanischem Abstreifen, durch strömende heisse oder kalte Luft bei   350 C   und darunter entfernt.

   Der aus dem Spinnbecken austretende und dabei alkalisch reagierende Faden wird also auf seinem Wege zur Aufwickelvorrichtung neutralisiert und getrocknet. 



   In der Zeichnung ist schematisch eine Vorrichtung zur   Durchführung   des erfindungsgemässen
Verfahrens veranschaulicht. Die alkalisch vorbehandelten Kokons werden im   Spinnbecken   1 vermittels der   Spinndüse 2   in der   üblichen   Weise abgehaspelt und der dabei entstehende Grégefaden wird über die
Rollen 3, 4,6, 8 zur Aufwiekelvorriehtung 10 geführt. Die Rolle 4 liegt in einem Becken 5, das mit der   Neutralisierflüssigkeit gefüllt   ist, so dass der Faden auf seinem Wege zur Aufwicklung, diese Flüssigkeit passiert und dabei neutralisiert wird.

   Auf seinem weiteren Wege hinter den Rollen 6 und 8 erfolgt das   Trocknen mit Hilfe von durch die Röhrchen 7 und 9 geschickter, vorzugsweise erwärmter Luft, die vermittels eines Gebläses 11 und Leitungen den Röhrchen zu-und von ihnen abgeführt wird.   



   Es ist klar, dass das gegenständliche Verfahren nicht auf Kaltspinnverfahren beschränkt ist, sondern überall dort Anwendung finden kann, wo der Faden nach dem Spinnen alkalisch reagiert. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons nach Behandlung derselben in alkalischen Bädern, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem   Spinhbecken   austretende, alkalisch reagierende Faden auf seinem Wege zur Aufwiekelvorriehtung neutralisiert wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden zwischen Spinnbecken ? und Aufwickelvorrichtung durch ein Säurebad, ein Bad aus sauren Salzen oder ein Bad aus sauren Salzen im Verein mit Säuren gezogen und dabei koaguliert und neutralisiert wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Koagulations-und Neutralisations- bad emulgierte Öle zugesetzt werden.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden, gegebenenfalls nach Abstreifen der anhaftenden Neutralisierflüssigkeit, mittels strömender heisser oder kalter Luft vor seinem Aufwickeln getrocknet wird. EMI2.1
AT141856D 1933-03-08 1934-02-14 Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons. AT141856B (de)

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US2056611A (en) 1936-10-06
DE615709C (de) 1935-07-10
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