AT142714B - Störbefreiungsschaltung für Radioempfangsgeräte. - Google Patents

Störbefreiungsschaltung für Radioempfangsgeräte.

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AT142714B
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    StörbefreiungsschaItung   fiir   RadioempfaNgsgeräte.   



   In der amerikanischen Patentschrift Nr. 1465961 ist zum erstenmal dargelegt worden, dass jeder
Schwingungskreis (Resonator) verschieden grosse Überspannungen   (Spannungserhollungen)   ergibt, je nachdem, ob das auf ihn einwirkende Zeichen, wie bei Empfangszeichen, aus einem ununterbrochenen Wellenzug oder, wie bei Störzeichen, aus einer Reihe aperiodischer Impulse besteht. In der Tat zeigt die Anwendung der   Wahrscheinlichkeitsrechnung   auf die Erscheinung der Akkumulation   (Aufsehaukelung)   dass sich die Störzeiehen während eines Zeitraumes, der der Zeitkonstante des Schwingungskreises entspricht, proportional zur Quadratwurzel aus dieser Zeitkonstante akkumulieren (aufschaukeln), während die Akkumulierung des Empfangszeichens proportional zur Zeitkonstante erfolgt.

   Man kann daher sagen, dass das Verhältnis der Empfangszeichenstärke zur Störzeichenstärke in einem Resonator oder Sehwingungskreis proportional zur Quadratwurzel aus der Zeitkonstante desselben ist. Es ist daher klar, dass ein Resonator mit besonders grosser Zeitkonstante gegen   Störeinflüsse   besonders gut   geschützt   ist. 



   Beim radiotelegraphischen Empfang können die Zeitkonstanten der Schwingungskreise genügend gross gewählt werden, um einen verhältnismässig sicheren Störschutz zu erhalten. Dies ist jedoch beim radiotelephonischen Empfang oder beim Rundfunkempfang nicht ohne weiteres möglich, bei welcher Art des Empfanges notwendigerweise zu beiden Seiten der Trägerfrequenz je ein Frequenzband von erheblicher Breite auftritt. Denn es würde jeder Versuch, einen   Störschutz   durch Vergrösserung der Zeitkonstante der Schwingungskreise zu erzielen, zu einer unzulässigen Verzerrung der akustischen oder musikalischen Wiedergabe führen. 



   Es ist nun aber durch Anwendung eines im österr. Patent Nr. 141204 angegebenen und geschützten Empfangsverfahrens möglich, ohne Verzerrung der musikalischen Wiedergabe Zeitkonstanten zu erreichen, die zur Gewährung eines praktisch vollkommenen Störschutzes und überhaupt zum Schutz gegen beliebige Stosserregungen der verschiedenen Sehwingungskreise genügend gross sind.

   Gemäss diesem Verfahren, das als   Frequenzänderungsverfahren   durch Modulationsübertragung bezeichnet werden kann, werden dem Gitter einer Röhre mit gekrümmter Anodencharakteristik zugleich das empfangene   Zeichen   sin   Qt'und eine Ortsschwingung H   sin   #t konstanter FRequenz zugeführt.   (Im   Schaltschema   der Zeichnung sind die auf das Gitter der Röhre L einwirkenden Sehwingungskreise mit S und H, die Anodenspannungsklemme mit   HT   bezeichnet.) Die Rechnung zeigt, dass es infolge Auftretens von Gliedern dritter Ordnung in der   Gleichung   der Charakteristik möglich ist, den Klemmen eines im Anodenkreis 
 EMI1.1 
 zu entnehmen,

   welche Summe ein Glied mit konstanter Amplitude und ein Glied mit einer entsprechend der   Zeichenmodulierung   modulierten Amplitude besitzt.   Dieses"modulierte"Glied   kann seinerseits in drei Glieder zerlegt werden, also in der Form 
 EMI1.2 
 dargestellt werden, wobei das erste Glied die   Trägerschwingung   und die beiden andern Glieder die Seitenbänder   ausdrucken,   (m ist die Frequenz der akustischen Schwingung.)
Schaltet man zwischen dem Ausgangskreis (Ausgangsresonator) der   Frequenzwandlerrohre   L (s.

   die Zeichnung) und der Detektordiode D ein hochselektives Filter F oder allgemein ein System auf die Frequenz   ru   abgestimmter Schwingungskreise, dessen Zeitkonstante sehr gross gemacht werden kann, und nimmt man anderseits an, dass durch Anwendung irgendeines Verfahrens die Frequenz der Orts- 

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 schwingung sowohl nach der einen als auch nach der ändern Seite von   to   verändert wird, u. zw.

   zwischen   ro-m1   und o)   +     Hi, wobei M die Grenzfrequenz   des Hörbereiches (Tonspektrums) bezeichnet, so wird bei einer   solchen #Abtastung" oder #Durchfegung" des Hörbereiches,   wenn die Frequenz der Ortsschwingung den Wert to +   1n   erreicht, das zweite Glied des oben angegebenen dreigliedrigen Ausdruckes den Frequenzwert to annehmen und nur dieses Glied wird, sofeme das Filter genügend selektiv ist, zum Detektor durchgelassen werden. Man kann dieses Glied bei hinreichender Selektivität des Filters als   störungsgeschützt   ansehen.

   Allein wäre es zwar nicht fähig, die Tonfrequenz wiederzugeben, aber es genügt zu diesem Zweck, ihm im Detektor die Ortssehwingung von der Frequenz   ro+1n hinzuzufügpn,   so dass als Schwebung die hörbare Frequenz   111.   hervorgerufen wird. 



   Es genügt also eine Abtastung   (Durehfegung)   des   Hörbereiches   (Tonspektrum), d. h. in Wirklichkeit der beiden symmetrischen Bänder dieses Bereiches, um alle hörbaren oder in der Musik gebräuehlichen Frequenzen wiederzugeben. Die Abtastfrequenz soll möglichst gering sein, damit eine Frequenz 
 EMI2.1 
 des Bandes sieh während eines sehr grossen Zeitraumes zu akkumulieren   (aufzuschaukeln).   Es ergibt sich jedoch eine Grenze durch die Forderung, dass das Zeitintervall, das jedesmal bis zum Wiederauftreten derselben Frequenz verstreicht, oberhalb 1/30 Sekunde (Verweildauer der Töne im Ohr) liegen soll. Diese Naturerscheinung begrenzt die Abtastfrequenz und infolgedessen auch die maximale Zeitkonstante, die man dem Selektivfilter geben kann.

   In der Tat wäre es zwecklos, für das Filter eine Zeitkonstante zu wählen, die höher ist als die Verweilzeit der Bandfrequenz im Bereich (innerhalb der Grenzen) des Filters. 



   Man kann bei Berücksichtigung dieser Grenze und unter den gegebenen natürlichen Verhältnissen errechnen, dass für die Zeitkonstante etwa der   25fache   Wert wie bisher gewählt werden darf und 
 EMI2.2 
 
 EMI2.3 
 
 EMI2.4 
 dass insgesamt das genannte Verhältnis mit einem Koeffizienten 10 multipliziert werden kann. 



   Es ist klar, dass das neue Störbefreiungssystem, dessen Wirkung auf der statistischen Auswahl (Selektion) des zu empfangenden Zeichens und der   Störzeichen   beruht, bei jeder Empfangsmethode anwendbar ist, bei der dem Empfangszeichen ein mit diesem in Synchronismus befindlicher Sehwingungsterm superponiert wird, gleichgültig, ob dieser Synchronismus durch einen unabhängigen und synchronisierten Generator oder durch ein Verfahren erzielt wird, das dem im österr. Patent Nr. 141204 verwandt oder gleich ist. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1.   Störbefreiungsschaltung   für Radioempfangsgeräte, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Einrichtung zur Abtastung des Hörbereiches   (Tonspektrums) zwecks vollständiger   Wiedergabe dieses Bereiches eine statistische Auswahl des   Empfangszeiehens   und der   Störungen   stattfindet, wobei die Bandfrequenzen unter Zwischenschaltung eines ausserordentlich selektiven Systems empfangen werden, 
 EMI2.5 
 Störungen   schützt.  

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zum Betrieb einer Schaltung nach Anspruch 1, gekennzeichnet, durch die Wahl einer möglichst niedrigen Abtastfrequenz.
    3. Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Empfangszeiehen ein mit diesem in Synchronismus befindliches Schwingungsglied überlagert wird.
    4. Schaltung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Synchronismus durch einen unabhängigen und synchronisierten Generator erzielt wird.
    5. Schaltung nach Anspruch 1, 3 oder 4, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Einrichtung EMI2.6
AT142714D 1934-05-19 1934-05-30 Störbefreiungsschaltung für Radioempfangsgeräte. AT142714B (de)

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