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Die Erfindung betrifft eine Gehrungslehre für Tischkreissägen.
Beim Schneiden von Gehrungen für alle Arten von Holz-, Kunststoff- oder Metallteilen, die in einem Winkel ungleich 180 aufeinanderstossen, ist es üblich, eine Gehrungssäge zu verwenden. Dazu wird zuerst mit einer Schmiege der Winkel, in dem die beiden Teile aneinanderstossen, in der Natur abgenommen, sodann halbiert, um den Gehrungswinkel zu bestimmen. Das auf Gehrung zu schneidende Stück wird sodann in die Gehrungssäge eingebracht.
Die Säge selbst wird im vorbestimmten Winkel eingestellt und das Stück wird geschnitten. Wie aus dem geschilderten Arbeitsablauf hervorgeht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Irrtümer, Verwechslungen und Ungenauigkeiten, so dass das Schneiden von Gehrungen zu den unbeliebtesten und zeitaufwendigsten gehört und daher aus Kostengründen meist auch am schlampigsten durchgeführten Tätigkeiten im Bereich der Innenausstattung von Gebäuden und Möbeln ist.
Die Erfindung hat das Ziel, hier eine Verbesserung zu schaffen, die es insbesondere ermöglicht, auf die verschiedenen Berechnungen zu verzichten und die auch die Gehrungssäge selbst erübrigt, sondern auf jeder Kreissäge mit verfahrbarem Anschlag einsetzbar ist.
Die Erfindung ist in einer ersten Variante dadurch gekennzeichnet, a) dass die Gehrungslehre zwei geradlinige Schenkeln mit Anschlagkanten für den abzunehmenden Winkel aufweist, die um eine gemeinsame Achse, die in jeweils einem Endbereich der Schenkeln angeordnet ist, gegeneinander verschwenkbar und in beliebiger Lage zueinander fixierbar sind, b) dass jeder der Schenkel in dem Endbereich, der der gemeinsamen Achse abgewandt ist, eine Aufnahme aufweist, c) dass die beiden Aufnahmen mit der Schenkelachse ein gleichschenkeliges Dreieck definieren,
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d) dass weiters die Anschlagkanten der Schenkel parallel zu den Dreieckseiten verlaufen und e)
dass weiters die Kreissäge an ihrem verfahrbaren Anschlag einen festen Aufsetzer für einen der beiden Aufnehmer und einen entlang des Anschlages und parallel zu diesem verfahrbaren oder verlaufenden Aufsetzer für die Aufnahme des anderen Schenkels aufweist.
Auf diese Weise ist tatsächlich die Anschlagkante der erfindungsgemässen Gehrungslehre, die vom festen Aufsetzer zur Schenkelachse verläuft, bezüglich der Schnittebene der Kreissäge genau im Gehrungswinkel, d. i. im halben Stosswinkel der aneinanderstossenden Werkstücke orientiert. Es kann somit bei der erfindungsgemässen Gehrungslehre ohne jegliche Berechnung oder Verstellung der Säge jeder in der Natur abgenommene Stosswinkel auf Gehrung geschnitten werden.
Dazu ist es nur notwendig, die Schenkelachse zu lösen, die beiden Schenkel an den abzunehmenden Stoss anzulegen, in dieser Lage die Schenkelachse zu fixieren und einen der beiden Aufnehmer mit dem festen Aufsetzer des Anschlages der Kreissäge zu verbinden und den anderen Aufnehmer mit dem anderen Aufsetzer, nach entsprechendem Verschieben desselben, zu verbinden. Eine Fixierung dieses zweiten Aufsetzers braucht nicht zu erfolgen, da er durch die fixierte Schenkelachse an seiner Stelle der Bahn entlang des Anschlages gehalten wird. Wenn der zweite Aufsetzer beispielsweise eine parallel zum Anschlag verlaufende Nut ist, in die der als Dorn oder Zapfen ausgebildete Aufnehmer spielfrei aber zügig eingesetzt werden kann, so erleichtert dies die Handhabung der Vorrichtung und reduziert dabei noch ihre Kosten.
Sodann wird das auf Gehrung zu schneidende Profil an die zur Säge weisende Anschlagkante des Schenkels gelegt und verläuft ohne weiteres zutun in der richtigen Richtung für
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den Gehrungsschnitt. Es ist nurmehr so wie bisher die richtiger axialer Lage des Profiles bzw. der Leiste bezüglich der Sägeebene festzustellen.
In einer zweiten Variante der Erfindung ist statt den beiden Aufnahmen vorgesehen, die achsfernen Enden der beiden Schenkel abzurunden, so dass sie nur an die Anschlagleiste der Kreissäge gelegt werden müssen und ihre Anschlagkanten dabei automatisch in die richtige Lage gelangen. Um ein Verschieben der gesamten Lehre entlang der Anschlagleiste zuverlässig zu unterbinden, ist in einer bevorzugten, dritten Variante vorgesehen, dass einer der beiden Schenkel auf einen am sägeblattnahen Ende des Anschlages vorgesehenen Aufnehmer aufsteckbar ist und der andere Schenkel eine mit der Lage dieser Drehachse des ersten Schenkels abgestimmte kreisbogenförmige Abrundung seines Endes aufweist, so dass er durch direktes Anlegen an den Anschlag der Kreissäge die symmetrische Lage der Lehre zum Anschlag sichert.
Die Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Die Zeichnung stellt eine Draufsicht auf eine übliche Tischkreissäge mit einem Sägeblatt 1 und einem entlang des Sägeblattes in Y-Richtung verfahrbaren, in X-Richtung verlaufenden Anschlages 2 dar. Der Anschlag 2 trägt nahe des dem Sägeblatt 1 zugewandten Endes einen Aufnehmer (Bolzen) 3, der fest auf ihm montiert ist. Entlang des Anschlages 2 in X-Richtung verschieblich, ist ein Schlitten 4 vorgesehen, der ebenfalls einen Aufnehmer (Bolzen) 5 trägt.
Die erfindungsgemässe Lehre 6 besteht aus zwei Schenkeln 7, 8, die um eine Schenkelachse 9 verschwenkbar sind, wobei durch eine Feststellvorrichtung 14 die Verschwenkbarkeit in jeder beliebigen Lage der beiden Schenkel 7,8 zueinander blockiert und die Lehre 6 somit in dieser Lage fixiert
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werden kann. Die Schenkelachse 9 befindet sich jeweils nahe eines der Enden der Schenkel 7,8. Bevorzugt sind die Schenkelenden halbkreisförmig mit der Schenkelachse 9 als Mittelpunkt ausgebildet.
An den der Schenkelachse 9 abgekehrten Enden weist jeder der Schenkel 7 und 8 einen Aufsetzer 10,11 auf, der mit den Aufnehmern (Bolzen) 3,5 spielfrei zusammenwirkt.
Die Aufsetzer können Buchsen, Hülsen oder andere, mit den jeweiligen Aufnehmern spielfrei und bevorzugt verdrehbar zusammenwirkende Bauteile sein, die der Fachmann des Werkzeugbaues in Kenntnis der Erfindung leicht bestimmen und auswählen kann. Bewährt haben sich beispielsweise die Steckkupplungen von Druckluftleitungen, wobei zur leichteren Bedienbarkeit die Haltefedern gegen schwächere ausgetauscht wurden.
Die Achsen der Aufsetzer 10,11 und die Schenkelachse 9 bilden dabei in jeder Lage ein gleichschenkeliges Dreieck, dessen Basis zwischen den Aufnahmen 10,11 zu denken ist. Die Anschlagkanten 12 der Schenkel 7, 8 - zur Abnahme von inneren und äusseren Winkeln gibt es vorzugsweise deren vier-verlaufend dabei parallel zu den gleichschenkeligen Seiten zwischen den Mittelpunkten dem Aufsetzer 10 und der Schenkelachse 9 einerseits und zwischen der Aufsetzer 11 und der Schenkelachse 9 andererseits.
Durch diese geometrischen Massgaben wird jeder zwischen entsprechenden Anschlagkanten 12 abgenommene Winkel beim Aufbringen der Gehrungslehre auf den Anschlag der Kreissäge automatisch halbiert und bildet den passenden Gehrungswinkel für ein entlang der dem Kreissägeblatt 1 zugewandten Anschlagkante 12 eingelegtes Werkstück.
Wie aus der Figur ersichtlich, ist es möglich, auf die Bolzen 3,5 und die zugehörigen Aufsetzer 10, 11 zu ver-
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zichten, wenn beide Schenkel 7,8 so abgerundete Enden aufweisen, dass sie beim Anliegen am Anschlag der Säge die oben geschilderte geometrische Relation einhalten. Es wird dadurch das Anlegen der Gehrungslehre an der Säge vereinfacht.
Um ein Verrücken der Lehre während des Sägens zuverlässig zu verhindern, wird bevorzugt der feste Bolzen 3 samt dem zugehörigen Aufsetzer 10 ausgebildet und das Ende des Schenkels 8 entsprechend abgerundet ausgeführt, um auf den Schlitten 4 samt Bolzen 5 verzichten zu können.
Die Ausführung des Feststellmechanismus 14 kann auf verschiedene Art erfolgen. So kann es sich dabei um eine einfache Flügelschraube handeln, doch wird dies wegen der Gefahr des Verstellens der Schenkel während des Fixierens nicht bevorzugt. Bevorzugt wird die Verwendung eines Exzenters oder eines anderen Schnell-Fixiersystems, wie sie im Stand der Technik in verschiedenen Ausführungsformen existieren. üblicherweise bewegt sich der Anschlag, wie aus der Figur entnehmbar, gegenüber dem feststehenden, aber rotierbaren Sägeblatt, doch ist es selbverständlich auch möglich, dass der Anschlag fixiert ist und sich das Sägeblatt bewegt.
Wenn, wie in der ersten Variante der Erfindung vorgesehen, der zweite Aufsetzer aus einer Nut besteht, in die ein stiftartiger oder dornartiger Teil des Winkels einsetzbar ist, ist diese Nut bevorzugt aus einem Material, das dem oftmaligen Einsetzen des Aufnehmers besonders an den häufig auftretenden Winkelstellen ohne Verformungen oder Abrieb zu erleiden, widersteht. Das kann beispielsweise Stahl, gehärteter Stahl, Keramik o. dergl. sein.
Die Lehre kann aus Metall, Kunststoff oder Holz bestehen, die Wahl des Materials hängt vom Verwendungszweck und den
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Einsatzbedingungen ab. Die Bolzen und Aufnehmer können einfache zylindrische Gestalt haben oder auch durch Schnappmechanismen (ähnlich denen von der Verbindung von Druckluftschläuchen od. dgl.) gegen ein unbeabsichtigtes Abziehen gesichert sein. Die Materialien müssen der doch häufigen Inanspruchnahme sowohl während des Aufsetzens als auch des Abnehmens der Lehre und während des Schneidens eines Werkstückes bei aufgesetzter Lehre widerstehen können. Metallische oder hochwertige Kunststoffmaterialien bieten sich dafür an und können vom Fachmann in Kenntnis der Erfindung leicht ausgewählt werden.