<Desc/Clms Page number 1>
EMI1.1
Die Erfindung betrifft den konstruktiven Aufbau von Entladungsröhren, deren Aussenwand teilweise aus Metall besteht.
Es ist seit langem bekannt, bei Hoehleistungsröhren einen Teil der Gefässwand aus Metall herzustellen bzw. diesen Teil der Wand gleichzeitig als Anode zu benutzen. Man ist ferner dazu übergegangen, diese Bauart auch für Röhren kleinerer Leistung, die in Empfängern und Verstärkern Verwendung finden sollen, anzuwenden, und erzielte dabei gute Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich derWärmeabstrahlungs- fähigkeit und der dadurch möglichen höheren Belastbarkeit der Anode. Bisher bestanden jedoch konstruktive Schwierigkeiten bei der Unterbringung der Stromzuführungen zu den inneren Elektroden. Man führte den Elektrodenaufbau bisher in der gleichen Weise aus, wie er von den Glaskolbenröhren her bekannt ist.
Das innere Entladungssystem wurde auf einen normalen Quetschfuss, der sich nach unten in dem üblichen Tellerfuss fortsetzte, aufgebaut. Die Verbindung mit dem als Anode dienenden Metallkolben erfolgte in der Weise, dass an diesen zunächst ein Glasring angeschmolzen wurde, der dann seinerseits mit dem Tellerfuss verschmolzen wurde. Die Herstellung einer derartigen Metallwandröhre vollzog sich demnach genau in derselben Weise und verursachte zumindest die gleichen Kosten, wie man es von den Glaskolbenröhren her gewohnt war. Auch an den äusseren Abmessungen der Röhre hatte sieh kaum etwas geändert. Sowohl die Bauhöhe als auch der grösste Durchmesser wurde nur durch den Quetschbzw. Tellerfuss bestimmt und war nicht wesentlich kleiner als bei Glaskolbenröhren.
Die vorliegende Erfindung bezweckt einerseits eine Vereinfachung des Herstellungsverfahrens und anderseits eine Verringerung der äusseren Abmessungen der Röhre, welche nicht mehr durch an sich nebensächliche Bauteile, wie z. B. den Tellerfuss, sondern hauptsächlich durch die Dimensionen des Entladungssystems bestimmt werden sollen. Der wirtschaftliche Nutzen liegt dabei nicht nur in der Verbilligung der Metallkolbenröhren, sondern insbesondere in der Verminderung des Platzbedarfes und des Gewichtes, was beim Bau von Geräten für Rundfunkzwecke und bewegliche Dienste von Bedeutung ist.
Es werden ferner Ausführungsformen angegeben, die wegen ihrer geringen Elektrodenzuleitungsinduktivitäten bzw.-kapazitäten zur Verwendung in Kurzwellengeräten besonders geeignet erscheinen.
Die Erfindung besteht darin, dass der mit einem Glasansatz verschmolzen Metallkolben mit den übrigen Teilen der Gefässwand durch eine Ringquetsehung verbunden wird, die gleichzeitig die Elektrodenzuführungen aufnimmt.
Ringförmige Quetschungen wurden bereits früher, vor allem in Verbindung mit sogenannten Knopfröhren"vorgesehlagen, um die Stromeinführungen auf eine grössere Strecke verteilen zu können und die Isolations-und Kapazitätsverhältnisse dadurch zu verbessern. Die durch die neuartige Verbindung mit Metallkolben erzielten Fortschritte liegen jedoch, wie bereits vorhin erwähnt wurde, auf ganz anderm Gebiet.
Ein Ausführungsbeispiel für den Erfindungsgedanken ist in der Fig. 1 schematisch dargestellt. Der zylindrische und oben geschlossene Metallkolben 1, der gleichzeitig als Anode des Entladungssystems dient, ist am unteren Rande etwas erweitert und dort mit einem in einen Flansch übergehenden Glasring 2 verschmolzen. Das innere Elektrodensystem besteht aus einer indirekt geheizten Glühkathode 3 und einer Steuerelektrode 4 und wird durch zwei Isolierbrücken 5 und 6 distanziert und an der Anode abgestützt. Den Abschluss des Gefässes bildet ein Glasteller 7, welcher in rotierenden Einschmelzmaschinen
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
dass sie die Lage des inneren Elektrodensystems in axialer Richtung sichern.
An dem Glasteller 7 ist in üblicher Weise ein Pumpstutzen 10 angesetzt, der nach Fertigstellung der Röhre abgesehmolzen wird.
Wenn es darauf ankommt, die Kapazität zwischen der Anode und einer weiteren Elektrode, insbesondere dem Steuergitter, klein zu halten, werden gemäss der weiteren Erfindung die Zuführungen zu einer oder mehreren Elektroden nicht durch die Ringquetschung geführt, sondern an der dem Metallkolben abgewendeten Seite derselben eingeschmolzen ; insbesondere wird auch der an dem Glasdeckel vorhandene Pumpstengel zur Herausführung einer Zuleitung verwendet.
Ein Ausführungsbeispiel für diese Bauart ist aus der Fig. 2 ersichtlich. Für die mit der Fig. 1
EMI2.2
Zuführungen zu dem Heizelement der Kathode sind in die Ringquetschung eingebettet. Die Zuführung zum Steuergitter verläuft durch den Glasdeckel 3 hindurch. Im vorliegenden Beispiel ist die eine Gitterstütze 9 entsprechend verlängert und führt durch den Pumpstutzen 10, der nach Fertigstellung der Röhre in üblicher Weise zugeschmolzen wird. Die Gitterzuleitung kann aus einem verhältnismässig dicken Draht bestehen, wodurch für eine rasche Abfuhr der dem Gitter durch Strahlung von der Kathode her mitgeteilten Wärme gesorgt ist. Das Gitter nimmt infolgedessen keine hohe Temperatur an und zeigt daher wenig Neigung zu thermischer Emission.
Falls der Durchmesser so gross gewählt wird, dass eine vakuumdichte Einschmelzung an der Durchführungsstelle nicht mehr gewährleistet erscheint, erreicht man denselben Zweck dadurch, dass man nur das Ende der dicken Stütze in das Glas einbettet und diese dann durch einen dünneren Einschmelzdraht fortsetzt. In diesem Falle teilt sich die Wärme der betreffenden Elektrode dem Glasteil mit, und gleichzeitig ist noch immer für eine stabile Halterung gesorgt. Diese Ausführungsform lässt sich gerade im vorliegenden Falle mit besonderem Vorteil anwenden, da die dicken Elektrodenstützen nicht oder nur wenig gebogen zu werden brauchen und sich daher durch besondere Starrheit auszeichnen.
Beim Betrieb mit sehr kurzen Wellen kommt es auf die Einhaltung sehr kleiner Elektrodenabstände an ; mit Rücksieht auf den beim Kurzwellenbetrieb unvermeidlichen schlechten Wirkungsgrad muss die Nutzelektrode mit einer verhältnismässig grossen Belastungsfähigkeit ausgestattet werden. Um diesen Anforderungen zu genügen, wird gemäss der weiteren Erfindung der Metallteil der Gefässwand als Platte ausgebildet und mittels einer Ringquetschung mit den übrigen Teilen der Gefässwand verbunden. und
EMI2.3
dargestellt. Es bedeutet 11 eine ebene, z. B. kreisförmige, Metallplatte mit einem umgebördelten Rand 12, an dem ein Glasring jim, der in einen Flansch übergeht. eingeschmolzen ist. Der Abschluss des Entladungsgefässes erfolgt durch einen Glasdeckel.
M. der mit dem Flansch des Glasringes 1 : 1 durch eine ringförmige Quetschung verbunden wird. An dem Deckel 14 ist auch der nach Fertigstellung der Röhre abgezogene Pumpstengel15 eingesetzt. Das innere Elektrodensystem enthält eine Gitterelektrode 16, die z. B. aus
EMI2.4
kathode M, die nur an der Oberseite mit einem emissionsaktiven Belag 1. 9 versehen ist ; die Heizung der Kathode erfolgt durch die Widerstandselemente 20. Die Gitterelektrode wird gestützt und gleichzeitig auch mit der äusseren Schaltung verbunden durch Drähte 21, die in die Ringquetsehung eingebettet sind. In gleicher Weise wird auch die Kathode 18 von den seitlich herausgeführten Zuleitungsdrähten getragen.
Dadurch, dass die verschiedenen Elektrodenzufühnmgen über den ganzen Umfang der Ringquetschung verteilt werden, erzielt man eine sehr geringe schädliche Kapazität.
Selbstverständlich kann die Konstruktion des Entladungsgefässes in vielen Punkten geändert und besonderen Arbeitsbedingungen angepasst werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Beispielsweise kann gegebenenfalls die Distanzierung der einzelnen Teile des inneren Elektrodensystems nicht den Stützdrähten allein überlassen werden, sondern es können zu diesem Zwecke besondere Distanzstücke aus Isoliermaterial verwendet werden. Ferner kann die Zuleitung zu einer oder mehreren Elektroden statt durch die Quetschung auch durch die Wand des Glasdeckels 4 geführt werden ; insbesondere besteht die Möglichkeit, eine dieser Zuleitungen im Pumpstengel einzusehmelzen.
Diese Ausführungsformen sind vor allem dann von Interesse, wenn extrem kleine Kapazitätswerte eingehalten werden müssen oder ein Mehrgittersystem Verwendung finden soll.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Entladungsröhre, deren Gefässwand zum Teil aus Metall besteht, dadurch gekennzeichnet, dass der mit einem ringförmigen Glasansatz verschmolzene Metallkörper mit den übrigen Teilen der Gefässwand durch eine Ringquetsehung verbunden ist, welche gleichzeitig Elektrodenzuführungen aufnimmt.