<Desc/Clms Page number 1>
Elektrolyt-Kondensator für höhere Spannungen.
Bisher sind Elektrolytkondensatoren lediglich für Betriebsspannungen bis 500 Volt ausgeführt worden, da Kondensatoren für höhere Spannungen hinsichtlich der Sicherheit, des Raumbedarfs und Preises keine zufriedenstellenden Ergebnisse zeigen.
Bekanntlich stellt beim Elektrolytkondensator die Oxydschicht an der positiven Elektrode die Isolation zwischen den beiden Belägen dar, die teils durch eine Vor-und teils durch eine Nachformierung für die entsprechende Betriebsspannung erzeugt wird. Es hat sich gezeigt, dass der Elektrolytkondensator um so wirtschaftlicher wird, je geringer die Betriebsspannung wird bei prozentualer gleicher Erhöhung der Kapazität. Die bis heute erreichte, durch die Durchschlagsfestigkeit der Oxydschicht bedingte Höchstgrenze der Betriebsspannung beträgt zirka 500 Volt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass für den Prozess, der zur Erzeugung der Oxydschicht erforderlich ist, fast doppelt soviel Elektrolyt erforderlich ist wie für einen Kondensator gleicher Kapazität, aber für eine Betriebsspannung von nur 400 Volt.
Entsprechend steigt auch die für diesen Prozess erforderliche Zeit und der Stromverbrauch.
Diese Betrachtungen zeigen an sich, dass man durch eine Serienschaltung viel günstigere Ergebnisse erzielen kann.
Eine bekannte Möglichkeit, zwei Kondensatorwickel in Serie zu schalten und in einem Becher zu vereinigen, fordert bei der praktischen Ausführung ganz besonders viel Raum, da nicht nur die beiden Wickel, sondern auch die beiden Elektrolyte, welche die einzelnen Wickel umgeben, vollkommen voneinandergetrennt sein müssen. Es kommt hinzu, dass bei der Verwendung eines Metallbechers der eine Wickel gegen den Becher nochmals eine weitere Isolierung erfordert.
Diese Nachteile können dadurch behoben werden, dass je zwei benachbarte Wickel eine gemeinsame durchlaufende Elektrode besitzen und po als Ganzes einen Doppel-oder Serienwickel bilden. Dabei wird eine Elektrode eines Wickels verlängert ausgeführt und die Teile der Elektroden zwischen zwei benachbarten Wickeln eingewickelt. Die eine Hälfte der gemeinsamen Elektrode wird mit einer Oxydschicht versehen, während die andere Hälfte die blanke Folie bildet. Erfindungsgemäss ist an der Übergangsstelle der Aussenelektroden eine Isolierschicht aus einem im Elektrolyten unlöslichen Material über
EMI1.1
einander zu isolieren.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung für einen Doppelwickel dargestellt.
Es zeigt Fig. 1 in schematischer Darstellung die Anordnung der gemeinsamen durchlaufenden Elektrode zwischen den Aussenelektroden, Fig. 2 die Anordnung der Isolierschicht an der Übergangsstelle derAussenelektroden, Fig. 3 veranschaulicht in Ansicht den fertigen Doppelwickel. Der Wickel 1 besteht aus einer Elektrode 2 und einer Elektrode 3, die vorzugsweise doppelt so lang ist wie die Elektrode 2. Der verlängerte Teil der Elektrode 3 ist mit der Elektrode 4 des Wickels 5 zusammengewickelt. Dieser Doppelwiekel besteht also aus drei Elektroden, deren eine, u. zw. die mittlere, vollkommen durchlaufend mit den Einzelwickeln 1 und 5 gewickelt ist. Der eine Teil der verlängerten Elektrode 3 ist oxydiert, während der andere Teil die blanke Folie bildet.
Die durchlaufende Elektrode ist lediglich in den Wickel eingelegt und besitzt keine Verbindungen nach aussen. Dem oxydierten Teil der verlängerten Folie 3 ist eine blanke Folie gegenübergestellt, während dem blanken Teil der verlängerten Folie eine oxydierte Folie gegen- übersteht. Die verlängerte Elektrode kann natürlich auch aus zwei Teilen einer oxydierten und einer
<Desc/Clms Page number 2>
blanken Folie bestehen, die miteinander z. B. durch Vernietung verbunden sind und in der gleichen Weisezwischen den Aussenfolien eingelegt ist wie die beschriebene verlängerte Elektrode.,.
An der Übergangsstelle der Aussenelektroden wird an Stelle des Elektrolytträgers eine im Elektrolyt unlösliche Isolierschicht 6, beispielsweise aus Cellophan, Zelluloid od. dgl., über eine oder mehrere Windungen miteingewiekelt, während sich an dieser Zwischenschicht die Elektrolytträger 7 anschliessen.
Die isolierende Zwischenschicht, welche die Aussenfolien und insbesondere die beiden Elektrolyte voneinandertrennen soll, überragt in ihrer Breite sowohl die Folien als auch die Elektrolytträger.
Dieser so gebildete Doppelwickel kann zur vollständigen Isolierung gegen die beiden Elektrolyte und überhaupt zum Abschluss nach aussen beispielsweise durch Eintauchen in eine Isoliermasse, wie Wachs, mit einem Überzug versehen werden. Aus diesem Überzug ragen dann lediglich die beiden Elektrodenfahnen hervor, so dass der Doppel- oder Serienwickel gegen Austrocknen und gegen einen
EMI2.1
benachbarte Wickel eine gemeinsame durchlaufende Elektrode besitzen, während nur die Aussenelektroden von geringerer Länge sind und an sie die Elektrodenfahnen angeschlossen sind.
Durch die hier gegebene Lösung der Serienschaltung ist es möglich, Ele1.'irolytkondensatoren für Spannungen über 500 Volt wirtschaftlich herzustellen, ohne die einzelnen Wickel übermässig zu beanspruchen, während der Prozess zur Erzeugung der Oxydschicht wesentlich vereinfacht wird.