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Glasplatte od. dgl. mit Oberfläehenverzierung und Verfahren zu ihrer Herstellung.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Glasplatte od. dgl. mit einer Oberflächenverzierung sowie auf ein Verfahren zur Herstellung dieser Verzierung. Das Verfahren ist anwendbar bei Glas, dessen dem Beschauer zugewendete Oberfläche das einfallende Licht nicht zerstreut ; das Glas muss also eine Feuerpolitur besitzen oder poliert sein. Ferner soll das Glas entweder selbst im wesentlichen undurchsichtig sein oder eine Hinterlegung besitzen, welche das durchgelassene Licht absorbiert oder reflektiert. Diese Hinterlegung kann entweder auf dem Glas selbst angebracht sein oder einen besonderen Körper bilden.
Schwarzglas, welches bei der üblichen Stärke von etwa 6 mm ganz undurchsichtig ist, ist für die Zwecke der Erfindung geeignet, wenn es poliert oder gewalzt ist, um eine glatte Oberfläche zu bekommen, welche das Licht nicht merklich zerstreut. Auch gefärbtes Glas ist geeignet, wenn es eine schwarze oder dunkel gefärbte Hinterlegung erhält bzw. gegen eine schwarze oder dunkel gefärbte Fläche gelegt wird. Gefärbtes Glas kann auch mit einer weissen oder hellfarbigen Hinterlegung verwendet werden, um einen farbigen Schattierungseffekt zu erhalten. Ebenso kann Klarglas mit einer ähnlichen Hinterlegung verwendet werden, allerdings mit etwas geringerer Wirkung.
In der nachfolgenden Beschreibung werden die Ausdrücke "matt" und "glänzend" in dem Sinne verwendet, um die Eigenschaften"lichtzerstreuend"und"nichtstreuend"zu bezeichnen.
Die Glasplatte oder der sonstige Glaskörper ist gemäss der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass auf deren Oberfläche nebeneinander liegende glänzende und matte Flächen abwechselnd allmählich ineinander übergehen und gegeneinander scharf begrenzt sind. Hiedurch erweckt das Glas den Anschein, als ob es im Relief geschnitten sei. Das Glas kann undurchsichtiges Dunkelglas, wie Sehwarzglas, sein, wobei die glänzenden und die matten Flächen sich an der Vorderseite, d. h. der zur Betrachtung bestimmten Seite, befinden oder das Glas kann gefärbt und durchscheinend oder durchsichtig und in Verbindung mit einer schwarzen Hinterlegung sein, wobei die matten und die glänzenden Flächen sich dann an der der Hinterlegung zugewendeten Seite befinden.
Ferner kann die dunkle Hinterlegung aus einer Platte von dunklem undurchsichtigem Glas bestehen, das ebenfalls mit glänzenden und matten Flächen an der Vorderseite versehen ist.
Glas, welches gegen eine Wand gelegt werden und den Anschein erwecken soll, als ob es in Riefen oder Streifen geschnitten sei, wird in der Weise erzeugt, dass man abwechselnd glänzende und matte Flächen in Form von senkrechten Streifen erzeugt. Wenn dunkles, undurchsichtiges Glas verwendet wird, so erscheinen die matten Flächen im Verhältnis zu den glänzenden Flächen leuchtend. Der Unterschied des Glanzes je zweier benachbarter Flächen ist ähnlich dem Unterschied des Glanzes der Flächen einer Riefe, die durch schräg einfallendes Licht beleuchtet wird, u. zw. je nach der Seite, von welcher das Licht einfällt.
Wenn gefärbtes Glas mit glänzenden und matten Flächen an der Rückseite mit einer dunklen Hinterlegung verwendet wird, so erweckt es den Anschein, als ob es in den matten Flächen gefärbt sei, wobei die Färbung an den glänzenden Flächen in Schwarz übergeht. Ein solches Glas sieht so aus, als ob es, obwohl es nur leicht gefärbt ist, tief gefärbt wäre, wenn man es in hindurchgehendem Licht betrachtet.
Die Hinterlegung kann gleichmässig dunkel sein, aber die Wirkung wird noch erhöht durch eine Hinterlegung, welche selbst glänzende und matte Flächen besitzt, wobei die matten Flächen sich unter den matten Flächen des gefärbten Glases befinden.
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Wenn gefärbtes Glas mit glänzenden und matten Flächen an der Rückseite nebst einer Hinterlegung aus mit einer andern Farbe gefärbtem Glas verwendet wird, welches ebenfalls glänzende undmatte Flächen an seiner Vorderseite besitzt, die in ihrer Lage den glänzenden und matten Flächen an dem äusseren Glas entsprechen, dann wird die Wirkung der Farbe des äusseren Glases erhalten, welche in eine Farbe übergeht, die sich aus den Farben der beiden Glasarten zusammensetzt.
Anstatt des undurchsichtigen Schwarzglases kann ein durchscheinendes Schwarzglas verwendet werden, vorausgesetzt, dass es eine dunkle Hinterlegung'besitzt oder gegen einen Hintergrund gelegt ist, so dass es schwarz erscheint. Ein Glas mit einer schwarzen Färbung, welche nicht so tief ist, dass sie das Glas undurchsichtig macht, wird schwarz erscheinen, wenn es gegen einen Hintergrund gelegt wird, der nicht schwÅarz ist. Der Ausdruck"undurchsichtiges Sehwarzglas''soll ein Sehwarzglas bezeichnen, welches entweder selbst undurchsichtig ist oder durch seinen Hintergrund als undurchsichtig erscheint.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 als beispielsweise Ausführungsform der Erfindung eine Glasplatte in Draufsicht, welche mit einem Sandstrahlgebläse bearbeitet ist, um ihr ein gerieftes Aussehen zu geben.
Fig. 2 zeigt eine Glasplatte, welche mit einem mit Schattierung versehenen Muster verziert ist.
Bei den-dargestellten Ausführungsbeispielen ist die Wirkung des Sandstrahlgebläses durch Sehat- tierungslinien angedeutet, obwohl das Glas in Wirklichkeit in den nicht mit dem Sandstrahlgebläse bearbeiteten Teilen schattiert-erscheint.
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bedeckt und ein durch Sand bearbeitetes Band hinterlässt, welches durch die Schattierungslinien der Fläche 4 angedeutet ist. Die Wirkung des Sandstrahls ist am grössten längs und in der Nähe der Linie, welche durch den Mittelpunkt des Strahles geht, d. h. sie ist am stärksten dicht bei der linken Kante der Fläche 4 und nimmt nach dem Rande des Strahles hin ab.
Das Glas wird dann mit einem etwas breiteren Strahle überfahren, der durch den Kreis 6 angedeutet ist und dadurch erhalten werden kann, dass man die Sanddüse in grösserem Abstande von dem Glase hält. Die Wirkung dieses Sandstrahlen verstärkt die vorherige Wirkung dicht am linken Rande der Fläche 4, während diese Wirkung nach dem rechten Rande der Fläche 4 hin nur klein ist. Es können dann noch mehr Strahlen von grösserer Breite entsprechend der Breite der Fläche 4 verwendet werden. Nunmehr wird der nächste, linksgelegene Streifen des Sehutzmaterials entfernt und das Bearbeiten mit Sand auf der so freigelegten Fläche wiederholt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 wird der dargestellte Kopf mit Schutzmaterial bedeckt und der Sandstrahl wird längs der linken Kontur oder etwas davon nach links entfernt gerichtet. Die Bearbeitung mit Sand wird mit Strahlen von grösserer Breite wiederholt, um ein allmähliches Schwächerwerden der Blaswirkung zu erzielen. Die Wellen der Haare der Figur werden in derselben Weise wie in Fig. 1 durch Sandstrahlwirkung abschattiert, wobei die Schnitte in dem Schutzmaterial längs der Verbindungslinien der Wellen gemacht werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Glasplatte od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass auf deren Oberfläche nebeneinander liegende glänzende und matte Flächen abwechselnd allmählich ineinander übergehen und gegeneinander scharf begrenzt sind.