AT145374B - Verfahren zur Herstellung von klar auftrocknenden Nitrocelluloselacken. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von klar auftrocknenden Nitrocelluloselacken.

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  Verfahren zur Herstellung von klar auftroeknenden Nitrocelluloselacken. 



   Die technischen Kollodiumwollen umfassen einen Veresterungsgrad von 60 bis   80%   der verester-   baren   Hydroxylgruppen der Cellulose, entsprechend einem Stickstoffgehalt von 10-4 bis 12-5% N. Je nach dem Veresterungsgrad ist die Löslichkeit der technischen Kollodiumwollen in den einzelnen Lösungmitteln und Lösungsmittelgemischen verschieden. Wie bekannt, gibt es Lösungsmittel, die praktisch die ganze Skala der handelsüblichen Nitrocellulosen zu mehr oder weniger weitgehender kolloider Verteilung dispergieren, während andere Löser oder   Lösungsmittelgemische   nur Nitrocellulosen ganz bestimmten Veresterungsgrades zu lösen vermögen.

   Zur Klassifizierung der Nitrocellulose hinsichtlich ihrer Löslichkeit hat man schon in den ersten Jahren der praktischen Verwendung der Nitrocellulose ihr Verhalten gegen Äthylalkohol handelsüblicher Konzentration   (94. 6% C2H5OH)   benutzt. Man unterscheidet hienach die in diesem Alkohol ziemlich weitgehend löslichen Wollen mit einem Veresterungsgrad von 60 bis 66%, von den darin nur gering löslichen Wollen mit höherem Veresterungsgrad bis   80%   (vgl. hiezu die Darstellung in Bianchi-Weihe, Celluloseesterlacke, 1931, S. 48). Die Verwendung der sogenannten   alkohollöslichen   Wollen zur Herstellung von billigen Lacken aus einem Gemisch von Sprit und aromatischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Benzol, unter Zusatz von Verlaufmitteln und den üblichen Weichmachern ist seit langem bekannt.

   Diese Lacke zeichnen sich dadurch aus, dass in ihnen keine echten Löser verwendet werden. Trotzdem aber hinterlassen diese billigen esterfreien alkoholischen Nitrolacke beim Verdunsten der Lösungsmittel einen einwandfreien Lackfilm. Es war bisher nicht möglich, diese Arbeitsweise auf die   esterlöslichen   Wollen höheren Veresterungsgrades, die den niedrig nitrierten alkohollöslichen   (94-6% CJLOH)   Kollodiumwollen in vieler Hinsicht, hauptsächlich aber in den mechanischen Eigenschaften der daraus hergestellten Filmschichten überlegen sind, zu übertragen. Zur Herstellung brauchbarer Lacke auf Basis esterlöslicher Wollen war bisher die Anwesenheit von 25 bis   40%   echter Löser im Lack erforderlich (vgl. hiezu Bianehi-Weihe, ebenda S. 262 ff.). 



   Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, dass es gelingt, auch mit esterlöslichen, höher nitrierten Wollen vom Veresterungsgrad 70-75% unter Verwendung von absolutem Alkohol (100-98-9% C2HsOH) unter Zusatz von aromatischen Kohlenwasserstoffen, vornehmlich Benzol, solche Lacke herzustellen, die keines echten Lösers zur Herstellung einwandfreier Lackschichten bedürfen. Es wurde weiterhin gefunden, dass hiebei der Anteil an aromatischen Kohlenwasserstoffen, vornehmlich Benzol, in weiten Grenzen zwischen 2-5% und 45% des Lackes schwanken kann ; es hat sich jedoch dabei gezeigt, dass der Lack am vorteilhaftesten den absoluten Alkohol und das Benzol in gleichen Gewichtsmengen enthält.

   Beim Verdunsten eines solchen Lackes, der ausser wasserfreiem Alkohol und Benzol und neben den Weich- 
 EMI1.1 
 Wolle, die zweckmässig einen Stickstoffgehalt zwischen 11-8 und 11-9% aufweist, eine sogenannte alkohollösliche Wolle niederer Nitrierstufe (N =   10-6-10-8%)   enthält, hinterlässt aus dem gleichen Lösungsmittelgemisch beim Verdunsten unter gleichen atmosphärischen Bedingungen   einen"weissen"Film,   der lacktechnisch nicht brauchbar ist. 



   Es ist auch möglich, den Lacken ausser Weichmachern und Harzen lösliche und/oder unlösliche Farbstoffe zwecks Erzeugung von farbigen Lacken bzw. Decklacken zuzusetzen. 



   Zur Verbesserung des Verlaufes der Lacke auf Basis esterlöslicher Kollodiumwollen mit absolutem Alkohol und Benzol als Lösungsmittel kann man dem Lack eine geringe Menge eines echten mittel- 

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 hochsiedenden Lösers hinzufügen. Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, dass der Zusatz an echtem Löser, vornehmlich Butylacetat, einen bestimmten niedrigen Prozentsatz des Lackes nicht überschreiten darf. Dieser Zusatz an echten Lösern ist in seiner Menge abhängig von der Art des Lösers ; in keinem Falle darf er höher als 4% des Lackes sein, da der Film sonst weiss"wird. Dieses Verhalten war keineswegs vorauszusehen, da als allgemeine Regel gilt, dass man durch Erhöhung des Anteils an echten Lösern die Sicherheit für die Bildung eines klaren Films vergrössert.

   Hier hat sich im Gegensatz dazu gerade ergeben, dass man beim Überschreiten der höchstmöglichen Mengen an echten Lösern als Zusatz zum wasserfreien Gemisch Alkohol + Benzol eine Ausfällung der esterlöslichen Nitroeellulose während des Verdunstens der Lösungsmittel verursacht, die erst dann wieder vermieden wird, wenn der Anteil an echtem   Löser   so hoch ist, dass Alkohol + Benzol als Verschnittmittel wirken. 



   Zur Erläuterung des Verfahrens dienen die folgenden Beispiele : 
Beispiele :
Zaponlacke : 1.   7. 5% Nitrocellulose, butanolfeucht   oder alkoholfeucht, mit   35%   Anfeuchtung (E 950 N = 11-62%),   91-5% absoluter   Alkohol + Benzol 1   : l,  
1   %   Palatinol C. 



   Tauchlacke : 
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   81-0% absoluter   Alkohol + Benzol 1 : 1,   3. 0% Butylacetat.   



  3. 13-5% Nitrocellulose, butanolfeucht, mit   35%   Anfeuchtung (E 620 N = 11-80%),
2-5% Palatinol C,   82-0% absoluter   Alkohol + Benzol 1 : 1,   2. 0% Äthylglykolacetat.   



  4.10 % Nitrocellulose, trocken (E 620 N = 11-85%),
83 % Alkohol, absolut,   2. 5%   Benzol,
2-0% Äthylglykolacetat,
2-5% Palatinol C. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von klar auftrocknenden Nitrocelluloselaeken, dadurch gekennzeichnet, dass   handelsübliche,   esterlösliche Kollodiumwolle jeder Viskositätsstufe mit einem Stickstoffgehalt von etwa 11-5 bis 12-00% N in einem wasserfreien Gemisch aus absolutem Alkohol und Benzol, in dem der Alkoholgehalt zwischen   50%   bis   95%   liegt, gelöst wird.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösungsmittel geringe Mengen eines mittelhochsiedenden echten Lösers für die esterlösliche Kollodiumwolle, vornehmlich die Ester der Esssigäure mit den primären aliphatischen ein-oder mehrwertigen Alkoholen, enthält, wobei die Mengen an echten Lösern höchstens 4% des Lackes betragen dürfen.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch einen Zusatz von Weichmachern und Harz, gegebenenfalls auch von Pigmenten oder löslichen Farbstoffen.
AT145374D 1933-11-04 1934-08-29 Verfahren zur Herstellung von klar auftrocknenden Nitrocelluloselacken. AT145374B (de)

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